Gottesdienste aus dem Archiv

Unsere Sonntagsgottesdienste sowie Abendgebete für Mittwoch und Samstag finden Sie auf dieser

Seite. Es ist möglich, die Texte auch per WhatsApp und Email zu bekommen, wenn uns die Nummern bzw. Emailadressen gesendet werden. 

Wir laden ein zu einer gemeinsamen Gebetszeit:

LUTHER GEBET für SAMSTAG, den 12. September 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

Ich öffne mich für dich Gott.

Erfülle mich mit deiner Gegenwart.

Man sagt: «Menschen, die aus Hoffnung leben, sehen weiter.

Menschen, die aus der Liebe leben, sehen tiefer.

Menschen, die aus dem Glauben leben, sehen alles in einem anderen Licht» (Lothar Zernetti)

So lass in mir wohnen Gott, Glaube, Liebe und Hoffnung,

damit ich die Welt und mein Leben in deinem Licht sehen kann.

Amen.

Wir LAUSCHEN: Fritz Mader, der Leiter des Gospelchores, der seit vielen Jahren in unserer Luther-Gemeinde singt, ist Teil einer acapella Gruppe. Heute Abend hören wir 2 Stücke seiner Band INVIVAS

Stevie Wonder Medley (Live Acapella Cover): https://www.youtube.com/watch?v=Foqtlq60z18

MEDITATIONIch muss mich ändern, nicht den anderen.

Heute möchte ich Ihnen einen Text eines Kollegen aus Tübingen vorlesen, Thomas Steiger: «Lange habe ich gedacht: Ich muss meine Mutter erziehen. Sie dahin bewegen, dass sie sich verändert, und wir uns dann weniger in die Haare kriegen. Gerade so wie sie das immer und immer wieder mit mir versucht hat, auch als ich schon längst erwachsen und aus dem Haus war. Dass wir uns gestritten haben und in vielem nicht einer Meinung waren, fand ich in Ordnung. Aber es war auch anstrengend. Zumal es für mich um etwas Grundlegendes dabei ging: Wie bin ich in den Augen meiner Mutter ein guter Sohn? Diese Frage stand immer im Raum. Und ich habe sie zu beantworten versucht, indem ich meiner Mutter die Frage verbieten wollte. Das klingt vielleicht paradox, aber ich hab mir gedacht: Wenn sie mich erziehen will, dann versuch ich das umgekehrt genauso. Wenn sie einen anderen aus mir machen will, dann hab ich das gleiche Recht. Nur hat das natürlich nicht funktioniert. Im Gegenteil: Je mehr wir uns so ineinander verkantet hatten, desto schwieriger wurde unser Miteinander.

Heute ist das Gott sei Dank anders. Und ich weiß auch wieso. Wir haben es aufgegeben, den anderen zu dem Sohn, der Mutter machen zu wollen, die wir uns vorgestellt/gewünscht hatten. Wir „basteln“ nicht mehr am anderen herum, sondern haben akzeptiert, dass es da auch Verhaltensweisen und Charaktermerkmale gibt, die sich nicht ändern werden, auch wenn sie uns (nach wie vor) nicht gefallen. Ich denke, wir haben im Laufe der Jahre verstanden: Wenn wir nicht aneinandergeraten wollen, dann müssen wir etwas bei uns selbst ändern. Zum Beispiel, wie wir auf eine Sache reagieren, die uns immer geärgert hat. Meistens geht es ohnehin nicht um Weltbewegendes. Meine Mutter zum Beispiel braucht viel Sicherheit, sonst wird sie unruhig und macht alle um sie herum verrückt. Ihr dieses Gefühl von Sicherheit nicht zu geben, hat immer nur zum Gegenteil geführt: Noch mehr Aufregung! Also zeige ich ihr unter allen Umständen, dass sie sich auf mich verlassen kann. Das ist meistens ganz einfach. Es erfordert von mir nur eine kleine Änderung in meinem Verhalten und schon geht es besser. Ohne dass ich mich dabei verbiegen oder mein „Ich“ aufgeben müsste».

 

GEBET

Jesus Christus,
wenn du keine Hoffnung gibst,
wo sollen wir sie dann suchen?
Wenn du nicht vorbeikommst,
nach wem sollen wir sonst Ausschau halten?

Komm, Jesus Christus, sprich zu denen,
die sich nach Hoffnung verzehren.
Verwandele mit deiner Gegenwart die Orte ohne Trost:
Moria,
die ungezählten Lager, in denen Flüchtlinge zu überleben versuchen,
die Foltergefängnisse der Diktatoren,
die Hütten der Verarmten und Hungernden.
Komm und kehre dort ein,
wo unser Trost nicht ankommt.
Kyrie eleison.

Komm, Jesus Christus, sprich zu denen,
deren Schmerzen nicht enden.
Heile durch deine Gegenwart die Leidenden:
die Kranken, denen unsere Medizin nicht hilft,
die Infizierten und alle, die sie pflegen,
die Einsamen und die Trauernden.
Komm und kehre dort ein,
wo wir nicht heilen können.
Kyrie eleison.

Komm, Jesus Christus, sprich zu denen,
die in dieser Welt Einfluss haben.
Bekehre durch deine Gegenwart alle,
die sich ihrer Macht sicher sind:
die Herrscher,
die, die über Waffen verfügen,
diejenigen, die über andere urteilen
und die, auf deren Meinung gehört wird.
Komm und kehre dort ein,
wo unser Glaube keine Rolle spielt.
Kyrie eleison.

Komm, Jesus Christus,
und kehre in den Häusern der Kleinen ein,
bei denen, die dir vertrauen und auf dich hoffen,
Komm, Jesus Christus,
in unsere Häuser.
Sprich zu deiner Gemeinde –
hier und überall,
heute und alle Zeit.

Was uns persönlich wichtig ist, unser Leben und die Menschen, die wir lieben, bringen vor dich in der Stille:

STILLE

All das, für das ich jetzt gerade keine Worte finde, lege ich in das Gebet, das Jesus selbst und gelehrt hat.

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Herr segne und behüte dich

Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.

Amen

Wir LAUSCHEN Invivas: Disney Medley (Acapella):

https://www.youtube.com/watch?v=ai6oxERe3gU

 

LUTHER GEBET für MITTWOCH, den 9. September 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

Es ist Abend geworden Gott.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,

so lass uns hören jenen vollen Klang

der Welt, die unsichtbar sich um uns weiter,

all deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,

erwarten wir getrost, was kommen mag.

Gott ist mir uns am Abend und am Morgen

Und ganz gewiss an jedem neuen Tag

(Dietrich Bonhoeffer)

 

Wir SINGEN oder LAUSCHEN das Lied: Von guten Mächten wunderbar geborgen

Es singt Siegfried Fietz, der 1970 die Worte Bonhoeffers vertont hat.

https://www.youtube.com/watch?v=aN7dGz6NH5M

MEDITATION: Seel-Sorge

Eine junge Frau hat mir ihr Herz ausgeschüttet. Einfach so. Sie hat mich nach dem Gottesdienst abgepasst und gefragt, ob ich ein paar Minuten Zeit für sie hätte. Dann hat sie erzählt. Von der Schule, und was ihr da Sorgen bereitet. Wie sie sich die Zeit danach vorstellt und dass sie noch nicht weiß, was sie später einmal machen soll. Wie sie in der Familie zurechtkommt, mit ihren Freundinnen, und wo es Schwierigkeiten gibt. Übers Verliebtsein haben wir gesprochen und jugendlichen Leichtsinn. In kurzer Zeit waren fast alle wichtigen Fragen, die sie beschäftigen, auf dem Tisch. Und ich durfte etwas dabei helfen, die einzelnen Fragen und Sorgen einzuordnen. Nach zwanzig Minuten waren wir fertig mit unserem Gespräch. Mit freiem Blick und wohl auch ein bisschen erleichtert hat die junge Frau sich von mir verabschiedet. Und ich dachte: Was habe ich doch für einen wunderbaren Beruf! Dass ein Mensch so viel Vertrauen zu mir hat. Dass ich zuhören darf und Rat geben und helfen kann, Lasten leichter zu machen.

Es ist doch genau das, was viele Menschen suchen. Und selten genug finden. Klar, man kann zu einem Psychotherapeuten gehen oder in eine Beratungsstelle. Wie gut, dass es die gibt. Aber nicht immer ist so ein großer Schritt das Richtige, bei dem es dann gleich um eine längere Begleitung geht, die finanziert und geplant werden muss.

Manchmal braucht es nur ein Gespräch, ein offenes Ohr, das Herz eines anderen, der genau dafür da ist. Als Pfarrerin ist mir das von Anfang an wichtig gewesen und im Laufe der Jahre immer wichtiger geworden. Und das hängt auch damit zusammen, dass ich bei vielen Menschen gespürt habe, dass sie so etwas suchen. Ich glaube, dass der Bedarf nach echter Seel-Sorge immens groß ist, und unter den Bedingungen von Corona wichtiger denn je. Nachdem wir nun seit über 6 Monaten mit der Pandemie unterwegs sind, machen sich Müdigkeitserscheinungen bemerkbar. Wenn man am Anfang noch dachte, «Wir schaffen das! Wir bleiben stark und halten zusammen, damit es uns allen gut geht.», so merke ich an der Stimmung unter den Menschen immer mehr, dass wir müde werden. Alle Schutzkonzepte, die Planungsunsicherheit, die Auflagen und die Länger der Zeit, die Unabsehbarkeit des Endes macht uns müde. Es macht frustriert. Es macht Sorgen. Es macht auch Angst.

Luther hat vom «Priestertum aller Gläubigen» gesprochen. Unter anderem heisst das, wir sollen uns, jede und jeder von uns, mit unseren Gaben in der Gemeinde einbringen. Sicher braucht es für manche Aufgaben in der Kirche jemanden der in Theologie und pfarramtlichem Dienst ausgebildet ist. Wenn es um das einander im Alltag Zuhören geht, können alle – zumindest die meisten von uns – mitmachen.

Besonders in dieser Pandemiezeit bitte ich euch alle, ruft einander an. Fragt einander wie es euch geht, bleibt ehrlich interessiert aneinander. Ich weiss, dass wir dafür eigentlich keine Zeit haben. Aber sich mal eine viertel oder halbe Stunde Zeit füreinander nehmen tut beiden Seiten gut. Und bei so einem Gespräch geht es nicht hauptsächlich darum, die Probleme des anderen zu lösen. Es geht zuerst darum für die Gedanken und Gefühle, die Sorgen und Freuden des Gesprächspartners oder der Gesprächspartnerin einen Raum zu schaffen. Für einige Minuten können Gedanken und Gefühle, wenn ich sie ausspreche, in dem Raum zwischen den Gesprächspartnern wie in eine Schale abgelegt werden. Das schafft Erleichterung. Und manchmal sieht man das, was vor einem in der Schale liegt, mit anderen Augen und weiss dann wie es weiter geht.

Meine Einladung und Bitte heute Abend, sorgt aufeinander, nehmt euch für andere einige Augenblicke Zeit, hört einander zu. Der Weg, den wir zu noch zu gehen haben, ist lang.

Christus spricht: «Siehe ich bin bei dir alle Tage bis ans Ende dieser Welt».

Amen

GEBET

Barmherziger Gott,

führe mich immer wieder neu in Deine Nähe.

Zeige mir, was Du willst, für mich, für diese Welt, und hilf mir, in Deinem Namen zu beten.

Schenke Nähe für die, die mit Angst in dieser Zeit leben, mit all ihren Ungewissheiten.

Sei nah denen, die krank sind an Leib oder Seele, die sich einsam fühlen.

Gib uns allen Kraft, die Herausforderungen dieser Zeit immer wieder neu angehen zu können.

Und gib uns Zuversicht, für schöne Momente der Freude an diesem Spätsommer, guten Zusammenhalt, Frieden in der Welt und bei uns zuhause.

Sei mit denen, die Opfer werden, Opfer dieser Pandemie, Opfer von Unterdrückung, Opfer von Angst, Opfer von Gewalt, Opfer der Klimaveränderung.

Lass uns in Deinem Namen gut, fürsorglich, solidarisch miteinander umgehen.

Segne uns und lass uns selbst ein Segen sein.

Was uns persönlich wichtig ist, unser Leben und die Menschen die wir lieben, bringen vor dich in der Stille:

STILLE

All das, für das ich jetzt gerade keine Worte finde, lege ich in das Gebet, das Jesus selbst und gelehrt hat.

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten

Gott sei mir dir,

wenn es Abend wird,

dass du dankbar zurückschauen kannst

auf die Last und die Lust des vergangenen Tages

und gewiss sein kannst,

dass nichts vergeblich war.

So segne und behüte dich Gott,

der allmächtige und barmherzige,

Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Amen

Wir LAUSCHENhttps://www.youtube.com/watch?v=4uScLjol0mA «Er will dich segnen»

Gottesdienst am 13. Sonntag nach Trinitatis am 6.9.2020 in der Kirche Unterstrass (mit Begrüssung des neuen Konfirmandenjahrgangs) zum Mitfeiern zuhaus und zum Nachlesen:

Gottesdienst 13. n. Trin. 6.9.2020 Kirche Unterstrass mit Begrüssung Konfirmanden

Luther Gebet Samstag 5. September 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Wir wollen uns zum Gebet sammeln.    

UNS BEREIT MACHEN

Wir wollen zur Ruhe kommen, ein Licht anzünden, das uns hilft,

uns für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

Amen

Tageslosung für Samstag, den 5. September 2020

HERR, du bist der Armen Schutz gewesen in der Trübsal, eine Zuflucht vor dem Ungewitter, ein Schatten vor der Hitze, wenn die Tyrannen wüten.

Jesaja 25,4

Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden: Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut.

Offenbarung 2,8-9

Musik: „Knockin on heavens door“ (Bob Dylan), gesungen von Avril Lavigne

https://www.youtube.com/watch?v=o_5-Kf2CrLc

Anklopfen an der Himmelstür:

Unser Gebet, christlich gesehen, richtet sich an unseren Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde und den Vater Jesu Christi und die Kraft des Heiligen Geistes.

Das Gebet als Gespräch mit Gott, wo wir alles sagen und auch schweigen können, loben, danken, bitten: das eint uns mit allen Religionen dieser Erde.

8 Religionen sind in ihm versammelt, vom Buddhismus über den Islam und das Judentum bis zum Shivaismus Hinduismus und den christlichen Glauben: im Haus der Religionen in Bern, wo wir heute mit Jugendlichen unserer Gemeinde zu Gast waren. Wir besuchten einen hinduistischen Tempel, einen christlichen und einen buddhistischen Gebetsraum und hatten ein feines ayurvedisches Essen.

Unterschiede zu anderen Religionen sowie Gemeinsamkeiten fielen dabei auch deutlich auf. Gemeinsam sind uns Gebet, Feste feiern, eine Vorstellung vom Leben nach dem Tod und der Ewigkeit und auch bestimmte Rhythmen im Jahr.

Unterschiede gibt es in der Stellung und Achtung von Mann und Frau, Vorstellungen von vielen Göttern für verschiedene Anlässe und Situationen, auch im alltäglichen Leben bei Essen und Trinken zum Beispiel.

Gut, wenn man sich darüber klar wird. Indem ich das andere kenne, lerne ich oft auch, das eigene zu schätzen. Das jeweils andere kennenlernen bedeutet, es zu achten, zu respektieren. „Kein Friede auf der Welt ohne den Frieden der Religionen“, dieses Wort prägte der ökumenische Schweizer Theologe Hans Küng vor vielen Jahren.

So haben unsere Jugendlichen eigene Sätze aufgeschrieben, was und wer für sie Gott ist. Das lesen wir im Gottesdienst vor.

Folgenden Aussagen stimmten sie auch zu, und wir selbst können überprüfen, wie unsere Einstellung dazu ist:

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott erfunden ist, wo doch die Religion über die ganze Welt verteilt ist.“

„Ich glaube an Gott, denn irgendeiner muss doch alles gemacht haben.“

„Ich glaube dass jeder Mensch von einer höheren Macht begleitet wird, die ihn beschützt.“

So lasst uns nun – im gleichen Geist und im gleichen Willen vereint – in einem Augenblick der Stille beten, dass uns Hilfe zuteil wird für diese gewiss schwierigen Zeiten. 

Musik: Bob Dylan – Knocking On Heavens Door Instrumental

https://www.youtube.com/watch?v=8kp4ei5TYBA

Gebet der Hinduistischen Gemeinschaft

Oh anbetungswürdiger Gott

voll Barmherzigkeit und Liebe,

Gruss Dir, in Demut gebeugt.

Sein ist dein Wesen, Wissen und Seligkeit.

Allgegenwärtig bist Du, allmächtig, allwissend.

Im Innern aller Wesen wohnst Du.

Gib uns ein verstehendes Herz,

die rechte Einsicht, ausgeglichenes Gemüt,

Vertrauen, Hingebung und Weisheit.

Lege in uns geistige Kraft, Versuchungen zu widerstehen,

und Denken und Wollen zu beherrschen.

Befreie uns von Selbstsucht, Gier, Zorn und Hass.

Fürbitten für das gemeinsame Gebet der Religionen

O Gott, es gibt vieles, das ich nicht weiss. Es gibt vieles, das ich nicht durchschaue. Es gibt vieles, das ich nicht in der Hand habe.

Wenn ich mich ohnmächtig fühle, will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen, dass ich nicht das Ganze bewältigen muss, sondern das tun kann, was mein Part ist.

Wenn ich verunsichert bin, will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen, dass ich nicht alleine bin und dass unsere Weisheit gemeinsam reicher ist.  

Wenn ich Angst habe, will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen, Gott, dass ich nicht aus deiner Nähe herausfalle, sondern dass dein Geist mir nahe ist.

Was ich weiss, ist: Mein Leben und meine Liebe und meine Würde reichen so viel weiter als das, was ich leisten oder tun kann.

Was ich sehen kann, ist: nach jedem Winter kommt der Frühling und neues Leben wächst.

Was ich kann, ist tief durchatmen und dieser Welt dann und wann Liebe geben, die sie so dringend braucht.

Gott, hilf mir, in aller Gebrochenheit auch für andere sorgen zu können. Lass mich Vorsicht walten lassen. Stärke mein Vertrauen.

Amen.

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Segen Gottes ist die Liebe, die uns miteinander verbindet.
Der Segen Gottes ist die Phantasie, die uns bereichert,
und der Friede, der uns zufrieden miteinander leben lässt.

Der Segen Gottes ist die Sorge, die uns sorgsam macht und uns wach hält,
die Kraft, die uns das Leid bekämpfen lässt.

Der Segen Gottes ist die Gemeinschaft unter uns / und mit Gott, / die uns trägt.

Der Segen Gottes ist die Zuversicht und der Glaube an uns selbst / und die Hoffnung auf Gott, der uns zur Vollendung führen wird.

Dieser Segen Gottes, der uns erschaffen hat,
der uns erlöst hat und der alles durchwirkt und belebt,
komme auf uns und bleibe bei uns.

Amen.

Musik: Verleih uns Frieden gnädiglich“ Felix Mendelssohn, „Gebet nach Lutherschen Worten“ für Chor und Orchester, WoO 5, 1831.

https://www.youtube.com/watch?v=m7gectXcDk4

Luther Gebet Mittwoch 2. September 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Wir wollen uns zum Gebet sammeln.    

UNS BEREIT MACHEN

Wir wollen zur Ruhe kommen, ein Licht anzünden, das uns hilft,

uns für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

Amen

Verse aus dem Wochen-Psalm 147(kann zuhaus im Wechsel gemeinsam gelesen werden)

Gottes Walten in Schöpfung und Geschichte

1 Lobet den HERRN! / Denn unsern Gott loben, das ist ein köstlich Ding, ihn loben ist lieblich und schön.

2 Der HERR baut Jerusalem auf und bringt zusammen die Verstreuten Israels.

3 Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.

4 Er zählt die Sterne und nennt sie alle mit Namen.

5 Unser Herr ist gross und von großer Kraft, und unermesslich ist seine Weisheit.

6 Der HERR richtet die Elenden auf und stösst die Frevler zu Boden.

7 Singt dem HERRN ein Danklied und lobt unsern Gott mit Harfen,

8 der den Himmel mit Wolken bedeckt / und Regen gibt auf Erden; der Gras auf den Bergen wachsen lässt,

9 der dem Vieh sein Futter gibt, den jungen Raben, die zu ihm rufen.

11 Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen.

12 Preise, Jerusalem, den HERRN; lobe, Zion, deinen Gott!

13 Denn er macht fest die Riegel deiner Tore und segnet deine Kinder in deiner Mitte.

14 Er schafft deinen Grenzen Frieden und sättigt dich mit dem besten Weizen.

15 Er sendet seine Rede auf die Erde, sein Wort läuft schnell.

19 Er verkündigt Jakob sein Wort, Israel seine Gebote und sein Recht.

20 So hat er an keinem Volk getan; Halleluja!

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,

wie es war im Anfang, jetzt und allezeit, und in Ewigkeit.

Amen.

Lied:  „Meine Hoffnung und meine Freude“

Audio-Player

Gestern war der 1. September. Vor 81 Jahren fielen deutsche Truppen im Nachbarland Polen ein. Mit dem Angriff am 1. September 1939 gelang Hitlers erster und lang geplanter Schachzug im Eroberungsfeldzug um Europa. Der Überfall auf Polen wurde als Blitzkrieg bewundert. Doch tatsächlich führten die deutschen Truppen einen Vernichtungsfeldzug, der Tausende Ziviltote forderte. Mit dem Einmarsch in Polen begann Hitler den Zweiten Weltkrieg.

Durch einen angeblichen Überfall Polens auf den Rundfunksender Gleiwitz in Schlesien rechtfertigte er seinen Feldzug. Doch der fingierte Überfall war schlicht Propaganda.     „Seit 5:45 Uhr wird zurückgeschossen.“

Ein Satz, der noch sehr lange nach seinem Ausspruch ein Symbol für Zerstörung und Leid ist. Adolf Hitler sagte ihn in seiner Rede vor dem deutschen Reichstag am 1. September 1939. Die „Wochenschau“ und Rundfunksender übertrugen die wütende Ansprache des Führers.

Hitlers Rede war eine Lüge. Im Herbst 1939 besetzten die sowjetischen und deutschen Truppen Polen nahezu komplett.

Der Zweite Weltkrieg dauerte sechs Jahren und kostete mehr als 50 Millionen Menschen das Leben.

Am Samstag waren wieder Reichkriegsflaggen am Deutschen Reichstag zu sehen.

 

September 2020 Monatsspruch

„Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat.“  (2.Korintherbrief 5,19)

In der Luther-Übersetzung 2017: „Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber (und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung)“.

Der Apostel Paulus wusste selbst genau und erfuhr es am eigenen Leibe, wie schwierig Versöhnung ist.

Was Versöhnung für uns im persönlichen Leben, im Miteinander bedeuten kann:

ein mehr als sich Vertragen, ein Verzeihen mit Konsequenzen, eine Geste, die auch manchmal einfach überraschend versöhnlich wirkt;

das ist oft im Leben eine der schwierigsten Dinge und Verhaltensweisen: verzeihen, vergeben, versöhnen. Der Streit in der Familie, der eskaliert ist. Zwischen Eltern und (erwachsenen) Kindern, zwischen Geschwistern. Manchmal zieht sich das über Jahre hin und kaum ein Schritt aufeinander zu ist möglich. „Mit dem bin ich fertig…“. „Was sie mir damals angetan hat, dass ist nicht zu verzeihen…“

Gerade in diesen Zeiten durchzieht es auch unser gesellschaftliches Leben. In der Corona-Krise treffen immer mehr unversöhnte Gegensätze aufeinander: „ist das wirklich denn so schlimm? Wollen wir die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft lähmen?“ Ältere Menschen und Risikogruppen fühlen sich ausgegrenzt gegenüber den jüngeren, die (angeblich) weniger gefährdet sind. Und manche Politiker stacheln die Stimmung an.

Oder die Protestbewegung „Black Lives Matter“, jetzt von den USA aus auch bei uns sichtbar geworden: ein lauter Schrei nach Gerechtigkeit und Versöhnung für alle Menschen, unbesehen von Herkunft, Religion, Bildung und sozialem Status.

Martin Luther King hat es auf den Punkt gebracht: „Wir haben gelernt, wie die Vögel zu fliegen, wie die Fische zu schwimmen; doch wir haben die einfache Kunst verlernt, wie Brüder zu leben.“

Einer macht uns das aber vor: „Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat.“

Wie Schwestern und Brüder versöhnt leben zu können, bleibt eine Sehnsucht in allen Menschen. Eine versöhnte Menschheit, in der Menschen die Würde zuerkannt wird, die sie von Gott erhalten haben.

Verzeihen, Versöhnen ist die Folge von Gottes Tun gegenüber der Menschheit: als Christenmenschen sehen wir die Kraft der Versöhnung tief in unserem Glauben verwurzelt. In Jesus Christus ist sie uns mit Gott geschenkt worden. Von der Verlassenheit des unversöhnten Kreuzes, ein grausamer Tod, bis zum vollkommenen Identifizieren mit diesem Christus als eines Lebendigen, Auferstandenen, vom Tod zum Leben: so vollzieht Gott dieses Werk der Versöhnung. Nicht Gott muss durch uns versöhnt werden, wie in der mittelalterlichen Theologie bis heute. Sondern: „Der Mensch muss versöhnt werden, nicht Gott.“ (Hans Küng, Christ sein).

Das griechische Wort für versöhnen „katalassein“ hat die Grundbedeutung ‚verwandeln‘. Verwandlung hat aber nicht Gott nötig, sondern die Welt und der Mensch.

Gott nimmt uns Menschen in Christus unsere Unversöhnlichkeit, spricht uns davon frei und schenkt uns seinen Frieden. Als mit Gott versöhnte Menschen sind wir frei, unseren Mitmenschen und der Welt Versöhnung anzubieten und friedlich mit ihnen zu leben.

Im folgenden Vers 20 macht Paulus diese Bewegung Gottes zum Menschen vollständig:

20 So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!“

Lied: „So ist Versöhnung, so muss der wahre Friede sein“

Gebet:

„Im Übrigen meine ich,

dass Gott uns alle schützen möge auf unserem langen Weg zur Versöhnung mit allen Menschen…

Er möge von seiner Heiterkeit ein Quäntchen in uns hineinpflanzen, auf dass sie bei uns wachse, blühe und gedeihe, und wir unseren Alltag leichter bestehen….

und dass er uns fähig mache, weiterhin zu glauben an seine Welt…“                     (Hanns Dieter Hüsch)

Gott, wir danken dir für diesen Tag, für unsere Zeit, für unsere Erde, die du aus Liebe geschaffen hast und die uns trägt und nährt.

Wir danken für dein Wort und Werk des Friedens, der Verständigung und Versöhnung: zwischen Dir und uns, und für unser Miteinander.

Wir bitten Dich um Frieden auf dieser Welt und bei uns zuhaus. Dass Dein Wort und Deine Tat der Versöhnung Wirkung zeigt in unsere, Leben und Handeln.

Wir bitten Dich auch für alle, die Leid erfahren an Körper und Seele, durch die Folgen der Pandemie, durch die Folgen des Klimawandels, durch Streit und Unfrieden zwischen uns und auf unserer Welt. Dass die Kraft Deines Wortes und Deiner Liebe siegt und das letzte Wort behält.

Wir vertrauen darauf, dass du uns und diese Welt in deiner Hand hältst und zur Versöhnung und Vollendung führst durch deinen Sohn Jesus Christus, unseren Herrn und Bruder. Auf dem Weg in Dein Reich beten wir, immer wieder neu, mit seinen Worten:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN

Gott segne die Erde, auf der wir stehen.

Gott segne die Wege, die wir gehen.

Gott segne Dich mit seinem Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

Amen.

Herzlich willkommen zum Gottesdienst am 12. Sonntag nach Trinitatis, 30. August 2020:

Gottesdienst 12n Trin 30.08.20 Kirche Unterstrass ZH

LUTHER GEBET für SAMSTAG, den 29. August 2020

Herzlich willkommen zu unserem Abendgebet am Samstag. Begrüssen möchte ich sie mit einem Wort von Kurt Marti, dem berühmten Schweizer Theologen und Dichter.

Gott, ehe wir Dich suchten, warst Du da.

Bevor wir Dich Vater riefen,

hast Du uns als Mutter umsorgt.

Beugten wir die Knie vor Dir, dem Herrn, kamst Du als Bruder entgegen.

Beschworen wir Deine Brüderlichkeit, erging die Antwort schwesterlich.

Immer bist Du es, der vorher war; allwärts bist Du es, der begegnet.

Amen

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Wir LAUSCHEN Yo-Yo Ma – „Meditation“ (J.Massenet)

https://www.youtube.com/watch?v=4JLWSdRvGwY

Herr, ich halte dir meine Hände hin,

alles, was sie heute in die Hand genommen haben,

alles, was mir gelungen und misslungen ist.

Ich halte dir die Menschen hin, denen ich heute die Hand gereicht habe,

und die, denen ich sie verweigert habe.

Ich halte dir hin, was ich geformt und gestaltet habe

und was mir aus der Hand geglitten ist.

Ich halte dir in meinen Händen diesen Tag hin, so wie er war.

Ich verzichte darauf, zu beurteilen und zu bewerten, was war.

Ich überlasse dir das Urteil.

Ich vertraue dir, dass du alles verwandeln kannst, was heute war.

Ich übergebe dir den Tag.

Manchmal hatte ich das Gefühl,

dass mir alles zwischen den Fingern zerrinnt, dass der Tag nur Stückwerk war.

Füge du zusammen, was zerstückelt ist.

Ich lege meinen Tag und alles, was ich heute in die Hand genommen habe,

in deine guten und zärtlichen Hände.

Halte du deine schützende Hand über mich.

Lass mich heute Nacht in deiner guten Hand geborgen sein.

Du hast deinen Namen in meine Hand geschrieben und meinen Namen in deine Hand.

So lass mich in dieser Hand spüren, dass ich in dir bin und du in mir.

In dir darf ich nun ruhen.

Und du wirst bei mir und in mir sein, wenn ich nun schlafe.

Lass dein Licht in meinem Herzen leuchten,

wenn ich mich nun der Dunkelheit der Nacht anvertraue.

Und halte deine schützende Hand über meine Familie und über alle, die mir lieb sind.

Amen

Ein Gebet von Anselm Grün

 

Wie SINGEN oder LAUSCHEN

https://www.youtube.com/watch?v=t4Svh-9ohg4

Bless the Lord, my soul, and bless God’s holy name.
Bless the Lord, my soul, who leads me into life.

Preise den Herrn, meine Seele, und preise seinen heiligen Namen.

Preise den Herrn, meine Seele, er führt mich in das Leben

MEDITATION

Liebe Gemeinde,

in dieser Woche bin ich an einem kleinen Stückchen Papier hängen geblieben. Ich weiss nicht zu welchem Buch es gehört und auch nicht wer es geschrieben hat. Darauf stehen die englischen Worte: «Verliebe dich! Verliebe dich in das Auf-dich-selber-achtgeben. Verliebe dich in den Weg der inneren Heilung. Verliebe dich darin, die beste Version deiner Selbst zu werden. Aber tu das mit Geduld, mit Barmherzigkeit und mit Respekt für deinen Weg» und deine Geschichte.

Verliebe dich in das «Auf-dich-selber-achtgeben» – dieser Satz hat mich bewegt. Das Doppelgebot der Liebe «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst» ist zutiefst christlich. Dennoch sind wir im Leben weniger mit der Sorge um uns selbst beschäftigt, als damit unseren Pflichten nachzukommen, Pflichten und Aufgaben, die meistens die anderen im Blick haben, egal ob am Arbeitsplatz, in der Familie, im Haushalt, im Verein oder anderswo. Dabei hat Jesus ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es eine gesunde Balance geben muss, zwischen der Liebe für die Anderen und auch für mich selbst. Achtung für mich und Achtung für meinen Nächsten muss ausgeglichen sein.

Sehe ich auf meinen Alltag, so bin ich gut organisiert. Ich habe meinen Wochenplan und Tagesplan, wo jeweils alles draufsteht, was ich machen muss. Ich plane mir da auch mal eine Kaffeepause oder einen Spaziergang ein, oder einfach einige Minuten die Rigi, unseren Hausberg, ansehen ein. Damit ich es nicht vergesse. Oft drängt sich jedoch Mitten am Tag noch eine andere Pflicht auf meine To-Do Liste. Und sie verdrängt dann das Treffen mit einer Freundin oder die Minuten der Ruhe, die ich mir gerne genommen hätte. Vielleicht geht es Ihnen ja auch so. «Verliebe dich in das Auf-dich selber-achtgeben». In der Liebe und besonders im Verliebtsein ist viel Begeisterung und Aufwind und Kreativität und Energie drin. Es macht glücklich und schenkt einem Flügel.

Ich nehme mir vor, dass die persönlichen Minuten, die mir guttun, nicht mehr so leicht aus meinem Alltag verdrängt werden. Ich möchte mich daran erfreuen und sie geniessen. Und für die neuen Pflichten, die sie verdrängen könnten, eine andere Lösung finden.

Und, ich möchte mit mir und meiner Geschichte, meinem Weg geduldig und barmherzig und auch respektvoll umgehen. So wie Jesus mich das gelehrt hat.

GEBET

Gott, ich danke dir, du hast uns geschaffen.

Du hast mich geschaffen.

Du gabst mir Atmen.

Du hast mich in deine Schöpfung hineingestellt.

Du schenkst mir Menschen, die zu mir gehören.

Du schenkst mir die Achtsamkeit für andere Menschen und mich selbst.

Lass mich das nicht vergessen.

Ich bitte dich Herr,

um neuen Atem für deine Schöpfung

Um neuen Atmen für deine Menschen.

Sie haben Angst. Wir haben Angst.

Wir leiden unter der Ungewissheit dieser Tage.

Wir wissen nicht was kommt.

Höre uns und erbarme dich unser.

Ich bitte dich Gott

um neuen Atmen für alle,

die dem Frieden und dem guten Miteinander in der Welt dienen

Ich bitte dich Herr

um den neuen Atmen für deine Kirche.

Sie braucht dein Wort.

Komme zu uns Gott,

heile, schütze, segne

sprich durch Jesus Christus zu uns

ihm vertrauen wir uns an,

jetzt und alle Tage

Unsere eigene Geschichte, was uns im Herzen bewegt und unsere Gedanken beschäftigt bringen wir zu dir.

STILLE

All das, für das ich jetzt gerade keine Worte finde, lege ich in das Gebet, das Jesus selbst und gelehrt hat.

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Kind Gottes,

Gott stärke deine Wurzeln und gebe dir Halt,

Gott lasse Licht auf dich scheinen und dich leuchten,

Gott komme zu dir und berühre dich mit seinem Segen.

Amen

Geht gesegnet in die Nacht. Gott ist da.

Luther Gebet Mittwoch 26. August 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.    

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze. Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

 

Aus Psalm 145 für die Woche des 1. Sonntag nach Trinitatis:

1 Ich will dich erheben, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich.

2 Ich will dich täglich loben und deinen Namen rühmen immer und ewiglich.

14 Der HERR hält alle, die da fallen, und richtet alle auf, die niedergeschlagen sind.

17 Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken.

18 Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen.

19 Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, und hört ihr Schreien und hilft ihnen. 20 Der HERR behütet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlosen.

21 Mein Mund soll des HERRN Lob verkündigen, und alles Leben lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich.

Musik:

https://www.youtube.com/watch?v=DEDd1KYHu3Q&t=2s

„Gott gab uns Atem, damit wir leben“

Text: Eckhart Bücken     Melodie: Fritz Baltruweit

Eingesungen von Kindern des Kinder- und Jugendchors der Marktkirche Hannover

6 Schritte für eine grüne und gesunde (green and healthy) Welt nach Covid 19 (WHO)

(Übersetzung des folgenden Videos)

2020 hat unser aller Leben auf den Kopf gestellt

Es brachte schreckliche Leiden und Verluste.

Aber es erinnert uns, was uns am meisten angeht, was für uns am wichtigsten ist: die Gesundheit und Sicherheit der Menschen um uns in dieser Welt.

Es zeigt uns auch, was wir riskieren, wenn wir die Balance zwischen Menschen und der Erde gefährden.

und wir können es uns nicht leisten, einfach zurückzukehren zu der Art zu leben, wie es vor der Pandemie war.

Darum hat die WHO jetzt ein Manifest veröffentlicht mit 6 Schritten für eine gesunde und grüne Erholung von Covid 19.

  • die Grundlage aller menschlichen Gesundheit zu fördern und zu schützen. Die Welt der Natur
  • investieren in lebenswichtige, lebensrettende Dienste wie Zugang zu sauberem Wasser, Hygiene und Gesundheitseinrichtungen.
  • Schneller Übergang zu sauberen, erneuerbaren Energien
  • Umstellen auf gesunde und nachhaltige Lebensmittel
  • All unsere Orte und Städte grüner und gesünder machen
  • Wechsel von einer Wirtschaft, die von Profit und Verschmutzung geleitet ist, hin zu einer Ökonomie, die geleitet ist durch Fairness und Wohlergehen aller.

Wir wissen, was zu tun ist. Wir haben die Werkzeige, dies zu tun. Lasst uns zusammenarbeiten, um eine grünere und gesündere Welt zu schaffen.

WHO, Genf, im August 2020

VIDEO:

https://www.youtube.com/watch?v=bi5wM1S1W4A

Fürbittengebet:

Wir danken dir, Gott.

Denn wunderbar sind deine Werke. Die ganze Welt hast du erschaffen:

Die Sonne gibt uns Licht und Wärme, sie lässt das Korn und die Früchte reifen.

Blumen und Tiere, Wälder und Wiesen – alles ist da.

Du gibst uns Menschen Verstand und Phantasie. Wir bauen Häuser und Strassen. Wir können vieles erfinden, was uns das Leben leichter macht, Leben und auch Freude haben lässt.

In Dankbarkeit, aber auch in Sorge um unser Leben und Deine Schöpfung tragen wir unsere Anliegen vor dich hin.

Gott, Schöpfer und Erlöser, wir rufen zu dir:

Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu

    Für alles, was lebt auf der Erde: die Pflanzen, die Tiere und die Menschen, die vielfach unter Ausbeutung und Zerstörung leiden und sich nach Erlösung sehnen.

    Wir bitten besonders für die Menschen, die unter den Folgen von Dürre, Überschwemmungen und anderen Naturkatastrophen betroffen sind.

Stille

    Für die einflussreichen Männer und Frauen in Wirtschaft und Politik, die es in der Hand haben, Weichen zu stellen zugunsten einer lebenswerten Welt für alle Menschen.

    Für Forscherinnen und Forscher in Naturwissenschaft, Medizin und Technik, die vor der Frage stehen, welche Errungenschaften für das Wohl der Menschen und der Umwelt nötig und sinnvoll sind. Gerade auch angesichts der Corona.Krise.

Stille

    Für alle, die sich für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen und dabei mit Rückschlägen und Widerständen rechnen müssen.

    Für die kommenden Generationen: für unsere Kinder, damit sie in einer friedlichen und gerechten Welt gesund und froh aufwachsen.

Stille

    Für uns selber und für alle, die in der Kraft des Geistes Jesu Christi befähigt und beauftragt sind, das Schöpfungswerk Gottes zu ehren und daran mitzuwirken.

Stille

Gott, wir danken dir für unsere Erde, die du aus Liebe geschaffen hast und die uns trägt und nährt. Wir vertrauen darauf, dass du sie in deiner Hand hältst und zur Vollendung führst durch deinen Sohn Jesus Christus, unseren Herrn und Bruder. Amen.

Mit seinen Worten beten wir:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Gott segne die Erde, auf der wir stehen.

Gott segne die Wege, die wir gehen.

Gott segne Dich mit seinem Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

Amen.

Musik: Joseph Haydn, Schöpfung: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“

 

Herzlich willkommen zum Gottesdienst am 11. Sonntag nach Trinitatis,

23. August 2020, gefeiert zuhaus und in der Wasserkirche an der Limmat Zürich:

11. nach Trin. Wasserkirche ZH 23.08. 2020

LUTHER GEBET für SAMSTAG, den 22. August 2020

Herzlich willkommen zu unserem Abendgebet am Samstag.

Wir feiern im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

Leuchte uns entgegen mit deinem Licht,

Gott der Klarheit.

Befreie uns von der düsteren Sicht.

Belebe unsere Welt mit deinen Farben.

Wir bitten nicht um Wunder und Visionen, Gott,

sondern um die Kraft für den Alltag.

Lehre uns die Kunst der kleinen Schritte

und lass uns im Alltag immer wieder deine Spuren erkennen.

Amen

Wir SINGEN oder LAUSCHEN «Bleib bei mir Herr»

https://www.youtube.com/watch?v=6jifqtP9iik

  1. Bleib bei mir, Herr! Der Abend bricht herein.
    Es kommt die Nacht, die Finsternis fällt ein.
    Wo fänd ich Trost, wärst du mein Gott nicht hier?
    Hilf dem, der hilflos ist: Herr, bleib bei mir!

    Wie bald verebbt der Tag, das Leben weicht,
    die Lust verglimmt, der Erdenruhm verbleicht;
    umringt von Fall und Wandel leben wir. 
    Unwandelbar bist du: Herr, bleib bei mir!

    3. Ich brauch zu jeder Stund dein Nahesein,
    denn des Versuchers Macht brichst du allein.
    Wer hilft mir sonst, wenn ich den Halt verlier?
    In Licht und Dunkelheit, Herr, bleib bei mir!

    4. Von deiner Hand geführt, fürcht ich kein Leid,
    kein Unglück, keiner Trübsal Bitterkeit.
    Was ist der Tod, bist du mir Schild und Zier?
    Den Stachel nimmst du ihm: Herr, bleib bei mir!

    5. Halt mir dein Kreuz vor, wenn mein Auge bricht;
    im Todesdunkel bleibe du mein Licht.
    Es tagt, die Schatten fliehn, ich geh zu dir.
    Im Leben und im Tod, Herr, bleib bei mir!

MEDITATION:

„Ich lasse mir meine Freiheit nicht nehmen. Ich will tun und lassen, was ich will.“ Seitdem der erste Schrecken der Corona-Pandemie vorbei ist, hört man das oft.

Viel Diskussion entzündet sich dabei am Tragen der Maske. Sie ist ein Politikum, oder ein Statussymbol – getragen in besonders modischer Aufmachung. Sie wird korrekt getragen oder gar nicht – da sie ein Stein des Anstosses ist. Es gab ja sogar Demonstrationen gegen Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen. Viele fühlen sich dadurch in ihrer Freiheit eingeschränkt. 

Und ganz neu, werden offenbar Ärzte bedrängt, Bestätigungen auszufüllen, die ein Verzicht auf das Maskentragen gesundheitlich begründen. Ja es gibt sogar solche, die das im Internet für Geld anbieten.

Fährt man so wie ich, immer wieder mit dem öffentlichen Verkehr, so sieht man Menschen ohne Masken, Masken, die unter der Nase oder dem Kinn getragen werden. Kommt der Schaffner rein, bietet sich immer das gleiche Bild, Masken werden zurecht gezupft. Ich las von einem Schaffner, der schliesslich gesagt hat: „Wegen mir müssen Sie Ihre Masken nicht aufsetzen. Es geht hier nicht um irgendeine bescheuerte Schikane der SBB, sondern um Ethik. Sie schützen Ihre Mitmenschen und sich selbst. Das nicht zu tun, ist asozial.“

Vor 500 Jahren hat Martin Luther etwas Ähnliches geschrieben,. Im Sommer 1520 kam seine Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ unter die Leute. Bis heute ist das eine der Hauptschriften der Reformation. Was Luther da geschrieben hat, verbreitete sich wie ein Lauffeuer: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr aller Dinge und niemandem untertan“. Luther hat damals von der Freiheit im Glauben geredet. Wer auf Gott vertraut, der muss sich keinem Menschen unterwerfen. Gott hält sein Schicksal in der Hand und kein Mensch kann daran etwas ändern. Luther hatte das in der Bibel gelesen: „Nichts auf der Welt kann uns von Gottes Liebe trennen“ (Rö 8, 38f) Dieser Glaube hat ihn stark und frei gemacht sogar gegen den Kaiser und den Papst aufzustehen und zu sagen: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“

„Ein Christenmensch ist ein freier Herr aller Dinge“: Für Luther hieß das aber ganz und gar nicht: Ich will tun und lassen, was ich will. Er hat in seiner Freiheitsschrift nämlich noch einen anderen Satz daneben gestellt. „Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“ Freiheit hat nämlich mit Verantwortung zu tun und mit Nächstenliebe. Christen tun, was dem Nächsten nützt. Christen tun, was das Zusammenleben besser und das Leben der anderen leichter macht. Dazu nutzen sie ihre Freiheit. Christen sind frei. Aber wenn es für andere wichtig und gut ist, dann sind sie bereit, ihre Freiheit einzuschränken. Denn meine Freiheit endet da, wo die des anderen anfängt. Wenn es für Alte und Kranke, wenn es für das Gesundheitssystem besser ist, dann bin ich bereit, Abstand zu halten und die Hände zu waschen und eine Maske anzuziehen.

Sehr sympathisch waren mir in diesem Sinne die kleinen Handzettel, die ich in einer Fürther Kirche auf den Kirchenbänken fand. Das Foto habe ich Ihnen mitgebracht.

Amen

GEBET:

Barmherziger Gott,

Wir schauen auf zu dir –
voll Vertrauen und voll Ehrfurcht.
Mit allen, die nach dir fragen,
die dich suchen,
die auf dich warten,
beten wir zu dir:
Herr, erbarme dich.

Wir bringen vor dich das Schweigen derer,
die nicht mehr mit Gerechtigkeit oder Rettung rechnen,
die aus Land und Heimat Vertriebenen,
die Enteigneten,
die ihrer Würde beraubten,
die Verachteten und Elenden und Gejagten.
Für sie beten wir zu dir:
Herr, erbarme dich.

Wir bringen vor dich alle, die leiden
und sich nicht wehren können,
die nicht verstehen, was ihnen geschieht,
die Kinder im Krieg,
die Mißbrauchten und Versklavten,
die Mädchen und Jungen, die keine Schule besuchen können,
die nichts anderes kennen als den Hunger und tägliche Gewalt,
die Ungeborenen,
die vor dem stehen, was wir ihnen hinterlassen.
Für sie beten wir zu dir:
Herr, erbarme dich.

Wir bringen vor dich die stummen Klagen derer,
denen niemand helfen kann,
die Kranken ohne Aussicht auf Heilung,
die Sterbenden,
und es ist viel zu früh,
die Mutlosen, die an nichts mehr glauben können,
die in seelischer Not Gefangenen.
Für sie beten wir zu dir:
Herr, erbarme dich.

Wir bringen dir unsere Ängste und Sorgen
um eine Welt voller Spannungen und Gewalt,
um die Schöpfung
am Rand von Menschen gemachten Katastrophen,
um uns selbst,
die wir immer wieder versagen,
die wir vor dir stehen und fragen:
Wer kann vor dir bestehen?
Wer kann wissen, was deine Wege mit uns sind?

Wir werden still vor dir und bringen dir unseren Dank, unsere Bitte, unsere Lieben und unser Leben

(Stille)

Zu dir, Gott,
nehmen wir Zuflucht.
Wir wissen nicht,
wie wir dir gerecht werden können und
wohin deine Wege mit uns gehen.
Doch beten wir,
voll Vertrauen, mit den Worten, die dein Sohn uns lehrte:
VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Herr

voller Liebe wie eine Mutter

und gut wie ein Vater

Er segne dich

er lasse dein Leben gedeihen,

er lasse deine Hoffnung erblühen,

er lasse deine Früchte reifen.

Der Herr behüte dich

er umarme dich in deiner Angst,

er stelle sich vor dich in deiner Not.

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir

wie ein zärtlicher Blick erwärmt,

so überwinde er bei dir, was erstarrt ist.

Er sei dir gnädig

wenn Schuld dich drückt,

dann lasse er dich aufatmen und mache dich frei.

Der Herr erhebe sein Angesicht über dich

er tröste und heile dich.

Er gebe dir Frieden

das Wohl des Leibes,

das Heil deiner Seele,

die Zukunft deinen Kindern.

Amen              

Luther Gebet Mittwoch 19. August 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.    

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze. Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                       

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Militärangehörige desinfizieren das Heiligtum von Christus dem Erlöser, um die Wiedereröffnung in Rio de Janeiro, Brasilien, vorzubereiten. Das Denkmal wird am Samstag mit reduzierter Kapazität wiedereröffnet, nachdem es wegen der Coronavirus-Pandemie geschlossen wurde.

Die Statue Cristo Redentor (Christus der Erlöser), das Wahrzeichen Rio de Janeiros, steht weithin sichtbar auf dem südlich über der Stadt gelegenen Hügel Corcovado. Das Monument hat gewaltige Abmessungen: die Gesamthöhe beträgt 30 m, dazu der 8 m hohe Sockel, in dem eine Kapelle eingebaut ist. Der Kopf allein misst in der Höhe fast 4 m – bei einem Gewicht von 40 Tonnen. Die Spannweite der Arme beträgt 28 Meter.

Die Entwürfe stammen von dem brasilianischen Bauingenieur Heitor da Silva Costa. Sie entstanden in Zusammenarbeit mit dem französischen Ingenieur Albert Caquot. Das Denkmal wurde in den Jahren 1926 – 31 erbaut; Kopf und Hände stammen von dem französisch-polnischen Architekten Paul Landowsky.

Die Aussenhaut des Bauwerks (und das Herz Jesu im Inneren) ist mit einem Mosaik aus dreieckigen Speckstein-Plättchen verkleidet; dieser Stein ist sehr weich, aber gut wasserabweisend.

Anlässlich des 75. Jahrestages der Errichtung wurde die Statue 2006 zum Wallfahrtsort erklärt.

Am Ostersonntag dieses Jahr 2020 wurde zum ersten Mal seit ihrer Einweihung 1931 wieder eine Messe von dem Bauwerk gehalten. Auf die Statue war ein Arztkittel projiziert, der an die vielen Menschen erinnern soll, die in Krankenhäusern und Praxen gegen die Corona-Pandemie kämpfen. Jetzt, inmitten der Pandemie, haben Brasiliens Todesopfer bereits 110.000 überschritten.

Musik: https://www.youtube.com/watch?v=U7XTyFym08g

Christus Dein Licht verklärt unsere Schatten

Lasse nicht zu, Dass das Dunkel zu uns spricht.

Christus dein Licht, Erstrahlt auf der Erde,

Und er sagt uns auch ihr seid das Licht.

 

Jésus le Christ, lumière intérieure

Ne laisse pas les ténèbres me parler

Jésus le Christ, lumière intérieure

Donne-moi d’accueillir ton amour

 

Schaue ich dieses Foto an, fast gespenstisch, diese Miitärs in ihren Schutzanzügen und mit den Reinigungsgeräten, so sehe ich die Reinigung der berühmten Statue, bevor sie am letzten Wochenende wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Und ich  frage mich bei diesem so symbolträchtigen Bild:

Was wird hier gereinigt? Wird etwa der Christus gereinigt, oder der Ort um ihn herum, der ein offizieller Wallfahrtsort geworden ist seit 40 Jahren?

Oder geht es um ein Zeichen an die Menschen, die dorthin wollen, und an die Menschen überhaupt: geht vorsichtig und fürsorglich miteinander um! Sorgt um und für euch. Nehmt Rücksicht. Passt auf euch auf! Schützt euch und besonders die Schwachen, die Schwächeren unter euch!

„Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid“, ruft dieser Christus seinen Menschen bis heute zu. Und: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Enden“, spricht dieser Christus am Ende des Matthäus-Evangeliums zu uns.

Bei allen Führern dieser Welt, nicht nur dem in Brasilien…. orientiert euch besser an diesem Christus mit seinem Herz für die Kleinen, Schwachen, für alle Menschen guten Willens und auch für die anderen:

Mit seinen weit ausgebreiteten, zum Segnen hochgehobenen Armen erinnert Cristo Redentor mich an Jesus während seiner Himmelfahrt. Der Evangelist Lukas erzählt, wie der auferstandene Jesus, während er in den Himmel fuhr, die Hände hob und seine Jünger segnete (Luk 24,50). Nicht nur die Segensgeste des Cristo Redentor passt zur Geschichte von Christi Himmelfahrt. Auch seine hoch erhabene Grösse. Fünfzig Jahre lang, bis 1981, war er die höchste Christusstatue der Welt. Im Moment ist er die Sechsthöchste. Hoch erhaben ist auch Jesus, seit er in den Himmel fuhr und dort zur Rechten Gottes Platz nahm. Vom vierten Jahrhundert an feiern Christinnen und Christen das Fest Christi Himmelfahrt als das Fest seiner himmlischen Thronbesteigung. Wie Cristo Redentor trotz höchster Erhabenheit nie abheben wird, sondern wegen seiner satten 1145 Tonnen Gesamtgewicht fest und sicher auf der Erde steht, so ist auch die Königsherrschaft Jesu stets bezogen auf die Erde. Die Machtbasis Gottes, genannt Himmel, existiert nicht für sich, sondern zielt auf die Menschen unten auf der Erde.

Cristo Redentor erinnert mich also an sein König-Sein zur Rechten Gottes, das zugleich hoch erhaben und tief geerdet ist.

Jesus und das von ihm verkündigte Reich Gottes zielt auch im Himmel, hoch über der Erde, auf uns Menschen hier unten auf der Erde. Es möchte Trost und Kraft und ein gutes, menschliches Leben ermöglichen. Für alle ein Zuhause. Amen.

Musik: „Going Home“ – Royal Scots Dragoon Guards & Mark Knopfler

https://www.youtube.com/watch?v=wocSYBSnoFY

Fürbitten:

Jesus Christus,

führe mich immer wieder neu in Deine Nähe.

Zeige mir, was Du willst, für mich, für diese Welt, und hilf mir, in Deinem Namen zu beten.

Erlöse uns von Angst.

Schenke Nähe für die, die mit Angst in dieser Zeit leben, in allen Ungewissheiten

Sei nah denen, die krank sind an Leib oder Seele, die sich einsam fühlen.

Gib Kraft uns allen, die Herausforderungen dieser Zeit immer wieder neu angehen zu können.

Und Zuversicht, trotz allem für schöne Momente der Freude an diesem Sommer, guten Zusammenhalt, Frieden in der Welt und bei uns zuhaus.

Sei mit denen, die Opfer werden, Opfer dieser Pandemie, Opfer von Unterdrückung, Opfer von Angst, Opfer von Gewalt.

Lass uns in Deinem Namen gut, fürsorglich, solidarisch miteinander umgehen.

Segne uns und lass uns selbst ein Segen sein.

Manches persönliche Anliegen sagen wir dir in einem Moment der Stille:

Das alles erbitten wir in deinem Namen. Amen.

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Gott segne die Erde, auf der wir stehen.

Gott segne die Wege, die wir gehen.

May the road rise up to meet you

https://www.youtube.com/watch?v=nXduNT6QWBk

 

Predigt-Gottesdienst

 am 10. Sonntag nach Trinitatis „Israel-Sonntag“ 16.8.2020 Kirche Unterstrass Zürich:

10. nach Trin. ISRAEL ZH 16.08. 2020_mit Predigt

LUTHER GEBET für SAMSTAG, den 15. August 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Gott, du allein weißt,
was dieser Tag wert war.
Ich habe vieles getan
und vieles versäumt.
Ich habe vieles versucht
und vieles nicht vollendet.
Ich bin den Meinen
viel Liebe schuldig geblieben.
Ob dieser Tag
seinen Ertrag brachte,
weiß ich nicht.
Du allein siehst es.
Ich lege ihn in deine Hand.
Ich bin umgeben von Nacht.
Aber ich weiß,
dass ein Morgen kommt
und die Sonne aufgeht:
deine Liebe
und dein Licht.

Amen

Jörg Zink, Wenn der Abend kommt. Kreuz Verlag 1982–2001 © beim Autor

Wir LAUSCHEN: Secret Garden «Sleepsong»

https://www.youtube.com/watch?v=T19_-ycPYjk

MEDITATION:

Liebe Gemeinde,

die zu Ende gehende Woche stand unter dem Wochenspruch: «Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern». (Lukas 12,48). Mir ging dieses Wort Jesu in der letzten Woche nach. Sicher, beim ersten Hinhören kann es einen unter Druck setzen, aber das will es gar nicht. Ganz im Gegenteil. Jesus lädt mich hier in erster Reihe dazu ein, mich an meine Gaben und Talente zu erinnern und sagt mir: «Schön, was du für Gaben hast und was du zu geben hast! Hab den Mut, dich auf deine Gaben zu konzentrieren und sie zum Leuchten zu bringen».

Eckart von Hirschhausen erzählt in seiner bekannten humoristischen Art von einem Pinguin, den er auf einem Felsen im Tiergarten stehen sah. Zuerst hatte er Mitleid mit dem Pinguin, er sah plump und unförmig aus, keine richtigen Flügel und keine hilfreichen Beine. «Mein Urteil stand fest», erzählt Hirschhausen, «eine Fehlkonstruktion!». Dann sah er den Pinguin hinter der Glasscheibe, wie er durch das Wasser glitt, wendig und leicht und blitzschnell. Der Pinguin war in seinem Element. «Wer Pinguine im Wasser sieht, dem fällt nix mehr ein. Sie sind hervorragende Schwimmer und Wasser-Tänzer! Und ich dachte: Fehlkonstruktion?!» Hirschhausen revidiert sein Urteil und zieht einen weisen Schluss daraus: wir schätzen andere viel zu schnell aufgrund von Äusserlichkeiten falsch ein. Das Umfeld ist sehr wichtig dafür, ob das was man kann, auch zum Tragen kommt. «Wenn du als Pinguin geboren wurdest, bleib als Pinguin nicht on der Steppe oder auf dem Felsen. Mach kleine Schritte und finde dein Wasser. Und dann: Spring! Und Schwimm! Du wirst wissen, wie es ist, in deinem Element zu sein.»

Jesus ermutigt uns, uns unsere Gaben einzusetzen. Aber nur wer seine Gaben kennt, der kann sie auch richtig nutzen. Ich weiss, wir beneiden andere oft für ihre Talente und manch einer sagt «Ich kann nichts Besonderes!» wenn man nach den Gaben fragt. Manchmal fällt es leichter, Mängel aufzuzählen, als Stärken.

So möchte ich Sie einladen, heute Abend mit einer Liste zu beginnen. Lassen Sie den Zettel samt Stift die gesamte nächste Woche über griffbereit liegen und beobachten Sie sich. Jedes Mal wenn Sie noch etwas entdecken, was sie gut können und was Ihnen Freude bereitet, schreiben Sie es auf. Sie werden staunen, was am Ende der Woche alles auf der Liste steht: Ich kann andere zum Lächeln bringen, ich kann gut Auto fahren, ich kann gut zuhören, ich erledige Pflichten schnell und freue mich dann an der gewonnenen Zeit, ich kann gut auf meine Blumen sorgen, ich bin herzlich und freundlich, ich kann gut häkeln, ich kann gut backen oder kochen, ich bin geduldig, ich kann gut reparieren, organisieren, musizieren, ich bin ein guter Gastgeber…. Usw.

Schreiben Sie nur Positives auf Ihre Liste. Sie dürfen gern auch andere fragen, ob sie eine besondere Gabe an Ihnen entdeckt haben. Und am Ende des 7. Tages wünsche ich Ihnen, dass sie beim Anblick der Liste feststellen können: Schön, was ich für Gaben habe, was ich alles geben kann.

«Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen» Amen

GEBET:

Fürchte dich nicht, sagst du uns, ewiger Gott.

Gründe zur Furcht gibt es viele in dieser Zeit:

Um Gesundheit, Leib und Leben,

um Vernunft, Frieden und Verständigung,

um Arbeit, Einkommen und Gerechtigkeit,

um diese Erde und was auf ihr lebt.

So fürchten wir uns aus vielen Gründen

und sollen es doch nicht.

Denn in der Furcht können wir nicht leben,

nichts Gutes wirken.

Ich bin bei dir, sagst du uns, gnädiger Gott.

Ins Leben hast du uns gerufen,

ohne dich wäre nichts da.

Durch Tage und Nächte

hast du uns schon begleitet,

in Tiefen gestärkt,

zu Höhen geführt.

Wecke in uns den Sinn,

dass du da bist, jetzt bei uns.

Damit wir ohne Furcht leben,

dich und unseren Nächsten lieben.

Ich will dich erretten, sagst du uns, barmherziger Gott.

Nach Rettung rufen so viele Menschen,

in unserem Land, in vielen Teilen der Erde.

Mach auf, zeige dich,

sende deinen Geist,

dein Licht und deine Wahrheit,

dass es hell werde,

dass die Angst vergehe.

Und mache uns bereit,

deine Mitarbeiter zu werden.

Weil du uns erretten willst,

weil du bei uns bist,

deshalb fürchten wir uns nicht,

sondern vertrauen uns dir an,

unser Leben und die, an die wir denken,

du ewiger, gnädiger, barmherziger Gott.

In der Stille bringen wir unser persönliches Leben, unsere Liebe,

unsere Freuden und Sorgen vor dich und danken dir, dass du unsere Gebete erhörst.

Stille

All das, für das ich jetzt gerade keine Worte finde, lege ich in das Gebet, das Jesus selbst und gelehrt hat.

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Geht in der Kraft, die Euch gegeben ist,
geht einfach,
geht leichtfüssig,
geht zart,
und haltet Ausschau nach der Liebe,
und Gottes Geist, die Ruach, geleite Euch!
(OeRK 1991, Canberra)

Geht gesegnet in die Nacht

Geht hoffnungsvoll in den neuen Tag.

Gott ist da.

Amen

 

Luther Gebet Mittwoch 12. August 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.    

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze. Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Musik: Es ist das Heil uns kommen her Bach Choral No. 4, BWV 9

Heute ist der 449. Todestag des Theologen und Lieddichters der Reformation Paul Speratus. Paul Speratus absolvierte sein Studium in Freiburg im Breisgau, Paris und Wien und war Doktor sowohl der Theologie, als auch der Rechte und der Philosophie. Ausserdem bekam er den Titel eines päpstlichen und kaiserlichen Hofpfalzgrafen verliehen. Vor seiner Hinwendung zur Reformation war er u.a. bis 1520 Priester in Salzburg. Noch 1520 wurde er Domprediger in Würzburg. Schon hier vertrat er die Lehre Martin Luthers und musste fliehen, nachdem er sich zur Ehe entschlossen hatte. Dieses Schicksal widerfuhr ihm anschliessend auch in Salzburg. In Wien wurde er nach einer Predigt am 12. Januar 1522 im Stephansdom, in der er das Zölibatsgelübde angriff, als Häretiker exkommuniziert. Im mährischen Iglau fielen seine reformatorischen Predigten auf fruchtbaren Boden, der Rat der Stadt gab ihm eine Pfarrstelle. Bald aber wurde er auf Betreiben des Bischofs von Olmütz verhaftet und zum Feuertod verurteilt, jedoch unter der Bedingung begnadigt, das Land zu verlassen. Über Wittenberg gelangte er 1524 als Hofprediger Albrecht I. von Brandenburg-Ansbach nach Königsberg. Von 1530 bis zu seinem Tod war er einer der ersten lutherischen Bischöfe von Pomesanien in Marienwerder in Preussen.

Er ist der Dichter des eben gehörten Kirchenliedes „Es ist das Heil uns kommen her“ (EG 342), das bereits im ersten Liederbuch der Reformation, Luthers Achtliederbuch von 1523, enthalten ist.

Musik: Johannes Brahms, op. 29: Es ist das Heil uns kommen her

https://www.youtube.com/watch?v=ZRYabj7-ry4

Tageslosung für Mittwoch, den 12. Aug 2020

Lass deine Augen offen sein für das Flehen deines Knechts und deines Volkes Israel, dass du sie hörst, sooft sie dich anrufen. (1. Könige 8,52)

Jesus spricht: Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun. (Johannes 14,14)

6 Monate Corona-Krise in Mitteleuropa und so auch hier bei uns in der Schweiz.

Vor vielen Wochen haben wir gedacht, es ist möglicherweise im Hochsommer vorbei. Oder zumindest nicht mehr so schlimm. Wir haben bereits über die Zeit nach Corona gesprochen, geschrieben, gehofft. Nun werden wir eines anderen belehrt. Leider.

Die grosse Sommer-Urlaubssaison geht zum Wochenende in Zürich zuende. Viele Aktivitäten im eigenen Land, kurze Reisen, sicher auch Erholung, und doch liegt ein Schatten über diesem schönen heissen Sommer dieser Tage. Die Fallzahlen steigen und steigen, und mit ihnen die Ungewissheit, die Ängste, ja auch die Leugnungen und die Egal-Mentalitäten. Fast ist es so, als wären wir wieder am Anfang dieser Krise. Heute bei einer Trauerfeier für eines unserer Gemeindemitglieder in Zürich wurde, gerade auch auf Wunsch der Trauerfamilie, sehr auf Abstand, Schutz und Fürsorge geachtet. So wie auch bei unseren Gottesdiensten. Es war trotzdem ein würdiger Abschied.

Und wie wird es nun weitergehen, woher Zuversicht nehmen? Wir rufen mit dem Beter aus dem 1. Könige-Buch Kapitel 8:

„Lass deine Augen offen sein für das Flehen deines Knechts und deines Volkes Israel, dass du sie hörst, sooft sie dich anrufen.“

König Salomo betet dies bei der Eröffnung des Tempels in Jerusalem. Ein beeindruckendes Gebet! Gott „lass deine Augen offen sein für das Flehen deines Knechtes, deines Volkes Israel“, lass deine Augen offen sein auch für unsere Anliegen heute am 12. August, mitten im Hochsommer, mitten in der weiterhin bestehenden Pandemie, offen sein für unsere Sorgen, unsere Ängste, unsere Ungewissheiten!

Es ist gut zu wissen, wir haben eine Adresse für unser Gebet.

Es ist das Heil uns kommen her vom Himmel, in seinem Sohn Jesus Christus, so glauben wir als Christen. Und dieser Jesus sagt uns, in dem zweiten Bibelvers dieses Tages:

„Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.“

Was für eine grosse Verheissung. Eine wirklich gute Nachricht. Jesus, Gott, lässt sich bitten. Und er will unsere Bitten erhören.

Doch beachten wir dabei den wichtigen Zusatz. „In meinem Namen.“

Lässt Gott also nicht alle Bitten zu? Wird da ausgesiebt und aussortiert? Wird nicht alles erhört? Manchmal kommt es uns so vor.

Wenn ich im Namen eines anderen etwas sage oder sogar etwas unterschreibe, dann deswegen, weil ich ihn kenne. Und er oder sie mich kennt.

Ich bitte also im Gebet Gott oder Jesus um das, was seinem Willen entspricht. Ich bitte nicht in meinem Namen, nicht im Namen meiner Selbstgerechtigkeit, meiner versteckten Wünsche. Ich bitte um das, was ihm entspricht. Sein Heil ist kommen her, singt das Lied von Paul Speratus. In Christus ist Heil. Ist Friede. Ist Liebe. Ist Fürsorge. Ist Solidarität. Ist Teilhabe an dem Leben der Ärmsten, der Schwächsten, der Kranken.

Es geht nicht nur um mich selbst. Aber es geht auch um mich.

Dieses umfassende Bitten ist manchmal ein Lernweg. Aber diesem Weg ist ein Versprechen gegeben. Was ihr mich bitten werdet, ich will es erhören. Ja, tun.

Amen.

Fürbitten:

Jesus Christus,

führe mich immer wieder neu in Deine Nähe.

Zeige mir, was Du willst, für mich, für diese Welt, und hilf mir, in Deinem Namen zu beten.

Schenke Nähe für die, die mit Angst in dieser Zeit leben, in allen Ungewissheiten

Sei nah denen, die krank sind an Leib oder Seele, die sich einsam fühlen.

Gib Kraft uns allen, die Herausforderungen dieser Zeit immer wieder neu angehen zu können.

Und Zuversicht, trotz allem für schöne Momente der Freude an diesem Sommer, guten Zusammenhalt, Frieden in der Welt und bei uns zuhaus.

Sei mit denen, die Opfer werden, Opfer dieser Pandemie, Opfer von Unterdrückung, Opfer von Angst, Opfer von Gewalt.

Lass uns in Deinem Namen gut, fürsorglich, solidarisch miteinander umgehen.

Segne uns und lass uns selbst ein Segen sein.

Manches persönliche Anliegen sagen wir dir in einem Moment der Stille:

Das alles erbitten wir in deinem Namen. Amen.

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Friede Gottes, welcher höher ist als alle unsere Vernunft,
halte unseren Verstand wach,
unsere Hoffnung gross und stärke unsere Liebe zueinander.

So seid gesegnet und behütet

vom Vater im Himmel durch seinen Sohn Jesus Christus im Heiligen Geist.

Amen.

Musik: „Bewahre uns Gott, behüte uns Gott“

animato choir und animato symphony

Text: Eugen Eckert  Musik: Anders Ruuth, David Plüss

Arrangement: Markus Geissbühler

GOTTESDIENST für den 9. Sonntag nach Trinitatis, gefeiert in der Wasserkirche, am 9. August 2020: 9. SonT Zürich 2020 

LUTHER GEBET für SAMSTAG, den 8. August 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                        

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Wir LAUSCHEN The King’s Singers – Down to the River to Pray

https://www.youtube.com/watch?v=z5nQW1dXn2E

MEDIATION: Allmacht versus Ohnmacht

«Nur noch 5 Monate bis Weihnachten. Das ist höchste Zeit, um ein Problem zu lösen» – schrieb der Theologe Erik Flügge in seinem Artikel der Zeitschrift DIE ZEIT.

Die Zeit vergeht rasend schnell und wir müssen uns hier in Zürich tatsächlich auch überlegen, wie wir das mit den Weihnachtsgottesdiensten unter Corona Bedingungen lösen.

Während ich einen Hauch von Sorge und Zeitnot verspüre, sieht mein Mann die Nachrichten und sagt: «Das wird noch ein sehr langes halbes Jahr werden».

Vor seinem inneren Auge ziehen die vielen Probleme und Umstellungen vorbei, die in diesem Jahr noch zu lösen und leisten sind.

Nun sehe ich auch die Nachrichten.

Die Zahl des Tages – die Corona Zahl ist gestiegen.

Der Chef von Swiss redet von einem Verlust von 1 Million CHF am Tag.

So viele Menschen melden sich arbeitslos wie noch nie.

Am Mittelmeer ist wieder ein Schiff mit Flüchtlingen unterwegs.

Und dann auch noch die furchtbaren Bilder aus Beirut. Das Land ist sowieso durch Korruption und Finanzkrise gebeutelt. Und nun die verheerende Explosion. Scherben, Trümmer und Blut auf den Strassen.

Mütter erzählen mir davon, dass ihre Söhne und Töchter manchmal nicht einschlafen können und weinen, weil ihnen all diese schier unlösbaren Probleme der Welt Angst machen.

Eine Frau fragte mich diese Woche: «Wo ist Gott Marion? Wo sind seine Hände?»

Ja, wo ist Gott. Wo bist du Gott? Das frage ich mich auch manchmal. Die Probleme, die wir in dieser Welt zu lösen hätten, überfordern uns eigentlich. Ich fühle mich manchmal davon überfordert. Und ich wünschte mir, dass Gott zumindest einen Teil davon auf wunderbare Weise lösen könnte, so dass uns nur der Teil übrigbleibt, der für uns zu bewältigen ist.

«Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer des Himmels und der Erde». Jeden Sonntag bekennen wir im Gottesdienst die Allmacht Gottes. Doch manchmal, wenn man in die Welt hinaussieht, hat man das Gefühl davon nichts zu sehen. Sollte er doch nicht allmächtig sein? Ohnmächtig sogar? Denn ein liebender Vater, der für seine Menschen und die Welt das Gute will, ein liebender Vater, der auch allmächtig ist – von dem erwarten wir etwas anders.

Allmächtig oder ohnmächtig? Die Bibel zeigt uns – immer wieder zweifelten Menschen daran im Laufe der Geschichte. Denn Wirklichkeit und Bekenntnis klaffen immer wieder auseinander.

Und dann fällt mir wieder Weihnachten ein. «Wo ist Gott?» Darauf antwortet Weihnachten «Gott ist da, wo du bist!». Weihnachten erzählt uns davon, dass Gott zu uns kommt und nahe bei uns ist. Gott ist da, wo du bist!

Eigentlich ist Weihnachten aber auch das Fest, dass uns Menschen nochmals ganz klar macht: Gott nimmt uns Menschen als selbstständige Individuen ernst. Er zeigt seine Macht dadurch, dass er uns, seinen Geschöpfen die Freiheit der Entscheidung schenkt, sogar die Freiheit sich gegen Gott zu entscheiden. Gott kommt nicht und zaubert uns die Welt zurecht, räumt unseren Sandkasten heute auf, so dass wir morgen wieder Durcheinander machen können. Er will mit uns die Welt gestalten. Mit uns als seinen Partnerinnen und Partnern, mit uns als seinen erwachsenen Söhnen und Töchtern.

 Mit dem Kind in der Krippe zeigt er uns seinen guten Weg. Klein, fein, leise und so ganz anders als die Wege der Welt. Ein Weg des Friedens, der nicht nur die eigene Person, sondern immer auch den Anderen im Blick hat – Menschen, Tiere und Pflanzen. Auf diesem Weg will er uns begleiten und uns erfüllen mit seiner Kraft und Energie, seiner Weisheit, seiner Begeisterung, seinen neuen Perspektiven, seinem Mut aber auch seiner Gelassenheit.  Und wenn wir schwach sind, dann will er in uns und durch uns umso mächtiger sein. Paulus schrieb: «Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig» (2. Korinthern 12,9). Wir müssen nicht auf einmal alle grossen Sorgen der Welt lösen, sondern wir sind aufgerufen, an unserem Ort, unseren Beitrag zu leisten.

Amen.

Wir SINGEN oder LAUSCHEN

https://www.youtube.com/watch?v=DEDd1KYHu3Q

  1. Gott gab uns Atem, damit wir leben,
    er gab uns Augen, daß wir uns sehn.
    Gott hat uns diese Erde gegeben,
    daß wir auf ihr die Zeit bestehn.
    Gott hat uns diese Erde gegeben,
    daß wir auf ihr die Zeit bestehn.
  2. Gott gab uns Ohren, damit wir hören.
    Er gab uns Worte, daß wir verstehn.
    Gott will nicht diese Erde zerstören.
    Er schuf sie gut, er schuf sie schön.
    Gott will nicht diese Erde zerstören.
    Er schuf sie gut, er schuf sie schön.
  3. Gott gab uns Hände, damit wir handeln.
    Er gab uns Füße, daß wir fest stehn.
    Gott will mit uns die Erde verwandeln.
    Wir können neu ins Leben gehn.
    Gott will mit uns die Erde verwandeln.
    Wir können neu ins Leben gehn.

FÜRBITTE: Lasst uns beten:

Lass dir erzählen, Gott, wie es uns geht.
In diesen Tagen.
Wo alles so anders ist.
Immer noch so durcheinander.
Wo die Sonne lacht und wir manchmal die Freude vergessen.
Wo die Natur blüht und grünt und Früchte trägt

und wir in Sorge sind.

Tröste uns, wie eine Mutter tröstet. (Jesaja 66,13)

Lass dir erzählen, Gott, wie es deinen Menschen geht.
Den Alten in den Pflegeheimen,
die wir nicht mehr so besuchen dürfen wie sonst.
Und den Kranken,
die oft ohne ihre Lieben in den Krankenhäusern sind.
Allen Menschen, die in ihren Wohnungen bleiben müssen
und die Einsamkeit fürchten.

Tröste sie, wie eine Mutter tröstet.

Lass dir erzählen, Gott, wie es deinen Menschen geht.
Den Kindern, die die Sorge der Erwachsenen spüren.
Den Jugendlichen, für die Ruhe halten so schwer ist.
Den Eltern, die jetzt so viele Lösungen finden müssen.
Allen Menschen, die um ihre Existenz fürchten.

Tröste sie, wie eine Mutter tröstet.

Lass dir erzählen, Gott, wie es deinen Menschen geht.
Den Menschen, die am Ende ihrer Kräfte sind.

In Beirut, nach der schweren Explosion.
In den Flüchtlingslagern in Griechenland und anderswo.
In den brennenden Wäldern des Amazonas.

In den Krankenbetten gebeutelt von Krankheit und Schmerz.
Und lass dir erzählen von den vielen Menschen,
dort und hier,
die helfen und nicht müde werden.

Tröste sie, wie eine Mutter tröstet.

Gott, schütte sanft deinen Trost über uns aus.
Der uns umhüllt.
Und Segen dazu.
Der uns immun macht gegen die Panik.
Sage zu unserem ängstlichen Herzen:
„Beruhige dich.“
Sprich zu unserer verzagten Seele:
„Ja, die Gefahr ist da. Aber ich bin bei dir.“

Und noch dazu und allem zum Trotz:
Gib uns die Freude wieder.
An der Sonne.
An der Natur.
An den Menschen, die wir lieben.
An dir, du Gott des Lebens.
Damit wir mutig durch diese Zeit gehen.

Was uns persönlich wichtig ist, bringen wir in der Stille vor dich.

Stille

All das, für das ich jetzt gerade keine Worte finde, lege ich in das Gebet, das Jesus selbst und gelehrt hat.

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Gott, wie Vater und Mutter, segnet dich:
… dein Lachen und dein Weinen.
… dein Vertrauen und dein Zweifeln.
… die Fülle und den Mangel deines Lebens.

Jesus, unser Heiland und Erlöser, segnet dich:
… deine Freunde und deine Feinde.
… deine Schönheit und deine Wunde.
… dein Vergehen und dein Auferstehen mitten im Leben.

Heiliger Geist, Windhauch und Feuer, segnet dich:
… deine Leidenschaft und deine Müdigkeit.
… dein Tun und dein Lassen.
… die Kraft in deinen Händen und deines Herzens.

So segnet dich Gott in allem, was du bist,

damit du allem selbst ein Segen bist.

Geht gesegnet in die Nacht. Gott ist da.

Amen

Luther Gebet Mittwoch 5. August 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.    

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze. Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                           

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Sie steht mitten in der Innenstadt an einer befahrenen Strasse, ein hohler Raum ohne Dach, aus alten und neuen Steinen. Sie machen diese Ruine noch immer als teilweise gotische Form einer Kirche erkennbar. Innen wachsen Gras und Unkraut, liegen Steine, spielen Kinder, und ist eine besondere Glocke zu sehen.

Die Ägidienkirche in Hannover, benannt nach einem der 14 Nothelfer, stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde 1943 bei den Luftangriffen auf die niedersächsische Landeshauptstadt durch Bomben zerstört. Die Kirche wurde nicht wiederaufgebaut, ihre Ruine mit dem Turmstumpf dient heute als Mahnmal für die Opfer von Kriegen und Gewalt.

Im Turmeingang hängt ein Geschenk der japanischen Partnerstadt Hannovers, die 1985 von Hiroshima gestiftete Friedensglocke. Sie wird am 6. August jeden Jahres beim Gedenkgottesdienst für die Opfer des Atombombenabwurfs auf Hiroshima angeschlagen: um 8 Uhr morgens eine Gedenkstunde und anschliessende Meditationen mit VertreterInnen christlicher Konfessionen, der Bahai, des Islam und des Buddhismus sowie der Zen-Meditation. In Ruhe und Stille und mit stündlichem Anschlagen der Friedensglocke aus Hiroshima. Am Ende des Tages um 18 Uhr wird eine gemeinsame Andacht gefeiert.

Ob in Hannover, Dresden, Hiroshima und Nagasaki, in Coventry oder an der Airbase Rammstein in Rheinland-Pfalz, wo heute Atomwaffen lagern: an vielen Orten auf der ganzen Welt wird in diesen Tagen mit Gedenkfeiern, Friedensgebeten und Kundgebungen erinnert. Vor 75 Jahren, am 6. und 9. August 1945, wurden die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. 65.000 Menschen verdampften und verbrannten auf der Stelle, bis zum Ende des Jahres starben mehr als 200.000.

In Bruchteilen von Sekunden wird die Stadt Hiroshima mit ihren 350.000 Einwohnern in ein Inferno verwandelt. Der Schütze im Heck des amerikanischen Bombers berichtete: „Über der Stadt sah es aus wie ein brodelndes Meer von kochendem Pech.“ Mit einem gewaltigen Schlag wurde die Stadt weggefegt und nahezu völlig verwüstet. Die Menschen – Frauen, Männer, Kinder – wurden von fürchterlichen Brandblasen verunstaltet. Die sieben Flüsse der Stadt füllten sich mit Tausenden von Leichen. Die ungeheuren Folgen der radioaktiven Verstrahlung sind noch Jahrzehnte später spürbar. Obwohl die Amerikaner von der verheerenden Wirkung der Atombombe selbst überrascht sind, werfen sie 3 Tage später, am 9. August 1945, die zweite Bombe auf die Stadt Nagasaki ab – mit beinahe der doppelten Sprengkraft der Hiroshima-Bombe. Noch Jahre später beteuert der Pilot des Hiroshima-Bombers, er habe seine patriotische Pflicht getan und deshalb seine Tat nie bereut.

Die Opfer mahnen, die katastrophalen humanitären Folgen von Atomwaffen zu erkennen und für eine Welt ohne Atomwaffen einzustehen. Heute bedrohen uns weltweit noch immer mehr als 13.000 Nuklearwaffen. Die Atommächte planen, Milliardensummen in die Aufrüstung ihrer Arsenale zu investieren – alleine 2019 gaben sie 73 Milliarden US-Dollar für Atomwaffen aus. Wieviel an „Brot für die Welt, Brot für alle“ wäre dies?

