Herzlich willkommen zum 376. Luther-Abendgebet am Mittwoch, 17. September 2025
Mitten im Fluss des Alltags wollen wir innehalten und einen Moment der Ruhe finden. Alles, was heute an Hast und Ruhe da war, darf jetzt still werden. Vor Gott legen wir ab, was uns bedrückt und öffnen unsere Herzen für seinen Frieden.
Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen
Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Amen
In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt: Gott bleibt, unser Gebet bleibt.
Gebet: Herr, ich komme zu dir, und ich steh vor dir, so wie ich bin. Alles, was ich bewegt, lege ich vor dich hin. Herr ich komme zu dir, und ich schütte mein Herz bei dir aus. Was mich hindert, ganz bei dir zu sein, räume aus! Meine Sorgen sind dir nicht verborgen, du wirst sorgen für mich. Voll Vertrauen will ich auf dich schauen. Herr, ich baue auf dich! (Albert Frey)
LIED: Herr, ich komme zu dir
https://www.youtube.com/watch?v=-9Kad2HrYcU
GEDANKEN
Liebe Gemeinde,
wenn es früher dunkel wird und man durch die Strassen der Stadt unterwegs ist, merkt man, wie lange die Lichter in manchen Bürogebäuden brennen. Natürlich gibt es vorgeschriebene Arbeitszeiten, dennoch müssen viele Menschen weitaus länger arbeiten.
Manchmal denke ich: irgendwann muss auch mal Schluss sein. Für alle Leute.
Ich weiss, in manchen Büros haben Menschen das Gefühl, als letzte gehen zu müssen, um nicht als erste entlassen zu werden. Oder bei den Paketboten, da endet die Schicht, wenn das letzte Päckchen ausgeliefert ist.
Irgendwann muss auch mal Feierabend sein.
In Österreich, in Tirol, gibt es eine Heilige, die genau dafür zuständig ist. Sie ist mir sehr sympathisch die Heilige Notburga. Sie hat bereits im Mittelalter für faire Arbeitszeiten gekämpft und wird bis heute als Patronin der Dienstmägde, der Arbeitsruhe und des Feierabends verehrt.

BILD: Notburga, Statue in Oberbayern (Wikipedia)
Der Legende nach wurde sie 1265 als Tochter eines Hutmachers in Rottenburg geboren. Sie lebte im heutigen Tirol, kam aus einfachen Verhältnissen und wusste aus ihrer eigenen Lebensgeschichte, wie unfair man manchmal mit Dienstboten und Dienstmägden umgegangen ist. Zuerst hat sie als Dienstbotin auf einer Burg gearbeitet. Weil sie Essensreste aus der Küche an die Armen verteilt hat, wurde sie vom Burgherrn, ihrem Chef, entlassen.
Sie fand danach bei einem Bauern Arbeit. Hier hatte sie sich das Recht erbeten, beim ersten Glockengeläute am Abend die Arbeit niederzulegen, um zu beten. Eines Nachmittags, als das Wetter umzuschlagen drohte, verlangte der Bauer, dass niemand seine Arbeit niederlege, bevor nicht alles Getreide eingeholt ist. Der Legende nach warf Notburga ihre Sichel ärgerlich in den Himmel, wo sie an einem Sonnenstrahl hängen blieb und nicht mehr herunterfiel. Der Bauer erschrak und ließ Notburga ziehen. Sie durfte auch in Zukunft immer pünktlich Feierabend machen und beten.
So wurde die Heilige Notburga die Patronin der Arbeitsruhe und des Feierabends. Sie wurde zum Zeichen dafür, dass Arbeit wichtig ist, aber nicht alles.
Ich denke ihre Geschichte kann auch heute, Jahrhunderte später Mut machen, Stopp zu sagen, wenn es am Arbeitsplatz unfair zugeht. Wenn es nie rechtzeitig Feierabend gibt. Oder einer gemobbt wird.
