LUTHER GEBET für SAMSTAG, den 10. April 2021

 

Herzlich willkommen zu unserem Luther Abendgebet am Samstag

 

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

der Quelle des Lebens, die uns gibt, was wir zum Leben brauchen.

Im Namen Jesu Christi, der Liebe, die uns vom Tod zum Leben bringt.

Im Namen des Heiligen Geistes, der uns durch dunkle Tage zum Licht führt.

Amen

 

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

 

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET 

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Verbunden, um diese Andacht zu feiern.

Wir kommen mit dem, was uns ausmacht.

Mit Freude im Herzen.

Aber auch mit Last auf der Seele.

Wir machen uns bewusst, was Christus für uns getan hat.

Wir lassen uns anregen davon, was Gott für uns will.

 

Flieg auf Flügeln der Freude,

weil Gott dich nicht fallen lässt.

Lässt du auch Federn im Laufe der Zeit,

halt an ihm dich fest.

Musst du durch Täler von Trauer und Leid,

Macht Gott den Horizont wieder weit.

Denkst du, es wird mit dir nie wieder gut,

dann verwandelt er Angst in Mut.

Amen                                      (Jörg Swoboda und Theo Lehmann)

Wir LAUSCHEN: «The River Flows In You”  Yiruma

https://www.youtube.com/watch?v=WSSIIC58Fsc

 

MEDITAITON: Ohne Dornen gibt es auch keine Rosen

Während der Karwoche und über die Ostertage begleitete uns in Zürich eine wunderbare Aktion der Evangelisch-Reformierten Kirchen der Altstadt: 10 alte Brunnen wurden mit bunten Rosen gefüllt. Tausende von Rosen, gespendet aus Trauer und Dankbarkeit verwandelten die Brunnen in schwimmende Rosengärten.

Die Rosen in ihren herrlichen Farben im Sonnenlicht anzusehen, inmitten des frischen Brunnenwassers war eine Freude für alle die vorbeigingen. Es berührte aber auch, weil das Motto der Aktion «Ohne Dornen keine Rosen» uns allen tiefgründige Gedanken mit auf den Weg gegeben hat.

Ohne Dornen keine Rosen – ohne Karfreitag kein Ostern. Die Dornen der Rosen erinnerten an die Dornenkrone von Jesus. An sein grausames Leiden, an seinen Tod. An alles Leiden in unserem Leben und in dieser Welt.

Die Dornen erinnerten aber auch an das Leid und Elend, dass die Corona Pandemie gebracht hat. An alle Corona Toten, an alle Trauernden, an alle Einsamen, Überforderten und Verzweifelten.

Und die Rosen, in all ihrer Pracht, verbunden mit der Herzensfreude die sie auslösten – liessen die Auferstehung erahnen, den Sieg des Lebens über das Leiden, die verheilten Wunden die den Himmel wieder öffnen und das Weiterleben möglich machen, den Trost, die Hoffnung und die Freude.

Der Pfarrer des Grossmünsters Christoph Sigrist schrieb dazu: «Die Trauer über den Verlust von Mitmenschen ermöglichte den Rosenteppich. Rosen werden zum Geburtstag, zum Hochzeitstag, wie auch am Grab geschenkt. An den Schwellen wird spürbar, wie brüchig das Leben ist, endlich und verletzlich. Geboren werden und sterben betten das Leben auf einen fragilen Teppich, der gepflegt werden muss. … Ohne Dornen keine Rosen! Ohne Karfreitag kein Ostern! In den Rosen blüht etwas Geheimnisvolles auf: Der Aufstand des Lebens hat an Ostern begonnen. Er wird zum Jugendbrunnen für solche, die zu neuen Ufern aufbrechen, die hoffen, die neu anfangen».

Und so wünsche ich es Ihnen und auch mir, dass wir Rosen als Gruss Gottes ansehen, als Symbol für den Sieg des Lebens über Leid und Tod.

GEBET

Heute bete ich um Segen Gott.

Deine Welt braucht ihn dringend.

Und nicht nur ein bisschen Nieselsegen,

Nicht nur einen einzelnen Segensschauer.

Reiss die Wolkendecke auf, brich alle Dämme,

Umhülle uns mit Sprühsegen,

der sich weich anfühlt,

aber innerhalb weniger Minuten alle unsere künstlichen Häute durchdringt

und in jede Ritze einsickert.

Schick uns Platzsegen, der alte Verkrustungen aufbricht,

und den Staub abspült von unseren Herzen und unseren Köpfen.

Schenke uns Dauersegen,

fülle unsere leeren Zisternen,

damit wir unseren Durst nach dir stillen können

und genug übrig haben zum Teilen in dürren Zeiten.

Erweiche den harten Boden, damit Leben wachsen kann,

auf, dass die Erde grün und bunt und lebendig bleibe.

Überrasche uns mit Starksegen, der uns zum Anhalten zwingt,

zum Umgucken und Nachdenken,

zum Achselzucken und darüber lachen. 

Benetze uns mit Segenstropfen,

die in der Sonne glitzern wie die Augen eines Liebespaares.

Sammle den Segen in grossen Pfützen auf den Strassen

Und mach uns verrückt genug, darin herumzuspringen,

dass er nach allen Seiten spritzt und wir einander als deine Kinder wiedererkennen.

Heute bete ich um Segen Gott,

du hast genug davon und wir brauchen ihn ganz dringend.

                                   (Pfarrer Holger Pyka)

 

In Gedanken, Worten und Gefühlen bringen vor dich was unser Herz bewegt,

unseren Dank,

unsere Erleichterung,

unsere Bitte,

unsere Sorgen,

unsere Ängste,

unsere Lieben,

uns selbst.

 

STILLE

 

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Empfangt den Segen Gottes

 

Gesegnet sei euer Hören und Reden,

euer Tun und Lassen,

euer Freigeben und Binden,

euer blindes Vertrauen und Nachfragen,

euer Kämpfen und Feiern,

eure Nähe und Distanz,

euer Infragestellen und Antworten,

euer Entscheiden und Warten,

euer Ja und Nein,

euer Sein und Werden.

 

So senge und behüte euch Gott,

der allmächtige und barmherzige,

Vater, Sohn und Heiliger Geist.

 

Geht zuversichtlich in die Nacht und in den kommenden Tag,

denn Gott ist da.

Amen

 

Wir LAUSCHEN «Maybe» Yiruma

https://www.youtube.com/watch?v=6Wg_JpVHkio