Musik: Bob Dylan „How many roads“

https://www.youtube.com/watch?v=MMFj8uDubsE

Das so oft unter dem Verdacht besonderer Grausamkeit stehende Alte Testament kennt immerhin 237 Belege der Vokabel Schalom, die gewöhnlich mit „Frieden“ übersetzt wird.

Selig sind die Frieden stiften – das ist eine der markantesten Stellen im Neuen Testament zum Thema Frieden. Luther übersetzte diese siebte Seligpreisung mit: „Selig sind die Friedfertigen“ (Matthäus 5,9). Aber er merkte, dass sich die Bedeutung des Wortes „friedfertig“ zu seiner Zeit änderte. Weil das Wort sehr schön ist, verwendete er es trotzdem, fügte jedoch in einer Anmerkung hinzu, es handle sich nicht um friedsame Menschen, sondern um die, die den Frieden machen. Die Fried-fertigen sind also die, die den Frieden an-fertigen. Heute allerdings wird „friedfertig“ nur noch als „friedlich“ oder „ruhig“ verstanden, deshalb kehrt man zu einem alten Luther-Vorschlag zurück und übersetzt: „Selig sind die, die Frieden stiften“. Was Frieden stiften in einer ganz besonderen, kreativen Weise bedeutet, nämlich im Herzen damit zu beginnen, das zeigt uns die Geschichte „KRANICHE FALTEN AM HIROSHIMA-GEDENKTAG- DIE GESCHICHTE VON SADAKO SASAKI“.

Sadako war zwei Jahre alt, als die Atombombe auf Hiroshima abgeworfen wurde und zwei Kilometer von dem Ort entfernt, an dem die Bombe explodierte. Die meisten Nachbarn Sadakos starben. Sie aber war überhaupt nicht sichtbar verletzt. Bis Sadako in der siebten Klasse war, war sie ein normales, glückliches Kind. Jedoch eines Tages, ganz plötzlich, fühlte sie sich extrem müde und so schwindlig, dass sie hinfiel. Ihre Schulkameraden bemerkten dies und informierten den Lehrer. Später brachten Sadakos Eltern sie ins Krankenhaus, und Sadako erfuhr dort, dass sie Leukämie hatte. Niemand konnte das glauben. Zu dieser Zeit nannte man Leukämie die „Atombomben Krankheit“. Fast alle, die daran erkrankten, starben. Deshalb war Sadako sehr ängstlich. Weinend musste sie im Krankenhaus bleiben. Kurz danach kam ihre beste Freundin Chizuko, um sie zu besuchen. Chizuko brachte einige Blätter Origamipapier mit und erzählte Sadako eine Legende. Der Kranich, so sagte sie, ist in Japan ein heiliger Vogel, der seit hunderten von Jahren lebt. Und wenn eine kranke Person 1000 Papierkraniche faltet, wird sie wieder gesund werden. Nachdem Sadako diese Legende gehört hatte, entschloss sie sich, 1000 Kraniche zu falten. Sadakos Familie kam oft ins Krankenhaus, um sie zu besuchen. Sie redeten mit ihr und halfen ihr, Kraniche zu falten. Nachdem sie 500 Kraniche gefaltet hatte, fühlte Sadako sich besser und die Ärzte erlaubten ihr, für eine kurze Zeit nach Hau-se zu gehen. Aber nach dem Ende der ersten Woche zu Hause kam wieder der Schwindel und sie musste zurück ins Krankenhaus. Selbst in dieser Zeit mit starken Schmerzen versuchte sie, fröhlich und hoffnungsvoll zu sein. Nicht lange danach, ihre Familie stand um ihr Bett, schlief Sadako friedlich ein, um nicht wieder aufzuwachen. Sie hatte insge-samt 644 Papierkraniche gefaltet. Sadakos 39 Schulkameraden waren sehr traurig über den Verlust ihrer Freundin und beschlossen, ihr zu Ehren einen Papierkranich-Club zu gründen. Am 5. Mai 1958, fast 3 Jahre nach Sadakos Tod, war genug Geld gesammelt, um ihr zu Ehren ein Denkmal für Sadako Sasaki zu bauen. Es ist bekannt als das Friedensmonument der Kinder und hat seinen Platz in der Mitte des Friedensparks von Hiroshima, nahe dem Ort, wo die Bombe abgeworfen wurde. Am Sockel des Monuments steht: „Dies ist unser Ruf, dies ist unser Gebet, Frieden in der Welt”.

Frieden stiften kann auch bedeuten, Kraniche zu basteln.

Fürbitten:

Gebet von Papst Johannes Paul II. am Friedensdenkmal in Hiroshima am 25. Februar 1981

„Zum Schöpfer von Natur und Mensch, von Wahrheit und Schönheit bete ich:

Höre meine Stimme an, weil sie die Stimme der Opfer aller Kriege und der Gewalt zwischen Menschen und Nationen ist!

Höre meine Stimme an, weil sie die Stimme aller Kinder ist, die leiden und leiden werden – jedes Mal, wenn die Völker ihr Vertrauen auf Waffen und Krieg setzen!

Höre meine Stimme an, wenn ich dich bitte, den Herzen aller Menschen die Weisheit des Friedens, die Kraft der Gerechtigkeit und die Freude der Freundschaft einzuflößen!

Höre meine Stimme an, weil ich für die Menschenmassen in jedem Land und in jeder Epoche der Geschichte spreche, die den Krieg nicht wollen und dazu bereit sind, den Weg des Friedens zu schreiten!

Höre meine Stimme an und schenke uns die Fähigkeit und die Kraft dazu, auf Hass mit Liebe, auf Unrecht mit völliger Hingabe an die Gerechtigkeit, auf die Not mit unserer Bereitschaft zum Teilen, auf Krieg mit Frieden zu antworten!

Gott, höre meine Stimme an und gewähre der Welt deinen immerwährenden Frieden!“

Manches persönliche Anliegen sagen wir dir in einem Moment der Stille:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Segen Gottes ist die Liebe, die uns miteinander verbindet,
die Freude, die wir auf dieser Erde, untereinander und aneinander haben.
Der Segen Gottes ist die Phantasie und die Lust, die uns beflügelt und bereichert,
der Friede, der uns zufrieden und glücklich miteinander leben lässt.

Der Segen Gottes ist die Sorge, die uns sorgsam macht und uns wach hält,
die Kraft, die uns das Leid bekämpfen lässt.

Der Segen Gottes ist die Gemeinschaft unter uns / und mit Gott, / die uns trägt.

Der Segen Gottes ist die Zuversicht und der Glaube an uns selbst / und die Hoffnung auf Gott, der uns zur Vollendung führen wird.

Dieser Segen Gottes, des Vaters, der uns erschaffen hat,
des Sohnes, der uns erlöst hat und
des Heiligen Geistes, der alles durchwirkt und belebt,
komme auf uns und bleibe bei uns. –

Amen.

Musik: Verleih uns Frieden gnädiglich“ Felix Mendelssohn, „Gebet nach Lutherschen Worten“ für Chor und Orchester, WoO 5, 1831.

https://www.youtube.com/watch?v=m7gectXcDk4

Gottesdienst am 8. Sonntag nach Trinitatis 2.8.2020

(16 Uhr in der Halden-Kirche St. Gallen und zum Mitfeiern und Lesen hier)

Gottesdienst zum Lesen:

8. nach Trin. SG 02.08. 2020

LUTHER GEBET für SAMSTAG, den 1. August 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Mit dem 1. August, hier in der Schweiz Bundesfeiertag, beginnt ein neuer Monat und in den Herrnhuter Losungen begegnet uns ein neuer Monatsspruch, der uns in diesen Sommertagen begleiten soll: «Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele» (Psalm 139,14).

Ich bin dankbar und freue mich darüber, dass Gott mich wunderbar gemacht hat. Und ich erkenne seine Spuren in meinem Leben, was mich sehr dankbar macht.

Aber…

Ich erkenne ebenfalls, dass im Strudel des Alltags auch ganz andere Töne bei mir mitschwingen.

So möchte ich uns heute einladen, in Anlehnung an Psalm 51 mit Worten von Dorothee Sölle, einer der grossen Theologinnen des 20. Jahrhunderts zu beten:

«Schaffe in mir Gott ein neues Herz,

das alte gehorcht der Gewohnheit.

Schaffe in mir neue Augen,

die alten sind behext vom Erfolg.

Schaffe in mir neue Ohren,

die alten registrieren nur Unglück.

Und eine Liebe zu den Bäumen,

statt der vollen Trauer.

Eine neue Zunge gibt mir,

statt eine von der Angst geknebelten.

Eine neue Sprache gibt mir,

statt der gewaltverseuchten,

die ich gut beherrsche.

Mein Herz erstickt an der Ohnmacht

aller, die deine Fremdlinge lieben.

Schaffe in mir Gott ein neues Herz

und gib mir einen neuen Geist,

dass ich dich loben kann, ohne zu lügen,

mit Tränen in den Augen wenns denn sein muss,

aber ohne zu lügen.

(Aus Dorothee Sölle: Das Lesebuch. Kreuz-verlag)

Wir LAUSCHEN oder SINGEN «Ein reines Herz, Herr, schaff in mir» Gesangbuch 389

https://www.youtube.com/watch?v=fdDKlLxS9pI

1) Ein reines Herz, Herr, schaff in mir,
schließ zu der Sünde Tor und Tür;
vertreibe sie und lass nicht zu,
dass sie in meinem Herzen ruh.

2) Dir öffn ich, Jesu, meine Tür,
ach komm und wohne du bei mir;
treib all Unreinigkeit hinaus
aus deinem Tempel, deinem Haus.

3) Lass deines guten Geistes Licht
und dein hell glänzend Angesicht
erleuchten mein Herz und Gemüt,
o Brunnen unerschöpfter Güt.

4) Und mache dann mein Herz zugleich
an Himmelsgut und Segen reich;
gib Weisheit, Stärke, Rat, Verstand
aus deiner milden Gnadenhand.

MEDITATION: Solidarität

Liebe Gemeinde,

während unseres Abendgebetes hören sicher einige von uns Feuerwerk knallen und sehen es am Himmel leuchten. Die Schweiz feiert Geburtstag. Heute, am 1. August ist der Bundesfeiertag. Und dennoch ist es anders als sonst. Coronabedingt sind Feiern und Feuerwerke abgesagt worden und auch manches Höhenfeuer wird heute Abend nicht brennen.

Im Kanton Schwyz, in dem ich zuhause bin, einer der drei Urkantone, fuhr das Schiff heute nicht wie üblich zu den Feierlichkeiten auf die Rütli Wiese. Hier, auf der Rütli Wiese, soll der geheime und sagenumwobene Schwur der Vertreter der drei Urkantone Uri, Unterwalden und Schwyz stattgefunden haben. Der Schwur oder Eid – versprach gegenseitigen Beistand und gilt als die Begründung der Alten Eidgenossenschaft. Dieses Versprechen von gegenseitiger Solidarität bei Wahrung der eigenen Autonomie ist ein Wahrzeichen der Schweizer Eidgenossenschaft.

In der Präambel der Bundesverfassung der Schweizer Eidgenossenschaft heisst es: «Im Namen Gottes des Allmächtigen! Das Schweizervolk und die Kantone, in der Verantwortung gegenüber der Schöpfung, im Bestreben, den Bund zu erneuern, um Freiheit und Demokratie, Unabhängigkeit und Frieden in Solidarität und Offenheit gegenüber der Welt zu stärken,

im Willen, in gegenseitiger Rücksichtnahme und Achtung ihre Vielfalt in der Einheit zu leben,

im Bewusstsein der gemeinsamen Errungenschaften und der Verantwortung gegenüber den künftigen Generationen, gewiss, dass frei nur ist, wer seine Freiheit gebraucht, und dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen, geben sich folgende Verfassung»

Die Solidarität untereinander und füreinander weiss sich in der Verantwortung vor Gott und am Wohl des Schwächsten ausgerichtet.

Wir leben und erleben in diesem Jahr bewegte und bewegende Zeiten – sie haben für mich unter anderem zwei Dinge unmissverständlich klar gemacht: Wir haben gelernt und werden auch weiterhin noch lernen müssen, was Systemrelevante Berufe sind. Pflegekräfte sind Systemrelevant – zeigt unter anderem die Corona Pandemie. Und dieses Lernen wird für uns weiter gehen auch angesichts der Klimaveränderung und Ressourcenknappheit. Unmissverständlich klar macht diese Zeit auch, dass wir es nur gemeinsam schaffen. Solidarität untereinander: unter Menschen aller Rassen und Kulturen, aller Bevölkerungsschichten, Solidarität auch mit der Natur, mit Pflanzen und Tieren – allein im Zusammenstehen, im gegenseitigen Beistehen und mit Gottes Hilfe werden wir unseren Weg in die Zukunft gehen können.

Nachdem das Volk Israel 40 Jahre durch die Wüste gewandert war, überquerten sie mit Josua den Jordan ins Gelobte Land. Hier, an der Stelle, wo ihre Füsse das Gelobte Land betreten haben, liess Josua 12 Steine der Erinnerung aufstellen (Josua 4,19). 12 – für jeden Stamm ein Stein. Diese sogenannten «Steine der Erinnerung» – sollten den Menschen auf dem Weg in die Zukunft klar machen: Ihr 12 Stämme müsst zusammenhalten. Ihr müsst solidarisch sein, euch gegenseitig unterstützen und beistehen, aufeinander achten. Die Steine der Erinnerung sollten aber auch immer daran erinnern: Gott hat euch bis hierher geführt. Ihr habt seine Spuren gesehen und sein Wirken erkannt. So wie er es bisher getan hat, so wird Gott es auch in Zukunft tun. Er wird euch begleiten. Er wird mitgehen. Vertraut eurem Gott und vergesst ihn nicht. Seine Macht und seine Möglichkeiten sind grösser als eure. «Fürchtet euch nicht!»

Seid füreinander da und vertraut Gott – das ist eine gutes Rezept für den Weg in die Zukunft.

Und ich wünsche es Ihnen, Euch und auch mir, dass wir in dieser Weise gemeinsam unseren Weg in die Zukunft gehen und gestalten.

Amen

GEBET:

Gott,

du verbindest uns Menschen – untereinander und mit dir.

In Angst und Unsicherheit werden wir uns nah.

Plötzlich sind wir Nächste, die wir es gestern noch nicht waren.

Was unsere Gemeinschaft gefährdet, macht uns auch stark.

Wir halten zusammen, wenn wir uns oft auch fremd sind.

Wir achten aufeinander. Entscheiden, was wirklich wichtig ist.

Wir teilen Fragen und Sorgen.

Nicht-Wissen und doch Ahnen, was da kommen kann bezüglich Corona, bezüglich Klima, bezüglich Ressourcen und aller grossen Sorgen unserer Welt.

Die einen mögen bewahrt bleiben.

Andere werden um ihr Leben kämpfen.

Gelassen und voller Sorgen könnte unser Alltag werden.

In den kommenden Wochen und Jahre und heute schon

bitten wir für alle Kranken und die es werden,

die Angst haben, dass der Virus sie erreicht,

für alle Ärztinnen und Pflegenden,

für die, die in diesen Tagen finanziell um ihre Existenz bangen.

Wir bitten für alle, die im Grossen und Kleinen Entscheidungen treffen,

dass sie auf Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung achten.

Wir bitten dich, dass du uns alle bewahrst in schweren Zeiten,

sei du der, der uns eint,

als die die glauben und auch die es nicht tun.

Wir Menschen sind verbundene,

aufeinander angewiesene,

einander helfende.

Du verbindest uns Menschen, Gott.

Hab Du Dank dafür, Gott.

Hilf uns einen Weg in die Zukunft zu finden.

In der Stille bringen wir unser persönliches Leben, unsere Liebe,

unsere Freuden und Sorgen vor dich und danken dir, dass du unsere Gebete erhörst.

Stille

All das, für das ich jetzt gerade keine Worte finde, lege ich in das Gebet, das Jesus selbst und gelehrt hat.

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Herr segne und behüte dich,

der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig,

der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

Geht gesegnet in die Nacht. Gott ist da.

Amen

Einen gesegneten Sommerabend, Marion Werner mit Thomas Risel

Luther Gebet Mittwoch 29. Juli 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.    

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze. Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                      

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Irgendwo zuhause sein dürfen. Aufnahme finden.

Irgendwo wirklich hingehören, geborgen sein, angenommen wie man ist –

eine tiefe Sehnsucht!

Der biblische Wochenspruch für diese 31. KW (aus dem Epheser-Brief 2,19) spricht von der Erfüllung dieser Sehnsucht:

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.“

Wir sind Gottes Weltbewohner über alle Grenzen hinaus. Das ist ein ganz anderes, immer wieder neues Lebensgefühl, ein Gefühl von Freiheit.
Eine Stärkung auf unserem Weg durch das Leben und auch auf unserem Weg zum Mitmenschen.

„Gäste sind ein Segen“ -das ist nicht unbedingt die allererste Erfahrung eines Gastgebers. Zunächst bedeutet Besuch von Gästen Aufwand und Arbeit. Man hat Vorbereitungen zu tätigen. Es gilt, sich Zeit zu nehmen -das inzwischen wohl kostbarste Gut unserer Tage. Nicht zuletzt bedeutet Gäste aufzunehmen -zumal „wildfremde“ aus anderen Kulturen und Sprachfamilien -dass man auch seine natürliche Scheu vor dem Fremden überwinden muss. Gäste sind nicht automatisch ein Segen, sie sind zunächst einmal eine Herausforderung.

Damit diese erste Erfahrung aber nicht die Oberhand gewinnt, hat die Bibel die Gastfreundschaft immer wieder als hohes Gut angemahnt. Erstaunlicherweise begründet sie diese Pflicht zur Gastfreundschaft dabei nicht nur mit dem Hinweis, dass manch einer, „ohne es zu ahnen Engel beherbergt hat“ (Hebr 13,2). Älter noch ist die Aufforderung zur Gastfreundschaft erklärt mit der Erinnerung daran, dass man selbst des Öfteren ein Fremder ist, der freundliche Aufnahme als Gast erwartet und benötigt (siehe Gen 15, 13). Damit beschreibt die Bibel etwas, was heutzutage mit dem Slogan „jeder Mensch ist Ausländer (Fremder) -fast überall!“ beschrieben wird.

Die Bibel bleibt dann nicht bei der Mahnung zur Gastfreundschaft stehen, sondern berichtet ausführlich, wie diese auszusehen hat. In der berühmten Begebenheit des Besuches der drei Männer bei Abraham (Gen 18) wird gelingende Gastfreundschaft vorgeführt. Abraham lädt herzlich ein -der Gast muss sich nicht aufdrängen, er ist willkommen. Abraham bietet den Gästen Erfrischung an und hält mit ihnen Mahl. Er lässt sie nicht in irgendeinem Nebenzelt kurz mal unterkommen auf das Nötigste, nein: er gibt dem Gast, was dieser für das leibliche und seelische Wohl und mehr als für das blanke Überleben in der Fremde nötig hat. Dabei geht es gar nicht so sehr um grossen Aufwand oder perfekten Service, sondern vor allem um Herzlichkeit und Freundlichkeit, um Mitmenschlichkeit und die Annahme des anderen, so wie er ist.

Später wird dieser Aufgabenkatalog für Gastgebende noch ergänzt durch die Aufforderung, dem Gast Schutz in der Fremde zu geben (Gen 19), das innere Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit.

So besehen, liegen in der Bibel dann alle Lasten beim Aufnehmenden? Bringen Das Gäste also nur Mühe und Arbeit mit sich?

Nein-die Bibel belässt es nicht bei einem Pflichtenkatalog für Gastgebende. Immer wieder berichtet sie, wie durch Gastfreundschaft Beziehungen zwischen den Menschen und Verständnis füreinander wachsen, wie bisher Trennendes und Fremdes überwunden wird. Im Neuen Testament wird zusätzlich hingewiesen, wie durch Gäste hilfreiche und weitreichende Veränderungen -oft sogar Wunder -geschehen. Der Zöllner Zachäus bekehrt sich, während Jesus bei ihm zu Gast ist (Lk 19). Die Feier bei der Hochzeit zu Kana (Joh 2) erhält durch den Gast Jesus eine ganz neue Qualität.

Gelebte und praktizierte Gastfreundschaft zieht Heil nach sich. Gast und Gastgeber sind am Ende die Beschenkten. Deshalb muss der viel zitierte Slogan wohl auch richtiger lauten: Gäste sind ein Segen. Gute Gastgeber auch!

Unser Wochenspruch geht nun aber weiter: nicht ehr nur Gäste oder Fremdlinge, sondern Mitbürger der heiligen und Gottes Hausgenossen.

Das sind wir überall auf der Welt, gleich wo wir leben, hinziehen, flüchten, zu Gast sind…

Ihr seid, wir sind überall unter diesem Himmel Einheimische, mit gleichen rechten und Pflichten, ohne Rangunterschiede, Gleiche unter Gleichen, unter Geschwistern, heilig mit den Heiligen, gehören wir zu und in Gottes Haus. Da haben wir immer einen Platz am Tisch, sind wir immer willkommen, haben wir unsere Aufgabe in seinem Reich, einen Raum in seinem liebenden Herzen.

Amen.

Fürbitten:

Herr, unser Gott. Du warst in Jesus Christus als Gast auf der Erde und willst bei uns wohnen.

Du begegnest uns als Fremde und Fremder, als Mensch in Not, als Bedürftiger, als Mitmensch von nebenan auch.

Darum bitten wir dich, dass du in uns die Liebe zu den Geschwistern weckst, denn alle Menschen sind deine Kinder und alles, was ist, dein Geschöpf.

Stehe denen bei, die auf der Flucht sind und ein schützendes Dach suchen. Lass sie Menschen finden, die sie aufnehmen und schenke ihnen eine neue Heimat.

Deine Schöpfung erhalte gegen alle Zerstörung der Natur, wehre der Gewalt und dämpfe Hochmut und Habgier.

Wecke in den Regierenden den Geist des Friedens, dass sie Kriege beenden und Ungerechtigkeit abstellen, damit Menschen leben können, wo sie gerne leben.

Schenke den Völkern Besonnenheit und Weitsicht, dass sie Raum schaffen für alles, was lebt und die Güter der Erde gerecht verteilen.

Den Kirchen und christlichen Gemeinschaften verleihe Mut, deine Botschaft vom weltweiten Heil zu verkündigen und einzutreten für Versöhnung und Freundschaft.

Deine Gemeinden lasse zu gastlichen Orten werden, in denen sich Menschen geborgen fühlen und eingebunden in deine Geschichte des Heils.

Kranken schenke Geduld und Genesung, so gut es geht, und Sterbenden gewähre die Hoffnung auf ewiges Leben.

Manches persönliche Anliegen sagen wir dir in einem Moment der Stille:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Gott,

lass das Böse geringer werden und das Gute umso kräftiger sein.

Lass uns annehmen und geben können und einander behilflich sein.

Lass die Missverständnisse aufhören und die Enttäuschten Mut gewinnen.

Lass Frieden unter den Menschen sein, Frieden im Herzen – und rund um die Erde.

Dies gewähre uns der dreifaltige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.

Musik:

„Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht“ Kurt Grahl / Claus-Peter März.

Die Priester:

https://www.youtube.com/watch?v=TlHeAVl-32U

Melodie: Kurt Grahl – Text: C.P. März

Liedtext

  1. Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht
    und das Wort, das wir sprechen, als Lied erklingt,
    dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut,
    dann wohnt er schon in unserer Welt.
    Ja, dann schauen wir heut schon sein Angesicht
    in der Liebe die alles umfängt,
    in der Liebe die alles umfängt.
  2. Wenn das Leid jedes Armen uns Christus zeigt
    und die Not, die wir lindern, zur Freude wird,
    dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut,
    dann wohnt er schon in unserer Welt.
    Ja, dann schauen wir …
  3. Wenn die Hand, die wir halten, uns selber hält
    und das Kleid, das wir schenken, auch uns bedeckt,
    dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut,
    dann wohnt er schon in unserer Welt.
    Ja, dann schauen wir …
  4. Wenn der Trost, den wir geben, uns weiter trägt
    und der Schmerz, den wir teilen, zur Hoffnung wird,
    dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut,
    dann wohnt er schon in unserer Welt.
    Ja, dann schauen wir …
  5. Wenn das Leid, das wir tragen, den Weg uns weist
    und der Tod, den wir sterben, vom Leben singt,
    dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut,
    dann wohnt er schon in unserer Welt.
    Ja, dann schauen wir …
 
Gottesdienst am 7. Sonntag nach Trinitatis Wasserkiche Zürich 26. Juli 2020

7. Sonntag n.Trin. Zürich Waserkirche 26.7.2020

LUTHER GEBET am SAMSTAG, den 25. Juli 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                       

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

Gütiger Gott,

du bist da. Darauf vertraue ich.

Du begleitest mich auf meinen Wegen. Darauf vertraue ich.

Gütiger Gott, ich bitte dich:

Halte deine schützende Hand über mir – in Freund und in Leid, in Herausforderungen und Glücksmomenten.

Amen

Liebe Gemeinde, haben sie schon einmal den Begriff «Resilienz» gehört?

Resilienz stammt vom lateinischen Wort resilire «zurückspringen» oder «abprallen».

In der Pädagogik und der Psychologie wird als Resilienz die Fähigkeit bezeichnet, seine psychische Gesundheit während schweren und stressvollen Lebenszeiten zu behalten oder sie danach schnell wiederherzustellen. Es geht darum, Lebenskrisen, wie schwere Krankheiten, lange Arbeitslosigkeit, Verlust von nahestehenden Menschen oder Ähnliches zu bewältigen, ohne anhaltende Beeinträchtigung.

Das Gegenteil von Resilienz ist die Verwundbarkeit.

Wenn wir heute, an diesem Sommerabend auf die erste Hälfte des Jahres zurückblicken, so kann man nur sagen, die Corona Pandemie hat unser aller Leben in einer Weise auf den Kopf gestellt, wie wir es uns nie hätten vorstellen können. Und sie hat unsere Resilienz, unsere Fähigkeit Krisen zu bewältigen, stark auf die Probe gestellt.

Die Gebrüder Grimm haben ein Märchen aufgeschrieben, dass mir beim Anblick des Sternenhimmels zu Resilienz einfällt.

«Die Sterntaler»

Es war einmal ein kleines Mädchen, dem war Vater und Mutter gestorben, und es war so arm, dass es kein Kämmerchen mehr hatte, darin zu wohnen, und kein Bettchen mehr hatte, darin zu schlafen, und endlich gar nichts mehr als die Kleider auf dem Leib und ein Stückchen Brot in der Hand, das ihm ein mitleidiges Herz geschenkt hatte. Es war aber gut und fromm. Und weil es so von aller Welt verlassen war, ging es im Vertrauen auf den lieben Gott hinaus ins Feld.

Da begegnete ihm ein armer Mann, der sprach: „Ach, gib mir etwas zu essen, ich bin so hungrig.“ Es reichte ihm das ganze Stückchen Brot und sagte: „Gott segne dir’s,“ und ging weiter. Da kam ein Kind, das jammerte und sprach: „Es friert mich so an meinem Kopfe, schenk mir etwas, womit ich ihn bedecken kann.“ Da tat es seine Mütze ab und gab sie ihm. Und als es noch eine Weile gegangen war, kam wieder ein Kind und hatte kein Leibchen an und fror: da gab es ihm seins; und noch weiter, da bat eins um ein Röcklein, das gab es auch von sich hin. Endlich gelangte es in einen Wald, und es war schon dunkel geworden, da kam noch eins und bat um ein Hemdlein, und das fromme Mädchen dachte: „Es ist dunkle Nacht, da sieht dich niemand, du kannst wohl dein Hemd weggeben,“ und zog das Hemd ab und gab es auch noch hin.

Und wie es so stand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel, und waren lauter blanke Taler; und ob es gleich sein Hemdlein weggegeben, so hatte es ein neues an, und das war vom allerfeinsten Linnen. Da sammelte es sich die Taler hinein und war reich für sein Lebtag.

Wir SINGEN oder LAUSCHEN «Weisst du wieviel Sternlein stehen».

https://www.youtube.com/watch?v=FJHVBP-FLUw

  1. Weißt du, wie viel Sternlein stehen
    an dem blauen Himmelszelt?
    Weißt du, wie viele Wolken gehen
    weit hin über alle Welt?
    Gott der Herr hat sie gezählet,
    daß ihm auch nicht eines fehlet
    an der ganzen großen Zahl,
    an der ganzen großen Zahl.
  2. Weißt du, wie viel Mücklein spielen
    in der heißen Sonnenglut?
    Wie viel Fischlein auch sich kühlen
    in der hellen Wasserflut?
    Gott der Herr rief sie mit Namen,
    daß sie all ins Leben kamen,
    daß sie nun fröhlich sind.
  3. Weißt du, wie viel Kinder frühe
    stehn aus ihren Bettlein auf,
    daß sie ohne Sorg‘ und Mühe
    fröhlich sind im Tageslauf?
    Gott im Himmel hat an Allen
    seine Lust, sein Wohlgefallen,
    kennt auch dich und hat dich lieb

MEDITATION: Das Sterntaler Märchen erzählt von einem beeindruckenden Mädchen. Es ist von schweren Schicksalsschlägen gebeutelt: hat die Eltern verloren und sein Zuhause. Mit fast nichts steht es da, nur die Kleider am Leib und einem einzigen Stück Brot. Wir erfahren aber noch etwas anderes über das Mädchen: «Es war gut und fromm. Es ging im Vertrauen auf den lieben Gott hinaus ins Feld». Ein Resilienzfaktor kann der Glaube, das Vertrauen auf Gott sein. Das Mädchen weiss, dass da noch jemand ist, der bei ihr ist, auch wenn es ansonsten «von aller Welt verlassen» ist: Gott. Das Mädchen verharrt nicht in Verzweiflung und Trauer, sondern macht sich auf den Weg. Es nimmt sein Schicksal selbst in die Hand und handelt. Auch das ist ein Zeichen von Resilienz.  

Eigentlich denkt man, dass es niemandem schlechter als diesem Mädchen gehen kann. Doch es gibt tatsächlich Menschen, die noch weniger haben. Und genau diesen begegnet es auf seinem Weg. Sie bitten das Mädchen um Hilfe und das Mädchen gibt ihnen, ohne zu zögern, was sie brauchen, und spricht sogar noch Gottes Segen zu «Gott segne dir`s» sagt es zu dem alten Mann.

Paulus schreibt im Brief an die Galater: «Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen» (Galater 6,2). Noch die Kraft haben, in schweren Zeiten sein Herz für Mitmenschen öffnen zu können, ist ein weiteres Zeichen von Resilienz, ein sehr christliches.

Das haben wir alle in den letzten Monaten erfahren – sowohl als Gebende als auch als Annehmende. Am Wochenende lernte ich eine Dame kennen, die vor Corona in verschiedenen Kreisen und Vereinen aktiv und immer viel unterwegs war. Besonders musizierend. Für sie war es wie ein Schicksalsschlag, als sie von einem Tag auf den anderen alle Aktivitäten einstellen musste. Aber sie ist nicht daran verzweifelt und in Untätigkeit verfallen. Jeden Abend spielte sie Querflöte oder sang von ihrem Balkon, zur Freude der Nachbarn. Und dann begann sie Masken zu nähen. Das tut sie bis heute. So ist meine Familie nun im Besitz von farbenfrohen Gesichtsmasken. Sie hatte etwas zu tun und half auch anderen Menschen.

Nachdem das Volk Israel 40 Jahre durch die Wüste gegangen war und nun endlich an der Grenze des verheissenen Landes steht, stirbt der grosse Anführer Mose, der Freund Gottes genannt worden war. Nun war das Volk auf sich gestellt, wo es doch einen von Gott geleiteten Anführer so sehr brauchte. Was für ein Schicksalsschlag für die Israeliten! Doch Josua stellt sich der Herausforderung, die Führung zu übernehmen und mit dem Volk den Weg ins Gelobte Land zu gehen. Es waren sicherlich grosse Fussstapfen, in die er nun treten musste. Aber er setzte sein Vertrauen auf Gott und war gewiss, den Herrn an seiner Seite zu haben.

Ein Leben im Glauben, ein Leben im Vertrauen auf Gott, ist nicht immer leicht. Einem Christen werden nicht alle Schwierigkeiten und Probleme aus dem Weg geräumt. Das Leben – und Gott – fordern uns. Von dem Mädchen im Märchen fordert es viel. Es gibt alles her, was es hergeben kann, und steht schliesslich nackt und bloss mitten im nächtlichen Wald. Gott fordert, aber er über-fordert nicht. Er öffnet seine schützende Hand und lässt die Sterne vom Himmel regnen. Die verwandeln sich in harte, blanke Taler und das Mädchen ist nun versorgt für den Rest seines Lebens.

Ja, es stimmt, so goldig geht eine Notsituation in unserer Realität nicht oft aus. Dennoch lässt das alte Sprichwort: «Wenn sich eine Türe schliesst, so öffnet sich eine andere (oder ein Fenster)» – etwas ahnen von der Erfahrung, die viele Generationen vor uns gemacht haben: das Leben geht weiter – anders-, aber weiter.

Sucht man heute ein Buch zum Thema Resilienz, so finden sich über 800 Titel, eine schier unübersichtliche Fülle. Wenn ich Ihnen ein Ratgeberbuch zum Thema Resilienz empfehlen soll, dann ist es die Bibel. Josua und dem Volk Israel sagt Gott: «Dieses Buch der Weisung soll nicht von deinen Lippen weichen, und du sollst sinnen über ihm Tag und Nacht, damit du alles hältst, was darin geschrieben steht, und danach handelst, denn dann wirst du zum Ziel gelangen auf deinem Weg, und dann wirst du Erfolg haben». (Josua 1,8f) 

Für Josua und das Volk Israel war das «Buch der Weisung» Richtschnur und Massstab für ihr Handeln sowie ein Wegweiser zum Erfolg. Es steckt voller Berichte von Menschen, die von ihren Wegen im Vertrauen auf Gott erzählen.  Und davon berichten, wie ihnen ihr Gottvertrauen half, auch schwierige Situationen und Schicksalsschläge zu meistern.

Gottvertrauen fördert Resilienz. Gottvertrauen hilft uns Schweres zu Bewältigen. Der Herr spricht zu Josua: «Habe ich dich nicht geheissen, mutig und stark zu sein? Hab keine Angst und fürchte dich nicht, denn der HERR, dein Gott, ist mir dir auf allen deinen Wegen» (Josua 1,9)

Amen

FÜRBITTE:

Gütiger Gott, sei allen gnädig, die schwer zu tragen haben.

Wir bitten für die Menschen,

die wichtige Entscheidungen treffen müssen und dabei grosse Verantwortung tragen,

für Menschen in Politik und die Experten der Wissenschaft. Hilf ihnen ihre Lasten zu tragen, schenke ihnen Weisheit für richtige Entscheidungen und sei ihnen eine Feste zur Zeit der Not. 

Gütiger Gott, wir bitten dich, sei allen gnädig, die verletzlich sind.

Wir bitten dich für die Kinder,

an denen die Zeit ohne Kindergarten und Schule nicht spurlos vorübergegangen ist.

Für die Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen, die sich einsam und alleine fühlen. Gib ihnen deinen Schutz und sei ihnen eine Feste zur Zeit der Not.

Gütiger Gott, wir bitten, sei allen gnädig, die ins Wanken geraten sind.

Wir bitten für die Menschen,

die vor den Scherben ihrer Existenz stehen. Für die Menschen, die nicht mehr die Kraft finden, sich auf den Weg zu machen. Gib ihnen Halt und sei ihnen eine Feste zur Zeit der Not.

Was mir heute Abend noch am Herzen liegt, das bringe ich vor dich.

Stille

All das, für das ich jetzt gerade keine Worte finde, lege ich in das Gebet, das Jesus selbst und gelehrt hat.

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Wir LAUSCHEN Baba Yetu (By Christopher Tin) Vaterunser/Lord’s Prayer in Swahili – Alex Boyé, BYU Men’s Chorus/ Philharmonic

https://www.youtube.com/watch?v=vsINANZ6Riw

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Herr segne und behüte dich,

der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig,

der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

Geht gesegnet in die Nacht. Gott ist da.

Amen

Luther Gebet Mittwoch 22. Juli 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.    

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze. Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Heute am 22. Juli ist einer der christlichen Gedenktage, von denen fast niemand etwas weiss, auch wenn der derzeitige Papst Franziskus diesen Gedenktag vor drei Jahren im römischen Heiligenkalender erheblich aufgewertet hat. Und obwohl diese Frau, um die es heute geht, eine zentrale, wenn nicht DIE zentrale Bedeutung nicht nur von Frauen der Bibel hat.

Es geht um die biblisch-neutestamentliche Gestalt der Maria von Magdala oder auch Maria Magdalena:

Maria hat ihren Beinamen wohl nach ihrem Heimatort Magdala – dem heutigen Migdal in Israel. Sie schloss sich Jesus als Jüngerin an, nachdem der sie von Besessenheit befreit hatte (Lukasevangelium 8, 2) – der Jüngerkreis Jesu war grösser als die bekannten zwölf Männer und umfasste auch Frauen. Unter denen hatte Maria offenbar eine besondere Stellung, denn die Listen der Frauen im Neuen Testament werden stets von ihr angeführt. Maria sorgte – wie andere Frauen auch – insbesondere für Jesu Lebensunterhalt (Lukasevangelium 8, 3). Mit Jesus und den Jüngern zog auch Maria nach Jerusalem; zusammen mit zwei anderen Frauen flüchtete sie aber nicht wie die anderen Jünger, sondern blieb bei der Kreuzigung und dem Sterben Jesu dabei (Matthäusevangelium 27, 55 – 56).

Maria war an der Kreuzabnahme Jesu beteiligt und verharrte nach der Grablegung durch Joseph von Arimathaia weinend am Grab (Matthäusevangelium 27, 61; Johannesevangelium 20, 11) – auch dies eine in der Kunst oft wiederholte Darstellung. Sie ging dann am Morgen nach dem Sabbat zusammen mit zwei anderen Frauen zum Grab, um den Leichnam Jesu einzubalsamieren; sie wurden die ersten Zeuginnen des leeren Grabes und der Botschaft des Engels: „Erschrecket nicht! Er ist nicht hier, er ist auferweckt worden“ (Markusevangelium 16, 6) und erhielten den Auftrag, dieses den sich versteckt haltenden Jüngern zu berichten.

Das Johannesevangelium schildert, dass Maria am Ostermorgen allein war, das Grab leer fand und Petrus sowie Johannes darüber berichtete. Dann kehrte sie zum Grab zurück und begegnete dem Auferstandenen (20, 1 – 17): die traurig am Grab Weinende sah einen Mann, vermeintlich den Gärtner; nachdem er sie beim Namen genannt hatte, erkannte sie Jesus als Lebenden, durfte ihn aber nicht anfassen: „Berühre mich nicht“ – „noli me tangere“ – der Auferstandene ist nicht einfach fassbar.

„Magdalena“ von Bernardino Luini (circa 1480 –1532) (picture alliance / akg-images)

Hören wir rein in Psalm 30, der Psalm heute am Maria Magdalena Gedenktag:

Psalm 30:

5 Lobsinget dem HERRN, ihr seine Heiligen, und preiset seinen heiligen Namen!

6 Denn sein Zorn währet einen Augenblick und lebenslang seine Gnade. Den Abend lang währet das Weinen, aber des Morgens ist Freude.

7 Ich aber sprach, als es mir gut ging: Ich werde nimmermehr wanken.

8 Denn, HERR, durch dein Wohlgefallen / hattest du mich auf einen starken Fels gestellt. Aber als du dein Antlitz verbargest, erschrak ich.

9 Zu dir, HERR, rief ich und flehte zu meinem Gott.

10 Was nützt dir mein Blut, wenn ich zur Grube fahre? Wird dir auch der Staub danken und deine Treue verkündigen?

11 HERR, höre und sei mir gnädig! HERR, sei mein Helfer!

12 Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen, du hast mir den Sack der Trauer ausgezogen und mich mit Freude gegürtet,

13 dass ich dir lobsinge und nicht stille werde.

HERR, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017

Musik: “Laudate omnes gentes“

Audio-Player

Hätte es ohne Maria Magdalena je eine christliche Kirche gegeben? War sie die entscheidende Person, die bewirkte, dass die von Jesus begründete Bewegung nach seiner Kreuzigung fortbestand und nicht zerfiel?“ (Silke Petersen)

Mirjam aus der Hafenstadt Magdala in Galiläa – kurz Maria Magdalena.

Die Bibel schweigt über das weitere Schicksal der Jüngerin aus Magdala. Spätantike Texte belegen, dass sie als „Zeugin“ Jesu vielerorts verehrt wurde. Doch dann erhält der Name Maria Magdalenas in Europa plötzlich einen fragwürdigen Beigeschmack.

Gregor I, auch Gregor der Große genannt, zerstörte Maria Magdalenas Ruf nachhaltig.

1945 stieß der Feldarbeiter Muhammed Ali Samman in den Bergen nahe des Ortes Nag Hammadi auf einen großen roten Tonkrug. In der Hoffnung, darin Gold zu finden, öffnete er ihn. Doch der Inhalt war für Ali enttäuschend: Dutzende alte, in Leder gebundene Papyrus-Bücher! Sie wurden im Stall gelagert und zum Feueranzünden verwendet…

Einige Papyri gelangten auf abenteuerlichen Umwegen in den Besitz des koptischen Museums von Kairo. Dort erkannte man sofort ihren unschätzbaren Wert:

Zu den Schriften, gehört ein Text, der als „Evangelium der Mariam“ bezeichnet wird. Der koptische Name von „Maria“ bzw. „Mirjam“ steht für „Maria Magdalena“.

Interessant ist, dass Maria Magdalena hier, ebenso wie in weiteren gnostischen Schriften, als Vermittlerin wahrer Lehre und Erkenntnis eine wichtige Rolle spielt.“

Sie ist die Person, die angstfrei die anderen ermutigt, weil sie in besonderer Weise mit Jesus, dem Meister, verbunden ist.

„Da stand Maria auf, umarmte sie alle und sagte zu den Jüngern: „Weint nicht und seid nicht betrübt und lasst keinen Zweifel in eurem Herzen zu! Denn seine Gnade wird in Fülle mit euch sein und sie wird euch beschützen.“ … Da Maria das sagte, wandte sich das Herz der anderen zum Guten….“ (Evangelium der Maria“)

Das Evangelium der Maria ist das einzige bekannte „Evangelium“, dessen Protagonist eine Frau ist: Magdalena steht symbolhaft für Liebe und Erkenntnis, ihr Gegenspieler Petrus repräsentiert Macht und Dominanz. In den ersten Jahrzehnten haben die Frauen in der Gemeindebildung eine wichtige Rolle gespielt. Wir können erkennen, dass in dem Moment, in dem das Christentum sich immer stärker etabliert, Bestrebungen da sind, die Frauen wieder zurückzudrängen.“

Aber bereits im 4. Jahrhundert schrieb Bischof Hieronymus augenzwinkernd in einem Bibelkommentar:

„Als Jesus auferstanden war, erschien er zuerst den Frauen. Diese wurden „Apostelinnen der Apostel“. Und die Männer sollten schamrot werden, weil sie den nicht suchten, den das zartere Geschlecht schon gefunden hatte.“

 

 

Fürbitten:

Ewiger gütiger Gott wir danken Dir für das Leben und Zeugnis der Maria Magdalena, die Du viel geliebt hast, zeige auch uns den Weg zur Reinheit des Herzens.

Aus Liebe ist sie Jesus nachgefolgt, um seine Botschaft zu ermöglichen:

Lehre uns, unser Leben uneigennützig für unsere Geschwister im Glauben zu schenken.

Maria Magdalena befand sich beim Kreuz Jesu mit Maria und Johannes:

Schenke auch uns die Gnade des Glaubens und der Hoffnung in den schweren Situationen unseres Lebens.

Am Morgen von Ostern hat Maria Magdalena von Jesus die Mission empfangen, seine Auferstehung zu verkünden: Hilf auch uns zu glauben, dass das Leben stärker ist als der Tod, dass seine Liebe über alles sein und bleiben wird.

Maria Magdalena hat Jesus mit ihren Tränen berührt, sie hat diese Welt gekannt und berührt, und sie hat uns den Garten der Auferstehung gezeigt: .

Lass auch uns darauf vertrauen, Gott, dass wir zu Gutem fähig sind und dass immer wieder ein neuer Morgen unserer Auferstehung kommt.

Hilf uns, uns selbst und unsere Nächsten zu lieben, anzunehmen wie sie sind und Gottes Liebe in diese Welt zu tragen.

Mit Maria Magdalena sind wir an der Seite derer, die Leid erleben, die sich für andere engagieren, die Trost und Zuversicht in diese Welt bringen können. Dazu segne uns Gott!

Manches persönliche Anliegen sagen wir dir in einem Moment der Stille:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Segen Gottes ist die Liebe, die uns miteinander verbindet.
Der Segen Gottes ist die Freude, die wir auf dieser Erde und untereinander haben.
Der Segen Gottes ist die Phantasie und die Lust, die uns beflügelt und bereichert.
Der Segen Gottes ist der Friede, der uns glücklich miteinander leben lässt.
Der Segen Gottes ist die Sorge, die uns aufmerksam und wach hält.
Der Segen Gottes sind  Leid und die Ungerechtigkeiten, die wir bekämpfen und die uns reifen lassen.
Der Segen Gottes ist die Geduld, mit der wir an uns arbeiten.
Der Segen Gottes ist die Gemeinschaft unter uns und mit Gott, die uns trägt.
Der Segen Gottes ist die Zuversicht und der Glaube, auch der Glaube an uns selbst.
Der Segen Gottes ist die Hoffnung, die den Tod überwindet.

Dieser Segen Gottes sei mit euch.

So geht gesegnet in die Nacht. Gott ist da.

Amen.

 

Gottesdienst am 6. Sonntag nach Trinitatis 19. Juli 2020 Kirche Unterstrass

6. Sonntag n.Trin. Zürich Unterstrass 19.7.2020

Luther Gebet Samstag 18. Juli 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Heute ist endlich wieder ein schöner langer und wärmerer Sommerabend, nach manchen kühlen regnerischen Tagen zuletzt. Zeit zum auf der Terrasse oder Balkon sitzen, dem Abendrot nachschauen, meine Gedanken mitfliegen lassen, ob am Urlaubsort oder zuhause. Während auf der einen Seite der Erde die Sonne untergeht, erscheint sie auf der anderen Seite wieder für einen neuen Tag. Kommen und gehen, verweilen, Gedanken fliegen mit wie die uralte religiöse Frage der Menschheit: woher komme ich, wohin gehe ich…? Seit Jahrtausenden fragen sich Menschen dies und finden jeweils für ihre Zeit ihre eigenen Antworten. Das Staunen über unser Leben und das woher und wohin bleibt, finde ich. Zum Beispiel in dieser nun zu Ende gehenden Woche, haben Sie die Bilder der Sonne gesehen, aufgenommen mit einer Kamera der ESA Raumsonde Solar Orbiter aus 77 Millionen km Entfernung von der Sonne? Das ist etwa die halbe Distanz zwischen DErde und Sonne. Eine Sensation, so nah an der Sonne. Von kleinen Lagerfeuern auf der Sonne war die Rede, blitzende helle Flecken, jedes Lagerfeuer 1000 km gross.

Ich staune!

Ja woher komme ich, wohin gehe ich. Die einfache und zugleich schwierige Frage der Menschheit, das zeigen ja auch Kinder, die immer nach der Wahrheit der Dinge fragen. Meine Tochter fragte uns, als sie noch klein war: Wo war ich eigentlich, bevor ich in Mamas Bauch war? Vorher speisten wir sie mit den schönen Bildern ab, du warst ungefähr so gross wie ein Gummibärchen im Bauch usw., diesmal wollte sie aber mehr wissen. Und die schönste Antwort auf die Frage finde ich nach wie vor in der Bibel, im Psalm 139:

Hören wir ihn mal, Psalm 139 in Auszügen:

1 HERR, du erforschest mich und kennest mich.

2 Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.

3 Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.

4 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht alles wüsstest.

5 Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

6 Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.

7 Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht? 8 Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.

9 Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer,

10 so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.

11 Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein –,

12 so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.

13 Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe.

14 Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.

15 Es war dir mein Gebein nicht verborgen, / da ich im Verborgenen gemacht wurde, da ich gebildet wurde unten in der Erde.

16 Deine Augen sahen mich, da ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war.

17 Aber wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß!

18 Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand: Wenn ich aufwache, bin ich noch immer bei dir.

23 Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine. 24 Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017

dpa/Solar Orbiter

Musik: Klaviersonate Nr. 8 c-Moll, „Pathétique“, 2. Satz Adagio cantabile, L. v. Beethoven, Interpret: Glenn Gould.

 https://www.youtube.com/watch?v=5cELMIRPiZw

Woher komme ich, wohin gehe ich – „wo war ich eigentlich, bevor ich in Mamas Bauch war…“?!

Hat dieser Psalm 139, der Psalm für die morgen beginnende neue Woche, nicht wunderbare Antworten parat, die wir uns selbst nicht besser geben könnten:

Ich sitze oder stehe auf, so weiss Gott es schon und versteht meine Gedanken von ferne. 3 Ich gehe oder liege, so ist er um mich und sieht alle meine Wege.

5 Von allen Seiten umgibt er uns und hält seine Hand über mir.

6 kann ich das begreifen? 7 Sollte ich fliehen wollen vor Gott, so ist er überall da, aber das ist keine Bedrohung, sondern eine Zusage und einzigartig: im Himmel ist Gott da und bei den Toten auch und überhaupt, bei der Morgenröte am äußersten Meer, in Finsternis und Nacht und Licht. Und jetzt kommen die weiteren Antworten: Gott hat mich gebildet im Mutterleibe, ja sogar meine Nieren hat er gemacht und es war ihm mein Gebein nicht verborgen, als ich im Verborgenen gemacht und gebildet wurde. Gottes Augen waren auf mir, als ich noch nicht mal im Bauch meiner Mutter war. Wie schwer sind Gottes Gedanken! Und wie ist ihre Summe so groß! Dennoch: irgendwo tief in meiner Seele kann ich das erkennen, dass ich und Du, dass wir wunderbar gemacht sind.

Wenn wir unsere Sonne jetzt immer näher sehen können, wenn wir bald zum Mars fliegen können, wenn ein kleines Virus unsere Welt in Schach hält, und wenn wir in den sommerlichen Abendhimmel schauen: wir sind ein Gedanke Gottes, wir waren es, wir sind es und wir werden es sein und bleiben.

Alle Tage sind in sein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war. Das zeigt uns nun auch das folgende Lied:

MUSIK:

„Vergiss es nie“

https://www.youtube.com/watch?v=Mk3tjKj-wN0

Fürbitten:

Ewiger, gütiger Gott, Dir verdanken wir unser Leben.

Du kanntest uns schon vor unserer Geburt.

Deine Liebe galt uns, noch ehe ein Mensch an uns dachte.

Sie wird uns unser Leben lang begleiten und uns auch nicht loslassen, wenn wir sterben. Das hast du uns in der Taufe zugesagt.

Was immer uns in unserem Leben noch erwartet, du wirst da sein.

Hilf uns darauf zu vertrauen und auch andere in diesem Vertrauen zu stärken.

Du bist Gott, der Schöpfer allen Lebens,

wir kommen zu dir mit unseren Hoffnungen und Sorgen dieser Tage, dieses Sommers,

wir kommen zu Dir mit unserem Dank und unseren Bitten:

Wir bitten dich für unsere Kinder und für alle Deine Kinder, dass sie Geborgenheit und Wärme erfahren,

dass sie auch mit uns Mut und Zuversicht behalten,

dass unser Glaube eine Hilfe im Leben ist.

Wir bitten dich für uns alle,

dass die Erinnerung an unsere Taufe uns Mut und Vertrauen gibt,

dass wir leben können in dieser Welt der Bedrohungen und aller Schönheiten, in dieser Welt des Hasses und der Liebe,

dass wir auf deine Hilfe hoffen für uns und unsere Welt, da wo wir Hoffnung brauchen.

Wir bitten Dich für die, die für andere da sind: in den Spitälern und Gesundheitsdiensten, an den Urlaubsorten in den Bergen und am Meer, an Flüssen und Seen, im öffentlichen Verkehr und an den Schaltzentren der Macht unserer Welt: gib Kraft, gib Vernunft, gib Weisheit und Umsicht.

Manches persönliche Anliegen sagen wir dir in einem Moment der Stille:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Gott segne und behüte dich,

Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Gott erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

Geht gesegnet in die Nacht. Gott ist da.

Amen.

 

Wir laden herzlich ein zum Gottesdienst morgen am 19. Juli, dem 6. Sonntag nach Trinitatis um 10 Uhr in die Kirche Unterstrass: ein besonderer Gottesdienst! Wir feiern die Erinnerung an die Taufe und haben einen besonderen Gast zur Predigt: Professor Dr. Jörg Frey, Inhaber des Lehrstuhls für Neutestamentliche Wissenschaft mit Schwerpunkt Antikes Judentum und Hermeneutik an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich.

Prof. Frey predigt über einen Text aus dem Johannes-Evangelium, einem seiner Forschungs- und Lehrschwerpunkte.

LUTHER GEBET am MITTWOCH, den 15. Juli 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Ich möchte heim finden zu dir Gott,

wenn es Abend wird,

und den verflossenen Tag

mit all seiner Unruhe

und seinen Herausforderungen,

mit seinen Erwartungen,

mit seinen Sorgen

ablegen wie einen Mantel.

Ich möchte heim finden zu dir Gott,

wenn es Abend wird,

eintreten in die Stille,

die mich mit Frieden und Wärme,

mit Geborgenheit und Licht einlädt

zur Ruhe zu kommen.

Ich möchte heim finden zu dir Gott,

wenn es Abend wird,

und mich auf das Wesentliche besinnen,

auf das was mich hält,

was mich trägt,

was mir unendlich kostbar ist.

Bleib bei mir.

Amen

LIED: Wir LAUSCHEN Joseph Haydn: Serenade

https://www.youtube.com/watch?v=YsHoVjvep0w

MEDITATION: Alt werden…

Liebe Gemeinde,

sicherlich kennen Sie das auch. Manchmal sieht man am Morgen in den Badezimmerspiegel, mit seinem unbarmherzigen Licht … Falten und Fältchen springen einen an. Hier ein weisses Haar oder mehrere. An anderer Stelle lichtet es sich. «Ich werde alt» denkt man sich und Frau greift nach der Luis Widmer Augencreme, um das Schlimmste zu verdecken.

Immer wieder mal ereilt uns die bittere Wahrheit: Ich werde nicht jünger, ganz im Gegenteil. Und manchmal ärgert es mich. Klar werden wir älter, und zwar vom Tag unserer Geburt an. Das ist normal. Nicht normal ist es zu meinen, man kann, unabhängig von unserem Alter, energiegeladen, jung und dynamisch bleiben, bis zu dem Tag, an dem man hochbetagt plötzlich umfällt und tot ist. In diese Richtung entwickelt sich leider das Denken unserer Gesellschaft. Larry Page, der Gründer von Google sagt sogar: «Ich habe nicht vor zu sterben». Und im Silicon Valley ist letztes Jahr ein Mensch verjüngt worden, hiess es in den Nachrichten.

Die Bibel hat ein viel realistischeres Menschenbild „Denk an deinen Schöpfer in deiner Jugend, ehe die bösen Tage kommen und die Jahre sich nahen, da du wirst sagen: »Sie gefallen mir nicht«.“ (Pred 12) Da wird nichts glorifiziert, da wird klar gesagt: Alt werden ist nichts für Feiglinge. Früher tat unser Körper das, was wir wollten. Nun müssen wir tun, was unser Körper will. Natürlich ist das nicht die ganze Wahrheit, sondern nur der Teil, der so gern verschwiegen wird. Der andere Teil der Wahrheit ist: Man wird gelassener mit der Zeit und mit dem Alter, vielleicht sogar ein klein wenig klug und weise – zumindest für eine gewisse Zeit.

Trotzdem ist es nicht egal, wie alt man ist. Jede Lebensphase hat ihren besonderen Reiz und ihre besondere Aufgabe, von Kindesbeinen bis zu Greisenbeinen. Und das ist gut so. Und ich denke, wir müssen uns immer wieder auch bewusst machen, kein Lebensalter wiederholt sich, daher sollten wir es jeweils sinnvoll und auch genussvoll leben und gestalten. Es ist ein Geschenk Gottes – jedes Lebensalter, das wir erleben dürfen. 

Und was die Falten oder grauen Haare anbelangt – sie erzählen davon, dass es in unserem Leben Lachen und Abenteuer, Aufregung, Glück und auch Trauer und Verlust gegeben hat, Bewahrung und Neuanfang. Sie erzählen von einem reichen und erfüllten Leben. Luther würde sagen: in, mit und unter alledem ist Gott uns nahe gewesen.

Vor einigen Wochen las ich von einem Ehepaar, das sich auf dem gemeinsamen Weg des Altwerdens vorgenommen hat, nur im Badezimmer über die Zeichen des Alters zu jammern. Ansonsten aber zu versuchen aus jedem Lebensabschnitt das Beste zu machen. Dieser Gedanke ist mir sehr sympathisch.

So wünsche ich es Ihnen allen und auch mir, dass wir unser Leben immer wieder als erfüllt wahrnehmen und erfahren. Amen

GEBET

Gott, viele Hoffnungen, Wünsche begleiten uns in dieser Zeit.

Schenk uns Kraft und Zuversicht für all unsere Gedanken.

Besonnenheit für unsere Wünsche.

Schenk uns Vertrauen, dass du uns immer die Kraft gibst,

die wir gerade für den nächsten Schritt brauchen.

Lass unsere Begegnungen vorsichtig und gesegnet sein, so dass sie ein Lächeln auf unsere Gesichter und in unsere Herzen zaubern.

Wir bitten dich, wache du mit denen, die wachen oder weinen in dieser Nacht.

Hüte deine Kranken, lass deine Müden ruhen, segne deine Sterbenden.

Tröste deine Leidenden.

Erbarme dich deiner Betrübten und sei mit deinen Fröhlichen.

Vor dich bringen wir, was uns persönlich wichtig ist und auf dem Herzen liegt.

Stille

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Möge dir jeder Tag

In all seinen Stunden, seinen Minuten

und seinen unzählbar scheinenden Sekunden

von Augenblick zu Augenblick gesegnet sein.

Möge dir die Zeit, die dich erwartet,

immer wieder neue Ideen ins Herz buchstabieren,

damit sich dein Leben spannungsvoll fortschreibt,

wie ein lesenswertes Buch.

So segne und behüte dich,

der barmherzige Gott,

Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Amen

Wir LAUSCHEN James Galway – Irlandaise

https://www.youtube.com/watch?v=8N6ulsmp8gY

Unseren GOTTESDIENST zum 5. SONNTAG nach TRINITATIS, den wir in der Wasserkirche am 12. Juli gefeiert haben, finden Sie hier. Thema der Predigt: «Von Frust zu Lebenslust»

5. So.n.Trinitatis Zürich 2020

LUTHER GEBET am SAMSTAG, den 11. Juli 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                    

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Barmherziger Gott,
du allein weißt, was dieser Tag und diese Woche wert waren.
Ich habe vieles getan und einiges versäumt.
Ich habe vieles geschafft, vieles ist mir gelungen.

Ich habe aber auch einiges versucht und etliches nicht vollendet.
Manches Mal habe ich aus Glauben gehandelt und entschieden.

Manches Mal aus Unglauben.

Ich habe Liebe verschenkt, war grosszügig.

Aber manchen Menschen bin ich Liebe schuldig geblieben.

Ich möchte allen vergeben, die mir Unrecht getan haben.
Ich möchte von allem Hass, allem Neid,
allem Ärger und aller Verachtung frei sein.
Vergib du mir alle meine Schuld.

Mach mich frei, heil und friedvoll.

Wieviel Frucht diese Woche gebracht hat, weiß ich nicht.
Du allein siehst es.
Lege deinen Segen auf alle mein Mühen,

auf all mein Tun und Erleben.

Gott, ich kann dir nicht mehr geben
als meinen Dank für diese Woche.

Meinen Dank bringe ich von Herzen und

möchte den kommenden Tag aus deiner Hand nehmen.

Ich danke dir in dieser Abendstunde,
dass du mich behütet hast.
Behüte alle, denen ich begegnet bin,
gib das Licht deiner Liebe allen, die ich liebhabe,
und allen, deren Last ich tragen soll.
Dein bin ich
im Licht des Tages und im Dunkel der Nacht,
bis du mich heimrufst
in deinen Frieden.

Amen

Wir erinnern uns an die vergangene Woche.

An die vergangenen Tage.

Erinnerungen – wir lassen sie an uns vorüber ziehen, Streiflichtern gleich.

Dazu LAUSCHEN wir «Memories/ Erinnerungen» Maroon 5 – Memories (Cover) One Voice Children’s Choir

https://www.youtube.com/watch?v=XB6yjGVuzVo

MEDITATION – FERIEN – unter den Bedingungen von Corona.

Liebe Gemeinde, die Sommerferien haben begonnen. Immer schon war das ein Grund zur Freude. Und nach diesen letzten bewegten und bewegenden Monaten brauchen wir alle Ferien, ein wenig Ausruhen, in den Tag hinein leben, einen Tapentewechsel, Sonne auf der Haut, Wind in den Haaren, weite Strände, einen Cocktail in der Hand.

Jedoch… der Refrain der heutigen Tage lautet «Unter den Bedigungen von Corona» – nur so kann man im Augenblick irgendwas planen. Wie ein roter Faden zieht es sich durch. Ganz egal, ob Familienfest, Konfirmation, Konzert, Urlaub oder berufliche Projekte: alles unter den Bedigungen von Corona. Man weiß ja nicht, was kommt. Eine zweite Welle der Infektion? Ein Medikament, ein Impfstoff sogar? Oder verschwindet der ganze Spuk, wie eine Grippewelle ja auch irgendwie verschwindet?

Wie kann man mit dieser Unsicherheit umgehen?

Manche geben auf. Sie sagen: es hat ja keinen Sinn, etwas zu planen, ich warte mal ab und halte still. Das ist vielleicht die bequemste Lösung. Aber irgendwie versumpft man in der Resignation. Andere drängen ungeduldig auf immer weitere Lockerungen. Es ist höchste Zeit, dass das Leben wieder normal wird, sagen sie. Diese Unsicherheit ist ja nicht auszuhalten.

Andere legen neue Termine fest, planen und haben Sorge vor der Enttäuschung, dass sie doch wieder absagen müssen.

Aber: War das Leben nicht immer unsicher? Meine Eltern und Großeltern, die haben davon erzählt. Wie das ist, wenn einer aus der Familie in den Krieg ziehen muss und man nicht weiß, wann man sich wiedersieht und ob überhaupt. Wenn ein junger Mensch heute ein Startup gründet und nicht weiß, ob sein Geschäftsmodell tragfähig ist. Wie ist das, wenn man nicht weiß, ob es länger als ein paar Monate gut geht?

In biblischen Zeiten musste man erst recht mit dieser Unsicherheit rechnen. Jede Krankheit konnte alle Pläne durchkreuzen, jede Geburt konnte den Tod der Ehefrau und Mutter bedeuten, die Willkür der Obrigkeit jedem Vorhaben einen Riegel vorschieben. Deshalb warnt Jakobus, ein Gemeindeleiter in jener Zeit: Ihr wisst nicht, was morgen sein wird. Deshalb sollt ihr sagen: Wenn Gott will, werden wir leben und dies oder jenes tun (Jakobus 4, 15). Diese Einschränkung, die Jakobus gemacht hat, das ist die so genannte „Bedingung des Jakobus“. Wer früher gebildet war und Latein konnte, der hat gesagt: die conditio des Jakobus. Sub conditione Jacobaea.

 

Ist das Schicksalsglaube? Also ein: Man kann ja nichts machen, es kommt, wie es kommen soll? Ich glaube nicht. Wer mit Gott rechnet, der rechnet mit seinem Beistand. Wer mit Gott rechnet, der vertraut darauf: Wie es auch kommt, Gott wird uns beistehen. Er kann uns helfen, unsere Pläne zu verwirklichen. Er kann aber auch helfen, mit Enttäuschungen und Misslingen zurecht zu kommen.

Ich finde, so kann man Pläne machen und Träume haben: das schöne Fest planen oder vom gemeinsamen Urlaub träumen. Denn auch wenn es anders kommt: Mit Gottes Hilfe werde ich einen neuen Weg finden.

«Und Gott ward meine Zuversicht. Und er führte mich hinaus in das Weite, er riß mich heraus; denn er hatte Lust zu mir.» (2. Samuel 22,20)

GEBET

Barmherziger Gott,

ich bitte dich für alle Menschen,
die den Tag im Streit beendet haben.
Zeige uns allen Wege zum Frieden
auf dieser Erde.
Ich bitte dich für alle, die jetzt arbeiten,
für alle, die auf den Straßen fahren,
für alle, die in den Krankenhäusern wachen.
Ich bitte dich für alle, die keinen Schlaf finden,
für die Kranken und die Schwermütigen,
die Verlassenen, die Gefangenen und alle die auf der Flucht sind.
Du wachst, Gott, mit den Wachenden,
du bist der Schlaf der Schlafenden
und das Leben der Sterbenden.

In der Stille bringe ich vor dich, was mir persönlich wichtig ist.

Stille

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Herr segne und behüte dich,

der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig,

der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

Kind Gottes

Fühl dich getragen,

denn Gott ist bei dir.

Amen

Wir LAUSCHEN „I Can Only Imagine“ by MercyMe – cover by One Voice Children’s Choir

 https://www.youtube.com/watch?v=acwsBIl15zM

I CAN ONLY IMAGINE LYRICS ÜBERSETZUNG

Ich kann es nur erahnen
Ich kann höchstens erahnen,
wie es sein könnte,
wenn ich geh
neben dir.

Ich kann höchstens erahnen,
was ich sehen werd,
dein Gesicht
direkt vor mir.
Ich kann es nur erahnen.,
Ich kann’s höchstens erahnen.

Von deinem Glanz umgeben, was fühlt mein Herz dann?
Bin ich still noch vor Ehrfurcht oder fang zu tanzen an?
Werd ich aufrecht vor dir steh‘n, oder knie ich vor dir?
Sing ich laut Halleluja oder fehlt die Stimme mir?
Ich kann es nur erahnen,
Ich kann’s höchstens erahnen.

Ich kann höchstens erahnen,
wenn der Tag kommt,
und ich sehe mich
neben Jesus steh’n.

Ich kann es nur erahnen,
wie es dann sein wird
wenn auf ewig
ich dich anbeten werd.
Ich kann es nur erahnen.
Ich kann’s höchstens erahnen.

Von deinem Glanz umgeben, was fühlt mein Herz dann?
Bin ich still noch vor Ehrfurcht oder fang zu tanzen an?
Werd ich aufrecht vor dir steh‘n, oder knie ich vor dir?
Sing ich laut Halleluja oder fehlt die Stimme mir?
Ich kann es nur erahnen,
Ich kann’s höchstens erahnen.

Ich kann es nur erahnen, ich kann’s höchstens erahnen,
wie es dann sein wird
wenn auf ewig ich dich anbeten werd.

Einen gesegneten Samstagabend.

Herzliche Einladung zum „Gottesdienst zuhaus“ heute am 4. SONNTAG nach TRINITATIS, dem 5. Juli 2020.

Dieser Sonntag erinnert uns an unsere Verantwortung als Christinnen und Christen für unsere Gemeinde und für diese Welt. Dass Frieden herrscht im Kleinen wie im Großen, „auf Erden und im Treppenhaus“, das ist durchaus unsere Sache! Wie wir dafür Sorge tragen können angesichts einer Welt, die an vielen Stellen aus dem Gleichgewicht geraten zu sein scheint, darüber denken wir heute nach.

Der Gottesdienst mit allen Texten und Predigt ist nachzulesen hier:

4. So.n.Trin. Zürich SG-zuhaus 5.7.2020

Einen gesegneten Sonntag!

Am Dienstag 7. Juli 20 Uhr können Sie ein internationales Sommergebet live mitfeiern des Bund Evang.-Luth. Kirchen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Den link zur Internetverbindung gibt es auf Anfrage bei den Pfarrpersonen Marion Werner und Thomas Risel.

LUTHER GEBET am SAMSTAG, den 4. Juli 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.               Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Es ist Abend worden, lasset uns stille halten und aufsehen zu Christus, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens.

Mein Gott, ich danke dir,

dass du diesen Tag zu Ende gebracht hast;

ich danke dir, dass du Leib und Seele zur Ruhe kommen lässt.

Deine Hand war über mir

Und hat mich behütet und bewahrt.

Vergib allen Kleinglauben

Und alles Unrecht dieses Tages

Und hilf, dass ich allen vergebe,

die mir Unrecht getan haben.

Lass mich in Frieden unter deinem Schutz schlafen

Und bewahre mich vor den Anfechtungen der Finsternis.

Ich befehle dir die Meinen,

ich befehle dir dieses Haus,

ich befehle dir meinen Leib und meine Seele,

Gott, dein Heiliger Name sei gelobt.

Amen

(Dietrich Bonhoeffer

Wir SINGEN oder LAUSCHEN «Diesen Tag Herr, leg ich zurück in deine Hände»

https://www.evangeliums.net/lieder/lied_diesen_tag_herr_leg_ich_zurueck_in_deine_haende.html

 (REF)

Diesen Tag, Herr, leg ich zurück in eine Hände,

denn du gabst ihn mir.

Du, Gott, bist doch der Zeiten Ursprung und ihr Ende

ich vertraue dir.

Kommen dunkle Schatten über die Welt

wenn die Angst zu leben,

mich plötzlich befällt:

Du machst das Dunkel hell. (REF)

Ist mir heut gelungen, was ich mir erträumt?

und wer kann es zählen,

was ich versäumt?

Du nimmst die Schuld von mir. (REF)

Wieviel Worte blieben besser ungesagt?

Wann hab ich gedankt

und wie oft nur geklagt?

Du weißt ja, wie ich bin (REF)

Scheint mir auch das Leben oft ohne Sinn

frag ich mich auch manchmal:

Wo führt es mich hin?

Du kennst auch meinen Weg (REF)

https://lyricstranslate.com

GEBET: Jesus, du bist anders.

Du heiltest Kranke, als sie von andern aufgegeben waren.

Du liebtest die Armen, als alle Reichtum erstrebten.

Du lobtest die opfernde Witwe, als sie von allen übersehen wurde.

Du riefst die Kinder zu dir, als alle sie wegschicken wollten.

Du kehrtest bei dem Zöllner ein, als sich alle über ihn empörten.

Du stelltest dich zur Ehebrecherin, als sich alle von ihr distanzierten.

Du flohst den Ruhm, als alle dich zum König machen wollten.

Du verjagtest den Teufel, als alle anderen auf ihn hereingefallen wären.

Du nahmst die Schuld auf dich, als alle ihre Hände in Unschuld wuschen.

Du vergabst dem Petrus, als er sich selbst verdammte.

Du schwiegst, als alle dich verklagten, verspotteten und auspeitschten.

Du versprachst dem Schächer das Himmelreich, als alle ihm die Hölle wünschten.

Du starbst am Kreuz, als alle ihr Passah feierten.

Du erstandest vom Tode, als alle meinten, alles sei zu Ende.

Du riefst Paulus in die Nachfolge, als alle ihn als Verfolger fürchteten.

Jesus, ich danke dir, dass du anders bist.

Amen

MEDIATION: ANDERS

Liebe Gemeinde,

haben Sie schon einmal gesehen, wie sich ein Organist oder eine Organistin im Gottesdienst orientiert? Von da oben gibt es eine ganz andere Perspektive. Oft sitzen die Musiker oben auf der Empore mit dem Rücken zur Gemeinde und müssen dennoch sehr genau auf das reagieren, was unten geschieht. In der Zeit der Digitaliserung haben manche nun die Hilfe von Kameras und Monitoren. Die Normalität ist jedoch immer noch ein kleiner Spiegel, der ander Orgel angebracht wurde – so wie im Bild. Damit sieht man von der Orgel alles, aber in einer ganz anderen Perspektive. An diesen Blick rückwärts in den Spiegel muss man sich erst gewöhnen.

In der Bibel wird uns von Jesus erzählt, der so anders gewesen ist und uns helfen will auch anders auf die Welt und das Leben zu sehen, als wir es normalerweise tun. Schon die christliche Grundregel leitet zu einem anderen Verhalten an: Liebe deinen nächsten wie dich selbest – einander mit Respekt, Achtung und Wertschätzung zu begegnen. Denn wir alle sind Kinder Gottes und gleich wertvoll. Dieses andere Denken und diese andere Verhaltensweise soll uns kennzeichnen als Christen.

«Gott hält die ganze Welt in seiner Hand» – darauf vertrauen viele – aber daran zweifeln auch viele, weil es in der Welt so viel Leid gibt. Aber es gibt auch das Andere – Menschlichkeit, Mitgefühl, Selbstlosigkeit, Solidariät und Hilfe, Einsatz für Gerechtigkeit und Natur.

Öffnen wir die Augen, sehen wir trotz allem Gottes Spuren in unserem Leben, der uns trägt und uns hält, der uns führt durch das Dunkel hindurch. Paulus sagte in Römer 8,28: «Wir wissen, dass denen die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen». Auch schlimme Erfahrungen kann und will Gott sinnvoll in unsere Lebensgeschichte verweben. Diese Hoffnung trägt uns als Christen durch das Leben.

Im 1. Brief an die Tessalonicher 5,18 wird uns noch ein recht anderes Werkzeug in die Hand geben: «Seid dankbar in allen Dingen». Es fällt uns leichter uns zu beschweren, als dankbar zu sein. An der Uni Zürich hat es 2012 eine Studie gegeben. Eine der drei Studiengruppen hat ein Dankbarkeits-Tagebuch geführt. Unabhängig dessen wie schlimm manche Tage waren, haben sie das Andere aufgeschrieben: mindestens drei Sachen, die am Tag dennoch gut gewesen sind. Am Ende sprachen sie davon, sich im Leben zufriedener zu fühlen.

So wünsche ich es Ihnen und mir, dass wir in unserem Leben täglich mindestes einen Grund zur Dankbarkeit und Freude finden.  Amen

Wir SINGEN oder LAUSCHEN das Lied: «Nun danket alle Gott»

https://www.evangeliums.net/lieder/lied_nun_danket_alle_gott.html

1) Nun danket alle Gott
mit Herzen, Mund und Händen,
der große Dinge tut
an uns und allen Enden,
der uns von Mutterleib
und Kindesbeinen an
unzählig viel zugut
bis hierher hat getan.

2) Der ewigreiche Gott
woll‘ uns bei unserm Leben
ein immer fröhlich Herz
und edlen Frieden geben
und uns in seiner Gnad
erhalten fort und fort
und uns aus aller Not
erlösen hier und dort.

3) Lob, Ehr und Preis sei Gott
dem Vater und dem Sohne
und Gott dem Heilgen Geist
im höchsten Himmelsthrone,
ihm, dem dreiein’gen Gott,
wie es im Anfang war
und ist und bleiben wird
so jetzt und immerdar.

GEBET:

Nicht das Böse möge uns gefangen nehmen,

sondern das Gute, das in uns schlummert.

Denn du selbst hast es in uns hineingelegt.

Wie oft lasse ich mich in den Bann ziehen

von schlimmen Nachrichten und von dem,

was Menschen einander antun

aus Selbstsucht oder aus Angst.

Lass uns Böses nicht hinnehmen

Und auch nicht resignieren vor allem Schrecklichen,

das wir hören, sehen und selber erfahren.

Und lass uns nicht hartherzig werden

bei dem, was wir denken, reden und tun.

Schenke stattdessen den Willen und die Kraft,

Freude und Zuversicht, das weite Feld zu erkennen,

das vor uns liegt, um Hoffnung zu säen

und Lebensbedingungen zu verändern,

die uns Vorahnungen schneken,

wie das Miteinander gelingen kann.

Stärke in uns das Gute.

Was uns an Dankbarkeit und Sorge noch auf dem Herzen liegt…

Die Menschen die wir lieben…

Unser Leben….

Bringen wir in der Stille vor dich…

Stille

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Herr segne und behüte dich,

der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig,

der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

Kind Gottes

Fühl dich getragen,

denn Gott ist bei dir.

Amen

Einen gesegneten Samstagabend.

Unseren Gottesdienst findet Ihr morgen auf der Homepage www.luther-zuerich.ch unter «Texte: Andachten und Gottesdienste».

Luther Gebet Mittwoch 1. Juli 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.               Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Musik:

Schenk uns Zeit Schenk uns Zeit, Zeit aus deiner Ewigkeit.

  1. Zeit zum Nehmen, Zeit zum Geben,

Zeit zum Miteinanderleben.

  1. Zeit zum Trinken, Zeit zum Essen,

Zeit, um keinen zu vergessen.

  1. Zeit zum Beten, Zeit zum Klagen,

Zeit, dir, Gott, auch Dank zu sagen.

https://www.evangeliums.net/lieder/lied_schenk_uns_zeit.html

 

Andacht:

Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach:

Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.

  1. Buch der Könige 19,7 als Bibelspruch für den Monat Juli 2020

Montag abend, Sportanlage am Hardhof in Zürich. Fussballspiel des FC Religionen gegen den FC Gemeinderat Zürich. Sonnenschein, 24 Grad. Es ist warm. Wir laufen und laufen und spielen, erfolgreich. Nach der ersten Halbzeit, es steht 5-1, macht sich die erste Müdigkeit bemerkbar. Wie gut dass es das gibt, Halbzeitpause. Aufatmen, durchschnaufen, trinken, regenerieren.

Wie gut dass es das gibt: Halbzeitpause. Ein Weg liegt hinter uns, ein Weg liegt vor uns.

2020, das erste Halbjahr ist um. Was für ein Halbjahr, niemand hätte das gedacht! Niemand hat so etwas je erlebt. Jetzt spätestens seit Mitte März. Was macht dieses Virus mit uns? Gesundheitlich…. Gesellschaftlich. Kirchlich. Persönlich. Familiär. Immer wieder hören wir, sehen wir Nachrichten, immer wieder auf Neues einstellen, was wird nun werden? So war es die letzten Wochen und Monate. Und was wird werden, im zweiten Halbjahr?

Das Jahr macht Halbzeitpause. Gut, dass es Pausen gibt. Sommer. Ferien, bald Zeit zum Durchatmen, erholen. Viele sind müde bis erschöpft, es war eine anstrengende Zeit.

Auch Propheten werden müde. Elia war ein Prophet; einer derjenigen im Ersten Testament unserer Bibel ohne eigenes Buch, aber mit Geschichten und Taten voller Wucht. Genau dieser Elia wird dann auch mal müde. Müde seines Auftrags; müde sogar seines Gottes, dem er nicht mehr zu genügen meint. Dann legt er sich hin und will sogar nichts lieber als sterben – was in seinem Glauben so viel heisst wie: sich zu seinen Vätern legen und mit Gott im Einklang sein. Das aber will Gott nicht. Gott hat noch viel vor mit ihm. Also weckt er ihn auf seine Weise, mit einem Engel. Der rührt Elia an, zeigt auf die Speise und sagt ihm: „Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“

Mancher und manchen geht es ähnlich: man kommt nicht mehr von selbst auf die Beine, weder mit dem Körper noch mit der Seele. Es gibt Zeiten, da sagt man zu sich selbst, aber auch zu Gott und der Welt: Es ist genug, Gott. Ich will oder kann nicht mehr. Wir sollten das nicht kleinreden. Sitzen oder liegen, vor sich hinschauen, sich ablenken oder ablenken lassen – auf keinen Fall aber mehr an irgendein Werk gehen. Es ist genug, Herr.

Gut wenn wir Pause machen können. Halbzeitpause im Jahr 2020.

Und dann geht es hoffentlich auch wieder anders. Oft wundern wir uns, warum wir doch wieder am Werk sind. Schauen wir genau hin, so haben wir uns nicht einfach von selbst auf die Beine gebracht. Etwas war da. Die Erinnerung an eine Aufgabe, ein gutes Wort von jemandem, ein liebevoller Stups ins Leben, eine Hoffnung neu entfacht, oder einfach Ruhe geniessen – irgendetwas. Engel Gottes sind nicht immer Menschen, es kann auch anderes sein, was mich wieder ins Leben bringt. Oft ist es eher unscheinbar. Aber doch hilfreich. Und immer, denke ich, steht Gott dahinter, der uns durchaus auch eine Pause gönnt. Er hat sie selbst gemacht, am 7. Tag der Schöpfung. Und dann: Steh auf und iss! Du hast einen weiten Weg vor dir. Eine zweite Halbzeit dieses Jahres. Gott ist da. In und nach der Halbzeitpause.  P.S.: Übrigens, der FC Religionen hat dann 9-2 gewonnen.

 

Gebet:

Gott, Schöpfer des Himmels und der Erde,

wir loben dich für die Arbeit, die wir haben und für die Pausen, das zur Ruhe kommen.

Lass uns Ruhe finden in Dir, für uns ganz persönlich. Zeit zum Aufatmen. Segensreiche Ruhezeit.

Wir loben Dich für die Natur, Deine Schöpfung, Mensch Pflanze Tier, wie schön.

Lass uns allem mit Respekt begegnen, die Schönheiten erkennen, in anderen Menschen, in der Pflanzen- und Tierwelt achtsam mit allem umgehen.

Wir loben Dich für Menschen, die für uns sorgen, in Gesundheitsberufen, in Geschäften, bei Schutz und Rettung und in der Natur.

Lass ihnen Gerechtigkeit widerfahren in Lohn und Brot und immer wieder neue Kräfte finden.

Wir loben Dich über Wege der Verständigung und Vergebung zwischen Menschen und Völkern.

