Herzlich willkommen zu unserem (173.) Abendgebet in der Wochenmitte.

 

Wir sammeln uns im Namen Gottes, des Vater und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat

Amen

 

Gottesdienste sind anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.             

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes und seinen Heiligen Geist zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

verbunden, um diese Andacht zu feiern.

 

Mein Herz und Geist erheben dich,

mein Gott, mit Lob und Preis,

dass deine Güte auch für mich

Weg, Ziel und Stunde weiss.

Ich freue mich und danke dir,

dass ich geboren bin.

Mein Lebensweg bis jetzt und hier

ist dein von Anbeginn.

Amen.

 

Wir SINGEN oder LAUSCHEN «Gott ist gegenwärtig»

https://www.youtube.com/watch?v=dbwhWCMo0ZY

 

MEDITATION

Liebe Gemeinde,

Die Bibel ist auch ein therapeutisches Buch. Die Geschichte des Propheten Elia aus 1 Könige 19 ist eine, die von heilender Kraft und Berührung erzählt.

Der Prophet Elia ist auf der Flucht vor seinen Feinden und zugleich – ohne es zu wissen – auf dem Weg zum Gottesberg. In der Wüste verliert er jeden Mut und lässt sich erschöpft und ausgebrannt fallen. Was ihm nun passiert, hat therapeutische Wirkung. Er bleibt nicht allein, sondern wird berührt: «Steh auf, iss!» Er bleibt nicht sitzen, sondern geht los: «Der Weg, der vor dir liegt, ist weit!» Er bleibt nicht verschlossen, sondern kann sich aussprechen: «Was tust du hier, Elia?»

Die Geschichte von Elia eignet sich als Wegmeditation, um nachdenklich daran entlangzugehen, Schritt für Schritt. So lade ich sie ein, die nächsten 5 Meditationsschritte entweder heute Abend alle anzuhören. Oder sie in den nächsten Tagen auf einen Spaziergang mitzunehmen und zwischen den einzelnen Schritten mit der Abschlussfrage einen Teil des Weges zu gehen Oder sogar jeden Tag eine Frage durch den Alltag zu nehmen.

Schritt 1: Angst und Flucht

Elia sitzt vor seinem Haus in der Abendsonne. Noch immer fühlt er sich erschöpft und dankbar. Wie nie zuvor hat er Gott in seinem Leben erfahren. Er schliesst die Augen und denkt noch einmal zurück. Welch grosse Angst hatte er anfangs verspürt, als ihm klar wurde, was er tun sollte: öffentlich gegen den König auftreten. Er sollte öffentlich gegen die Selbstsucht von König Ahab und Königin Isebel protestieren und gegen ihren Götzendienst, der das Volk irreführte. Unrecht und Korruption waren gang und gäbe geworden. Alle wussten davon, aber keiner wagte, was dagegen zu sagen. Das war viel zu gefährlich. Elia spürt noch einmal, wie seine Hände feucht werden. Sich mit den Mächtigen anlegen – das ist lebensgefährlich!

Aber er musste es tun. Gott hatte ihn zum Propheten berufen. Und nun war das Wunder geschehen: Gott hatte ihm den Mut geschenkt. Elia war wirklich in den Königspalast gegangen und hatte den König im Namen Gottes auf das Unrecht hingewiesen. Er hatte wirklich das Volk auf den Berg Karmel zusammengerufen und es vor die Wahl gestellt: Wollten sie dem König gehorchen oder Gott? Und das Volk hatte sich auf die Seite Gottes und Elias geschlagen. Er, Elia, hatte sich mit einem der mächtigsten Königshäuser angelegt – und gewonnen! Er geniesst dieses Gefühl voller Dankbarkeit.

Er hört in der Ferne ein Geräusch. Er öffnet die Augen und sieht Reiter herangaloppieren. Es dauert nicht lange, dann stehen königliche Boten vor ihm. Mit finsterer Miene rufen sie ihm zu «Nachricht aus dem Königspalast: Die Königin Isebel hat bei den Göttern geschworen, dich innerhalb von 24 Stunden zu töten!» Dann galoppieren die Pferde davon und eine unheimliche Stille liegt über dem Land.

