BEGRÜSSUNG

Herzlich willkommen zum online Gottesdienst der lutherischen Kirche Zürich heute, am 5. Sonntag nach Trinitatis, dem 30. Juni 2024

 Wir sammeln uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

 MUSIK zum Eingang: Edvard Grieg «Morgenstimmung»

https://www.youtube.com/watch?v=M7NLZDig9_U

 GEBET

Lasst uns beten

Luthers Morgensegen:

Ich danke dir, mein himmlischer Vater,

durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn,

dass du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast,

und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel,

dass dir all mein Tun und Leben gefalle.

Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände.

Dein heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir finde.

Amen

 Wir SINGEN : Morgenlicht leuchtet. Gesangbuch Nr. 455

https://www.youtube.com/watch?v=ZbwiDCKo54M

 HINFÜHRUNG ZUM KYRIE

 Nirgends Gott, außer bei dir,

gibt es einen Ort, an dem wir loswerden können, was uns beschwert:

Unsere Angst und unsere Sorgen;

Worte und Taten, mit denen wir Unfrieden gestiftet haben;

unsere Ungeduld und Rastlosigkeit;

unsere Bequemlichkeit und unser Beharrungsvermögen;

unsere Angst vor Veränderungen.

Du nimmst es von uns und gibst uns neue Kraft und neuen Mut.

Darauf wollen wir vertrauen, wenn wir zur dir rufen:

Kyrie eleison. Christe erbarme dich  

 Wir SINGEN : KYRIE

https://www.youtube.com/watch?v=PEc1QKJAFtw

 Kyrie eleison.

Herr, erbarme dich !

Christe eleison!

Christe, erbarme dich!

Kyrie eleison!

Herr, erbarm dich über uns!

 HINFÜHRUNG ZUM GLORIA: Gott, obwohl du um unsere Fehler und Schwächen weißt, erbarmst du dich deiner Kinder. Immer und immer wieder seit Menschengedenken. Wir loben dich und singen dir:

 Wir SINGEN: GLORIA

https://www.youtube.com/watch?v=BTJ_Il2xkKk

 EVANGELIUM für heute steht bei Lukas im 5. Kapitel, Verse 1-11.  Der Fischzug des Petrus 

 1 Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, zu hören das Wort Gottes, da stand er am See Genezareth. 

2 Und er sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. 

3 Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus. 

4 Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! 

5 Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen. 

6 Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen. 

7 Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und ihnen ziehen helfen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, sodass sie fast sanken. 8 Da Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch. 

9 Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die mit ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten, 

10 ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen. 11 Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach. 

 BILD: Wundersame Fischzug von Raffael 1515

MUSIK: Klavierimprovisation zum Thema «Fischzug des Petrus» von Christoph Wünsch

 GLAUBENSBEKENNTNIS: Wir sprechen gemeinsam ein Glaubensbekenntnis von Wolfgang Lorenz und Bernhard Wolf

 Ich glaube,
dass unsere Welt aus Gottes guten Händen kommt,
schön und unendlich reich an Farben und Formen,
wunderbar geordnet im Zusammenspiel der Kräfte
und dem Geflecht des Lebens. 
Lebensraum für alle Kreaturen,
uns Menschen anvertraut, ihn zu bebauen und zu bewahren, 
noch nicht am Ziel, sondern immer noch im Werden.
Ich glaube, dass Jesus Christus die Hoffnung ist für unsere Welt.
Mitleidend mit allen Geschöpfen bis hin ans Kreuz,
will er in vorbehaltloser Liebe uns dazu befreien,
leben zu lernen im Einklang mit unserm Schöpfer,
teilzuhaben an seiner Macht, Krankes zu heilen,
Hass, Unfrieden und Resignation zu überwinden.
Als Auferstandener will er uns erwecken zu neuem Leben.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
der uns die Augen öffnet für das göttliche Geschenk der Vergebung,
uns beflügelt zu klarsichtigem Handeln,
und uns zueinander führt in der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes,
über Parteien- und Ländergrenzen hinweg zu gemeinsamem Tun
im Dienste des Lebens zum Lobe Gottes
in der Hoffnung auf Vollendung.

Amen

 LIED: Wir singen: Grosser Gott wir loben dich.

https://www.youtube.com/watch?v=qpSx67yCzpc

 PREDIGTTEXT 

Liebe Gemeinde,

der Predigttext für heute ist besonders. Er stammt vom Apostel Paulus. In diesem Abschnitt rühmt Paulus sich seiner Schwachheit, er prahlt sogar damit. Für uns ist das sehr sonderbar.

Für Paulus nicht. Er hatte nämlich von Gott gelernt, dass, je schwächer er, Paulus, ist, desto stärker kann Gott sich zeigen.