Lass uns immer wieder neu Wege zum Frieden finden, zum guten Umgang miteinander in dieser Welt und zuhaus.

Für uns alle bitten wir um Deine Engel, die uns helfen und uns sagen: Steh auf und iss.

Manches persönliche Anliegen sagen wir dir in einem Moment der Stille:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Gott beschütze dich auf deiner Reise. 
Er sei dir Brücke an Flüssen, 
ein Dach im Regen, 
Kompass in der Wildnis, 
Schatten eines Baumes in der Mittagssonne, 
das Lied in deinem Herzen, 
das Lächeln der Menschen, die dir begegnen, 
die helfende Hand in Bedrängnis, 
ein sicherer Weg, wohin du auch gehst. 

Das Licht möge vor dir leuchten 
und die Schatten hinter dir zurückfallen. 
So behüte dich der allmächtige, treue Gott 
auf deinen Wegen. 
Amen 
(unbekannt)

Musik:

1 Nun steht in Laub und Blüte, Gott Schöpfer, deine Welt. Hab Dank für alle Güte, die uns die Treue hält. Tief unten und hoch oben ist Sommer weit und breit. Wir freuen uns und loben die schöne Jahreszeit.

2 Die Sonne, die wir brauchen, schenkst du uns unverdient. In Duft und Farben tauchen will sich das Land und grünt. Mit neuerweckten Sinnen sehn wir der Schöpfung Lauf. Da draußen und da drinnen, da atmet alles auf.

3 Wir leben, Herr, noch immer vom Segen der Natur. Licht, Luft und Blütenschimmer sind deiner Hände Spur. Wer Augen hat, zu sehen, ein Herz, das staunen kann, der muss in Ehrfurcht stehen und betet mit uns an.

5 Der Sommer spannt die Segel und schmückt sich dem zum Lob, der Lilienfeld und Vögel zu Gleichnissen erhob. Der Botschaft hingegeben stimmt fröhlich mit uns ein: Wie schön ist es, zu leben und Gottes Kind zu sein!

https://www.evangeliums.net/lieder/lied_nun_steht_in_laub_und_bluete.html

 

 

 

 

Gottesdienst zum 3. Sonntag nach Trinitatis 28. Juni 2020 „Johannistag“

Wasserkirche an der Limmat Zürich

Hier alle Texte zum Sonntag:

3. So.n.Trin. Zürich WK 28.6.2020

LUTHER GEBET am SAMSTAG, den 27. Juni 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Wenn es draußen ruhig wird,
gehen die Gedanken auf Wanderschaft.
Manchmal wie ein langsamer Fluss,
manchmal im Sprung von hier nach da.
Und immer wieder ein Gedanke:
Du bist da, Gott.
Hier in diesem Zimmer,
jetzt in diesem Augenblick.

Ich danke dir dafür
Amen.

Wir LAUSCHEN oder SINGEN mit «Bleib bei mir Herr»

https://www.youtube.com/watch?v=xYdWyfftyJM

MEDITATION: GLAUBENSBEKENNTNISSE

Heute las ich ein Glaubensbekenntnis, das mich berührt hat:

Ich glaube an Gott, den Ursprung.

In Gott war alles: Alle Formen und alle Farben.

Durch Gott wurde alles, was ist.

Durch Gott ist alles Leben heilig.

Ich glaube an Gott, der die Menschen liebt.

Die Menschen sind bunt, weil Gott selbst bunt ist.

Gott hat niemanden besser oder schlechter gemacht.

Alle Menschen sind Ebenbilder Gottes.

Ich glaube an Gott, der die Gerechtigkeit will.

Gott ist schwarz, wo Schwarze unterdrückt werden.

Gott ist eine Frau, wo Frauen misshandelt werden.

Wer andere verachtet, verachtet Gott.

Ich glaube an Gott, der den Frieden bringt.

Gott selbst ist auf die Welt gekommen,

damit wir sehen, wie viel Friede möglich ist.

Von Gottes Geist sollen wir uns führen lassen.

Amen

Bekenntnisse, Glaubensbekenntnisse – sie fassen zusammen was uns trägt,

was uns Wurzeln gibt und Flügel.

Das Apostolische Glaubensbekenntnis sprechen wir oft zusammen im Gottesdienst. Manchmal weichen wir auch ab, mit modernen Glaubens-Liedern und Texten.

Es tut gut, in einem Augenblick der Ruhe zu überlegen:

Was trägt mich? Was gibt mir Halt?

Was ist mir wichtig?

Wie habe ich Gott erfahren?

Wie stelle ich ihn mir vor?

Wie erwarte ich das Miteinander der Menschen

und meinen Einsatz in dieser Welt?

Ich möchte euch einladen,

an den langen Sommerabenden darüber nachzusinnen.

Nehmt euch Zeit.

Ein Blatt Papier und einen Stift,

ein Glas Wein vielleicht auch.

Schreibt sie auf,

die Worte,

die Gedankenfetzen,

die eurem Innersten entspringen.

Gott schenkt uns Worte und hört uns zu.

Gott ist fern und nah

Und birgt uns in seiner Ewigkeit.

Amen

GEBET

Gnädiger Gott,

danke für diesen Tag:
für Erdbeeren und Rosen,
für Sonne, Regen und Wind.
Danke, dass auf Arbeitstage eine Pause folgt,
auf das Licht des Tages die Ruhe der Nacht.
Bleibe bei uns im Rhythmus
von Arbeit und Freizeit,
von Licht und Dunkel.

Gnädiger Gott, 
wir bitten heute für alle Forschenden, die nach Lösungen suchen: 
wie wir aus der ökonomischen Sackgasse kommen, 
wie wir das Virus durch Impfungen bekämpfen können, 
wie wir die Ressourcen gerechter verteilen können. 
Segne ihre Arbeit und lass sie sich in den Dienst aller stellen. 

Gnädiger Gott,

wir denken heute an Menschen in Verzweiflung und Trauer

sei mit ihnen und mit uns – mit deiner Hoffnung

wir denken an Menschen in Dunkelheit und Einsamkeit

sei mit ihnen und auch mit uns – mit deinem Licht

wir denken an Menschen in Anfechtung und Bedrohung

sei mit ihnen und auch mit uns – mit deiner Stärke

wir denken an Menschen mit Verantwortung und Macht

sei mit ihnen und auch mit uns – mit deiner Gerechtigkeit

wir denken an Menschen in Fürsorge und Pflege

sei mit ihnen und auch mit uns – mit deiner Kraft

Deine Gegenwart und dein Wirken seien mit ihnen und auch mit uns jeden Tag.

Was uns persönlich am Herzen liegt, an Freude, Dankbarkeit und Sorge,

bringen wir in der Stille vor dich.

Stille

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

So spricht Gott der Herr:

Fürchte dich nicht, ich bin mit dir,

weiche nicht, denn ich bin den Gott,

ich stärke dich, ich helfe dir auch,

ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. (Jesaja 41, 10)

Begegne dem, was auf dich zukommt nicht mit Angst, sondern mit Hoffnung.

So segne und behüte ich dich

Und begleite dich auf allen deinen Wegen.

Sei getrost.

Amen

Wir LAUSCHEN «Fürchte dich nicht, ich bin bei dir»

https://www.youtube.com/watch?v=vHBO00o2GvA

 

Luther Gebet Mittwoch 24. Juni 2020 / Johannistag

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.               Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

 

Heute am 24. Juni ist Johanni. Der Johannistag ist Johannes dem Täufer geweiht. Der Tag liegt nahe der Sommersonnenwende am 21. Juni, der längste Tag und die kürzeste Nacht im Jahr, und so wird Johanni mit der Sommersonnenwende in Verbindung gebracht. Das Licht nimmt ab, von diesem Zeitpunkt an verkürzen sich die Tage. Die Wintersonnenwende ist der kürzeste Tag und die längste Nacht, von da an nimmt das Licht wieder zu.

Johannes der Täufer versteht sich als ein Mann, der abnehmen muss, während Jesus wachsen und zunehmen muss. Johannes ist der Wegbereiter des hellen Lichts der aufgehenden Sonne. Sein Licht geht unter, während das von Jesus kommt.

Der Geburtstag des Johannes wurde auf den 24. Juni gelegt, es ist ein liturgisches Datum. Die Geburt Jesu wird sechs Monate später gefeiert. Der Evangelist Lukas berichtet, dass Maria ihre Verwandte Elisabet, die Mutter des Johannes, besucht, als diese im sechsten Monat schwanger ist (Lukas 1,36). Johannes bekommt als Vorläufer Jesu in seiner Bedeutung seinen eigenen Glanz und seine eigene Würde.

Lied: Das Jahr steht auf der Höhe (Melodie: Wie lieblich ist der Maien)

https://www.medien-tube.de/video/Choere-an-Sankt-Petrus-Bonn-Festgottesdienst-in-St-Marien-Bonn-23062013-Dahm-Das-Jahr-steht-auf-der-Hoehe/3d4665db94c213a165327ad177fd02b8

 
  1. Das Jahr steht auf der Höhe, die große Waage ruht.
    Nun schenk uns deine Nähe und mach die Mitte gut.
    Herr, zwischen Blühn und Reifen und Ende und Beginn.
    Lass uns dein Wort ergreifen und wachsen auf dich hin.
 
 

2. Kaum ist der Tag am längsten, wächst wiederum die Nacht.
Begegne unsren Ängsten mit deiner Liebe Macht.
Das Dunkle und das Helle, der Schmerz, das Glücklichsein
nimmt alles seine Stelle in deiner Führung ein.

 
 

3. Das Jahr lehrt Abschied nehmen schon jetzt zur halben Zeit.
Wir sollen uns nicht grämen, nur freuen und bereit,
die Tage loszulassen und was vergänglich ist,
das Ziel ins Auge fassen, das du, Herr, selber bist.

 
 

Detlef Block, 1978 / 2012

 

Andacht von Pfarrer Håkan Nilsson, Schwedische Kirche Zürich-Basel:

In Schweden ist die Mittsommerfeier ein wichtiges und fröhliches Fest. In der missionarischen Zeit brachte die Kirche die vorchristlichen Traditionen mit der Feier des heiligen Johannes des Täufers zusammen zum Halbjahreswechsel, so wie Jesus dann 6 Monate später mitten im Winter gefeiert wurde. Seit 1952 feiern wir Mittsommer an dem Wochenende, das dem 24. Juni am nächsten liegt. Am Mittsommerabend (Freitag) gibt es Tänze und Gesang um den Maibaum. Die Feier des Heiligen Johannes des Täufers wird seit 2003 am Sonntag gefeiert, während am Samstag, dem Mittsommertag, der ein heiliger Tag ist, das Thema die Schöpfung ist. Dadurch wird es einfacher, die Gottesdienste im Freien zu predigen.

Unsere schwedische lutherische Gemeinde feierte den letzten Freitag am Strand in Zug. Zunächst einen Gottesdienst und dann Tanz und Picknick. Viele Familien mit Kindern waren da.

Einer der Texte war aus Gen 9,8-17, darüber, wie Gott den Regenbogen schuf als Zeichen für den Bund zwischen Gott und allen Lebewesen, nicht den Auserwählten, nicht den Menschen allein, sondern allen Lebewesen. Am Tag des heiligen Johannes des Täufers beten wir.

Gott, sende uns Propheten, die wie der heilige Johannes der Täufer unseren Blick für die Leidenden schärfen und unseren Zorn über Ungerechtigkeit und Heuchelei erhellen. Wecke unsere Sehnsucht nach dem, der kommt, Jesus Christus. Amen.

Håkan Nilsson, kyrkoherde             Svenska kyrkan Zürich-Basel

 

 

Gebet:  Pſalm 92 Lutherbibel 1545

„DAs iſt ein köſtlich ding / dem HERRN dan­cken / Vnd lobſingen deinem Namen du Höheſter.

3Des morgens deine Gnade / Vnd des nachts deine Warheit verkündigen.

4Auff den zehen Seiten vnd Pſalter / Mit ſpielen auff der Harffen.

5DEnn HERR du leſſeſt mich frölich ſingen von deinen Wercken / Vnd ich rhüme die geſcheffte deiner Hende.

 6HERR / wie ſind deine Werck ſo gros? Deine gedancken ſind ſo ſeer tieff.

7Ein Törichter gleubt das nicht / Vnd ein Narr achtet ſolchs nicht.

9ABer du HERR biſt der Höheſt / Vnd bleibeſt ewiglich.

11ABer mein Horn wird erhöhet werden / wie eines Einhorns / Vnd werde geſalbet mit friſchem Ole.

13DEr Gerechte wird grunen wie ein Palmbawm / Er wird wachſſen wie ein Ceder auff Libanon.

14Die gepflantzt ſind in dem Hauſe des HERRN / Werden in den Vorhöfen vnſers Gottes grünen.

15Vnd wenn ſie gleich alt werden / Werden ſie dennoch blühen / fruchtbar vnd friſch ſein.

 16Das ſie verkündigen das der HERr ſo from iſt / Mein Hort / vnd iſt kein vnrecht an jm.“

Von deinen Gütern hilff dem Armen / vnd wende dich nicht vom Armen /

So wird dich Gott wider gnedig anſehen.

Wo du kanſt / da hilff den Dürfftigen.

Haſtu viel / ſo gib reichlich / Haſtu wenig / ſo gib doch das wenig mit trewem Hertzen.

Aus dem Psalter und Buch Tobit – Lutherbibel 1545

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Ein Segen zu Johannis (24.6.), zur Lebensfülle

Unser Leben
möge mehr sein als Gleichförmigkeit.
Mehr als Arbeit, Essen und Schlafen.
Es möge auch den Höhepunkt kennen
und den Kontrast,
die Heiterkeit, den Tanz und den Glanz.

Unser Leben
möge mehr sein als Gewohnheit.
Mehr als Anpassung und Mittelmass.
Es möge auch die Ausnahme in ihm wohnen
und das Abenteuer
das Verlangen und die Ergriffenheit.

Unser Leben
möge mehr sein als Oberfläche,
Mehr als Tempo, Spass und Geplauder.
Es möge auch das Geheimnis bergen
und die Tiefe,
das Staunen und die Dankbarkeit.

Unser Leben
möge gesegnet sein.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

(Text von Jacqueline Keune, bearbeitet von B. Lehner)

Chor der Christuskirche München: St. Johannes Segen von Andreas Hantke

https://www.evnn.de/christuskirchenchor-singt-den-st-johannes-segen

SONNTAGSGOTTESDIENST 21. Juni 2020 Kirche Unterstrass

Den Sonntagsgottesdienst und die Predigt zum Thema „Mein Joch ist brauchbar“ finden Sie hier.

2. SonT Zürich 2020 KGV

Gesegneten Sonntag.

Luther Gebet Samstag 20. Juni 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.               Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                        

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

 

Zum Sommeranfang heute hören/lesen wir einen Schöpfungspsalm aus der Bibel, aus Psalm 148:  Gottes Lob im Himmel und auf Erden

1 Halleluja! Lobet im Himmel den HERRN, lobet ihn in der Höhe!

2 Lobet ihn, alle seine Engel, lobet ihn, all sein Heer!

3 Lobet ihn, Sonne und Mond, lobet ihn, alle leuchtenden Sterne!

4 Lobet ihn, ihr Himmel aller Himmel und ihr Wasser über dem Himmel!

5 Die sollen loben den Namen des HERRN; denn er gebot, da wurden sie geschaffen.

6 Er lässt sie bestehen für immer und ewig; er gab eine Ordnung, die dürfen sie nicht überschreiten.

7 Lobet den HERRN auf Erden, ihr großen Fische und alle Tiefen des Meeres,

8 Feuer, Hagel, Schnee und Nebel, Sturmwinde, die sein Wort ausrichten,

9 ihr Berge und alle Hügel, ihr Fruchtbäume und alle Zedern,

10 ihr Tiere und alles Vieh, Gewürm und Vögel,

11 ihr Könige auf Erden und alle Völker, Fürsten und alle Richter auf Erden,

12 Jünglinge und Jungfrauen, Alte mit den Jungen!

13 Die sollen loben den Namen des HERRN; denn sein Name allein ist hoch, seine Herrlichkeit reicht, so weit Himmel und Erde ist.

14 Er erhöht das Horn seines Volkes. Alle seine Heiligen sollen loben, die Israeliten, das Volk, das ihm nahe ist. Halleluja!

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017

Musik: „Geh aus mein Herz und suche Freud“ (ursprüngliche Melodie)

https://orgel-eg.de/track/89/eg-143-heut-singt-die-liebe-christenheit

Andacht:

Fröhlich soll mein Herze springen. Auf, auf mein Herz mit Freuden. Wach auf mein Herz und singe. Ich singe dir mit Herz und Mund. Geh aus, mein Herz und suche Freud.

Paul Gerhardts Lieder handeln oft vom Herz. Nicht biologisch, sondern poetisch und seelisch. In allem Schweren dass auch Paul Gerhardt in seinem Leben erlebt hat: Verlust seines Pfarramts, Verlust seiner Frau, Verlust von vier seiner fünf Kinder und ein Leben im 30jährigen Krieg. Fand er immer wieder Trost und Kraft in Worten der Bibel. Als ob er sich selbst immer und immer wieder zuruft: Geh aus mein Herz und suche Freud!

Dieses Lied beschreibt so wunderschöne Sommerbilder aus der Mark Brandenburg. Die Lerche, der Weizen, Narzissus und die Tulipan. Die Bienen. Die Nachtigall. Die Bäume voller Laub.

Viele Geschichten hat dieses Lied geschrieben. Zu Hochzeiten und Dorffesten gesungen. Jemand erzählt von seiner Hochzeit, das Lied wurde angestimmt, und fast alle kennen dieses Lied. Nur keiner singt mit. So ähnlich erlebe ich es bei einem grossen Dorffest in Niedersachsen. Die Feuerwehrkapelle stimmt an Geh aus mein Herz…und niemand singt mit. Weil die ursprüngliche Melodie gespielt wurde, die niemand mehr kennt. Wir haben sie zu beginn gehört. Dann passiert es, ein geübter Sänger stimmt die bekannte Melodie von August Harder an. Die Hochzeit in der Kirche ist gerettet. Beim Dorffest tönt auf einmal eine Trompete los, die bekannte Melodie, und alle singen mit.. Das Fest kann beginnen.

Für viele ist es DAS Lied für den Sommer. Vielleicht ja auch besonders in diesem Jahr. Keine ausserordentliche Lage mehr in der Schweiz, und doch ist das Corona-Virus nicht besiegt. Wir erleben nicht nur dadurch eine Welt im Aufruhr. Und dennoch: wir singen mehr mit Herz als mit Mund, aber voller Überzeugung: dies wird ein besonderer Sommer. Danke für den Sommer, ein grosses Lob dem Schöpfer des Himmels und der Erde.

Ich selber kann und mag nicht ruhn,
des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen;
ich singe mit, wenn alles singt,
und lasse, was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen,
aus meinem Herzen rinnen.

Amen.

Gebet:

Gott, Schöpfer des Himmels und der Erde,

wir danken Dir für einen wunderbaren Sommeranfang heute.

Ein Geschenk: Bäume voller Laub, Blumen blühen, Sonne auf der Haut, danke Gott!

Wir bitten Dich:

Lass uns Freude finden in diesem Sommer, Erholung, neue Kräfte nach langer Krise, inmitten langer Krise.

Lass uns Dankbarkeit empfinden, Segen weitergeben, Vertrauen bewahren.

Schütze die, die bedroht sind in ihrer Gesundheit, in ihrer Seele, da wo sie leben. Nicht nur heute am Weltflüchtlingstag.

Stärke die, die für andere sorgen, in medizinischer Versorgung, auf den Feldern, bei Schutz und Rettung, in Geschäften und Schulen und öffentlichen Ämtern.

Lass Wege zum Frieden finden in dieser Welt und zuhaus, in diesem Sommer.

Manches persönliche Anliegen sagen wir dir in einem Moment der Stille:

Mit Worten aus Bülach beten wir:

Gott lässt die Sonne scheinen

und macht mich froh und frei.

Nie kann er’s böse meinen,

was auch beschieden sei.

Mit jedem neuen Morgen,

mit jedem Weg und Tag,

nimmt er all meine Sorgen,

gibt Mut, dass ich es wag.

Ihm kann ich überlassen,

was mein Tun übersteigt.

Ich werde nie voll fassen:

Er ist mir zugeneigt.

Auf allen meinen Wegen,

ob ich’s auch nie ersann:

Gott schenkt mir seinen Segen,

dass ich nur staunen kann.

Theophil Tobler Bülach, 26.06.1995

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Mögen Gottes Sonnenstrahlen dir ins Gesicht leuchten,
die Schatten vertreiben und dein Herz erwärmen.

Möge der leichte Sommerwind dir die Hitze angenehm machen und Stress und Anspannung vertreiben.

Möge sanfter, warmer Sommerregen dich reinigen
und für deine dürstende Seele Quelle neuer Kraft sein.

Mögest du Ruhe und Erholung finden,
im Rauschen der Blätter und im Zwitschern der Vögel.

Mögest du auf all deinen Wege wissen, dass du von Gott begleitet bist.

Text: Elisabeth Greil

 

Musik:

Geh aus mein Herz und suche Freud!“

https://www.youtube.com/watch?v=kpgw1b4Md54

MDR Rundfunkchor Leipzig

 

 

 

 

 

Luther Gebet Mittwoch 17. Juni 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.               Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

 

Das biblische Wort für diese Woche des 1. Sonntag nach Trinitatis lautet:

Christus spricht:

Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich..

Lukas 10, 16

Musik

„Meine Hoffnung meine Freude meine Stärke mein Licht, Christus meine Zuversicht, auf dich vertrau ich und fürcht‘ mich nicht“ / Taizé

Audio-Player

Andacht:

Gott ist in Christus Mensch geworden – einer von uns. Und er will immer wieder neu Mensch werden, hinein in unsere Worte und Gedanken, hinein in unsere Entschlüsse und Taten.

So sind wir -Gemeinde, Leib Christi heute und es gilt was er sagte:

„Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich.“

Mitte der Woche, Mittwoch, und auch diese Woche will Gott, will Christus immer wieder neu Mensch werden, hinein in unsere Worte und Gedanken, hinein in unsere Entschlüsse und Taten. Eine Woche lang…:

Am Sonntag sprechen wir das Glaubensbekenntnis – und fühlen uns damit zugehörig zur weltweiten Gemeinschaft der Christen.

Am Montag auf der Arbeitsstelle regieren wieder die Seufzer, über die Arbeit, das Miteinander, die Corona-Krise, den schwierigen Chef oder Kollegen. Du aber tust und redest das Nötige. Das ist der Frieden Christi, durch Dich.

Am Dienstag wird in der Frühstückspause, z’Nüni, über einen Nichtanwesenden hergezogen. Du ergreifst Partei für ihn. Nur einer wird stutzig und verstummt. Er hat Jesu Eintreten für die Ohnmächtigen verstanden. Durch Dich.

Am Mittwoch, heute…war da was, hat da Christus durch dich gesprochen…?

Am Donnerstag klagt Dir eine auf dem Heimweg ihr Leid. Du hörst zu. Einfach zuhören. Und sie dankt dir für das hilfreiche Gespräch. Sie hat Jesu Trostwort gehört. Durch Dich.

Am Freitag bist Du am Ende Deiner Kräfte, polterst rum zuhause und hast Tränen in den Augen. Die Familie ist erschrocken. Sie versteht es, sie geben Dir Ruhe. Sie haben Jesu Liebesgebot verstanden.

Am Samstag ist fröhliche Stimmung. Du gibst Dich der Freizeit hin. Selig sind die Barmherzigen und Sanftmütigen, die reinen Herzens sind. Du bist, was die Worte Jesu sagen.

Eine Woche lang wird Gott mit Christus wieder Mensch werden.

Bei Dir.

Mit Dir.

Für Dich.

Amen.

Gebet:

Jesus Christus, Herr und Bruder, Freund und Mensch an unserer Seite,

wir danken Dir dass in Dir Gott an unserer Seite steht.

Du rechnest damit, dass wir Zeugen deines Evangeliums, der frohen Botschaft für die Welt sind.      Wir wollen und werden es auch in dieser Woche versuchen, bewusst und so gut wir können.              Du hilfst uns, Du machst uns Mut. Schenke uns deine Vollmacht.

Sende immer wieder Menschen, die Deine Worte und Taten verkündigen und leben in dieser Welt: Worte und Taten des Friedens, der Güte, der Barmherzigkeit, der Klarheit.

Stärke die, die für andere da sind: als Mütter und Väter, als Pfleger und Ärztinnen, als Verkäuferinnen und Therapeuten, als Polizisten und in Verwaltungen und Regierungen, in Unis, Schulen und Kindergärten.

Schenke Worte und Taten, die ehrlich sind und authentisch, liebevoll das Leben schützend. Durch uns.

Tröste Traurige und Einsame in Zeichen und Gesten von Liebe und Freundschaft, durch uns.

Sei bei denen die krank sind an Körper oder Seele, die nicht mithalten können, die Schutz brauchen, mit Zeichen Deiner Hilfe, durch uns.

Segne uns, segne was wir tun und lassen, segne was an Gutem da ist in dieser Welt.

Manches persönliche Anliegen sagen wir dir in einem Moment der Stille:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Gottes Liebe wärme dich,

Gottes Güte wirke in dir.

Gottes Kraft beschütze dich.

Gottes Friede umgebe dich in dieser Nacht und jeden Morgen neu.

Musik:

Selig sind die aus Erbarmen sich annehmen fremder Not“

aus. J.S. Bach, „Brich dem Hungrigen dein Brot“, BWV 39

Selig sind, die aus Erbarmen
Sich annehmen fremder Not,
Sind mitleidig mit den Armen,
Bitten treulich für sie Gott.
Die behülflich sind mit Rat,
Auch, womöglich, mit der Tat,
Werden wieder Hülf empfangen
Und Barmherzigkeit erlangen.

www.youtube.com/watch?v=03OoJ1i5ESM

 

Gottesdienst 1. Sonntag  nach Trinitatis, Ref. Kirche Unterstrass 14.6.2020

Text: Lukas 16,19-31; Apostelgeschichte 4, 32-35

Thema: Gemeinde damals und heute, das Teilen und das Feuer

Begrüssung und Erläuterungen.

Immer wieder suchen wir nach einem heilsamen, tröstenden oder befreienden Wort. In den letzten Wochen und Monaten gab es das meist medial vermittelt, heute genau vor 3 Monaten lockdown…Gottesdienste zuhaus, TV, Radio, Whatsapp, Internet, Homepage….… Oft prägt man sich solche guten Worte ein, wenn man sie gefunden hat, notiert sich Sprüche, die einem „etwas sagen oder geholfen haben“.
Kalendersprüche, Bettlektüren, Poesiealben waren früher, Social Media wie Twitter oder Facebook sind heute Orte zum Sammeln und Tauschen von Lebensweisheiten und ermutigenden oder tröstenden Sprüchen.
Auch Bibelworte gehören dazu; zu Taufe oder Trauung gewünscht…

Heute erfahren wir hier im Gd.: Gottes Wort ist auch mehr als ein „frommer Spruch“, den man nur hervorzuholen braucht, um Trost zu finden. Gottes Wort kann auch „lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert“ (Hebräer 4,12) sein.

Gottes Wort gibt Antwort dem, der in seiner Not nach Gott fragt (Psalm 34 heute), oder es ruft zur Entscheidung, wie man leben will (wie Evangelium und Predigttext heute). Für viele waren in den letzten Wochen Gottes Worte sehr wichtig und ein besonderer Halt. Thema des Sonntags heute ist die Haltung und das Verhalten zum Wort Gottes. So klingt es am 1. Sonntag nach Trinitatis, der Dreieinigkeit Gottes. Unser Gott ist drei in eins:

Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.                                  G. Amen

P: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn

der Himmel und Erde gemacht hat.

Lied EG 276, 1-3: „Ich will solang ich lebe, rühmen den Herre mein“ mit einer wunderschönen Melodie von Heinrich Schütz.

Sündenbekenntnis/Gnadenzusage

Guter Gott, du bist wie ein Vater im Himmel, du bist wie ein geliebter Sohn, du wirkst wie ein unsichtbarer Geist. Du wirkst dreifach und wir schaffen es oft nicht, auf einfache Weise gut zu sein.

Wir bekennen dir, dass wir gesündigt haben in Gedanken, Worten und Werken. Und wir bitten um deine Nachsicht, Barmherzigkeit und Vergebung.                 Gemeinsam sprechen wir:

Der allmächtige Gott erbarme sich unser, er vergebe uns unsere Schuld und führe uns zum ewigen Leben. Amen.

Gnadenzusage:

Gott, du schenkst Gnade und Liebe und Gemeinschaft. Welch ein Segen. Wir danken dir dafür.

Aus Psalm 34 (EG 801.17)

2 Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.

3 Meine Seele soll sich rühmen des HERRN, dass es die Elenden hören und sich freuen.

4 Preiset mit mir den HERRN und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!

5 Als ich den HERRN suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht.

8 Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.

9 Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn trauet!

Gloria Patri: „Dich, Gott Vater auf dem Thron“ (EG 331,5)

Kyriegebet:

Als einer im Elend rief, hörte der Herr und half ihm aus allen seinen Nöten. (Ps 34,7)             Auch wir bitten Gott um Erbarmen mit:

Herr, erbarm, erbarme dich (EG 331,11)

  • Gloriagebet:

Als einer im Elend rief, hörte der HERR und half ihm aus allen seinen Nöten. 10 Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen! Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel. (Ps 34,8+10)

Darum bringen wir Gott unser Lob: mit: Großer Gott, wir loben dich (EG 331,1–2)

Evangelium: Lukas 16,19–31

Lektorin:  Durch Schaden wird man klug. Der erst durch den ultimativen Schaden, nämlich durch Tod und Gericht, klug gewordene Reiche möchte seine Geschwister vor dem gleichen Unglück bewahren. Abraham weist ihn jedoch darauf hin, dass sie bereits alles haben, was sie zur Umkehr brauchen, denn „das Wort ist ganz nahe bei dir, . . . dass du es tust“. Man muss das manchmal unerwartete und unbequeme Wort Gottes allerdings hören wollen und annehmen, dann spricht es frei. Wir hören das Evangelium dieses Sonntags, das beginnt mit «es war einmal», aus Lukas 16, Verse 19-31:

19 Es war einmal ein reicher Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag für Tag glanzvolle Feste feierte. 20 Vor der Tür des Reichen aber lag ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller Geschwüre war. 21 Er hätte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Stattdessen kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren. 22 Es geschah aber: Der Arme starb und wurde von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben. 23 In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von Weitem Abraham, und Lazarus in seinem Schoß. 24 Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir und schick Lazarus; er soll die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen, denn ich leide große Qual in diesem Feuer. 25 Abraham erwiderte: Mein Kind, erinnere dich daran, dass du schon zu Lebzeiten deine Wohltaten erhalten hast, Lazarus dagegen nur Schlechtes. Jetzt wird er hier getröstet, du aber leidest große Qual. 26 Außerdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, unüberwindlicher Abgrund, sodass niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte. 27 Da sagte der Reiche: Dann bitte ich dich, Vater, schick ihn in das Haus meines Vaters! 28 Denn ich habe noch fünf Brüder. Er soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen. 29 Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören. 30 Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, aber wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren. 31 Darauf sagte Abraham zu ihm: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe. © 2016

Lob sei dir, Christus

Wir sprechen gemeinsam das Bekenntnis unseres Glaubens:

  • Glaubensbekenntnis

Wochenlied: EG 3651-4: Von Gott will ich nicht lassen

Lektorin:  Der Predigttext heute gibt uns einen Blick auf die erste christliche Gemeinde, das Bild eines christlichen Friedens, der Hilfsbereitschaft und der Solidarität: wir hören die Verse 32-35 aus dem Kapitel 4 der Apostelgeschichte:

32 Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. 33 Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen. 34 Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Land oder Häuser hatte, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte 35 und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er nötig hatte.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017,
  • Predigt (am Ende dieser Datei)

Wochenlied: EG 3655+8: Von Gott will ich nicht lassen

Fürbittengebet

I: Gott, ewig und barmherzig, du rettest, du hilfst,

du antwortest, wenn wir dich suchen.

Wir bitten dich: Erbarme dich.

II: Gott, ewig und barmherzig,

Arme liegen vor den Türen der Reichen.

Sie bitten um Brot, sie bitten um Asyl,

sie bitten um Gerechtigkeit.

Rette du die Armen und die Reichen.

Öffne die Ohren der Reichen für die Hilferufe

der Armen, der Flüchtlinge, der Ausgebeuteten.

Fülle die Herzen der Reichen mit Barmherzigkeit

und die Hände der Armen mit Brot.

Wir bitten dich: Erbarme dich.

I: Gott, ewig und barmherzig,

Kranke und Verletzte warten auf Heilung.

Sie haben Schmerzen, sie sind in Furcht,

sie hoffen auf Genesung.

Steh du den Kranken und Verletzten bei.

Gib denen Freundlichkeit, die andere pflegen.

Beschütze die, die Verletzte bergen.

Lass niemanden vergeblich hoffen.

Schicke deine Engel zu Hilfe.

Wir bitten dich: Erbarme dich.

II: Gott, ewig und barmherzig,

Hilflose werden verachtet.

Schwache werden gemobbt, vertrieben, verlieren ihre Würde.

Tritt du für die Schwachen ein,

beschütze deine Schöpfung, die sich nicht wehren kann,

gibt denen Mut, die sich vor dem Spott der anderen fürchten.

Sei du ihr Mut.

Wir bitten dich: Erbarme dich.

I: Gott, ewig und barmherzig,

deine Gemeinde schaut auf dich, hier und zuhause.

Deine weltweite Kirche lebt von deinem Wort.

Schütze die Verfolgten.

Begeistere die Jungen.

Segne das Miteinander und alle Arbeit in der neuen Woche.

Dir vertrauen wir, auf dich hoffen wir, dich loben wir allezeit,

durch Jesus Christus, deinen Sohn.

Vaterunser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name;

dein Reich komme;

dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern;

und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 Segen

Der Herr segne und behüte dich

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig

Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir Frieden.

                        Amen.

Gottesdienst 1. nach Trinitatis 14.6.20 Ref. Kirche Unterstrass

Predigtgedanken: 

Gottesdienst 1. nach Trinitatis 14.6.20 Ref. Kirche Unterstrass

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LUTHER GEBET Samstag 13. Juni 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Es ist Samstagabend Gott.

Die Woche ist zu Ende

und wieder hatte ich das Gefühl, die Tage sind wie im Fluge vergangen.

In deine Hand lege ich diese Woche zurück.

Du hast sie mir gegeben.

Immer freue ich mich über Anfänge.

Aber es ist auch gut, wenn etwas zu Ende geht und man zur Ruhe kommen kann.

Jetzt will ich nichts mehr tun Gott.

Ich will einfach hier sein.

Hier bei mir und hier bei dir.

Ich sehe zurück. Auf diesen Tag. Auf diese Woche.

Ich habe versucht mein Bestes zu geben.

Doch nicht immer hat es gereicht.

Manche Worte hätten nicht gesprochen werden sollen.

Manches Tun blieb einfach liegen.

Zu mancher Aufmerksamkeit konnte ich mich nicht aufraffen.

Vergib mir Gott und vollende du was ich nicht beenden konnte.

Ich danke dir, dass du da warst und da bist.

Nicht immer spüre ich deine Nähe.

Trotzdem weiss ich mich von dir begleitet und getragen.

Du bist da in dem Sonnstrahl, der mein Gesicht streift.

Du erfreust mich mit den feinen Erdbeeren, deren Geschmack ich so liebe.

Du bist in jeder Umarmung meiner Liebsten,

in jedem Lächeln das mich anstrahlt,

in jeder helfenden Hand, die mir entgegengestreckt wird,

in jedem wertschätzenden Wort,

in jedem offenen Ohr meiner Freundinnen und Freunde,

in jedem Blick der mich berührt.

Wenn ich tief einatme und die frische Luft in meine Lungen strömt,

fühle ich die Kraft deines Atems.

Von allen Seiten um gibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Amen

Wir LAUSCHEN https://www.youtube.com/watch?v=kG9KSWYg-Jc

MEDITATION: Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Was ist der Sinn des Lebens?

Liebe Gemeinde: Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Was ist der Sinn des Lebens? Diese Fragen sind so alt wie die Menschheit selbst. Und jeder stolpert hin und wieder im Leben darüber. Besonders über die Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens.

Als ich den CERN in Genf besuchte, die Europäische Organisation für Kernforschung, war ich sehr überrascht am Eingang zur Ausstellung über den Urknall mit den Fragen: «Woher kommen wir? Wohin gehen wir?» empfangen zu werden. Ja, hier in Genf versucht man Antwort auf die Frage nach den Ursprüngen zu finden. Und es ist äusserst spannend den modernen Forschungsberichten vom Urknall zu folgen. Vor 13.8 Milliarden Jahren soll der Urknall geschehen sein und damit Raum, Zeit und Materie ins Leben gerufen haben.

Immer schon haben die Menschen ihre wissenschaftlichen Möglichkeiten dazu benutzt, zurück zu sehen und die Frage nach dem Anfang zu beantworten.

In der Bibel finden wir zwei Antworten aus zwei unterschiedlichen Epochen. Im 1. Mose 2 – findet sich der älteste Bericht. Damals, im Jahr 950 v. Chr. am Hof des Königs Salomo erzählte man sich die Entstehung der Welt so: Gott schuf den Adam aus Erde, hauchte ihm Leben ein. Dann schuf er einen wunderbaren gründen Garten um ihn herum. Adam durfte als Partner Gottes während der Schöpfung, allen Lebewesen ihre Namen geben. Ein Gegenüber fand er in ihnen aber nicht. Erst als Gott aus Adams Rippe Eva machte, sah er in ihr seine Lebenspartnerin.

Im 6. Jh. v.Chr. sind die Israeliten in Babylon gefangen. Hier lernen sie eine fortgeschrittene Astrologie kennen und auch, dass Planeten Gottheiten sind, die das Leben bestimmen. In dieser Zeit entsteht der so bekannte Bericht von der Schöpfung in 7 Tagen. Er enthält bereits das Wissen darum, dass das Leben im Wasser begann und sich von tieferen zu höheren Lebewesen entwickelt hat und dass der Erde grosse Fruchtbarkeit gegeben wurde. Dieser Bericht ist aber auch ein sehr mutiges und auch tröstendes Glaubensbekenntnis für Israel: Mutig, weil darin steht, dass die Planeten, besonders Sonne und Mond, die höchsten Gottheiten der Babylonier, nur «Lichter» sind, die der Gott Israels an den Himmel gesetzt hat um den Menschen zu helfen. Tröstlich – weil das Volk Israel weiss, dass sein Gott stärker ist als die Götter Babylons und ihnen helfen wird.

Ich bin froh, dass es diese beiden Berichte in der Bibel gibt. In sie fliesst das Wissen um das «Woher kommen wir?» der jeweiligen Generation ein. Daher dürfen wir heute auch gespannt darauf sehen, was die Wissenschaft unserer Zeit über das «Woher kommen wir?» sagt.

ABER – eigentlich wollen die biblischen Berichte nicht zuerst das «Woher kommen wir?» beantworten. Ihnen ist eine Glaubensbotschaft wichtiger. Es geht ihnen um die Frage: «Warum bin ich hier? Was ist der Sinn meines Lebens?». Und die Antwort ist klar: Ich bin kein Zufall, sondern von Gott gewollt. Ich bin ein Wunschkind Gottes. Genau so wie ich bin. Genau so wie ich aussehe, mit all meinen Talenten, Begabungen und auch Fehlern. Genau so will Gott mich auf dieser Erde haben.

Und der Sinn meines Lebens? Der Sinn des menschlichen Lebens? Die beiden Schöpfungsberichte erzählen wie Gott seine Erde und alles Lebendige der menschlichen Fürsorge übergibt. Wir Menschen dürfen uns an der Schöpfung freuen, sie für uns nutzen, müssen sie aber auch bewahren. Das gilt für Pflanzen, Tiere und andere Menschen. Der Sinn des Lebens ist kurz aber schön zusammen gefasst: Geniesse das Leben, es ist dir von Gott geschenkt; sei Gott dafür dankbar und schenke dem, was dich umgibt deine Fürsorge.  

Amen

GEBET:

Nah ist dein Wort Gott,
zart und überwältigend.
Nah dem Herzen,
nah denen, die die Liebe lieben,
nah denen, die sich nach einer besseren Welt sehnen.
Dein Wort, Jesus Christus,
schreibe uns aufs Herz.
Dein Wort, Jesus Christus,
schafft neues Leben.
Kyrie eleison

 

Sprich, Jesus Christus,
sprich zu denen, die mit Waffen, Worten und Geld
über die Völker herrschen.
Sprich, damit sie sich zum Frieden bekehren.
Sprich, Jesus Christus,
sprich zu denen, die für ihre Macht
den Tod der Armen in Kauf nehmen.
Sprich, damit sie sich zum Leben bekehren.
Wir denken an die Flüchtlinge auf dem Mittelmeer
und die Seenotretter.
Dein Wort, Jesus Christus,
schafft neues Leben.
Kyrie eleison

Sprich, Jesus Christus,
sprich zu denen, die mit ihrem Wissen
die Welt besser machen können.
Sprich, damit sie deiner Schöpfung dienen.
Sprich, Jesus Christus,
sprich zu denen,
die unter den Folgen des Klimawandels leiden.
Sprich und steh ihnen bei.
Wir denken an die Menschen
die unter der Corona Pandemie leiden,

an die Infizierten und ihre Angehörigen, an die Sterbenden,

an die von finanziellen Einbussen Betroffenen,

an das medizinische Personal, an die Forschenden.

Wir denken an die Hungernden
und die Obdachlosen in unserer Nachbarschaft und in der Welt.
Dein Wort, Jesus Christus,
schafft neues Leben.
Kyrie eleison

Sprich, Jesus Christus,
sprich zu deiner weltweiten Kirche.
Sprich, damit sie dein Wort in die Welt trägt,
den Kranken beisteht,
die Trauernden tröstet und
die Liebenden segnet.
Sprich, damit sie zum Zeichen des Friedens wird.
Dein Wort, Jesus Christus,
schreibe uns aufs Herz.
Dein Wort, Jesus Christus,
schafft neues Leben.
Dir, dem dreieinen Gott vertrauen wir uns an –
heute und alle Tage.

Alles persönliche sagen wir Dir in der Stille:…….

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost was kommen mag.

Gott ist mit uns am Abend und am Morgen

Und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

So segne und behüte uns Gott der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen

Geht behütet und zuversichtlich in die Nacht. Gott ist da.

Wir LAUSCHEN https://www.youtube.com/watch?v=tXghxs1KA8o

 

Luther Gebet Mittwoch 10. Juni 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.               Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                            

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

 

Die biblischen Worte nach den Herrnhuter Losungen für heute Mittwoch 10. Juni lauten:

Das Mehl im Krug ging nicht aus, und der Ölkrug wurde nicht leer, nach dem Wort des HERRN, das dieser durch Elia gesprochen hatte.

1.Könige 17,16

 Jesus nahm die fünf Brote und zwei Fische und sah auf zum Himmel, dankte und brach die Brote und gab sie den Jüngern, dass sie sie ihnen austeilten, und die zwei Fische teilte er unter sie alle. Und sie aßen alle und wurden satt.         Markus 6,41-42

Musik

„Brunnquell aller Güter“ Bach-Schemelli Choral BWV 445 mit Gächinger Kantorei Stuttgart, Helmuth Rillimg

Andacht

Nein, das Mehl ging nicht aus bei uns und die Ölkrüge mit Wasser oder Wein blieben auch während der schlimmsten Corona-Lockdown-Zeit nicht leer. Hier in der Schweiz, hier in Mitteleuropa. Es gab und gibt vielerlei Hilfe, für ältere Nachbarn oder Angehörige beim Einkaufen. Es gab und gibt Suppenküchen der Tafeln und der „Dargebotenen Hand“ auch für die, die unter uns arm sind. Aus den USA haben wir kilometerlange Autoschlangen für Nahrungsmittelhilfen gesehen. In Lateinamerika und Südafrika ebenso Hilfe für die Ärmsten. Und doch ist und bleibt Hunger eine der grössten Katastrophen unserer Zeit, das sollten wir nicht vergessen. Etwa 800 Millionen Menschen leiden an Hunger. Jeder 9. Mensch auf dieser Erde. 9 Millionen Menschen sterben weltweit jedes Jahr, weil sie nicht genug zu essen haben.

Auch die Bibel kennt Hungersnöte, wegen Missernten, Katastrophen oder aus Armut.

Der Prophet Elia begegnet einer armen Witwe, die nur noch einen Rest Nahrung hat. Doch durch die Hilfe Gottes werden ihre Krüge nicht leer.

Gottes Zuwendung, auch durch Menschen vermittelt, sättigt Menschen. Körperlich und geistig.

Viele aus unserer Gemeinde äusserten sich gerade wieder am letzten Sonntag sehr dankbar für jeden Abend ein Wort Gottes und ein Zuspruch und die gemeinsamen Gebete.

Bald auch wieder live in einer Kirche, wenn auch anders als sonst.

In der Reformierten Kirche gibt es eine jahrhunderte alte Tradition des Segens, wohl auf Calvin zurückgehend, da heisst es am Schluss einer Andacht oder eines Gottesdienstes: „Geht in diesen Tag, in diesen Abend, in die neue Woche, im Frieden und mit Gottes Segen – und vergesst die Armen nicht!“

Das tägliche Brot, um das wir jeden Tag im Vaterunser-Gebet bitten, das erklärte Martin Luther so, dass es umfassend ist und es auch um eine gerechte Verteilung geht.

Die Krise ist noch nicht vorbei, jetzt geht es auch um Gerechtigkeit, um die, die systemrelevant aber sehr unterbezahlt arbeiten. Um die, die unverschuldet verarmen in dieser Zeit.

Es gibt sie. Und ihr Mehl darf nicht ausgehen und ihre Krüge dürfen nicht leer bleiben. Denn alle sollen essen und satt werden können. Amen.

Gebet:

Guter Gott, Du hörst auf die Rufe der Armen, Du wendest Dich den Notleidenden zu und schaffst Gerechtigkeit:

Wir beten für die Menschen auf der Welt, deren Not zum Himmel schreit. Dass sie offene Ohren und tätige Hände finden, die ihnen zu einem würdigen Leben verhelfen.

Wir bitten dich, erhöre uns.

Wir beten für die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft. Dass sie ihre Verantwortung erkennen, Recht und Gerechtigkeit für die Armen zu schaffen.

Wir bitten dich, erhöre uns.

Wir beten für uns Christinnen und Christen hier und weltweit. Dass wir in der Nachfolge Jesu Christi seine Option für die Armen annehmen. Dass wir Mut zu Begegnung und Miteinander haben und auch die Not anderer sehen.

Wir bitten dich, erhöre uns.

Wir beten für Erkrankte an Leib und Seele und auch für Verstorbene, besonders für alle, die durch Krieg, Hunger und Armut oder durch COVID 19 Leid erleben oder aus dem Leben gehen mussten. Dass sie in Gott die Fülle und den Frieden finden.

Wir bitten dich, erhöre uns.

 Alles persönliche sagen wir Dir in der Stille:…….

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Herr, segne meine Hände, dass sie behutsam seien,

dass sie halten können, ohne zur Fessel zu werden,

dass sie geben können ohne Berechnung,

dass ihnen die Kraft innewohne, zu trösten und zu segnen.

Herr, segne meine Augen, dass sie Bedürftigkeit wahrnehmen,

dass sie das Unscheinbare nicht übersehen,

dass sie hindurchschauen durch das Vordergründige,

dass andere sich wohl fühlen können unter meinem Blick.

Herr, segne meine Ohren,

dass sie hellhörig seien für Deine Stimme in den Stimmen der Not,

dass sie verschlossen seien für Lärm und Geschwätz,

dass sie das Unbequeme nicht überhören.

Herr, segne meinen Mund, dass ich Dich bezeuge,

dass nichts von ihm ausgehe, was verletzt und zerstört,

dass er heilende Worte spreche, dass er Anvertrautes bewahre.

Herr, segne mein Herz, dass es Wohnung Deines Geistes ist,

dass es Wärme schenken und bergen kann,

dass es reich sei an Verzeihung,

dass es Leid und Freude teilen kann.

Segne und behüte und bewahre uns in der Kraft des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

(nach Antje Sabine Naegli)

Musik: Charity Song for UNICEF    UNDER THE SAME SKY – TRONG HIEU feat. ALLSTARS

https://m.youtube.com/watch?v=zud6SUmMleQ&feature=youtu.be

 

 

 

Gottesdienst zuhaus am Sonntag Trinitatis,  7.6.2020

Thema: Dreieinigkeit

Mit drei guten Wünschen auf einmal begrüsst uns heute der Wochenspruch (2. Kor 13,13):

„Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“

So klingt es am Sonntag der Dreieinigkeit Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Unser Gott ist drei in eins. Das feiern wir heute.

Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.                                   Amen

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn

der Himmel und Erde gemacht hat.

Lied: Gott des Himmels und der Erden (EG 445, 1+5+6)

https://www.youtube.com/watch?v=dND4x9IrK9k

Psalm 113 (EG 745)

1 Halleluja! Lobet, ihr Knechte des HERRN, lobet den Namen des HERRN!

2 Gelobt sei der Name des HERRN von nun an bis in Ewigkeit!

3 Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HERRN!

4 Der HERR ist hoch über alle Völker; seine Herrlichkeit reicht, so weit der Himmel ist.

5 Wer ist wie der HERR, unser Gott, der oben thront in der Höhe, 6 der niederschaut in die Tiefe, auf Himmel und Erde;

7 der den Geringen aufrichtet aus dem Staube und erhöht den Armen aus dem Schmutz,

8 dass er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes;

Halleluja!

Gloria (Lobgesang): „Grosser Gott wir loben Dich“ (EG 331)

https://www.youtube.com/watch?v=duw26DL5lXU

Gloriagebet:

Herr, guter Gott.

Du segnest, und wir sollen ein Segen sein. Da geht etwas Hand in Hand.

Öffne unsere Herzen, unsere Sinne und unseren Verstand für deine Gegenwart, für deine Lebenskraft. Das bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ehre sei Gott in der Höhe.

Der Alttestamentliche Text für heute ist allen Gottesdienstfeiernden wohl bekannt. Es handelt sich um den Aaronitischen Segen, mit dem nach Gottes Auftrag die Kinder Israel gesegnet werden sollen. Hier wird das ganz persönliche Beziehungselement deutlich, hör- und spürbar. Gottes Segen trifft eine einzelne Person, Gottes Licht erhellt das Angesicht und bringt Gnade. Gottes Segen schenkt Frieden.

Aus dem 4. Buch Mose, Kapitel 6, die Verse 22-27:

22 Und der HERR redete mit Mose und sprach: 23 Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet: 24 Der HERR segne dich und behüte dich; 25 der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; 26 der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. 27 So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne.

Wochenlied: Gelobet sei der Herr (EG 139)

  • Evangelium: Johannes 3,1–16

Gott wirkt und weht und macht neu. Wie, das wissen wir nicht immer so ganz genau. Davon erzählt ein Nachtgespräch zwischen Jesus und Nikodemus.

Johannes 3,1–16

1 Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, ein Oberster der Juden. 2 Der kam zu Jesus bei Nacht und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm. 3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. 4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? 5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. 6 Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. 7 Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von Neuem geboren werden. 8 Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist ein jeder, der aus dem Geist geboren ist. 9 Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag das zugehen? 10 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du bist Israels Lehrer und weißt das nicht? 11 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und bezeugen, was wir gesehen haben, und ihr nehmt unser Zeugnis nicht an. 12 Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sage? 13 Und niemand ist gen Himmel aufgefahren außer dem, der vom Himmel herabgekommen ist, nämlich der Menschensohn. 14 Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, 15 auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. 16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Amen.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Lob sei dir, Christus

    • Glaubensbekenntnis
    • Wochenlied: Brunn allen Heils (EG 140)

https://www.youtube.com/watch?v=UDYV-WD5_No

Predigt über Trinität mit Bild 

Dreihasenfenster am Paderborner Dom

„Jedweder Hase hat zwei Ohren. / Und hier ging jedem eins verloren. /

Das Soll ist sechs, das Ist nur drei. / Und Schein und Sein sind zweierlei. /

Was führt der Steinmetz wohl im Schilde? / Welch ein Gedanke liegt im Bilde? /

Die Ohren sitzen an der Stirne, / Gehörtes fließt in drei Gehirne. /

Drittselbst wird hier somit bedacht, / was Sorgen oder Freude macht. /

Vereint geht manches leichter eben / im Hasen- wie im Menschenleben. /

Und überdies ist, was ihr seht, / ‚ne Spielart von der Trinität.“

(Gedicht „Viribus Auribusque Unitis“ / Mit vereinten Kräften und Ohren: Bischof Paul-Werner Scheele)

Gesamte Predigt am Ende des des Sonntagstextes

Fürbittengebet

I:          Drei in einem, Gott, du bleibst uns entzogen, du bleibst Geheimnis und doch wendest du uns dein Angesicht zu. Aus deinem Segen leben wir, deinen Segen sollen wir weitergeben.

II:         Wir bitten dich für die Menschen in unserer Gemeinde, für die Einsamen, dass du sie begleitest. Für die, die zusammen durchs Leben gehen, als Paare oder Familien, Eltern, Grosseltern, Kinder, dass sie immer wieder ein Segen füreinander werden.

Wir rufen zu dir: Gott, erbarme dich.

I:          Wir bitten dich für unsere Kranken, dass sie Hilfe und Genesung erfahren, und für unsere Verstorbenen, dass du Angehörige und Trauernde und Ängstliche tröstest, dass sich Friede einstellt im Himmel und auf Erden.

Wir rufen zu dir: Gott, erbarme dich.

II:         Wir bitten dich für diese Welt, in der so vieles nicht gut ist, in der abgesegnet wird, was zum Himmel schreit, in der gut gesagt wird, was einer Katastrophe gleicht.

Wir rufen zu dir: Gott, erbarme dich.

I:          Wir bitten für die Menschen, die um ihr Recht kämpfen, die dafür auf die Straßen dieser Welt gehen, obwohl sie es nicht dürfen. Schütze sie durch deine Kraft.

Wir rufen zu dir: Gott, erbarme dich.

II:         Wir bitten für uns alle, dass wir hinhören, spüren, nachdenken, für andere einstehen und helfen, wo das Gute einfach getan oder gesagt werden muss. Lass uns dort gut sprechen, hilf uns, dass wir deinen Segen weitergeben.

Wir rufen zu dir: Gott, erbarme dich.

 

Vaterunser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name;

dein Reich komme;

dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern;

und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit

Amen

 

In der Regel wird am Ende eines Gottesdienstes der sogenannte „aaronitische Segen“ gesprochen. Formal handelt es sich im Hebräischen um einen „Wunschsatz“. Der Mensch, der die Segensformel spricht, segnet nicht einfach aus sich heraus, sondern bittet Gott darum, den Segen zu gewähren und zu spenden. Ein Segensspruch ist also keine Zauberformel, sondern in seiner Wirksamkeit an Gott, den Segensspender, gebunden. Gleichwohl wird klar, dass Gott sich auch an sein Wort gebunden fühlt – segnen will und wird: „So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne.“

Segen

Der Herr segne und behüte dich

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig

Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir Frieden.

Amen.

Predigtgedanken Trinitatis 7. Juni 2020:

Martin Luther zu Trinitatis:

«Dieses ist ein sehr schönes Evangelium, in welchen wir sehen, was der richtige Weg, der gewisse Weg zum ewigen Leben ist. Es scheint aber, dass man dieses Evangelium auf diesen heiligen Tag der Dreieinigkeit billigt, dass so fein der Unterschied der Personen angezeigt ist, in dem höchsten und grössten Werk das Gott mit uns armen Menschen handelt…denn hier steht vom Vater, dass er die Welt geliebt und ihr seinen eingeborenen Sohn geschenkt hat. Das sind die zwei unterschiedlichen Personen, Vater und Sohn, eine jegliche mit ihrem besonderen Werk. Der Vater liebt die Welt und schenkt ihr den Sohn; der Sohn lässt sich der Welt schenken, und, wie Christus hier sagt, lässt er sich wie die Schlange in der Wüste am Kreuz erhöhen, auf das alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Zu solchem Werk kommt danach die dritte Person, der Heilige Geist, welcher durch das Wasser der seligen Taufe den Glauben im Herzen anzündet, und uns also eine Wiedergeburt zum Reiche Gottes schenkt.
Dieses ist eine sehr tröstliche Predigt, die uns ein fröhliches Herz gegen Gott machen soll; darin wir sehen, dass alle drei Personen, die ganze Gottheit, sich dahin wendet und damit umgeht, dass den armen, elenden Menschen wider die Sünde, dem Tod und Teufel zur Gerechtigkeit, ewigem Leben und dem Reich Gottes geholfen werde.»

Wenn wir heute auf der Strasse nach dem heiligen Fest der Trinität fragen, ist freundliches Kopfschütteln wohl noch am ehesten zu erwarten.

Dennoch: Trinitatis ist für die Dogmengeschichte des christlichen Glaubens ein Meilenstein. Der heutige Tag bringt zum Ausdruck, dass Gott auf unterschiedliche Weise gewirkt hat und noch wirkt; als der, der als Vater im Himmel die Welt ins Dasein ruft, der zudem in Jesus Christus als Mensch zur Welt gekommen ist und der weiter noch unsichtbar wirkt als Heiliger – oder durch seinen Heiligen Geist.

So bündelt der heutige Tag den christlichen Glauben, wie er beispielsweise im apostolischen Glaubensbekenntnis in drei Teilen zusammengefasst ist.

Die Trinität ist schwer begreiflich zu machen. Kann man das dreifach vorgestellte Wesen Gottes, das immer auch Geheimnis bleibt, überhaupt treffend beschreiben oder erklären?

Bildbetrachtung – Die drei Seinsweisen Gottes 

1

„Der Hasen und der Löffel drei, und doch hat jeder Hase zwei.“      Zu sehen im Kreuzgang des Doms in Paderborn, Westfalen. Meister Lampe ist nicht unbedingt ein biblisches Tier, taucht im Alten Testament nur am Rande auf und wird da zudem zu den unreinen Geschöpfen gezählt, also ein solches, dass man nicht essen darf. Und das, weil er vermeintlich ein Wiederkäuer sei. Da ist man nach heutigem Stand der Forschung anderer Meinung, aber dass sich die Bibelschreibertheologen auch noch mit den Hasenarten hätten auskennen müssen, ist vielleicht auch etwas viel verlangt.

Diese drei hier sind nun jedenfalls nicht uninteressant. Auch für die Theologen. Besonders im Blick auf den heutigen Sonntag Trinitatis. Das heilige Fest der Dreieinigkeit.

„Viribus Auribusque Unitis“ (Mit vereinten Kräften und Ohren):

„Jedweder Hase hat zwei Ohren. / Und hier ging jedem eins verloren. / Das Soll ist sechs, das Ist nur drei. / Und Schein und Sein sind zweierlei. / Was führt der Steinmetz wohl im Schilde? / Welch ein Gedanke liegt im Bilde? / Die Ohren sitzen an der Stirne, / Gehörtes fließt in drei Gehirne. / Drittselbst wird hier somit bedacht, / was Sorgen oder Freude macht. / Vereint geht manches leichter eben / im Hasen- wie im Menschenleben. / Und überdies ist, was ihr seht, / ‚ne Spielart von der Trinität.“

2

Trinität ist wie gesagt, unbekannt, und schwierig. Und man stösst wirklich an eine Grenze, wenn man davon spricht, dass es da im Blick auf Gott drei Seinsweisen oder Personen bei einem Wesen gibt. So hat es das Konzil von Konstantinopel im Jahr 381 formuliert. Und dieses eine Wesen, das ist in sich selbst in Beziehung. Als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Und es ist unteilbar. Um im Bild zu bleiben: Die Hasen laufen, werden aber an den Ohren zusammengehalten und damit sind es nicht drei Einhasen, sondern es ist ein Dreihase. 

Wir haben es als Erben der Trinitätslehre nicht leicht. Irgendwann hat man es ausgesprochen und den Gedanken in Worte gegossen.

An Weihnachten kam ein Kind zur Welt. Ein Kind, von dem die Leute später sagten: „In diesem Menschen haben wir Gott erkannt. Dass, was wir uns von Gott erhofften, das wird in Jesus greifbar. In diesem Menschen hat Gott einen Teil von sich offenbart, in diesem Menschen wird erkennbar, wer und wie dieser Gott im Himmel ist.“

3

Da ist also das Ganze schon mal zweiteilig. Gott, der Schöpfer, nennen wir ihn Vater im Himmel, gibt an Weihnachten einen Teil von sich auf der Erde preis. Ohne die Beziehung zu verlieren. Das ist Jesus von Nazareth, dann auch der Christus. Nennen wir den Sohn. Vater und Sohn, die zwei gehören zusammen, so als wären sie eins. Das gibt es ja manchmal bei Vätern und Söhnen. (Und bei Müttern und Töchtern natürlich auch.)

Und wenn es dann noch richtig ist, dass Gott auch danach und auch jetzt noch weiter wirkt in dieser Welt, unsichtbar auf geheimnisvolle, lebenserhaltende Weise, wenn es stimmt, dass Glaube geweckt wird, dass Menschen zur Kirche kommen oder sogar ohne Kirche Gottesdienste feiern, zuhause, in speziellen Zeiten wie diesen, dass Menschen sich zu Gott zugehörig fühlen – das passende Fest dazu ist Pfingsten – wenn das so ist, dann wirkt Gott auch auf diese Weise. Mit unsichtbarer Kraft. Wir nennen sie Heiliger Geist.

4

Unser Gott ist also dreifach, dreieins, dreidimensional. Er wirkt wie ein Vater und Schöpfer vom Himmel herab. Er hat sich in Jesus Christus konkret gezeigt, und er wirkt fort, unter uns, durch seinen Geist. Wie das genau zusammenhängen kann, da stösst dann unser Denken allerdings auch an eine natürliche Grenze. Die Zisterziensermönche beispielsweise haben deshalb irgendwann gesagt, über die Trinität, das „Drei-in-Eins“ Gottes, solle nicht gepredigt werden, weil das einfach zu schwer zu verstehen sei. Statt über Gott zu lehren, kann man ihn schliesslich ja einfach anbeten und sich so dem Geheimnis nähern.

So ist das also mit dem christlichen Gott. Nicht drei Götter, sondern drei Seins- oder Wirkweisen des einen Gottes. Im Himmel herrscht keine Diktatur, gibt es keine Alleiherrschaft eines einsamen Gottes auf einem Thron, nein schon im Himmel herrscht Demokratie, so wie es der Tübinger Theologe Jürgen Moltmann beschrieben hat.

Ein Drei-Gott, der in Beziehung tritt, mit offenen Ohren und Herzen und vielleicht manchmal auch flink wie Hasen: Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Ganz konkret und bekannt wird es ja immer im Segen zum Abschluss unserer Gottesdienste:

Der Vater im Himmel lässt sein Angesicht leuchten über uns und erhebt sich über uns. Jesus hat die Menschen gut- und starkgeredet, also gesegnet. Und dass auch wir dazu fähig werden, das gibt der Heilige Geist. Gott segnet, und wir können das weitergeben. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Luther Gebet Samstag 6. Juni 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.                             Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

 

Ende der Pfingstwoche, wir haben die Zusage gehört vom Geist Gottes, sie gilt, sie hilft, sie stärkt, auch über Pfingsten hinaus:

Wochenspruch der Pfingstwoche

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. (Sacharja 4, 6)

 

Musik

Atme in uns Heiliger Geist, brenne in uns, wirke in uns, Heiliger Geist, Atem Gottes komm.

https://www.youtube.com/watch?v=lUXJh9Xhm28

Andacht

Was ist das für ein Geist Gottes, der Menschen bewegt, vom ersten Pfingstfest aus, durch die Jahrhunderte, bis heute?! Der uns glauben und hoffen und leben lässt….

Vom Geist Gottes schreibt der Apostel Paulus auch, er hilft uns, die Geister zu unterscheiden. Was ist richtig in diesen Tagen, in den Tagen von Corona, wo wir das Gefühl haben, es ist nicht mehr so schlimm und doch ist die Gefahr noch da, sollen, müssen wir uns schützen, mit Abstand und Anstand miteinander umgehen?

Was ist richtig, wenn wir an die grossen Unruhen denken in den USA, die schon zu uns herüberkommen?

Wir brauchen Gottes Geist, um zu hoffen, um die Geister zu unterscheiden, wir brauchen einen neuen Blick auf das Ganze. Und dafür Courage und frischen Wind unter die Flügel.

Dazu mehr heute. Hier.

Meine Kollegin Miriam Gross ist deutsche Pfarrerin in New York City, St. Paul Kirche downtown Manhattan (West 22nd Street, zwischen 8. und 9. Ave). Sie wurde von mehreren Zeitungen und Fernsehsendern interviewt, gefragt, was ist ihre Position in diesen Zeiten von Unruhen, Protesten und mittendrin weiterhin den Corona-Gefahren. Und sie gab eine bemerkenswerte Antwort, was eine christliche Position sein müsste jetzt:

„In New York gehen alle Schichten auf die Strasse. Die Wut und Aufregung gehen durch alle Schichten und durch alle Couleur. Das sind nicht nur Afroamerikaner, Latinos und Asiaten. Das sind auch Weisse, die sich solidarisieren und ein Zeichen setzen wollen. Selbst der New Yorker Polizeichef Terence Monahan hat sich mit den Demonstranten solidarisiert, indem er in aller Öffentlichkeit symbolisch niederkniete.

Ich kenne ein ganz anderes Bild von der Polizei. Das von einer Polizei, die da ist und hilft und unterstützt und freundlich ist. Ich weiss von Polizisten, die in Demonstrationen angespuckt und mit Schimpfwörtern überzogen werden. Das ist schrecklich.
Die New Yorker Polizisten haben ein Antirassismus- und Deeskalationstraining absolviert. Sie werden nicht dazu ausgebildet, dass sie Leute erschiessen. Die Cops hier verrichten eine harte Arbeit. Sie haben Familie, sie haben ihre eigenen Schicksale und fühlen sich dazu berufen zu helfen, nicht andere anzugreifen. Diese Polizisten sind Menschen aus allen Schichten, mit allen Hautfarben, verschiedener Nationalitäten und Herkünfte.

Wir als Kirche müssen die Welt daran erinnern, dass wir eine von Gott geliebte und versöhnte Welt sind. Das, was Trump getan hat, war kein versöhnendes Handeln.

Wir als Kirche wollen uns nicht zu einem Machtinstrument machen lassen, wir stehen da ganz in der Tradition von Dietrich Bonhoeffer. Der hat gesagt, dass die Kirche dazu da ist, dass wir die Welt daran erinnern und sie davon überzeugen, dass sie eine von Gott geliebte und versöhnte Welt ist. Und als solche müssen wir Frieden und Versöhnung untereinander schaffen, in den verschiedenen Bevölkerungsgruppen und nur, wenn wir die Gottebenbildlichkeit in den Mittelpunkt stellen, dann kann wieder Frieden einkehren.“

Also Gottes Geist des Friedens, der Versöhnung und der Verständigung, das ist es, was uns bewegt, was uns Mut macht und Hoffnung. Auch hier.

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. (Sacharja 4, 6)

Musik: Lied EG 136 O komm du Geist der Wahrheit –

ein bezaubernder virtueller Gemeindechor aus Angeln-Nordwest /Deutschland, Kirchenkreis Schleswig-Flensburg

https://www.youtube.com/watch?v=En6g4HRnzVY

Gebet:

Fürbitten mit „Kehrvers“ EG 136,1
Jesus Christus, wir danken dir für deine Gegenwart.
Wir bitten dich, dass dein Geist des Friedens auch weiter in uns wohne
und rufen:
O komm, du Geist der Wahrheit und kehre bei uns ein.
Du unser Gott:
Durch deinen Geist hast du die Welt erschaffen
und Menschen, Tiere und Pflanzen ins Dasein gerufen.
Wir bitten dich für deine Schöpfung
und alle, die sich für ihre Bewahrung einsetzen.
Hilf uns, das unsere dazu beizutragen.
Wir rufen:
O komm, du Geist der Wahrheit und kehre bei uns ein.


Du unser Gott, der du den Geist des Friedens schickst,
wir bitten dich für Menschen,
die unter Gewalt und unter den Knien der Unterdrückung leiden,
und für alle, die sich für den Frieden einsetzen.
Schenke weise Einsichten und ein Hören auf friedvolle Proteste.
Wir rufen:
O komm, du Geist der Wahrheit und kehre bei uns ein.


Jesus Christus,
du hast den Geist der Wahrheit verheissen.
Oft fällt es uns schwer, zu erkennen, was Wahrheit ist.
Es gibt so viele Meinungen und sich widersprechende Informationen.
Es ist nicht leicht, Gerechtigkeit zu üben.
Komm in unser Herz mit deiner Liebe.
Wir rufen:
O komm, du Geist der Wahrheit und kehre bei uns ein.


Jesus Christus,
du hast den Geist, den Tröster versprochen.
Wir bitten dich für alle, die Trost brauchen,
die Trauernden und Kranken,
die Einsamen und die Angehörigen von Opfern dieser Zeit.
Wir rufen:
O komm, du Geist der Wahrheit und kehre bei uns ein.


Du Heiliger Geist, du bist der Geist der Versöhnung.
Beschütze alle Gläubigen.
Wir bitten dich um Verständnis füreinander.
Wir befehlen dir unsere Schwestern und Brüder hier und weltweit an,
und auch uns selbst.
Erfülle und durchströme uns mit Kraft und Liebe.
Wir rufen:
O komm, du Geist der Wahrheit und kehre bei uns ein

In Stille bitten wir….

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Gottes Geist schenke Dir:

Kraft zum Unterwegssein:

Gottes Bestärkung in deinem Leben.

Mut zur Versöhnung:

Gottes Wohlwollen in Deinem Leben.

Grund zur Hoffnung:

Gottes Licht in deinem Leben.

Vertrauen zum Miteinander:

Gottes Verheissung, sein Volk zu sein.

Geist zum Aufbruch:

Gottes Wegbegleitung und Segen.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

(nach Pierre Stutz)

Luther Gebet Mittwoch 3. Juni 2020

Gottesdienste fallen bald nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott fällt nicht aus. Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.                             Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich bewusst von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Mitte der Woche, Pfingstwoche, wir haben die Zusage gehört vom Geist Gottes, sie gilt, sie hilft, sie stärkt, auch über Pfingsten hinaus. Sie klingt fast wie in diesen Tagen auch in die USA gesprochen:

Wochenspruch der Pfingstwoche:

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. (Sacharja 4, 6)

Musik

Heiliger Geist von DMMK („Die Musik meiner Kirche“/Timo Langner)

https://www.youtube.com/watch?time_continue=28&v=JUwW3hujwyg&feature=emb_logo

Andacht

An der Nordsee bläst einem der Wind immer von vorn ins Gesicht; Gegenwind zu haben gehört zu den Erinnerungen meiner Kindheit und der Zeit, als meine Kinder noch klein waren. Auf dem Fahrrad. Am Deich.

Frische Luft hat noch keinem geschadet, lautete oft die mütterliche Parole. Und auf ging’s…. Wind von vorn setzt eigene Kräfte frei, du strengst dich an, bekommst rote Wangen und erreichst irgendwann das Ziel!

Wind von vorn gibt neue Kraft, nicht nur körperlich. Sich im Denken, Fühlen, Glauben mit dem auseinanderzusetzen, was sperrig ist und manchmal gar nicht nach meinem Geschmack, das ist anstrengend, aber gerade darin auch interessant, durchaus spannend und tiefsinnig.

Wie schön sind diese Begegnungen, wenn es auf einmal ganz wahrhaftig wird, wenn Energie entsteht und Gedankenfreiheit da ist,

Momente, die Wind unter die Flügel geben, weil sich neue Perspektiven auftun!

Pfingsten ist genau diese Geistesfrische, lebendige Kraft, Auftrieb. Grossartig doch diese Pfingstgeschichte, in der die Menschen zunächst niedergedrückt, im Wortsinn: depressiv, beisammen sind, auf der Suche danach, wer sie denn jetzt noch sind, ohne Jesus.

Und dann weht der Geist, wie er will – die Menschen sind ganz durcheinander vor Glück.

Sie sind sich nahe wie nie, singen und teilen das Brot, froh, sich – neu – gefunden zu haben.

Diese Geschichte klingt wie ein Sehnsuchtsort nach der Zeit der Einschränkungen. Die Seele dürstet nach Brot und Rosen, Gemeinschaft und Choral.

Genauso wie damals in Jerusalem. Dort waren „alle an einem Ort beieinander“, heisst es. Das jüdische Wochenfest führte sie zusammen. In der Gemeinschaft entsteht Geistbewegung! Die Menschen beginnen zu reden, verstehen sich sogar und tragen fortan begeistert Jesu Hoffnung in die Welt.

Die christliche Kirche ist geboren.

Pfingsten 2020. Der Wind weht wieder, und er braucht die Präsenz eines jeden von uns, Gottes UND unsere Geistesgegenwart – für eine mitmenschliche Gemeinschaft. Das bedeutet doch: guten Geist in die Gesellschaft hineinzutragen.

Jetzt. Amerika braucht das, dringend. Wir brauchen das.

Wir brauchen den Pfingstgeist, der neue Perspektiven eröffnet. Der Auftrieb gibt und Zuversicht.

Der die Traurigen tröstet und um Frieden ringt, wenn Aggressionen sich austoben wollen.

Er ist systemrelevant, dieser Pfingstgeist. Denn es scheint, als wären viele Menschen nach den Corona-Lockerungen wie in einem Zwischenzustand. Gar nicht so erleichtert. Eher ausgebremst. Man weiss nicht, was wird. Urlaub oder lieber doch zu Hause bleiben?

Einige sind misstrauisch und aggressiv, andere wissen alles besser. Wir suchen die neue „Normalität“, wissen aber nicht, wie das geht.

Welche Norm soll diese Normalität prägen?

Am jüdischen Wochenfest, aus dem ja Pfingsten hervorgegangen ist, erinnert man alljährlich die Zehn Gebote.

Kurz und klar formulieren sie Leitlinien. Du sollst nicht töten. Wenn Leben in Gefahr gerät, sollst du es schützen. Das ist das eine.

Zugleich andere Gebote, ebenso unmissverständlich: Vater und Mutter ehren, nicht ehebrechen. Also:

die Beziehungen nicht zerstören, auf die der Mensch für sein Leben angewiesen ist. Du sollst Menschen nicht trennen, die zusammengehören.

Es gab furchtbare Folgen der not-wendigen Pandemie-Schutzmaßnahmen: Pflegebedürftige und Kranke blieben ohne Besuch. Kindern und Jugendlichen fehlten wichtige Bezugspersonen. Menschen mussten sogar allein sterben.

Und das siebte Gebot: Du sollst nicht stehlen. Heisst doch auch: Du sollst niemandem die materielle Grundlage seines Lebens nehmen.

Nach den tiefen Eingriffen in das Alltags- und Wirtschaftsleben sind wir herausgefordert, Gerechtigkeit so zu leben, dass niemand unter die Räder gerät.

Die klaren Gebote schützen, was der Mensch braucht: Leben und Gesundheit, seine Beziehungen, die materiellen Grundlagen.

In der Pandemie erleben wir, wie diese Gebote miteinander in Konflikt geraten können.

Der Besuch am Sterbebett kann ein ganzes Pflegeheim infizieren. Die Schliessung einer Kita kann ein Kind häuslicher Gewalt aussetzen. Gott loben mit Liedern kann Aerosole mit dem Virus freisetzen. Der Shutdown ganzer Branchen kann in existenzielle Verzweiflung stürzen.

Was ist richtig? Welche Gefahren muss man abwehren, welche muss man in Kauf nehmen?

Wir brauchen wirklich Gottes Geist, einen neuen Blick auf das Ganze. Und genau dafür Courage und frischen Wind unter die Flügel, von vorn!

Dazu mehr. Am Samstag. Hier.

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. (Sacharja 4, 6)

Amen.

Mit Gedanken von Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg-Lübeck in der Nordkirche Deutschland.

GEBET:

Ewiger Gott, der du für uns Vater und Mutter bist, mit deinem Sohn Jesus hast du uns einen Geist geschenkt, der unser Leben froh machen kann.

Wir bitten dich um deinen Geist, wenn wir uns in diesen Zeiten verlieren und doch so sehr Hoffnung, Liebe und Frieden brauchen.

Schenke deinen Heiligen Geist, Gott, allen Menschen,

die in Kriegen leben und sich nach Frieden sehnen. Überall auf dieser Welt.

Wir denken an Israel, an den Jemen, an die USA.

Wir rufen: Send uns Deinen Geist

Schenke deinen Heiligen Geist allen Menschen,

die in Unfrieden leben mit ihren Familien, Freunden oder Nachbarn.

Wir rufen: Send uns Deinen Geist

Schenke deinen Heiligen Geist allen Forschern und Politikern,

die sich um unser Leben in Viruszeiten und die Zukunft der Welt im Klimawandel sorgen.

Wir rufen: Send uns Deinen Geist

Schenke deinen Heiligen Geist, Gott, allen Kranken, Sterbenden und denen, die sie pflegen.

Wir rufen: Send uns Deinen Geist.

Schenke deinen Heiligen Geist allen, die sich in deinem Namen

um Frieden und Gerechtigkeit und Versöhnung mühen.

Von New York bis Minneapolis, von Kalkutta bis Jerusalem.

Wir rufen: Send uns Deinen Geist.

Schenke uns und unseren Orten und Gemeinschaften deinen Heiligen Geist, dass wir deine Gebote halten und allezeit deinen Namen ehren.

Wir rufen: Send uns Deinen Geist

Ewiger Gott, deine Gebote weisen den Weg zum Leben; und dein Geist schenkt uns Zuversicht und Vertrauen.

Komm, Heiliger Geist, und erfülle die Herzen deiner Gläubigen.

Was uns jetzt und hier in der Mitte der Woche besonders bewegt, sagen wir Dir in der Stille.

Du bist da, erhöht und doch nah: …………….

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Gottes Geist

frischer Wind der Hoffnung

Atem des Friedens,

Bise des Vertrauens

Schenke uns Hoffnung, das Leben zu gestalten,

Wege des Friedens zu gehen,

Vertrauen zu wagen.

In Gott, dem Vater, durch seinen Sohn Jesus Christus,

heute, morgen und für immer. Amen.

MUSIK zum Abschluss:

J.S. Bach – Cantata BWV 34 O ewiges Feuer, O Ursprung der Liebe | 3 Aria

Trogen CH Chor und Orchester der J. S. Bach Stiftung; Rudolf Lutz – Dirigent; Solistin Margot Oitzinger – alto

https://www.youtube.com/watch?v=_2JfLwVvcl8

Wohl euch, ihr auserwählten Seelen,

Die Gott zur Wohnung ausersehn.

Wer kann ein größer Heil erwählen?

Wer kann des Segens Menge zählen?

Und dieses ist vom Herrn geschehn.

LUTHER GEBET am PFINGSTMONTAG 1. Juni 2020

Gottesdienste fallen bald nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott fällt nicht aus. Gott bleibt.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00

Uhr.

Sich bereit machen

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich bewusst von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Am Pfingstmontag soll mein Gebet «pfingstlich» sein.

Eine Schale will ich sein

Empfänglich für Gedanken des Friedens

            Eine Schale für dich, Heiliger Geist.

Meine leeren Hände will ich hinhalten

Offen für die Fülle des Lebens

            Leere Hände für dich, Heiliger Geist.

Mein Herz will ich öffnen

Bereit für die Kraft der Liebe

            Ein Herz für dich, Heiliger Geist.

Gute Erde will ich sein

Gelockert für Samen der Gerechtigkeit

            Gute Erde für dich, Heiliger Geist.

Ein Flussbett will ich sein

Empfänglich für das Wasser der Güte

            Ein Flussbett für dich, Heiliger Geist.

(Gebet nach Anton Rotzetter, Gott der mich atmen lässt, Herder 1994, S. 88)

Wir LAUSCHEN oder singen mit «Here Comes The Sun» –

https://www.youtube.com/watch?v=xUNqsfFUwhY

MEDITAION: Das Lächeln kehrt auf die Gesichter zurück

Liebe Gemeinde,

Sicherlich kennen die meisten von uns den alten Beatles Song – Here Comes The Sun. Endlich scheint die Sonne wieder und es ist gut, es tut uns gut.

 Sonne hat uns eigentlich während der gesamten Corona Zeit begleitet, daran hat es nicht gefehlt. Auch an der Natur haben wir uns mehr gefreut als sonst, ihr mehr Aufmerksamkeit gewidmet als sonst – wir hatten ja mehr Zeit und was anders, als im Grünen spazieren zu gehen oder unseren Garten oder Balkon zu pflegen, konnten wir ja nicht tun. Aber da fehlte etwas: das lächelnde Gesicht von Menschen, die wir lieben, die wir treffen, mit denen wir unterwegs sind. Digital verbunden zu sein, hat uns gutgetan, hat uns gestärkt – dafür sind wir dankbar. Dennoch ersetzt es nicht die reale Begegnung. Und nun, im Juni sind weitere Lockerungen möglich. Sogar Gottesdienst können wir wieder feiern. Natürlich brauchen wir die Schutzmassnahmen und müssen Hygieneregeln einhalten. Aber ich bin sicher, ein ganz besonderes Lächeln wird auf unsere Gesichter zurückkehren und vielleicht sogar manche Träne verstohlen im Augenwinkel aufblitzen. Nach dieser langen und für einige auch recht einsamen Zeit, dürfen wir uns zumindest wiedersehen und von Angesicht zu Angesicht sprechen. «Das Lächeln kehrt auf die Gesichter zurück» singen die Beatles und «es kommt einem so vor, als wären’s Jahre her, dass wir uns gesehen haben. Hier kommt die Sonne und ich sage, das ist in Ordnung»

So wünsche ich uns allen in dieser Zeit gesegnete und vorsichtige Begegnungen, die uns tief in der Seele guttun.