Eila ist geschockt. Isebel – die blutrünstige Frau des Königs, die für ihre Gewissenlosigkeit und Brutalität bekannt ist? Keiner weiss, wie viele Menschen sie schon hat beseitigen lassen. Wie viele Propheten sie auf dem Gewissen hat. Ich soll der nächste sein? Elia springt auf. Er spürt Panik. «Die Königin wird dich töten!» Ich muss hier weg. Ich muss ausser Landes. Dahin, wo Isebel mich nicht finden kann. Kurz bespricht er sich mit seinem Knecht und die Entscheidung ist klar: Wir müssen weg. Sofort. Sie hasten los – Richtung Süden.

Meditationsfrage: Was ängstigt mich im Leben? Wovor fürchte ich mich hier und heute? Wovor fliehe ich?

Schritt 2: Einsamkeit und Verzweiflung.

Immer wieder meint Elia, hinter sich Pferdehufe zu hören. Nachts schläft er kaum, immer wieder wird er von Geräuschen aufgeschreckt. «Die Königin wird dich töten!». Inzwischen sind sie über die Grenze gekommen, ins Nachbarland Judäa. Sie erreichen die Stadt Beerscheba. Doch auch da fühlt sich Elia nicht sicher. Er überredet seinen Knecht, dort zu bleiben, und flieht allein weiter.

Doch die Angst verfolgt ihn auf Schritt und Tritt. Schliesslich erreicht er die Wüste. Es gibt keine Dörfer mehr, keine Felder, nur noch Sand und Steine und hie und da einen dornigen Strauch. Die Sonne brennt hernieder. Elia hat Durst. Seine Füsse schmerzen. Er fühlt sich grenzenlos einsam. Er kann nicht mehr. Doch er schleppt sich weiter. «Die Königin wird dich töten!» Irgendwann stolpert er, fällt hin, bleibt völlig erschöpft unter einem Ginsterstrauch liegen. Das ist zu viel. «Ich will nicht mehr. Es ist genug, HERR, nimm nun mein Leben, denn ich bin nicht besser als meine Vorfahren.» Und voller Verzweiflung schläft er ein.

Meditationsfrage: Wo gab und gibt es Durststrecken und Wüsten in meinem Leben oder dunkle Täler? Wann war es besonders schwer? Wann fühlte ich mich allein und alleingelassen?

 

Wir LAUSCHEN oder SINGEN mit «Mein Gott warum? Psalm 22»

https://www.youtube.com/watch?v=Y4EO5i2Jidc

 

Schritt 3: Berührung und Stärkung

«Elia!» Elia wacht auf und spürt eine sanfte Berührung. Er reibt sich die Augen: Wo bin ich? Erst allmählich erinnert er sich daran, was passiert ist. Mühsam richtet er sich auf. Sein Rücken schmerzt. Seine Kehle brennt vor Durst. Seine Füsse sind voller blutiger Schrammen.

«Elia!» Elia spürt wieder eine Berührung. Er dreht sich um und sieht einen Fremden. Der sagt zu ihm: «Steh auf, iss!» Jetzt bemerkt er erst das geröstete Brot und den Krug mit Wasser. Gierig nimmt er den Krug und trinkt. Ah, das tut gut! Er nimmt das Brot. Wie herrlich das schmeckt!

Doch die Müdigkeit ist so strakt, dass er sich wieder hinlegt und gleich wieder einschläft.

«Elia!» Elia wacht auf und spürt wieder eine sanfte Berührung. Der Fremde ist immer noch da. Freundlich sagt er zu ihm: «Steh auf, iss, denn der Weg, der vor dir liegt, ist weit.» Und wieder ist frisches Brot da und Wasser. Elia trinkt und isst – und jetzt fühlt er sich besser. Wer wohl dieser Fremde ist?

Er steht auf und sieht sich um: Wüste, nichts als Wüste. Wohin soll ich jetzt gehen? Plötzlich ist es ihm klar: Ich muss zum Horeb, zum Gottesberg, wo Gott vor langer Zeit zu Mose und seinem Volk Israel gesprochen hat. Er spürt eine grosse Sehnsucht in sich: Wenn ich nur die Stimme Gottes hören könnte…

So geht er los. Der Weg, der vor ihm liegt, ist weit.

Meditationsfrage: Was stärkt mich im Leben? Was oder wer gibt mir Kraft? Was oder wer gibt mir neuen Mut?