Paulus schreibt diese Worte vor dem Hintergrund eines Konfliktes in der Gemeinde in Korinth. In dieser Gemeinde, die Paulus gegründet hatte, und um die er sich sehr gekümmert hat, waren junge Missionare aufgetaucht. Sie haben Paulus schlecht gemacht. Sie haben über Paulus gesagt, er würde nur in seinen Briefen stark auftreten. Vor Ort sei er jedoch ein Schwächling. Darauf muss Paulus reagieren und zu seinen körperlichen Beeinträchtigungen stehen.

 Wir hören einen Abschnitt aus dem 2. Korintherbrief im 12. Kapitel.

 1 Ihr zwingt mich dazu, dass ich mein Selbstlob noch weiter treibe.

5 Im Blick auf mich selbst prahle ich nur mit meiner Schwäche.

6 …. denn jeder soll mich nach dem beurteilen, was er an mir sieht und mich reden hört, und nicht höher von mir denken.

7 Ich habe unbeschreibliche Dinge geschaut. Aber damit ich mir nichts darauf einbilde, hat Gott mir einen »Stachel ins Fleisch« gegeben: Ein Engel des Satans darf mich mit Fäusten schlagen, damit ich nicht überheblich werde.

8 Dreimal habe ich zum Herrn gebetet, dass der Satansengel von mir ablässt.

9 Aber der Herr hat zu mir gesagt: »Du brauchst nicht mehr als meine Gnade. Je schwächer du bist, desto stärker erweist sich an dir meine Kraft.« Jetzt trage ich meine Schwäche gern, ja, ich bin stolz darauf, weil dann Christus seine Kraft an mir erweisen kann.

10 Darum freue ich mich über meine Schwächen, über Misshandlungen, Notlagen, Verfolgungen und Schwierigkeiten. Denn gerade, wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.

Soweit die Worte des Paulus.

Möge Gott sie an uns segnen

 BILD: Korinth_2 Wikipedia

MUSIK: Querflöte von Bevani

https://www.youtube.com/watch?v=JER2ut7laY4

Liebe Gemeinde,

um das Starksein und Schwachsein geht es so oft in unserer Welt. Wer ist stark und wer ist schwach? Wer hat die Macht und wer muss sich unterordnen? Wer redet und wer muss zuhören? Wer hat die Kraft dem Leistungsdruck Stand zu halten und wer nicht. Wir leben in einer Welt, die Stärke, Erfolg, Leistung und Selbstständigkeit über alles stellt. Sogar das neue Schulsystem, der Lehrplan 21, und die neuen Bewertungssysteme sind darauf ausgelegt, dass Kinder in allen Schwächen gefördert werden, so dass sie in allen Fächern fit sind. Für das Erwachsenenalter gibt es Antiaging Produkte und Vitamine, die einen lange fit halten, so dass man hohe Leistungen bringen kann. Auch die Senioren müssen und sollen lang aktiv und fit sein. Mit Schwächen und Beeinträchtigungen umgehen, das lernen wir nicht.

Trotzdem gibt es sie, die Schwächen. Körper und Seele, Herz und Psyche, gesellschaftliche Beziehungen – überall können Schwächen auftreten und es gibt eigentlich keinen Menschen, der in seinem Lebenspaket nicht auch mit Beeinträchtigungen umzugehen hat. Uns wird beigebracht, dass Schwäche ein Makel ist, den es zu überwinden gilt, etwas, das wir verbergen oder verleugnen müssen.

Paulus bietet im Korintherbrief eine radikal andere Perspektive. Er lehrt uns, dass wahre Stärke in der Anerkennung und Akzeptanz unserer Schwächen liegt. Und er geht im Glauben noch einen Schritt weiter. Er schreibt: wenn wir schwach sind, wenn wir an Grenzen stossen, aus eigener Kraft nicht weiterkommen, dann sind wir am empfänglichsten für Gottes Hilfe und Gnade. Genau in diesen Momenten der Schwäche erfahren wir die Fülle der Kraft Gottes.

Diese Botschaft des Paulus fordert uns heraus. Sie ist so anders. Und dennoch nimmt sie eine Erfahrung auf, die viele Menschen schon gemacht haben. Wie oft haben wir uns in Zeiten der Not und Schwäche an Gott gewandt und seine Hilfe erfahren? Vielleicht haben wir in den dunkelsten Stunden Trost und Frieden gefunden, der alles Verstehen übersteigt. Vielleicht haben wir durch Unterstützung von Mitmenschen, die unsere Not erreichte, die Liebe Gottes gespürt. Diese Erfahrungen sind Zeichen dafür, dass Gottes Kraft in unserer Schwäche wirksam ist.

Das bedeutet nicht, dass wir passiv unsere Schwächen akzeptieren und uns unserem Schicksal ergeben sollen. Im Gegenteil, es bedeutet, dass wir aus unseren Schwächen lernen, auf Gottes Stärke zu vertrauen.