GEBET

Gott, viele Hoffnungen, Wünsche begleiten uns in dieser Zeit.

Schenk uns Kraft und Zuversicht für all unsere Gedanken.

Besonnenheit für unsere Wünsche.

Schenk uns Vertrauen, dass du uns immer die Kraft gibst,

die wir gerade für den nächsten Schritt brauchen.

Lass unsere Begegnungen vorsichtig und gesegnet sein, so dass sie ein Lächeln auf unsere Gesichter und in unsere Herzen zaubern.

Wir bitten dich, wache du mit denen, die wachen oder weinen in dieser Nacht.

Hüte deine Kranken, lass deine Müden ruhen, segne deine Sterbenden.

Tröste deine Leidenden.

Erbarme dich deiner Betrübten und sei mit deinen Fröhlichen.

Vor dich bringen wir, was uns persönlich wichtig ist und auf dem Herzen liegt.

Stille

Vor dich bringen wir unsere Lieben.

Stille

Vor dich bringe ich mich. Sei bei mir Gott. Einfach da.

Und alles, wofür wir in keine Worte finden, legen wir in die Worte, die Christus uns gelehrt hat
und beten verbunden mit Christinnen und Christen rund um den Erdball und verbunden durch alle Zeiten:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN: (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)
Mögest Du immer wieder mit dem Segen von Vertrautheit und Nähe beschenkt werden,

damit Dein Herz durchströmt wird von Liebe und Glück und Dank.

Es segne und behüte Dich der ewige, gütige Gott –

der Vater durch den Sohn im Heiligen Geist. Amen.

Amen.

Geht behütet und zuversichtlich in die Nacht. Gott ist da.

Wer den sommerlichen Abend noch jazzig abschliessen will, ist herzlich eingeladen den beschwingten Klängen des MGD Orchesters, in dem Heidrun Schröder mitwirkt, zu lauschen. Musik von Mindi Abair «Amazing Game»

https://www.youtube.com/watch?v=MgMNPmogyJ4&feature=youtu.be

LUTHER GEBET PFINGSTSONNTAG 31. Mai 2020

Gottesdienste fallen bald nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott fällt nicht aus. Gott bleibt.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00

Uhr.

Sich bereit machen

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich bewusst von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

BEGRÜSSUNG:

Ein frohes und gesegnetes Pfingstfest Euch und Ihnen allen, in der Nähe und Ferne. Pfingsten ist das dritte grosse christliche Fest im Jahreskreis. Weihnachten erzählt davon, dass Gott zu uns kommt und uns nahe ist. Ostern verkündet das neue Leben, das Gott uns schenkt, erzählt von Gottes Vergebung, von seiner Liebe und von seiner Fähigkeit mit uns zu leiden. Und Pfingsten – das Fest des Heiligen Geistes: es erinnert uns an die Kraft und Energie Gottes die in uns wirkt und durch uns wirkt. Es erzählt uns von Begeisterung und von Offenheit, aber auch von dem tröstenden Heiligen Geist, der uns begleitet. Pfingsten, der Geburtstag der Kirche.

Möge es uns ein gesegnetes Fest sein.

Wir SINGEN oder LAUSCHEN: «O komm, du Geist der Wahrheit» Gesangbuch Nr. 136 1.7

https://www.youtube.com/watch?v=qjyjn1AkXsg

  1. O komm, du Geist der Wahrheit,
    und kehre bei uns ein,
    verbreite Licht und Klarheit,
    verbanne Trug und Schein.
    Gieß aus dein heilig Feuer,
    rühr Herz und Lippen an,
    dass jeglicher getreuer
    den Herrn bekennen kann.
  1. Du Heilger Geist, bereite
    ein Pfingstfest nah und fern;
    mit deiner Kraft begleite
    das Zeugnis von dem Herrn.
    O öffne du die Herzen
    der Welt und uns den Mund,
    daß wir in Freud und Schmerzen
    das Heil ihr machen kund.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Komm, Heiliger Geist, und schaffe alles neu!
Wir sind in Unruhe.
Komm mit deiner Weisheit.
Viele sind verunsichert.
Komm mit deiner Klarheit.
Die Mächtigen sind uneins.
Komm mit deinem Rat.
Die Kranken sehnen sich nach Heil.
Komm mit deiner Stärke.
Die Wissenschaftler und Forscherinnen mühen sich.
Komm und schenke ihnen Erkenntnis.
Die Traurigen verlieren den Mut.
Komm mit deinem Trost.
Deine Gemeinde sehnt sich danach,
zu singen und gemeinsam aufzuatmen.
Komm und berühre deine Menschen.
Brich mit uns zusammen auf.
Geh mit uns hinaus ins Weite
und heile uns.
Komm, wir warten!
Komm, Heiliger Geist, und schaffe alles neu!
Amen.

Das EVANGELIUM für heute steht in der Apostelgeschichte im 2. Kapitel:

Hinführung: In ungewöhnlich kritischen Zeiten feiern wir heute Pfingsten. Wir suchen nach Geist-Erfahrungen, die uns beflügeln, die unseren Blick weiten und unser Herz frei machen von den Beklemmungen der Pandemie und der Enge der eigenen vier Wände.

Wo suchen wir?

Geistreiche Musizierformate finden sich derzeit vielfach im Netz. Sie machen Mut, im kleinsten Kreis Musik zu machen und wenigstens im Herzen dankbar vor Gott zu singen (Kolosser 3,16). Auch die Gottesdienstlandschaft hat sich erheblich verändert. Trotz dem Versammlungsverbots wurde durchgehend gefeiert. Am Küchentisch, im Wohnzimmer vor dem Bildschirm, am Handy, im Internet. Gott sei Dank war das möglich. Ein Geschenk des Geistes und ein Zeichen der Liebe unter Christenmenschen.

Und doch spüren wir: Wir leben im Fragment. Wir strecken uns auch nach kleinen und grossen Wundern. Ein Lied singt davon. Es setzt das liturgische Rot von Pfingsten in Worte und Töne. Wärmend und leuchtend wie Feuer. Heiter und beschwingt blüht es.

Das Evangelium für heute als Musikgruss des Zentrums für Gottesdienst und Kirchenmusik Hildesheim:

Für dich soll`s rote Rosen regnen…. Eine Einladung neu hinzuhorchen und hinzuschauen, Gottes Wirken unter uns neu zu entdecken und sich daran zu erfreuen…

https://www.youtube.com/watch?v=RX5AY50VpwU&feature=emb_logo&fbclid=IwAR05DUM_bM6FgUAQhuIS1GvI0-Wf145ukbub-B41Np8lmz8puiw2QoW4AAU

GLAUBENSBEKENNTNIS

PFINGSTEN für KINDER erzählt vom Sonntagsmaler Pfr. Hans Hentschel

https://www.youtube.com/watch?v=Prk9H-UD7WY

Wir SINGEN mit den KINDERN «Gott dein guter Segen»

https://www.youtube.com/watch?v=S_WpqjCIzWU

Gott, dein guter Segen ist wie ein großes Zelt
Hoch und weit, fest gespannt über unsre Welt
Guter Gott, ich bitte dich
Schütze und bewahre mich

Lass mich unter deinem Segen
Leben und ihn weitergeben
Bleibe bei uns alle Zeit
Segne uns, segne uns, denn der Weg ist weit
Segne uns, segne uns, denn der Weg ist weit

Gott, dein guter Segen ist wie ein helles Licht
Leuchtet weit, alle Zeit in der Finsternis
Guter Gott, ich bitte dich
Leuchte und erhelle mich

Lass mich unter deinem Segen
Leben und ihn weitergeben
Bleibe bei uns alle Zeit
Segne uns, segne uns, denn der Weg ist weit
Segne uns, segne uns, denn der Weg ist weit

Gott, dein guter Segen ist wie des Freundes Hand
Die mich hält, die mich führt
In ein weites Land
Guter Gott, ich bitte dich
Führe und begleite mich…

PREDIGTIMPULS

Es ist Pfingsten, 50 Tage nach Ostern schon, gefühlt viel länger. Denn hinter uns liegen nun schon weit mehr als 50 Tage im Lockdown, in dem strenge Kontaktverbote und viel andere Einschränkungen galten. Einige Lockerungen hat es schon gegeben. Unter Auflagen dürfen die ersten Gottesdienste gefeiert werden. Mit Abstand, Masken, beschränkter Teilnehmerzahlt, kein Gesang, kein Abendmahl. Aber wir dürfen uns wiedersehen.

Und in der Woche nach Pfingsten wird es weiter Lockerungen geben. Einige freuen sich über die Lockerungen, andere haben Sorge wegen zu schneller Rückkehr zur Normalität. Gemeinsam fragen wir uns: «Was will das werden?»

«Was will das werden?» haben sich die Jünger ratlos gefragt, als sie sich an Pfingsten hinter verschlossenen Türen versammelt haben, sorgevoll und traurig.

Und dann geschah das Brausen vom Himmel, Feuerzungen zeigten sich und der Geist Gottes begeisterte die Jünger und drängte sie raus, hinaus auf die Strasse, ins Ungewisse. Auf einen neuen Weg, den sie vorher nicht sehen konnten.

Pfingsten. Das Fest des Heiligen Geistes! Auf hebräisch hiesst dieser Geist RUACH. Ruach ist stürmisch und sie ist freudig. Und weiblich. Es ist DIE Ruach. So erzählt es die Bibel ganz am Anfang, als die Ruach über den Wassern schwebte, vor der Schöpfung.

Und Ruach ist ROT. Rot wie Leidenschaft, Liebe, Blut und Glut. Rot wie Energie. Jedenfalls ist das die Farbe, die zu Pfingsten gehört. Zum Heiligen Geist.

Der Geist führt hinaus ins Neue. Das ist auch pfingstlich.

Der Geist ist kein Schlupfloch, in dem man sich versteckt. Kein sicherer Raum.

Er zieht ins Ungewisse. Er wagt neue Wege und führt zu neuen Begegnungen. Er ist Feuer und Wind. Er ist Liebe. Er hilft in der Angst und durch sie hindurch.

Er schenkt dir Worte, die du brauchst.

Und manchmal Wunder.

Er hilft dir, dich zu entfalten.

Er lässt dich leuchten in all deinen Farben.

Er erweitert deinen Horizont.

Er hilft zur gemeinsamen Verständigung.

Er lässt den Himmel aufgehen.

Die Geschichte von Pfingsten in Jerusalem kommt an diesem Pfingsten zu uns zurück.

So wie Menschen sich damals verstanden haben, so haben wir heute auch verstanden, hier in der Schweiz und überall auf der Welt: Wir haben unser Leben nicht in der Hand. Es gibt Dinge, die wir nicht beeinflussen können. Wir sind vielen Gefahren ausgesetzt. Krankheit ist nur eine davon. Und dass wir leiden und sterben, gehört zum Menschsein.

Der Geist Gottes führte damals hinaus, auf einen neuen Weg. Er führt uns heute hinaus, auf einen neuen Weg. Wir gehen nicht in die Normalität von vor Corona zurück. In der geschichtlichen Erinnerung wird es die Zeit vor und nach Corona geben.

Der Geist hat uns geleitet in den letzten Wochen, zu Horizonterweiterung, zu gemeinsamer Verständigung. In den letzten Wochen ist ein Mehr an Begeisterung entstanden, für die Faszination der Stille und Ruhe, die Schönheit der Schöpfung, die gegenseitige Achtsamkeit, für den Reiz der Langsamkeit, für die Infragestellung des grenzenlosen Wachstumsideals, für die Sinnhaftigkeit eines faireren Umgangs mit allen, die Fürsorge leisten, für den Blick auf die zurückgelassenen Menschen in Europa  und auf diesem Globus.

Lassen wir das nicht gleich wieder verflüchtigen.

Vertrauen wir dem Geist Gottes, der uns in die Zukunft führen will und kann.

Möge er uns einen kühlen Kopf schenken, so dass wir erkennen, was in unserer Welt falsch läuft. Und ein brennendes Herz, damit wir handeln.

Amen.

Wir SINGEN gemeinsam mit Cornelia von Dewitz den Kanon

«Der Himmel geht über allen auf

Der Himmel geht über allen auf,

auf alle über, über allen auf.

Der Himmel geht über allen auf,

auf alle über, über allen auf.»

Audio-Player

GEBET

Komm, Heiliger Geist.
Wir strecken uns nach dir aus,
damit du die Welt verwandelst.

Komm, Geist der Liebe,
erweiche die Hartherzigen,
die Böswilligen und die Hasserfüllten.
Komm, damit Hass und Schläge aufhören.
Komm und lass die Gedemütigten aufatmen.
Du kennst ihre Namen.
(Stille)
Komm, damit sich die Wunden der Gefolterten schließen
und die Seelen der Missbrauchten Ruhe finden.
Komm, Geist der Liebe,
atme in uns.
Kyrie eleison.

Komm, Geist des Trostes,
rühre die Traurigen an,
die Wütenden und die Ängstlichen.
Komm, damit Schmerzen und Verzweiflung aufhören.
Komm und hülle die Trauernden ein in deine Liebe.
In der Stille nennen wir dir ihre Namen.
(Stille)
Komm und ermutige alle,
die ihre Hoffnungen schon begraben haben.
Komm und belebe alle,
deren Kräfte erlahmen, weil die Aufgaben zu groß scheinen.
Komm, Geist des Trostes,
atme in uns.
Kyrie eleison.

Komm, Geist des Friedens,
schaffe dir Raum in den Herzen der Mächtigen,
der Wissenden und Einflussreichen.
Komm, damit Krieg und Unrecht enden.
Komm und sorge dafür,
dass die Hungernden essen,
dass die Verirrten einen Weg finden.
Du kennst ihre Wege, ihre Angst und ihre Namen.
(Stille)
Komm und sprich zu denen,
die dich suchen,
die dir vertrauen,
die dich bezeugen.
Komm zu deiner weltweiten Kirche.
Wirke in ihr und durch sie Frieden.
Komm, Geist des Friedens,
atme in uns
Kyrie eleison.

Komm, Heiliger Geist, ewiger Gott,
du Frieden und Liebe.
Wir strecken uns nach dir aus,
damit du die Welt verwandelst.

Was uns jetzt und hier noch besonders bewegt, sagen wir Dir in der Stille.

Du bist da, in Deinem Geist uns nah:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Gottes Geist, Atem des Lebens

Kommt in unsere Mitte

Erfrischt uns wie eine kühle Brise.

Bringt uns wie Wind in Bewegung.

Verbindet uns wie eine grosse Familie

Schenkt uns Mut und Kraft.

Der Geist Gottes begleitet uns.

Möge die überfliessende Gnade unseres Herrn Jesus Christus,

die wunderbare Liebe Gottes und

die Gemeinschaft des Heiligen Geistes mit uns sein,

jetzt und in Ewigkeit. Amen.

Zum Abschluss LAUSCHEN oder singen wir mit Phil Collins «True Colors» Ein Lied, das von den wahren Farben singt, die in jedem und jeder von uns stecken und welche Gott gerne strahlen sieht

https://www.youtube.com/watch?v=2FMtxACKlYM

LUTHER GEBET SAMSTAG vor Pfingsten 30. Mai 2020

Gottesdienste fallen bald nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott fällt nicht aus. Gott bleibt.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00

Uhr.

Sich bereit machen

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich bewusst von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

So sitze ich vor Dir, Gott.

Aufrecht und entspannt.

In diesem Augenblick

lasse ich alle meine Pläne, Sorgen und Ängste los.

Denke an diese zu Ende gehende letzte Mai-Woche.

Ich lege sie, ich lege alles in Deine Hände.

Gott, ich warte auf Dich.

Du kommst auf mich zu.

Du bist in mir, durchflutest mich mit Deinem Geist.

Du bist der Grund meines Seins.

Öffne mich für Deine Gegenwart,

damit ich immer tiefer erfahre,

wer Du bist

und was Du von mir willst.

Und was ich von Dir bekomme.

Amen.         (nach Dag Hammarskjöld)

MUSIK: JS Bach – Pfingst-Cantata, BWV 74 – 2. Aria, Komm, mein Herze steht dir offen

https://www.youtube.com/watch?v=Xtef690CF3w

BIBELTEXT UND IMPULS

Das Judentum feiert 50 Tage nach Pessach das Fest Schawuot – das Wochenfest. Es ist ein Erntefest und erinnert auch an den Empfang der Gebote am Berg Sinai.

An diesem Tag erlebte die kleine, verstörte und ängstliche Schar der Jüngerinnen und Jünger, was Jesus ihnen vor seinem Tod und seiner Auferstehung verheissen hatte:

Gottes Heiliger Geist wird kommen und sie in neuer Weise mit Kraft und Vertrauen erfüllen.

Diese Erfahrung wird im Joh.- Evangelium und in der Apostelgeschichte auf sehr unterschiedliche Weise erzählt und eröffnet so ganz verschiedene Dimensionen:

Aus Johannes 19:

„Es war am Abend jenes ersten Tages der neuen Woche. Die Jünger hatten solche Angst vor den jüdischen Behörden, dass sie die Türen des Raumes, in dem sie beisammen waren, verschlossen hielten.

Mit einem Mal kam Jesus, trat in ihre Mitte und grüßte sie mit den Worten:

»Friede sei mit euch!«

Dann zeigte er ihnen seine verwundeten Hände und seine Seite.

Als die Jünger den Herrn sahen, wurden sie froh.

»Friede sei mit euch!«, sagte Jesus noch einmal zu ihnen.

»Wie der Vater mich gesandt hat, so sende ich jetzt euch.«

Und er hauchte sie an und sagte: »Empfangt den Heiligen Geist!«“

(Johannes-Evangelium 20, 19-22)

Gottes Geist findet uns und befreit von Angst

Angst ist die Kraft in uns, die uns am stärksten vom Leben trennt.

Die Geschichte der Jünger und Jüngerinnen im Joh. Evangelium, die ihr Haus und die Türen aus Angst verschlossen hatten, steht sinnbildlich auch für unsere ängstlich verschlossenen Herzen und Seelen. Das Evangelium erzählt aber, dass Jesus Christus diese Verschlossenheit überwindet und einen Weg zu uns findet.

Der Hauch Gottes

In der Schöpfungsgeschichte (Gen. 2) haucht Gott den von ihm aus Erde (=Adama) geformten Erdling (=den Adam) an. Dadurch wird dieser, so heisst es, „eine lebendige Seele“.

Wenn der auferstandene Christus uns anhaucht, so ist das wie eine Neuschöpfung. Wir werden je und je neu lebendig gemacht.

Neu werden heisst auch, frei sein von allem, was uns in Ängste und Sorgen bindet. Pfingsten lädt uns ein, uns in jedem Moment neu von Gottes Geist befreien und erschaffen zu lassen.

Unser Atem – Atem Gottes.

Unser Atem ist grundlegend und kann uns sehr viel von Gott „erzählen“ und erfahrbar machen.

Einatmen – mich von Gottes Geist finden lassen. Den Geist des Lebens und der Freiheit.

Ausatmen – ich überlasse mich und alle meine Sorge und Angst der liebenden Gegenwart Gottes.

Jeder Atemzug ein Gebet.

Gott macht mich immer wieder neu. Amen.

MUSIK

„Guter Hirte Trost der Deinen“ Chor 6 aus BWV 184, Pfingst-Kantate von J S Bach: „Erwünschtes Freudenlicht“

https://www.youtube.com/watch?v=qKr4z2fgfu0

GEBET:

Guter Gott – Geist Gottes,

die Bitte „Komm, Heiliger Geist“ singen, beten wir in der Pfingstzeit wieder und wieder.

Komm, Heilger Geist, mit deiner Kraft, / die uns verbindet und Leben schafft.

Komm, Heilger Geist, der Leben schafft,

erfülle uns mit deiner Kraft.
Dein Schöpferwort rief uns zum Sein:
Nun hauch uns Gottes Odem ein.

Komm, Tröster, der die Herzen lenkt,
du Beistand, den der Vater schenkt;
aus dir strömt Leben, Licht und Glut,
Du gibst uns Schwachen Kraft und Mut.

Dich sendet Gottes Allmacht aus
in Feuer und in Sturmes Braus;
du öffnest uns den stummen Mund
und machst der Welt die Wahrheit kund.

Entflamme Sinne und Gemüt,
dass Liebe unser Herz durchglüht
und unser schwaches Fleisch und Blut
in deiner Kraft das Gute tut.

Die Macht des Bösen banne weit,
schenk deinen Frieden allezeit.
Erhalte uns auf rechter Bahn,
dass Unheil uns nicht schaden kann.

Lass gläubig uns den Vater sehn,
sein Ebenbild, den Sohn, verstehn
und dir vertraun, der uns durchdringt
und uns das Leben Gottes bringt.

„Komm, Heilger Geist“; ist ein Hymnus zum Heiligen Geist („Hymnus de Spiritu Sancto“). Er stammt aus dem 9. Jahrhundert und geht textlich auf den heiligen Rhabanus Maurus zurück.

 Text: Rabanus Maurus (809), Friedrich Dörr (1969)

Was uns jetzt und hier noch besonders bewegt, sagen wir Dir in der Stille.

Du bist da, in Deinem Geist uns nah: …………….

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Gottes Geist, Atem des Lebens

Kommt in unsere Mitte

Erfrischt uns wie eine kühle Brise.

Bringt uns wie Wind in Bewegung.

Verbindet uns wie eine grosse Familie

Schenkt uns Mut und Kraft.

Der Geist Gottes begleitet uns.

Möge die überfliessende Gnade unseres Herrn Jesus Christus,

die wunderbare Liebe Gottes und

die Gemeinschaft des Heiligen Geistes mit uns sein,

jetzt und in Ewigkeit. Amen.

MUSIK: Bach Kantate BWV 174 zum Pfingstfest, 1-Sinfonia

 https://www.youtube.com/watch?v=0PqDx0fFgOs

LUTHER GEBET FREITAG 29. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

GEBET         

Ewiger Gott, ich bin hier.

Wir sind hier.

Allein bin ich,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen

Diesen Tag habe ich von dir empfangen Gott.
Ich gebe ihn dir zurück mit allem, was heute gewesen ist.

Ich gehe in Gedanken still den Tag noch einmal entlang:
Welche Menschen sind mir heute begegnet, und wie bin ich ihnen begegnet?

Stille
Was hat mich heute gefreut?
Stille

Worüber habe ich mich geärgert?
Stille

Was habe ich versäumt?
Stille

Was belastet mich noch?
Stille

Wovor habe ich Angst?
Stille

Gott, du kennst meine Gedanken.
Ich bringe sie alle in meinem Dank und in meiner Bitte vor dich.
Und wo ich schuldig geworden bin in Gedanken, Worten und Taten,

bitte ich dich: Vergib du mir, Gott.
Wandle in Segen, was heute hinter mir liegt.

Amen.

MEDITATION: Geleitet durch den Geist Gottes

Heute Abend, kurz vor Pfingsten, dem Fest des Heiligen Geistes, möchte ich Ihnen und Euch als Meditation ein Lied mitgeben. Es meditiert, besingt und betet zu Gottes Geist, der uns im Leben leitet. Gemeinsam beten wir die deutsche Übersetzung des Gebetes.

https://www.youtube.com/watch?v=ssBmFi51z_k

Oceans – Ozeane

Du rufst mich raus auf’s weite Wasser
Wo Füße nicht mehr sicher stehen
Dann finde ich dich im Verborg’nen
Denn Glaube trägt im tiefen Meer

Und deinen Namen ruf ich an
Ich schau soweit ich sehen kann
Und kommt die Flut
Hältst du mich fest in deinem Arm
Denn ich bin dein
Und du bist mein

Die Gnade strömt wie tiefes Wasser
Und deine Hand zeigt mir den Weg
Wenn Angst mich lähmt und ich versage
Lässt du nie los und gibst niemals auf

Und deinen Namen ruf ich an
Ich schau so weit ich sehen kann
Und kommt die Flut
Hältst du mich fest in deinem Arm
Denn ich bin dein
Und du bist mein

Heiliger Geist, führ mich dorthin wo ich unbegrenzt vertraue
Lass mich auf dem Wasser laufen
Wo immer du mich hinführst
Führ mich tiefer als ich selber jemals geh’n kann
Das ich fest im Glauben stehe
In der Gegenwart des Retters

Und deinen Namen ruf ich an
Ich schau soweit ich sehen kann
Und kommt die Flut
Hältst du mich fest in deinem Arm
Denn ich bin dein
Und du bist mein

Amen

GEBET: Gott, was mir heute noch wichtig ist, Danken und Bitten, bringe ich vor dich

Stille

Wir beten zusammen mit den Worten, die Christus uns gelehrt hat:

VATER UNSER im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

SEGEN: (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)
Gott beschenke Dich

mit der Behutsamkeit seiner Hände,

mit dem Lächeln seines Mundes,

mit der Wärme seines Herzens

mit der Güte seiner Augen,

mit der Freude seines Geistes,

mit dem Geheimnis seiner Gegenwart.

So segne und behüte dich Gott der allmächtige und barmherzige,

Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Amen.

Geht behütet und zuversichtlich in die Nacht. Gott ist da.

LUTHER GEBET DONNERSTAG 28. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

GEBET         

Ewiger Gott, ich bin hier.

Wir sind hier.

Allein bin ich,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen

Mein Gott, ich danke dir,

dass du diesen Tag zu Ende gebracht hast;

ich danke dir, dass du Leib und Seele zur Ruhe kommen lässt.

Deine Hand war über mir

Und hat mich behütet und bewahrt.

Vergib allen Kleinglauben

Und alles Unrecht dieses Tages

Und hilf, dass ich allen vergebe,

die mir Unrecht getan haben.

Lass mich in Frieden unter deinem Schutz schlafen

Und bewahre mich vor den Anfechtungen der Finsternis.

Ich befehle dir die Meinen,

ich befehle dir dieses Haus,

ich befehle dir meinen Leib und meine Seele,

Gott, dein Heiliger Name sei gelobt.

Amen

(Dietrich Bonhoeffer)

Wir LAUSCHEN J.S. Bach «Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust». BWV 170

https://www.youtube.com/watch?v=g6JAWWafT10

MEDITATION: Was hat Gott mit Corona zu tun?

In den letzten Wochen lese ich immer wieder, wie Menschen die Corona Krise religiös deuten: Es ist eine Strafe Gottes für die Gottlosigkeit der Menschheit und der Welt. Einige werfen der Kirche auch vor, dass sie die Pandemie nicht deutet bzw. sie nicht als Strafe deutet.

Ich habe sehr Mühe mit solchen Aussagen. Mir ist klar, im Alten Testament hat man oft Schicksalsschläge, verlorene Schlachten, Krankheiten als Strafe Gottes für eine bestimmte Schuld gedeutet. Auch Martin Luther hat das noch gemacht. So hat er die im Jahr 1527 in Wittenberg wütende Pest auch als Strafe Gottes gedeutet.

Dennoch würde ich das heute so nicht tun. Wenn ich mir die Bibel ansehe, dann ist Gott immer einer, der für die Menschen eintritt, besonders für die Schwachen, die Armen, für die Menschen in Not. Jesus selber hat immer wieder eingefordert, dass wir für unseren Nächsten in Not da sind. Sehe ich mir die Pandemie und ihre Opfer an, so forderte das Virus dort mehr oder viele Opfer, wo das Gesundheitssystem nicht so gut ausgestattet ist, wo die die Hygiene- und Schutzmassnahmen nicht eingehalten werden konnten. Also genau an den Schwachstellen. Die sogenannte Strafe Gottes würde dann genau die treffen, die Gott sonst zu stärken sucht.

Deswegen kann ich die Pandemie nicht als Strafe Gottes für uns alle deuten.

Gestern las ich einen Beitrag des Kirchenpräsidenten von Hessen-Nassau Volker Jung. Er wehrt sich auch gegen diese Deutung: Ich bin überzeugt: Das kann und darf heute so nicht gesagt werden. Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe. Der erste: Viel deutlicher als zu Luthers Zeiten können wir erkennen, wo wir selbst für Krankheiten und Katastrophen verantwortlich sind. Das darf durch die Rede von einer Strafe Gottes nicht überdeckt werden. Der zweite Grund: Auch wenn sich nicht jede Krankheit und Katastrophe aus menschlicher Schuld erklären lässt, können wir Gott nicht als den strafenden Gott verkündigen, der Menschen durch Leiden züchtigt. Die Bibel bezeugt, dass Gott nicht Leiden und Tod will, sondern Leben. Sie beschreibt in vielen Bildern, dass Gott mit der Schöpfung die Chaosmächte im Zaum hält und Mensch und Tier so Leben ermöglicht. … Die Geschichte des Jesus von Nazareth zeigt eindrücklich, dass Gott unmissverständlich an der Seite der leidenden Menschen und der leidenden Schöpfung bleibt. Das Spannungsvolle ist und bleibt Gottes Geheimnis, es kann aber nicht einfach als Strafe erklärt werden. Es ist eine Herausforderung, in die Gott Menschen stellt. … Die Frage heißt dann: Wie können wir uns an der Seite Gottes und mit seiner Kraft dem entgegenstellen, was Leiden und Tod bringt? Das hat in den letzten Wochen zunächst bedeutet, sehr konkret zu fragen, wie eine schnelle Ausbreitung des Virus verhindert werden kann. Mit Blick in die Zukunft sollten wir fragen: Was müssen wir ändern, damit wir diese Erde und das Leben auf ihr nicht zerstören? So ist auch diese Krise ein Ruf der Umkehr zum Leben. Die Krise deckt einmal mehr wie unter einem Brennglas auf: Es ist nicht gut, wenn Menschen sich in trügerischer Selbstsicherheit gebärden, als seien sie die „Masters of the Universe“. Die Krise zeigt, wie wichtig es ist, auch nach unseren Grenzen zu fragen. Und vor allem danach, wie sich diese Welt zu einer guten Welt für alle Menschen machen lässt. Gott straft mit der Krise nicht. Aber auch mit dieser Krise stellt Gott die Frage, wie wir uns und unsere Aufgabe in dieser Welt verstehen. Und die Frage, ob wir Gottes Wege zum Leben sehen und Gottes Kraft wahrnehmen.

Amen

GEBET

Barmherziger Gott,

Warum uns nun diese Pandemie getroffen hat,

zusätzlich zu den vielen Sorgen, die die Welt sowieso schon hat,

manchmal beschleicht mich diese Fragen.

Heute Abed bringe ich sie dir.

Und ich bringe dir auch die Sorge und Mutlosigkeit, die mich manchmal ergreift,

wenn ich daran denke, was wir als Menschen noch alles lösen müssen in dieser Welt.

In der Stille bringe ich dir die Sorgen über diese Welt.

Herr erbarme dich! Herr erbarme dich! Christus erbarme dich.

Hilf, dass wir unsere Comfort-Zone verlassen.

Schenke uns Mut, Kreativität, Pioniergeist und Motivation,

öffne uns neue Wege, die wir gehen können. Wege der Menschlichkeit und Solidarität;

Wege der Gerechtigkeit; Wege, die die Schöpfung bewahren.

Schenke uns und deiner ganzen Schöpfung eine Zukunft in dieser Welt.

Herr erbarme dich! Herr erbarme dich! Christus erbarme dich.

Wir bitten dich heute,

für alle, die Sorgen haben, allein sind, krank sind,

für alle, die schweren Zeiten im Leben durchmachen,

für alle, die Entscheidungen treffen müssen für sich und andere,

für alle, die nicht mehr weiterwissen.

Und wir bitten auch für alle,

die anderen Menschen helfen,

die sich für das Gute und die Gerechtigkeit einsetzen,

die deine Schöpfung schützen.

Herr erbarme dich! Herr erbarme dich! Christus erbarme dich.

In der Stille bringen wir vor dich, was uns persönlich wichtig ist.

Stille

Danke, dass du unsere Gebete erhörst.

VATER UNSER im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

SEGEN: (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)
Wenn sich dir der Himmel verdunkelt,

dann schenke Gott dir eine getröstete Fülle Licht,

die dich deinen Weg durch den Tag finden lässt,

so dass du beim Anbruch des Abendrots

in Frieden durchatmen kannst.

So segne und behüte dich,

Gott der allmächtige und barmherzige,

Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Amen

Geht gesegnet in die Nacht. Gott ist da.

LUTHER GEBET MITTWOCH 27. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

GEBET                                                                                      

Ewiger Gott, ich bin hier.

Wir sind hier.

Allein bin ich,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Wochenspruch vor Pfingsten:

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, will ich alle zu mir ziehen.

(Johannes 12, 32)

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ANDACHT:

Hier in der Schweiz kennen ja viele Seilmannschaften, beim Bergsteigen und Klettern.

Der Vorsteiger zeigt den Weg, man wird eingebunden, in den Felsvorsprung, einen Griff, eine Sicherung. Die Gefahren.

Dann kommt das Zeichen zum Starten. In die Wand gehen. Das Seil ist straff. Vorantasten.

Halt suchen nach oben und nach unten. Schliesslich ist der Vorsteiger oben. Nun heisst es,

nachzukommen. Der Fels ist glatt. Wo findet man Halt?

Bevor es schwer wird, wird der Zug von oben straffer, es geht wieder voran.

Himmelfahrt besagt, dass Christus „oben“ ist. Jetzt sind die Jünger dran, nachkommen!

Aussteigen geht nicht mehr. Wie war noch der Weg?

Die gleichen Griffe, die gleichen heiklen Stellen. Der Spalt, der Abgrund, aber das Seil wird straffer, der Zug geht von oben. Es geht voran. Jesus geht voran.

Christus wurde erhöht, sagt unser Wochenspruch zwischen Himmelfahrt und Pfingsten.

Das heisst auch: nun sind wir dran.

Jetzt erzählen wir nicht mehr nur von seinem Weg und bewundern ihn.

Jetzt gilt es, dass wir selbst den Weg wagen.

Die Zuschauerposition verlassen, die Herausforderung annehmen. Nachfolge.

Er hat uns gezeigt, wo wir Halt finden, wo wir ausruhen können, wie wir vorwärts gehen.

Was wirklich wichtig ist. Jeder und jede als Christ ist mittendrin, seinen Glauben, seine

Nächstenliebe zu praktizieren.

Christ sein, sagen viele, das traue ich mir nicht zu. Als Christ zu leben, das ist ein sehr

hoher Anspruch.

Dabei ist doch jeder und jede direkt an Christus, den Erhöhten gebunden.

Mit ihm verbunden wie an einem Seil. Mit seiner Kraft bin ich dran, nicht weniger als das.

DU bist nicht zu unfähig, zu unperfekt, zu ängstlich, Fehler zu machen. Du kannst etwas

bewegen. Gutes tun. Glauben, hoffen, lieben.

Du kannst wach sein, wo Menschen verletzt werden. Wo andere ausgegrenzt werden.

Wo Unrecht geschieht. Wo sein Name nicht geheiligt wird.

Gerade auch in diesen Zeiten, und ich glaube auch, je länger diese Krise andauert, kann

man Gott nicht genug loben: mit seinem Tun, mit seinem Beten, mit seinem Einschreiten.

Mit seinem Segnen.

„Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, um seine Arbeit zu tun.

Er hat keine Füße, nur unsere Füsse, um Menschen auf seinen Weg zu führen.

Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen, um Menschen von ihm zu erzählen.

Er hat keine Hilfe, nur unsere Hilfe, um Menschen auf seine Seite zu bringen.“

Christus, der Erhöhte, sichert uns von oben. Und wir gehen und leben in dieser Welt mit

dem Blick nach oben und der Kraft von oben und doch mit beiden Beinen ganz hier auf der

Erde. In unserem Leben.

GEBET

Herr und Bruder Jesus Christus,

Deine Gemeinde auf der Welt stimmt ein Loblied an, dass Du zur Rechten Gottes sitzt.

Ist dass ein Grund zum Jubeln? Das heisst, Du scheinst weit weg, wir sind jetzt hier dran.

Wir bitten Dich:

bewahre uns in unserem Glauben und Vertrauen.

Dass Du da bist, dass das Gute stark wird und siegt.

Stärke uns, dass wir nach Deinem Willen leben, entscheiden, handeln können.

Diese Welt braucht Deine Liebe, durch uns. Im Grossen und im Kleinen.

Halte uns fest, wenn wir zweifeln, Angst haben zu versagen, halte dann das Seil straff,

damit wir in Verbindung bleiben.

Sei bei denen, die Dich jetzt besonders brauchen, die Deine Liebe und deinen Segen

spüren müssen:

in den Spitälern, in den Pflegeheimen, in den Schulen und Kindergärten, in den

Tätigkeiten, die wir jetzt sehr brauchen.

Segne die, die Verantwortung tragen in Politik und Wissenschaft,

mit Verstand, mit Deiner Fürsorge und deinem Willen für das Gute in dieser Welt.

Hilf für mutige, richtige Entscheidungen, die die Welt nötig hat.

Gib Worte für unser Herz und ein Herz für Dein Wort, dass es uns leitet,

voranbringt auf dem Weg zu Dir, zu den Menschen um uns,

zu denen die wir brauchen und die uns nötig haben.

Was uns jetzt und hier noch besonders bewegt, sagen wir Dir in der Stille.

Du bist da, erhöht und doch nah: …………….

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Ich erhebe mich heute durch Gottes Kraft, sie lenke mich.

Gottes Macht halte mich,

Gottes Weisheit führe mich,

Gottes Auge schaue auf mich,

Gottes Ohr höre für mich,

Gottes Wort spreche für mich,

Gottes Hand schütze mich,

Gottes Weg liege vor mir,

Gottes Schild schirme mich.

Gottes Heerschar rette mich vor den Schlingen des Teufels,

vor den Versuchungen des Bösen,

…vor jedermann, der mir übel will,

….

Christus mit mir,

Christus vor mir,

Christus hinter mir,

Christus in mir,

Christus unter mir,

Christus über mir,

Christus mir zur Rechten,

Christus mir zur Linken,

Christus, wo ich liege,

Christus, wo ich sitze,

Christus, wo ich mich erhebe.

Christus im Herzen eines jeden, der meiner gedenkt,

Christus im Munde eines jeden, der zu mir spricht,

Christus in jedem Auge, das mich sieht,

Christus in jedem Ohre, das mich hört.

Ich erhebe mich heute durch eine gewaltige Kraft,

die Anrufung der Dreifaltigkeit,

durch den Glauben an die Dreiheit.

Amen.

(aus dem Gebet des St. Patrick, Quelle: Altirische Hymnen und Gebete)

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LUTHER GEBET DIENSTAG 26. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

GEBET         

Ewiger Gott, ich bin hier.

Wir sind hier.

Allein bin ich,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen

Unser Abendgebet steige auf zu dir, Herr,
und es senke sich auf uns herab dein Erbarmen.
Dein ist der Tag, und dein ist die Nacht.
Lass, wenn des Tages Schein vergeht,
das Licht deiner Wahrheit uns leuchten.
Geleite uns zur Ruhe der Nacht
und vollende dein Werk an uns in Ewigkeit.

Amen

Jörg Zink schrieb einst über den Morgen und ich denke, das gilt auch für den Abend: «Die grossen Lehrer der Meditation und des geistlichen Lebens weisen immer wieder auf die erste Morgenstunden (letzte Abendstunde) hin und sagen: Nimm den Anfang des Tages (das Ende des Tages) wahr, er ist die Stelle, an der du die Ewigkeit berührst. In der Tat wäre es uns sehr geholfen, in vielen Nöten und Krankheiten des Leibes und der Seele, wenn es uns gelänge, die erste Morgenröte (die letzte Abendröte) von Eile, von Lärm und Ärger freizuhalten. Der Lauf des Tages (der Nacht) hängt im Allgemeinen nicht von unseren persönlichen Vorstellungen ab. Er wird uns aufgezwungen. Aber der Anfang (das Ende) sollte uns gehören»

Wir SINGEN oder LAUSCHEN «Abend ward, bald kommt die Nacht» Gesangbuch 487

https://www.youtube.com/watch?v=AEOO8vV152k

  1. Abend ward, bald kommt die Nacht,

schlafen geht die Welt;

denn sie weiß, es ist die Wacht

über ihr bestellt.

  1. Einer wacht und trägt allein

ihre Müh und Plag,

der lässt keinen einsam sein,

weder Nacht noch Tag.

  1. Jesu Christ, mein Hort und Halt,

dein gedenk ich nun,

tu mit Bitten dir Gewalt:

Bleib bei meinem Ruh’n.

  1. Wenn dein Aug‘ ob meinem wacht,

wenn dein Trost mir frommt,

weiß ich, dass auf gute Nacht

guter Morgen kommt.

MEDITATION: Bete für die Feinde…

Liebe Gemeinde, 

«Nein, auf gar keinen Fall. Nein, für Bettina bete ich nicht!» – meine Tochter war neulich sehr klar in ihrer Haltung und Aussage. Am Abend beten wir immer zusammen, schauen auf den Tag zurück. Danken und bitten. Sie betet gern für ihr liebe Menschen und auch für Menschen, Pflanzen und Tiere in Not. Ihr Herz ist sehr weit. Aber dieses eine Mädel in der Klasse, das sie immer ärgert – für die zu beten, das ging gar nicht.

Es ist gar nicht so einfach, was Jesus da von uns erwartet. In der Bergpredigt, Matthäus 5,44 heisst es: «Jesus sagt: Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vater im Himmel; denn er lässt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.» Jesus ist es so wichtig, dass wir nicht Böses mit Bösem vergelten, dass wir sogar im Vaterunser beten «Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern»

Was Jesus fordert ist nicht leicht. Und es geht zum Teil wirklich gegen unser Gefühl. Denn wir wollen denen, die uns verletzt haben, eigentlich nichts Gutes tun und von Gott auch nichts Gutes für sie erbitten. Und wir wollen auch nicht die Naiven sein, die sich alles gefallen lassen!

Ich glaube nicht, dass Jesus will, dass wir als die Dummen dastehen, die sich alles gefallen lassen. Im Matthäusevangelium 10,16 sagt Jesus auch «Seid klug wie die Schlangen und ohne falsch wie die Tauben». Wir dürfen und sollen klug sein, unseren Verstand einsetzen und aus Erfahrung lernen. Wenn jemand mich verletzt hat, werde ich auf Distanz gehen und nicht mehr das gleiche Vertrauensverhältnis haben können wie davor. Das ist klar. Was heisst dann aber «Liebet eure Feinde?». Liebe hat unterschiedliche Facetten. Liebet eure Feinde – das ist nicht die überschwängliche Liebe, die wir für unsere besten Freude haben, sondern es geht um Höflichkeit, Respekt und auch darum, dass wir einem Menschen die Hilfe nicht verweigern, wenn er welche braucht.

Warum wir zu anderen nett sein sollen? Für Gott ist klar, wir sind geliebt und angenommen. Weil wir täglich Liebe von Gott empfangen, Hilfe und Hoffnung, sollen und dürfen wir diese auch grosszügig weitergeben und dafür sorgen, dass Frieden herrscht.

Ausserdem ist für Gott klar: Frieden und Vergebung tut mir selbst gut. Ich lebe mein Leben wesentlich besser, wenn ich Frieden habe, als wenn Hass und Eifersucht und vielleicht sogar Rachegedanken mich plagen. Und ich lebe wesentlich freier, wenn ich vergeben habe und nicht jedes Mal innerlich einen Wutanfall bekomme, allein beim Anblick einer Person. Vergeben heisst nicht vergessen. Schmerzhafte Erfahrungen mit Menschen können wir nicht vergessen. Aber durch die Vergebung können wir den Schmerz loslassen und die Wunde heilen lassen.

«Für Bettina bete ich nicht!» – wir haben dann trotzdem für Bettina gebetet und uns überlegt, wieso sie immer so gemein ist, was dahinterstecken könnte und wie meine Tochter durch ein anderes Verhalten vielleicht Bettina dazu bringt, sich auch anders zu verhalten.

Amen

GEBET

Gnädiger Gott,

«Was steht ihr da und schaut ihr in den Himmel?“, wurden die Jünger und Jüngerinnen nach der Himmelfahrt gefragt.
Sie wurden zurückgeführt in das Leben, das in der Hauptstadt auf sie wartete.
So Gott, wollen auch wir es tun.
Dort, wo Du uns hineingestellt hast, wollen wir wachsam sein und wirken.
Die Situation fordert uns. Gib uns Kraft zum Anpacken.

Du erwartest von uns zu beten, zu segnen und zu lieben, da wo wir verletzt werden. Das fällt uns nicht leicht. Doch wir sind von dir geliebt und angenommen und wertgeschätzt.

So wollen wir heute Abend einmal dahin sehen, wo wir es mit anderen nicht gut haben.

Stille

Gott, hilf uns zu verzeihen. Hilf uns den Schmerz, den Ärger, den Hass, das Unverständnis loszulassen. Hilf unseren Wunden zu heilen und schütze unser Herz.

Zeige uns Wege, wie wir in Frieden mit andern leben können. Und dort, wo wir nichts ändern können, da schenke uns Geduld und Gelassenheit.

Gnädiger Gott

Wir lesen die alte Regel: „Wie immer ihr wollt, dass die Leute mit euch umgehen, so geht auch mit ihnen um.“ (Matthäus 7,12)
Und wir merken: sie zählt auch jetzt.
Gib uns die Weisheit, danach zu handeln.

Gnädiger Gott 
Wir bitten heute für alle Forschenden, die nach Lösungen suchen: 
wie wir aus der ökonomischen Sackgasse kommen, 
wie wir das Virus durch Impfungen bekämpfen können, 
wie wir die Ressourcen gerechter verteilen können,

wie wir das Klima nicht weiter erwärmen können.
Segne ihre Arbeit und lass sie sich in den Dienst aller stellen.

Wir bitten dich für uns. Du hast jede und jeden von uns mit Talenten beschenkt. Zeige uns, wie wir sie in deinem Sinne in unserem Alltag einsetzen können. 

Was uns heute noch am Herzen liegt, an Dank und an Bitte, das bringen wir vor dich.

Stille

Danke, dass du unsere Gebete erhörst.

VATER UNSER im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

SEGEN: (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)
Wenn sich dir der Himmel verdunkelt,

dann schenke Gott dir eine getröstete Fülle Licht,

die dich deinen Weg durch den Tag finden lässt,

so dass du beim Anbruch des Abendrots

in Frieden durchatmen kannst.

So segne und behüte dich,

Gott der allmächtige und barmherzige,

Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Amen

Geht gesegnet in die Nacht. Gott ist da.

LUTHER GEBET MONTAG 25. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier.

Wir sind hier.

Allein bin ich,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen

Es ist Montagabend Gott, die Arbeitswoche hat wieder begonnen.

Dieser Tag ist nicht immer so einfach.

Wenn man sich am Wochenende ausruhen konnte,

oder Dinge tun konnte, die einem Freude bereiten,

dann fällt es einem nicht so leicht,

von neuem an die Arbeit zu gehen.

Gott, ich möchte dir danken,

es hat mir gut getan am Wochenende

zu ruhen, zu spielen und zu vergessen.

Nun soll es wieder ernst werden.

Vor mir türmen sich die Aufgaben.

Ich werde unruhig und frage:

Wie soll ich durchkommen?

Ich bitte dich Gott:

Gib mir Gelassenheit.

Hilf mir zu unterscheiden, was wichtig ist,

was eilt und was nicht eilt.

Lass mir Zeit zur Besinnung,

zum Gespräch mit dir und den Menschen,

auch im Gedränge des Alltags.

Bleibe bei mir.

Amen

Wir SINGEN oder LAUSCHEN «Herr dein Wort, die edle Gabe». – Gesangbuch 198

https://www.youtube.com/watch?v=22-XUIE_Qjo

  1. Herr, dein Wort, die edle Gabe,
    diesen Schatz erhalte mir;
    denn ich zieh es aller Habe
    und dem größten Reichtum für.
    Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten,
    worauf soll der Glaube ruhn?
    Mir ist’s nicht um tausend Welten,
    aber um dein Wort zu tun.

    Halleluja, Ja und Amen!
    Herr, du wollest auf mich sehn,
    daß ich mög in deinem Namen
    fest bei deinem Worte stehn.
    Laß mich eifrig sein beflissen,
    dir zu dienen früh und spat
    und zugleich zu deinen Füßen
    sitzen, wie Maria tat.

MEDITAITON: Viele Wege gibt es auf dieser Welt.

Liebe Gemeinde,

letzte Woche schicke mir ein bekannter Lokführer dieses Foto mit den Worten: «Als Lokführer ist es nicht immer so einfach inmitten der Nacht zur Arbeit gehen zu müssen. Doch manchmal wird man mit tollen Sonnenaufgängen belohnt». Ich finde dieses Bild für den Anfang der Woche aber auch als Sinnbild des Lebens sehr spannend.

Wir sehen unten am Boden viele Gleise. Vor uns liegen auch immer viele Wege und wir entscheiden jeweils, welchen Weg wir gehen. Wie viele Stationen vor uns liegen, ob wir umsteigen müssen oder nicht, ob wir Umwege machen müssen, oder mal Schienenersatzverkehr brauchen, das ist hier, am Anfang des Weges, am Anfang der Woche, noch nicht klar.

Oben hängen viele Stromkabel. Für unseren Alltag und Lebensweg hat jede und jeder von uns unterschiedliche «Energiequellen». Wir wissen was uns gut tut, was uns Kraft und Energie gibt für den Weg, der vor uns liegt. Eine unserer Energiequellen ist Gott.

Schön und spannend an diesem Foto –  unsere Wege sind von Licht begleitet und führen ins Licht. Das ist ein zutiefst christlicher Gedanke. Gott verspricht, dass er uns mit seiner Liebe und seinem Licht begleitet, an allen Tagen unseres Lebens. Als Christen haben wir die Verheissung, dass unser Leben am Ende, nach dem Tod, zu seinem Ziel kommt – und zwar bei Gott. Und das macht für das Leben, das Altern und auch das Sterben einen grossen Unterschied, zu wissen, wir gehen dem Licht und dem Frieden entgegen. Der Tod ist ein Übergang und nicht ein Untergang.

So wünsche ich uns allen eine gesegnete Woche.

Seid gesegnet und werdet zum Segen auf allen euren Wegen.

Amen

GEBET:

Gott,

Umgib mich, so wie du alles umgibst.

Du schaffst neues Leben.

Aus der Mitte des Dunkels wachse ich ins Licht.

Dunkel oder Licht:

Du bist bei mir.

Ich freue mich, Gott.

Ich bitte für
alle, die ich lieb habe.

Ich denke an sie.

Ich wünsche ihnen…

Ich denke an alle Kranken.

Und an alle Kranken in Krankenhäusern,
die keinen Besuch haben können.

Sei ihnen nah…

Ich denke an alle, die helfen.

Sie setzen sich und ihre Kraft und ihre Gaben ein füreinander.

Lass sie gesund bleiben.         

Ich denke an alle, die in dieser Krise

finanziell und existenziell Schaden nehmen.

Schenke ihnen Hilfe zur rechten Zeit

Stelle ihre Füsse wieder auf weiten Raum

Ich denke an/ ich bitte für… 

Stille

Ich danke dir, dass du alle Gebete erhörst.

VATER UNSER im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

SEGEN: (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)
Gott, in den Lichtblicken meiner Hoffnung,
in den Schatten meiner Angst,
in den Enttäuschungen meines Lebens
und in meinem Vertrauen auf das Kommende
sei mit mir, segne mich und behüte mich,
meinen Leib und Seele

meine Lieben und alles lege ich in deine Hände.
Dein heiliger Engel sei mit mir,

dass der böse Feind keine Macht an mir finde.

So segne und behüte mich, der allmächtige Gott,

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.

Geht gesegnet in die Nacht. Gott ist da.

GOTTESDIENST zuhaus am 6. Sonntag nach Ostern – EXAUDI  (24. Mai 2020)

Wochenspruch

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde,
so will ich alle zu mir ziehen.

Johannes 12,32

Musik: J.S. Bach: Präludium C-Dur BWV 545

https://www.youtube.com/watch?v=t6qpqvdStQg

Eingangswort:

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Heute am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel aufgeschlagen auf dem Tisch.

Der heutige Sonntag hat den Namen Exaudi.  Exaudi bedeutet: Höre, Herr!

Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten rufen wir zu Gott und erwarten, dass er unsere Bitten erhört. Wir rufen zu ihm, dass er in unser Leben kommt und uns mit seinem Geist begleitet.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn – der Himmel und Erde gemacht hat.

 

 

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Verbunden bleiben wir im Gebet, durch Deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Schenke uns Weisheit, dich zu erkennen,

Verstand, dich zu verstehen,

Eifer, dich zu suchen,

Geduld, auf dich zu warten,

Augen, dich zu schauen,

ein Herz, über dich nachzusinnen,

und ein Leben, dich zu verkündigen

in der Kraft des Geistes unseres Herrn und Bruders Jesus Christus.

Amen.

 

Eingangslied EG 123 Jesus Christus herrscht als König

https://www.youtube.com/watch?v=BTej_PFReIM

Ensemble: Bläserteam des ejw. Aufnahmeort: Stiftskirche Herrenberg

 

Evangelium: Johannes 16,5ff.

Jetzt gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden. Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht. Wenn jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.

Apostolisches Glaubensbekenntnis (EG Seite 1150)

(Wochenlied EG 136,1-4.7 O komm, du Geist der Wahrheit)

Predigtwort – aus Jeremia 31, 31ff.

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.

Predigt

  1. Es war in den Tagen der Vorzeit, als die Wasser der Sintflut sich verlaufen hatten. Noah und seine Familie hatten die Flut überstanden in der Arche, und mit ihnen Tiere von jeder Art. Als man wieder trockenen Fußes das Land betreten konnte, baute Noah für Gott einen Altar und betete ihn an.
    Und Gott sagte zu Noah …: Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf und mit euren Nachkommen und mit allem lebendigen Getier bei euch … Ich richte meinen Bund so mit euch auf, dass […] hinfort keine Sintflut mehr kommen soll, die die Erde verderbe.[1]
    Das war der erste Bund, den Gott mit den Menschen machte. Eine Abmachung des Lebens. Und Gott sprach: … Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.

Jahrhunderte später: Es war in den Tagen, als Mose mit den Israeliten aus Ägypten geflohen und vor den Soldaten des Pharao durchs Rote Meer entkommen war. Sie zogen durch die Wüste. Am Berg Sinai schlugen sie ihre Zelte auf, und Gott ließ Mose auf den Berg steigen. Er gab ihm dort oben die Zehn Gebote. Und Gott fügte hinzu:
Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern.[2]

Das war der Bund, den Gott mit den Israeliten machte: Zusage und Gesetz. Niemand soll so fest zu mir gehören wir ihr. Haltet meine Gebote.

Und noch einmal viele Jahrhunderte später: Es war in den Tagen, als der König von Babylon Jerusalem eroberte. Das waren die Tage des Propheten Jeremia. Der hatte das Unglück kommen sehen: die Babylonier würden die Stadt in Schutt und Asche legen. Zur Strafe: weil ihr Gott und seine Gebote vergessen habt! Aber Jeremia hatte noch eine Botschaft:
Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen.

  1. In einigen Wochen sind Ferien. Der geplante Urlaub ins Ausland ist gestrichen oder wurde gar nicht erst geplant; Campingplätze, sind sie noch geschlossen? Flugzeuge sind am Boden und Schiffe im Hafen; Schülerinnen und Schüler haben Ferien, aber wie kann man sich darauf freuen, wenn man sowieso kaum in die Schule geht und keine Freunde treffen kann? Wie wird das Jahreszeugnis ausfallen, wenn man nicht mehr nachfragen kann nach „binomischen Formeln“ oder der Prozentrechnung?

Wie soll es weitergehen? – mit der Wirtschaft, mit dem eigenen Betrieb oder Arbeitsplatz. Homeoffice und Homeschooling sind keine Dauerlösung; Isolation für die Alten und Kranken doch auch nicht. Und wie lange soll man Gesichtsschutz tragen im Gottesdienst ohne Lieder – wenn man wieder feiern darf?

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit euch einen neuen Bund schließen.
Ein neuer Bund nach der Krise. Nach der Sintflut. Nach der Knechtschaft in Ägypten. Nach dem Untergang Jerusalems. Nach „Corona“.

III.    Was ist ein Bund? Zusammengebunden wie ein Bund Pfingstrosen oder Petersilie, wie ein Bund Suppengemüse vielleicht? Wie ein Bündel Reisig oder alte Zeitungen? Mit einem Bindfaden zusammengeschnürt, was zusammengehört, dass nichts verloren geht. Das ist ein Bund: zusammengebunden, was zusammengehört.

So ist auch ein Bund zwischen Menschen: Uns hält etwas zusammen. Eine gemeinsame Überzeugung. Oder einfach Liebe– wir gehören zusammen.

Der Strauss von 26 Kantonen in der Schweiz hat eine Bundesstadt, keine Hauptstadt, und einen Bund als Faden des Zusammenhalts, der auf das Jahr 1291 zurückgeht. Wer miteinander in einem Bund steckt oder einem Bündnis, der ist nicht nur verbunden – der ist auch gebunden. Solidarität. Gemeinsame Regeln. Verbindlichkeit.

Da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schliessen.
So ist das auch, wenn Gott mit den Menschen einen Bund schliesst: Der Bund bindet uns zusammen. Sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.
Wir gehören zusammen, Gott und Menschen, verbindlich.

  1. Sechs Jahrhunderte nach dem Propheten Jeremia sass Jesus Christus mit seinen Jüngern zu Tisch, ein letztes Abendessen, bevor man ihn verhaftete. Er teilte Brot und Wein mit ihnen:
    Nehmet hin und trinket alles daraus: dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.[3]

An jenem Abend wussten und glaubten seine Jünger: Der neue Bund ist da. Gottes neuer Bund, von dem die Propheten geredet hatten. Wo Jesus ist, ist der neue Bund.

Und darum glauben wir Christen: Wir leben im neuen Bund Gottes. Was der Prophet versprochen hat, ist erfüllt. Wir gehören zusammen, du und ich, Gott und Mensch. Verbindlich. Gerade auch in solchen Zeiten wie diesen jetzt.
Bei Christus ist jeder kostbar, das kann man nicht an seinem Alter festmachen oder an seinem Gesundheitszustand. Kein Leben, kein Mensch ist weniger wert, weil er keinen Job hat oder einen Beruf ohne „Systemrelevanz. Man kann den Wert eines Menschen nicht daran ablesen, ob einer noch laufen kann ohne Gehwagen. Du bist mir wichtig, egal ob du in der Schule Funktionen berechnen oder Caesar übersetzen kannst; egal wie du ausschaust mit deiner „Coronafrisur“ und ob du jetzt gerade viel oder wenig leisten kannst. Du bist mir kostbar, einfach weil du Du bist.

Die Gebote des ersten Bundes waren auf Steintafeln geschrieben.
Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben.

Da erlebe ich den neuen Bund, Gottes neue Verbindlichkeit, wo ich ohne Gebotstafeln weiss: Es ist richtig, den Feiertag zu heiligen. Es ist richtig, Vater und Mutter zu ehren. Es ist gut, dass die alten Eltern jetzt wieder im Altenheim besucht werden können – auch wenn das schwierig ist; es ist gut, dass wir uns „Verschwörungstheoretikern“ entgegenstellen, dass wir diskutieren, dass wir nach Quellen und Fakten fragen. Es tut gut, nicht falsch Zeugnis zu reden. Damit ist eine grosse Verantwortung für unser Miteinander verbunden. Die 10 Gebote bleiben aktuell.

  1. Mit der Taufe hat unser Bund mit Gott begonnen. Mit der Konfirmation haben wir ihn bestätigt: ja, wir wollen in diesem Bund wachsen, weiter mit Christus und untereinander als Christinnen und Christen verbunden bleiben. Als Zeichen für diesen Bund lädt uns Christus ein:

„….dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut“

Das Abendmahl ist die Feier des neuen Bundes. Da sitzen wir mit Jesus selber am Tisch. Da ist die Tür zum Himmel einen Spalt offen, und wir feiern zusammen mit den Engeln im Himmel und mit allen, die vor uns waren und nach uns kommen.

Es ist schwer, in diesen Zeiten darauf zu verzichten. Bei vielen wächst die Sehnsucht danach, nicht nur zu hören, sondern auch zu schmecken, „wie freundlich der Herr ist“.
Aber wir können das weitergeben, was wir empfangen haben bei der Taufe, in den Gottesdiensten: dass wir „ein Volk“ sind, dass wir als Christen mit hineingenommen sind in den Bund Israels, dem Gott verspricht: Sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein.
Wir sind verbunden miteinander wie der Strauß Blumen, verbunden in Solidarität als „Bürger“ und Christenmenschen.
Wir sind verbunden in der Hoffnung auf Zeiten, in denen ein Virus uns nicht mehr auf Abstand hält, in denen keine Verschwörungstheorien uns auseinanderbringen. Wir sind verbunden im Bund der Taufe.

Das Volk Gottes hat schon viele Krisen erlebt. Und immer wieder erfahren: Gott hält seinen Bund. Gott nährt und heilt und stärkt und vergibt. Der Bund hält: Gott und Mensch. Zusammengebunden, was zusammengehört.
Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit
 euch einen neuen Bund schließen. Sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.
Amen.

Fürbittengebet

Komm, Heiliger Geist!

Durch dich wird alles neu:

Erneuere unser Herz und die Welt.

Komm, Heiliger Geist.

Du schenkst Hoffnung.

Verwandle die Angst in der Welt, unsere Sorge, was werden wird.

Schenk uns Mut und Zuversicht.

Komm, Heiliger Geist.

Du bist der Geist der Freude.

Trockne die Tränen der Traurigen, giess Trostworte in die Ohren der Trauernden.

Gib uns ein Lächeln auf die Lippen zum Weitergeben.

Komm, Heiliger Geist.

Du bist der Geist der Wahrheit.

Lass die Lügen verstummen und gebiete Einhalt denen,

die andere verdächtigen und verleumden.

Erfüll den Verstand mit Klarheit.

Komm, Heiliger Geist.

Du bist der Geist des Friedens.

Geh zwischen die Streitenden und öffne die Augen für Lösungen.

Mach ein Ende dem Hass auf der Welt.

Komm, Heiliger Geist.

Du bist der Geist der Liebe.

Schenke sie denen, die für uns sorgen, in Medizin und Handel und Politik. Weise Menschen aneinander in Liebe.

Gib Acht auf die zerbrechlichen Herzen, besonders der Kranken unter uns..

Komm, Heiliger Geist.

Vater unser

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Führe uns nicht in Versuchung.

Erlöse uns von dem Bösen

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

 

[2] 2Mo 19,5

[3] Lukas 22,20

LUTHER GEBET SAMSTAG  23. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier.

Wir sind hier.

Allein bin ich,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen

Wir danken für diese nun zu Ende gehende Woche und sprechen Martin Luthers Abendsegen:

Ich danke dir, mein himmlischer Vater,
durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn,
dass du mich diesen Tag
gnädiglich behütet hast,
und bitte dich, du wollest mir vergeben
all meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe,
und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten.
Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele
und alles in deine Hände.
Dein heiliger Engel sei mit mir,
dass der böse Feind keine Macht an mir finde.

Amen

Wir LAUSCHEN oder BETEN Christoph Zehendner «In der Stille angekommen»

https://www.youtube.com/watch?v=LEHF0vdDIEo

In der Stille angekommen,

werd ich ruhig zum Gebet.
Große Worte sind nicht nötig,

denn Gott weiß ja, wie’s mir geht.

Danken und loben, bitten und flehn,
Zeit mit Gott verbringen.
Die Welt mit offenen Augen sehen.
Reden, hören, fragen, verstehen.
Zeit mit Gott verbringen.
Die Welt mit seinen Augen seheen.

In der Stille angekommen,

 leg ich meine Masken ab.
Und ich sage Gott ganz ehrlich,

was ich auf dem Herzen hab.

In der Stille angekommen,

schrei ich meine Angst heraus.
Was mich quält und mir den Mut nimmt,

all das schütte ich vor Gott aus.

In der Stille angekommen,

nehme ich dankbar, was er gibt.
Ich darf zu ihm „Vater“ sagen,

weil er mich unendlich liebt.

In der Stille angekommen,

werde ich ruhig zum Gebet.
Große Worte sind nicht nötig,

denn Gott weiß ja, wie’s mir geht.

Amen

MEDITATION: Wasser des Lebens.

Liebe Gemeinde,

vielleicht sind Sie an diesen schönen Sonnentagen auch draussen in der Natur gewesen. In der Schweiz haben wir das grosse Glück schnell an wunderschönen Orten zu sein. Der Anblick der Natur, der Pflanzen und Berge, der Blumen, der Schmetterlinge, der Bäume und besonders auch des Wassers tun uns einfach gut.

Mit meiner Familie gehe ich gerne dem Wasser entlang Wandern oder Spazieren. Der Anblick des Wassers und seiner Farben tut mir gut. Die Seen, still oder sich im Wellengang wiegend, die Quellen sprudelnd, die wilden Bäche, die spritzen und tanzen.

Wasser – es ist lebenswichtig. Für Menschen, Pflanzen und Tiere.

Nicht zufällig wird Wasser immer wieder mit Gott verglichen. «Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Licht sehen wir das Licht.» heisst es im Psalm 36,9.

Die Bibel spricht in ihrem ersten Satz vom Wasser und auch in ihren letzten beiden Kapiteln. In der Offenbarung des Johannes, dem letzten Buche der Bibel, das übrigens sogar einen Engel des Wassers kennt, verspricht Christus: «Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst».  (Offenbarung 21,6)

Gott als die frische Quelle, die uns erquickt. Gott will selbst unser belebendes Element sein, er will uns erfrischen und guttun. Er will uns, daran erinnert das Wasser der Taufe, reinwaschen und neu machen. Was uns belastet und unsre Gedanken und Gefühle «beschmutzt» will er abwaschen, so dass wir «wie neu» weitergehen können. Gott will unser Wasser des Lebens sein.

Die Bibel erinnert aber auch daran, dass das Wasser eine Gabe Gottes an alle Menschen, Tiere und Pflanzen ist. Die Vereinten Nationen haben 2010 mit grosser Mehrheit den Zugang zu reinem Wasser als Menschenrecht verabschiedet. Denn Wasser ist ein kostbares Gut und besonders im Zuge des Klimawandels werden Dürre und Trockenheit grösser, ebenso wie Stürme schlimmer werden. So möchte ich heute Abend zu einem Gebet für die Schöpfungsgabe Wasser einladen:

GEBET:

Gott, Quelle allen Lebens, wir danken dir für alle deine Schöpfungsgaben, besonders das Wasser. Kein Leben ist möglich ohne das Wasser, und allen Geschöpfen dient es zur Kraft, Erfrischung und Freude. Aber vor dir, dem Schöpfer, müssen wir bekennen, dass wir Menschen an vielen Stellen nachlässig und missbräuchlich mit dieser Schöpfungsgabe umgehen. Wasser wird verdreckt und verseucht, sodass Leben bedroht ist in unseren Flüssen und Seen. Wasser wird zugemüllt, sodass Tiere und Ökosysteme sterben in den Ozeanen.

 

Wir rufen zu dir: Gott, Quelle allen Lebens, segne das Wasser, all deinen Geschöpfen zugute.

Menschen brauchen Zugang zu sauberem Wasser, aber aufgrund der ärmlichen Verhältnisse, in denen sie leben, ist ihnen das verwehrt. Besonders Kinder leiden und sterben an Durchfallerkrankungen. Konzerne machen ihre Geschäfte, indem sie Wasserrechte kaufen und so der Gemeinschaft vorenthalten.

Wir rufen zu dir: Gott, Quelle allen Lebens, segne das Wasser, all deinen Geschöpfen zugute.

Was unerschöpfliches Reservoir von Leben schien, wird bedroht durch exzessive Hochsee-Fischerei. Aufgrund ungerechter Machtverhältnisse leiden einheimische Fischer unter dem Treiben internationaler Fischerei-Flotten.

Wir rufen zu dir: Gott, Quelle allen Lebens, segne das Wasser, all deinen Geschöpfen zugute.

Dschungelgebiete, die Regionen mit der höchsten Biodiversität, leben von großen Wasserreservoirs wie dem Amazonas, sind aber zunehmend bedroht durch Regierungen, die weder den Schutz der Natur noch die Rechte indigener Völker beachten, sondern wirtschaftlichen Interessen freien Lauf lassen.

Wir rufen zu dir: Gott, Quelle allen Lebens, segne das Wasser, all deinen Geschöpfen zugute.

Kreuzfahrtschiffe lassen die Wohlhabenden fremde Länder erkunden, Länder, in denen viele Menschen am Rand des Existenzminimums überleben müssen. Während die Kreuzfahrtschiffe Vergnügen und Luxus aller Art bereitstellen, ist es noch nicht gelungen, die exzessive Schadstoffbelastung allgemein zu reduzieren.

Wir rufen zu dir: Gott, Quelle allen Lebens, segne das Wasser, all deinen Geschöpfen zugute.

Meer und Strand, womit wir Sehnsuchtsbilder von paradiesischem Urlaub verbinden – Meer und Strand werden aufgrund des Klimawandels für viele Menschen zu Orten des Schreckens: Stürme, Überschwemmungen, Hurrikans und Tsunamis bedrohen Küstenregionen, ja ganze Inseln und Landstriche.

Wir rufen zu dir: Gott, Quelle allen Lebens, segne das Wasser, all deinen Geschöpfen zugute.

Gott, du Zuversicht aller auf Erden und fern am Meer, mach uns achtsam angesichts der Gefahren, die deine Schöpfung bedrohen, stärke uns im Engagement zum Segen all deiner Geschöpfe.

Was uns heute Abend noch wichtig ist, bringen wir in der Stille vor dich.

Stille

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Herr segne und behüte dich,

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

Geht gesegnet in die Nacht. Gott ist da.

Amen

LUTHER GEBET FREITAG  22. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier.

Wir sind hier.

Allein bin ich,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen

Wochenspruch:

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft, noch seine Güte von mir wendet.

Psalm 66, 20

MUSIK: Meine Hoffnung und meine Freude (Orgel)

Audio-Player

„Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft“:

Beten kann man allein. In Gemeinschaft. Zuhause. In einer Kirche. In der Natur. Im stillen Kämmerlein, wie Jesus sagt. Schweigend, redend, hörend auch singend.

Wir kennen und schätzen das Gebet auch in Gemeinschaft im Gottesdienst. Als Psalm gesungen und gesprochen. Als Vaterunser und Fürbitten, mit Antworten. Als Moment der Stille.

Nun hat der Schweizer Bundesrat am Mittwoch/vor 2 Tagen das gemeinschaftliche Beten im Gottesdienst nach 2 Monaten der Corona-Krise wieder gestattet.

Wörtlich heisst es in einigen Stichworten der Verordnung:

„Ziel ist es, Gottesdienste und religiöse Zusammenkünfte und Feiern unter Einhaltung der
gesundheitlichen Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit zu ermöglichen. Voraussetzung dafür ist….ein je eigenes Schutzkonzept….

Die Möglichkeit zur Begrenzung und Kontrolle der Teilnehmeranzahl muss bestehen (z.B. Anmeldesystem oder Eingangskontrolle). … Richtmass von 4m2 pro sitzende Person. … Kontaktdaten der Teilnehmenden zur Nachverfolgung von Infektionsketten … erfassen und …. 14 Tage aufbewahren.
Die Räumlichkeiten erlauben zwingend die Einhaltung der Verhaltens- und Hygieneregeln;

Auf Körperkontakt und das Weiterreichen von Gegenständen zwischen den Teilnehmenden ist zu verzichten (z.B. keinen Friedensgruss per Handschlag …usw.)
Auf Gemeindegesang ist vorerst zu verzichten. Die Abgabe von Essen oder Trinken im Rahmen des Gottesdienstes (Abendmahl) sowie im gemeinschaftlichen Miteinander im Rahmen des Gemeindelebens und der Gemeindeaktivitäten soll vorerst vermieden werden.“

Wie wird das nun mit unserem Singen und  Beten im Gottesdienst zu Corona-Zeiten?

Bei aller Freude über die wiederkommenden Gottesdienste, wie können wir damit umgehen? Was bedeutet uns ein Gottesdienst?

Kirche lebt, so das Augsburger Bekenntnis von 1530, wo das „Wort verkündigt und die Sakramente verwaltet werden“.

Die Gemeinde hört auf das, was Gott zu sagen hat, und antwortet darauf. Wie diese Praxis aber gestaltet wird, ist zu jeder Zeit neu zu fragen.

In der Corona-Krise geht es um die Verantwortung für das Wohl des/der Nächsten und für das eigene Leben – also eine besondere Risikoabwägung.

Durch die Feier des Gottesdienstes soll niemand gefährdet werden.

Gottesdienste sollen zum Lob Gottes beitragen, aber nicht zur Bedrohung für die Nächsten werden.

Gemeinsames Singen und Beten verbindet die Gemeinde und verkündet das Evangelium. Martin Luther meinte (in seiner berühmten Torgauer Kirchweihpredigt 1544), es solle… nichts Anderes geschehen, als dass Gott selbst rede mit seinem heiligen Wort und wir ihm antworten mit Gebet und Lobgesang.

Es ist bitter, wenn für eine gewisse Zeit aus ethischen Abwägungen auf das gemeinsame Singen und Abendmahl verzichtet werden muss. Aber ein Gesanges-Fasten lässt die Vorfreude auf das kommende steigern.

Das bedeutet nicht kompletten Verzicht auf Musik und Gesang im Gottesdienst. „Ich singe dir mit Herz und Mund“, so Paul Gerhardt. Jetzt eben mehr mit Herz statt mit Mund…Die Gemeinde kann Texte mitlesen oder Lieder mitsummen.

Gottesdienst wird auf absehbare Zeit zweigleisig funktionieren: als Gottesdienst im Fernsehen oder Internet übertragen und zu Hause gefeiert und bei dem die einzelnen zu Hause nach Lust und Laune mitsingen können!

Und als Gottesdienste, die in kleinerer Zahl in den Kirchen gemeinsam gefeiert werden; anders als gewohnt, aber auch in ihnen wird Gottes Wort erfahrbar werden.
Kürzer werden die Gottesdienste wohl sein.

Vielleicht gehen wir öfter (gemeinsam) an die frische Luft und lassen Berge, Wiesen und Seen oder den Vorplatz der Kirche unser Gotteshaus sein.

Wir feiern weiter kleine Wochenandachten, weiter digitale Angebote, die Menschen erreichen und trösten.

Vielleicht sind wir auch manchmal genervt wegen des Verzichts.

Aber wir werden in Gottes Namen so oder so zusammenkommen, seufzen und feiern, hören und beten und hoffentlich gestärkt und hoffnungsvoll auseinander gehen.

Real und digital.

LIED EG 324: Ich singe dir mit Herz und Mund

https://www.youtube.com/watch?v=8945N-NoARY

GEBET:

mit (gesprochenem) Vers aus dem Lied: „Komm, Heilger Geist, der Leben schafft“

Hier sind wir nun, Gott,

im Vertrauen auf Dich bitten wir:

Nimm unsere Sehnsucht nach Begegnung, nach Nähe und Zärtlichkeit,

halte sie fest für uns, bis zu dem Tag, an dem wir sie wieder leben können.

Komm, Heilger Geist, der Leben schafft, erfülle uns mit Deiner Kraft,

Sieh die Sterbenden und Kranken,

die hungernden Kinder, die Flüchtenden auf den Meeren und in den Lagern.
Nimm ihre Angst und schenke ihnen Menschen, die helfen.

Schenke Leben hier und dort.

Komm, Heilger Geist, der Leben schafft, erfülle uns mit Deiner Kraft,

Lenke die Verantwortlichen, die Politikerinnen und Politiker, die Ärztinnen und Ärzte, Virologinnen und Virologen und alle, die sich mühen.
Schenke ihnen Kraft und lass sie dem Leben dienen.

Komm, Heilger Geist, der Leben schafft, erfülle uns mit Deiner Kraft,

Schau auf deine Kirche und Gemeinde,

auf die vielen Menschen, die sich nach deinem Wort und deiner Gnade sehnen.

Öffne unsere Herzen, hier und heute und in unseren Wohnungen.

Verbinde uns durch deinen Geist.

Segne diese Welt und uns alle.

Komm, Heilger Geist, der Leben schafft, erfülle uns mit Deiner Kraft,

Was uns heute Abend noch wichtig ist, bringen wir in der Stille vor dich.

Stille

Komm, Heilger Geist, der Leben schafft, erfülle uns mit Deiner Kraft,

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Herr segne dich:

Er erfülle deine Füsse mit Tanz und deine Arme mit Kraft.

Er erfülle dein Herz mit Zärtlichkeit und deine Augen mit Lachen.

Er erfülle deine Ohren mit Musik und deine Nase mit Wohlgerüchen.

Er erfülle deinen Mund mit Jubel und dein Herz mit Freude.

Er schenke dir immer neu die Gnade der Wüste: Stille, frisches Wasser und neue Hoffnung.

Er gebe uns allen immer neu die Kraft, der Hoffnung ein Gesicht zu geben.

ES SEGNE DICH DER HERR. (aus Zaire), Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen

Geht gesegnet in die Nacht. Bleibt zuversichtlich. Gott ist da.

GOTTESDIENST zuhaus CHRISTI HIMMELFAHRT 21. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Heute an Christi Himmelfahrt um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel aufgeschlagen auf dem Tisch.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Verbunden bleiben wir im Gebet, durch Deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Musik: Cantata `Auf Christi Himmelfahrt allein` BWV 128 – Johann Sebastian Bach I. Coro

https://www.youtube.com/watch?v=nyxaKmrdTjA

 

 

Hinführung
Herzlich willkommen an Christi Himmelfahrt – Auffahrt!
Der Himmel erzählt viele Geschichten-von unendlicher Weite. Himmelblau, Morgenrot, Wolkendunkel, Abendrot. An Christi Himmelfahrt wollen wir aber mal einen Blick richten von dort oben nach unten, auf das kleine, Unscheinbare unserer Erde, und so auf dem Weg von Ostern nach Pfingsten schauen, was Gott uns zeigen will. Möge Gott unsere Ohren und Herzen weit öffnen, damit wir hören, singen, beten, feiern können:

Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

  1. Amen

P: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn

  1. der Himmel und Erde gemacht hat.

Psalm 47, 2.6-10:

Gott ist König über alle Völker

2 Schlagt froh in die Hände, alle Völker, und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall!

6 Gott fährt auf unter Jauchzen, der HERR beim Schall der Posaune.

7 Lobsinget, lobsinget Gott, lobsinget, lobsinget unserm Könige!

8 Denn Gott ist König über die ganze Erde; lobsinget ihm mit Psalmen!

9 Gott ist König über die Völker, Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.

10 Die Fürsten der Völker sind versammelt als Volk des Gottes Abrahams;

denn Gott gehören die Schilde auf Erden; er ist hoch erhaben.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Lied EG 562: Der Himmel geht über allen auf

Lesung Apostelgeschichte 1, 3-11
Lukas erzählt in seiner Apostelgeschichte, als Fortsetzung seines Evangeliums, vn den letzten Stunden Jesu auf Erden und von seiner Aufnahme in den Himmel.

 

Wir hören die Lesung für Christi Himmelfahrt aus der Apostelgeschichte 1, Verse 3-11:

 

1 Den ersten Bericht habe ich gegeben, lieber Theophilus, von all dem, was Jesus von Anfang an tat und lehrte 2 bis zu dem Tag, an dem er aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er erwählt hatte, durch den Heiligen Geist Weisung gegeben hatte. 3 Ihnen zeigte er sich nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. 4 Und als er mit ihnen beim Mahl war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die ihr – so sprach er – von mir gehört habt; 5 denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. 6 Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel? 7 Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat; 8 aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. 9 Und als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Augen. 10 Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. 11 Die sagten: Ihr Menschen von Galiläa, was steht ihr da und seht gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.

 

Halleluja

Predigtmeditation zu Christ Himmelfahrt mit Löwenzahn und Pusteblume

Astronauten, die beim Einsatz im Weltraum in 350 km Entfernung die Erde umkreisen, berichten immer wieder begeistert von ihren Eindrücken. Sie beschreiben die faszinierende Schönheit des bläulich und grün schimmernden Planeten in der schwarzen Unendlichkeit des Weltalls. Dabei kann man ihnen die überschwänglichen Gefühle abspüren, und nicht selten kommt das Wort Wunder über die Lippen. Umgeben von einer Lufthülle, dünn wie eine bunte Seifenblase, hält dieser Planet Leben in Fülle bereit. Der schimmernde Juwel ist der Lebensraum, der uns zugemessen und anvertraut ist. Die Oekumene, übersetzt die bewohnte Erde. Im Alten Testament wird bezeugt, dass Gott Himmel und Erde, das Ganze der Welt, geschaffen hat. Es ist Gott, der die Erde gestaltet und gegründet hat und sie erhält.

Die ersten Kapitel der Bibel, die von der Erschaffung der Welt, mit allem, was darinnen ist, erzählen, beschreiben den Wohnraum der ersten Menschen als einen Garten. Jeder, der einen Garten hat, klein oder gross, der ihn hegt und pflegt, hat dazu eine besondere Beziehung. Auch wenn der Garten viel Arbeit macht, er erfreut sich am Wachsen und Gedeihen, an der farbigen Vielfalt der Pflanzen und an ihrer Schönheit.

Eine der Schönheiten im Frühling ist der Löwenzahn-er blüht unübersehbar. Trotzdem bleibt kaum einer bei ihm stehen. Es denkt auch niemand daran, ihn in seinen Garten zu pflanzen. Und doch ist es schön, solche kleinen Dinge in unserem Leben nicht zu übersehen, wie den Löwenzahn.