Schritt 4: Begegnung und Aussprache

Irgendwann kommt er an, am Fuss des Berges Horeb. Er findet eine Höhle, in der er übernachten kann. Und plötzlich hört er eine Stimme: «Was tust du hier, Elia?».

Was für eine Stimme! Behutsam und vertraut. Und es bricht aus ihm heraus, seine ganze Angst und Verzweiflung: «Ich habe wahrlich geeifert für den HERRN, den wahren Gott! Denn die Israeliten haben deinen Bund verlassen, deine Altäre haben sie niedergerissen und deine Propheten umgebracht. Und ich allein bin übriggeblieben, sie aber haben danach getrachtet, mir das Leben zu nehmen!»

Seine Worte hallen in der Höhle nach. Dann ist es wieder still. Elia horcht in die Dunkelheit. Da sagt die Stimme: «Geh hinaus und stell dich auf den Berg vor den HERRN!»

Eila zittert vor Aufregung und Ehrfurcht. Ich soll – vor Gott stehen? Ich, der Prophet auf der Flucht? Ich, der eine Königin mehr fürchtet als Gott? Unentschlossen steht er in der Höhle und blickt zum Einfang.

Da hört er, wie draussen ein starker Wind aufkommt. Er rauscht und pfeift gewaltig. In der Ferne hört er Felsen krachen. Ob das Gott ist? Elia zögert.

Nach einiger Zeit erbebt die Erde. Elia blickt unruhig hin und her. Ob das Gott ist? Er zögert immer noch.

Da lodert Feuer auf. Gewaltige Flammen schlagen hoch, gespenstische Schatten huschen über die Felswände. Ob das Gott ist? Elia steht dort und wagt nicht, sich zu rühren.

Da hört Elia das Flüstern eines sanften Windhauchs. Wie eine stumme Stimme. Ganz leise und sanft. Und jetzt weiss er: Das ist ER! Er verhüllt sein Gesicht ehrfürchtig mit seinem Mantel und tritt in den Eingang der Höhle. Und zum zweiten Mal hört er die Stimme, die ihn fragt: «Was tust du hier, Elia?» Zum zweiten Mal kann er sein Herz ausschütten und seine ganze Verzweiflung herausschreien. Und sein Herz wird leicht.

Meditationsfrage: Wo steht in meinem Leben der Berg Horeb, der Ort, wo ich Gott begegnen kann?

Schritt 5: Sendung

Dann ist es wieder still. Elia lauscht. Da sagt Gott zu ihm: «Jetzt geh wieder zurück. Ich habe noch viel für dich zu tun. Aber nicht du sollst dem Treiben des Königs Ahab ein Ende setzen. Du sollst Könige salben, die das tun werden. Nicht du allein sollst Prophet sein. Du sollst Elisa als deinen Nachfolger einsetzen. Auch wenn du dich einsam fühlst: Du bist nicht allein. Viele sind da, die mir dienen. Geh nur los!»

Und Elia geht. Und mit jedem Schritt spürt er, wie der Mut langsam wieder kommt.

Meditationsfrage: «Wohin gehe ich? Was ist mein Auftrag?

                                   Meditationsweg in Anlehnung an «Gesundheit!» herausgegeben von Mission 21

 

Wir LAUSCHEN oder SINGEN: «Mutig komm ich vor den Thron»

https://www.youtube.com/watch?v=ge_i0sdCJgE

 

FÜRBITTE

Herr, ich bitte Dich nicht um Gesundheit,

auch nicht um Krankheit,

nicht um Leben und nicht um Tod.

Aber darum bitte ich Dich,

dass Du verfügen mögest

über meine Gesundheit und über meine Krankheit,

über mein Leben und über meinen Tod.

Du allein weisst, was mir dienlich ist,

Du bist der unumschränkte Herr;

tue mit mir nach Deinem Willen.

Gib mir oder nimm von mir,

nur mache meinen Willen übereinstimmend mit Deinem!

                                   (Blaise Pascale)

In Gedanken, Worten und Gefühlen bringen wir vor dich was unser Herz bewegt,

unseren Dank,

unsere Erleichterung,

unsere Bitte,

unsere Sorgen,

unsere Ängste,

unsere Lieben,

uns selbst.

 

STILLE

 

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN

Empfangt den Segen Gottes:

«Der Herr segne und behüte dich,

der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig,

der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Bleibt zuversichtlich und fröhlich, denn Gott ist da.

Amen