Paulus selbst ist ein lebendiges Beispiel dafür. Trotz seiner Schwächen und Leiden war er ein unermüdlicher Diener des Evangeliums. Er reiste durch das Römische Reich, gründete Gemeinden und schrieb Briefe, die bis heute die Christenheit inspirieren. Seine Stärke lag nicht in seiner körperlichen Gesundheit. In unserem Predigttext berichtet Paulus, dass er Gott mehrmals intensiv angefleht hat ihn gesund zu machen, so dass er den «Stachel im Fleisch» oder das «Hämmern des Engels des Satans» nicht mehr spürt. Paulus meinte, so wie wir heute, gesund sei er für Gott ein besserer Diener. Gott hat ihn nicht gesund gemacht, sondern seine Schwäche genutzt. Die Antwort Gottes war nämlich: «Lass dir an meiner Gnade genügen. Meine Kraft ist in dem Schwachen mächtig!»

Die Stärke und der Erfolg des Paulus lag darin, dass er seine Krankheit und seine Schwächen angenommen hat und sein Vertrauen auf Gottes Kraft gesetzt hat.

Und so ist Paulus uns ein gutes Beispiel. Wir müssen Schwächen nicht als Hindernisse ansehen, sondern als Gelegenheit, Gottes Kraft in unserem Leben zu erfahren. Denn wenn wir schwach sind, können wir durch die Kraft Gottes stark sein.

Möge Gott uns die Weisheit schenken, unsere Schwächen anzunehmen und die Kraft, seine Stärke in uns wirken zu lassen.

Amen.

 Bild: Kornith_2 Wikipedia

Querflöte von Bevani

https://www.youtube.com/watch?v=nioSbpxlDzY

 GEBET und VATERUNSER

 Gott,
Du Schöpfer und Gärtner,
Du liebst und teilst.
Wir bitten Dich für die Opfer von Flucht und Fluten,
von grosser Hitze und Dürre.

Für Opfer von Kriegen, Hass und Ungerechtigkeit.

Schenk Mitleid, Mitdenken, Mithelfen,
wo Politik und Planungen und Hoffnungen versagen.
Erbarme dich Herr!

 Gott,
Du Richter und Retter,
Du unterscheidest und hilfst.
Wir bitten Dich für Menschen in Verantwortung.
Für alle an den Schulen, Kindergärten und Ausbildungsstätten,
für alle, die Regeln aufstellen und durchsetzen.
Schenk Augenmaß und Unterstützung,
wo Regeln und Rechnungen und Anstand versagen.

Erbarm dich Herr!

 Gott,
Mutter und Vater,
Du tröstest und trägst.
Wir bitten Dich für Menschen, die krank sind.
Für die Pflegenden und Heilenden.
Für alle in den Krankenhäusern und Pflegestationen.
Schenk Geduld und Fantasie,
wo Rezepte und Maßnahmen und Erfahrung versagen.

Erbarm dich Herr!

Gott, Du Lebendiger,
Wort, Gebet, Singen und Stille haben wir geteilt.

Hoffnung und Erfahrung,
und in alledem dich
ewiges Zuhause.

 In der STILLE bringen vor dich, was unser Herz bewegt,

 STILLE

 VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 Wir SINGEN: «Mögen sich die Wege vor deinen Füssen ebnen»

https://www.youtube.com/watch?v=YLZBKsSosCw

 1) Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen,
mögest du den Wind im Rücken haben,
und bis wir uns wieder sehn, und bis wir uns wieder sehn,
möge Gott seine schützende Hand über dir halten.

2) Möge warm die Sonne auch dein Gesicht bescheinen,
Regen sanft auf deine Felder fallen,
und bis wir uns wieder sehn, und bis wir uns wieder sehn,
möge Gott seine schützende Hand über dir halten.

SEGEN

Der Herr segne und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

Amen

 Verabschiedung:

Herzliche Einladung

Am Dienstag, 2. Juli, zum Bibelgespräch um 10.15 Uhr

Am Donnerstag, dem 3. Juli, zum Forum «Gemeinsam älter werden». Vortrag von Pfrin Hanna Kandal «Interreligiöser Frauendialog zwischen Islam und Christentum». Wenn möglich, bitten wir um Anmeldung im Sekretariat.

Am Sonntag, den 7. Juli, zum Gottesdienst für alle Generationen mit Tauferinnerung und Feriensegen.

Am Sonntag, 15. September 2024, findet der BELK-Gemeindetag in Bern statt. Nähere Informationen sind im Gemeindebrief oder der Internetseite zu finden. Anmeldungen bitte bis am 15. Juli ans Sekretariat der Luther-Kirche Zürich.

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Wir danken allen, die mit unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft, und wir wünschen allen eine schöne und behütete Sommerzeit weiterhin!

Bleiben wir zuversichtlich. Gott ist da.

Herzliche Grüsse nach nah und fern!

Marion Werner mit Thomas Risel

 

MUSIK – wir schliessen mit Musik und Tanz   

https://www.youtube.com/watch?v=qMG1BXo8Asg