Der Löwenzahn ist gastfreundlich. Er verschenkt seinen Nektar an die Bienen. Seine Blätter sind für die Bienen eine würzige Speise.

Wann und wo sind wir gastfreundlich? Wann sagen wir: „Komm, ich helfe dir!“?

Der Löwenzahn braucht die Bienen. Sie bestäuben ihn, damit er Frucht bringen kann.

Wen brauchen wir? Wer wird von uns gebraucht?

Der Löwenzahn öffnet der Sonne seine goldgelbe Blüte. Die Blüte selbst wird zu einer Sonne und leuchtet weit für uns. So schön hat Gott die Natur gemacht! Was machen wir? Erhalten wir sie oder wie gehen wir mit seiner Schöpfung um?

Zwischen Ostern und Pfingsten sehe ich gerade den Löwenzahn auch als Symbol: wie der auferstandene Christus, wie die Sonne am beginnenden Morgen, so blüht er mit kräftig gelb goldenen Blüten. Und leuchtet in himmlischer Klarheit und Wärme. So wie Jesus unzählige Menschen froh gemacht hat, leuchtet der Löwenzahn mit vielen gelben Blütenblättern in die Welt. So wie Jesus auch zu den Ärmsten und Aussenseitern gegangen ist, wirbt der Löwenzahn auch an Wegrändern und zwischen Pflastersteinen. Ein leuchtendes Vorbild für unser Leben.

Viele sehen in der Löwenzahn-Blume nur ein Unkraut. Am Ende sieht sie verblüht aus, ganz verdorrt. Jesus ist am Ostersonntag in neuer unvergänglicher Gestalt seinen Jüngern erschienen. So verwandelt sich die Löwenzahn-Blume in die Pusteblume, in eine strahlende weisse Kugel.

Am Himmelfahrtstag sagt Jesus seinen Nachfolgern: „Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker und tauft sie im Namen Gottes. Ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Mt 28). Und «ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein.»

So besteht die bezaubernd helle Licht-Kugel der Pusteblume aus vielen kleinen Fallschirmen, die dann in alle Richtungen fliegen.

Sie landen irgendwo wieder auf der Erde, säen sich ein und bilden dann neue, leuchtende Blumen. Damals zum Pfingstfest verteilte sich der Geist Jesu über die Jünger von Jesus und viele Menschen. Als Jesus-NachfolgerInnen erzählten sie von ihm in Jerusalem, in Palästina, dann im ganzen römischen Reich, später in Europa und überall auf der Erde.

In Jesu Namen soll sich seine Liebe und sein warmes Licht überall ausbreiten.

Der Löwenzahn ist darin ein Zeichen: Manche meinen, dieser Jesus ist tot und Christen sind verblüht wie der gelbe Löwenzahn. Aber dann wird immer wieder neu aus seiner Pusteblume neuer Samen ausgestreut. Wurzeln wachsen in das Erdreich. Eine neue Pflanze wächst.

Ich wünsche uns gerade jetzt zu dieser Zeit viel Freude von diesem Jesus Christus, viel von seinem Licht und seiner Wärme auf unser Gesicht und in unser Herz!

So, wie der Löwenzahn über Nacht seinen Samen ausschickt, so kann uns auch in all unserer Traurigkeit und Perspektivlosigkeit und Unsicherheit dieser Zeit ein Mensch, ein Tier, eine Pflanze, ja, sogar Gott selber ein Zeichen der Hoffnung schicken.

Das bringt neues Leben. Und so können auch wir Liebe, Freude und Hoffnung an andere weitergeben. Amen.

 

Lied EG 561 als gesungenes Gebet

https://www.youtube.com/watch?v=-vUvoT-wkQ0

  1. Wir feiern deine Himmelfahrt, mit Danken und mit Loben.

Gott hat sich machtvoll offenbart, das Kreuz zum Sieg erhoben.

Er sprach sein wunderbares Ja. Nun bist du immer für uns da,

entgrenzt von Raum und Stunde.

  1. Das Reich, in das du wiederkehrst, ist keine ferne Höhe.

Der Himmel, dem du zugehörst, ist Herrschaft und ist Nähe.

Präg du uns ein, Herr Jesu Christ: Gott ist nicht, wo der Himmel ist;

wo Gott ist, da ist Himmel.

  1. Nimm uns in deinen Machtbereich, gib Kraft zu Tat und Leiden

und mach uns deinem Wesen gleich im Wollen und Entscheiden.

Wir freuen uns, Herr Jesu Christ, dass da auch ein Stück Himmel ist,

wo wir dein Wort bezeugen.

  1. Du hast die Angst der Macht beraubt, das Mass der Welt verwandelt.

Die wahre Macht hat nur, wer glaubt und aus dem Glauben handelt.

Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass dir die Macht gegeben ist

im Himmel und auf Erden.

  1. Du trittst beim Vater für uns ein, auch wenn wir es nicht sehen.

Trotz Widerspruch und Augenschein kann uns doch nichts geschehen,

was deinem Wort, Herr Jesu Christ, und deinem Sieg entgegen ist.

Hilf uns darauf vertrauen.

  1. Wenn diese Welt zu Ende geht, bewahre und errette,

was deinem Namen untersteht. Bereite uns die Stätte

und hol uns heim, Herr Jesu Christ, dahin, wo du der König bist,

der Friede ohne Ende.

Text: Detlev Block 1978

Melodie: Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut (Nr. 326)

Vater unser

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Führe uns nicht in Versuchung.

Erlöse uns von dem Bösen

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Gott, der Christus in den Himmel aufgenommen hat,

gewähre uns die Fülle seines Segens:
Gott segne uns mit einem Blumenstrauss:
Er gebe ein Vergissmeinnicht für die Vergessenen
eine Schlüsselblume für die Heimatlosen
einen Feuerdorn für die Mutlosen.
Gott segne uns
Er gebe uns ein Tausendschönchen für die Verliebten
eine Goldrute für die Wegsucher,
einen Klatschmohn für die Künstler
ein Immergrün für die Umweltschützer
ein Zittergras für die Mächtigen
eine Pusteblume für die Sicheren
Gott segne uns
Er gebe uns eine Nelke für die Friedfertigen
einen Glücksklee für die Kinder der Welt
ein Jelängerjelieber für uns.

So segne uns der gute und der treue Gott,

+der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Abschluss Lied EG 503, 1+15:
1) Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben,
sich ausgeschmücket haben.

15) Erwähle mich zum Paradeis
und laß mich bis zur letzten Reis
an Leib und Seele grünen,
so will ich dir und deiner Ehr
allein und sonsten keinem mehr

hier und dort ewig dienen,
hier und dort ewig dienen.

 

https://www.youtube.com/watch?v=kpgw1b4Md54

MDR Rundfunkchor

 Luther Gebet Mittwoch 20. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier.

Wir sind hier.

Allein bin ich,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen

Gott, sei mit mir jetzt, wenn es Abend wird,

dass ich dankbar zurückschauen kann

auf die Last und die Lust des vergangenen Tages

und gewiss sein kann,

dass nichts vergeblich war. 

Amen

Wir SINGEN oder LAUSCHEN: «Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget!»

https://www.youtube.com/watch?v=WDR7lk7-Kuw

MEDITATION: Segen

BILD Segen

Liebe Gemeinde,

heute möchte ich mit Ihnen und Euch über den Segen nachdenken.

Wir sind nun während dieser besonderen Corona Zeit nicht nur im Gebet miteinander verbunden, sondern haben uns auch jeden Abend unter den Segen Gottes gestellt.

Der Segen ist ein guter Wunsch und eine Gebetsformel, die oft auch mit einer Geste verbunden ist – am Ende des Gottesdienstes mit den erhobenen Händen der Pfarrperson, bei der Konfirmation mit der Handauflegung, bei der Taufe mit dem Zeichen des Kreuzes an Stirn und Brust.

Der Ort des Segens ist die Schwelle. So steht der Segen am Ende des Gottesdienstes, auf der Schwelle zum Leben draußen, zum Alltag der neu beginnenden Woche.

Auch die Israeliten, die in der Wüste als Erste die Worte des sogenannten Aaronitischen Segens (4. Mose 6,22–27) hörten, stehen auf der Schwelle: 40 Jahre Wüste liegen hinter ihnen, und das Gelobte Land liegt vor ihnen wie eine Verheißung, aber auch mit neuen und großen Herausforderungen. Und da gibt Gott ihnen seinen Segen. In der Kirche begleiten wir die Menschen mit Segenshandlungen an den Schwellensituationen des Lebens: Wir segnen Kinder und Eltern bei der Taufe, wir segnen Jugendliche an der Schwelle zum Erwachsenwerden bei der Konfirmation, wir segnen Brautpaare an der Schwelle zu einem Leben als Paar. Wir segnen am Grab. „Viel Glück und viel Segen“, singen wir an der Schwelle zum neuen Lebensjahr. Am Abend sprechen wir den Abendsegen und morgens den Morgensegen.

Wir wollen nun einen näheren Blick auf den Inhalt des Segens werfen, auf jene, für manche von uns vielleicht komischen Worte: „der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden“. Zwei Mal ist in diesem aaronitischen Segen vom Angesicht Gottes die Rede. In den Psalmen findet sich ein Gebet, in dem es heisst: „Verwirf mich nicht von deinem Angesicht.“ Der Beter wünscht sich, dass er im Blickfeld seines Gottes bleibt, denn er weiß genau, wo Gott sein Angesicht zuwendet, da ist Leben und Seligkeit, da ist mit einem Wort Segen.

Segen heißt: Gott kehrt dir nicht den Rücken zu, Gott blickt dir vielmehr geradewegs ins Gesicht, er erhebt sein Angesicht, seinen Blick, dir entgegen, zu dir hin. Er schaut dich an und nicht weg von dir. Er schaut zu dir hin. Du bleibst in seinem Blickfeld. Und sein Blick ist nicht ein grimmiger oder rachsüchtiger. Sein Blick ist strahlend, ist freundlich und voller Gnade und Güte. Mit seiner Aufmerksamkeit, seiner Freundlichkeit, seinem Licht und seinem Frieden will Gott Weggefährte auf den Strassen deines Lebens sein und bleiben.

Amen

GEBET

Du ewig reicher Gott,
dein Segen soll auf unserm Leben ruhen,
dass wir aus deiner Hand nehmen können,
was auf uns zukommt, Glück und Leid.
Dein Segen soll auf unsern Kindern ruhen,
dass sie behütet und fröhlich aufwachsen und dich,
ihren Schöpfer, kennen und loben.
Dein Segen soll auf unserer Arbeit ruhen,
dass gelingt, was wir uns vornehmen,
und unser Tun Gutes bewirkt.
Dein Segen soll auf unserem Sonntag ruhen,
dass wir die Unterbrechung des Alltags genießen
und zu neuen Kräften kommen.
Dein Segen soll auf den Regierenden ruhen,
dass sie mit Klugheit und Weitsicht ihre Entscheidungen treffen
und tun, was dem Frieden dient.
Dein Segen soll auf unserem Land ruhen,
dass wir unsere Verantwortung ernst nehmen
in der Gemeinschaft der Völker
und statt zum Fluch ein Segen werden.
Dein Segen soll auf der Welt ruhen,
dass Krieg und Terror ein Ende finden, Hunger und Elend bekämpft werden und alle Menschen Anteil bekommen
an den Gaben deiner Erde.
Dein Segen soll auf unsern Freunden ruhen,
dass wir ihnen gönnen, was sie haben,
und teilen, was du uns schenkst.
Dein Segen soll auf unsern Feinden ruhen,
dass wir die Wege der Versöhnung gehen,
die Jesus Christus für uns eingeschlagen hat.
Dein Segen soll auf unseren Toten ruhen,
dass sie den Frieden finden in deiner Ewigkeit.
Dein Segen soll einmal auf unserm Sterben ruhen,
dass wir uns im Leben und im Tod geborgen wissen
in deiner Liebe.
Segne uns, o Herr.

Was uns heute Abend noch wichtig ist, bringen wir in der Stille vor dich.

Stille

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Herr segne und behüte dich,

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

Geht gesegnet in die Nacht. Gott ist da.

Amen

Wir LAUSCHEN «Der Herr segne und behüte euch» Kinder aus Deutschland, Österreich und Uganda 

https://www.youtube.com/watch?v=w2pjC6s6O_c

Luther Gebet Dienstag den 19. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier.

Wir sind hier.

Allein bin ich,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen

Rogate – Betet! Laut oder leise, gemeinsam oder mit anderen, frei oder mit geprägten Worten: Betet!

Im Mittelpunkt dieser Woche steht die Ermutigung zu Gebet und Fürbitte. Das Gebet steht unter der Verheissung des Wochenspruchs:

„Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet!“ Psalm 66,20

Musik: „Laudate omnes gentes

Audio-Player

Während einer Überschwemmung hockte ein Mann auf dem Dach seines Hauses und war dort wie gefangen. Eine Rettungsmannschaft kam in einem Boot vorbei und bot ihm an, ihn mitzunehmen. «Nein, danke», sagt er, «Gott wird mich retten». Die Nacht brach an und das Wasser stieg. Der Mann kletterte auf den Schornstein. Ein Hubschrauber, der nach Überlebenden suchte, kam näher. Die Besatzung sah ihn im Scheinwerferlicht auf dem Schornstein sitzen. «Nehmen Sie die Strickleiter», rief einer der Männer. «Nein, danke», antwortete der Mann, «Gott wird mich retten». Als der Hubschrauber weiterflog, fiel der Mann vom Schornstein, wurde von den reissenden Fluten mitgerissen und ertrank. Als er in den Himmel kam, beschwerte er sich beim Herrgott, dass er sein Versprechen, «er retten das Leben der Armen» (Ps 72,13), nicht gehalten hätte. «Wie kommst du drauf?», fragte der Herr. «Ich habe dir ein Boot und einen Hubschrauber geschickt.»

Geschichte aus: Jack Deere, «Überrascht von der Stimme Gottes»

Wenn Gott mein Gebet nicht verwirft, wie spricht er dann mit uns? Das ist oft eine Kinderfrage, und Kindermund tut Wahrheit kund…ja wie stellen wir uns das vor, dass Gott spricht, womöglich uns antwortet…

Gott kann zu uns in vielen Varianten sprechen, durch Boten, durch Worte anderer Menschen, durch die Bibel, durch innere Stimmen, durch Engel, durch Träume, durch Visionen, durch Eindrücke…?

Dies ist ganz einfach beschrieben. Die Realität sieht jedoch häufig anders aus. Hast du schon einmal Gottes Stimme gehört? Wenn ja, bist du dir da ganz sicher? Oder hast du doch irgendwie Zweifel? In der Realität haben wir häufig ein Problem damit, Gottes Stimme zu erkennen. Eher haben wir das Gefühl, er schweigt.

Häufig suchen wir einen Kanal (eine Leitung) zu Gott und beten zu ihm. Nach dem Gebet sagen wir ‹Amen›. Innerlich hast du dann vielleicht schon abgestellt. Das heisst: wir reden zwar mit ihm, geben ihm aber häufig keine Zeit, ihn anzuhören.

Dabei ist „Gebet eine bidirektionale Kommunikation“ (wobei bidirektional bedeutet = auf beiden Wegen, hin und zurück kommunizieren).

Es ist wie zwischen zwei Menschen. Nicht nur einer redet. Beide ‹plaudern› miteinander. Dies sehen wir oft am Beispiel Jesus. Wie können wir den Rückkanal, also den Weg von Gott zu uns, offen lassen? Es gibt dazu kein ‹Patentrezept›.

Man kann durch Meditation (= über Gott nachdenken) Gott hören. Längere Pausen machen beim Beten (an nichts denken). Fasten. In die Natur gehen (z.B. Jesus zog sich auf einen Berg zurück) oder in eine auch jetzt offene Kirche.

Ich glaube, wichtig ist, eine gewisse Praxis zu trainieren und vor allem auch: die richtige Einstellung haben. Bitte Gott um seine Weisheit (Ps 51,8; Spr 2,6), benütze ihn als Ratgeber (Ps 16,7; 119,24)

Manchmal ist Gott so laut wie ein Hubschrauber der dich auf dem Dach vor einer Überschwemmung rettet. Und manchmal ist Gott ganz leise, wie ein Windhauch. Manchmal trifft Gott sofort dein Herz, manchmal ist er einsilbig (z.B. «Stehe auf und geh …»), manchmal gibt er auch längere Anweisungen, manchmal gibt er dir Eindrücke.

Und wenn es trotzdem still bleibt?

Vielleicht schweigt Gott, weil er zuerst wartet, bis du etwas erledigt hast. Vielleicht hast du mit einer Person Streit oder bist mit dir selbst nicht im reinen. Löse dieses Problem zuerst.

Gott redet zu uns in vielen Arten. Die Kommunikation läuft auf beiden Wegen. Gib ihm Zeit. Und denke daran: sein Wille geschehe. Amen.

Musik: „Fürchte Dich nicht“ aus der Motette von Johann Christoph Bach.

 

 

 

 

 

GEBET

Ein Ohr ist da, das hört auf meine Stimme.

Ein Herz ist da, das ist mir freundlich zugewandt.

Eine Hand ist da, die mir zur Hilfe kommt.

Wer das erfahren hat, bei dem wird Lob und Dank und Bitte nicht enden. Darum:

Gelobt seist du, unser Gott, der unser Gebet nicht verwirft.
Wenn wir zu dir sprechen, antwortet uns dein Geist.

Wir wissen oft nicht, was wir beten sollen.
Ungeübt sind unsere Hände und Stimmen.
Deshalb bitten wir dich:
Gib uns deinen Geist, dass er uns zeige,
wie wir zu dir sprechen und deine Antwort hören können.

Gelobt seist du, unser Gott, der unser Gebet nicht verwirft.

Unser Gebet zu dir verbindet uns mit vielen Menschen auf der ganzen Welt.
Deshalb bitten wir dich:
Stärke unsere Verbundenheit und Zuneigung zueinander,
besonders zu denen, die wegen ihres Glaubens bedrängt und verfolgt werden.

Gelobt seist du, unser Gott, der unser Gebet nicht verwirft.

Wenn wir uns zu dir wenden, öffnet sich unsere Seele
für deine Schöpfung: ihre Schönheit und Kostbarkeit.
Wir beten und seufzen dann gemeinsam
mit allen Kreaturen, den Tieren und Pflanzen.
Deshalb bitten wir dich:
Mach uns aufmerksam auf die Wunder dieser Welt,
lass uns klar und mutig werden,
dem Verbrauch und der Zerstörung entgegenzutreten.

Gelobt seist du, unser Gott, der unser Gebet nicht verwirft.

Besonders denken wir in diesen Tagen an Menschen die erkrankt sind, an COVID 19 und anderen Krankheiten, die das Leben bedrohen. Stehe ihnen und allen, die für sie sorgen bei!

Auch das ganz Persönliche, dass uns heute am Herzen liegt, sagen wir Dir jetzt….

Gelobt seist du, unser Gott, der unser Gebet nicht verwirft.

Du hörst, was wir dir im Herzen sagen,
und nimmst an, wofür uns die Worte fehlen.

Dir sei Dank in Ewigkeit.

Amen.

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Gott gebe dir

für jeden Sturm einen Regenbogen,

für jede Träne ein Lachen,

für jede Sorge eine Aussicht

und eine Hilfe in jeder Schwierigkeit.

Für jedes Problem, das das Leben schickt,

einen Freund, es zu teilen,

für jeden Seufzer ein schönes Lied

und eine Antwort auf jedes Gebet.

Altirischer Segenswunsch.

Geht gesegnet in die Nacht. Gott ist da.

Luther Gebet Montag 18. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

GEBET

Ewiger Gott, ich bin hier.

Wir sind hier.

Allein bin ich,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen

Gestern feierten wir den Sonntag Rogate und erinnerten uns an das Gebet, besonders an Gebete, die uns im Leben getragen haben. Ein Gebet, das ebenso bekannt ist wie das Vaterunser, ist der 23. Psalm. Seit vielen Generationen beten Menschen diesen Psalm rund um den Globus.

Lasst uns beten:

Psalm 23

Der HERR ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße
um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit
werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben
im Hause des HERRN immerdar.

Amen

Wir LAUSCHEN «Der Herr ist mein Hirt» von Jakob Heinrich Lützel.

Der Herr ist mein Hirt (Psalm 23) – Jakob Heinrich Lützel – legato m – Sommer 2019

MEDITATION: Erinnerungen helfen.

Liebe Gemeinde,

Gegen Dunkelheit hilft es, Licht zu machen. Gegen dunkle Gedanken helfen guten Erinnerungen. Wie man sich erinnert und woran – das ist anscheinend eine Typenfrage.

Manche erinnern sich nach einiger Zeit nur noch an das Schöne. «Früher war alles besser», finden sie dann und die Vergangenheit sehen sie irgendwie weich gezeichnet in mildem Licht. Dagegen scheint die Gegenwart grau und hässlich und schwierig.

Andere erinnern sich vor allem an die schlechten Erfahrungen der Vergangenheit. Mir hat das Leben übel mitgespielt, sagen sie und schauen verbittert auf die Gegenwart und ängstlich in die Zukunft.

Wie man sich erinnert und woran – das ist entscheidend dafür, wie man in der Gegenwart lebt.

Gut wäre, wenn man beides zusammenhalten kann, die bösen Erfahrungen und die guten. So, wie das anscheinend der Mensch gekonnt hat, der den 23. Psalm gedichtet hat. So, wie er die Vergangenheit erinnert, so sieht er auch die Gegenwart: «Du bereitest vor mit einen Tisch im Angesicht meiner Feinde», sagt er zu Gott und berichtet zugleich den Menschen um sich herum «Du salbest mein Haupt mit Öl (das heisst: behandelst mich wie einen König) und schenkst mir voll ein».

In diesem Erfahrungsbericht ist beides drin: Gutes und Böses. Der Mensch, der da redet, vergisst die schlimmen Erfahrungen nicht. Was ihm das Leben schwer gemacht hat und wo er sich das Leben schwer gemacht hat. Das Leben ist manchmal so. Das hat er nicht vergessen. Aber das andere erinnert er auch: «In schwierigen Situationen war der Tisch für mich gedeckt», sagt er. Es gab immer auch Stunden, in denen es mir gut gegangen ist. Menschen, die für mich da waren, die mit mir gegessen und getrunken haben. Manche sagen ja sogar: In den schwierigen Situationen, da spürt man besonders, wie gut es tut, wenn man essen und trinken und mit lieben Menschen zusammen sein kann.

«Du deckst mir den Tisch in bedrohlichen Situationen, du lässt mich spüren, dass ich dir etwas wert bin, du füllst mir reichlich den Becher». Der Psalmbeter ist Gott dafür dankbar. Trotz allem was schwer war und bedrohlich, gab es immer gute Stunden. Ganz viel gutes und intensives Leben mitten im Unheil. Vielleicht da erst recht, weil man es da ganz bewusst spürt.

So redet dieser Psalmdichter von seinem Leben. Sich so zu erinnern – das Böse nicht zu vergessen aber trotz allem, auch das Gute sehen – das hilft einem zuversichtlich zu leben.  

Bloss… das kann man manchmal nicht von selber. Denn wie man sich erinnert, das ist eine Typfrage. Menschen, die sich vor allem an das Schlechte erinnern, die brauchen jemanden, der ihnen dabei hilft. Freunde oder Familie oder den Psalm 23 oder Facebook, oder das Fotoalbum… oder…. Damit aus der Erinnerung Kraft für die Gegenwart wächst.

So wünsche ich es Ihnen und auch mir, das kraftvolle Erinnerungen unser Leben begleiten.

Amen

GEBET

Gott, für die Worte des alten Psalms 23 danke ich dir. Sieh helfen mir Gutes und Schweres im Leben zu erinnern. Vor allem aber helfen sie mir in dem Wissen, dass du Höhen und Tiefen meines Lebens begleitest. Du freust dich mit mir, du bist traurig mit mir, du greifst ein, wenn ich Hilfe brauche, du trägst mich, wenn ich am Ende meiner Kräfte bin.

Dafür danke ich dir.

In der Stille will ich mich erinnern, an Zeiten und Augenblicke, die mir sehr schwer gefallen sind, aber auch an die Hilfe, die du mir geschenkt hast.

Stille

Dafür danke ich dir.

Wir leben nun in der 2. Woche, die Lockerungen mit sich bringen. Es tut gut sich etwas freier bewegen zu können und besonders auch Menschen zu sehen, die wir lieben, wenn auch mit Abstand. Wir brauchen die Gemeinschaft. Das Miteinander tut uns gut.

Dennoch ist der Virus nicht überstanden und hinterlässt weiterhin tiefe Spuren.

So bitten wir dich für alle Kranken, schenke ihnen Hilfe für Leib und Seele.

Wir bitten dich für alle, die sich um Kranke kümmern, schenke ihnen Kraft und Geduld, bewahre sie davor sich anzustecken, eile ihnen mit Hilfe zur Seite.

Wir bitten für alle, die weltweit an Impfstoffen und Medikamenten forschen, um gute Erfolge.

Wir bitten für alle, die finanziell grossen Schaden erlitten haben durch diese Zeit. Schenke ihnen Hoffnung und Wege aus der Dunkelheit.

Wir bitten dich für unsere Erde, wenn jetzt alles langsam hochgefahren wird, lass uns nicht nur an Profit denken, sondern auch an die Bewahrung der Schöpfung, an Gerechtigkeit und Frieden.

Gott, wir sehen so viel Unrecht auf dieser Welt geschehen. Die Nachrichten sind immer voll von Berichten über Gewalt, Ungerechtigkeit, Lüge, Flucht, Artensterben und Tod.

Wir sehnen uns nach Glück und Frieden,

danach, dass all das Furchtbare, das uns schwer auf der Seele liegt, aufhört.

Aber wir fürchten auch dein Gericht.

Der Friede und die Veränderung fangen im Kleinen an.

Lass uns, lass mich ein Teil dieser Veränderung sein.

Wir fühlen uns oft machtlos, aber manchmal ist es eine Ausrede, wenn wir sagen, wir können nichts tun.

Hilf uns, dass wir mutig und tapfer sind. Auf dein Wort hören und deinen Willen tun.

Lass uns durchlässig sein für deine Liebe, deine Vergebung, deine Wertschätzung, dein Verständnis, deine Barmherzigkeit, deinen guten Mut und deine Hoffnung.

Schaffe Friede, Recht und Hilfe Gott,

auch durch uns, auch durch mich.

Was uns heute Abend noch auf dem Herzen liegt, Menschen und Situationen, die bringen wir dir

Stille

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Segen ströme in alle Ecken dieser Welt.

Erfülle die Krankenzimmer und Wohnzimmer mit Gottesglanz und Licht.

Segen umleuchte jedes Herz.

Damit jede noch so kleine Hoffnung wachsen kann:

So segne, behüte und bewahre uns der Gott des Himmels und der Erde,

der Vater durch den Sohn im Heiligen Geist.

Amen.

Wir LAUSCHEN «Hinunter ist der Sonne Schein» (Gesangbuch Nr. 467)

Chrismon edition: Chor „Hinunter ist der Sonne Schein“

 

 

 

 

Luther Gebet Gottesdienst zuhaus Sonntag Rogate 17. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Heute am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel aufgeschlagen auf dem Tisch.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Verbunden bleiben wir im Gebet, durch Deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Musik: « Wahrlich, wahrlich, ich sage euch » J. S. Bach Kantate zu Rogate 1724

https://www.youtube.com/watch?v=O6-PDe9wPLg

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, BWV 86: I. Arioso. (Bass)

Hinführung
Herzlich willkommen am Sonntag Rogate – Betet!
Der heutige Gottesdienst auf dem Weg von Ostern nach Pfingsten hat die Kommunikation mit Gott als Thema. Das Beten. Rogate – Betet! Es ist eine klare Aufforderung: Redet mit ihm oder schweigt mit ihm, aber wendet euch nicht ab. Denn Gott redet mit uns. Er spricht uns an

Dies betrachten und feiern wir:

Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn

der Himmel und Erde gemacht hat.

Sündenbekenntnis

Wir sind schuldig geworden, Gott. Schuldig an Mitmenschen und schuldig vor dir. Wir gestehen uns das nicht so gerne ein. Aber vor deinem Angesicht wollen wir uns nicht besser denken, als wir sind. In der Stille bekennen wir dir, an welcher Liebe es uns gemangelt hat:

Stille.

So rufen wir zu Dir:

Der allmächtige Gott erbarme sich unser, er vergebe uns unsere Sünde und führe uns zum ewigen Leben. Amen.

Gnadenzusage:

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft, noch seine

Gnade von mir wendet. Halleluja! (Psalm 66,20)

G: Amen.

Lasst uns beten:       Tagesgebet
Ewiger, gütiger Gott, von Dir kommt alles Gute und alles Vollkommene. Du ermutigst uns, uns an dich zu wenden mit allem, was uns auf dem Herzen liegt. So höre unser Gebet.

Du kennst unsere Gedanken, du nimmst uns wahr von fern und nah. Du bist unser Gott, der mit deinem Sohn Jesus Christus und dem Heiligen Geist lebt und Leben schafft, der zuhört und versteht in Ewigkeit.

G: Amen.

Evangelium: Johannes 16,23b–28.33
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, und wer gar nicht erst fragt, kann auch nichts erwarten. Im Evangelium macht Jesus uns Mut, Gott unsere Bitten direkt zu sagen.

Wir hören das Evangelium für diesen Sonntag Rogate, aus Johannes 16, die Verse 23b-28 und 33:

G: Ehre sei dir Herr

23b Christus spricht: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er’s euch geben.

24 Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr empfangen, auf dass eure Freude vollkommen sei.

25 Das habe ich euch in Bildern gesagt. Es kommt die Stunde, da ich nicht mehr in Bildern mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater.

26 An jenem Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde;

27 denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich von Gott ausgegangen bin.

28 Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.

33 Dies habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

G: Lob sei dir, Christus

Musik: «Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht, Christus, meine Zuversicht, (: auf dich vertrau’ ich und fürcht’ mich nicht:)» (EG 697)

Audio-Player

Die Predigtgedanken am heutigen Sonntag Rogate stammen von Hans Jochen Kolb aus unserer Gemeinde. Er hat sich Gedanken gemacht zum wichtigsten Gebet der Christenmenschen, zum Vaterunser-Gebet:

OriginalfassungSprachliche Anpassungen und Ergänzungen
Vater unser,Du, unser Vater, Schöpfer von allem, geheimnisvoller Ursprung!
der Du bist im Himmel!

Es wird in den Schriften der Bibel (AT) erzählt, Du würdest in himmlischen Sphären wohnen, auf einem Thron sitzend, umgeben von Deinen Heerscharen, den Engeln, weit weg also von uns. Dein Geist wirke gleichwohl in der Geschichte unserer Welt. Du seiest Menschen wiederholt zu verschiedenen Zeiten in unterschiedlichen Situationen und Formen begegnet. Men-schen hätten in Not nach Dir gerufen, und Hilfe von Dir erhalten, sie hätten aber auch Zeiten qualvoller Gottverlas-senheit erlitten. In Jesus von Nazareth, so wird in den Schriften des Neuen Testamen-tes erzählt, habest Du Dich den Menschen in besonderer Weise zu erkennen gegeben.

(Die Erfahrung von Gottes Abwesenheit ist den Menschen heute vermutlich vertrauter, als die seiner Nähe. Viele spüren beides nicht mehr: weder, dass Gott da und im Werden ist, noch dass er sich abgewendet hat. Nicht wenigen ist die Frage nach Gottes Sein oder Nichtsein gleichgültig.)

Geheiligt werde Dein Name.Du, heiliges Wesen, Gott, Dich wollen wir als das Geheimnis unserer Welt verehren; Dich wollen wir anbeten, loben und preisen.
Dein Reich komme.Das Licht Deiner Herrlichkeit – das sind Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Gnade und Liebe – es gehe auf und strahle wie die Sonne in unseren Herzen und über uns.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.Dein Wille, so wie er im Himmel herrscht, möge sich auch in unserer Welt durchsetzen.
Unser täglich Brot gib uns heute.Gib uns auch heute, was wir täglich zum Leben brauchen.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und vergib uns unsere Schuld: d. h. die «Verkrümmung in uns selbst» (Martin Luther), unsere Inkonsequenz und unsere Vernachlässigung Deiner Sache.

Auch wir wollen nicht nachtragend sein, wenn Menschen uns Unrecht angetan und verletzt haben, und ihnen vergeben.

 Wir wollen uns, auch Fremden und Andersartigen gegenüber, immer wieder um Verständigung und Versöhnung bemühen.
Und führe uns nicht in Versuchung,

Und führe uns nicht in Versuchung,

(Unter «Versuchung» verstehe ich solche Verlockungen und Vergnügungen, die uns von Gottes Weg ablenken und uns seine Sache vergessen machen.)

sondern erlöse uns von dem Bösen.sondern befreie uns von der Macht des Bösen in der Welt und von der Macht des Bösen in uns selber.
 Lehre uns jeden Tag die nötige Achtsamkeit, im Umgang mit den Menschen, denen wir begegnen, im Umgang mit der Natur und im Umgang mit uns selber.
Denn Dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit.Denn Du bist alles: Kraft, Herrlichkeit und schützende Hand, immer schon und in Ewigkeit.
Amen

Das ist unsere Hoffnung.

Amen.

Dr. Hans-Joachim Kolb, CH 8607 Aathal-Seegräben. Zuletzt überarbeitet am 4. März 2020

Lied: Bewahre uns Gott EG 171, 1-3  

https://www.youtube.com/watch?v=b9aO72h2rQY

Gebet für den 5. Sonntag nach Ostern (Rogate; VELKD)

Vater unser.
Du bist unser Vater,
dir verdanken wir unser Leben.
Dir sagen wir,
worauf wir hoffen,
wonach wir uns sehen,
wovor wir uns fürchten.

Geheiligt werde dein Name.
Wir hoffen darauf,
dass deine Liebe die Welt verwandelt.
Verwandle uns,
damit wir deine Liebe zeigen.

Dein Reich komme.
Wir sehnen uns danach,
dass sich Gerechtigkeit und Frieden küssen.
Schaffe deinem Frieden Raum,
damit die Sanftmütigen das Erdreich besitzen.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Wir fürchten uns davor,
dass Leid und Krankheit kein Ende haben.
Heile die Kranken und behüte die Leidenden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.
Nicht nur uns,
auch denen, die verzweifelt nach Hilfe rufen,
die vor den Trümmern ihres Lebens stehen
und die sich vor der Zukunft fürchten.
Du bist die Quelle des Lebens,
verbanne den Hunger.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Öffne unsere harten Herzen für die Vergebung.
Öffne die Fäuste der Gewalttäter für die Sanftmut.
Lenke unsere Füße auf den Weg des Friedens.
Versöhne uns und alle Welt.

Führe uns nicht in Versuchung.
Dein Wort ist das Leben.
Du kannst unsere Herzen verschließen vor Neid, Gier und Hochmut.
Halte uns ab von Hass und Gewalttätigkeit.
Bewahre uns vor den falschen Wegen!

Erlöse uns von dem Bösen
Öffne unsere Augen,
damit wir das Böse hinter seinen Verkleidungen erkennen.
Lass uns dem Bösen widerstehen und
befreie alle, die in der Gewalt des Bösen gefangen sind.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Du rufst uns beim Namen.
Du siehst uns –
wo wir auch sind,
am Küchentisch, in der Kirchenbank, in unseren Kammern.
Bei dir schweigen Angst und Schmerz. Auf dich hoffen wir heute und alle Tage.
In Jesu Namen vertrauen wir uns dir an.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

„AMEN: Was ist das? Antwort: Dass ich soll gewiss sein, solche Bitten sind dem Vater im Himmel angenehm und erhöret; denn er selbst hat uns geboten, also zu beten, und verheißen, dass er uns wolle erhören. Amen, Amen, das heisst: Ja, ja, es soll also geschehen. (Martin Luther)

Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist! Amen.

Der Herr segne und behüte dich

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig

Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir Frieden.

Amen.

Zum 70. Geburtstag von Stevie Wonder ~ Heaven Help Us All

https://www.youtube.com/watch?v=eZoV3GhCaak

Heaven help the child who never had a home
Heaven help the girl who walks the streets alone
Heaven help the roses if the bombs begin to fall
Heaven help us all

Heaven help the black man if he struggles one more day
Heaven help the white man if he turns his back away
Heaven help the man who kicks the man who has to crawl
Heaven help us all

Heaven help us all
Heaven help us all, help us all
Heaven help us, Lord, hear our call
When we fall, oh yeah

 

 

Luther Gebet Samstag den 16. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier.

Wir sind hier.

Allein bin ich,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen

Aus Psalm 34
Kommt, wir verkünden gemeinsam, wie groß der Herr ist!
Lasst uns miteinander seinen Namen rühmen!
Als es mir schlecht ging, rief ich zum Herrn.
Er hörte mich und befreite mich aus aller Not.
Der Engel des Herrn lässt sich bei denen nieder,
die in Ehrfurcht vor Gott leben,
er umgibt sie mit seinem Schutz und rettet sie.
Erfahrt es selbst und seht mit eigenen Augen,
dass der Herr gütig ist!
Glücklich zu preisen ist, wer bei ihm Zuflucht sucht.

Amen.

Wir SINGEN oder LAUSCHEN «Bleib bei mir Herr»

Herr, bleib bei mir

  1. Bleib bei mir, Herr! Der Abend bricht herein.
    Es kommt die Nacht, die Finsternis fällt ein.
    Wo fänd ich Trost, wärst du mein Gott nicht hier?
    Hilf dem, der hilflos ist: Herr, bleib bei mir!2. Wie bald verebbt der Tag, das Leben weicht,
    die Lust verglimmt, der Erdenruhm verbleicht;
    umringt von Fall und Wandel leben wir.
    Unwandelbar bist du: Herr, bleib bei mir!

    3. Ich brauch zu jeder Stund dein Nahesein,
    denn des Versuchers Macht brichst du allein.
    Wer hilft mir sonst, wenn ich den Halt verlier?
    In Licht und Dunkelheit, Herr, bleib bei mir!

    4. Von deiner Hand geführt, fürcht ich kein Leid,
    kein Unglück, keiner Trübsal Bitterkeit.
    Was ist der Tod, bist du mir Schild und Zier?
    Den Stachel nimmst du ihm: Herr, bleib bei mir!

    5. Halt mir dein Kreuz vor, wenn mein Auge bricht;
    im Todesdunkel bleibe du mein Licht.
    Es tagt, die Schatten fliehn, ich geh zu dir.
    Im Leben und im Tod, Herr, bleib bei mir!

Spuren im Sand –
Eines Nachts hatte ich einen Traum: Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn. Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streiflichtern gleich, Bilder aus mein Leben. Und jedes Mal sah ich zwei Fussspuren im Sand, meine eigene und die meines Herrn. Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens.
Besorgt fragte ich den Herrn: „Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein. Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist. Warum hast Du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte?“
Da antwortet er: „Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen.“

Amen

GEBET

In der Stille halten wir nun den vergangenen Tag und auch die zu Ende gegangene Woche

vor Gott und danken ihm dafür.

Stille

Herr, für diesen Tag und diese zu Ende gehende Woche
danken wir dir.

Herr, für die Momente, in denen wir Gnade und Schönheit begegnet sind
danken wir dir.

Herr, für die Gespräche, die in unserem Leben Eindruck hinterlassen haben
danken wir dir.

Herr für die Momente, in denen wir bemerkt haben, dass du am Werk bist
danken wir dir.

Stille

In der Stille halten wir vor Gott, was uns weh getan hat

Stille

Herr, wir erinnern uns an die Momente, in denen wir deine Liebe nicht geteilt haben in Gedanken, Worten und Werken

Wir bitten um Vergebung.

Herr, wir erinnern uns an die Momente, in denen wir durch die Worte und Werke anderer verletzt wurden.

Hilf uns zu Vergeben.

Herr, wir erinnern uns an die Momente, in denen wir abgelenkt waren und nicht nach dir gesucht haben. Herr, zeige dich uns und hilf uns dich mitten im Lärm und Geschrei dieser Welt zu entdecken.

In der Stille halten wir den morgigen Tag und all seine Möglichkeiten vor Gott

Stille

Herr, wir bitten, dass uns dein Heiliger Geist auf dem Weg der Gerechtigkeit leite

Dass du uns für unseren Weg stärkst

Herr, du weißt von unserem Leben, du weißt, was uns gut tut und was uns unter Druck setzt.

Sei uns ein guter Begleiter und gibt uns die Weisheit, deinen Willen zu erkennen und die Kraft deinem Ruf zu folgen.

Herr, zeige dich in den vielen Alltäglichkeiten unseres Lebens.

Hilf uns, die vielen Gelegenheiten zu gutem Handeln zu erkennen.

Herr, hilf uns vertrauensvoll inmitten aller Unsicherheit zu leben.

Stärke uns dir nachzufolgen.

Herr, hilf uns nicht isoliert und anonym zu leben

sondern als gute Nachbarn, freundliche Kollegen und hilfsbereite Menschen.

Herr, stärke die Gemeinschaften und Nachbarschaften, in denen wir leben.

Was uns noch auf dem Herzen liegt, bringen wir in der Stille vor dich

Stille

Herr, wenn wir jetzt schlafen gehen, lass uns im Wissen um deine unendliche Liebe Ruhe finden

und wenn wir morgen aufwachen, lass uns bereit sein für das, was auf uns zukommt.

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Herr segne und behüte dich,

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

Geht gesegnet in die Nacht. Gott ist da.

 

Luther Gebet, Freitag 15. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

GEBET

Mein Gott, ich bin hier.

Wir sind hier.

Allein bin ich,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

 

Tageslosung für Freitag, den 15. Mai 2020

Der HERR erhörte unser Schreien und sah unser Elend, unsere Angst und Not.                                             5. Mose 26,7

Musik:

Claude Debussy: Piano Trio in G, L. 3: III Intermezzo Andante espressivo Trio Rafale (mit Flurin Cuonz, ZH)

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Der 12. Mai war der „Internationale Tag der Pflege“ – und der Geburtstag von Florence Nightingale. Vor 200 Jahren ist die berühmte britische Krankenschwester zur Welt gekommen.

Als sich der britische Premierminister nach überstandener Covid-19-Erkrankung Mitte April erstmals wieder zu Wort meldete, hob er in seiner Danksagung besonders zwei Pflegende hervor: Jenny aus Neuseeland und Luis aus Portugal standen „48 Stunden lang an meinem Bett (…), als die Dinge auch anders hätten laufen können“, sagte Johnson noch sichtlich geschwächt. Ihnen habe er sein Leben zu verdanken, machte er deutlich. In ihren Heimatländern wurden die beiden daraufhin über Nacht zu kleinen Berühmtheiten. Der Premier hatte drei Tage lang auf der Intensivstation des St. Thomas‘ Hospital verbracht. An dem Krankenhaus in London richtete Florence Nightingale im Jahr 1860 eine Schwesternschule ein und legte damit den Grundstein für die moderne Krankenpflege. Am 12. Mai 2020 jährte sich der Geburtstag der Sozialreformerin zum 200. Mal. Gleichzeitig wurde der Internationale Tag der Pflege begangen.

In der Coronavirus-Pandemie erleben Pflegekräfte grossen Zuspruch. Jede Woche treten die Menschen in vielen Ländern an die Fenster und vor die Türen, um ihnen und den Ärzten zu applaudieren. Schliesslich arbeiten sie oft bis zur Erschöpfung und riskieren dabei sogar ihr eigenes Leben.

Doch die Verehrung als Helden oder Engel mit übermenschlichen Kräften trifft nicht nur auf Gegenliebe. Allzu leicht werde dabei übersehen, dass Pflegende auch Bedürfnisse haben, so die Kritik. „Es sind menschliche Wesen mit Familien und mit Ängsten“, sagte Annette Kennedy, die Präsidentin des Weltverbands der Krankenschwestern und Pfleger. „Sie haben Gefühle und sie brauchen emotionale und physische Unterstützung, sie müssen sich ausruhen und essen“, so die Verbandschefin. Besonders besorgniserregend findet Kennedy, dass oft keine ausreichende Schutzkleidung zur Verfügung steht.

Schon Florence Nightingale wusste um die Gefahren dieser Aufgaben.

Aufgewachsen auf den Landgütern einer Oberschichtfamilie, hatte sich die hervorragend gebildete Frau nach einer Aufgabe gesehnt, die ihrem Leben einen Sinn verlieh. Krankenhäuser waren damals gerade erst im Entstehen. Florence las alles, was sie über das Krankenhauswesen in die Finger bekommen konnte, und auch einige praktische Einsätze durfte sie absolvieren. Als «Lady-in-Chief» einer Equipe von vierzig Frauen erhielt sie die Aufgabe, sich um die verwundeten Soldaten und die britischen Militärhospitäler in der Türkei zu kümmern. In dem britischen Militärkrankenhaus Scutari in einem Stadtteil von Istanbul erkrankte sie während des Krim-Krieges (1853-56) an einer Infektionskrankheit, die zum chronischen Leiden wurde, das sie für den Rest ihres Lebens begleitete. Durch ihre Arbeit in Scutari wurde Nightingale schon zu Lebzeiten zur Legende.

Doch bevor sie dort für Ordnung sorgen konnte, musste sie sich erst einmal gegen die Ärzte durchsetzen. Die meinten, Frauen aus der Heimat hätten in einem Militärkrankenhaus nichts zu suchen. Ihre blutverschmierten Kittel trugen sie wie Tapferkeitsabzeichen. Sie zu waschen, war verpönt. Nightingale hatte keine Ahnung von den Erregern und Übertragungswegen von Krankheiten. Doch sie verstand schnell, dass mehr ihrer Patienten an Infektionen starben als an Verletzungen aus dem Krieg. Die Mittel, die sie dagegen einsetzte, kommen einem in Zeiten der Coronavirus-Pandemie bekannt vor. Dazu gehörten: Häufiges Händewaschen, gut durchlüften und allzu grosse Enge beseitigen. Zu diesem Zeitpunkt, wusste sie noch nicht warum, aber sie merkte, dass es funktioniert. Von der Vorgehensweise Nightingales kann man auch noch heute vieles lernen.

Es gibt grosse Parallelen zwischen den Bemühungen Nightingales, die Leben der Soldaten in Scutari zu retten und dem Kampf gegen das Coronavirus. Nightingale dokumentierte akribisch, woran die ihr anvertrauten Soldaten starben. Die Frau, die wegen ihrer nächtlichen Visiten auch Lady mit der Lampe genannt wurde, brachte Licht ins Dunkel des Sterbens. Aus den gesammelten Daten zog sie Schlüsse für die Organisation und sogar die Architektur von Krankenhäusern. Sie visualisierte die Ergebnisse in anschaulichen Diagrammen, um die Politik in ihrem Heimatland von der Notwendigkeit von Reformen zu überzeugen und sie trommelte unermüdlich für finanzielle Mittel.

Viele Menschen hoffen heute, dass die schmerzhafte Erfahrung der Coronavirus-Pandemie für ein Umdenken in der Politik sorgt. „Wenn man wirtschaftliches Wachstum will, investiert man in Gesundheitsversorgung“, so eine Lehre aus der Pandemie heute. Weltweit fehlen der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge rund sechs Millionen Pflegekräfte. Und im Gegensatz zu Helden oder Engeln sind Pflegende „kompetente Profis, die angemessen für ihre lebensrettende Tätigkeit entlohnt werden müssen“, sagt Kennedy. Es braucht endlich den Platz und die Anerkennung, es braucht die Mittel für Qualität in der Pflegepraxis und Lebensqualität bei der Arbeit. Dies ist die beste Art und Weise, um dem Berufsstand für seinen Einsatz zu danken.“

Florence Nightingale lebte einen Glauben, und liest Schriften von Teresa von Avila oder Johannes vom Kreuz, später schreibt sie auch eigene Meditationen. Für sie bleibt Krankenpflege ein Beruf, dem eine religiöse Berufung zugrunde liegt, weil er Dienst am Nächsten ist. Ein Gebet, das von ihr überliefert ist, zeugt von ihrer Haltung, die anvertrauten Menschen bestmöglich zu versorgen und so Gottes Liebe in der Tat zu bezeugen. Auf diese Haltung baut diakonische Arbeit bis heute auf.

GEBET:

Spender des Lebens,
gib mir die Kraft,
dass ich meine Arbeit mit Überlegung tue,
getreu dem Ziel, das Leben jener zu hüten,
die meiner Versorgung anvertraut sind.

Halte rein meine Lippen von verletzenden Worten.
Gib mir klare Augen, das Gute der anderen zu sehen.
Gib mir sanfte Hände,
ein gütiges Herz und eine geduldige Seele.

Hilf, dass ich niemandem
durch Unwissenheit und Nachlässigkeit schade.
Für jene, die gebeugt sind
von Kummer und Weh, Angst und Schmerz,
gib Kraft zum Durchhalten.

Schenk mir, o Gott,
deinen Segen zu meiner Aufgabe.

Alles was wir sonst erbitten und erhoffen auch für uns ganz persönlich und für andere,

legen wir in die Worte, die Christus uns anvertraut hat:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Monatslosung Mai 2020:

Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat!       1. Petrus 4,10

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Gott segne und behüte dich,

Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Gott erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

Amen.

Zum Abschluss ein Lied eines anderen Jubilars dieser Tage:

Stevland Hardaway Judkins Morris (13. Mai 1950 in Saginaw, Michigan,), bekannt unter seinem Künstlernamen Stevie Wonder, ist ein amerikanischer Sänger, Songwriter und Multiinstrumentalist, wurde 70 Jahre. Ein Wunderkind, kurz nach seiner Geburt erblindet, dass zu einer der kreativsten musikalischen Figuren des späten 20. Jahrhunderts wurde.

Von ihm der Song, in dem am Ende steht: 

Just give the world LOVE

Love’s In Need Of Love Today

 

 

 

Luther Gebet Donnerstag 14. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier.

Wir sind hier.

Allein bin ich,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

Ein grauer und kalter Regentag neigt sich dem Ende zu.

Bald ist die Sonne ganz hinter dem Horizont verschwunden

Und hinter der dicken Wolkendecke nimmt der Mond seinen Platz am Himmel ein.

Sehe ich hoch zum Himmel, erahne ich sein Leuchten im Schimmern der Wolken.

Es ist gut, dass Tage zu Ende gehen, Gott.

Es ist gut, wenn Müdigkeit und Erschöpfung ihren Platz haben dürfen.

Es ist gut, dass ich mich ausruhen darf,

dass du deinen Segen auf Ruhe und Stille gelegt hast.

Begleite du mich in die Ruhe Gott,

in dem Wissen um deine Liebe und deinen Schutz.

Lass mich in dir geborgen sein.

Amen

Wir SINGEN oder LAUSCHEN «Bleibet hier und wachet mit mir»

https://www.youtube.com/watch?v=5QN9xJEyu7s

Bleibet hier und wachet mit mir! Wachet und betet!

MEDITATION Pfarrer Holger Pyka «Für Tage mit scharfen Kanten»

Für Tage mit scharfen Kanten #Abendgebet #Nachtschwärmen

Gott, heute war so ein Tag mit scharfen Kanten, der hat bei mir was aufgerissen.

Nicht so tief wie damals bei Omas Geburtstag, als ich mit dem Glas gestolpert bin und mit 5 Stichen genäht werden musste. Eher so wie letzte Woche Donnerstag, als ich zu nah an einem Brombeerzweig vorbeigelaufen bin.

Ich weiss, dass ich kein Leben ohne Einschnitte verlangen kann, aber mach wenigstens, dass sie sich nicht entzünden. Danke, dass du meine Wunden irgendwann in Narben verwandelst. Und meine Narben irgendwann in Geschichten.

Gott, heute war so ein Tag, von dem ich ahne, er wird sich in mein Gesicht graben.

Vielleicht pflügt er einmal quer durch meine Stirn.

Vielleicht gräbt er den kleinen Graben zwischen meinen Augenbrauen etwas tiefer aus.

Vielleicht legt er sich um meine Mundwinkel und zieht sie noch weiter nach unten, nur für den Bruchteil eines Millimeters – aber dafür auf Dauer.

Segne Gott meine Runzeln und Falten.

Danke, dass das Leben nicht spurlos an mir vorbeigeht.

Danke, dass ich weder aus Stein bin noch aus Plastik.

Auch wenn ich manchmal denke, das würde Vieles einfacher machen…

Gott, heute war so ein Tag, der mir weh tut in der Brust.

Ich kann noch nicht sagen warum.

Vielleicht hat mein Herz nur Muskelkater vom schnellen Schlagen.

Gebrochen wird es wohl nicht sein, aber man sagt ja, das Prellungen viel schmerzhafter sind.

Vielleicht ist es überdehnt von all denen, die mir heute zu Herzen gegangen sind.

Gott, beruhige mein klopfendes Herz und lass wahr sein was man sagt: nichts bricht zweimal an der gleichen Stelle.

Gott, heute war so ein Tag, wo ich dir am Abend nicht einfach so ungeteilt Danke sagen kann.

Nicht ohne Ironie und nicht ohne eine Spur Bitterkeit in der Stimme.

Nicht ohne ein leises Aber.

Du hältst das aus und ich wahrscheinlich auch.

Gott, heute war so ein Tag….

Aber jetzt ist er vorbei.

Danke

Amen

GEBET:

Gott, am Ende dieses Tages breite ich vor dir aus, was heute gewesen ist.

Stille

Viel Unruhe und Unsicherheit, Unplanbarkeit, nicht wissen, was kommt

prägt diese Tage.

Manchmal zittert mein Herz, Gott

und manchmal bin ich überrascht und freue mich, was das alles verändert und ermöglicht.

Gott, ich bitte für all die, die jetzt in Angst und Schrecken leben,

die erkrankt sind und um ihr Leben ringen,

die um ihre Existenz fürchten.

Du bist bei ihnen allen, gehst Schritt für Schritt mit,

findest Wege und Möglichkeiten, du Gott des Lebens.

Sei auch bei mir. Behüte mich. Behüte meine Lieben.

Behüte deine Menschen Gott.

Geleite mich und uns zur Ruhe der Nacht.

Schenke Frieden den Herzen und dieser Erde.

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Herr segne und behüte dich,

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

Geht gesegnet in die Nacht. Gott ist da.

Amen

 

Luther Gebet, Mittwoch 13. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

GEBET

Mein Gott, ich bin hier.

Wir sind hier.

Allein bin ich,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

 

Tageslosung für Mittwoch, den 13. Mai 2020

Du allein kennst das Herz aller Menschenkinder.       1. Könige 8,39

Unser Herr Jesus Christus, und Gott, unser Vater, der uns geliebt und uns einen ewigen Trost gegeben hat und eine gute Hoffnung durch Gnade, der tröste eure Herzen und stärke euch in allem guten Werk und Wort. 2. Thessalonicher 2,16-17

Lied EG 358: Es kennt der Herr die Seinen (Philipp Spitta)

1) Es kennt der Herr die Seinen und hat sie stets gekannt,
die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land.
Er lässt sie nicht verderben, er führt sie aus und ein;
im Leben und im Sterben sind sie und bleiben sein.

3) Er kennt sie als die Seinen an ihrer Hoffnung Mut,
die fröhlich auf dem einen, dass er der Herr ist, ruht,
in seiner Wahrheit Glanze sich sonnet, frei und kühn,
die wundersame Pflanze, die immerdar ist grün.

4) Er kennt sie an der Liebe, die seiner Liebe Frucht
und die mit lauterm Triebe ihm zu gefallen sucht;
die andern so begegnet, wie er das Herz bewegt,
die segnet, wie er segnet, und trägt, wie er sie trägt.

5) So hilf uns, Herr, zum Glauben und halt uns fest dabei;
lass nichts die Hoffnung rauben; die Liebe herzlich sei!
Und wird der Tag erscheinen, da dich die Welt wird sehn,
so lass uns als die Deinen zu deiner Rechten stehn!

 

Wer kennt mich am besten? Meine Mutter, der Ehepartner, mein Arzt? Oder ich mich selbst?

Wer kann behaupten, dass er einen anderen Menschen wirklich kennt? Ja dass er oder sie sich selber kennt?

Manchmal lasse ich in mich hineinblicken. Manches zeige ich nicht mal Menschen, die mir am nächsten stehen…manchmal scheine ich mich selbst nicht mehr zu kennen…J

Der weise König Salomo sagt in unserem Tageswort heute: Gott allein kennt das Herz der Menschenkinder.

Gott kennt mich. Gott kennt mein Herz. Auch die verborgenen Anteile.

Früher hiess es oft: Der liebe Gott sieht alles. Im besten Fall hat mich das von irgendwelchen kleinen oder grossen Übeltaten bewahrt. Im anderen Fall war das eine Drohung und Erziehungsmassnahme unserer Eltern oder des Pfarrers. Mit deutlich erhobenem oder gedachtem Zeigefinger. Leider war das nicht immer nur so humorvoll wie in dieser kleinen Geschichte…:

Der Pfarrer freut sich, dass sein Birnbaum endlich Birnen trägt. Damit keiner die Birnen stiehlt, schreibt er auf ein Schild: Gott sieht alles, und stellt dieses unter den Baum.
Am nächsten Tag sind fast alle Birnen weg und unter dem Schild steht: Ja aber er verpfeift uns nicht!

Gott sieht alles? Dann ist da noch dieses Auge Gottes, das in vielen Kirchen abgebildet ist. Wie ein Art Überwachungskamera schwebt es über den Seelen und Herzen der Gläubigen. Viel Unrecht ist mit dieser Vorstellung verbunden gewesen….

Gott kennt mich. Der weise König Salomo meinte damit aber etwas durchaus Vertrauensvolles, Entlastendes. Er -als König mit aller Macht ausgestattet- sagt: da gibt es noch eine ganz andere Instanz die über uns wacht, im guten Sinne. Die letztlich auch urteilt. Und wie urteilt diese Macht?

Wer uns kennt, kann das was er weiss auch gegen uns verwenden. SO ist Gott nicht. Gott verwendet seine Kenntnis vn mir zu meinem Besten. Um mein Herz zu trösten. Um mich zu stärken bei meinem Reden und Tun.

Und von uns aus: ist es nicht eine gute, sehr entlastende Vorstellung: ich bin mit allem, was ich bin, was in meinem Herz ist, bei Gott gut aufgehoben.

Gott kennt mich, Dich und er kennt auch den Nachbarn und die Bekannte. Gott die Schweizer Bundesrätin und den syrischen Flüchtling, den erfolgreichen Sportler und die junge Frau mit der Körperbehinderung. Er kennt den straffällig gewordenen Jugendlichen und die Managerin mit Nadelstreifen. Er kennt das Herz seiner Menschenkinder und bei manchen Menschen wünschen wir uns besonders, sie würden selbst einmal in ihr Herz schauen, bevor sie reden und handeln. Nicht nur in Corona-Zeiten…

Gott kennt unser Herz: die schönste Erklärung all dieser Gedanken ist immer noch in diesem 200 Jahre alten Abendlied enthalten:

Gott im Himmel hat an allen
Seine Lust, sein Wohlgefallen,
Kennt auch dich und hat dich lieb
,
Kennt auch dich und hat dich lieb.

https://www.youtube.com/watch?v=FJHVBP-FLUw

Lied: EG 511

Weisst du wieviel Sternlein stehen
an dem blauen Himmelszelt?
Weisst du wieviel Wolken gehen
weithin über alle Welt?
Gott der Herr hat sie gezählet,
Dass ihm auch nicht eines fehlet
An der ganzen grossen Zahl,
An der ganzen grossen Zahl.

Weisst du wieviel Mücklein spielen
In der hellen Sonnenglut?
Wieviel Fischlein auch sich kühlen
In der hellen Wasserflut?
Gott, der Herr, rief sie mit Namen
Dass sie all‘ ins Leben kamen
Dass sie nun so fröhlich sind,
Dass sie nun so fröhlich sind.

Weisst du wieviel Kinder frühe
Stehn aus ihrem Bettlein auf,
Dass sie ohne Sorg und Mühe
Fröhlich sind im Tageslauf?
Gott im Himmel hat an allen
Seine Lust, sein Wohlgefallen,
Kennt auch dich und hat dich lieb,
Kennt auch dich und hat dich lieb.

GEBET:

Guter Gott -Du kennst uns, Du siehst mich. Du siehst uns,

und alles, was uns an diesem Tag begegnet ist:

was uns berührt hat, was uns herausfordert, was nachklingt in uns.

Möge uns bleiben, was wertvoll war. Möge wachsen, was gut begonnen hat.

Du kennst alle unsere Wege, auch die, die noch vor uns liegen: Wege zu anderen, Wege zu uns selbst, Wege zu dir. Sieh, ob wir auf Irrwegen sind, und leite uns auf guten Lebenswegen.

Halte deine Hand über uns und auch über die, die zu uns gehören, um die wir uns sorgen, die krank sind in dieser Zeit an Covid19 und anderen schweren Erkrankungen.

Du kennst uns und auch Finsternis ist nicht finster bei dir.

Lass es hell werden für die, die flüchten vor Krieg und Gewalt, für die, die gefangen sind in Leid und Abhängigkeit, für die, die hungern nach Gemeinschaft, nach Brot und Gerechtigkeit.

„Jesus Christus, und Gott, unser Vater, Du hast uns geliebt und uns einen ewigen Trost gegeben und eine gute Hoffnung durch Gnade: tröste unsere Herzen und stärke uns in allem guten Werk und Wort.“

Alles andere legen wir in die Worte, die Christus uns anvertraut hat,
und beten verbunden mit Christinnen und Christen rund um den Erdball, verbunden durch alle Zeit:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Gott segne und behüte dich,

Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Gott erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

Amen.

Luther Gebet Dienstag, 12. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

GEBET

Mein Gott, ich bin hier.

Wir sind hier.

Allein bin ich,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Viele Menschen nehmen sich gerade in diesen Zeiten vor, wieder etwas mehr zu lesen, ja auch mal in der Bibel zu lesen. Und dann kommt die Überlegung, wo beginne ich? Von vorn? Das Alte Testament ist lang…. Das Neue Testament? Ein Evangelium?

Sicher ist es eine gute Sache, mal mit dem Markus-Evangelium zu beginnen. Das ist ein guter Anfang.

Vor gut 290 Jahren kam eine andere gute Idee zur Welt:

Am 3. Mai 1728 in einem Abendgottesdienst in Herrnhut in der Oberlausitz gab Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf der Gemeinde ein kurzes Wort für den kommenden Tag mit auf den Weg. Damit begann die Geschichte der Losungen.

Bald gab es in Herrnhut täglich eine solche »Parole für den Tag«. Zinzendorf nannte die Losungen „fortgesetzte Gespräche des Heilands mit der Gemeinde“.  1731 wurde die erste gedruckte Losung herausgegeben. Seit diesem Jahr erscheinen die Losungen ohne Unterbrechung. Und heute lesen Christen auf der ganzen Welt die Losungen in 60 Sprachen.

Eine andere, sehr schöne Möglichkeit also, mal wieder oder ganz neu in der Bibel zu lesen. Dabei wird immer ein Wort aus dem AT richtig ausgelost: die Losung. Und dann ein passendes Wort aus dem Neuen Testament ausgewählt: der Lehrtext. So lernt man biblische Worte kennen und manche nehmen dabei auch die Bibel zur Hand und lesen in den jeweiligen Kapiteln ringsum, so lernen wir immer wieder neu Bibel lesen.

Auch in unseren Abendandachten Luther Gebet hier seit dem 18. März haben wir immer wieder die Losung und den Lehrtext zu uns sprechen lassen, so auch heute, denn es sind wieder bemerkenswerte Worte gerade auch in unsere Zeit, in unsere Situation, in unser Leben hinein.

Die Tageslosung für Dienstag, den 12. Mai 2020

Der HERR sprach zu Salomo: Bitte, was ich dir geben soll! Salomo sprach: Du wollest deinem Knecht ein gehorsames Herz geben, dass er dein Volk richten könne und verstehen, was gut und böse ist.   1. Könige 3,5.9

Paulus schreibt: Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung, sodass ihr prüfen könnt, was das Beste sei.

Philipper 1,9-10

https://www.losungen.de/fileadmin/_processed_/csm_losungen-1731_405e691587.jpg

Das erste gedruckte Losungsbuch von 1731

Gott, segne an uns Dein Wort. Amen.

Der HERR sprach zu Salomo: Bitte, was ich dir geben soll!

Salomo sprach: Du wollest deinem Knecht ein gehorsames Herz geben, dass er dein Volk richten könne und verstehen, was gut und böse ist.    1. Könige 3,5.9

Bei weit über einer Million Menschen liegen sie auf dem Frühstückstisch, erscheinen sie auf dem Smartphone, stecken sie im Rucksack, sind sie die erste Email-Nachricht des Tages oder Ausgangspunkt einer gemeinsamen Andacht im Büro, in der Schule, im Spital … die Losungen. Einige wenige Worte aus der Bibel verbinden Tag für Tag weltweit Menschen unterschiedlicher Konfession, unterschiedlicher Kultur und unterschiedlicher Frömmigkeit. Und diese Gemeinde wächst.

Wir hören heute eine Szene aus dem Leben des Salomo, König von Israel. Das Wort wurde vor 3 Jahren ausgewählt für diesen Mai 2020, zu der Zeit ahnte niemand etwas von einer weltweiten Pandemie…

Und dieses Wort klingt fast wie ein Märchen: wo die gute Fee kommt und sagt: „Du hast 3 Wünsche frei.“ Doch hier erscheint der lebendige Gott dem jungen König Salomo nachts im Traum und fordert ihn auf, ihm seine Bitte mitzuteilen. Salomo ist von diesem Angebot Gottes überwältigt und reagiert mit Weitblick darauf. Er fühlt sich zu jung und bittet um ein gehorsames, ein hörendes Herz. Damit er das Volk gut führen kann und verstehen lernt, was gut und was böse ist.

Das haben wir sicher auch schon des öfteren erlebt, dass wir nicht weiter wissen und darum bitten: wie geht der Weg weiter, wie können wir auf unser Herz hören und was ist nun gut und was böse.

Jeder und jede hat im Leben Verantwortung zu tragen und Entscheidungen zu treffen. In dieser Zeit sind es vor allem Regierungen, die weitreichende Entscheidungen fällen müssen. Bei manchen wünschten wir uns, sie würden auch vorher mehr innehalten und Gott fragen wie sie regieren sollten. Zum Beispiel Queen Elizabeth, deren Sohn Prince Charles ebenfalls an Covid19 erkrankt ist, sagte neulich einen bemerkenswerten Satz:

„Ich hoffe, dass in den kommenden Jahren alle stolz darauf sein können, wie sie auf diese Herausforderung reagiert haben.“

Gut, dass wir das Gebet als Sprache und Kommunikationsmittel haben. Ein Segen, dass wir gerade in dieser Zeit im Gebet verbunden sind. Mit Salomo, mit Paulus, miteinander, mit Christus, mit Gott.

GEBET

Ewiger gütiger Gott,

wir danken Dir dass wir leben, auch in nicht einfachen Zeiten, und dass wir uns öffnen können zu Dir hin, zum Himmel, und Dich bitten:

Gib uns ein hörendes Herz, dass wir verstehen was jetzt gut ist: für uns selbst und für die die mit uns leben, in der Familie, in unseren Gemeinschaften, in denen wir leben, in unserer Gemeinde, in unserem Land, in unserer Welt.

Lass unsere Liebe immer noch reicher werden an Erkenntnis und aller Erfahrung, sodass wir prüfen können, was das Beste sei. Schenke diese Einsicht auch denen, die regieren, die Verantwortung tragen und Entscheidungen treffen müssen.

Stärke alle die, die für uns sorgen: in Medizin und Forschung, in Wissenschaft und Pflege, in Wirtschaft und Handel.

Segne die, die trauern und traurig sind, die sich einsam fühlen, die nicht weiter wissen, mit der Kraft Deines Wortes und Deiner Liebe, auch durch uns.

Schütze und bewahre uns durch diese Zeit, durch alle Generationen und unser Miteinander hindurch.

Wir bitten Dich ganz persönlich…..

Und alles, wofür wir in keine Worte finden, legen wir in die Worte, die Christus uns gelehrt hat
und beten verbunden mit Christinnen und Christen rund um den Erdball und verbunden durch alle Zeiten:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Gott segne und behüte dich,

Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Gott erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

Amen.

Wer mag, höre noch auf diese Musik zur Nacht:

Vladimir Horovitz spielt den 1. Satz Adagio sostenuto, cis-Moll, alla breve, aus Beethovens Klaviersonate Nr. 14 op. 27 Nr. 2 in cis-Moll, genannt auch: Mondschein-Sonate. Es sind 69 Takte.

Luther Gebet Montag 11. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Verbunden bleiben wir im Gebet, durch Deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Eine neue Woche hat begonnen Gott und mir ihr die Lockerungen.

Es sind so viele Stimmen da, die wissen wollen, was richtig oder falsch ist,

was zu viel oder zu wenig ist.

Mitten drin stehe ich.

Ich mache mir auch meine Gedanken.

Ich beobachte.

Ich höre.

Ich tausche mich aus.

Ich diskutiere.

Vorsichtig wage ich einige Schritte.

Es braucht viel Kraft den Alltag wieder fliessen zu lassen

und dabei nicht gleich loszustürmen.

Es braucht Weisheit und Besonnenheit für die richtigen Schritte.

Das alles hat mich heute gefordert.

Nun bin ich müde Gott.

Lass mich zur Ruhe kommen. In deine Hand lege ich diesen Tag.

In deiner Hand will ich mich betten für die Nacht und geborgen sein.

Amen

Wir LAUSCHEN, oder lesen den Text, oder singen mit… «I Will Follow Him» – das Lied der Maria Magdalena. Viele erinnern sich sicher an den Film Sister Act.

https://www.youtube.com/watch?v=ghHE_kVWXxM  

Übersetzung von «I Will Follow Him»

Ich werde ihm folgen,
egal wohin er geht.
Und ich werde immer
in seiner Nähe sein.
Nichts kann mich von ihm fernhalten.
Er ist mein Schicksal.
Ich werde ihm folgen.
Seit dem er mein Herz berührt hat, weiß ich,
dass kein Ozean zu tief ist,
kein Berg zu hoch ist, um mich von ihm fernzuhalten,
mich von seiner Liebe fernzuhalten.

Ich liebe ihn!
Und egal wo er hin geht,

ich werde ihm folgen.

Kein Ozean ist zu tief,
Kein Berg ist zu hoch,
um mich von ihm fernzuhalten…

Ich liebe ihn (Oh ja, ich liebe ihn)
Ich werde ihm folgen (Ich werde ihm folgen)
Wahre Liebe (Er wird immer meine wahre, wahre Liebe sein)
Für immer (Für jetzt und für immer)
Ich liebe ihn, Ich liebe ihn, Ich liebe ihn
Und egal wohin er geht, Ich werde ihm folgen, ich werde ihm folgen, ich werde ihm folgen
Er wird immer meine wahre Liebe sein, meine wahre Liebe, meine wahre Liebe
Für jetzt und für immer, für immer, für immer

Kein Ozean ist zu tief,
Kein Berg ist zu hoch,
um mich fernzuhalten, mich von seiner Liebe fernzuhalten.

MEDITATION: Maria und Martha

«Maria setzte sich dem Herrn zu Füssen und hörte seiner Rede zu»  – dieser biblische Vers aus dem Lukasevangelium 10,39 steht für heute in der Herrenhuter Losung drin.

Immer schon ist mir die Geschichte der beiden ungleichen Schwestern Martha und Maria nahe gegangen. Jesus kommt mit seinen Jüngern in ein Dorf und wird hier von Martha aufgenommen. Der Evangelist Lukas erzählt: Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu.  Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihnen zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester lässt allein dienen? Sage ihr doch, dass sie mir helfen soll! Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe. Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden.

Wie oft sind wir Martha. Wir sind darum bemüht unsere Arbeit gut zu tun, aber auch hilfsbereit zu sein und besonders wollen wir uns um unsere Lieben kümmern. An nichts soll es ihnen fehlen. Von früh bis spät sind wir beschäftigt. Sportlich und künstlerisch wollen wir uns auch betätigen. Und natürlich spannende Freizeitaktivitäten mitmachen.

Immer wieder mal wird uns das alles aber auch zu viel. Es stresst uns.

Wir haben das Gefühl nur knapp die Nase über Wasser halten zu können.

Sicher wissen wir, Ausruhen ist ebenfalls wichtig.

In sich gehen. Zu sich selber finden.

Aber dafür haben wir dann doch nie so richtig Zeit.

Und die Welt ist so voller Möglichkeiten, man könnte ja etwas verpassen.

Dennoch… Es wäre schön ein wenig wie Maria sein zu können. Sie hat den Mut sich einfach mal auszuklinken. Gegen alle Erwartungen und auch die Anklagen der Schwester, tut sie etwas, was ihrem Herzen und ihrer Seele gut tut. Sie sitzt zu Jesu Füssen und lauscht seinen Worten. Sie hat nicht das Gefühl etwas zu verpassen. Sie besinnt sich darauf, was ihr wichtig ist und sie spürt tief in ihrem Herzen, wie wohl ihr das tut. Daraus entsteht die Kraft danach auch wieder fleissig und hilfsbereit zu sein. Und Jesus unterstützt sie darin.

Die Corona Zeit hat uns jäh aus unseren Aktivitäten herausgerissen. Der alltägliche Trott und auch Stress wurde plötzlich beendet. Wir waren auf uns gestellt, hatten wieder etwas Zeit für uns selbst, Zeit in uns hineinzuhören. Zu entdecken: was ist mir wirklich wichtig, was tut mir gut, was vermisse ich sehr. Und vielleicht haben einige von uns festgestellt, es sind nicht die grossen Dinge des Lebens, sondern viele Kleine Dinge und besonders die Begegnungen mit Anderen, die unser Leben wirklich erfüllt und reich machen. Viel Kreativität und Pioniergeist ist aufgebrochen – digital aber nicht nur, sind Menschen in ihrer Arbeit und in ihrem Leben auf ganz neue Gedanken und Ideen gekommen.

«Das soll nicht von ihr genommen werden!» – mit diesen Worten verteidigte Jesus die ruhende Maria vor der handlungsfreudigen Martha.

Ich wünsche es Ihnen und ich wünsche es mir, dass wir nicht gleich wieder in unseren Aktivismus zurückfallen. Dass wir uns stets daran erinnern, was wir in dieser Zeit darüber gelernt haben, was uns wirklich gut tut und erfreut.

Ich wünsche uns, dass Maria und Martha beide ihren Platz in unserem Leben finden.

Amen

GEBET:

Gott, Maria und Martha – du hast sie uns vor Augen gestellt wie ein Spiegelbild unserer selbst.

Viel zu oft sieht uns Martha entgegen, wenn wir in den Spiegel sehen.

Doch du weisst wir brauchen auch die Maria.

Hilf uns dieser Seite von uns auch mehr Raum zu geben: dem Lauschen, dem Aufatmen, dem Lachen und Feiern, dem Staunen und sich freuen. Lass uns nicht vergessen unser Leben dankbar zu geniessen und dir mit Freuden zu danken.

Jede und jeder von uns hat in dieser Coronazeit Dinge entdeckt und gelernt. Unser Blick wurde geschärft für Dinge und Menschen, die uns tief im Herzen gut tun.

In der Stille bringen wir sie vor dich.

Stille

Hilf uns nicht darauf zu vergessen. Sie sollen ein wertvoller Teil unseres Lebens bleiben, den wir zu schätzen wissen.

Wir haben aber auch erkannt, was uns in unserem normalen Alltag geschadet hat.

In der Stille bringen wir es vor dich.

Stille

Hilf uns Wege zu finden, unseren Alltag so zu gestalten, dass wir uns nicht selbst Schaden zufügen.

Gott, der du dich uns liebevoll zuwendest, wir bitten dich darum, dass diese Zeit in uns den Glauben stärkt, dass niemand und nichts uns von deiner Liebe trennen kann. Weder heute. Noch in Zukunft.  

Was uns heute Abend noch am Herzen liegt

An Sorgen….

An Bitten…

An Dank….

Unsere Lieben…

Bringen wir vor dich.

Wir vertrauen uns Dir an mit den alten Worten: 

„Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt
der allerneusten Pflege des, der den Himmel lenkt.
Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn,
der wird auch Wege finden, da dein Fuss gehen kann.“ 

Und alles, wofür wir in keine Worte finden, legen wir in die Worte, die Christus uns gelehrt hat
und beten verbunden mit Christinnen und Christen rund um den Erdball und verbunden durch alle Zeiten:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Herr segne und behüte dich,

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

Wir SINGEN oder LAUSCHEN «Befiehl du deine Wege» – Paul Gerhard

Befiehl du deine Wege – Paul Gerhardt – klassische Kirchenlieder

Luther Gebet Gottesdienst zuhaus Sonntag Kantate 10. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Heute am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel aufgeschlagen auf dem Tisch.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Verbunden bleiben wir im Gebet, durch Deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Musik: Wir wollen alle fröhlich sein (Martin de Vargas an der Orgel Martin-Luther-Kirche Zürich)

 

Hinführung
Kantate – Singet!
Miriam sang es einst, das Lied der Befreiung,
David sang es zur Harfe, um Saul zu besänftigen,
die ersten Christen haben es angestimmt, ihren Herrn zu preisen,
singend haben die Menschen die Reformation weitergetragen.

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder. (Ps. 98,1)

Lesung Psalm 98: Singet dem Herrn ein neues Lied (AMC)

Audio-Player

Mit dem Wochenspruch aus dem 98. Psalm herzlich willkommen zum Gottesdienst zuhaus am heutigen Sonntag Kantate.

Singen, von Klage und Trauer, von Dank und Glauben, singen und feiern zum Lob Gottes:

Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

  1. Amen

P: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn

  1. der Himmel und Erde gemacht hat.

Sündenbekenntnis

Ewiger Gott, wir vergessen oft, dass jeder Tag unseres Lebens ein Geschenk an uns ist.

Uns lässt ungerührt, was du durch deinen Sohn Jesus Christus an uns getan hast.

Wir lassen uns durch deinen Heiligen Geist zu wenig zu liebevollen Taten bewegen.

So rufen wir zu Dir:

MIT GEMEINDE / wir sprechen zusammen:

Der allmächtige Gott erbarme sich unser, er vergebe uns unsere Sünde und führe uns zum ewigen Leben. Amen.

Jesus Christus spricht: «Ich lebe und siehe, ihr sollt auch leben!»

EG 302, 1-2+8  Du meine Seele singe

https://www.youtube.com/watch?v=xjvicFMbIlg

Lesung aus Kolosser-Brief 3, 12-17 (AMC)

Audio-Player

Predigtgedanken:

Singen ist eine der ältesten Ausdrucksmöglichkeiten des Menschen.

Der ausgelassene Tanz, das Lied das Trauernden die Tränen löst, das Pfeifen im Dunkeln, der Song der Liebespaare zusammenführt und die Arie, die tief ins Herz dringt, – Musik lässt niemanden unbewegt.

Evangelische Frömmigkeit wäre nicht denkbar ohne sie. Um Musik und Gesang drehen sich die biblischen Lesungen heute am Sonntag Kantate (Singt!): Der erleichterte Dank der Geretteten, das mächtige Loblied der Geschöpfe Gottes, der mutige Gesang, der Kerkermauern sprengt – sie alle vereinen sich zu einem vielstimmigen Lob Gottes. Dort, wo sein Name so besungen wird, dort ist Gott ganz nah. Kein Bereich des Lebens soll von diesem Lob ausgeschlossen sein, keiner ist zu gering für diese Musik. Je mehr unser Leben zum Gesang wird, desto stärker wird uns dieses Lied auch verändern zu liebevolleren und dankbaren Menschen.

Es fängt schon damit an, dass es MICH verändert:

  1. Singen ist gut für den Kreislauf

Singen ist für den Körper so anstrengend wie Dehnübungen oder leichter Sport. 10 bis 15 Minuten bewusst und laut singen reichen aus, um das Herz-Kreislauf-System in Schwung zu bringen.

Die vielleicht wichtigste Sache beim Singen ist das Atmen. Gute Sänger atmen nämlich „in den Bauch“ hinein, also in den unteren Teil der Lunge. Dadurch werden auch die unteren Teile der Lunge, die Lungenblasen belüftet. So wird die Sauerstoffsättigung erhöht und der Kreislauf angekurbelt ebenso wie der Stoffwechsel; der Blutdruck stabilisiert sich, Organe und Gehirn werden besser durchblutet, die Konzentrationsfähigkeit steigt. Wolfgang Bossinger, Musiktherapeut

 

  1. Singen stärkt das vegetative Nervensystem

Musik wirkt positiv auf das vegetative Nervensystem ein. Dieses regelt die automatischen Abläufe im Körper wie Atmen, Herzschlag und Verdauung. Bei einem gesunden Menschen sollten Sympathikus und Parasympathikus im Gleichgewicht sein. Leider ist das nicht immer der Fall, da wir uns zu wenige Pausen und Entspannung gönnen.

Singen und vor allem das tiefe Aus- und Einatmen aktiviert den Parasympathikus und macht uns deshalb ruhiger und entspannter: Der Blutdruck sinkt, der Puls wird langsamer und die Muskulatur entspannt sich. Es werden sogar die Pupillen kleiner. Und es wird auch die Verdauung angeregt.

  1. Singen stärkt die Abwehrkräfte.

Beim Singen werden unsere Abwehrkräfte gestärkt, das belegt eine Studie (mit)

des Instituts für Musikpädagogik der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Gunter Kreutz untersuchte zusammen mit Psychologen und Medizinern

Kirchenchormitgliedern. Nach der Chorprobe war die Anzahl der Immunglobuline A stark gestiegen.