Jesus selbst erinnert uns: «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes kommt» (Matthäus 4,4). Liest man die Schöpfungsgeschichte dazu, so wird uns gesagt, dass die Arbeit gut ist, sie soll dem Menschen Erfüllung, Sinn und Selbstbewusstsein schenken. Darüber hinaus redet das erste Kapitel der Bibel aber auch von der Ruhe. Die Ruhe als ein Geschenk Gottes an uns Menschen. Arbeit ist unser Beruf, aber die Ruhe ist Gottes Geschenk. Beides gehört zum Leben
Es hat also alles seinen geordneten Platz: Arbeit, aber auch das Innehalten, das Beten und das Ruhen im Vertrauen auf Gott.
Amen

BILD: Ruhe (Gemeindebrief.de)
MUSIK: Chopin Nocturnes
https://www.youtube.com/watch?v=QR10Od1cLaM
FÜRBITTE
Gott,
für alles Gute, das du uns tust, danken wir dir:
Wir bitten dich für alle,
die morgens mit einem Dank auf den Lippen aufstehen
und abends dankbar zu Bett gehen.
Wir bitten dich für die Menschen,
die das Gute nicht sehen können,
die das Leben bitter und misstrauisch gemacht hat.
Wir bitten dich für alle,
die aus allem das Beste machen
und denen oft viel zugemutet wird.
Wir bitten dich für jene, die andere teilhaben lassen
an dem Guten, das ihnen widerfährt.
Die teilen und abgeben.
Die sich kümmern und sorgen.
Die sich engagieren und Verantwortung übernehmen.
Wir bitten dich für alle, denen vorenthalten wird,
was sie zum Leben brauchen:
ein Auskommen und Frieden,
ein Zuhause und Geborgenheit,
Liebe und Respekt.
Und wir beten für die,
die uns persönlich nahe sind in unseren Familien und Freundeskreisen;
für alle, die wir in unseren Herzen tragen
und für die wir deinen Schutz und deinen Segen erbitten.
In der Stille nennen wir dir ihre Namen. (Stille)
Schenke uns dein Licht und deinen Frieden.
Vater unser im Himmel
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
SEGEN
Gott segne und behüte dich,
Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.
Amen
MITTEILUNGEN:
Am Sonntag findet bei uns in Zürich der BELK-Tag statt. Wir erhalten Besuch aus den anderen lutherischen Gemeinden der Schweiz. Der Gottesdienst zum Thema «Farben des Glaubens» beginnt um 11.00 Uhr. Kirchenkaffee gibt es davor. Wir freuen uns auf ein gutes und gesegnetes Miteinander.
___________________________________-
Wir danken allen, die mit uns unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft.
Bleiben wir zuversichtlich, denn Gott ist da.
Herzliche Grüsse nach nah und fern.
Marion Werner mit Thomas Risel
Zum AUSKLANG: Gesungenes Nachtgebet. Abendlied von Hans-Jürgen Hufeisen und Jörg Zink
https://www.youtube.com/watch?v=95IqDC6MJA8
Text:
Der Abend kommt.
Nun enden unsre Wege.
Du Gott der Stille,
deinen Frieden lege auf unser Haus
und auf das dunkle Land,
und lass uns ruhn in deiner guten Hand.
Die Nacht ist tief.
Sie hält das Herz gefangen.
Wo wir auf dunklen Wegen irrgegangen,
führ du uns selbst,
dass neu dein Tag beginnt,
und wir von deinem Licht durchdrungen sind.
Die Nacht ist bang.
Gib uns, dass Frieden werde.
Sieh diese arme,
leidzerrissne Erde.
Du Gott des Friedens,
ende allen Streit.
Mach uns zu Friedensboten dieser Zeit. .
Es kommt dein Morgen.
Bleib mit deiner Güte bei allen Menschen.
Schütze und behüte, was du erschaffen,
bis dein Tag anbricht,
und wir dich schaun, dich und dein helles Licht.