So stärkt Singen das Immunsystem und schützt vor Erkältung und anderen Krankheiten.

  1. Singen macht glücklich

Dass Singen die Stimmung verbessert und glücklich macht, wurde in mehreren Untersuchungen nachgewiesen. Beim Singen werden körpereigene Glückshormone ausgeschüttet.

Zeitgleich werden Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin abgebaut. Schon nach 30 Minuten Singen produziert unser Gehirn Oxytocin, das sogenannte Kuschelhormon oder Bindungshormon.

Zusätzlich wird beim Singen die Zirbeldrüse stimuliert und Melatonin ausgeschüttet. Melatonin bewirkt besseren Schlaf, Krebsprophylaxe und hat einen tumorhemmenden Effekt.

  1. Singen ist lebensverlängernd

Menschen, die singen, leben länger. Das haben Forscher in den 90er-Jahren bewiesen.

Sie untersuchten rund 12 000 Menschen aller Altersgruppen und stellten tatsächlich fest, dass

Mitglieder von Chören und Gesangsgruppen haben eine signifikant höhere Lebenserwartung als Menschen, die nicht singen.

Und wie ist das nun mit unserem Singen heute in Corona-Zeiten?

Der Mai ist gekommen und mit ihm die Möglichkeit, bald auch wieder live miteinander Gottesdienste zu feiern – allerdings mit erheblichen Auflagen. Wie können, wie werden wir damit umgehen?

Der deutsche Prof. für Praktische Theologie und Homiletik, Alexander Deeg, schreibt dazu:

In der Corona-Krise geht es im Blick auf die Feier von Gottesdiensten darum, zwei Dinge abzuwägen: die Verantwortung für das Wohl des/der Nächsten und für das eigene Leben – und die für eine christliche Kirche unaufgebbare Praxis der Gottesdienstfeier.

Kirche lebt, so im Augsburger Bekenntnis von 1530, wo das Wort verkündigt und die Sakramente verwaltet werden. Kirche kann nicht sein, ohne dass die Gemeinde auf das hört, was Gott zu sagen hat, und darauf antwortet. Wie diese Praxis aber gestaltet wird, ist zu jeder Zeit neu zu fragen.

Gegenwärtig geht es um eine Risikoabwägung und um den Schutz möglichst Vieler. Durch die Feier des Gottesdienstes soll niemand gefährdet werden. Gottesdienste sollen zum Lob Gottes beitragen, aber nicht zur Bedrohung für die Nächsten werden.

Für die lutherische Reformation spielte das Gemeindelied von Anfang an eine herausragende Rolle, auch in reformierten Gegenden wurde vielerorts gemeinsam gesungen. Gemeinsames Singen verbindet die Gemeinde. Im Singen verkündet die singende Gemeinde das Evangelium. Luther meinte in seiner berühmten Torgauer Kirchweihpredigt (1544), es solle (in diesem neu geweihten Kirchenraum) nichts Anderes geschehen, als dass Gott selbst rede mit seinem heiligen Wort und wir ihm antworten mit Gebet und Lobgesang. Auch diese häufig „Torgauer Formel“ genannte Aussage unterstreicht die immense Bedeutung des Gesangs für den evangelischen Gottesdienst.

Von daher ist es ein bitterer Einschnitt, wenn für eine gewisse Zeit aus einer ethischen Abwägung heraus auf das gemeinsame Singen verzichtet werden muss. Aber es gehört zum Leben, dass nicht zu jeder Zeit alles möglich ist – und ein Gesanges-Fasten lässt die Vorfreude auf das gemeinsame Singen, sobald dieses wieder verantwortbar möglich ist, steigen. Und es lässt erleben, welche Bedeutung der Gesang hat.

Der Verzicht auf gemeinsamen Gesang bedeutet nicht kompletten Verzicht auf Musik und Gesang im Gottesdienst. Ich singe dir mit Herz und Mund, sagt Pau Gerhardt. Jetzt ist es mehr mit Herz statt mit Mund…

Die Gemeinde kann Texte mitlesen oder Lieder mitsummen.

Auch Luther war schon der Meinung, dass nicht nur die Vokal-Musik die frohe Botschaft verkündigt, sondern auch Instrumentalmusik.

Gottesdienst wird auf absehbare Zeit zweigleisig funktionieren: als Gottesdienst, der im Fernsehen oder Internet übertragen und zu Hause gefeiert wird und bei dem die einzelnen zu Hause nach Lust und Laune mitsingen können!

Und als Gottesdienste, die in kleinerer Zahl in den Kirchen gemeinsam gefeiert werden; diese werden anders sein als gewohnt, aber auch in ihnen wird Gottes Wort erfahrbar werden.

Wie sich unsere Gottesdienstkultur dadurch verändert, weiss gerade niemand.
Kürzer werden die Gottesdienste sein – ohne Gemeindegesang und in den meisten Fällen auch ohne Abendmahl, vielleicht auch meditativer. Vielleicht lösen sie sich von traditionellen Formen, weil die liturgischen Wechselgesänge gesummt oder hinter Masken gemurmelt auf die Dauer nicht tragen. Vielleicht beteiligen sich mehr Menschen mit kleinen Beiträgen. Vielleicht lernen wir die kirchenmusikalischen Möglichkeiten ganz neu schätzen. Vielleicht gehen wir öfter (gemeinsam) an die frische Luft und lassen Bäume, Berge, Wiesen und Seen unsere Gotteshäuser sein. Vielleicht feiern wir viele kleine Wochenandachten. Vielleicht gibt es weiter digitale Angebote, die Menschen erreichen und trösten. Vielleicht verknüpfen wir unsere Gottesdienste mit einem Beten im Alltag. Vielleicht wirken sie hinein in eine Praxis von Nachbarschaftshilfe und Seelsorge vor Ort. Singen im Vorgarten, an der Strassenecke, im Park.

Vielleicht sind wir auch manchmal genervt wegen des Verzichts.

Aber wir werden in Gottes Namen so oder so zusammenkommen, seufzen und feiern, hören und beten und hoffentlich gestärkt und hoffnungsvoll auseinander gehen. Und ab und zu herzlich lachen. Über all unsere Bemühungen und manches Scheitern. Im Vertrauen, dass Gott all unsere liturgischen Wege und Irrwege freundlich begleitet.

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder. Amen.

 

Windsbacher Knabenchor „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ Mendelssohn (Münster Heilsbronn 24.04.16)

Gebet für den 4. Sonntag nach Ostern (Kantate; VELKD)

Wir singen und loben dich, wunderbarer Gott.
Wir besingen deine Liebe, wunderbarer Gott.
Wir singen vom Glück, das du mit deiner Schöpfung teilst.
Wir singen:

Neue und alte Lieder wollen wir dir singen, o Gott,
denn unser Glaube lebt in diesen Liedern.

Noch müssen wir leben in liedloser Zeit,
halb verschlossen die Münder,
hier bei uns und an vielen Orten dieser Erde.

Aber unser Gebet können wir dir sagen,
gemeinsam und einzeln das vor dich bringen,
was uns bewegt, was dein Geist uns eingibt.

So bitten wir für all die Menschen, die krank sind
oder im Sterben liegen. Und für die Menschen,
die anderen dienen in Therapie und Pflege.

So bitten wir für all die Menschen, die sich sorgen
um die Seelen der Einsamen, die Verbindungen suchen
und Nähe schaffen, wo Trennung herrscht.

So bitten wir für all die Menschen, die in Sorge sind
um ihren Lebensunterhalt. Und für die Menschen,
die Verantwortung übernehmen für das wirtschaftliche Leben.

So bitten wir Dich noch um das, was uns ganz persönlich jetzt bewegt:

………………

Wir sehnen uns zurück nach einem Leben mit frohen Liedern,
offenen Gesichtern und herzlichen Begegnungen,
so bitten wir dich: Komm uns entgegen, du unser Gott!

Amen.

Und alles andere legen wir in die Worte, die Christus uns anvertraut hat
und beten verbunden mit Christinnen und Christen überall und verbunden durch alle Zeiten:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

„Davon ich singn und sagn will“ (Martin Luther) :

Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist! Amen

Ich … bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, dass dir all mein Tun und Leben gefalle.

Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände.

Dein heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir finde.

So segne uns der gütige Gott, Vater Sohn und Heiliger Geist.

Amen.

Luther Gebet Samstag, den 9. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

GEBET

Mein Gott, ich bin hier.

Wir sind hier.

Allein bin ich,

und doch verbunden mit vielen,

in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Du Geber aller Freude und allen Glücks.
Du Sonne dieser Welt und der Welt, die kommt.
Ich danke dir für diesen, ja für jeden schönen Tag
und jeden glücklichen Augenblick,
für jede Stunde fröhlichen Schaffens,
alle Begegnungen und Erfahrungen.
Ich danke dir für dieses reiche Leben.
Ich lege mich zur Ruhe in dich.
So ruhe ich im Frieden.
Segne du den Abend, die Nacht und den kommenden Tag.

Nach Jörg Zink

Am Abend vor dem Sonntag Kantate=Singet entdecken wir heute einen lateinischen modernen Choral, der am Osterwochenende die Charts angeführt hat beim Herunterladen aus dem Internet. Die Botschaft hinter dem überraschenden Hit „Victoriam“ von Sinfoglesia heisst: Hoffnung. Für den Kölner Musikproduzenten Christoph Siemons ist es das wichtigste Wort seines Lebens.

Neben Sängern, Streichern, Bläsern, Schlagzeug und Keyboard braucht Siemons genau drei Liedzeilen für seinen Hit in der Corona-Zeit. „Victoriam misericordia – Victoriam vitae – Omnia speramus“ lauten sie, also „Sieg durch Mitgefühl – Sieg des Lebens – All das hoffen wir“.

Dabei geht es dem Texter und Komponisten weniger um das martialische Motiv des Sieges, wie der sakrale fast bombastische Sound vermuten lassen könnte. Vielmehr sei ihm der Dreiklang aus Fürsorge, Leben und Hoffnung wichtig, erklärt der 51-Jährige. Entstanden ist „Victoriam“, weil er eine schwere Herzerkrankung überstanden hat.

Er lag insgesamt fast drei Monate auf der Intensivstation, hatte drei Herzoperationen.

Er erzählt: „Ich war sehr lange eher tot als lebendig. Ich persönlich glaube an den lieben Gott und habe ihm zu der Zeit ein kleines Versprechen gegeben:  ‚Wenn ich das überlebe, dann würde ich mich gerne mit einer Messe bedanken und diese schreiben.‘ Das habe ich dann auch mit vielen Musikern zusammen getan. Insgesamt spielen über hundert Musiker auf den Aufnahmen von Sinfoglesia. Es hat sechs Jahre gebraucht, bis ich dann die Messe fertig hatte. Ich habe das in erster Linie für mich gemacht und nicht viel weitergedacht. Dann kamen sehr interessante Menschen hier in Köln, die das gehört haben und denen es sehr gut gefallen hat. Seitdem haben wir ein kleines Team mit Leuten gegründet, denn wir wollen im Jahr 2022 ein Benefizkonzert mit dieser Musik machen, anlässlich der 700-jährigen Kölner Domweihe. Das war unser Plan. Dann kam dazu das Verlagshaus Burda. Und überlegte, vielleicht kann die Musik ja dem ein oder anderen helfen, Trost spenden, Freude machen oder Besinnlichkeit schaffen.

Wir haben uns dazu entschieden, einen neuen Song aufzunehmen und die Einnahmen dieses Songs den Tafeln in Deutschland zu spenden. Die Tafeln haben gerade ganz grosse Schwierigkeiten, die Versorgung der ärmsten Menschen aufrecht zu erhalten. Und so ist „Victoriam“ entstanden.“

Beteiligt sind etwa 100 Musizierende von Chor und Musikern her. Jede Stimme wurde einzelnen aufgenommen und dann im Studio zusammen zum Klingen gebracht. Das Lied ist sehr ungewöhnlich. Es fängt sehr getragen und dramatisch an, und dann kommt im Refrain diese Euphorie und dieses Wir-schaffen-das-Gefühl.

Alle Beteiligte haben gesagt, dass wir den Leuten Hoffnung geben müssen. Der einzige Sinn des Liedes besteht in Hoffnung. Es wird auch eine Zeit nach Corona geben. Die Welt wird danach eine andere sein und trotzdem steckt in dieser Krise auch eine Chance für unsere Gesellschaft. Menschen suchen das Verbindende. In dieser Krise sind wir alle gleich. Das Virus macht keinen Unterschied. Das Miteinander ist der Schlüssel zum Erfolg und zum Sieg ist. Victoriam Misericordia – Victoriam Vitae. Der Sieg des Mitgefühls ist der Sieg des Lebens. Das ist die Botschaft.

Warum auf Latein? Christoph Siemons benutzt Latein als Stilelement, denn es ist auch eine schöne Singsprache, ähnlich wie Italienisch mit sehr offenen Vokalen. Die Aussage ist klar: Der Sieg der Fürsorge, der Menschlichkeit und des Lebens. Den Rest soll eigentlich die Musik erzählen. Sie fängt in Moll an, auch ein bisschen schräg. Das ist das Gefühl, was wir alle in dieser Krise haben. Man findet sich gar nicht zurecht und hat auch Angst vor dem Bedrohlichen. Im Refrain wird eigentlich vorweggenommen, was nach der Krise passiert. Die Freude, dass man sich wieder in den Arm nehmen kann, dass man wieder zusammen ist. Das wird vielleicht noch ein bisschen dauern. Aber dieser Moment wird kommen und wir wollen Hoffnung verbreiten. Christoph Siemons erzählt:

„Jeder Mensch, unabhängig von Corona, durchlebt schwere persönliche oder gesellschaftliche Krisen und wir brauchen immer diesen positiven Gedanken, dass wir da wieder rauskommen. Deswegen ist Hoffnung das wichtigste Wort in meinem persönlichen Leben.“               (Quelle: domradio.de)

Abendgebet (nach Jörg Zink)

Ich bitte dich für alle Menschen,
die den Tag im Streit beendet haben.
Zeige uns Wege zum Frieden
auf dieser Erde, und zuhaus.

Ich bitte dich für alle, die jetzt arbeiten,
für alle, die in den Krankenhäusern wachen,

für alle Mütter und Grossmütter,

für alle die für Kinder und Jugendliche Verantwortung tragen und sorgen.

Ich bitte dich für alle, die keinen Schlaf finden,
für die Kranken und die Schwermütigen,
die Verlassenen und die Gefangenen.

Ich bitte dich für……

Du wachst, Gott, mit den Wachenden,
du bist der Schlaf der Schlafenden
und das Leben der Sterbenden und der Lebenden.

Alles legen wir in die Worte, die Christus uns anvertraut hat
und beten verbunden mit Christinnen und Christen überall und durch alle Zeiten:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Gehen wir in diesen Abend und in die Nacht mit Gottes Zuspruch:

Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott.

Ich stärke dich, ich helfe dir auch,

ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. (Jesaja 41,10)

So segne und behüte und bewahre Dich der gütige, ewige Gott:

Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Amen.

 

Luther Gebet Freitag, den 8. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

GEBET

Mein Gott, ich bin hier.

Wir sind hier.

Allein bin ich,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

Mein Gott, ich danke dir,

dass du diesen Tag zu Ende gebracht hast;

ich danke dir, dass du Leib und Seele zur Ruhe kommen lässt.

Deine Hand war über mir

Und hat mich behütet und bewahrt.

Vergib allen Kleinglauben

Und alles Unrecht dieses Tages

Und hilf, dass ich allen vergebe,

die mir Unrecht getan haben.

Lass mich in Frieden unter deinem Schutz schlafen

Und bewahre mich vor den Anfechtungen der Finsternis.

Ich befehle dir die Meinen,

ich befehle dir dieses Haus,

ich befehle dir meinen Leib und meine Seele,

Gott, dein Heiliger Name sei gelobt.

Amen

(Dietrich Bonhoeffer)

Wir SINGEN oder LAUSCHEN: «Du bist Du»

https://www.youtube.com/watch?v=Mk3tjKj-wN0

Vergiss es nie: Dass du lebst, war keine eigene Idee,
Und daß du atmest, kein Entschluss von dir.
Vergiss es nie: Dass du lebst, war eines anderen Idee,
Und daß du atmest, sein Geschenk an dich.

Vergiss es nie: Niemand denkt und fühlt und handelt so wie du,
Und niemand lächelt so, wie du’s grad tust.
Vergiss es nie: Niemand sieht den Himmel ganz genau wie du,
Und niemand hat je, was du weißt, gewusst.

Vergiss es nie: Dein Gesicht hat niemand sonst auf dieser Welt,
Und solche Augen hast alleine Du.
Vergiss es nie: Du bist reich, egal ob mit, ob ohne Geld;
Denn du kannst leben! Niemand lebt wie du.

Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur,
Ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur.
Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu!
Du bist du,
Das ist der Clou,
Ja, du bist du!

MEDITATION: DU bist EINMALIG 

«Wissen Sie, ich bin nichts Besonderes. Ohne mich ist die Welt nicht ärmer. Mich kann man vergessen.» Das habe ich schon öfters von Menschen gehört. Die einen haben es mir lachend gesagt, andere mit Tränen und Schmerzen. Und jedes Mal gibt es mir einen Stich ins Herz.

Da haben Menschen Entscheidendes nicht erlebt.

Was? Das Eltern, ja vor allem Eltern, aber auch Verwandte und Bekannte, Freunde und Nahestehende, Lehrerinnen und Lehrer, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, Kolleginnen und Kollegen, Menschen, zu denen sie aufgeschaut haben und immer noch aufschauen, dass niemand ihnen gesagt und gezeigt hat, niemand ihnen heute noch sagt und zeigt: «Du bist einmalig! Du bist einzigartig! Du bist uns wichtig. Du bist für uns besonders! Wir haben dich gern so wie du bist!»

Wir Menschen brauchen diesen Zuspruch. Ohne ihn verdorren wir. Ohne ihn verlieren wir die Lust am Leben. Ohne ihn fällt unser Selbstwertgefühl in den Keller, oder wir werden einsame Angeber und Schnorrer.

Ich habe mir darum zum Ziel gesetzt, bei jedem Menschen, mit dem ich in Kontakt komme, versuche ich das Einmalige, das Besondere dieses Menschen zu erkennen. Und ich sage es ihm und ihr dann auch.

In meinen Predigten hat es bei der Konfirmation immer einen besonderen Platz, für den ich mir viel Zeit nehme. Ich teile mit, was mich beeindruckt, was mir besonders und einmalig erscheint. Ich unterstreiche und verstärke dieses Gutes und Besondere.

Und ich glaube fest daran, dass es unser Auftrag als Christinnen und Christen ist, den Meschen in Erinnerung zu rufen, dass jede und jeder etwas besonderes ist. Wir sind einmalig und von Gott gewollt und geliebt!

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen, wenn sie sich geschätzt, geliebt und angenommen fühlen, aufrechter, mutiger und selbstsicherer weitergehen. Dass sie sich mehr zutrauen und darum auch mehr anpacken. Dass das Leben für sie und auch für mich lustvoller und besser wird.

Amen

GEBET

Herr, du durchschaust mich

Und kennst mich.

Ob ich sitze oder sthe, du weisst es,

du verstehst meine Gedanken von fern.

Ob ich gehe oder liege, du siehst mich,

mit allen meinen Wegen bist du vertraut.

Noch bevor ich den Mund öffne,

weisst du schon, was ich sagen will.

Von allen Seiten umgibst du mich

Und hältst deine Hand über mir.

Du hast mich geschaffen mit Leib und Seele,

hast mich gemacht im Bauch meiner Mutter.

Ich danke dir dafür,

dass ich wunderbar gemacht bin.

An mir selber erkenne ich:

Wunderbar ist, was du tust Gott

(Aus Psalm 139)

Was mir heute Abend auf dem Herzen lieg,

meinen Dank und meine Bitte,

bringe ich in der Stille vor dich:

Stille

Und alles, wofür wir in keine Worte finden, legen wir in die Worte, die Christus uns gelehrt hat
und beten verbunden mit Christinnen und Christen rund um den Erdball und verbunden durch alle Zeiten:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Gott, dein Segen umhülle uns.

Deine Zärtlichkeit umfange uns.

Deine Liebe halte und heile uns.

Deine Kraft wirke in uns.

Dein Licht strahle durch uns.

Deine Weisheit sei unsere Ratgeberin

in allem, was wir beginnen und beenden.

Heute, morgen und alle Tage unseres Lebens.

Amen

Wir  LAUSCHEN «Mein schönste Zier und Kleinod»

Mein schönste Zier instrumental

Luther Gebet Donnerstag 7. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

GEBET

Ewiger Gott, ich bin hier.

Wir sind hier.

Allein bin ich,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

Ewiger Gott

Der Tag klingt aus und wir vertrauen uns Dir an.
In der Stille die einen,

mit Worten die anderen.

Danke, dass du uns kennst

und auf unser Herz achtest

und auf unser Gebet hörst.

Ewiger Gott

Mein Tag ist nun zu Ende.

Ich möchte zur Ruhe kommen und Schlaf finden.

So viel ist noch in mir wach lässt sich nicht beruhigen.

So viel ist nicht fertig geworden und muss liegen bleiben.

Hilf mir, dass ich loslasse, was mich beschäftigt,

dass versinkt, was mich bedrückt,

und dass ich Ruhe finde in dir.

Amen

 

Wir SINGEN oder LAUSCHEN: «Herr gibt mir Mut zum Brücken bauen».

Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen,

gib mir den Mut zum ersten Schritt.

Laß mich auf deine Brücken trauen,

und wenn ich gehe, geh du mit.

Ich möchte gerne Brücken bauen,

wo alle tiefe Gräben sehn.

Ich möchte hinter Zäune schauen

und über hohe Mauern gehn.

Ich möchte gern dort Hände reichen,

wo jemand harte Fäuste ballt.

Ich suche unablässig Zeichen

des Friedens zwischen Jung und Alt.

Ich möchte nicht zum Mond gelangen,

jedoch zu meines Feindes Tür.

Ich möchte keinen Streit anfangen;

ob Friede wird, liegt auch an mir.

Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen,

gib mir den Mut zum ersten Schritt.

Laß mich auf deine Brücken trauen,

und wenn ich gehe, geh du mit.

Text: Kurt Rommel (1926-2011), evangelischer Pfarrer, engagiert im Bereich Jugendarbeit und musisch-kultureller Bildung. 1974-1991 Chefredakteur des Evangelischen Gemeindeblattes für Württemberg, zahlreiche Publikationen, darunter hunderte Lieder.

MEDITATION: Schlüssel

Die meisten von uns haben wohl immer einen Schlüssel bei sich, den Haus- oder Wohnungsschlüssel oder sogar einen Schlüsselbund. Was wäre unser Leben ohne Schlüssel? Und wie hilflos sind wir schon gewesen, wenn wir sie verlegt oder verloren haben! Wie viel Zeit haben wir schon bei der Suche nach unseren Schlüsseln verloren?

Wir brauchen nicht nur Schlüssel, um durch verschlossene Türen zu gelangen. Im übertragenen Sinn brauchen wir auch Schlüssel, um Menschen aufzuschliessen, die mit uns leben oder uns begegnen. Es sind manchmal ganz kleine Schlüssel, die Herzenstüren öffnen können mit behutsamer, zärtlicher Hand. Grobe Hände ohne Fingerspitzengefühl können so einen Schlüssel gar nicht richtig fassen.

Welche Schlüssel gebrauche ich, um verschlossene Gesichter und Herzen zu öffnen? Den Schlüssel des Geldes, der Macht und Autorität? Mit dem Schlüssel des Geldes öffnet sich fast jede Türe – nur nicht die Türe zum Vertrauen. Als Christinnen und Christen sollten wir andere Schlüssel in der Tasche haben. Manche versuchen es mit Blumen. Das ist kein schlechter Schlüssel, denn Blumen zeigen Aufmerksamkeit und machen Freude. Wann habe ich zum letzten Mal Blumen mitgebracht – den Eltern, dem Ehepartner, der Schwiegermutter?

Die Liebe ist ein Universalschlüssel, der zu allen Türen passt. Schon ein kleiner Schlüssel kann zentnerschwere Türen öffnen. Und denken wir daran, was der kleine Zündschlüssel im Auto für eine Energie in Bewegung setzt!

Für wen bin ich selbst ein Schlüssel? Habe ich die Kraft, einen Menschen aufzuschliessen, der verkrampft und verbittert ist? Sehe ich mich als Werkzeug, als Schlüssel in der Hand Gottes, der mich dazu berufen hat, Menschen aufzuschliessen für das Vertrauen, für den Glauben, für das kirchliche Leben? Vielleicht werde ich dadurch für einen anderen Menschen zur «Schlüsselfigur».

Amen

GEBET

Ewiger Gott,

Unser Lebensgefühl hat sich verändert.
Wir sind dünnhäutiger, vorsichtiger, unsicherer geworden.
Und wir suchen Deine Nähe, Gott.
Was uns empfindsam macht, legen wir vor Dich.
Wovor wir uns fürchten, benennen wir.
Möge es uns leichter ums Herz werden.

Ewiger Gott
wir denken an alle, die in diesen Tagen mit dem Tod ringen

wegen Covid 19  oder einer anderen Krankheit.
Es ist so schwer, sich mit nur sparsamer körperlichen Nähe zu verabschieden.
Lass ihnen Begleitung zukommen, durch Menschen, die Wege der Nähe finden.
Durch deinen tröstenden Geist.

Ewiger Gott,

Wir beten für die Menschen,

die die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie bereits schmerzhaft erfahren,

heute und auch in Zukunft:
Sie haben ihre Arbeitsstelle verloren,
sie sorgen sich um die Überlebenschancen ihrer Unternehmen,
sie wissen nicht, wie sie die nächste Miete bezahlen können,
oder sie melden sich nicht beim Zahnarzt an, weil sie kein Geld für die Rechnung haben.
Wir brauchen eine Gesellschaft der offenen Herzen, der spontanen Hilfe.
Wir bitten Dich: Lass Nächstenliebe ein Tätigkeitswort werden.

Ewiger Gott,

vergessen wollen wir auch heute nicht, die vielen Sorgen und Nöte, die uns und die Welt auch ohne die Pandemie bewegen

–          Kriege, Ungerechtigkeit und Menschen auf der Flucht

–          Das Leiden der Natur, aller Pflanzen und Tiere unter der Klimaerwärmung

–          Menschen, die allein sind, krank an Leib und Seele, verstossen, verlassen und nicht wertgeschätzt

–          Unsere Beziehungen in Familien, Freundschaften und am Arbeitsplatz

–          Das Verhältnis zwischen den Generationen

–          Wichtig ist mir auch noch…..

Ewiger Gott,

steh uns bei, wenn die Nachrichten und fast den Atem nehmen.

Dein Reich komme.

Deine Welt bleibe.

Zeige uns, was wir tun könne, jede und jeder an seinem Ort.

Lass deinen Segen über uns kommen,

über unsere Lieben

über diese Welt.

Stille

Und alles, wofür wir in keine Worte finden, legen wir in die Worte, die Christus uns gelehrt hat
und beten verbunden mit Christinnen und Christen rund um den Erdball und verbunden durch alle Zeiten:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Gott schenke dir die Seelenruhe,

auf dem Seil zu gehen,

als hättest du festen Boden unter den Füssen,

in den Händen locker und unverkrampft

die Stande

mit der Aufschrift:

Vertrauen

Amen

(Christa Mathies)

Wir LAUSCHEN «Verleih uns Frieden gnädiglich»

Verleih‘ uns Frieden gnädiglich,
Herr Gott, zu unser’n Zeiten,
Es ist doch ja kein Ander‘ nicht,
Der für uns könnte streiten,
Denn du, unser Gott alleine.

(Martin Luther)

Luther Gebet Mittwoch, 6. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel aufgeschlagen auf dem Tisch.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Verbunden bleiben wir im Gebet, durch Deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

 

Tageslosung für Mittwoch, den 6. Mai 2020

Ich will die Finsternis vor ihnen her zum Licht machen und das Höckerige zur Ebene.

Jesaja 42,16

Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Lukas 1,78-79

Lied/Musik: „Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke mein Licht. Christus meine Zuversicht, auf Dich vertrau ich und fürcht mich nicht.“ (Taizé)

Audio-Player

Die Finsternis zum Licht machen und unsere Füsse auf den Weg des Friedens richten. Dazu blicken wir heute abend einmal in die Geschichte:

Erstaunlich aktuell und hilfreich – Gedanken von Martin Luther aus dem Jahr 1527

Laut Medizinhistorikern wurde eine Stadt zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert ungefähr alle zehn Jahre von einer Pestepidemie heimgesucht. Krankheiten waren natürlicher Teil des Lebensrhythmus, aber die Pest mit einer Sterblichkeitsrate von 60 bis 90 Prozent (ein bis drei Prozent bei Covid-19) besonders schrecklich. Als Reaktion auf diese Ausbrüche haben Christen durch die Jahrhunderte hinweg gefragt, ob es vertretbar ist, als Christ zu fliehen. Die wohl berühmteste Antwort auf diese Frage stammt aus Martin Luthers Brief an seinen Kollegen Johann Hess: 1527 wurde die Universitätsstadt Wittenberg von der Pest getroffen und Vorlesungen in eine nicht betroffene Stadt verlegt. Dennoch weigerte Luther sich, zu gehen. Stattdessen entschied er sich, für Kranke und Sterbende zu sorgen, und verwandelte sein Zuhause in ein provisorisches Krankenhaus. Er erlebte den Tod vieler Familienmitglieder und Freunde, sogar eigener Kinder mit; und war selbst von Krankheiten geplagt.

Luther schrieb, als 1527 die Pest in Wittenberg ausbrach:

„Wenn Gott tödliche Seuchen schickt, will ich Gott bitten, gnädig zu sein und der Seuche zu wehren. Dann will ich das Haus räuchern und lüften, Arznei geben und nehmen, Orte meiden, wo man mich nicht braucht, damit ich nicht andere vergifte und anstecke und ihnen durch meine Nachlässigkeit eine Ursache zum Tode werde.
Wenn mein Nächster mich aber braucht, so will ich weder Ort noch Person meiden, sondern frei zu ihm gehen und helfen. Siehe, das ist ein gottesfürchtiger Glaube, der nicht tollkühn und dumm und dreist ist und Gott nicht versucht.“
(Quelle: Luthers Werke, Band 5, Seite 334f)

Durch Glauben an Gott und aus Liebe zum Nächsten sollten Christen zuerst daran denken, wie sie zur leiblichen und geistlichen Fürsorge der Schwachen, der Isolierten, der Kranken oder Sterbenden beitragen können. Erst danach erlaubte Luther Christen private Entscheidungen darüber zu treffen, ob sie fliehen wollen. In einer Zeit ohne ein Gesundheitssystem, sieht es Luther als göttliche Aufgabe der Christen, diese Lücke zu schließen.

Er ermutigt darüber hinaus Christen in Lebensgefahr, Trost in den Zusagen Gottes zu finden: Der Teufel versucht uns, aber Gottes Zusage tritt dem entgegen und ermutigt uns, uns der Bedürftigen anzunehmen. Psalm 41 sagt: „Wohl dem, der sich des Schwachen annimmt! Den wird der Herr erretten zur bösen Zeit.“ Deshalb: „Wer aber einen Kranken versorgt, (…) wer auf diese tröstliche Verheißung solches tut, (…) derselbe hat hier wiederum einen großen Trost. (…) Gott selbst will sein Wärter, dazu auch sein Arzt sein.“

Lasst uns beten:

Herr, wir bringen dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung. Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden. Bitte tröste jene, die jetzt trauern.

Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie. Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.

Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämtern Besonnenheit.

Wir bitten für alle, die in Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind.

Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.

Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.

Guter Gott, wir bringen dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können. Berühre Du ihre Herzen mit Deiner Sanftheit.

Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann.

Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.

Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist. Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.

Dass Du allein ewig bist.

Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.

Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeit so schnell übersehen.

Wir vertrauen Dir!.

Alles Ungenannte, Gedachte, mündet ein in das Gebet, dass uns aus allen 4 Himmelsrichtungen vereint:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

So gehen wir in diesen Abend mit Gottes Segen:

Es segne und behüte Dich der ewige, gütige Gott –

Er schenke dir Gesundheit und Heil.

Er segne dich durch Christus, unseren Herrn und Bruder.

Er behüte dein Leben. Amen.

 

 

Luther Gebet Dienstag 5. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Verbunden bleiben wir im Gebet, durch Deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Gott, meine Zeit steht in deinen Händen.

Nun kann ich ruhig sein,

ruhig sein in dir.

Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.

Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.

Sorgen quälen und werden mir zu groß.

Mutlos frag ich: Was wird Morgen sein?

Doch du liebst mich, du lässt mich nicht los.

Vater, du wirst bei mir sein.

Gott, meine Zeit steht in deinen Händen.

Nun kann ich ruhig sein,

ruhig sein in dir.

Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.

Gib mir ein festes Herz,

mach es fest in dir.

Hast und Eile, Zeitnot und Betrieb

Nehmen mich gefangen, jagen mich.

Herr ich rufe: Komm und mach mich frei!

Führe du mich Schritt für Schritt.

Gott, meine Zeit steht in deinen Händen.

Nun kann ich ruhig sein,

ruhig sein in dir.

Du gibst Geborgenheit,

du kannst alles wenden.

Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.

Es gibt Tage die bleiben ohne Sinn.

Hilflos seh ich wie die Zeit verrinnt.

Stunden, Tage, Jahre gehen hin,

Und ich frag, wo sie geblieben sind.

Gott, meine Zeit steht in deinen Händen.

Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.

Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.

Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.

Amen

Wir SINGEN oder LAUSCHEN das Lied aus Taizé «Ubi Caritas»

https://www.youtube.com/watch?v=X9e_QO1ATho&list=PL10B4AA9A8338F04A&index=5

Ubi caritas et amor Deus ibi est.

Wo Güte ist und Liebe, da ist Gott.

MEDIATION Pfarrer Holger Pyka «Bilder, die ich heute brauche»

https://www.youtube.com/watch?v=_GN0AKjnOAs

Gott, ich weiss du bist kein alter weisser Mann, doch heute denke ich dich so.  Ein alter weisser Mann, der manchmal wütend ist, aber öfters noch verletzt, weil er mit der Liebe auch den Schmerz geschaffen hat.

Ich weiss, du bist kein alter weisser Mann, aber jetzt im Moment sehe ich dich so vor mit, mit Falten und hellgrauen fast weissen Haaren. Und ich ahne, dass sie viel mit heute zu tun haben. Und ich ahne, dass es mehr werden mit den Tagen. Und ich ahne, dass welche davon auch auf meine Kappe gehen. Kyrie eleison! Herr, erbarme dich!

Ich weiss du bist kein alter weisser Mann. Aber ich stelle mir vor, dass dein Rücken krumm ist. Vom beschneiden der Weinstöcke, vom lauschen nach unten, von dem, was wir dir aufladen. Von den vielen Malen am Tag wo du dich bückst und ein Gebet aufhebst, dass du am Boden gefunden hast. Kyrie eleison! Herr, erbarme dich!

Ich weiss, du bist kein alter weisser Mann, aber heute brauche ich dieses Bild, wie du vor deinem Wohnwagen sitzt, in einem klapprigen Camping Stuhl am Ufer eines grossen leuchtend blauen Sees aus klarem Schmerz, der gespeist wird aus salzigen Bächen, die aus tausend und aber tausend Augen fliessen. Heute brauche ich dieses Bild Gott. Mein Gebet kommt zu dir wie eine Flaschenpost und du bückst dich trotz Rücken und Kreuz. Heute brauche ich dieses Bild Gott. Du bist nah am Wasser gebaut. Du zeltest da, wo der Schmerz am grössten ist. Und wenn ich mal wieder dahin komme, dann bist du schon da. Kyrie eleison. Herr, erbarme dich!

Geht gesegnet in die Nacht.

Gott ist da.

Amen.

GEBET

Vor 75 Jahren wurde der 2. Weltkrieg für beendet erklärt. So lasst uns heute für den Frieden der Welt beten.

Um deine Kraft zum Frieden bitten wir, guter Gott:

Wir erkennen dankbar, dass es unter uns Menschen gibt

– einflussreiche und unbekannte-,

die Spannungen überbrücken,

die nicht aufhören zu verhandeln,

die überall den Frieden suchen.

Um deine Kraft zum Frieden bitten wir, guter Gott:

um den Mut allen entgegenzutreten,

die an gewaltsame Lösungen denken,

die mit Gedanken an Krieg ihr Spiel treiben,

die durch spannende Schilderungen den Krieg verharmlosen.

Um deine Kraft zum Frieden bitten wir, guter Gott:

Dass wir die schrecklichen Folgen der Kriege nicht vergessen oder verschweigen;

Dass wir eintreten für Versehrte und Verstörte,

für die Opfer trennender Grenzen,

für die Minderheiten und Flüchtlinge

-dass wir sie verstehen und unter uns aufnehmen.

Verleih uns Frieden gnädiglich.

Du bist unser Friede.

Dieser Tag steht in deinen Händen.

Was uns sonst noch auf dem Herzen liegt,

bringen wir in der Stille vor dich.

Stille

Und alles, wofür wir in keine Worte finden, legen wir in die Worte, die Christus uns gelehrt hat
und beten verbunden mit Christinnen und Christen rund um den Erdball und verbunden durch alle Zeiten:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Gott, deinen Segen erbitten wir

Deine Zärtlichkeit umfange uns.

Deine Liebe halte und heile uns.

Deine Kraft wirke in uns.

Deine Weisheit sei unsere Ratgeberin

in allem, was wir beginnen und beenden.

Heute, morgen und alle Tage unseres Lebens.

Amen

Wir SINGEN oder LAUSCHEN «Behüte mich Gott»

Taizé – Behüte mich Gott

Behüte mich Gott, ich vertraue dir.

Du zeigst mir den Weg zum Leben.

Bei dir ist Freude, Freude in Fülle!

Luther Gebet Montag, 4. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel aufgeschlagen auf dem Tisch.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Verbunden bleiben wir im Gebet, durch Deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

 

Tageslosung für Montag, den 4. Mai 2020

Die er aus den Ländern zusammengebracht hat von Osten und Westen, von Norden und Süden: Die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut.                       Psalm 107,3.8

Lied/Musik: „Laudate omnes gentes laudate dominum / Lobsingt ihr Völker alle, lobsingt und preist den Herrn“ (Taizé)

https://www.youtube.com/watch?v=lbb-kaurSW0

Lasst uns Dank sagen und Dank leben!

Dank sagen wollen wir dass wir aus Osten, Westen, Norden und Süden eine Gemeinde und Gemeinschaft bilden. Lutherische Kirche Zürich, Nordost- und Zentralschweiz. Seit 129 Jahren. Seit 1891. Wir sind aus über 15 Kantonen der Schweiz, ja aus über 20 Nationen der Welt auch. Von der Schweiz über Deutschland, Italien, Finnland, Schweden, Dänemark, Norwegen, Slowakei, Polen, bis hin nach Südafrika, USA und Japan.

Im Moment sind wir physisch voneinander getrennt. Aber im Moment sind wir genauso, wenn nicht noch mehr miteinander verbunden. Stark verbunden.

Dank sagen können wir für vieles in unserer Gemeinde, in unserem Land, ja in unserem Leben. Nehmen wir uns mal eine Minute Zeit: Danke zu sagen, laut oder leise, gedacht oder geschrieben……………………..

Dank leben…wollen wir, indem wir auf alle erdenkliche Art und Weise Gottes Einladung zum Leben annehmen, und weitersagen. Immer noch ist der christliche Glaube die am meisten verbreitetste Religion der Menschheit. Auch wenn es uns manchmal anders scheint. Auch wenn wir nicht mit allen Richtungen in ihr einverstanden sind.

Wo haben wir in Norden, Süden, Osten oder Westen schon mal wunderbare Zeugnisse dieses Glaubens wahrgenommen oder erlebt: die Kathedrale von Chartres oder Palma de Mallorca oder Sagrada Familia in Barcelona. Die Hüttenkirche in Johannesburg oder die Christus-Figur in Rio den Janeiro. Menschen wie Mutter Theresa oder einen Ordensbruder mitten in New York City oder Assisi. Der Pfarrer im Widerstand in der DDR oder die Christin, die für Arme in Afrika arbeitet. Schauen wir doch mal einen Moment in unsere Erinnerungen, wo wir besonderes Christliches gesehen oder erlebt haben in den 4 Himmelsrichtungen dieser Welt……

1 In Christus gilt nicht Ost noch West, es gilt nicht Süd noch Nord,

denn Christus macht uns alle eins in jedem Land und Ort.

3. So reicht einander eure Hand, uns trennt kein Unterschied.

Wer immer unserm Vater dient, ist der Familie Glied.

4 In Christus trifft sich Ost und West, es trifft sich Süd und Nord.

Wir wissen uns in Christus eins, gegründet auf sein Wort.

(Friedrich Hofmann 1981, nach dem engl. „in Christ there is no east or west“ John Oxenham 1924 / Melodie William Croft 1708)

In Holländisch:

https://www.youtube.com/watch?v=sqg3Md-mDwk

Von dem deutschen Dichter Hans Magnus Enzensberger stammt diese kleine Dankeshymne, sie trägt den Titel „Empfänger unbekannt“ und liest sich doch wie ein augenzwinkerndes Gebet:

„Vielen Dank für die Wolken.

Vielen Dank für das Wohltemperierte Klavier und, warum nicht, für die warmen Winterstiefel.

Vielen Dank für mein sonderbares Gehirn und für allerhand andere verborgene Organe, für die Luft, und natürlich für den Bordeaux.

Herzlichen Dank dafür, dass mir das Feuerzeug nicht ausgeht, und die Begierde, und das Bedauern, das inständige Bedauern.

Vielen Dank für die vier Jahreszeiten, für die Zahl e und für das Koffein, und natürlich für die Erdbeeren auf dem Teller, gemalt von Chardin, sowie für den Schlaf, für den Schlaf ganz besonders, und,

damit ich es nicht vergesse, für den Anfang und das Ende und die paar Minuten dazwischen inständigen Dank,

meinetwegen für die Wühlmäuse draußen im Garten auch.“

Und dann noch:

Danke für die Farben, für diese Welt, für Ärztinnen und Krankenwagenfahrer, für die Frau an der Kasse und den Polizisten im Quartier,

danke für so viele Ungenannte,………………..

danke für die Kraft und Geduld,

für das Lächeln und die Träne, die fliessen durfte.

Danke dass ich danken kann und Dank leben kann.

Danke für Dein Wort und Deinen Segen, Gott, im Norden und Süden, Osten und Westen.

Alles Ungenannte, Gedachte, mündet ein in das Gebet, dass uns aus allen 4 Himmelsrichtungen vereint:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

So gehen wir in diesen Abend mit Gottes Segen:

Mögest Du immer wieder mit dem Segen von Vertrautheit und Nähe beschenkt werden,

damit Dein Herz durchströmt wird von Liebe und Glück und Dank.

Es segne und behüte Dich der ewige, gütige Gott –

der Vater durch den Sohn im Heiligen Geist. Amen.

 

 

Luther Gebet Sonntag Jubilate 3. Mai  2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.  

Herzlich willkommen zu unserem Gottesdienst von zuhause heute am Sonntag Jubilate – dem sogenannten Jubelsonntag. Psalm 66,1 «Jauchzt Gott alle Welt!» hat dem Sonntag den Namen Jubilate verliehen. An diesem Sonntag sind wir aufgefordert zu jubeln und uns zu freuen.

Wir freuen uns über das Gute, das schon da ist, sichtbar und unsichtbar – in meinem Leben, in deinem Leben, in unserem Leben.

Und wir sind da.

Versammelt.

An unterschiedlichen Orten.

Mit unterschiedlichen Gefühlen.

So, wie wir jetzt eben sind.

Aber zur gleichen Zeit.

Und mit den gleichen Worten und Liedern.

Wir feiern unseren Gottesdienst

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Denn unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

Amen

LIED: Wir SINGEN oder LAUSCHEN «Aus meines Herzens Grunde» Gesangbuch 443

https://www.youtube.com/watch?v=WdVsswBhtRo

1) Aus meines Herzens Grunde / sag ich dir Lob und Dank
in dieser Morgenstunde, / dazu mein Leben lang,
dir, Gott, in deinem Thron, / zu Lob und Preis und Ehren
durch Christus, unsern Herren, / dein eingebornen Sohn,

3) Du wollest auch behüten / mich gnädig diesen Tag
vors Teufels List und Wüten, / vor Sünden und vor Schmach,
vor Feur und Wassersnot, / vor Armut und vor Schanden,
vor Ketten und vor Banden, / vor bösem schnellem Tod.

4) Gott will ich lassen raten, / denn er all Ding vermag.
Er segne meine Taten / an diesem neuen Tag;
ihm hab ich heimgestellt / mein Leib, mein Seel, mein Leben
und was er sonst gegeben; / er machs, wies ihm gefällt.

5) Darauf so sprech ich Amen / und zweifle nicht daran.
Gott wird es alls zusammen / in Gnaden sehen an;
und streck nun aus mein Hand, / greif an das Werk mit Freuden,
dazu mich Gott beschieden / in mein Beruf und Stand.

GEBET: Lasst uns beten

Gott, mit dir können wir Orientierung finden und lernen, was wirklich zählt. Du hast Jesus in unsere Welt geschickt, damit er uns zeigt, worauf es ankommt: Liebe, Vertrauen und Glaube.

Lass uns innehalten, und wo wir zweifeln, da stärke du uns. Deine Ordnung und deine Weisheit umfangen unser Leben. Lass uns begreifen, was das bedeutet für uns als Gemeinde und für jeden Einzelnen, so, dass wir Sicherheit für unser Leben finden und deiner Liebe Sprache geben. Dazu hilf uns durch Jesus Christus, deinen Sohn und unseren Bruder.

Amen.

Das Evangelium für den Sonntag Jubilate steht bei Johannes im 15. Kapitel.

15.1. Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner.

 2 Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe.

 3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.

 4 Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt.

5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

 6 Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.

 7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.

 8 Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

Amen

CREDO: Lasst uns nun unseren christlichen Glauben bekennen:

Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.

Amen.

 

KINDER: Für den heutigen Sonntag ist ein biblischer Abschnitt vorgesehen, der aus dem Leben des Apostels Paulus erzählt. Dazu gibt es für die Kinder einen kurzen Film von KinderBibel TV

https://www.youtube.com/watch?v=rH7nMmtwZW0

 

KINDER – Wir SINGEN oder LAUSCHEN das Lied «Gottes Liebe ist so wunderbar»

https://www.youtube.com/watch?v=raDCD7uqW30

  1. Gottes Liebe ist so wunderbar
    Gottes Liebe ist so wunderbar
    Gottes Liebe ist so wunderbar
    So wunderbar groß!

So hoch, was kann höher sein?
So tief, was kann tiefer sein?
So weit, was kann weiter sein?
So wunderbar groß!

  1. Gottes Güte ist so wunderbar….
  2. Gottes Treue ist so wunderbar ….
  3. Gottes Gnade ist so wunderbar…

MEDITATION

Liebe Gemeinde!

Es ist wunderbar im Herbst durch Weinberge spazieren zu gehen. Die Sonne scheint auf die Blätter, die sich zu färben beginnen und die grünen und blauen Trauben duften herrlich und freuen sich an der Sonne. Und mancher Wanderer staunt über die Grösse einiger Traube oder rätselt über das hohe Alter von Weinstöcken.

Geht man im Frühling die gleichen Wege, sieht man fleissige Winzer an der Arbeit. Geschickt und gekonnt setzen sie ihre Messer an den Weinstock, schneiden Triebe oder alte Ranken ab. Dann binden sie die starken Ruten fest, in dem Wissen, dass er nun die meiste Frucht bringt und der  Wein einst fein schmecken wird.

Wir alle haben in den letzten Wochen viele Einschnitte hinter uns. Und wir alle hoffen, dass die harten Schnitte nun hinter uns liegen. Nach den Wochen, in denen die Freiheiten und Möglichkeiten unseres Lebens auf das Allernotwendigste beschnitten und gekürzt worden sind, soll es jetzt endlich genug sein. Die Lockerungen sollen endlich kommen und sie sollen bleiben. Mit dem Gedanken, dass es irgendwie bis zu den Sommerferien dauert, haben sich viele notgedrungen bereits angefreundet. Und so mancher ahnt bereits, dass auch die Urlaubszeiten und Ferienmöglichkeiten in diesem Jahr grob zurechtgestutzt werden. So viele Menschen sind in Kurzarbeit und verlieren einen Teil ihres Einkommens. Ältere Menschen werden weiterhin auf Distanz bleiben müssen. Das alles hat auch zukünftig Auswirkungen auf die Menschen, die mit dem Tourismus und in der Gastronomie ihr Einkommen haben.

«Ich bin der wahre Weinstock», sagt Jesus seinen Jüngern «ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben». Die Situation, in der er diese Worte spricht, ist nicht idyllisch. Kurz vor seinem Tod redet er nochmals lange mit seinen Jüngern. Ihnen allen steht ein harter Einschnitt bevor. Ich stelle mir vor, er macht sich Sorgen, dass die Jünger sich danach trennen. „Ich bin der wahre Weinstock“ sagt Jesus deswegen. Und ihr seid die Reben, verbunden mit mir. Gemeinsam sind wir stark. Wir tragen einander. Helfen einander. Stärken einander. Und bringen viel Frucht.

Nicht länger zu glauben, dass man selbst der Weinstock ist, die Mitte, um die sich alles dreht, das schafft eine Verbindung zu den anderen, den Nächsten, besonders zu den Schwächsten.

Wenn etwas von den harten Schnitten der vergangenen Woche gut war, für mich selbst, dann ist es dies: Ich habe ein neues Bewusstsein für alles Gute in meinem Leben bekommen, für die Menschen, die zu mir gehören, dafür, wie gut es mir geht, für den Wert meiner Gesundheit, meiner Sicherheit und Freiheit. Ich habe auch erkannt, was in meinem Leben kräfte- und zeitraubend war, was mir eigentlich nicht gut getan hat. Ich habe noch besser verstanden und noch intensiver verinnerlicht, wie sehr wir als Menschen auf diesem Planeten miteinander verbunden sind und von einander abhängen.

Auch in meinen persönlichen Beziehungen hat sich deutlicher als vorher gezeigt, mit wem ich wirklich verbunden bin. Im Leben und auch im Glauben. All den Einschnitten und Beschränkungen zum Trotz ist das gewachsen. Es hat sich aber auch gezeigt, wo keine wirkliche Verbundenheit da ist.

«Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben» sagt Jesus «wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht». Zurechtgestutzt zu werden mögen wir nicht und manchmal tut es auch sehr weh. Das Bild des Weinstocks gibt uns aber auch Zuversicht und Hoffnung mit auf den Weg: unser Leben ist mit Jesus, dem Weinstock verbunden. Unsere Lebenskraft dürfen wir uns von hier holen. Von Gott können wir Kraft und Energie, Hoffnung und Zuversicht ziehen, so wie die jungen Triebe aus dem alten Weinstock. Das hilft uns zum Leben. Es reinigt uns, richtet uns neu aus und hilft uns zu leben.

Amen

 

LIED: Wir SINGEN oder LAUSCHEN das Lied «Singt Gott unserem Herrn» gemeinsam mit Cornelia von Dewitz. Gesangbuch Nr. 600

Audio-Player

GEBET und Fürbitte

Jesus.
Hier sind wir.
Du hast gesagt: Wir sind mit dir verbunden so wie Reben mit dem Weinstock.
Wir sind erlöst.
Wir wollen das glauben.
Hilf uns dabei.

Wir denken an alle, die wir lieben.
Was tun sie gerade?

Stille.

Wir denken an alle, die erschöpft sind – vom Arbeiten, vom Liebhaben, vom Es-richtig-Machen.

Stille.

Wir denken an die Sterbenden. An die Trauernden. In Krankenhäusern, Lagern, auf dem Meer.
An die, die versuchen, für sie zu sorgen.

Stille.

Und wir denken an die Liebe, das Leuchten. Die Herrlichkeit schon jetzt.

Stille

nd alles, wofür wir keine Worte finden, legen wir in die Worte, die Christus uns gelehrt hat und beten verbunden mit Christinnen und Christen rund um den Erdball und verbunden durch alle Zeiten:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN Den Segen für heute spricht unsere lutherisch finnische Kollegin, Pfarrerin Annika Schmidt.

https://www.youtube.com/watch?v=x8xhGgbz-h0&feature=youtu.be

Der Herr segne und behüte dich,

der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig,

der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

Amen

LIED: wir LAUSCHEN «Ubi Caritas – wo die Liebe wohnt» – Reinhard Börner

Ubi caritas ‒ Wo die Liebe wohnt (Reinhard Börner, Gitarre)

Luther Gebet Samstag, 2. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel aufgeschlagen auf dem Tisch.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Verbunden bleiben wir im Gebet, durch Deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

 

Tageslosung für Samstag, den 2. Mai 2020

Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.

Psalm 51,13

Wir danken Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus. Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes.

Kolosser 1,3+13

Lied/Musik: „Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke mein Licht, Christus meine Zuversicht, auf Dich vertrau ich und fürcht‘ mich nicht!“ (Taizé)

Audio-Player

https://www.youtube.com/watch?v=kBmgOnQM3Ws

„Verwirf mich nicht von deinem Angesicht“ – wann spricht ein Mensch so einen Satz aus, was muss ein Mensch erleben, um sich in so einen Satz zu flüchten?

Heute würden wir das vielleicht so formulieren: Lieber Gott, wo bist Du, wenn es mir schlecht geht? Schaust du auf mich, auf uns, oder blickst du gerade ganz woanders hin?! Der berühmte König David, von dem dieser 51. Psalm wohl stammt, wusste natürlich, dass Gott en Leben lang auf ihn schaut. Hat David das gerade vergessen? Haben wir es vielleicht auch manchmal vergessen, dass Gott uns anschaut, auf unser Leben schaut und überhaupt keinen Menschen vergisst? Vielleicht haben wir den Blick dafür verloren manchmal, oder wir vermissen Gottes Blick auf uns…

Früher hiess es oft: Gott sieht alles, und das wurde mit einem drohenden Zeigefinger gesagt. Heute sehen wir es eher vertrauensvoll, oder vermissen es manchmal.

Niemand soll meinen, dass er zu unbedeutend oder zu unwichtig sei. Und niemand soll meinen, sein Leben sei zu klein oder zu wenig wert. Gott nimmt jeden und jede liebevoll wahr.

„Du siehst mich an“: diese Einsicht bestimmt den Weg unseres Lebens. Komme, was da will, ob Corona, oder Krankheiten oder Sorgen oder Kummer. Wer wir auch sind, wir sind „angesehene“ Menschen. Nicht durch andere, sondern jenseits alles dessen und unabhängig davon gilt: Wir sind „angesehene“ Menschen, weil Gott uns ansieht. Amen.

Lasst uns beten:

Mein Gott, du siehst mich an, wo ich auch bin.

Vor dir brauche ich mich nicht zu verstecken.

Wandle in Segen, was für uns gerade als Unsegen erscheint.

Nirgends bin ich verlassen. Dafür danke ich Dir, Gott.

Und darum möchte ich heute auch einfach mal danke sagen:

Dank für Geist und Hände,

für das Brot, das wir verdienen,

für die Kunst, die wir schaffen,

für unser Wissen und Können,

für die Früchte unserer Zusammenarbeit.

Dank für alles, was wir für andere leisten,

und für die Arbeitsfreude, die wir spüren

trotz Eintönigkeit und Belastung.

Dank für die Aufgabe, die uns anvertraut wird.

Dank für die Erde, Lebensraum für Tiere, Pflanzen, Menschen.

Dank für die Gemeinschaft,

in der wir auch zu uns selber kommen.

Dank für Arbeit, die für uns geleistet wird, gerade jetzt.

Dank für das Lachen und das Telefon.

Dank für die Nachbarin und den Unbekannten von Gegenüber.

Dank für alle Begleitung und Fürsorge, unsere eigene und die von anderen.

Dank!

Gott – Dank!

 

In Hoffnung und Fürsorge beten wir gemeinsam:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

So gehen wir in diesen Abend mit Gottes Segen:

Gott beschenke Dich

mit der Behutsamkeit seiner Hände,

mit dem Lächeln seines Mundes,

mit der Wärme seines Herzens

mit der Güte seiner Augen,

mit der Freude seines Geistes,

mit dem Geheimnis seiner Gegenwart.

Amen.

(nach Antje S. Naegeli)

Lied/Musik: Ob leise oder laut, festlich oder ganz persönlich: „Nun danket alle Gott“ EG 321 (Dresdner Kreuzchor)

https://www.youtube.com/watch?v=nDVyysCj2eE

Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen.

Der große Dinge tut an uns und allen Enden,

Der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an

Unzählig viel zu gut bis hierher hat getan.

Der ewig reiche Gott woll‘ uns in unserm Leben

Ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben

Und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort

Und uns aus aller Not erlösen hier und dort.

Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne

Und Gott, dem Heilgen Geist im höchsten Himmelsthrone,

ihm, dem dreieinen Gott, wie es im Anfang war

Und ist und bleiben wird so jetzt und immerdar.

 

 

 

Luther Gebet Freitag 1. Mai 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel aufgeschlagen auf dem Tisch.

 

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Verbunden bleiben wir im Gebet, durch Deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Mailied

Wie herrlich leuchtet
Mir die Natur!
Wie glänzt die Sonne!
Wie lacht die Flur!

Es dringen Blüten
Aus jedem Zweig
Und tausend Stimmen
Aus dem Gesträuch

Und Freud und Wonne
Aus jeder Brust.
O Erd, o Sonne!
O Glück, o Lust!

O Lieb, o Liebe!
So golden schön,
Wie Morgenwolken
Auf jenen Höhn!

Du segnest herrlich
Das frische Feld,
Im Blütendampfe
Die volle Welt.

O Mädchen, Mädchen,
Wie lieb ich dich!
Wie blickt dein Auge!
Wie liebst du mich!

So liebt die Lerche
Gesang und Luft,
Und Morgenblumen
Den Himmelsduft,

Wie ich dich liebe
Mit warmem Blut,
Die du mir Jugend
Und Freud und Mut

Zu neuen Liedern
Und Tänzen gibst.
Sei ewig glücklich,
Wie du mich liebst!

Johann Wolfgang von Goethe
(1771)

Der einundzwanzigjährige Goethe widmete dieses und weitere Gedichte („Sesenheimer Lieder“) während seines Jurastudiums in Straßburg (1770/71) der achtzehnjährigen Pfarrerstochter Friederike Brion.

Komm lieber Mai und mache die Bäume wieder grün, Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus, Wie lieblich ist der Maien – kaum ein Monat ist mit so vielen Liedern und Geschichten über Sehnsucht und Schönheit, der Natur und der Menschen und mit Liebe verbunden.

Wir singen und hören „Wie lieblich ist der Maien“ aus unserem EG 501:

1. Wie lieblich ist der Maien
aus lauter Gottesgüt,
des sich die Menschen freuen,
weil alles grünt und blüht.
Die Tier sieht man jetzt springen
mit Lust auf grüner Weid,
die Vöglein hört man singen,
die loben Gott mit Freud.

2. Herr, dir sei Lob und Ehre
für solche Gaben dein!
Die Blüt zur Frucht vermehre,
lass sie ersprießlich sein.
Es steht in deinen Händen,
dein Macht und Güt ist groß;
drum wollst du von uns wenden
Mehltau, Frost, Reif und Schloß’.

3. Herr, lass die Sonne blicken
ins finstre Herze mein,
damit sich’s möge schicken,
fröhlich im Geist zu sein,
die größte Lust zu haben
allein an deinem Wort,
das mich im Kreuz kann laben
und weist des Himmels Pfort.

4. Mein Arbeit hilf vollbringen
zu Lob dem Namen dein
und lass mir wohl gelingen,
im Geist fruchtbar zu sein;
die Blümlein lass aufgehen
von Tugend mancherlei,
damit ich mög bestehen
und nicht verwerflich sei.

https://www.youtube.com/watch?v=KTOwGZvMcdw

Aus dem ersten und dem letzten Buch der Bibel:

Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe und fruchtbare Bäume auf Erden, die ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist. Und es geschah so. (1.Mose/Genesis 1,11)

Und er zeigte mir einen Strom lebendigen Wassers, klar wie Kristall, der ausgeht von dem Thron Gottes und des Lammes; mitten auf dem Platz und auf beiden Seiten des Stromes Bäume des Lebens, die tragen zwölfmal Früchte, jeden Monat bringen sie ihre Frucht und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker. (Offenbarung 22,1-2)

Bereits im ersten Kapitel der Bibel, dem Schöpfungsbericht, werden Pflanzen, Bäume und Früchte erwähnt. Saat und Ernte, Lagerung und Verarbeitung der Pflanzen und ihrer Früchte prägen den Alltag in biblischer Zeit. Pflanzen, Bäume und Früchte der Bibel sind Nahrungsmittel, haben Heilwirkung, sind Gewürze und haben zumeist auch eine symbolische Bedeutung, weisen auf Fruchtbarkeit, Reichtum, Liebe oder andere Dimensionen des Lebens hin:

Brot und Wein sind mehr als Nahrung, sind Speise schlechthin.

Unter Feigenbaum und Weinstock lebt es sich in Frieden.

Die Verkündigung Jesu ist ohne die Pflanzenwelt nicht vorstellbar: das Gleichnis vom Senfkorn, die „Lilien auf dem Felde“, die Rede vom Weinstock und seinen Reben.

Mit Pflanzen, Bäumen und Früchten sind geistliche Inhalte verbunden. Etwa 120 verschiedene Pflanzen sind in der Bibel genannt; nicht alle konnten eindeutig identifiziert werden. Die Übersetzung hebräischer Pflanzennamen ist nicht immer einfach. Zentral sind die sogenannten „Sieben Arten“ des Heiligen Landes: Weinstock und Ölbaum, Weizen und Gerste, Feige und Dattelpalme sowie der Granatapfelbaum. Die Pflanzen, Bäume und Früchte der Bibel spiegeln auch den Lebensraum der Bibel wider: Wüste und Bergland, die Küste und der fruchtbare Jordangraben oder das Niltal bringen ihre je eigenen Gewächse hervor.

So wie bei uns: Komm lieber Mai und mache die Bäume wieder grün. Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus: auch hier ist es wunderbar anzusehen, in der Frühlingssonne und auch nach dem Regen heute und in den letzten Tagen, Tropfen an den frisch zartgrünen Blättern der Buchen, weisse und rote Blüten der Kastanien, Duft des Flieders, Leuchten des Weissdorns…

„Wer Augen hat, zu sehen, ein Herz, das staunen kann, der muss in Ehrfurcht stehen und betet mit uns an.“

Lasst uns beten:

Gott, du hast die Welt erschaffen und bist alle Tage weiter in ihr am Werk.

Du lässt mich mitarbeiten durch alles Kleine und Grosse, das ich täglich tun darf.

Berate mich, stärke mich, gib mir Ideen und Fantasie, gib mir Ausdauer und Mut.

Sei bei denen, die krank sind an Körper oder Seele, besonders durch dieses Virus jetzt.

Schenke Kraft all denen, die für uns sorgen in dieser Zeit:                                               in der Medizin, in der Forschung, in der Politik und Wirtschaft, im Verkehr, bei der Polizei und Schutz und Rettung, für unsere Lebensmittel.

Wir denken vor Dir besonders an…

Dein ist der Tag und dein ist die Nacht,

lass leuchten das Licht deiner Wahrheit.

Sei bei mir in der Ruhe der Nacht

und lass mich morgen gesund erwachen.

In Hoffnung und Fürsorge beten wir gemeinsam:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

So gehen wir in diesen Abend und in den Monat Mai mit Gottes Segen:

Gott segne die Erde, auf der wir stehen.

Gott segne die Wege, die wir gehen.

Gott behüte und bewahre uns hier und in Ewigkeit.

Amen.

Lied/Musik: Herr Deine Gnade sie fällt auf mein Leben so wie der Regen im Frühling fällt

Merci is fallin, is fallin…like the sweet spring rain

LUTHER GEBET, 30. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein                                                                                                                                             

Verbunden bleiben wir im Gebet, durch Deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Der Tag ist um
und unser Werk ist getan.
Es ist Abend geworden.
Laßt uns stille werden
vor unserem Gott.

Unser Abendgebet steige auf zu dir, Herr,
und es senke sich auf uns herab dein Erbarmen.
Dein ist der Tag, und dein ist die Nacht.
Laß, wenn des Tages Schein vergeht,
uns leuchten das Licht deiner Wahrheit.
Geleite uns zur Ruhe der Nacht
und dereinst zur ewigen Vollendung.

Amen

Eine wunderbare Tageslosung ist für heute vorgesehen:

«Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reinen Herzens sind» Psalm 73,1

Gott ist unser Trost.

Wir LAUSCHEN das gesungene Abendgebet. Als Studentin habe ich diesen Hymnus der Komplet aus dem 5. Jahrhundert mit meinen Kolleginnen und Kollegen auf unserer Retraite jeweils spät abends vor dem Schlafengehen in der kalten Kirche im Lichte eines kleinen Kerzleins gesungen. Es liess uns friedlich in die Nacht gehen.

https://www.youtube.com/watch?v=_8XlZLNW7Fo

Bevor des Tages Licht vergeht,
o Herr der Welt, hör dies Gebet:
Behüte uns in dieser Nacht
durch deine große Güt´und Macht.

Hüllt Schlaf die müden Glieder ein,
laß uns bei dir geborgen sein
und mach am Morgen uns bereit
zum Lobe deiner Herrlichkeit.

Dank dir, o Vater, reich an Macht,
der über uns voll Güte wacht
und mit dem Sohn und Heil´gen Geist
des Lebens Fülle uns verheißt.

Amen

MEDITATION: «Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reinen Herzens sind»

Es regnet und ich freue mich! Ich in dankbar dafür. Die Natur atmet auf.

Die jungen Blätter, die noch vorgestern traurig an ihren Ästen hingen, sehen nun frisch und gesund aus. Die Bauern freuen sich und die Winzer auch. Der Regen fällt in günstigen Portionen, so dass der ausgetrocknete Boden ihn aufnehmen kann.

Ich bin dankbar Gott für diesen Regen.

Die Zeit des Lockdowns, wir haben nun fast die 7. Woche geschafft, haben wir alle leichter ertragen, weil um uns die Sonne schien und wir in die Natur gehen konnten. Das hat unserer Seele gutgetan.

Nun danken wir für den Regen. «Möge sanft der Regen auf deine Felder fallen» – das wünscht der alte irische Segen. Der sanfte Regen tut gut.

Dennoch ist Gott unser Trost, sagt die Losung von heute.

DENNOCH – ich stosse mich an diesem Wort, ich öffne den Psalm und stelle fest, der Beter oder die Beterin leiden, weil sie Ungerechtigkeit erfahren. Dennoch ist Gott unser Trost.

Die Erde ist krank. Der gesamte April mit seinem herrlichen Wetter hat 20mal weniger Niederschlag gehabt als gewöhnlich und auch als nötig. Es war T-Shirt Wetter wie im Sommer und auf vielen Feldern ist der ausgestreute Samen nicht aufgegangen.

Dennoch….

Menschen sind auf der Flucht und werden auf eine unwürdige Weise einquartiert. Die Politik zögert sich um sie zu kümmern, weil im Augenblick wichtiger Dinge anstehen.

Dennoch…

Die Zahlen der Corona Infizierten werden kleiner Gott sei Dank. Doch der Virus hat weiterhin viele Menschen im Griff. Viele leiden, denn diese Krankheit beutelt die Erkrankten. Viele sterben immer noch einsam. Viele trauern um ihre geliebten Menschen.

Dennoch…

Dennoch ist Gott Trost derer, die reinen Herzens sind.

Gott ist kein Allheilmittel.

Er ist auch kein Wunschautomat.

Und er krempelt mein Leben und auch diese Welt nicht einfach mal schnell um.

Dennoch ist Gott mein Trost.

Amen.

Wir LAUSCHEN oder SINGEN «In dir ist Freude» – Knabenchor Hannover

In Dir ist Freude – Knabenchor Hannover

  1. In dir ist Freude in allem Leide, o du süßer Jesu Christ! Durch dich wir haben himmlische Gaben, du der wahre Heiland bist; hilfest von Schanden, rettest von Banden. Wer dir vertrauet, hat wohl gebauet, wird ewig bleiben. Halleluja. Zu deiner Güte steht unser G’müte, an dir wir kleben im Tod und Leben; nichts kann uns scheiden. Halleluja.
  2. Wenn wir dich haben kann uns nicht schaden Teufel, Welt, Sünd oder Tod; du hasts in Händen, kannst alles wenden, wie nur heißen mag die Not. Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren mit hellem Schalle, freuen uns alle| zu dieser Stunde. Halleluja. Wir jubilieren und triumphieren, lieben und loben dein Macht dort droben mit Herz und Munde. Halleluja.

GEBET         

Du bist mein Trost Gott.

Dennoch…

Trotz allem bist du mein Trost.

Das Leben läuft nicht immer so wie ich es mir wünsche.

Die Welt schon gar nicht.

Dennoch bist du mein Trost.

Wo sollte ich auch hin mit all dem was mein Herz erfreut und besorgt.

Du Gott bist mein Trost, meine Hilfe und meine Stärke.

So bitte ich dich heute für alles was gerade mein Herz bewegt….

Stille

Ich bringe dir die Menschen, die mir am Herzen liegen….

Stille

Ich danke dir für den Trost und die Hilfe, die ich in meinem Leben erfahren habe.

Stille

Und alles, wofür ich keine Worte finden, legen ich in die Worte, die Christus uns gelehrt hat
und beten verbunden mit Christinnen und Christen rund um den Erdball und verbunden durch alle Zeiten:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Gott, deinen Segen erbitten wir

Deine Zärtlichkeit umfange uns.

Deine Liebe halte und heile uns.

Deine Kraft wirke in uns.

Deine Weisheit sei unsere Ratgeberin

in allem, was wir beginnen und beenden.

Heute, morgen und alle Tage unseres Lebens.

Amen

 

Luther Gebet Mittwoch 29. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel aufgeschlagen auf dem Tisch.

 

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Verbunden bleiben wir im Gebet, durch Deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Wir bedenken die biblische Tageslosung heute am 29. April:

Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu.“

Prediger 9,10

Musik/Lied EG 650: „Liebe ist nicht nur ein Wort“

  • Liebe ist nicht nur ein Wort,
    Liebe das sind Worte und Taten.
    Als Zeichen der Liebe ist Jesus geboren
    als Zeichen der Liebe für diese Welt.) Freiheit ist nicht nur ein Wort,
    Freiheit das sind Worte und Taten.
    Als Zeichen der Freiheit ist Jesus gestorben
    als Zeichen der Freiheit für diese Welt.

    3.) Hoffnung ist nicht nur ein Wort,
    Hoffnung das sind Worte und Taten
    Als Zeichen der Hoffnung ist Jesus lebendig,
    als Zeichen der Hoffnung für diese Welt.

https://www.youtube.com/watch?v=TIHnSMMhliM

Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu.“

Was uns Mitte März vor die Hände kam, hatten wir uns im Traum nicht ausmalen können: Wir mussten bis zum 30.4. alle Gottesdienste und andere Aktivitäten absagen. Mitte April, das bedeutete Gründonnerstag, Karfreitag, Ostern in der Kirche, aber nein: Alles abgesagt, wegen Corona. Zugleich: Taufen im Mai und Konfirmation zu Pfingsten mit den Eltern verabredet abgesagt. Viele Konfis und Familien, viele in der Gemeinde traurig.

Von einem auf den anderen Tag ist unser Leben vieler Sicherheiten beraubt. Planen: fast unmöglich. Vieles ist weggebrochen, was uns vertraut und lieb ist. Ostern ohne Kirche – unfassbar. Christen freuen sich, dass Jesus auferstanden ist und den Tod besiegt hat. Doch wir konnten nur gemeinsam online virtuell Gott loben. Urlaub in den Frühjahrsferien, ausgefallen.

Was war, was ist nun Gottes Auftrag für uns in dieser Situation, wo uns das alles „vor die Hände kam“? Viele virtuelle Angebote für Ostern. Aber alle weit weg. Was uns fehlte, waren persönliche Beziehungen. Nähe. Wir dachten, als uns das „vor die Hände kam“: zumindest soll unsere Gemeinde nicht ohne Gottes Wort, nicht ohne Gebet und Gemeinschaft bleiben, durch ihre Pfarrpersonen vermittelt.

Kreative Ideen brachten uns zusammen. Taufkerzen zeigen, Abendmahl zuhause, Balkonklatschen und -Singen, das tröstliche Abendlied von Matthias Claudius: Der Mond ist aufgegangen. Manche spielen es auch auf dem Akkordeon, der Trompete oder mit der Gitarre. Der Text ist so passend, etwa die zweite Strophe:

„Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt.“ –

Nicht sich im Bett herumwälzen und grübeln, sondern des Tages Jammer verschlafen und vergessen. Einfach weg damit. Denn Gott hält die Welt und mein Leben in Händen und wird sich darum kümmern, um des Tages Jammer. – Und all meine Lieben, die Brüder und Schwestern und die Nachbarn sind in der letzten Strophe mit eingeschlossen: „So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder, kalt ist der Abendhauch. Verschon uns Gott, mit Strafen, und lass uns ruhig schlafen, und unsern kranken Nachbarn auch.“

Oder „Christ ist erstanden. Des wolln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein.“ – Ich wurde auch selber froh, als ich das gehört habe. Mir wurde neu bewusst: Christus ist stärker als der Tod und als die Bedrohung, die uns gerade umgibt.

„Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu“, sagt der Prediger Salomo. Man könnte auch sagen: Alles, was dir in den Kopf kommt an Mut machenden Impulsen und helfenden Ideen, das setz um.

In unserer Kirchen-Whatsapp-Gruppe haben wir gesagt: Sonne ist nicht abgesagt, Liebe ist nicht abgesagt, Hoffnung ist nicht abgesagt, Beten ist nicht abgesagt. Und dann schrieben andere diesen Text weiter: Freude ist nicht abgesagt, Glaube ist nicht abgesagt. Gott fällt nicht aus.

Unsere Konfirmation, andere Feste, Gottesdienste, Bach-Kantaten, Ausflüge, Bibellesen, all das ist auch nicht abgesagt. Es wird nur verschoben. Es wird anders, aber irgendwann werden wir einen grandiosen Dank- und Lob-Gottesdienst und Feste feiern.

Mit Gedanken nach Pastorin Luitgardis Parasie

Gebet:

Gebet der Italienischen Bischofskonferenz im Angesicht der Corona-Epidemie, deutsche Übersetzung von Pfarrer Oswald Kuenzer.

Allmächtiger, ewiger Gott, Erquickung in der Mühe, Halt in der Schwachheit!

Von Dir erhalten alle Geschöpfe Kraft, Sein und Leben.
Zu Dir kommen wir, um deine Barmherzigkeit anzurufen, weil wir heute mehr denn je die Zerbrechlichkeit der menschlichen Existenz erkennen, da wir die Erfahrung einer neuen Viren-Epidemie machen.

Dir vertrauen wir die Kranken und ihre Familien an. Schenke Heil ihrem Körper, ihrer Seele und ihrem Geist!
Hilf allen Gliedern der Gesellschaft, die eigene Verantwortung wahrzunehmen und untereinander den Geist der Solidarität zu stärken!
Halte und stärke die Ärztinnen und Ärzte und das Sanitätspersonal in vorderster Front sowie alle Pflegerinnen und Pfleger bei der Erfüllung ihres Dienstes!

Der Du die Quelle bist alles Guten, segne mit der Fülle Deiner Gaben die Menschheitsfamilie, halte fern von uns alles Ungute und schenke allen Christen einen festen Glauben!

Befreie uns von dieser Epidemie, die dabei ist, uns schwer zu treffen, auf dass wir uns wieder gerne unseren gewohnten Aufgaben widmen und mit einem erneuerten Herzen dich loben und dir danken können.

Auf Dich vertrauen wir und an Dich richten wir unsere Bitte, da Du, Vater, der Ursprung des Lebens bist, der Du mit deinem Sohn, unserem Herrn Jesus Christus, in Einheit mit dem Heiligen Geist lebst und Herr bist in Zeit und Ewigkeit.
Amen.

Alle unsere Bitten und Anliegen legen wir in das Gebet, das uns Jesus gelehrt hat

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN:

Barmherziger Gott, wenn wir kraftlos sind, stärkst du uns,

wenn uns der Mut verlässt, sprichst du Ermutigung zu,

wenn uns die Hoffnung verlässt, schenkst du neue Zuversicht,

wenn wir es auch nicht spüren, du bist da.

Dein Segen begleite uns heute und jeden Tag,

denn du bist bei uns alle Tage bis zum Ende der Welt.

Amen.

Lied/Musik EG 482: „Der Mond ist aufgegangen“

https://www.youtube.com/watch?v=Q9R_AUBn0VA

 

 

 

 

Luther Gebet Dienstag 28. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel aufgeschlagen auf dem Tisch.

 

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Verbunden bleiben wir im Gebet, durch Deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Wir bedenken den Psalm dieser Woche:

Psalm 23

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Musik/Lied: „Wo ein Mensch Vertrauen gibt“ EG 648

https://www.youtube.com/watch?v=xvSp7X0rAt0

Fällt ein Tropfen von dem Regen….

In den vergangenen Tagen habe ich oft überlegt, ich müsste unbedingt mal mit meinem Auto in die Waschgarage fahren….und dann kam nun über Nacht heute der Regen hier in Zürich an…und viel Staub der letzten Wochen ist erstmal abgewaschen, herunter gelaufen….

Und noch mehr als das…die Erde atmet auf, wir können es förmlich riechen, schmecken, sehen, spüren…so viel schönes Sonnenwetter im April, aber auch eine grosse Dürre, wochenlang kein Regen…staubiger Boden, staubiges Land…eine grosse Trockenheit machte sich breit…ja und bei aller Freude über sonnige Tage, über Frühlingsblüten überall, das frische Grün an den Buchen in unseren Wäldern – der Regen tut auch gut jetzt.

Es ist ja fast wie ein Bild auch für mein Leben, meinen Glauben, meine Hoffnung, mein Vertrauen: „fällt ein Tropfen von dem Regen, der aus Wüsten Gärten macht.“ Wir können auch innerlich austrocknen, wir spüren und ahnen, diese Krise hält weiter an. Auch wenn seit gestern wieder Gartencenter und Blumengeschäfte und Coiffeure wieder geöffnet sind…wir brauchen noch einen langen Atem in dieser Zeit….

Was hilft uns, nicht innerlich auszutrocknen…. ja, 2 Liter trinken jeden Tag, damit ist uns auch schon geholfen, organisch. Und für die Seele? Was richtet uns auf, was lässt uns blühen? Für viele ist es zum Beispiel dieser 23. Psalm, eine Art eiserne Ration eines Christenmenschen, mit diesen wunderbaren Bildern für ein ganzes Leben, auch Leben in Corona-Zeiten. Grüne Auen, frisches Wasser. Auch die dunklen Täler werden nicht verschwiegen.

Was hilft uns, Vertrauen zu behalten, unseren Glauben und unsere Zuversicht zu bewässern…. heute ist das 100. Mitglied unserer Whatsapp-Gruppe hinzugekommen, herzlich willkommen! Viele schreiben uns: das wirkt wie eine Art Tropfen von dem Regen, der aus inneren Wüsten Gärten macht. Es kommt unser Gemeindebrief für Mai in diesen Tagen in etwa 800 Häuser und Wohnungen – auch eine innere Verbindung unserer Gemeinde, jetzt vielleicht wichtiger denn je.

Und da ist dieser Psalm, der mir sagt: da ist ein Hirte, der für uns sorgt, dem wir vertrauen dürfen, der keinen ausser acht lässt. Und da sind die vielleicht 5 wichtigsten Worte unseres Glaubens enthalten: „Denn Du bist bei mir.“ Amen.

 

Gebet:

Gott, unser Hirte, wir dürfen auf Deine Liebe vertrauen und um Deine Hilfe bitten:

Für alle Menschen, denen es schwer fällt, an dich zu glauben und Zuversicht zu haben.

Alle: Gott, unser guter Hirte. Wir bitten dich erhöre uns.

Für alle Menschen, die Verantwortung tragen in Regierungen, Wirtschaft,  Gesundheitsdiensten, Bildung.

Alle: Gott, unser guter Hirte. Wir bitten dich erhöre uns.

Für alle Menschen, die im Vertrauen auf dich leben.

Alle: Gott, unser guter Hirte. Wir bitten dich erhöre uns.

Für alle Menschen, die nicht weiter wissen.

Alle: Gott, unser guter Hirte. Wir bitten dich erhöre uns.

Für alle Menschen, die schwer krank sind, an Covid19 und anderen Erkrankungen, und für die, die ihr Leben in deine Hände zurückgegeben haben.

Alle: Gott, unser guter Hirte. Wir bitten dich erhöre uns.

Für alle die und alles das, was wir sonst im Herzen tragen……..:

Alle: Gott, unser guter Hirte. Wir bitten dich erhöre uns.

Alle unsere Bitten und Anliegen legen wir in das Gebet, das uns Jesus gelehrt hat

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN:

Gott bleibt unser Hirte und begleitet jeden und jede von uns auf seinem und ihrem Weg.

Er sei Dir Schutz und Schirm vor allem Bösen,

Kraft und Hilfe zu allem Guten,

auf dass du bewahrt bleibst im Leben und im Glauben zum ewigen Leben. Amen.

 

J.S. Bach, Kantate BWV 85: Nr. 6 Choral „Ist Gott mein Schutz und treuer Hirt“

Ist Gott mein Schutz und treuer Hirt,

Kein Unglück mich berühren wird:

Weicht, alle meine Feinde,

Die ihr mir stiftet Angst und Pein,

Es wird zu eurem Schaden sein,

Ich habe Gott zum Freunde.

https://www.youtube.com/watch?v=0pS2NIaseN0

 

 

 

 

 

 

Luther Gebet für Montag, den 27. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein                                                                                                                                             

Verbunden bleiben wir im Gebet, durch Deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Gott, ob ich liege oder gehe,

bist du bei mir.

Ob ich sitze oder stehe.

Ob ich schlafe oder wache.

Ob ich weine oder lache.

Bleibst du Gott bei mir.

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Dass ich wachse, blühe, reife,

dass ich lerne und begreife,

bist du Gott bei mir.

Bleibst du Gott bei mir.

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Wo ich sitze oder stehe,

wo ich liege oder gehe,

bist du Gott bei mir.

Dass ich dein bin, nicht verderbe,

ob ich liege oder sterbe,

bleibst du Gott bei mir.

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

(Nach Psalm 139)

Amen.

Wir SINGEN oder LAUSCHEN gemeinsam mit Cornelia von Dewitz

Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht;
es hat Hoffnung und Zukunft gebracht;
es gibt Trost, es gibt Halt in Bedrängnis,
Not und Ängsten, ist wie ein Stern in der Dunkelheit.

https://www.youtube.com/watch?v=Q3XoHOq6XK0

IMPULS Gebet zum Durchatmen

Es gibt vieles, das ich nicht durchschaue.

Es gibt vieles, das ich nicht in der Hand habe.

Wenn ich mich ohnmächtig fühle, will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen, dass ich nicht das Ganze bewältigen muss, sondern das tun kann, was mein Part ist. Du Gott hältst die Welt und ihre Geschichte in der Hand.

Wenn ich verunsichert bin, will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen, dass ich nicht alleine bin und dass unsere Weisheit gemeinsam reicher ist. Du Gott hast mir Weggefährtinnen und Weggefährten mit auf den Weg geben.

Wenn ich Angst habe, will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen, dass ich nicht aus Gottes Nähe herausfalle, sondern dass Gottes Geist mir immer nahe ist.

Was ich weiß, ist: Mein Leben und meine Liebe und meine Würde reichen so viel weiter als das, was ich leisten oder tun kann. Dafür danke ich dir Gott.

Was ich sehen kann, ist: Nach jedem Winter kommt der Frühling und neues Leben wächst aus dem kalten Erdboden. Ich lerne von der Natur Gott, es gibt nicht  nur Zeiten des Erntens, sondern auch karge Zeiten, Zeiten des Ruhens, Zeiten des Erwachens und Zeiten des Wachsens. Lass mich gelassener werden.

Was ich kann, ist tief durchatmen und dieser Welt Liebe einflößen, die sie so dringend braucht.

„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

 Inspiriert von Rev. Dr. Hannah Adams Ingram

Wir LAUSCHEN und lassen den Tag nochmals an uns vorüberziehen im Wissen, dass Gott da ist und unsere Gedanken und Gefühle ihren Weg zu ihm finden.

Hallelujah – Instrumental (Cover) | Piano Violin Cello

Wofür bin ich heute dankbar?

Was hat ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert?

Was hat meinem Herzen gutgetan?

Was treibt mich um?

Was macht mir Sorgen? Was macht mir Angst?

Wo möchte ich klagen?

Welche Bitte liegt mir heute besonders auf dem Herzen?

Ich denke an meine Lieben in der Nähe und in der Ferne.

Ich sehe auf mich und mein Leben. Ich wünsche mir….

Alles will ich Gott sagen

GEBET

Behüte deine Menschen Gott.

Behüte deine Schöpfung Gott.

Geleite mich zur Ruhe der Nacht.

Schenke Frieden den Herzen und dieser Erde.

Und alles, wofür wir keine Worte finden, legen wir in die Worte, die Christus uns gelehrt hat
und beten verbunden mit Christinnen und Christen rund um den Erdball und verbunden durch alle Zeiten:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN

Segen ströme in alle Ecken dieser Welt.

Erfülle die Krankenzimmer und Wohnzimmer mit Gottesglanz.

Segen umleuchte jedes Herz.

Damit jede noch so kleine Hoffnung wachsen kann.

Amen

Gottesdienst zuhause am 2. Sonntag nach Ostern – Misericordias Domini              26. April 2020

 

Wochenspruch
Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.   Johannes 10,11a.27-28a

 

Eingangslied EG 274,1-3+5 Der Herr ist mein getreuer Hirt

https://www.youtube.com/watch?v=f8Ny7oPAqCY

Eingangswort:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes – Amen.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn – der Himmel und Erde gemacht hat.

Herzlich willkommen allen daheim –

Der Name des Sonntags Miserikordias Domini („Barmherzigkeit Gottes“), leitet sich vom Beginn des lateinischen Psalms ab: Misericordias Domini plena est terra. (Ps. 33, 5;). Dieser Sonntag wird durch das Evangelium vom Guten Hirten bestimmt. Der Hirte sorgt für seine Schafe, die ihm treu folgen. Gleichzeitig wird aber auch der Hinweis laut auf die „falschen Hirten“, die nur an ihren eigenen Vorteil denken. Entscheidend ist die Zusage Jesu, dass er als der gute Hirte sein Leben hingibt für die Schafe. Das bedeutet, dass wir umfassenden Schutz genießen und uns vor nichts zu fürchten brauchen, auch wenn es dunkel um uns wird. Froh sind wir auch darüber, dass er uns stets zu einer frischen Quelle führt, so dass wir keine Nöte leiden müssen. Wie ein guter Hirte ist Gott für uns da, voll Fürsorge und Barmherzigkeit. Neben allen Stimmen dieser Zeit, den ängstlichen, den falschen, den zu lauten – hören wir auf seine Stimme, bei ihm machen wir unser Vertrauen von neuem fest.

Gebet          Psalm 23

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Liturgie:

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Kyrie eleison – Herr erbarme Dich

Christe eleison – Christus erbarme dich.

Kyrie eleison – Herr erbarm Dich über uns.

Ehre sei Gott in der Höhe – und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen.

Allein Gott in der Höh‘ sei Ehr‘

Evangelium: aus Johannes 10, ab Vers 11 Der gute Hirte

Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe….

Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt; und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe.
Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden….

Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Was mir mein Vater gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann es aus des Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind eins. Amen.

Peter Schwanhäuser, Freund unserer Gemeinde und Mitglied der Baukommission, hat eine eigene Schafherde auf einer Weide zwischen Bechtersbohl und Küssnacht. Er meint zu sich als Hirte und seinen Schafen:

„Das mit der Stimme stimmt voll und ganz und ist immer wieder schön!! Aber es braucht beide Seiten: die Schafe kennen mich und ich muss meine Schafe kennen! Es brauchte auch Zeit bis ich das Vertrauen der Tiere erworben hatte..“

Apostolisches Glaubensbekenntnis (EG Seite 1150)

Predigtgedanken (am Ende dieser Datei)

Für unsere Kinder als kleinen Film findet ihr das Gleichnis hier:

Das verlorene Schaf – KinderBibel.TV

Lied EG 171, 1-4 Bewahre uns Gott, behüte uns Gott

  1. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
    sei mit uns auf unsern Wegen.
    Sei Quelle und Brot in Wüstennot,
    sei um uns mit deinem Segen,
    sei Quelle und Brot in Wüstennot,
    sei um uns mit deinem Segen.2. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
    sei mit uns in allem Leiden.
    Voll Wärme und Licht im Angesicht,
    sei nahe in schweren Zeiten,
    voll Wärme und Licht im Angesicht,
    sei nahe in schweren Zeiten.
    3. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
    sei mit uns vor allem Bösen.
    Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft,
    sei in uns, uns zu erlösen,
    sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft,
    sei in uns, uns zu erlösen.

    4. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
    sei mit uns durch deinen Segen.
    Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt,
    sei um uns auf unsern Wegen,
    dein Heiliger Geist, der Leben verheißt,
    sei um uns auf unsern Wegen.
    Text: Eugen Eckert (1985) 1987
    Melodie: Anders Ruuth (um 1968) 1984 »La paz del señor«

Fürbitte

Gott, unser Hirte,
wir danken dir für alles, was du uns zum Leben schenkst.
Wir danken dir, dass du uns treu begleitest,
dass du uns Freude gibst, uns aufbaust und erfrischst durch dein Wort.

Wir danken dir für das Vorbild deines Sohnes.
Wir danken dir, dass du nicht an Güte und Liebe sparst
und wir für dich etwas Besonderes sind.

Gott, unser Hirte,
manchmal sind wir wie eine irrende Herde.
Wir suchen vergeblich nach Antworten, nach richtigen Entscheidungen,
nach einem guten Hirten, der uns hilft.
Wir spüren Mangel, erfahren Leid und sehen, wie andere leiden.

Zu dir kommen wir und bitten dich:
*für die Menschen, denen es am Nötigsten zum Leben fehlt;
die nicht einmal das tägliche Brot zum Essen oder ein Dach über dem Kopf haben.

*für alle, die besonders in dieser Zeit innerlich leer sind,
denen Freude und Motivation fehlt;

*für die Menschen, die böse Wege einschlagen und Entscheidungen treffen, mit denen sie Schaden anrichten;

*für unsere Kranken, für unsere Verstorbenen und für alle, die trauern.
Erbarme dich, du guter Hirte

Jesus Christus,
du bist der gute Hirte.
Du führst uns auf richtigen Wegen.
Gib, dass wir auch in diesen Krisenzeiten auf deine Fürsorge vertrauen.

Ganz besonders vertrauen wir dir heute an…..:

Bewahre uns in der Gemeinschaft mit dir.
Der du mit dem Vater und dem Heiligen Geist
lebst und wirkst von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Am 2. Sonntag dieser Osterzeit, in Hoffnung, und in aller Fürsorge:

beten wir gemeinsam

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Segen

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen:

Der lebendige Gott begleite uns durch den Sonntag und die neue Woche und schenke uns Zuversicht auf unseren Wegen.

Er gebe uns ein gutes Wort in unserer Traurigkeit;
eine zärtliche und hilfsbereite Hand, die uns tröstet und hält.

So segne uns und alle Menschen, die wir in unserem Herzen tragen, der dreieinige Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen

Musik: Johann Sebastian Bach, „Der Herr ist mein getreuer Hirt „BWV 112: Chorus 1 „Der Herr ist mein getreuer Hirt“ (Melodie: Allein Gott in der Höh sei Ehr‘)

https://www.youtube.com/watch?v=okBEvhRtrTs

Ton Koopman · The Amsterdam Baroque Orchestra & Choir

Predigtgedanken: Lammfromm
Schafe sind angeblich dumme Tiere. Das „dumme Schaf“ ist zur festen Redewendung geworden. Weil sie Herdentiere sind, gelten sie zudem als das Gegenteil des Individualisten: „Mit der Herde laufen“, kommt für kritische Zeitgenossen nicht infrage.
Doch Forscher an der Universität Cambridge fanden heraus, dass Schafe weitaus klüger sind als gemeinhin geglaubt. Sie können sich hervorragend räumlich orientieren, sich sehr gut an ihre Umgebung erinnern und sogar menschliche Gesichter erkennen und unterscheiden. Ihr Gedächtnis ist außergewöhnlich. Selbst nach Jahren der Trennung erkennen sich befreundete Schafe wieder.
Es ist also ein passender Vergleich, den Jesus hier zieht: „Meine Schafe hören
meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir.“
 Schafe folgen nicht jedem Hirten. Sie können durchaus unterscheiden, wer ihr Hirte ist.
Der bayerische Pfarrer Karl Steinbauer wurde 1943 wegen einer Predigt verhaftet und musste sich vor Gericht verantworten. Für ein totalitäres Regime, das keine Kritik an seinem Führer duldete, war selbst das Zitat eines Kinderlieds ein Angriff. „Weil ich Jesu Schäflein bin“, hatte der Pfarrer gepredigt und bekannt: „Ich jedenfalls brauche diesen guten Hirten.“ Er predigte von der Kraft dieses  Glaubens, der ihm – dem wenige Monate zuvor schwer verletzten Soldaten – Hilfe und Trost gebracht hat. Er war kein „dummes Schaf“. Er wusste, wo das „Heil“ herkommt, wer sein Hirte ist.
„Herdenimmunität“ ist in der Corona-Krise als Alternative zur Ausgangssperre diskutiert worden. Dafür lässt man die Infektion eines Großteiles der Bevölkerung zu – und nimmt Tote in Kauf. Schafe könnte man dafür wahrscheinlich nicht gewinnen. Sie sind als „Herdentiere“ hoch soziale Wesen, die sich in der Herde gegenseitig schützen und helfen. Ihre sprichwörtliche Geduld ist nicht dumm.
„Lammfromm“ sind sie, Vorbilder im Urvertrauen, dass es einen Hirten gibt,
der sie kennt und liebt. „Amen. Ja mein Glück ist groß!“ singen wir, weil wir zur
„Herde“ des guten Hirten gehören. Amen.

LUTHER GEBET Samstag 25. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel aufgeschlagen auf dem Tisch.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein                                                                                                                                             

Verbunden bleiben wir im Gebet, durch Deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Am Abend, Gott, komme ich zu Dir, um für alles zu danken.

Mein Denken und Tun war von Dir begleitet.

Meine Sorge und Schuld war von Dir umfangen.

Begleite und umfange mich durch die Nacht hindurch,

bis der Morgen anbricht

Amen

Die Losung für heute steht im 5. Buch Mose 30,8

Der HERR wird sich wieder über dich freuen, dir zugut, wie er sich über deine Väter gefreut hat.

Lehrtext für heute steht bei Johannes 15,10-11                 

Wenn ihr meine Gebote haltet, bleibt ihr in meiner Liebe, so wie ich meines Vaters Gebote gehalten habe und bleibe in seiner Liebe. Das habe ich euch gesagt, auf dass meine Freude in euch sei und eure Freude vollkommen werde.

GEBET

Gott, was wir auch tun und lassen, du bleibst der Barmherzige. Du nimmst uns an. Deiner unendlichen Liebe ist alles möglich. Gib uns die Kraft, in der Nachfolge Christi bei dir zu bleiben, zu deiner Freude, zu unserem Heil, zur Ausbreitung deines Reiches.

Und weil Jesus von Freude spricht, kommt hier eine fröhliche und weise Geschichte.

Eine GUTE NACHT GESCHICHTE: Eckhard von Hirschhausen – Der Pinguin

DIE PINGUIN-GESCHICHTE
ODER: WIE MAN SICH IN SEINEM ELEMENT FÜHLT

Diese Geschichte ist mir tatsächlich passiert. Ich war als Moderator auf einem Kreuzfahrtschiff engagiert. Da denkt jeder: „Mensch toll! Luxus!” Das dachte ich auch. Bis ich auf dem Schiff war. Was das Publikum angeht, war ich auf dem falschen Dampfer. Die Gäste an Bord hatten sicher einen Sinn für Humor, ich hab ihn nur in den zwei Wochen nicht gefunden. Und noch schlimmer: Seekrankheit hat keinen Respekt vor der Approbation. Kurzum: ich war auf der Kreuzfahrt kreuzunglücklich.

Endlich! Nach drei Tagen auf See, fester Boden. „Das ist wahrer Luxus!” Ich ging in einen norwegischen Zoo. Und dort sah ich einen Pinguin auf seinem Felsen stehen. Ich hatte Mitleid: „Musst du auch Smoking tragen? Wo ist eigentlich deine Taille? Und vor allem: hat Gott bei dir die Knie vergessen?” Mein Urteil stand fest: Fehlkonstruktion.

Dann sah ich noch einmal durch eine Glasscheibe in das Schwimmbecken der Pinguine. Und da sprang „mein“ Pinguin ins Wasser, schwamm dicht vor mein Gesicht. Wer je Pinguine unter Wasser gesehen hat, dem fällt nix mehr ein. Er war in seinem Element! Ein Pinguin ist zehnmal windschnittiger als ein Porsche! Mit einem Liter Sprit käme der umgerechnet über 2500 km weit! Sie sind hervorragende Schwimmer, Jäger, Wasser-Tänzer! Und ich dachte: „Fehlkonstruktion!”
Diese Begegnung hat mich zwei Dinge gelehrt. Erstens: wie schnell ich oft urteile, und wie ich damit komplett daneben liegen kann. Und zweitens: wie wichtig das Umfeld ist, ob das, was man gut kann, überhaupt zum Tragen kommt.

Wir alle haben unsere Stärken, haben unsere Schwächen. Viele strengen sich ewig an, Macken auszubügeln. Verbessert man seine Schwächen, wird man maximal mittelmäßig. Stärkt man seine Stärken, wird man einzigartig. Und wer nicht so ist, wie die anderen sei getrost: Andere gibt es schon genug! Immer wieder werde ich gefragt, warum ich das Krankenhaus gegen die Bühne getauscht habe. Meine Stärke und meine Macke ist die Kreativität. Das heißt, nicht alles nach Plan zu machen, zu improvisieren, Dinge immer wieder unerwartet neu zusammen zu fügen. Das ist im Krankenhaus ungünstig. Und ich liebe es, frei zu formulieren, zu dichten, mit Sprache zu spielen. Das ist bei Arztbriefen und Rezepten auch ungünstig. Auf der Bühne nutze ich viel mehr von dem was ich bin, weiß, kann und zu geben habe. Ich habe mehr Spaß, und andere haben mit mir mehr Spaß. Live bin ich in meinem Element, in Flow!

Menschen ändern sich nur selten komplett und grundsätzlich. Wenn du als Pinguin geboren wurdest, machen auch sieben Jahre Psychotherapie aus dir keine Giraffe. Also nicht lange hadern: Bleib als Pinguin nicht in der Steppe. Mach kleine Schritte und finde dein Wasser. Und dann: Spring! Und Schwimm!
Und du wirst wissen, wie es ist, in Deinem Element zu sein.

Wir SINGEN oder LAUSCHEN Christoph Zehnedner «Sein Licht»

Refrain: Dein Licht geht auf, in den dunkelsten Stunden ein freundlicher Schein.

Dein Licht geht auf, dein Licht geht auf! Und leuchtet, ins Dunkel hinein.

Sein Licht

GEBET:

Barmherziger Gott, nicht nur unsre Böden sind ausgetrocknet und lechzen nach Wasser.

Auch wir sehnen uns nach Normalität,

nach berührender Gemeinschaft,

nach Ausflügen

und Ferien, in denen wir uns frei bewegen können.

Im unfreiwilligen Verzicht erkennen wir, was uns fehlt.

Und wie wertvoll Gemeinschaft, Freiheit, ja sogar normaler Alltag für uns sind.

Schenke uns Geduld und hilft uns bedachte Schritte zu gehen, die eine zweite Welle vermeiden.

Wir bitten dich auch heute für alle von Corona Infizierten, für alle Sterbenden, für alle Trauerden, für alle Ärzte und Krankenpfleger, für alle Forschenden, für alle die Entscheidungen für Viele treffen.

Erbarme dich Herr.

Wir bitten dich für unsere Schöpfung. Die Trockenheit bedroht das Leben von Menschen und Tieren. Ernten drohen auszufallen. Pflanzen können nicht wachsen. Bäume schlecht überleben. Bienen nicht bestäuben. Wir brauchen Regen.

Erbarme dich Herr.

Wir bitten für alle, die in finanzielle Not geraten sind, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, die ihr Zuhause verlieren. Für alle, die nicht mehr wissen, wie sie ihre Familie durchbringen sollen. Für alle, die nicht mehr wissen, wie sie ihre Angestellten bezahlen sollen.

Erbarme dich Herr

Wir bitten dich für alle Kranken und Leidenden in der Welt. Alle die allein und einsam sind. Für alle die auf der Flucht sind. Für alle Hungernden. Alle die Ungerechtigkeit erleben, Krieg und Vertreibung.

Erbarme dich Herr.  

Gott, dir vertrauen wir unseren müden Leib an, unser unruhiges Herz, unsere Sorgen und Gedanken. Dir vertrauen wir alle an, die uns lieb sind.

Was uns noch auf dem Herzen liegt, bringen wir in der Stille vor dich.

Stille

Barmherziger Gott, trockne die Tränen.

Berühre mit zarter Hand das Gesicht der Einsamen.

Stille die Sehnsucht.

Lindere den Schmerz.

Gibt allen den Frieden der Nacht.

Dir empfehlen wir die ganze Nacht, alle Völker und Nationen.

Wir glauben Gott, dass nichts deinem sorgenden Blick entgeht.

Segne alle die arbeiten, während wir schlafen.

Und segne alle die schlafen.

Und alles, wofür wir in keine Worte finden, legen wir in die Worte, die Christus uns gelehrt hat
und beten verbunden mit Christinnen und Christen rund um den Erdball und verbunden durch alle Zeiten:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Herr segne und behüte dich

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir seinen Frieden.

Amen

 

Luther Gebet Freitag 24. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel aufgeschlagen auf dem Tisch.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Verbunden bleiben wir im Gebet, durch Deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes. Amen.

Wir hören und bedenken die Biblischen Losungstexte für heute:

„HERR, gedenke doch an deinen Bund mit uns und lass ihn nicht aufhören!“ (Jeremia 14,21)

„Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn.“  (1.Korinther 1,9)

Musik/Lied: EG 697 „Meine Hoffnung und meine Freude“ (an der Orgel der Martin Luther Kirche Zürich Martin de Vargas)

Meine Hoffnung und meine Freude
Meine Stärke, mein Licht
Christus meine Zuversicht
Auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht
Auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.

Audio-Player

„Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn.“

Gott, ich möchte Dir sagen: TREUE ist gut. Ein hoher Wert. Wichtig im Leben. DU bist treu. Eine grossartige Zusage.

Wie zeigt sich Deine Treue?

Dass Du uns nicht verlässt, wenn wir uns verlassen fühlen?

Dass Du zu uns stehst, auch wenn wir Dich vergessen haben oder Dich ausblenden? Dass Du bei uns bist auch wenn wir das nicht spüren?

TREUE…ach wenn wir manchmal treuer wären, ach wenn wir manchmal mehr von Dir spüren könnten….

TREUE, ist es so gemeint, dass Du davon lebst, nicht allein zu sein, sondern in Gemeinschaft mit uns, in Verbindung zu sein?

Wir sind berufen zur GEMEINSCHAFT?!

Oh Gott, das ist es doch gerade was wir vermissen….

Wir alle leben davon, mit anderen Menschen in Beziehung zu stehen, verbunden zu sein. Familie. Verwandtschaft. Freundschaften. Das fängt schon im kleinsten Kindesalter an. Wisst ihr noch wie euer erster Freund, eure erste Freundin hiess? Überlegt mal….

In Verbindung, in GEMEINSCHAFT. ..müssen wir das in diesen Zeiten ganz neu denken, verstehen lernen? Wir spüren, wir vermissen so manche GEMEINSCHAFT, wir spüren wie wertvoll sie ist. Wir sind in Verbindung, ganz anders, aber nicht ohne Verbundenheit.

GEMEINSCHAFT in Christus, von der Wiege bis zur Bahre. Und darüber hinaus. Gut zu wissen. Gut zu spüren.

Danke, GOTT für TREUE und GEMEINSCHAFT.

Wir bedenken in dieser Woche weiterhin den Wochenspruch für die Woche des 1. Sonntags nach Ostern:

„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“  (1. Petrus 3,1)

Worauf hoffen wir, heute für die Zeit danach…: Einige weitere Hoffnungsworte aus der Mitte unserer Gemeinde, die uns erreicht haben:

„Für mich wird es auch nach der Quarantäne mit Bangen weitergehen, da ich eine chronische Beeinträchtigung meiner Lunge habe, keiner weiss warum und woher, denn ich habe nie geraucht. Ich gehöre damit zur Risikogruppe. So hoffe ich auf den Immunisierungstest, der mir sagt, dass mein Immunsystem stark genug war, das Virus bereits überwunden zu haben. Und falls ich noch nicht immun bin, hoffe ich inständig, dass die Forscher rasch eine Impfung entwickeln.

Ich hoffe auch sehr, meine Söhne bald wieder umarmen zu können. Das fehlt mir so sehr!

Ich hoffe auch, dass ich wieder mehr Zeit habe, um in die Kirche zu kommen….Ich vermisse es sehr.“

 

„Wir singen meine Hoffnung, meine Freude… Wenn ich am Morgen ohne Hoffnung aufwache, liegt der Tag grau und dunkel vor mir. Alles lebt von der Hoffnung. Aber der Hoffnung der kleinen Schritte…. Doch woher haben wir die Hoffnung? Für die Einen aus dem wunderbaren Wachsen und immer wieder neu werden der Schöpfung. Für die Anderen ist es das Wissen um Gottes Dasein und jetzt um Ostern aus der Auferstehung von Jesus Christus. Wir leben von der Hoffnung.“

 

„Meine Hoffnung ist noch ganz im „Jetzt“. Ich hoffe, dass jetzt genug Menschen für einander da sind und sich stützen. Das genug offene Ohren da sind um zuzuhören, Geduld zu haben, Eltern für ihre Kinder und Kinder für ihre Eltern ,die vielleicht schon zur Risikogruppe gehören.
Wir wissen noch nicht wann ist danach. Wenn wir alle gemeinsam diese Zeit durchstehen, wächst bei mir Hoffnung auf ein Gutes danach, das ich, so hoffe ich ganz fest, erleben darf. Vor allem hoffe ich, das neue Gemeindehaus noch mit beziehen zu können.“

 

Lasst und beten:

Gott,

viele Hoffnungen, Wünsche begleiten uns in dieser Zeit und für die Zeit danach. Danke für Deine Treue, dass wir Dir das sagen können und Du hörst uns zu.

DU gibst auf uns acht, so wollen wir Dir treu sein, indem wir aufeinander achtgeben. Stärke uns dafür.

DU schenkst uns das Leben in Deiner Treue, so wollen wir helfen, Leben zu schützen, zu bewahren. Stärke alle die Menschen, die das jetzt auch für uns tun.

DU schenkst uns Gemeinschaft, so wollen wir zur Gemeinschaft beitragen, so wie uns das jetzt möglich ist. Für unsere Familien nah und fern, für unsere Gemeinde, für unsere Orte wo wir leben, für unsere eine Welt. Gib uns Kraft und Liebe dafür.

DU willst nicht allein sein, in Deiner Treue und Gemeinschaft mit uns bist Du da. Bewahre uns vor Angst und Panik, vor Unfrieden zuhaus.

Wir bitten Dich persönlich…….

Am Abend in dieser Osterzeit, in Hoffnung, und in aller Fürsorge:

beten wir gemeinsam

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Zu diesen Gebeten noch einmal die Tageslosung aus dem Alten Testament für heute, 24. April: „Lass Deinen Bund mit uns nicht aufhören.“

Christus ist auferstanden. Gott ist treu, auch bei uns zuhaus. So gehen wir in diesen Abend im Frieden und mit Gottes Segen:

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Der Gott des Lebens und der Hoffnung:

Er segne uns und behüte uns.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns Frieden
Amen

Musik/Lied: EG 170 „Komm Herr segne uns, dass wir uns nicht trennen“

  1. Komm, Herr, segne uns, daß wir uns nicht trennen,
    sondern überall uns zu dir bekennen.
    Nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen.
    Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.2. Keiner kann allein Segen sich bewahren.
    Weil du reichlich gibst, müssen wir nicht sparen.
    Segen kann gedeihn, wo wir alles teilen,
    schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeihn.

    3. Frieden gabst du schon, Frieden muß noch werden,
    wie du ihn versprichst uns zum Wohl auf Erden.
    Hilf, daß wir ihn tun, wo wir ihn erspähen –
    die mit Tränen säen, werden in ihm ruhn.

https://www.golyr.de/kirchenlieder/songtext-komm-herr-segne-uns-595993.html

Luther Gebet Donnerstag 23. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel aufgeschlagen auf dem Tisch.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Verbunden bleiben wir im Gebet, durch Deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes, Amen.

Es ist Abend geworden. Die letzten Strahlen der Sonne sind unter gegangen.

Ich komme zu dir Gott. Mit allem was ich heute getan und erlebt habe.

Mit allen Worten die ich gesprochen oder zurückgehalten habe

Mit all meinen Gedanken und Gefühlen.

Mit all meinen Erinnerungen.

Ich will stille werden.

In deine Hand lege ich meinen Tag.

Was mich beunruhigt hat, lasse ich los.

Alle Dinge, alle Menschen, auch mich selbst.

Ich weiss, dass ich geborgen bin und getragen,

wie ein Kind am Herzen der Mutter lass mich heute schlafen.

Bleib bei mir Gott.

Amen

Wir SINGEN oder LAUSCHEN «Bleib bei mir Herr»

Herr, bleib bei mir

  1. Bleib bei mir, Herr! Der Abend bricht herein.
    Es kommt die Nacht, die Finsternis fällt ein.
    Wo fänd ich Trost, wärst du mein Gott nicht hier?
    Hilf dem, der hilflos ist: Herr, bleib bei mir!2. Wie bald verebbt der Tag, das Leben weicht,
    die Lust verglimmt, der Erdenruhm verbleicht;
    umringt von Fall und Wandel leben wir.
    Unwandelbar bist du: Herr, bleib bei mir!

    3. Ich brauch zu jeder Stund dein Nahesein,
    denn des Versuchers Macht brichst du allein.
    Wer hilft mir sonst, wenn ich den Halt verlier?
    In Licht und Dunkelheit, Herr, bleib bei mir!

    4. Von deiner Hand geführt, fürcht ich kein Leid,
    kein Unglück, keiner Trübsal Bitterkeit.
    Was ist der Tod, bist du mir Schild und Zier?
    Den Stachel nimmst du ihm: Herr, bleib bei mir!

    5. Halt mir dein Kreuz vor, wenn mein Auge bricht;
    im Todesdunkel bleibe du mein Licht.
    Es tagt, die Schatten fliehn, ich geh zu dir.
    Im Leben und im Tod, Herr, bleib bei mir!

MEDITATION «Irgendjemand»

Gott irgendjemand grübelt gerade vor sich hin.

Irgendjemand raucht gerade eine Zigarette.

Irgendjemand stellt sich gerade schlafend.

Irgendjemand hofft gerade, dass das Licht im Flur nicht ausgeht wegen der Monster unter dem Bett.

Irgendjemand geht gerade mit hochgezogenen Schultern über eine Strasse und weiss selbst nicht wohin

Irgendjemand kuckt gerade auf die Uhr und fragt, wie lange noch.

Irgendjemand hustet gerade und erschrickt.

Irgendjemand hält sich gerade krampfhaft am Lenkrad fest und hofft, dass auf dem nächsten Rastplatz noch etwas frei ist.

Irgendjemand kuckt gerade doch noch eine Folge bei Netflix. Aber nur noch eine.

Irgendjemand träumt gerade vom Fliegen.

Irgendjemand wird die Nacht nicht überleben.

Irgendjemand wird gerade hochgehoben und holt zum ersten Mal Luft und schreit.

Irgendjemand klammert sich gerade mit seinen Fingern an einem Schlauchboot fest.

Irgendjemand hört gerade Schubert und dirigiert dabei in der Luft.

Irgendjemand zieht sich gerade leise an und schleicht raus.

Irgendjemand schreibt gerade einen Kommentar bei Facebook und fühlt sich klug.

Irgendjemand macht sich gerade lang auf der Liege im Bereitschaftszimmer und hofft, dass es nicht sofort klingelt

Irgendjemand faltet gerade die Hände und findet keine Worte.

Irgendjemand schreibt gerade den ersten Satz eines grossen Romans.

Irgendjemand bereut gerade irgendwas, was er heute gesagt hat oder nicht gesagt hat.

Ach Gott sei da.

Einfach da.

Geht gesegnet in die Nacht. Gott ist da.

(Holger Pyka)  

HOFFNUNGSWÜNSCHE

Wir bedenken in dieser Woche weiterhin den Wochenspruch für die Woche des 1. Sonntags nach Ostern:

„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“  (1. Petrus 3,1)

Worauf hoffen wir, heute für die Zeit danach…: Einige weitere Antworten aus der Mitte unserer Gemeinde, die uns erreicht haben:

 Ich hoffe und bete, dass unser lieber Gott uns hilft, beisteht und behütet

Die Gesundheit ist unser größtes Gut. Mögen die Politiker nicht ihre Partei in den Vordergrund stellen, sondern in allererster Linie die Gesundheit ihres Volkes

Ich setze mich ein, wenn ich nur könnte, für mehr Gerechtigkeit auf dieser schönen facettenreichen Erde.

Auch in Krisenzeiten leben wir in der Schweiz sozial und materiell weitgehend gesichert. Das dürfen wir jetzt erleben und sollten es auch nicht vergessen, wenn in Zukunft wieder mehr Menschen bei uns Hilfe und Unterstützung suchen.

GEBET:

Lasst uns beten:

Gott,

 viele Hoffnungen, Wünsche begleiten uns in dieser Zeit und für die Zeit danach. Schenk uns Kraft und Zuversicht für all unsere Gedanken.

Schenk uns Vertrauen, dass du uns immer die Kraft gibst, die wir gerade für den nächsten Schritt brauchen.

Wir bitten dich, wache du mit denen, die wachen oder weinen in dieser Nacht.

Hüte deine Kranken, lass deine Müden ruhen, segne deine Sterbenden.

Tröste deine Leidenden.

Erbarme dich deiner Betrübten und sei mit deinen Fröhlichen.

Vor dich bringen wir, was uns persönlich wichtig ist und auf dem Herzen liegt.

Stille

Vor dich bringen wir unsere Lieben.

Vor dich bringe ich mich. Sei bei mir Gott. Einfach da.

Und alles, wofür wir in keine Worte finden, legen wir in die Worte, die Christus uns gelehrt hat
und beten verbunden mit Christinnen und Christen rund um den Erdball und verbunden durch alle Zeiten:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Herr segne und behüte dich

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir seinen Frieden.

Amen

Luther Gebet Mittwoch 22. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel aufgeschlagen auf dem Tisch.

 

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Verbunden bleiben wir im Gebet, durch Deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes, Amen.

Wir hören und bedenken die Biblischen Losungstexte für heute:

Ich schwor dir’s und schloss mit dir einen Bund, spricht Gott der HERR, und, du wurdest mein. (Hesekiel 16,8)

Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus.   (Galater 3,26)

Musik/Lied: EG 398 „In Dir ist Freude“ (an der Orgel der Martin Luther Kirche Zürich Martin de Vargas)

1) In dir ist Freude in allem Leide, o du süßer Jesu Christ!
Durch dich wir haben himmlische Gaben,
du der wahre Heiland bist;
hilfest von Schanden, rettest von Banden.
Wer dir vertrauet, hat wohl gebauet,
wird ewig bleiben. Halleluja.
Zu deiner Güte steht unser G’müte,
an dir wir kleben im Tod und Leben;
nichts kann uns scheiden. Halleluja.

2) Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden
Teufel, Welt, Sünd oder Tod;
du hast’s in Händen, kannst alles wenden,
wie nur heißen mag die Not.
Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren
mit hellem Schalle, freuen uns alle
zu dieser Stunde. Halleluja.
Wir jubilieren und triumphieren,
lieben und loben dein Macht dort droben
mit Herz und Munde. Halleluja.

Wir bedenken in dieser Woche weiterhin den Wochenspruch für die Woche des 1. Sonntags nach Ostern:

„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“  (1. Petrus 3,1)

Worauf hoffen wir, heute für die Zeit danach…: Einige weitere Antworten aus der Mitte unserer Gemeinde, die uns erreicht haben:

„Ich hoffe, dass die Menschen – egal welcher Religion oder ohne – miteinander herzlicher und nicht mehr so gierig, materialistisch, selbstbezogen und rücksichtlos miteinander umgehen. Miteinander geht’s besser! Wir sitzen alle im gleichen Boot, wir bewohnen den gleichen Trabanten!“

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Ich hoffe, dass viele Leute sich so an Videokonferenzen gewöhnt haben, dass einige lange Reisen mit Auto oder Flugzeug für 2 Tage zugunsten des Klimas unterlassen werden.

Und ich hoffe sehr, dass Menschen sich weiterhin so offen und ehrlich füreinander interessieren.

Und ich hoffe sehr, dass wir die Dinge, die wir jetzt zu schätzen gelernt haben, auch weiterhin schätzen und nicht gleich wieder die Welt erobern wollen…

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Die Zeit danach habe ich mir tatsächlich schon länger überlegt, dass es eine richtige, bedeutungsvolle «Zeit danach» geben sollte; wir dürfen diesen Moment des Bewusstwerdens nicht verpassen, ob im spirituellen, politischen, wirtschaftlichen oder zivilgesellschaftlichen Sinn. Ich glaube, ganz viele Menschen wollen nicht mehr «zurück», …… Allein der Moment um 21 Uhr mit unserer Andacht, ist ein Stück Lebenszeit in Verbundenheit geworden, den ich in irgendeiner Form auch «danach» für mich gestalten will.

Ich glaube, dass es jetzt sehr auf uns alle ankommt, wenn wir eine Änderung wollen. Es fängt damit an, dass wir uns diese Frage stellen….. Daran glaube ich – wenn wir mit Bewusstsein und Zuversicht das «neue Leben» wagen, dann werden Dinge möglich, die wir uns in den alten «Sachzwängen» nicht für möglich gehalten hätten!

Lasst und beten:

Gott,

 viele Hoffnungen, Wünsche begleiten uns in dieser Zeit und für die Zeit danach. Schenk uns Kraft und Zuversicht für all unsere Gedanken.

Schenke Deinen Geist der Besonnenheit für alle, die jetzt handeln, forschen, versorgen, entscheiden müssen.

Schenke deinen Geist der Kraft für alle, die in der medizinischen Versorgung und Pflege arbeiten.

Schenke deinen Geist der Liebe für unsere Familien und ihren Zusammenhalt, auch für alle die erkrankt sind und mit ihrem Leben und ihrer Gesundheit ringen.

Besonders bitten wir Dich heute für…..

Am Abend in dieser Osterzeit, in Hoffnung, und in aller Fürsorge:

beten wir gemeinsam

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Zu diesen Gebeten nun noch die Tageslesung aus dem Neuen Testament für heute, 22. April: „Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus!“

Christus ist auferstanden. Die Hoffnung lebt. So gehen wir in diesen Abend im Frieden und mit Gottes Segen:

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Der Gott des Lebens und der Hoffnung:

Er segne uns und behüte uns.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns Frieden
Amen

Musik:

Irischer Segen: „Möge die Strasse“

Audio-Player

  1. Möge die Straße uns zusammenführen
    und der Wind in deinem Rücken sein;
    sanft falle Regen auf deine Felder
    und warm auf dein Gesicht der Sonnenschein.

Refrain: Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott dich fest in seiner Hand;
und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott dich fest in seiner Hand.

  1. Führe die Straße, die du gehst
    immer nur zu deinem Ziel bergab;
    hab wenn es kühl wird, warme Gedanken
    und den vollen Mond in dunkler Nacht.
  2. Bis wir uns mal wiedersehen,
    hoffe ich, dass Gott dich nicht verlässt;
    er halte dich in seinen Händen,
    doch drücke seine Faust dich nicht zu fest.

„Hoffnung auf….“: Bitte schreibt mir doch gern 2-3 Sätze dazu, was ihr denkt, worasuf hofft ihr für die Zeit danach. Oder sendet mir eine Sprachnachricht. Ganz konkret. Was erhofft ihr, was denkt ihr, wofür setzt ihr euch vielleicht ein? Ich werde eure Gedanken aufnehmen und weitergeben in den nächsten Tagen. Danke!

 

 

Luther Gebet Dienstag 21. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel aufgeschlagen auf dem Tisch.

 

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Verbunden bleiben wir im Gebet, durch Deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes, Amen.

 

 

Wir bedenken in dieser Woche den Wochenspruch für die Woche des 1. Sonntags nach Ostern: 

„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“  (1. Petrus 3,1)

 

Musik/Lied: Kleines Senfkorn Hoffnung

  1. Kleines Senfkorn Hoffnung, mir umsosnt geschenkt,
    Werde ich dich pflanzen, dass du weiter wächst,
    Dass du wirst zum Baume der uns Schatten wirft,
    Früchte trägst für alle, alle, die in Ängsten sind.

2.) Kleiner Funke Hoffnung, mir umsonst geschenkt,
Werde ich dich nähren, dass du überspringst,
Dass du wirst zur Flamme, die uns leuchten kann,
Feuer schlägt in alle alle, die im Finstern sind.

3.) Kleine Träne Hoffnung, mir umsonst geschenkt,
Werde ich dich weinen, dass dich jeder sieht,
Dass du wirst zur Trauer, die uns handeln macht,
Leiden läßt mit allen allen, die in Nöten sind.

https://www.youtube.com/watch?v=9Au9sAzI1_E

Gestern waren es Gedanken zum Thema „wie neugeboren“, heute.  ein Gedanke zum Thema „Hoffnung“:

Hoffnung kann ein kleines Senfkorn sein, eine kleine Träne, ein kleiner Funke, wie in dem Lied von Ludger Edelkötter. Hoffnung gesund zu werden. Gesund zu bleiben. Hoffnung auf ein wieder annähernd normales Leben. Hoffnung auf echte Begegnungen. Hoffnung auf die Bewahrung der Schöpfung. Hoffnung, den einen und die andere bald wiederzusehen. Hoffnung dass es genug medizinische Versorgung gibt für alle, hier wie weltweit.

Hoffnung kann also auch ein kleiner Schritt, eine kleine Nahrung sein.

Hoffnungen….: was erwarten wir für die Zeit danach? Hier schon zwei kurze Voten noch auf die Frage von gestern Abend.

„Wir glauben, dass wir noch viel Zeit zum Überlegen haben werden. Denn die Zeit nach „Corona“ wird für uns Ältere noch nicht so bald beginnen.

Wir hoffen, dass es für uns überhaupt eine Zeit danach geben wird, denn

wir wissen nicht, was uns noch erwartet.

Wir sind bereits jetzt dankbar, bisher gesund geblieben zu sein, wofür

wir auch in der Zeit danach dankbar sein würden.

Wir erhoffen für uns, bald wieder an einem Gottesdienst teilnehmen zu dürfen. Wir dürfen dankbar sein, wenn wir diesen in der Kirche Unterstrass mit „Abständen“ feiern können. Und dass das dann ein Lob- und Dankgottesdienst sein möge.

Freuen würde uns, wenn dann auch die Beteiligung ebenso groß sein wird und hoffentlich auch bleiben wird, wie es in dieser Zeit der „Quarantaine“ zu sein scheint.“

„35 Tage im Hausarrest. Es waren Tage der Besinnung für mich älteren Menschen. Wir sind in der Familie in guter Weise näher aufeinander zugegangen, auch in der Kirchgemeinde, sind rücksichtsvoller, Sorgen haben sich verlagert, haben öfter die Hände gefaltet. Möge es im danach bleiben.“

Wir wollen beten:

Danke, guter ewiger Gott,

Du schenkst uns das Leben. Du gibst uns Hoffnung.

Das ist ein Reichtum. Danke.

Lass uns hoffen auf Frieden auf dieser Erde und gerade auch jetzt zuhaus.

Wir bitten Dich, erhöre uns.

Lass uns hoffen auf Mittel, die Krankheiten wie Covid-19 und andere lindern und auch besiegen.

Wir bitten Dich, erhöre uns.

Lass uns hoffen auf weiterhin guten Zusammenhalt, hier in unserem Land, in unseren Häusern und Gemeinschaften, so wie weltweit, gerade auch mit den Menschen an die wir denken und die wir lange nicht gesehen haben….

Wir bitten Dich, erhöre uns.

Lass uns hoffen auf die Bewahrung Deiner Schöpfung, Tierwelt, Pfklanzenwelt, Menschenwelt.

Wir bitten Dich, erhöre uns.

Jeden Tag neu lass uns von diesen grossen wie kleinen Hoffnungen leben. Und danach tun.

Wir bitten Dich, erhöre uns.

Am Abend in dieser Osterzeit, in Hoffnung, und in aller Fürsorge:

beten wir gemeinsam

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Zu diesen Gebeten nun noch die Tageslesung aus dem Neuen Testament für heute, 21. April: „Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark!“ (1. Kor 16,13)

Christus ist auferstanden. Die Hoffnung lebt. So gehen wir in diesen Abend im Frieden und mit Gottes Segen:

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Der Gott des Lebens und der Hoffnung:

Er segne uns und behüte uns.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns Frieden
Amen

Musik:

J.S. Bach, Kantate BWV 42 zum Sonntag Quasimodogeniti: Nr. 7 Choral „Verleih uns Frieden gnädiglich“ |

https://www.youtube.com/watch?v=Tzf2m1zODsI

„Hoffnung auf….“:

Bitte schreibt uns doch gern 2-3 Sätze dazu, was ihr denkt, worasuf hofft ihr für die Zeit danach. Oder sendet eine Sprachnachricht. Ganz konkret. Was erhofft ihr, was denkt ihr, wofür setzt ihr euch vielleicht ein? Ich werde eure Gedanken aufnehmen und weitergeben in den nächsten Tagen.

Danke!

Luther Gebet zuhaus Montag 20. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel aufgeschlagen auf dem Tisch.

 

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Verbunden bleiben wir im Gebet, durch Deinen Geist.

Wir sind mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes, Amen.

Gebet

„Wie neugeboren“ – so darf ich mich fühlen vor Dir, Gott.

Ich spüre das Leben, das erwacht,

will den Mut fassen, dem meine Angst und Zweifel weichen.

Denn ich lebe von der Hoffnung, die du, Gott, mir schenkst,

von dem Erbe, das du für mich bewahrst,

von der Freude, die du, Gott, mir bereitest

durch die Auferstehung deines Sohnes Jesus Christus.

Ja, Gott, Du willst uns verwandeln:

„Wie neugeboren“.

Amen.

Lied: „Alle Knospen springen auf, fangen an zu blühen“

Alle Knospen springen auf, fangen an zu blühen.
Alle Nächte werden hell, fangen an zu glühen.
Knospen blühen, Nächte glühen,
Knospen blühen, Nächte glühen.

Alle Menschen auf der Welt fangen an zu teilen.
Alle Wunden auf der Welt fangen an zu heilen.
Menschen teilen, Wunden heilen,
Knospen blühen, Nächte glühen.

https://www.golyr.de/kirchenlieder/songtext-alle-knospen-springen-auf-380953.html

Wochenspruch für die Woche des 1. Sonntags nach Ostern:

„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“  (1. Petrus 3,1)

Quasimodogeniti, wie neu geboren, so heisst der Sonntag, mit dem diese Woche begonnen hat. Wie neugeboren…was bedeutet das für uns jetzt? Sind wir nicht alle noch beschäftigt mit der Zeit wie sie uns jetzt seit über 5 Wochen prägt?

Wie neugeboren: Was macht diese Corona-Krise mit uns? Mit unserer Gesellschaft? Mit unserer Welt? Noch stecken wir mittendrin – aber viele fragen sich inzwischen: Wie sieht die Zeit nach Corona aus? Für Prognosen, Visionen, Einschätzungen und auch Forderungen gibt es viele, die jetzt nachdenken. Damit meine ich nicht die fast romantischen Bilder von der Ruhe und Entspannung, kein Fluglärm, weniger Verkehr usw. Diese Ruhe tut der Natur und auch vielen Menschen gut, aber für manche bedeutet sie noch mehr Einsamkeit im allein sein müssen.

Ich meine mit dem Weiterdenken die, die ernsthaft über das Leben in unserer Gesellschaft und auf unserer Erde nachdenken. Gerade jetzt. Seit dem 6. April gibt es zum Beispiel den sog. „After Corona Club“ beim NDR in Hamburg – einen Debattierclub unserer Zeit: die Journalistin Anja Reschke spricht darin mit Fachleuten aus Psychologie und Wirtschaft, Soziologie und Politik, Wissenschaft und Medizin. Über die Krise und die Folgen daraus. Ideen für andere Formen von Nähe, von anderen Formen von Mobilität und des Zusammenlebens und der Bewahrung der Schöpfung.

Was ist für uns danach? Wann ist „danach“? Wie stellen wir uns ein „neugeboren“ vor?

„Wie neugeboren“ – neues Leben ist uns in Aussicht gestellt. Tod und Krankheit sind um uns, aber: sie haben von Gott her nicht das letzte Wort.

Die Auferstehung neuer Liebe, neuer Freude, neuer Gerechtigkeit ist keine leere Hoffnung mehr. Ostern hat die Hoffnung auf neues Leben gültig gemacht.

Wie neugeboren: verlieren wir das nicht aus dem Blick. Nehmen wir das in den Blick. Amen.

 

Ich bitte für…


…alle, die ich lieb habe,

denke an sie.

Ich wünsche ihnen…

Ich denke an alle Kranken.

Und an alle Kranken in Krankenhäusern,
die keinen Besuch haben können.

Sei ihnen nah…

Ich denke an alle, die helfen.

Sie setzen sich und ihre Kraft und ihre Gaben ein füreinander.

Lass sie gesund bleiben.

Ich denke an / Ich bitte für…

Am Abend in dieser Osterzeit, in Hoffnung, und in aller Fürsorge:

beten wir gemeinsam

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Christus ist auferstanden. Er lebt. Er ist bei uns zuhause. So gehen wir in diesen Abend im Frieden und mit Gottes Segen:

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Der Gott des Lebens:

Er segne uns und behüte uns.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns Frieden
Amen

EINLADUNG: „Wie neugeboren“ –

neues Leben ist uns in Aussicht gestellt. Bitte schreibt mir doch gern 2-3 Sätze dazu, was ihr denkt. Oder sendet mir eine Sprachnachricht. Ganz konkret. Was erhofft ihr, was denkt ihr, wofür setzt ihr euch vielleicht ein? Ich werde eure Gedanken aufnehmen und weitergeben in den nächsten Tagen. Danke!

Musik: J. S. Bach, “Halt im Gedächtnis Jesum Christ“ Chor Nr. 1 BWV 67 für den Sonntag Quasimodogeniti„Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auferstanden ist von den Toten.“

https://www.youtube.com/watch?v=2YKPeR9I61k&list=TLd-moTU_DssmQAdFFTxwrr4LDa_lxpF3R

 

Luther Gebet, Sonntag Quasimodogeniti 19. April 2020 Gottesdienst zuhaus

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Am heutigen Sonntag, wo es möglich ist, eine Taufkerze.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes, Amen.

Der heutige Sonntag trägt den Namen «Quasimodogeniti». Übersetzt heisst das «Wie die neugeborenen Kinder». Der Name des Sonntags leitet sich vom Beginn der frühen lateinischen Antiphon ab: Quasi modo geniti infantes, Halleluja, rationabile, sine dolo lac concupiscite. (1. Petr 2, 2; deutsch: Wie die neugeborenen Kindlein seid begierig nach der vernünftigen, lauteren Milch).
Der Sonntag Quasimodogeniti erinnert uns daran, dass wir durch die Taufe Gottes Kinder geworden sind. In der frühen Christenheit trugen diejenigen, die an Ostern getauft worden waren, an diesem Sonntag weisse Gewänder.

Die Bibel spricht von der Taufe als von einer neuen Geburt „durch Wasser und Heiligen Geist“. Es ist wichtig und schön sich immer wieder an die Taufe zu erinnern. Sie liegt zwar bei vielen von uns lange schon zurück, dennoch hat sie ein Leben lang Gültigkeit. Die Taufe sagt uns: «Du bist ein Kind Gottes. Gott liebt dich wie eine Tochter und wie einen Sohn. Und er hat in der Taufe versprochen dich zu begleiten, wie der beste Vater und die beste Mutter. Und niemand und nichts wird dich je aus Gottes Hand entreissen». Es ist schön mit diesem Versprechen Gottes durch das Leben zu gehen.

Wir SINGEN oder LAUSCHEN «Grosser Gott wir loben»

https://www.youtube.com/watch?v=duw26DL5lXU

Großer Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit.

Alles, was dich preisen kann, Kerubim und Serafinen
Stimmen dir ein Loblied an, alle Engel, die dir dienen,
Rufen dir stets ohne Ruh‘: „Heilig, heilig, heilig!“ zu.

Sieh dein Volk in Ganden an. Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe;

Leit es auf der rechten Bahn, dass der Feind es nicht verderbe.

Führe es durch diese Zeit, nimm es auf in Ewigkeit

GEBET

Gott, Schöpfer der Welt,

öffne unsere Augen, um deine Gegenwart zu sehen,

unsere Seelen, um deine Gegenwart zu fühlen,

unsere Herzen, um deine Gegenwart zu lieben,

hier in deiner Schöpfung

und einst in deiner Ewigkeit

Wohin wir uns auch wenden, barmherziger Gott,

erblicken wir dein Angesicht,

finden Spuren deiner Sorge für diese Welt.

Wir bitten dich:

Tröste wie eine Mutter alle, die sich in diesen Tagen um einen kranken Menschen sorgen und kümmern….

Tröste alle, die sich in diesen Tagen einsam und allein fühlen…

Tröste alle, die sich in diesen Tagen um ihre materielle Sicherheit sorgen….

Hilf allen, die in diesen Tagen krank sind an Leib und Seele.

Lass uns stark sein miteinander und füreinander,

achtsam und besonnen,

verbunden mit dir und allem, was lebt.

AMEN

TAUFE:

Da wo es möglich ist, können nun die Taufkerzen und Tauffotos angesehen werden. Da wo es möglich ist, können nun die Taufsprüche lauf vorgelesen werden.

Und vielleicht…. Wenn ein Geburtstagskalender da ist, könnte man nun den Tauftag hier eintragen, so dass man jedes Jahr daran erinnert wird. Der Tauftag darf auch gefeiert werden, so wie der Geburtstag.

EVANGELIUM: Markus 10, 46-52 erzählt vom SONNTAGSMALER: Die Geschichte vom blinden Barthimäus, der zu Jesus rief, weil er Hilfe brauchte.

Für unsere Kinder, aber nicht nur…          

https://www.youtube.com/watch?v=Jd5c6DDZuXE

GLAUBENSBEKENNTNIS. Wir bekennen gemeinsam unseren christlichen Glauben.

Ich glaube an Gott,
den tragenden Grund in meinem Leben.
Ich kann seine Spur entdecken
In der Schöpfung, in der Stille,
im Guten, im Menschen,
in allem Geheimnisvollen des Lebens,
das uns übersteigt.

Ich glaube an Jesus,
unsern Befreier.
Durch seine Lebensfreude
und seine heilende Zuwendung
kann ich erfahren,
wie Gott mit uns umgeht.
Er erlöst uns
von den Allmachtsphantasien,
alles selber machen zu müssen.

Ich glaube an die Kraft der Freundschaft,
an die Lebensspende Hoffnung,
in der wir die Geistkraft Gottes erfahren.
Sie bewegt uns zur Zärtlichkeit
und zum Aufstand für das Leben.

Sie führt uns zusammen,
um die Kirche zu erneuern
im Engagement für ein Leben
vor dem Tod – für alle –
und in der Hoffnung
auf ewiges Leben.
Amen.

Wir SINGEN oder LAUSCHEN «Ins Wasser fällt ein Stein» gesungen von «Die Priester»

Ins Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich, still und leise;
und ist er noch so klein, er zieht doch weite Kreise.
Wo Gottes große Liebe in einen Menschen fällt,
da wirkt sie fort in Tat und Wort hinaus in uns’re Welt.

Ein Funke, kaum zu seh’n, entfacht doch helle Flammen;
und die im Dunkeln steh’n, die ruft der Schein zusammen.
Wo Gottes große Liebe in einem Menschen brennt,
da wird die Welt vom Licht erhellt; da bleibt nichts, was uns trennt.

Nimm Gottes Liebe an. Du brauchst dich nicht allein zu müh’n,
denn seine Liebe kann in deinem Leben Kreise zieh’n.
Und füllt sie erst dein Leben, und setzt sie dich in Brand,
gehst du hinaus, teilst Liebe aus, denn Gott füllt dir die Hand.

BIBLISCHES VOTUM: Predigttext Jesaja 40, 26-31

26 Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat all dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt. 27 Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht an meinem Gott vorüber«? 28 Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. 29 Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. 30 Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; 31 aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Amen.

Predigt siehe unten am Schluss!

Wir SINGEN oder LAUSCHEN: Irischen Segenswunsch gesungen vom Jugendchor aus Hannover

 Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen,
mögest du den Wind im Rücken haben.
Und bis wir uns wiedersehn, und bis wir uns wiedersehn,
möge Gott seine schützende Hand über dir halten.
Und bis wir uns wiedersehn, und bis wir uns wiedersehn,
möge Gott seine schützende Hand über dir halten.

Möge warm die Sonne dir dein Gesicht bescheinen,

möge sie dir Glanz und Wärme geben. 

Und bis wir uns wiedersehn, und bis wir uns wiedersehn,

möge Gott seine schützende Hand über dir halten.

Und bis wir uns wiedersehen, und bis wir uns wiedersehn,

möge Gott seine schützende Hand über dir halten.

 

GEBET

Herr, wir glauben, hilf unserm Unglauben.

Auf dich hoffen wir, stärke unser Vertrauen.

In Liebe möchten wir leben, mach uns deiner Liebe gewiss.

Öffne unsere Augen, dass wir deine Wunder sehen.

Wecke unsern Geist, dass wir erfahren,

was du unter denen schaffst, die auf dich hoffen.

Gott hilf uns, dass wir nicht unguten Mächten verfallen.

Gib, dass unsere Wünsche den Tag nicht verdunkeln,

dass unsere Gedanken nichts Böses anrichten,

dass unsere Worte niemandem wehtun,

dass unser Verhalten keinem die Hoffnung nimmt.

Vielmehr lass uns mit unserem Vorhaben und Tun,

Freude machen und andere aufatmen lassen,

soweit sie es vermögen.

Lass uns Aufmerksamkeit schenken,

Hoffnung stiften,

Zuversicht wecken. 

Hindere uns, Türen zu verriegeln.

Lehre uns zu warten, bis deine Zeit kommt;

zuzuhören, was andere bewegt;

zu schweigen, wo wir an Grenzen kommen,

das rechte Wort sagen im passenden Augenblick.

Hilf uns mit deiner österlichen Kraft,

damit Angst weichen kann,

Misstrauen genommen

und Abscheu unter uns überwunden werden.

Lebendiger Gott umfange uns alle

Glückliche und Bedrückte,

Lebende und Sterbende

mit deinem Leben.

Und alles, wofür wir in keine Worte finden, legen wir in die Worte, die Christus uns gelehrt hat und beten verbunden mit Christinnen und Christen rund um den Erdball und verbunden durch alle Zeiten:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

 Segne uns, Gott,

die Erde unter unseren Füßen,

segne uns, Gott,

den Weg, auf dem wir gehen,

segne uns, Gott,

das, was wir so sehr wünschen.

Du, der du ewig bist,

segne uns unsere Rast.

Segne uns,

worauf sich unser Glaube richtet.

Segne uns,

worauf sich unsere Liebe richtet.

Segne uns,

worauf sich unsere Hoffnung richtet.

Gott des Lebens,

segne uns den Blick unserer Augen und Herzen.

Amen

PREDIGT

Es war zum Müde-Werden damals bei Jesaja. Und sie sind uns seltsam nahe, die Menschen im Exil in Babylonien, so lange vor unserer Zeit, herausgeführt aus ihrem Land in eine fremde Umgebung, voller Hoffnung auf eine Rückkehr und ein Danach.

Wir wurden nicht in ein fremdes Land herausgeführt, sondern aus unserem Alltag herausgeführt. In unserem Land, auf unseren Strassen in unserem Leben hat sich eine andere Art Fremdheit festgesetzt. Fast surreal ist es. Leer und still die Straßen, die täglichen Wege nur eilig und auf das Notwendigste beschränkt. Menschen begegnen sich nur noch auf Abstand, die Hand geben, sich umarmen ist nicht erlaubt und selbst ein freundliches Lächeln muss hinter einer Maske verschwinden. So wird es bleiben, noch für Wochen vielleicht.

Wenn es so lange geht, beginnt die Kraft zu erlahmen. Es ist zum Müde-Werden, sagen die einen. Es ist zum Schreien, sagt eine andere. Mit jedem neuen Tag habe ich mehr Sorge, mehr Angst, bin ich trauriger – erzählt mir die nächste.  Ich habe keine Motivation mehr – sagt mir ein Schüler. Meine Kinder haben einen Koller – klagt eine Mutter.

Wir sind nicht die ersten und die einzigen, die müde werden. Es ging schon anderen Menschen zu anderen Zeiten so. Und wir sind auch jetzt nicht allein damit, denn es geht ja allen Menschen so, in unserem Land und auf der ganzen Welt. Niemand hat je so etwas erlebt, es ist für alle das erste Mal und keiner ist es gewohnt. Es ist, als wäre allen Menschen die Welt zur Fremde geworden.

Und in so einer Situation reichen die kleinen Antworten nicht mehr. Auch nicht die Antwort, dass es uns in unserem Land ja vergleichsweise sehr gut geht, viel besser als anderen auf der Welt. Denn müde bis zur Verzweiflung muss man ja erst recht werden, wenn sich jetzt schon zeigt, wie dies überall am schlimmsten die Armen und Schwachen trifft.

Die Müden zur Zeit Jesajas haben eine große Antwort bekommen, eine, die sie gezwungen hat, aufzublicken, anstatt immer nur nach unten zu sehen.

Denn das ist nicht die Perspektive der Menschen, die zu Gott gehören.

Ihre Perspektive ist eine andere: „Hebt eure Augen in die Höhe und seht!“ Wo du auch hinblickst, da ist Gott, fern und nah zugleich und immer da.

Wenn du müde bist, dann schau auf.

Stell dich hin.

Dann richtest du deinen krummen Rücken auf.

Wirbel für Wirbel.

Dann machst du die Augen auf und schaust.

Nach oben in die Nacht.

Weißt du wieviel Sternlein stehen?

Hör auf die vielen Namen, die Gott ausspricht.

Hast du es nicht begriffen?

Dann schau auf die Erde und die Pflanzen, die darin Wurzel schlagen.

Du hast keine Kraft?

Gott hat Kraft und bietet sie dir an.

«28 Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. 29 Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden».

„Weißt du nicht? Hast du nicht gehört?» das ist ein Wach-Ruf an die Müden zu allen Zeiten. Gott wird nicht müde noch matt. Er gibt dort Kraft und Stärke, wo wir das Gefühl haben am Ende zu sein.

Und so sehe ich neben der Müdigkeit auch so viel Kraft, an jedem Tag neu.

Am Anfang, als alles so fremd und ungewohnt war, gab es häufig Streit, besonders dort, wo auf einmal alle den ganzen Tag zusammen waren, die Kinder zuhause, die Eltern im Home-Office. Jetzt schon sagen viele, dass es auch schön ist, einmal so lange als Familie zusammen sein zu können.

Am Anfang haben sich viele, besonders Ältere, vor der Einsamkeit gefürchtet. Und haben erlebt, wie viel mehr Aufmerksamkeit und Sorge füreinander es auf einmal gibt. Einkaufsservice, Kuchen im Treppenhaus und jeden Tag ein Anruf.

Am Anfang haben wir gedacht, wie es gehen soll, wenn Gottesdienste und Veranstaltungen in den Gemeinden lange Zeit nicht stattfinden können. Und dann gab es so viele Ideen und eine große Kreativität, um Gottes Wort auch unter diesen besonderen Umständen zu verkündigen.

Wir haben neue Kraft bekommen. Uns sind Flügel gewachsen.

Wie werden wir uns wiederfinden in dem großen „Danach“,

wie werden wir einmal auf diese Zeit zurücksehen, als wir fremd waren in unserem eigenen Land?

Ich glaube, wir werden uns nicht an die Müdigkeit erinnern.

Sondern an die Kraft, an die Flügel.

Was wir tragen konnten.

Und wie getragen wir sind.

Amen.

Luther Gebet Samstag, 18. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel aufgeschlagen auf dem Tisch.

 

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes, Amen.

Wir danken für diese nun zu Ende gehende Woche und sprechen Martin Luthers Abendsegen:

Abendsegen

Ich danke dir, mein himmlischer Vater,
durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn,
dass du mich diesen Tag
gnädiglich behütet hast,
und bitte dich, du wollest mir vergeben
all meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe,
und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten.
Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele
und alles in deine Hände.
Dein heiliger Engel sei mit mir,
dass der böse Feind keine Macht an mir finde,.

Musik/Lied EG 100: „Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit, denn unser Heil hat Gott bereit‘.“ 

https://www.youtube.com/watch?v=dMy7CimHqEY

Meditation:   Nicht sehen und doch glauben….

Genau eine Woche nach Ostern. Jesus erscheint seinen Jüngern. Kann man das wirklich glauben? Auferstehung? Wiedersehen, mit ihm? Wenn der auferstandene Christus vor dir stünde, würdest Du glauben? Nein? Du würdest vermuten, das alles ist Trickserei oder nur eine Vision, nicht wirklich, echt??

Der Ausdruck „Ungläubiger Thomas“? handelt von der biblischen Osterlegende, die von einem Thomas handelt. Die Legende geht ungefähr so:

Jesus ist vor ein paar Tagen getötet worden. Die Jünger sind tieftraurig. Sie haben Angst, man könne auch sie verhaften. Darum schließen sie die Türen fest zu. Sie sind beieinander, ohne Jesus. Der ist ja tot. Aber nein, plötzlich ist Jesus mitten unter ihnen. Er lebt. Leider ist Thomas nicht dabei. Die Jünger erzählen es ihm später: „Jesus ist auferstanden, er war bei uns.“ „So“, sagt Thomas, „und das soll ich euch jetzt glauben? Nein, solange ich ihn nicht selbst gesehen habe und meine Hände in seine Wunden gelegt habe, werde ich das nicht glauben.“ Nach einer Woche: sie sind wieder zusammen. Die Türen sind fest verschlossen. Plötzlich ist Jesus mitten unter ihnen. Er sagt zu Thomas: „Komm, und leg deine Finger in meine Wunden. Und zweifle nicht, sondern glaube.“

Thomas ist wie gelähmt, er ruft: „Mein Herr und mein Gott“. Darauf Jesus: „Weil du mich gesehen hat, darum glaubst du. Selig sind die nicht sehen und doch glauben.“

Das ist die Pointe der Geschichte, und ihre Botschaft. „Glaubt an mich, nur: sehen werdet ihr mich nicht.“ Was heißt überhaupt: „Glauben“? Heißt Glauben: etwas nicht wissen? Heißt Glauben: etwas vermuten? Oder heißt Glauben: jemandem vertrauen? Sich auf etwas fest verlassen? Selig sind, die mich nicht sehen, und doch so leben, als gäbe es mich. Nicht schlecht! Glauben heißt auch: tu so als ob. Tu einfach mal so, als ob Jesus selbst zu dir sagt: mach dich nicht verrückt mit endlosen Sorgen in dieser Zeit.

Bist du traurig, dann tu so, als ob Jesus dir selbst Trost zuspricht.

In einer schönen Stunde sprich einfach – als ob er es hört : „Danke, Herr, dass es mir gut geht.“ Oder, wenn es dir ganz dreckig geht, tu einfach mal so, als ob er das hören könnte, was du ihm zu klagen hast. Tu einfach mal so, als ob er den betenden Gedanken zuhört. So tun als ob. Das ist schon eine erste Form von echtem Glauben. Vertrauen auf das was man nicht sieht. Darauf dass alles gut werden wird. Der amerikanische Clown Charlie Rivel sagte einmal: „Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher.“ Leben und Glauben als ob. Kann wirklich befreiend sein. Und alles in dieser Richtung findet Jesus gut: Denn: Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Amen.

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Gebet für alle Menschen aus Taizé:

Lass deinen Frieden unter uns erstrahlen und befreie uns in deiner Liebe. Herr, wir bitten dich: Kyrie eleison. (Orgel Martin-Luther Kirche Zürich, Martin de Vargas)

Für alle Christen auf der ganzen Erde,

Für alle, die dir in deiner Kirche dienen, bitten wir dich:                  Kyrie eleison.

Für alle, die im Exil leben müssen oder auf der Flucht sind,

Für alle Gefangenen und alle Opfer der Unterdrückung,

Für alle Leidgeprüften und Bedrückten, für alle, die Hilfe und Barmherzigkeit brauchen, bitten wir dich:                                                                       Kyrie eleison.

Für uns, die wir hier versammelt sind, lass uns stets einander beistehen;

Dass wir, befreit von aller Schuld, Menschen des Vertrauens bis zum Ende seien, bitten wir dich:                                                                                       Kyrie eleison.

Dass wir Wege finden, die Güter der Erde besser unter allen Menschen zu teilen,

Dass wir in der Gemeinschaft mit allen heiligen Zeugen Hoffnung und Mut finden, bitten wir dich:                                                                                      Kyrie eleison.

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Am letzten Abend in dieser Osterwoche, in Hoffnung, und in aller Fürsorge:

beten wir gemeinsam

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Christus ist auferstanden. Er lebt. Er ist bei uns zuhause. So gehen wir in diesen Abend der Osterwoche im Frieden und mit Gottes Segen:

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Der Gott des Lebens:

Er segne uns und behüte uns.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns Frieden
Amen

 

Musik: „Bleib bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt.“ Chor von Joseph Rheinberger. Op. 69, Nr. 3. Cambridge Singers

Luther Gebet Freitag, 17. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel aufgeschlagen auf dem Tisch.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes, Amen.

Barmherziger Gott,

Der Tag klingt aus und wir vertrauen uns dir an.

In der Stille die einen, mit Worten die anderen.

Danke, dass du uns kennst und auf unser Herz achtest

Und auf unser Gebet hörst.

Am Ende des Tages wollen wir uns nochmals dein Wort für heute vor Augen halten.

Es tröstet und stärkt.

Biblische Tageslosung 17.4.2020:

Sei mir ein starker Hort, dahin ich immer fliehen kann, der du zugesagt hast, mir zu helfen.  (Psalm 71,3)

Biblischer Lehrtext  17.4.2020:

«Der Herr wird mich erlösen von allem Übel und mich retten in sein himmlisches Reich. (2. Timotheus 4,18)

GEBET:

«Gott, was ich erträume, hast du schon getan.

Seh ich den Weg nicht, gehst du ihn voran.

Was ich auch denke bei Tag und bei Nacht,

du, Gott, hast immer schon an mich gedacht.

Forme mein Wesen und führ meinen Sinn;

bring mich zurück, wenn ich nicht bei dir bin.

Will meine Seele vor Sehnsucht  vergehen,

lass du ein Bild deiner Zukunft entstehen» (Stefan Weller)

Amen

 

LIED: Die heilige Teresa von Avila muss eine ganz besondere Frau gewesen sein. Sie hat den Text des heutigen Liedes geschrieben:

Nada te turbe – nichts soll dich beunruhigen.

Nada t‘ espante – nichts dich erschrecken,

Todo se pasa – alles vergeht,

Dios no se muda – Gott bleibt derselbe.

La paciencia todo lo alcanca – Geduld erreicht alles.

Quien a Dios tiene nada le falta – Wer Gott hat, dem fehlt nichts.

Solo Dios basta – Gott allein genügt.   

Nichts soll dich beunruhigen, nichts dich schrecken. Alles vergeht, Gott bleibt derselbe. Geduld erreicht alles. Wer Gott hat, dem fehlt nichts. Gott allein genügt.

Taizé – Nada te turbe

Nada te turbe, nada te espante;
Quien a Dios tiene, nada le falta.
Nada te turbe, nada te espante:
Sólo Dios basta.

MEDITATION

Auf Flügeln des Adlers:

«Alle, die auf den HERRN vertrauen, bekommen immer wieder neue Kraft, es wachsen ihnen Flügel wie dem Adler». (Jesaja 40,31a)

Wenn ich Flügel hätte, dann würde ich mich einfach aufschwingen und Abstand gewinnen können; abheben aus dem finsteren Tal oder tiefen Loch, in dem ich mich gerade befinde; die Sonne wieder sehen, die größere Perspektive gewinnen.

Könnte ich durch Gottvertrauen so eine weite Perspektive bekommen? … den Blick dafür, dass der Weg nach dem finsteren Tal auch wieder heller wird?!

Aus der neuen Perspektive des Gottvertrauens und des Glaubens würden aber auch manche meiner momentanen Einschätzungen und Bewertungen korrigiert werden müssen: Warum nenne ich denn eigentlich manches „hell“ und anderes „dunkel“? … warum das eine „richtig“ und das andere „falsch“?

Als Albert Einstein in den Himmel kam, teilte man ihm mit, dass er einen Wunsch frei hätte.

Nach kurzer Überlegung wünschte er sich, die „Weltformel“ zu erfahren. Gott war einverstanden und begann, eine lange Formel aufzuschreiben. Einstein las jede Zahl aufmerksam mit. Dabei wurde er immer nervöser.

„Aber die ist ja voller Fehler!“ platzte es plötzlich aus ihm heraus.

„Ich weiß“, antwortete Gott lächelnd.

Ich wünsche es Ihnen und ich wünsche es mir, dass wir in dieser Zeit eine neue Perspektive für das Leben finden. Für das, was uns kostbar ist und wichtig.

Und auch für das, was zu tun richtig ist für uns und diese Welt.

«Alle, die auf den HERRN vertrauen, bekommen immer wieder neue Kraft, es wachsen ihnen Flügel wie dem Adler. (Jesaja 40,31a)

GEBET:

Wir alle sehnen uns nach Normalität und Alltag.
Die Isolierten sehnen sich nach Gemeinschaft.
Die Kranken nach Gesundheit.
Die ohne Arbeit nach Aufträgen und Tätigkeit.
Die Kinder sehnen sich nach der Schule und Gspändli.
Die Überarbeiteten nach Pause und Aufatmen. 

Hilf uns, aus- und durchzuhalten.
Schenk uns Erfahrungen und Erkenntnisse,
die, auch wenn der Alltag sich wieder eingestellt haben wird,
uns und unser Zusammenleben positiv prägen werden. 

In der Stille bringen wir die Menschen vor dich, die unserem Herzen nahe sind

In der Stille bringen wir vor dich, was uns Sorge bereitet

In der Stille danken wir dir für das, was wir heute an Gutem erfahren haben.

Und alles, wofür wir in keine Worte finden, legen wir in die Worte, die Christus uns gelehrt hat
und beten verbunden mit Christinnen und Christen rund um den Erdball und verbunden durch alle Zeiten:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Nichts soll dich beunruhigen, nichts dich schrecken.

 

Alles vergeht,

Gott bleibt derselbe.

erreicht alles.

Wer Gott hat, dem fehlt nichts. 

Gott allein genügt.

Gott segne uns und behüte uns.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns Frieden
Amen

 

Luther Gebet Donnerstag, 16. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel aufgeschlagen auf dem Tisch.

 

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes, Amen.

Biblische Tageslosung 16.4.2020:

Weh denen, die weise sind in ihren eigenen Augen und halten sich selbst für klug!      Jesaja 5,21

Biblischer Lehrtext: Wir haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, damit wir wissen, was uns von Gott geschenkt ist.     1. Korinther 2,12

Lied: „Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, https://www.youtube.com/watch?v=VJ9u0JLPaDk

nach dir, dich zu sehn, dir nah zu
sein. Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück, nach Liebe, wie nur du sie gibst.
1. Um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung bitten wir. In Sorge, im Schmerz –
sei da, sei uns nahe, Gott.
2. Um Einsicht, Beherztheit, um Beistand bitten wir. In Ohnmacht, in Furcht –
sei da, sei uns nahe, Gott.
3. Um Heilung, um Ganzsein, um Zukunft bitten wir. In Krankheit, im Tod –
sei da, sei uns nahe, Gott.
4. Dass du, Gott, das Sehnen, den Durst stillst, bitten wir. Wir hoffen auf dich –
sei da, sei uns nahe, Gott.
Text: Eugen Eckert, Melodie: Anne Quigley

Weisheit und Klugheit, darum geht es in den Worten des Tages aus dem Jesaja-Buch.

Es beginnt mit einem Wehe-Ruf an die, die sich selbst für klug und weise halten. Da brauchen wir nicht nur über den Atlantik nach Westen zu schauen…, dieser Blick ist ja eh fast unerträglich. Auch hier in der Schweiz ist Selbstüberheblichkeit nicht angesagt. Klugheit und Weisheit sind unschätzbare Tugenden in diesen Tagen. Dabei ist es bei so vielen Meldungen und Experten oder sogenannten Experten oft nicht zu unterscheiden, was wirklich klug und weise ist. Lockdown lockern, aber wie…geht man dabei Risiken ein, muss man später wieder etwas zurücknehmen…können wir die Geister unterscheiden? Ich meine, Klugheit und Weisheit haben immer schon und erst recht in diesen Tagen mit einem anderen alten Wort zu tun: Demut. Die Demut zu wissen, dass wir nicht alles wissen können. Die Demut, einwilligen zu können das wir nicht auf alle Fragen eine Antwort bekommen, auch im Moment nicht. Demut hat auch mit Geduld zu tun, und vor allem auch damit, vieles in Gottes Händen zu wissen. Demut ist nicht, sich dem Schicksal ausgeliefert zu fühlen, Demut macht vor allem klug und weise. In unserer Welt, in der alles zur Zeit immer undurchsichtiger und unübersichtlicher wird, brauchen wir Klugheit, um unser Leben gut führen zu können. Und Weisheit kann alles was wir fühlen und denken, in einen grösseren Zusammenhang bringen.

Das ist für Christenmenschen dann der Geist aus Gott, den wir empfangen haben, mit unserer Taufe. Daran erinnern wir uns in dieser Osterwoche. Gottes Geist lässt uns erkennen, dass die wesentlichen Dinge im Leben Geschenk sind. Das Leben selbst. Die Gemeinschaft in Familie und andere Formen. Die wunderbare Schöpfung Gottes, zu der wir als ein kleiner Teil gehören. Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Welt und nicht der Furcht, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

Bei allem was nun heute wieder für die Schweiz und unser Zusammenleben hier neu entschieden und verlängert wurde: dieser Geist möge uns leiten. Amen.

 

Unsere

Fürbitten:

beginnen heute mit dem ältesten Gebet in deutscher Sprache (ursprünglich althochdeutsch), dem

„Wessobrunner Gebet“, benannt nach dem altbairischen Kloster Wessobrunn. (Entstehung um 790 oder bald danach, erhaltene Abschrift um 814.)

„Als Erde nicht war noch hoher Himmel,

noch Baum noch Berg nicht war,

noch Sonne nicht schien noch Stern,

noch Mond nicht leuchtete

noch das mächtige Meer,

als nirgends nichts war aller Enden und Wenden:

da war der eine allmächtige Gott,

der Herren mildester;

bei ihm viele Geister voll Herrlichkeit.

Doch eher als sie war der heilige Gott.

Allmächtiger Gott,

der du Himmel und Erde geschaffen

und den Menschen viel Gutes gegeben hast,

verleihe mir in deiner Huld den rechten Glauben,

gewähre mir Weisheit und Klugheit und Kraft,

dem Verderber zu widerstehen,

das Böse zu meiden

und deinen Willen zu vollbringen;

Wir bitten Dich

*um Weisheit und Klugheit für die, die hohe Verantwortung tragen in dieser Zeit: Regierungen, Gesundheitsbehörden, für alle in medizinischen Bereichen Tätige, dass sie richtige Entscheidungen treffen;

*um Geduld und Kraft für die vielen zuhaus: Eltern, Kinder, Jugendliche, Grosseltern, dass sie weiterhin in Liebe und Frieden miteinander umgehen können;

*um Weisheit und Weitsicht für alle, die überlegen, wie diese Welt nach dieser Krise aussehen wird, dass sie Dein Geschenk des Lebens, diese Erde, Deine Schöpfung achten und bewahren helfen;

*für alle die an Covid19 erkrankt sind oder an anderen Erkrankungen des Körpers oder der Seele leiden, dass sie Hilfe und Heilung erfahren, dank der Weisheit und Klugheit der Medizin und der Seelsorge.

*für unsere eigenen persönlichen Anliegen….

Am Abend in dieser Osterwoche, in Hoffnung, und in aller Fürsorge:

beten wir gemeinsam

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Christus ist auferstanden. Er lebt. Er ist bei uns zuhause. So gehen wir in diesen Abend der Osterwoche im Frieden und mit Gottes Segen:

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Der Gott, der seinen Geist der Weisheit und der Klugheit schenkt:

Er segne uns und behüte uns.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns Frieden
Amen

 

Musik: wer mag, zwei Vertonungen des „Wessobrunner Gebets“ für Chor

https://www.youtube.com/watch?v=Wvq8pINIJbI (Englisch für Orgel und Chor, Stephen Lines)

https://www.youtube.com/watch?v=LMOhKU7BBFE (Martin Rätz, 2016, in 4 Sätzen in Althochdeutsch, Englisch und Spanisch)

 

 

 

Luther Gebet Mittwoch, 15. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

 GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes, Amen.

Es ist Abend geworden Gott.

Der Tag war lang und ich will zur Ruhe kommen.

Ich schliesse meine Augen und werde still.

Stille

Es ist so schön, dass ich zu dir kommen kann Gott,

mit allem was mich bewegt.

Du bist bei mir. Du kennst mich. Du verstehst mich.

Du hörst mich.

Ich danke dir Gott, dass ich zu dir kommen kann, mit allem was mich bewegt.

Das tut mir tief in der Seele gut.

So lege ich mich und diesen Tag in deine Hand.

Berühre mich und lass mich Frieden finden.

Wir LAUSCHEN der Musik und erinnern uns an den Tag. Wir legen unsere Erinnerungen in Gottes Hand.

HAUSER – Air on the G String (J. S. Bach) AIR von  J.S.Bach

 
 

Die letzten Wochen waren nicht einfach.
In den Medien und allerorts überschlagen sich die Meldungen. Sie machen uns Angst. Wir hinterfragen unser Handeln auf eine Art und Weise, wie wir es sonst nicht tun würden.

Irgendwie – so scheint mir – wird uns in diesen Wochen deutlich, was wir eigentlich alle wissen: dass es nicht einfach selbstverständlich ist, dass wir einander haben,

wir zusammenarbeiten und gemeinsame Projekte verfolgen können; dass wir einander in Freundeskreis und Familie nahe sein können.

Wir bekommen die Gelegenheit, über manches einmal nachzudenken; zu hinterfragen, wie wir leben; uns zu überlegen, welche Träume eigentlich in uns stecken.

Mich berührt es, mitzubekommen und auch selber zu erleben, dass wir in diesen Tagen stärker als sonst einander fragen, ob es uns gut geht; ob wir anderen etwas abnehmen können – und: wie wir nach Wegen suchen, einander nahe bleiben zu können; wie wir einander, im übertragenen Sinn, die Hand reichen – ohne dass wir es in Realität tun könnten.

Ich wünsche uns allen, dass wir unseren Mut nicht verlieren, unseren Weg weiterzuverfolgen.

Und ich wünsche uns Mut, nicht nur zu unterstützen – sondern auch liebe Worte und konkrete Hilfe anderer anzunehmen.

Ich schließe mit den Worten eines Psalms, die mir immer wieder Hoffnung schenken:

«HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.» (Psalm 36,6.10)

FÜRBITTE

Lasst uns beten für diese Welt, die groß und unabsehbar ist,
eine Gemeinschaft von Millionen Menschen,
Lasst uns beten für die kleine Welt nahe um uns,
für die Menschen, die uns wichtig sind und uns begleiten,
für Familienmitglieder und Freunde.

Gemeinsam: Herr erbarme dich

Lasst uns beten für alle, die einen großen Namen haben,
und für jene, deren Wort die Situation der Welt beeinflusst:
Dass sie Unrecht nicht dulden,
dass sie nicht Zuflucht nehmen zur Gewalt,
dass sie nicht unbeherrscht und unberaten
Beschlüsse fassen über die Zukunft anderer. 

Gemeinsam: Herr erbarme dich

Lasst uns auch beten für alle, 

die im Schatten des Weltgeschehens leben,
die unbemerkt sind, die ihre Pflicht tun

und sich einfügen in ihr kleines Los.
Für alle, die gerecht sind ohne Aufsehen,
durchschnittlich und sympathisch.

Gemeinsam: Herr erbarme dich

Lasst uns beten für alle Mitmenschen,
deren Leid und Elend uns Zeitungen und Fernsehen
täglich vor Augen führen,
für die Opfer von Krieg und Naturkatastrophen

für die zahllosen Opfer von Rassendiskriminierung

und jene, die wegen ihres Glaubens Not leiden

Gemeinsam: Herr erbarme dich

Lasst uns beten für die Kirche Gottes in dieser Welt,
für alle, die das Evangelium lebendig machen
für Bischöfe und Kirchenvorstände, Pfarrerinnen und Pfarrer
für alle Ordensleute, für Christinnen und Christen
dass sie des Wortes Gottes nicht müde werden. 

Gemeinsam: Herr erbarme dich

Und für uns selbst, dass Gott uns fähig mache
für den Dienst der Liebe,
für seine Arbeit in dieser Welt,
dass wir wie Jesus Christus, unser Herr,
eine helfende Hand und ein belebendes Wort sein mögen.

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Der Herr segne und behüte dich,

der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig

der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden

Amen.

 

 

 

Luther Gebet zuhaus Dienstag, 14. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel aufgeschlagen auf dem Tisch.

 

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes, Amen.

 

Biblische Tageslosung 14.4.2020:

Meine Gerechtigkeit ist nahe, mein Heil tritt hervor, und meine Arme werden die Völker richten.“ (Jesaja 51,5.)

Biblischer Lehrtext: „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. (1. Petrus 1,3)

Musik/Lied EG 694: „Laudate omnes gentes. Laudate dominum. Lobsingt, ihr Völker alle, lobsingt und preist den Herrn“ (Orgel der Martin-Luther-Kirche Zürich, Martin de Vargas)

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Gott schenkt immer wieder grosse und kleine Momente von Auferstehungshoffnung.

Die Frühlingsblumen. Die Vögel am frühen Morgen singen ihr Lied. Die Osterdekoration zuhause auf dem Balkon oder auf der Terrasse weht leicht im Wind

Die Gemeinschaft, die wir erfahren trotz zuhause bleiben. Der Frieden, den wir an jedem Abend zuhause finden wollen. Das Gebet füreinander. Die Osterkerze zuhause, selbst gemacht, gestaltet vielleicht. Wie die Heimosterkerze, die wir seit vielen Jahren in unserer Gemeinde haben. Heimosterkerze, was für eine neue Bedeutung bekommt sie in diesem Jahr! Bei manchen steht sie jetzt zuhause am Fenster oder auf dem Wohnzimmertisch. Auf ihr sehen wir die uralten christlichen Symbole: das Kreuz, das Lamm Gottes Christus. Die lebendigen Farben gelb-orange, rot, weiss. Geschwungene, lebendige Linien.

Vielleicht haben wir auch eine Osterkerze zuhause als Lebenslicht: für die, die in dieser Zeit Geburtstag haben, die unter uns sind oder die in der Ferne und doch nah sind. Geburtstag im Frühjahr 2020, den vergisst man nicht so schnell. Wir gratulieren herzlich allen Geburtstagskindern in dieser Zeit!

Gott schenkt immer wieder grosse und kleine Momente von Auferstehungshoffnung. Wir können sie sehen, dürfen sie nicht übersehen. Spüren. Glauben. Und damit zuversichtlich bleiben in dieser Zeit.

Christus ist auferstanden. Sein Licht leuchtet. Er lebt. Er ist auch bei uns zuhause. Amen.

Bild „Heimosterkerze 2020“

Fürbitten:

Ewiger, barmherziger Gott, durch Jesus Christus hast du uns alle zur Hoffnung und zur Freude gerufen. Durch ihn bitten wir dich:

Schenke deiner Kirche und Gemeinde immer neu Deine lebendige Gegenwart.
Wir bitten dich: erhöre uns.

Schenke der Welt deinen Frieden, den sie sich selbst nicht geben kann.
Wir bitten dich: erhöre uns.

Schenke uns allen Getauften den Glauben, der zu neuem Leben befreit.
Wir bitten dich: erhöre uns.

Schenke den Kranken in Covid19- und anderen Erkrankungen, Heilung und Heil.
Wir bitten dich: erhöre uns.

 

Schenke allen, die sich für andere einsetzen besonders in diesen Tagen, die Kraft deiner Liebe.
Wir bitten dich: erhöre uns.

Schenke unseren Verstorbenen das ewige Leben.
Wir bitten dich: erhöre uns.

Schenke allen Geburtstagskindern in dieser Zeit ein gutes neues Lebensjahr.

Wir bitten dich: erhöre uns.

Gott, Schöpfer der Welt, du hast an Ostern den Tod besiegt und das Leben neu geschaffen. Stärke das Vertrauen zu dir, und lass uns lebendig hoffen, durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Bruder.

 

Am Abend in dieser Osterwoche, in Hoffnung, in aller Fürsorge:

beten wir gemeinsam

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

So gehen wir in diesen Abend und in die weitere Osterwoche im Frieden und mit Gottes Segen:

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Segen ströme in alle Ecken dieser Welt.

Erfülle die Krankenzimmer und Wohnzimmer mit Gottesglanz und Licht.

Segen umleuchte jedes Herz.

Damit jede noch so kleine Hoffnung wachsen kann:

So segne, behüte und bewahre uns der Gott des Himmels und der Erde,

der Vater durch den Sohn im Heiligen Geist.

Amen.

Lasst uns zum Abschluss festlich und dankbar Gott und das Leben loben:

Musik/Lied EG 317: „Lobe den Herren den mächtigen König der Ehren“ aus Leipzig

Ein musikalischer Ostergruß aus der Musikstadt Leipzig. Der Thomanerchor Leipzig, die Oper Leipzig und das Gewandhausorchester.

 

 

 

Luther Gebet Ostermontag zuhaus, 13. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel aufgeschlagen auf dem Tisch.

 

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes, Amen.

Nach Versen aus dem Johannes-Evangelium, Kapitel 20:

1 Am ersten Tag der Woche kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zum Grab und sieht, dass der Stein vom Grab weggenommen war. 2 Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. 3 Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus, und sie kamen zum Grab. 4 Alle nacheinander schauten sie hinein und sehen die Leinentücher liegen…..9 sie verstanden die Schrift noch nicht, dass er von den Toten auferstehen müsste. 10 Da gingen die Jünger wieder zu den anderen zurück.

11 Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab hinein 12 und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte. 13 Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. 14 Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. 15 Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir: Wo hast du ihn hingelegt? Dann will ich ihn holen. 16 Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister! 17 Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. 18 Maria Magdalena geht und verkündigt den Jüngern: »Ich habe den Herrn gesehen«, und was er zu ihr gesagt habe.

 

Lied/Musik mit Orgel aus der Martin-Luther-Kirche Zürich (Martin de Vargas):

Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht. Christus meine Zuversicht, auf Dich vertrau‘ ich und fürcht‘ mich nicht.“

 

Oster-Worte des Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch:

Am Rande des Grabes

(zu Johannesevangelium Kap. 20)

Du hast ihn o Herr überwunden

Für uns aus dem Weg geräumt den Stein

Du bist durch ihn hindurch gegangen (…)

Und Maria Magdalena (…)

Hat uns die Nachricht gegeben

Ich habe den Herrn gesehen

Ruhiger denn je

Gelassener denn je und freier als alle Freiheit

Alle Grosszügigkeit war um ihn versammelt

Alle Liebe in ihm

Und so hat er uns verlassen

Um Tag und Nacht bei uns zu sein

Ich habe den Herrn gesehen

Möchten wir sagen

Seht welch ein Mensch

So möchten wir sein

Fürchtet euch nicht

Die Tür steht offen

Der Stein ist verschwunden

Wir können mit ihm in alles hinein

Aus allem heraus und durch alles hindurch gehen

Amen.

Wir beten mit dem Gebet der Florence Nightingale, britische Pionierin der Krankenpflege:

Spender des Lebens,
gib mir die Kraft,
dass ich meine Arbeit mit Überlegung tue,
getreu dem Ziel, das Leben jener zu hüten,
die meiner Versorgung anvertraut sind.

Halte rein meine Lippen von verletzenden Worten.
Gib mir klare Augen, das Gute der anderen zu sehen.
Gib mir sanfte Hände,
ein gütiges Herz und eine geduldige Seele.

Hilf, dass ich niemandem
durch Unwissenheit und Nachlässigkeit schade.
Für jene, die gebeugt sind
von Kummer und Weh, Angst und Schmerz,
gib Kraft zum Durchhalten.

Schenk mir, o Gott,
deinen Segen zu meiner Aufgabe.

Am Abend dieser Osterfesttage, in Hoffnung, in Erwartung, in aller Fürsorge:

beten wir gemeinsam

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Christus ist auferstanden. Er lebt. Er ist bei uns zuhause.

So gehen wir in diesen Abend und in die Osterwoche im Frieden und mit Gottes Segen:

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Der Gott des Lebens:

Er segne uns und behüte uns.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns Frieden
Amen

Musik:

Audio-Player

Franz Danzi aus: „Konzertante für Klarinette und Flöte und Orchester“, 2. Satz: „Larghetto“. B-Dur opus 41.

Aufgenommen im Studio des damaligen SDR  Karlsruhe mit dem Collegium musicum der Universität Karlsruhe, an der Klarinette Burkhard Stiller aus unserer Gemeinde. Danke für die Aufnahme!

 

 

 

Luther Gebet Ostergottesdienst zuhause, 12. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an. Heute steht sie für die OSTERKERZE und das Osterlicht, das wir im Gottesdienst entzündet hätten.

Am Ostermorgen möchte ich euch alle mit dem uralten christlichen Ostergruss begrüssen!

Christus ist auferstanden!

Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja

Christus ist auferstanden!

Er ist jetzt bei uns zuhause! Halleluja                     

Dazu ein Bild der aufgehenden Sonne über den Mythen, die den Schwyzer Talkessel prägen. Die Sonne strahlt mit ihrem aufgehenden Licht und erhellt die gesamte Landschaft. So strahlt das Osterlicht auf unser Leben und in unsere Dunkelheiten.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes, Amen.

Gott, du machst es hell und warm in unserm Leben.

Du verscheuchst die dunkle Nacht

Die Sonne geht wieder auf und scheint in unser Herz. Dafür danken wir dir.

Gott, du kommst zu uns mit deinem Geist.

Traurige Herzen werden verwandelt.

Tränen werden getrocknet.

Stockender Atem kann wieder fließen,

und der Mund kann wieder voller Lachen sein.

Gott, du rufst alles neu ins Leben.

Grüne Blätter wachsen an den Zweigen.

Knospen beginnen in wunderschönen Farben zu blühen.

Blumen durchbrechen die Erde.

Vögel stimmen ihre Lieder an.

Du lässt uns das alles sehen, hören, riechen, fühlen und schmecken Gott.

Schenke uns deine Kraft, dass wir der Osterfreude ein Gesicht geben können

Gott der Liebe und des Lebens,

am Ostermorgen stehen wir da, staunen über das Geheimnis der Auferstehung.

Wir bitten dich:

Belebe uns durch deine Gegenwart

Beflügele uns durch deine Liebe

Berühre uns mit deiner Freude

Denn Christus ist auferstanden.

Und er ist jetzt hier bei uns zuhause.

Amen

Wir SINGEN das Lied: „Wir wollen alle fröhlich sein“ Gesangbuch 100,1-2.5

https://www.youtube.com/watch?v=1ULTMRDFOLE

  1. Wir wollen alle fröhlich sein
    in dieser österlichen Zeit,
    denn unser Heil hat Gott bereit‘.
    Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.
    Gelobt sei Christus, Marien Sohn.
  2. Es ist erstanden Jesus Christ,
    der an dem Kreuz gestorben ist;
    ihm sei Lob, Ehr zu aller Frist.
    Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.
    Gelobt sei Christus, Marien Sohn.
  3. Des freu sich alle Christenheit
    und lobe die Dreifaltigkeit
    von nun an bis in Ewigkeit.
    Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.
    Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

Das EVANGELIUM für den heutigen Sonntag lesen wir bei Matthäus 28,1-9

Als der Sabbat vorüber und der Sonntag angebrochen war, kamen Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Da bebte plötzlich die Erde, denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, rollte den Stein weg und setzte sich darauf. Er leuchtete wie ein Blitz und sein Gewand war schneeweiß. Als die Wächter ihn sahen, zitterten sie vor Angst und fielen wie tot zu Boden. Der Engel sagte zu den Frauen: »Ihr braucht keine Angst zu haben! Ich weiß, ihr sucht Jesus, der ans Kreuz genagelt wurde. Er ist nicht hier, er ist auferweckt worden, so wie er es angekündigt hat. Kommt her und seht die Stelle, wo er gelegen hat! Und jetzt geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: ‚Gott hat ihn vom Tod auferweckt! Er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen.‘ Ihr könnt euch auf mein Wort verlassen.« Erschrocken und doch voller Freude liefen die Frauen vom Grab weg. Sie gingen schnell zu den Jüngern, um ihnen die Botschaft des Engels zu überbringen. Da stand plötzlich Jesus selbst vor ihnen und sagte: »Seid gegrüßt!« Die Frauen warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße. (Mt 28,1-9 Gute Nachricht)      

GLAUBENSBEKENNTNIS Wir bekennen gemeinsam unseren christlichen Glauben.

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde,

und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren aus der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tag auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzet zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.

Amen.

Für Kinder und Erwachsene sehen wir nun den kurzen Film des Sonntagsmalers Hans Hentschel.

https://www.youtube.com/watch?v=YGB6_T0Bwvc

Predigt siehe unten

JA, ein neues Leben wird uns blühen, Halleluja. Daher SINGEN wir das Lied: «Er ist erstanden, Halleluja» Gesangbuch 116,1-2

https://www.youtube.com/watch?v=d2g2FVTZxyQ

Er ist erstanden, Halleluja!
Freut euch und singet, Halleluja!
Denn unser Heiland hat triumphiert,
all seine Feind gefangen er führt.

Refrain:
Laßt uns lobsingen vor unserem Gott,
der uns erlöst hat vom ewigen Tod.
Sünd ist vergeben, Halleluja!
Jesus bringt Leben. Halleluja!

Er war begraben drei Tage lang.
Ihm sei auf ewig Lob, Preis und Dank;
denn die Gewalt des Tod’s ist zerstört;
selig ist, wer zu Jesus gehört.

GEBET

Lieber Gott, du bist bei uns. Du schenkst uns Hoffnung und Mut.

Du hast Jesus Christus, Deinen Sohn, wieder auferstehen lassen.

Du schenkst uns das Leben.

In diesem Jahr ist Ostern ganz anders.

Seit vielen Tagen müssen Kinder und Erwachsene zu Hause bleiben, damit niemand krank wird. Viel lieber würden wir unbeschwert mit unseren Familien und Freundinnen und Freunden Ostern feiern. Wir haben Sorge, wie es weitergehen wird.

Stille

Wir denken an alle, die wir lieben.

An alle, mit denen wir heute gerne das Osterfest gefeiert hätten.

Was tun sie gerade?

Stille

Wir denken an alle, die in diesen Zeiten noch einsamer sind.

Stille

Wir denken an alle Kranken.

Und an alle Kranken in Krankenhäusern, die keinen Besuch haben können.

Stille.

Wir denken an alle, die helfen.

Sie setzen sich und ihre Kraft und ihre Gaben ein füreinander.

Stille 

Für alle, die nicht wissen, wie es mit ihrer Arbeit weitergeht.

Für alle, die nicht mehr wissen, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen.

Stille

Vergessen wollen wir heute auch die nicht, die auf der Flucht sind, oder in Lagern,

Arme und von Ungerechtigkeit oder Krieg gebeutelte.

Menschen die unter dem Klimawandel zu leiden haben.

Stille

Beschütze sie und uns alle, Gott.

Gott. Wir sind Deine Kinder.

Wir sind heute miteinander verbunden in der Hoffnung auf neues Leben,

das Du uns an Ostern schenkst.

An diesem Tag wollen wir uns auch freuen

und hoffen auf eine gute Zukunft.

Wir wollen uns heute das «Fürchte dich nicht!» von den Engeln sagen lassen.

Wir beten zu dir mit den Worten, die uns im Herzen wohnen:

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten) 

Gott sei bei dir wie die Luft, die du atmest.

Gott sei bei dir wie das Brot, das dich stärkt.

Gott sei bei dir wie das Wasser, das dich erfrischt und rein hält.

Gott sei bei dir wie das Haus, das dich schützt.

Gott sei bei dir wie die Sonne, die den Tag hell macht.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Der Messias: «Doch du liessest ihn im Grabe nicht»

https://www.youtube.com/watch?v=wKEOFCsyfB0

Ein gesegnetes, frohes und hoffnungsvolles Osterfest wünsche ich euch allen.

Christus ist auferstanden!

Er ist wahrhaftig auferstanden!

Er ist jetzt bei uns zuhause! Halleluja.

Nun laden wir euch alle für eine Stunde zum Chat Kirchenkaffee ein und freuen uns auf den Austausch mit euch.

PREDIGT Meditation

Der Himmel über mir steht offen. Christus hat den Weg zu Gott geöffnet. So ist es seit dem ersten Ostern. So ist es auch heute.

Ich aber sehe Horizontlinien.

Die Erde und das Zuhausesein fühlen sich eng an.  

Dennoch ist der Himmel da, ganz nah.  

Die Nachbarin pfeift. Der Vogel singt.

Wir berühren uns, ohne uns zu berühren.

Über uns der Himmel – und der steht offen. Denn es ist Ostern.

Weihnachten hing der Himmel voll Engelsgesang gegen die Angst.

Heute ist das Grab hell und da erklingen die gleichen Worte

– die Worte des Engels gegen die Angst.

Sie flüstern auch mir ins Ohr: „Fürchte Dich nicht.“

„Fürchte Dich nicht.“ In aller Sorge um die Lieben.

„Fürchte Dich nicht.“ Bei allen Bildern, die ins Wohnzimmer dringen über die Medien. „Fürchte Dich nicht.“ Du bist nicht allein. Du bist nicht allein. Du bist nicht allein. „Fürchte Dich nicht.“ Gott ist da. Er sorgt sich mit. Er weint über die Toten. Er hält Deine Hand. Er führt ins Licht, immer wieder ins Licht.

„Fürchtet Euch nicht!“ Hallt es im Grab. Es hallt in Maria Magdalena und in Maria, der Mutter des Jakobus, und in Salome nach.

Zitternd zuerst vor Staunen und erster ungläubiger Freude, dann immer fester. Kann es wirklich wahr sein? Kann es sein? Jesus – er ist auferstanden!

„Fürchte Dich nicht.“ Hallt in meinem Herz nach.

 Hallt von den Wänden der Grabeskammer.

Hallt in die Küchen und Stuben und Whatsappgruppen, Videokonferenzen und Altenheime und Intensivstationen.

„Fürchte Dich nicht.“ Der Himmel steht offen. Gott hat den Weg frei gemacht.

Wir stehen im Morgen.

Aus Gott ein Schein durchblitzt alle Gräber. Es bricht ein Stein.

Der Himmel steht offen.

Über mir Wolken wie Engelschwingen. Da sind Engel. Sichtbar und unsichtbar.

Da sind Spuren des „Fürchte Dich nicht“, ewig im Himmel und in meinem Herzen.

„Fürchte Dich nicht“, gesprochen für Dich. Das Grab ist auf und der Himmel steht offen. Nie mehr anders seit dem ersten Ostern.

Und ich schau nach oben. Fühle mich verbunden mit dem, was war und was ist, mit Gott.

Amen

Luther Gebet Karsamstag zuhaus, 11. April 2020

       K

       R

OSTERN

       E

       U

       Z

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel auf ein schwarzes Tuch legen und, wo möglich, auch ein verhülltes Kreuz dazu.

 

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes, Amen.

Ostern – kreuz und quer (ein Text von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Kanton Zürich)

„Bald habe ich ein paar Tage frei über Ostern!“, so hörte man es gewöhnlich zu dieser Jahreszeit. Feiertage versprechen vielen Menschen etwas Freizeit, freie Zeit – befreit vom täglichen Druck und den tausend Sachen, die trotz allem liegen bleiben. Zwischendurch wollen wir uns loslösen von eingeschliffenen Mustern und den immer gleichen Abläufen sogenannter Normalität.

Nun, Normalität existiert nicht mehr. Seit vier Wochen steht unsere Welt auf dem Kopf. Wir befinden uns in einer nie dagewesenen Fastenzeit. Und wir haben sie uns nicht freiwillig auferlegt, nein. Sie schafft automatisch einen Perspektivenwechsel: Zwangsläufig verschieben sich unsere Prioritäten. Bringt uns diese Fastenzeit Raum und Zeit für eine Tiefe, in der anders gewertet und gewichtet, in der scheinbar Selbstverständliches gar zum „Wunder“ wird?

Ist es nicht wie ein „Wunder“, plötzlich neu zu erkennen, was wirklich wichtig ist in meinem Leben, in unserer Gesellschaft, und was weniger?

Ist es nicht ein „Wunder“, wenn unsere Gesellschaft plötzlich an allen Ecken und Enden Solidarität versprüht, einer dem anderen auf die Beine hilft?

Ist es nicht ein „Wunder“, wenn nach dem Winter die Lebenskraft der Natur, so unvermittelt und farbenfroh, aus dem scheinbaren Tod erwacht?

Bibelimpuls:

„So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“

Musik „Bleibet hier und wachet mit mir“

Diese Fastenzeit eröffnet uns in ihrem innersten Kern echte menschliche Ostererfahrung:

Ihr Erlebnishorizont ist weiter und tiefer. Hier berühren sich die Schwere des karfreitäglichen Querbalkens und die Leichtigkeit von Ostern. In der Mitte des Menschseins ist der Querbalken die Last, welche uns auf besondere Weise zu Gott, zu den Menschen und zur Schöpfung hin öffnet. Wohl deswegen steht das Osterfest in diesem Jahr ganz besonders kreuz und quer in der Landschaft unseres Alltags!

Jetzt rückt neben der Welle der Nächstenliebe auch eine neue Beziehung zur Schöpfung in den Mittelpunkt des Glaubens: Plötzlich ist die Luft in den Städten dieser Welt reiner geworden. Spielende Delphine kehren zurück in die verlorene Heimat Meeresbucht. Die Frühlingsblumen blühen um die Wette, als ob nichts wäre. Unsere Erkenntnis der Natur als grundlegendes Wunder des Lebens, unsere menschliche Abhängigkeit und Einbettung als Mit-Geschöpfe, unsere Verantwortung für diese Erde und ihr Schutz als Lebensgrundlage aller: all das tritt neu in den Fokus der Aufmerksamkeit. Der Mensch bleibt zu Coronazeiten in seinem schützenden Bau, während die Natur sich erholt.

Dieses zentrale Testament haben wir als hoffende und glaubende Menschen von Jesus, dem Christus, erhalten: Mensch, weite Deinen Horizont. Beurteile, selbst in Leid und Angst, Deine Existenz von Ostern her. Du bist getragen und wirst am Kompass des roten göttlichen Fadens geführt in allem Auf und Ab Deines Lebens: Die Liebe Deines Gottes ist derart gross, dass Du selber, in welchem Tod auch immer, niemals stecken bleibst. Entdecke neu die Blume am Wegesrand, Zeichen der Liebe Gottes für Biene – und Mensch! Die leuchtende Osterglocke legt davon Zeugnis ab, und genauso die zwitschernden Vögel am Auferstehungsmorgen.

Fürbitte durch die ganze Passions- und Fastenzeit hindurch:

Barmherziger Gott,

Deine Schöpfung ist unter die Räuber gefallen – alles Leben ist bedroht.
Deine Schöpfung ist unter die Räuber gefallen – und die Räuber sind wir selbst.
Deine Schöpfung ist unter die Räuber gefallen – und wir können ihr Samariter sein.

Hilf uns stehenzubleiben, hinzuschauen und zu tun, was nötig ist.

Hier. Heute. Jetzt.

Wir denken vor Dir an Menschen an Situationen, für die wir dankbar sind:

………

Wir denken vor Dir an Menschen an Situationen, für die wir besonders beten:

…………………

Am Vorabend des Ostermorgens, in Hoffnung, in Erwartung, in aller Fürsorge: beten wir gemeinsam

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Vielleicht sind wir ver-rückt, wenn wir glauben, es gäbe inmitten von Angst und Isolation das Wunder des Neuanfangs. Vielleicht liegen wir vollkommen quer, wenn wir hoffen, es gäbe ein Leben nach dem Tod und einen gerechten Gott! Vielleicht aber sind wir einfach auch nur: „ganz normal“.

 

Zürcher Stadtsegen im Frühjahr 2020

(in ökumenischer Verbundenheit, gesungen von Pfarrer Christoph Sigrist, Grossmünster Zürich)

Bhüeti Gott
Es walti Gott und sini Geischtchraft
Mänsch und Hab, und alles, wo da ume isch,
bhüet Eus d’Müettere und Vätere i Jesus Christus,
Chind und Chegel,
Alti und Jungi,
Richi und Armi
Chranki und Gsundi,
bhüet Eus die,
wo glaubed und die wo nöd glaubed,
die wo eus allne Städtvätere und Stadtmüettere sind,
Stadtchind, Stadtschwöschtere und Stadtbrüedere.
Bhüet eus Gott alli Chrischte und Chrischtinne
Bhüet Eus Gott alli Muslimas und Muslime
Bhüet Eus Gott alli Jüdinnen und Jude,
bhüet Eus Gott alli Schwöschtere und Brüedere
mit ihrem hinduistischen Glaube,
em buddhistische und em shintoistische Glaube.
eusere heilige Tier, Fisch, Pflanze i eusere Stadt
euserem Land und uf de ganze Erdä.

Bhüeti Gott
Bhüet eus Gott vor böser Stund
Eus alli imganze Rund
Bhüet eus Gott vor Wetterschlag
Vor Chranked, Durscht und jedere Plag
Mer sind wach, achtsam und tapfer
Hebed zuenand
I Gott’s Name
Bhüeti, bhüeti, bhüti Gott

 

Pfarrer Christoph Sigrist
In Anlehnung 
an den Obertoggenburger Alpsegen, Stein, Hoore, gesungen von Roland Bischof,
der den Segen von seinem Vater überliefert hat,
der ihn vom Steiner Lehrer bekam.

 

Wir löschen die KERZE in ein paar Minuten.

Wir lassen die Bibel auf dem schwarzen Tuch geöffnet liegen und, wo möglich, das verhüllte Kreuz dazu. Wir gehen in die Osternacht.

 

Gottesdienstimpuls  für Karfreitag zuhaus, 10. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag und Karfreitag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort und zünde eine KERZE an.

Eine Bibel auf ein schwarzes Tuch legen und wo möglich auch ein Kreuz dazu.

 

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Eröffnung

„So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Diesen Vers aus dem Johannesevangelium hören wir zu Weihnachten und dann wieder heute, am Karfreitag. Weihnachten kam Gottes Sohn in die Welt, Karfreitag hat er das irdische Ziel erreicht. Das Kreuz. Am Ziel und doch verlassen. Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Wir feiern Gottesdienst im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

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Lied/Musik „O Haupt voll Blut und Wunden“ EG 85

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Psalm 22

Lesen wir (wenn es geht, im Wechsel).

I: Mein Gott, Mein Gott, warum hast du mich verlassen. Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne. Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht. Und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.

II: Du aber bist heilig. Der du thronst über den Lobgesängen Israels. Unsere Väter hofften auf dich. Und da sie hofften, halfst du ihnen heraus. Zu dir schrien sie und wurden errettet. Sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden.

I: Aber du Herr, sei nicht ferne; meine Stärke, eile mir zu helfen. Rühmet den Herrn, die ihr ihn fürchtet; denn er hat nicht verachtet das Elend der Armen. Und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen; und als er zu ihm schrie, hörte er’s. Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Gebet

Geheimnisvoller Gott, dein Sohn wird uns Menschen gleich und steigt herab in das Dunkel. Er schreit nach dir in seiner Not. Du verbirgst dich und bist doch gegenwärtig mit deiner bergenden Nähe. Erbarme dich unser! Amen.

Kyrie eleison 

 

Evangelium Johannes 19, 17-30 (aus der Bibel gelesen)

Jesu Kreuzigung und Tod

17 und er trug selber das Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha. 18 Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte. 19 Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. 20 Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache. 21 Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht: Der Juden König, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der Juden König. 22 Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. 23 Die Soldaten aber, da sie Jesus gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch den Rock. Der aber war ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück. 24 Da sprachen sie untereinander: Lasst uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wem er gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt (Psalm 22,19): »Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.« Das taten die Soldaten. 25 Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena. 26 Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! 27 Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. 28 Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. 29 Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Ysop und hielten ihm den an den Mund. 30 Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und neigte das Haupt und verschied.

Lied/Musik „O Haupt voll Blut und Wunden“ EG 85

Meditation

„Der Glaube ist ein unverwandter Blick auf Christus“ (Martin Luther)
Mehr hinschauen geht nicht als an diesem Karfreitag. Nichts lenkt ab. Kein schö-
nes Orgelvorspiel; kein voller Gemeindegesang zu „O Haupt voll Blut und Wunden“. Nur ich und das Kreuz, nur ich und der Gekreuzigte. Auf dem Bild sieht Christus aus, als schliefe er. So sagt man manchmal von den Toten: als schliefe er, so erlöst und ruhig irgendwie. „Es ist vollbracht“, sagt Jesus kurz bevor er stirbt. Und dann ist Ruhe.
Für einen Moment lasse ich mich von dieser Ruhe einhüllen, lasse hinter mir,
was mich unruhig macht.
„Es mag sein, dass alles fällt“, heißt es in einem Lied. Ja, manchmal ist es so wie der Liedvers es beschreibt: „dass die Burgen dieser Welt um dich her in Trümmer
brechen“. 
Die Burgen meiner Welt sind Gesundheit, meine Familie und Freunde, ja auch mein Einkommen, meine finanziellen Sicherheiten; all das scheinbar Normale, das in kurzer Zeit in Frage gestellt werden kann: „es mag sein, dass alles fällt“.
„Halte du am Glauben fest, dass dich Gott nicht fallen lässt: er hält sein Versprechen“, endet die erste Strophe. Ich schaue auf dieses Kreuz, auf Christus, auf die Ruhe, die er ausstrahlt. Hier bin ich richtig. Ich gehe nicht verloren. Die Trümmer dieser Welt werden mich nicht begraben. Denn hier, ganz nah bei Christus, berge ich mich in Gottes Versprechen, dass „alle, die an ihn glauben, nicht verloren
werden, sondern das ewige Leben haben.“     Amen.

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Lied EG 378: Es mag sein, dass alles fällt (R. A. Schröder 1939)

https://www.youtube.com/watch?v=cD0s0R7pMlA

 

GEBET        Wir beten:
Auf dich, Christus, schauen wir und bringen vor dich:
Unsere Familien und alle, die uns am Herzen liegen.

Herr, erbarme dich.

Unsere Welt, die von Krankheiten und Krisen getrieben wird.

Herr, erbarme dich.

Alle Menschen, die in Arztpraxen, Krankenhäusern und Pflegeheimen arbeiten;
die bei Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz im Einsatz sind.

Herr, erbarme dich.

Die Politiker und Politikerinnen und alle die in Forschung und Wirtschaft
versuchen, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Herr, erbarme dich.
Unsere Kirche, die Diakonie und alle, die dein Wort und deinen Trost weitergeben.
Herr, erbarme dich.

Die Heimatlosen und alle, die Ruhe suchen und einen Ort zum Leben.
Herr, erbarme dich.

Die Sterbenden, dass du ihnen Ruhe und Frieden bei dir schenkst.
Herr, erbarme dich.

Auf dich, Christus, schauen wir und bringen unsere ganz persönlichen Anliegen vor Dich….

Auf dich, Christus, schauen wir und beten mit deinen Worten:
VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN am Karfreitag (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Der Segen Gottes,

allmächtig in seiner Herrlichkeit,

ohnmächtig am Kreuz,

lebendig in seiner Kraft,

komme auf uns herab,

umhülle uns, schütze und berge uns.

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Nun geht in die vor uns liegende Zeit im Frieden des Herren. Drei Tage war Christus tot, nach dem dritten Tage wird auch dieser Gottesdienst weitergehen und dann an Ostern mit dem Ruf der Auferstehung und mit dem Segen enden.

Wir lassen die Kerze noch einen Moment leuchten. Dann löschen wir sie. Das Kreuz verhüllen wir.

Die Bibel können wir geöffnet lassen. Gottes Geschichte mit Christus, mit dieser Welt, geht weiter.

GOTTESDIENST am  Gründonnerstag mit Abendmahl zuhaus, 9. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort für mein Abendgebet und zünde eine KERZE an.

BROT auf einem Teller und WEIN/Traubensaft in einem Glas stelle ich daneben auf.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.       

Gott, heute feiern wir Gründonnerstag und denken daran, wie Jesus seinen Jüngern die Füsse gewaschen hat, um ihnen zu zeigen, dass wir Christen einander dienen und helfen sollen.

Und wir denken daran, dass er uns das Abendmahl mit auf den Lebensweg gegeben hat. 

Brot und Wein/Traubensaft als Zeichen der Nähe Gottes.

Heute feiern wir diesen Abend so wie nie zuvor in unserem Leben.

Denn keiner von uns hat je eine Pandemie erlebt,

wo man voneinander Abstand halten muss.

Es ist anders.

Und trotzdem sind wir durch dich Gott, verbunden.

Jesus hat gesagt, «Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich Mitten unter ihnen». So danken wir dir heute, dass wir durch das Internet virtuell in deinem Namen versammelt sind und miteinander verbunden durch deinen Geist.  

Du bist bei uns.

Du bist bei mir.

Dafür danke ich dir.

Wir SINGEN oder LAUSCHEN «Ich lobe meinen Gott, von ganzem Herzen».

https://www.youtube.com/watch?v=gJGJ7U8I3PY

Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen.
Erzählen will ich von all seinen Wundern und singen seinen Namen.
Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen.
Ich freue mich und bin fröhlich, Herr, in dir. Halleluja!
Ich freue ich und bin fröhlich, Herr, in dir. Halleluja!

Das EVANGELIUM für heute steht bei Matthäus im 26. Kapitel:

Das Abendmahl

17 Aber am ersten Tag der Ungesäuerten Brote traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wo willst du, dass wir dir das Passalamm zum Essen bereiten?

18 Er sprach: Geht hin in die Stadt zu einem und sprecht zu ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist nahe; ich will bei dir das Passamahl halten mit meinen Jüngern.

19 Und die Jünger taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und bereiteten das Passalamm.

20 Und am Abend setzte er sich zu Tisch mit den Zwölfen.

21 Und als sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten.

22 Und sie wurden sehr betrübt und fingen an, jeder einzeln zu ihm zu sagen: Herr, bin ich’s?

23 Er antwortete und sprach: Der die Hand mit mir in die Schüssel taucht, der wird mich verraten.

24 Der Menschensohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre.

25 Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Bin ich’s, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es.

26 Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach’s und gab’s den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib.

27 Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus;

28 das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.

29 Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich aufs Neue davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich.

30 Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.

Amen

Wir LAUSCHEN «Jesu bleibet meine Freude» von Johann Sebastian Bach

https://www.youtube.com/watch?v=qdkw7QLozss

Predigt zu 2 Mose 12,1-14 am Ende des Gottesdienstes zum nachlesen

ABENDMAHL

GEBET zum Abendmahl

Wenn ich deine Liebe sehe, Christus,

merke ich, wie sehr ich dahinter zurückbleibe,

wie sehr ich auf mein Eigenes schaue und für mich lebe.

Deine Liebe beschämt mich,

sie reisst eine Kluft auf zwischen dir und mir:

So werde ich nie sein, so hingegeben,

ganz und gar mich vergessen können

und alles einsetzen für andere.

Du weisst am besten, wie es ist,

wie ich bin.

Darum bist du auch diesen Weg gegangen.

Nicht um mich zu beschämen

Oder mich durch dein leuchtendes Vorbild zu frustrieren,

sondern um mich zu entlasten,

mir abzunehmen, was mich drückt und quält,

was ich gern möchte und nicht schaffe,

wo ich offensichtlich versage und wo heimlich.

Und was die ganze Not meines Lebens ausmacht.

Leben von dir für mich –

Ich will es mir schenken lassen und bringe es dir,

was mich niederdrückt,

lege es ab vor deinem Kreuz,

sage und klage es dir jetzt im Stillen:

Stille

Gott du hast dich meiner erbarmt. Du vergibst mir meine Schuld und machst mein Herz wieder leicht und frei. Ich danke dir dafür. Du bist die Quelle, aus der ich schöpfe. Lass deine Güte in mein Herzen fließen, dass ich gütig und barmherzig werde. Amen

Danksagung über das Brot (Ich nehme das Brot in meine Hand und bete)

Wir preisen Dich, Herr, unser Gott,

der du uns geschaffen hast und den Namen von jedem Einzelnen kennst.

Du schenkst uns das Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit.

Wir bringen unsere Brote vor Dich und bitten Dich um Deinen Segen für dieses Brot,

für all diejenigen, ohne deren Arbeit wir nicht bestehen könnten,

für diejenigen, die uns trotz der Notlage weiterhin mit dem Lebensnotwendigen versorgen:

die Landwirtinnen und Landwirte, die Angestellten in Supermärkten, Drogerien und Apotheken, und alle, die für uns weiterhin trotz der Gefahr sorgen.

Wir danken Dir, himmlischer Vater, für all diese Menschen.

Ich lege das Brot wieder ab

 

Danksagung über den Wein (Ich nehme den Wein/Traubensaft in meine Hand und bete)

Wir preisen Dich, Herr, unser Gott,

der Du diese Welt so wunderbar erschaffen hast.

Du schenkst uns den Wein und Traubensaft,

die Frucht des Weinstocks und der menschlichen Arbeit.

Wir bitten Dich um Deinen Segen für diesen Wein und Traubensaft,

für diejenigen, die die Erkrankten unter uns pflegen und um ihr Leben kämpfen:

die Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Schwestern, und alle, die ihr eigenes Leben zum Wohle der Erkrankten aufs Spiel setzen.

Ich stelle den Wein/Traubensaft wieder ab.

Segen über die Versammelten

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott,

denn Du hast uns heute Abend mit Hilfe des digitalen Mediums zusammengeführt.

Wir bitten Dich:

Segne uns und unsere Gemeinschaft

und alle, die wir in unseren Herzen tragen.

So segne euch, der dreifaltige Gott,

der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.

Wir beten gemeinsam

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen

 

Das Brot miteinander segnen

Ich lade euch ein, dass ihr nun jeder ein Kreuzeszeichen über das von euch bereitgestellte Brot macht, während ich ein Gebet spreche:

Herr, unser Gott,

segne dieses Brot, das heute nur stückweise vor uns liegt, da wir nicht zusammen sein können. Möge es ein Zeichen für unsere Sehnsucht und deine Zusage sein, dass wir bald wieder vereint sein können.

Wir brechen das Brot, brechen ein Stück davon ab und kosten davon.

Wir sagen: «Christi Leib für mich gegeben»

Wenn ihr zu mehreren an diesem Abendmahl teilnehmt, dann schenkt eurem Nachbarin oder Nachbarn ein Stück Brot.

….

Den Wein/Traubensaft miteinander segnen

Ich lade euch ein, dass ihr nun ebenso ein Kreuzeszeichen über den bereitgestellten Wein bzw. Traubensaft macht, während ich ein Gebet spreche:

Herr, unser Gott, segne diesen Wein und Traubensaft, der in verschiedenen Gefäßen gefüllt bald uns durch einen gemeinsamen Kelch vereinen wird. Möge die Vielfalt uns segensreich begleiten, bis wir wieder von Angesicht zu Angesicht feiern können.

Wir zeichnen ein Kreuz über dem Becher und kosten davon.

Wir sagen: «Christi Blut für mich vergossen».

Wenn ihr zu mehreren an dieser Abendmahlsfeier teilnehmt, dann reicht eurem Nachbarin oder Nachbarn diesen weiter.

Amen

Wir SINGEN gemeinsam «Meine Hoffnung und meine Freude» und hören unseren Organisten Martin de Vargas an unserer Orgel in der Martin Luther Kirche spielen.

Meine Hoffnung und meine Freude,
Meine Stärke, mein Licht,
Christus, meine Zuversicht,
Auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht,
Auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.

 

GEBET

Gott, ich werde es vielleicht nie genau verstehen, was da passiert, beim Abendmahl. Meine Gefühle werden vielleicht immer etwas zwiespältig bleiben. Aber ich spüre: Du Gott, berührst mich durch dieses Sakrament, dein heiliges Zeichen. Du bist bei mir. In deiner Hand ist mein Leben geborgen. Segne und behüte mich, meine Lieben und unsere Welt. Amen

SEGEN

Fenster öffnen. Einatmen. Ausatmen.

Spüren, dass Gott da bist.

Spüren, dass andere da sind.

Genau jetzt.

Verbunden.

Miteinander.

Mit Gott.

 Im Glauben.

Einatmen.

Ausatmen.

leise sprechen „Gott spricht: Ich will Dich segnen und Du sollst ein Segen sein.“

Mehrmals wiederholen und dabei vielleicht lauter werden.

Stille.

Einatmen. Ausatmen. Fenster schließen.

Amen.

Predigt zum Anhören:

Audio-Player

Predigt zu 2 Mose 12,1-14 :

Gnade sei mit euch und Frieden von Gott unserm Vater und dem Herrn Jesus Christus.

Liebe Gemeinde,

Es ist der Abend vor dem Aufbruch. Der Wind weht leicht vom Nil her. Es ist angenehm warm. Die untergehende Sonne färbt alles in goldgelbe Farben ein. In den Strassen Totenstille. Man kann die Furcht in der Luft fast riechen. Furcht vor dem was da noch kommen soll. Furcht, vor dem unsichtbaren Feind, Jahwe, dem Gott Israels. Bereits neun Plagen hatte er über die Ägypter geschickt und sie gebeutelt. Was sollte da noch kommen? Und wie furchtbar wird es sein?

Furcht auch im Lager der Israeliten. Da war ein unsichtbarer Gott, der für sie kämpfte. Er hatte sich unglaublich mächtig erwiesen. Er wollte sie in die Zukunft führen. Doch wie sollte das gehen? Und wohin wollte er sie führen? Zu sehen war weit und breit nur Sand.

Die Bibel erzählt, wie es war, in der Nacht, als sie bereit waren für den Aufbruch:
Predigttext aus Exodus 12

„1 Der HERR aber sprach zu Mose und Aaron in Ägyptenland: 2 Dieser Monat soll bei euch der erste Monat sein, und von ihm an sollt ihr die Monate des Jahres zählen. 3 Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am zehnten Tage dieses Monats nehme jeder Hausvater ein Lamm, je ein Lamm für ein Haus. 4 Wenn aber in einem Hause für ein Lamm zu wenige sind, so nehme er’s mit seinem Nachbarn, der seinem Hause am nächsten wohnt, bis es so viele sind, dass sie das Lamm aufessen können. 5 Ihr sollt aber ein solches Lamm nehmen, an dem kein Fehler ist, ein männliches Tier, ein Jahr alt. Von den Schafen und Ziegen sollt ihr’s nehmen 6 und sollt es verwahren bis zum vierzehnten Tag des Monats. Da soll es die ganze Versammlung der Gemeinde Israel schlachten gegen Abend. 7 Und sie sollen von seinem Blut nehmen und beide Pfosten an der Tür und den Türsturz damit bestreichen an den Häusern, in denen sie’s essen, 8 und sollen das Fleisch essen in derselben Nacht, am Feuer gebraten, und ungesäuertes Brot dazu und sollen es mit bitteren Kräutern essen. 9 Ihr sollt es weder roh essen noch mit Wasser gekocht, sondern am Feuer gebraten mit Kopf, Schenkeln und inneren Teilen. 10 Und ihr sollt nichts davon übrig lassen bis zum Morgen; wenn aber etwas übrig bleibt bis zum Morgen, sollt ihr’s mit Feuer verbrennen. 11 So sollt ihr’s aber essen: Um eure Lenden sollt ihr gegürtet sein und eure Schuhe an euren Füßen haben und den Stab in der Hand und sollt es in Eile essen; es ist des HERRN Passa. 12 Denn ich will in derselben Nacht durch Ägyptenland gehen und alle Erstgeburt schlagen in Ägyptenland unter Mensch und Vieh und will Strafgericht halten über alle Götter der Ägypter. Ich bin der HERR. 13 Dann aber soll das Blut euer Zeichen sein an den Häusern, in denen ihr seid: Wo ich das Blut sehe, will ich an euch vorübergehen, und die Plage soll euch nicht widerfahren, die das Verderben bringt, wenn ich Ägyptenland schlage. 14 Ihr sollt diesen Tag als Gedenktag haben und sollt ihn feiern als ein Fest für den HERRN, ihr und alle eure Nachkommen, als ewige Ordnung.“

So erzählt die Bibel, entstand die «ewige Ordnung», die Tradition des Pessachfestes. Mose hatte den in Ägypten versklavten Israeliten das Versprechen Gottes weitergegeben: «Gott will euch befreien. Er wird euch in eine gute Zukunft führen. Er wird euch den Weg zeigen und ein neues Leben eröffnen». Bevor sie losgingen, sollten sie nochmals gut essen und trinken. Lamm schlachten und braten. Dazu ungesäuerte Brote. Und das Blut an den Türpfosten sollte sie vor dem Todesengel schützen, der in jener Nacht aus jeder ägyptischen Familie den Erstgeborenen holte.

Es ist eine uralte und archaische Geschichte. Für uns nicht in allen Teilen nachvollziehbar. Aber jedes Jahr erinnern sich die Juden am Passahfest mit Lammbraten daran: Gott hat uns befreit. Gott steht an unserer Seite. Gott führt uns in eine gute Zukunft. Und jeder, der dabei ist und mitisst kann erleben: So schmeckt es, wenn Gott uns begleitet. So schmeckt es, wenn man noch einen weiten Weg vor sich hat, wenn noch lange nicht klar ist, wie es wird. So schmeckt es, wenn man mit Gott in die Zukunft geht.

Mir gefällt dieser Gedanke sehr. Unser Leben ist immer auch bedrohtes Leben. Das war früher so, das erleben wir heute mit der Corona Krise ganz besonders, und es wird auch in Zukunft so sein. Feste und Traditionen, die uns daran erinnern, dass es auch eine andere Realität und Hoffnung gibt, sind wichtig für unser Leben. Indem wir die Feste feiern, werden wir Teil der Geschichte Gottes mit seinen Menschen. Und weil Gott der Gleiche ist gestern und heute und auch in Zukunft, vergewissern wir uns beim Feiern seiner Gegenwart, seiner Hilfe und seines Beistandes – gegen alle Erfahrungen der Realität. Das tröstet, stärkt, orientiert, inspiriert und beflügelt.

Je älter ich werde, desto mehr schätze ich unsere christlichen Traditionen. Tradition kommt vom lateinischen Wort «tradere» also «hinüber-gehen» oder «tradito», das heisst «Übergabe, Überlieferung». Indem wir unsere christlichen Traditionen feiern und begehen, geben wir unser Wissen, unsere Werte und tiefsten Überzeugungen an andere Generationen weiter. An unsere Kinder und Enkelkinder.

Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern. Jeder Tag hat seine Botschaft und Bedeutung für unser Leben. Und es ist wichtig und es tut uns gut diese Tage zu feiern und vielleicht dabei, wenigstens für eine Zeit die Realität da draussen vergessen, damit wir kurz durchatmen und Kraft schöpfen können. Damit wir spüren und erleben und schmecken, dass es mehr gibt als Sorgen und Angst vor dem Virus und seinen Folgen. Es gibt eine Hoffnung. Es gibt einen Gott, der vor uns Menschen in die Zukunft geführt hat und es heute auch mit uns tut. Deshalb, wenn wir dieses Jahr auch in sozialer Distanz feiern müssen, so lasst uns die Speisen essen, die uns sonst in der Karwoche und zu Ostern begleiten. Und wenn wir essen und trinken, so wollen wir darin Hoffnung schmecken und Zuversicht. Gott begleitet uns. Er führt uns in die Zukunft und gestalten mit uns die Zukunft. Und er ist es auch, der unsere Toten sanft empfängt, die diese Zukunft nicht mehr erleben werden.

Jesus hat auch Feste gefeiert und Traditionen eingehalten. Am Gründonnerstag hat er das Passahfest gefeiert und es für uns umgedeutet. Nicht in gebratenem Lammfleisch, sondern in Brot und Wein sollen wir Christen Zeichen von Gottes Nähe und Liebe für uns sehen. Zeichen der Vergewisserung, dass Gott uns begleitet, dass er mit uns in die Zukunft geht. Durch das Abendmahl hat Jesus uns hineingenommen in die Geschichte Gottes mit seinem Volk, zu dem wir nun auch gehören. Wir Christen teilen Brot und Wein miteinander und vergewissern uns: Gott ist bei uns. Er ist mit uns auf dem Weg.

Dieses Jahr ist es wegen des Corona-Notstandes anders als sonst. Wir treffen uns am Gründonnerstag nicht in der Kirche, sondern sind allein oder in der Familie. Wir haben Sie und Euch alle bereits eingeladen, für heute Abend Traubensaft oder Wein und Brot vorzubereiten und wir werden heute Abend gemeinsam eine virtuelle Liturgie feiern. Und wenn wir das Brot essen und den Traubensagt trinken, so wollen wir Gottes Nähe und Hoffnung schmecken. So wollen wir die Zukunft schmecken, in der wir uns als Gemeinschaft wieder real sehen und sprechen und umarmen können. Wir wollen heute schon die Vorfreude darauf spüren.

Sehet und schmecket wie freundlich Gott ist!

Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, bewahre unsere Herze und Sinne in Christus Jesus unserm Herrn.

Amen

 

 

GEBET für Mittwoch, 8. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort für mein Abendgebet und zünde eine KERZE an.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Der Tag klingt aus und wir vertrauen uns Dir an.
In der Stille die einen, mit Worten die anderen.

Danke, dass Du uns kennst

und auf unser Herz achtest

und auf unser Gebet hörst. 

Gott, unsere Welt ist ruhiger geworden, unser Leben engräumiger.

Wir erkunden neu unsere nächste Umgebung,

treffen unsere Nachbarn für einen Schwatz auf Distanz.

Lehre uns, Gott, in dieser Ruhe dich zu finden.

Lass uns in der Nachbarschaft zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen,

die sich umeinander sorgt.

Lass uns jetzt lernen für die Zukunft.

Wir bitten: Herr, erbarme dich!

Vieles, was bis vor kurzem selbstverständlich war,

ist es nicht mehr.

Die Gesundheit, die Bewegungsfreiheit, die Versammlungsfreiheit,

die Arbeit, der Wohlstand.

Gott, wir fühlen uns unsicher und wissen nicht, was uns wartet.

Schenk uns Vertrauen, damit wir in der Passion dein Osterlicht erahnen.

Wir bitten: Herr, erbarme dich!

 Gott, wir spüren die Spannung zwischen verschiedenen Interessen wachsen.

Die Interessen der Gesundheit der Bevölkerung

stehen den wirtschaftlichen und sozialen Interessen gegenüber.

Lass uns Wege finden, die Balance zu halten.

Lass die grosse Solidarität, die in den letzten Wochen gewachsen ist, nicht auseinanderbrechen. Schick uns Deinen Geist der Liebe und Weisheit. 

Wir bitten: Herr, erbarme dich!

«Über abendstille Auen, geht der letzte helle Schein.

Vater (Ew’ger) lass uns Sonne schauen,

 führ uns in dein Licht hinein.»

So singen und beten wir mit dem alt-vertrauten Lied.

Und wir bitten, führ alle, die mit ihrem Leben ringen, in dein Licht.

Ins Licht des Gesundwerdens und des Weges zurück ins Leben.

Oder, wenn es sein muss, in dein ewiges Licht.

Wir vertrauen sie dir an, und auch alle,

die mit ihrem Wissen und Können um ihr Leben kämpfen.

Wir bitten: Herr, erbarme dich!

Gott, wir wissen nicht, weshalb das Leid die einen trifft und die anderen nicht.

Aber wir wissen, dass du in Christus neben uns gehst

und uns im Leiden nicht allein lässt.

Lass dies alle erfahren, die in diesen Tagen Leid tragen.

Sei es, dass sie deine Nähe in ihrem Glauben selber erfahren.

Sei es, dass liebe Menschen ihnen Zeichen sind deiner Gegenwart.

Wir bitten: Herr, erbarme dich!

Gott, heute erstrahlte die Kraft des Frühlings wieder in voller Wucht.

Wir danken dir für das Blau des Himmels,

die Wärme der Sonnenstrahlen auf unserem Gesicht,

das Spriessen der Knospen mitten in dieser Passion.

Wir erkennen darin deine Auferweckungskraft, die uns entgegenstrahlt.

Sie hilft uns durchzuhalten.

In der Stille bringen wir vor Dich, was uns persönlich wichtig ist.

Unsere Bitte…

Unseren Dank…

Uns und unsere Lieben….

Danke, dass du unsere Gebete erhörst.

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Wir LAUSCHEN Choral «Christus der uns selig macht» aus der Johannespassion von J.S.Bach

Johannespassion, BWV 245: 15. Choral – Christus, der uns selig macht 

 
  
 
 

 

Christus, der uns selig macht,
kein Bös‘ hat begangen,
der ward für uns in der Nacht
als ein Dieb gefangen,
geführt für gottlose Leut
und fälschlich verklaget,
verlacht, verhöhnt und verspeit,
wie denn die Schrift saget.

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Gott sei vor dir – um dir den Weg der Befreiung zu zeigen.

Gott sei hinter dir – um dir den Rücken zu stärken für den aufrechten Gang.

Gott sei neben dir – eine gute Freundin, ein guter Freund an deiner Seite.

Gott sei um dich – wie ein schönes Kleid und eine wärmende Decke.

Gott sei in dir – und weite dein Herz, zu lieben und zu kämpfen.

So segne uns Gott.

Amen

 

 

GEBET für Dienstag, 7. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort für mein Abendgebet und zünde eine KERZE an.

 

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

BIBLISCHES VOTUM Tageslosung und Lehrtext 7.4.2020:

«Der HERR, der König Israels, ist bei dir, dass du dich vor keinem Unheil mehr fürchten musst.“        Zefanja 3,15

„Jesus sprach zu den Jüngern: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?“             Markus 4,40

In der letzten Woche fragte mich eine Freundin am Telefon, worüber wir so noch nie richtig gesprochen haben: „Sag mal, wer oder was ist eigentlich Gott, gerade jetzt, zu dieser Zeit? Du machst doch jeden Abend Gebet für eure Gemeinde, das verstehe ich ja alles, wie man für die Kranken, Infizierten, Sterbenden, für die Menschen im Gesundheitswesen usw. beten kann. Aber wer ist Gott, gerade jetzt, für Dich?“

Was würden WIR antworten, was denken WIR? Meine Antwort in dem Telefonat war: ‚Gott, das ist für mich eine in mir wohnende Kraft, wie ein Motor der Zuversicht, wie ein grosses Herz voll Liebe, was mich alles, so gut es geht, in Liebe tun lässt. Und es ist der Vater von Jesus Christus, der seinen Sohn nicht am Kreuz gelassen hat. Da wo Jesus, wo wir ganz allein scheinen, am Kreuz, in dieser Pandemie, genau da will er da sein, da ist er da. Gott nimmt uns die Lasten des Lebens nicht ab, aber er gibt Kraft zum Tragen. ‚ Das war meine Antwort in aller Kürze.

Lied/Musik: „Fürchte Dich nicht“ EG Bayern/ELKZ Nr. 630

https://www.lieder-vom-glauben.de/startseite/?key=72a96a2c21c260f94004c30e31542d91

In der ganzen Bibel finden wir immer wieder die Beobachtung: Menschen bitten in Angst, Sorge und Gefahr Gott um sein Eingreifen. Wir kennen das Wort „Not lehrt beten“

Diese Menschen gehen davon aus, dass es diesen auf irgendeine Weise allmächtigen, unsichtbaren Gott wirklich gibt. Darum ist es für sie ja überhaupt auch sinnvoll, ihn um Hilfe zu bitten. Das nennt die Bibel Glaube: nämlich diese größere, unsichtbare Wirklichkeit für möglich zu halten, UND auch im Alltag mit ihr zu rechnen, sich in den Höhen und Tiefen des Lebens auf diesen allmächtigen, unsichtbaren Gott zu verlassen – ja das nennt die Bibel Glaube.

Das Neue Testament berichtet, wie Jesus immer wieder seine Freunde zu einem solchen Glauben eingeladen und sogar herausgefordert hat. Zum Beispiel hier, im Markusevangelium, Kapitel 4. Die ganze Truppe ist mit einem Boot auf dem See Genezareth unterwegs. Die Jünger rudern, Jesus schläft. Plötzlich bricht ein heftiger Sturm los, die Wellen schlagen ins Boot, es beginnt sich mit Wasser zu füllen. Unter den Jüngern sind erfahrene Fischer, die ihr halbes Leben auf diesem See verbracht haben. Aber selbst sie wissen sich nicht mehr zu helfen. Also wecken sie Jesus, schreien ihn über dem Tosen des Sturms an: Jesus, macht es dir nichts aus, dass wir umkommen?

Jesus steht auf, weist den Wind in seine Schranken und befiehlt dem See: »Schweig! Sei still!« Da legt sich der Wind, und es tritt eine große Stille ein. Und dann erinnert Jesus seine Freunde an die größere, unsichtbare Wirklichkeit Gottes, die sie die ganze Zeit über umgeben hat, indem er sie fragt: „Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr immer noch keinen Glauben?“

Jesus weiß, dass sich unser menschliches Leben in jeder Sekunde in Gottes Hand befindet. Dass wir jeden Tag in Gottes Nähe und unter seiner Zuwendung leben könnten. Dass unsere sichtbare Welt – in der Stürme und jetzt auch eine Epidemie toben, in der wir Angst haben und in der es manchmal Gott gar nicht zu geben scheint – dass diese unsere Welt immer eingebettet und geborgen ist in der größeren, unsichtbaren Wirklichkeit Gottes. Darauf zu vertrauen – das ist Glaube. Darauf vertrauend zu leben, das will ich lernen.

«Der HERR, der König Israels, ist bei dir, dass du dich vor keinem Unheil mehr fürchten musst.“        Zefanja 3,15

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Wir beten:

GEBET

Guter Gott,

das lässt sich leicht sagen, ‚fürchte Dich nicht‘…

natürlich haben wir Angst, sind voll Furcht, machen uns Sorgen:

das ist alle so ungewiss mit diesem Virus….-wie lange noch, werden wir infiziert, oder sind wir es schon? Wie viele werden noch sterben, wie viel schwerkrank? Schaffen wir das? So viele Fragen, Gott, wir nennen sie Dir:

Wie geht es meinen Verwandten, auch gerade die, die nicht hier in der Schweiz leben, sondern vielleicht weit weg, wie geht es meinen Kollegen von der Arbeit, meinen Schulfreunden, anderen aus unserer Gemeinde…?

Trotzdem und vielleicht auch gerade darum will ich auf Dich vertrauen, auf dein Wort: „Fürchte Dich nicht“.

Bitte sag es auch denen, die infiziert und an Covid19 oder irgendeiner anderen schrecklichen Krankheit leiden, denen die mit dem Leben kämpfen und denen, die um Leben kämpfen.

Sprich es den Verantwortlichen zu, den Grossmüttern und den Vätern und den Kindern, sag es den Müttern und sag es mir selbst immer wieder: „Fürchte Dich nicht!“

Sagen wir es in der Stille auch denen, an die wir jetzt besonders denken

……………………………………………………………..

Du hörst uns, Du stärkst uns, wir danken Dir und beten gemeinsam:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Jes. 41,10: „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“

So segne, behüte und bewahre uns der allmächtige und gnädige Gott,

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen

 

MUSIK: Für alle die mögen noch ein wunderschöner, mutmachender Song zum Abschluss, per you tube:

„Fürchte dich nicht – von und mit Jörg Streng und David Plüss

 

GEBET für Montag, den 6. April

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort für mein Abendgebet und zünde eine KERZE an.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Abendgebet von Dietrich Bonhoeffer (am 9.4. jährt sich zum 75. Mal sein Todestag)

Herr, mein Gott,

ich danke dir, dass du diesen Tag zu Ende gebracht hast.
Ich danke dir, dass du Leib und Seele zur Ruhe kommen lässt.

Deine Hand war über mir und hat mich behütet und bewahrt.

Vergib allen Kleinglauben und alles Unrecht dieses Tages
und hilf, dass ich allen vergebe, die mir Unrecht getan haben.

Lass mich in Frieden unter deinem Schutz schlafen
und bewahre mich vor den Anfechtungen der Finsternis.

Ich befehle dir die Meinen, ich befehle dir dieses Haus,
ich befehle dir meinen Leib und meine Seele.

Gott, dein heiliger Name sei gelobt.

Amen.

Wir SINGEN oder LAUSCHEN das Lied: Von guten Mächten wunderbar geborgen

Es singt Siegfried Fietz, der 1970 die Worte Bonhoeffers vertont hat.

Siegfried Fietz singt ‚Von guten Mächten wunderbar geborgen‘

 
  
 
 

Siegfried Fietz singt ‚Von guten Mächten wunderbar geborgen‘

MEDITATION: Mutmachertext von Simon Froben

Das wird schön sein, wenn wir uns wieder treffen können!

Das wird schön sein, wenn wir uns wieder direkt in die Augen schauen können.

Das wird schön sein, wenn wir uns wieder die Hände geben und einander umarmen können – bestimmt umarme ich vor lauter Freude den einen oder die andere mehr als zuvor.

Das wird schön sein, wenn wir wieder gemeinsam Gebete sprechen und Lieder singen können – gerne auch lauthals: Zu Gott rufen, was Kummer ist und was Dankbarkeit,

und den Mund voll nehmen mit zusammenklingender Freude.

Das wird schön sein, wenn wir uns wieder auf einen Kaffee zusammenhocken,

miteinander reden, lachen und wo es Not tut auch weinen können.

Das wird schön sein, wenn wir die wärmende Sonne wieder in vollen Zügen genießen

und die Kinder fröhlich auf dem Spielplatz spielen können.

Ja, es wird sogar schön sein, wieder zur Schule oder zur Arbeit gehen zu dürfen – wer hätte das gedacht?

All das und vieles mehr, was uns bislang vertraut und selbstverständlich war,

werden wir ganz neu genießen, fast wie ein kleines Kind.

Das wird schön sein!

Und bis wir uns wiedersehen halten wir aus und durch.

Bis dahin leben wir in Quarantäne zwischen Hoffen und Bangen

Bis dahin telefonieren wir und chatten wir, halten Abstand, ‚social distance‘.

Unser Schreibtisch heißt jetzt ‚home-office‘ und die Besprechungen halten wir per Video

– geht alles, sogar Gottesdienste und Seelsorge,

und wir beten für die Kranken und die Trauernden,

und zugleich gegen die eigenen Ängste und Sorgen um die Zukunft und gegen die Verzweiflung.

Und bis wir uns wiedersehen lernen wir kreativ zu sein und viele neue Dinge.

Bis dahin schreiben wir, ganz ‚old fashioned‘, Briefchen an unsere Nachbarn

mit Hilfsangeboten und mit Dank.

Bis dahin singen wir aus den Fenstern und musizieren auf Balkonen.

Bis wir uns wiedersehen lernen wir einander neu kennen

und unsere Familien und uns selbst.

Bis dahin fangen wir vielleicht sogar an, das Leben neu zu sehen:

Was ist wirklich wichtig?

Und bis wir uns wiedersehen fangen wir an zu träumen

wie es sein könnte, nachdem es nun nicht mehr so ist wie es war.

Was wir verändern, neugestalten und wie wir neu beginnen werden.

Das wird schön sein, neu zu leben

als Träumende im Hier und Jetzt,

behütet, bewahrt und getröstet!

BIBLISCHES VOTUM: «Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein». (Psalm 126,1-2)

GEBET:

Gott, vor dir stehe ich, so wie ich bin.

Alles was mich bewegt lege ich vor dich hin.

Meine Freunden und auch meine Sorgen sind dir nicht verborgen.

Du sorgst für mich.

Voll Vertrauen schaue ich auf dich.

Vor dich bringe ich all das, was mir heut Sorgen bereitet hat, oder auch Angst

Stille

Vor dich bringe ich das was mich heute gefreut hat. Auch an ganz kleine Dinge will ich mich erinnern.

Stille

Vor dich bringe ich mein schlechtes Gewissen über gewisse Dinge

Stille

Vor dich bringe ich alle Menschen die Leiden und die Verantwortung tragen

Stille

Vor dich bringe ich mich und meine Liebsten. In der Stille nenne ich ihre Namen

Stille

Von guten Mächten wunderbar geboren, erwarten wir getrost, was kommen mag.

Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Der Herr segne und behüte dich,

der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig

der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

Amen

 

Palmsonntag / Sonntag Palmarum 5. April 2020 –

Heute ist Palmsonntag. Der Sonntag heißt so, weil Jesus auf der Straße in Jerusalem von den Leuten mit Palmzweigen begrüßt wurde. Sie haben dazu verschiedene Namen von Jesus gerufen: Jesus aus Nazareth, Davids Sohn, Retter, König, Heiland und Messias. Messias, das heißt auf Hebräisch der Gesalbte Gottes. Das kommt in der Geschichte heute vor. In der griechischen Sprache ist das Wort für „Gesalbter“ Christos. So nennen wir Jesus in der Kirche: Jesus Christus, Jesus, der Gesalbte. Und uns selber nennen wir Christinnen und Christen, also die zu dem Gesalbten gehören.

Palmsonntag feiern wir in diesem Jahr leise. Das Evangelium des Sonntags erzählt zwar von den lauten Jubelrufen beim Einzug Jesu in Jerusalem.
Doch das Predigtwort aus dem Markusevangelium erzählt eine leise Geschichte – wie sie zu diesen Zeiten passt:  Jesus, der sonst auf die Menschen zugeht, sie berührt und ihnen Gutes tut, erfährt in dieser Geschichte selbst etwas. Berührung gehört zum Evangelium.

Herr, wir bitten: Komm und segne uns; lege auf uns deinen Frieden. Segnend halte Hände über uns. Rühr uns an mit deiner Kraft.
Amen.

Wir feiern Gottesdienst: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn – der Himmel und Erde gemacht hat.

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Lied/Musik EG 572Herr, wir bitten: Komm und segne uns;

https://www.golyr.de/kirchenlieder/songtext-herr-wir-bitten-komm-und-segne-uns-447575.html

Ewiger gütiger Gott,
hab Erbarmen mit uns, unseren Fehlern und Versäumnissen und mit der ganzen Welt.

Kyrie eleison.

Der Evangelientext beinhaltet das Thema dieses Sonntags, den Einzug Jesu in Jerusalem Evangelium: Johannes 12,12-19:

Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9): »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.« Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so an ihm getan hatte. Die Menge aber, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, bezeugte die Tat. Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach. Amen.

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Apostolisches Glaubensbekenntnis (EG Seite 1150)

Wochenlied EG 91,1-3.7.8 Herr, stärke mich dein Leiden zu bedenken

Predigtwort – Markus 14, 3-9

Der Predigttext ist ein weiterer Bericht aus einem der Evangelien, hier aus dem Markusevangelium.  Die Salbung in Betanien, Jesus werden die Füsse gesalbt von einer Frau: das ist scheinbar der Gegenpol zum lauten Einzug Jesu in Jerusalem. Zugleich aber deutet dies das Geschehen an Palmsonntag: Jesus geht konsequent seinen Weg. Aber geht ihn gewaltlos und menschlich, immer mit Blick auf Gott. Er wehrt alle Glorifizierung ab. Es ist auch ein schwerer Weg. Am Ende aber ist er voller Segen. Und dieses Segensband zieht sich bis zu uns heute.

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Als Jesus in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit unverfälschtem, kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Gefäß und goss das Öl auf sein Haupt.
Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls?
Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an.
Jesus aber sprach: Lasst sie! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan.
Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit.
Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis.
Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.

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Gott, segne dein Wort an uns durch deinen Heiligen Geist. Amen.

Predigt senden wir gerne zu

FÜRBITTEN:

Gott, großer König und Retter,
du kommst zu uns in Deinem Sohn Jesus Christus und willst einziehen in unsere Häuser und Herzen. Wir danken Dir!
Wir bitten dich:
Sei mit deinem Wort bei uns und stärke unseren Glauben.
Mach uns gewiss, dass du für uns bist, auch wenn vieles gegen uns zu sein scheint.

Du hast Gutes getan und andere ermutigt, Gutes zu tun. Die Frau in Betanien und so viele Menschen bis heute und auch heute! Schon im ganz kleinen fängt das an. So bitten wir Dich besonders in diesen Tagen:
Gib Gewissheit den Zweifelnden und Unruhigen.
Schenke deine Nähe den Einsamen und Ängstlichen.
Hilf den Helfenden.
Gib Weisheit den Verantwortlichen,
schütze die Schutzsuchenden.
Begleite ganz besonders in diesen Tagen die Kranken und Sterbenden.
Komm zu uns in diesen Tagen der Sorge und Angst.
Hilf, dass wir in Gedanken und im Gebet zusammenstehen und
uns so in Glaube, Hoffnung und Liebe ausbreiten. Amen.

Vaterunser

Bitte um Segen

Gott segne uns und behüte uns.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.

Amen.

Zum Abschluss:

J S Bach, „Himmelkönig sei willkommen“ BWV 182

(komponiert zu Palmarum 25. März 1714, Schlosskapelle Weimar)

Gesegneten Sonntag!

 

https://www.youtube.com/watch?v=dc8nT_dHCjk

 

 

GEBET für Samstag, 4. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort für mein Abendgebet und zünde eine KERZE an.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Sometimes in our lives
We all have pain, we all have sorrow
But if we are wise
We know that there’s always tomorrow

Manchmal in unserem Leben haben wir alle Schmerzen haben wir alle Sorgen
Aber wenn wir klug sind, wissen wir dass es
immer ein Morgen gibt

Lean on me when you’re not strong
And I’ll be your friend, I’ll help you carry on
For it won’t be long
‚Til I’m gonna need somebody to lean on

Lehn dich an mich, wenn du nicht stark bist
und ich will dein Freund sein
ich helfe dir weiterzumachen
Denn es wird nicht lange dauern
bis ich jemanden zum anlehnen brauche

Wenn da eine Last ist die du zu tragen hast
mit der du nicht umgehen kannst
Ich bin nur die Straße rauf
ich teile mit dir die Last
wenn du mich einfach anrufst

So ist unsere Lebenssituation so manches Mal, gewesen oder manchmal immer noch. Wir brauchen jemand, an den wir uns wenden, eine die uns zuhört oder der uns einfach eine Schulter gibt. In diesen Tagen seit fast 4 Wochen etwa ist es erst recht so. Vielleicht auch jemand der nicht mit mir in meinen vier Wänden ist, oder wenn ich allein bin sowieso nicht. Ja diese Sehnsucht nach Begegnung, echtem Gespräch und nicht über Telefon, Internet, Skype, Video…naja, halt, es ist gut dass es das überhaupt gibt für uns, immerhin.

Und dennoch: Lean on me, Lehn dich an mich!

Gestern ist der Songschreiber dieses grossartigen Liedes, der farbige US-Amerikanische Musiker Bill Withers, im Alter von 81 Jahren in Los Angeles verstorben. Ein Idol und genialer Songschreiber auch für mich, ich bin mit ihm aufgewachsen, habe seine Lieder gespielt und gehört und gesungen. Welch grossartige Musik gibt es jetzt im Himmel mehr. Noch vor 5 Jahren wurde er in die Rock’n Roll Hall of Fame aufgenommen und da wurde sein Song Lean on me gesungen, das hören wir hier gleich.

Dieser Song erzählt davon, wie Bill Withers den Zusammenhalt der tollen Gemeinschaft seiner Heimat vermisst, als er in das unmenschliche grosse Los Angeles zieht. In einer Bergarbeiterstadt in West Virginia war er geboren und aufgewachsen, sein Vater war ein Baptistischer Diakon und starb früh. Aber genau dies hörte man lange später noch, diese tragende Gemeinschaft und diese Musik der schwarzen Kirche.                               Auch in unserer Kirche wurde dieser Song bereits gesungen:

Lean on me – wir alle brauchen jemanden zum anlehnen
Wenn da eine Last ist, die du zu tragen hast, mit der du nicht umgehen kannst

Ich bin nur die Straße rauf, ich teile mit dir die Last-lean on me.
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Wir hören: Lean on me, Von Bill Withers

https://www.youtube.com/watch?v=qkaexjc-1os

 

Bibelimpuls: aus Psalm 139

HERR, du erforschest mich und kennest mich. 2 Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. 3 Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. 4 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, dass du, HERR, nicht alles wüsstest. 5 Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Gott, Du kennst uns: wer wir sind, wie wir leben, was wir fühlen, was uns Angst macht, wonach wir uns sehnen:

Danke, dass wir zu Dir gehören, gestern, heute, morgen und in Ewigkeit.

Wenn wir eine Schulter brauchen, Du bist da.

Wenn wir uns allein fühlen, oder hilflos, Du bist da.

Am Anfang der Welt, am Ende unseres Lebens, DU bist da.

Wir bitten Dich: mach uns sensibel wo andere uns brauchen. Schenke uns die Perspektive des anderen neben und um uns.

Und sende immer wieder Menschen an unsere Seite die uns stützen, hören, achten.

Dein ist diese Welt: sei mit den Kranken, Infizierten, Ärztinnen und Ärzten und Pflegepersonen, den Forschern und Laborantinnen, all den anderen die jetzt für uns da sind: segne sie.

Schenk uns miteinander Frieden!

Danke, Du bist der für-uns-da!

Gemeinsam beten wir:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Der Herr sei vor dir,

um dir den rechten Weg zu zeigen,

der Herr sei neben dir,

um dich in die Arme zu schließen und dich zu schützen,

der Herr sei hinter dir,

um dich zu bewahren vor der Heimtücke böser Menschen,

der Herr sei unter dir, um dich aufzufangen,

wenn du fällst und dich aus der Schlinge zu ziehen,

der Herr sei in dir,

um dich zu trösten, wenn du traurig bist,

der Herr sei um dich herum, um dich zu verteidigen,

wenn andere über dich herfallen,

der Herr sei über dir, um dich zu segnen.

Amen.

Altirischer Segenswunsch

 

 

 

Gebet für Freitag, den 3. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort für mein Abendgebet und zünde eine KERZE an.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Es ist Abend geworden Gott.

Das Werk dieses Tages ist vollbracht.

Das Werk dieser Woche ist geschafft.

Ich danke dir dafür und lege alles zurück in deine Hand.

Lass mich zur Ruhe kommen Gott

Stille

In der Stille bringe ich vor dich, was mir jetzt auf dem Herzen liegt.

Stille

Gott, dass wir allen Komfort und die Bequemlichkeiten,
die unser Leben umgaben,
nicht oft genug als Segen betrachtet haben,

sondern als selbstverständlich hingenommen haben.

 Vergib uns, Gott.

Für alle unter uns, die jetzt allein und nicht in der Gemeinschaft trauern müssen.

Tröste uns, Gott

Für alle unter uns, die sich um die Kranken kümmern.

Beschütze uns, Gott.

Gib uns die Fähigkeit, all die Angstmacherei, die wenig hilfreichen Kommentare und die schlimmsten Szenarien nicht andauern anzusehen.

Stärke uns, Gott.

Für alle, denen nichts Kreatives mehr einfällt, was ihnen hilft,
die Zeit mit den Kindern in der Wohnung durchzustehen.

Inspiriere uns, Gott.

Für die unter uns, die sich jetzt zuhause selbst die Haare schneiden und färben.

Leite uns an, Gott.

Die Gnade, dass wir und andere jetzt einfach nicht produktiv und kreativ sein müssen.

Schenke sie uns, Gott.

Dass diejenigen großzügig sind, die jetzt mehr Kraft als andere haben.

Mach es möglich, Gott.

Befreie uns von selbstsüchtigen Neigungen.
Wir sind doch deine Kinder und niemand von uns hat schon einmal eine Pandemie erlebt.

Lieb uns, so wie wir sind, Gott.

In den Tagen, die kommen,
sei bei uns.
Gott, du bist ungebunden an die Zeit,
du bist schon gegenwärtig in der Zukunft, die wir heute fürchten.

Hilf uns, das zu glauben, Gott.»

Amen

(Gebet Pfrin. Nadia Bolz-Weber)

Wir LAUSCHEN Johann Sebastian Bach: Arie «Erbarme dich», aus der Matthäus Passion.

Alto: Tim Mead

 
 

BIBLISCHES VOTUM: «Herr, du bist unsre Zuflucht für und für.  Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit». (Psalm 90,1-2)

GEBET

Guter Gott, öffne an jedem Tag mir die Augen neu,

nicht nur für das, was ist, sondern auch für das,

was werden könnte.

Beflügele meine Fantasie mit den Bildern deiner neuen Welt,

und schenk mir Geduld und Geschick,

um sie einzuzeichnen in die Straßen meiner Stadt.

VATER UNSER im Himmel…

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Gott segne uns und behüte uns
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns Frieden.
Amen.

GEBET für Donnerstag, 2. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort für mein Abendgebet und zünde eine KERZE an.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

 

Aufgesprochen:

„Sage mir nicht, dass der Mond scheint, sondern erzähle mir von seinem Glitzern auf zerbrochenem Glas!“

So schreibt der russische Dichter Anton Tschechow in einem Brief. Was so viel heisst wie: ich möchte keine Fakten hören, sondern Empfindungen. Sie gehen eher ans Herz.

Ja, guter Gott,

wir hören so viele Fakten. Schreckliche Fakten:

Tote, Erkrankte, Gefährdete, Leidende, Einsame, Ängstliche.  Schlechte Nachrichten. Und mittendrin auch mal eine gute Nachricht: Geheilte, Bewahrte, sich Freuende, Zuversichtliche.

All das müssen wir aushalten. In uns aufnehmen. Sortieren zwischen gut und schlecht, heilsam und angstmachend, furchtbar und befreiend.

Hilf uns, Gott. Und lass uns Ruhe finden in Dir.

Wir danken Dir!

Hören wir zwei Worte aus Briefen im neuen Testament und lassen sie auf uns wirken, lassen wir sie zu Worten Gottes für uns werden:

  1. Timotheus, 1, Vers 7 „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“

1 .Timotheus 2, Vers 4: „Gott will, dass allen Menschen geholfen werde…“

Wir singen und hören das „Abendlied“, so wie es Matthias Claudius vor über 240 Jahren gedichtet und genannt hat, so wie es seit 15 Tagen in Deutschland tausendfach abends von Balkonen, Fenstern und Terrassen gespielt und gesungen wird:

Lied: „Der Mond ist aufgegangen“ EG 482

https://www.liederprojekt.org/lied27783.html

  1. Der Mond ist aufgegangen,
    die goldnen Sternlein prangen
    am Himmel hell und klar;
    der Wald steht schwarz und schweiget,
    und aus den Wiesen steiget
    der weiße Nebel wunderbar.

Abendgebet:

Gott,
du allein weißt, was dieser Tag wert war.
Ich habe vieles getan und vieles versäumt.
Ich habe vieles versucht und vieles nicht vollendet.
Ich habe aus Unglauben gehandelt und entschieden
und bin manchen Liebe schuldig geblieben.
Ich möchte allen vergeben, die mir Unrecht getan haben.
Ich möchte von allem Hass, allem Neid
und aller Verachtung frei sein.
Vergib du auch mir alle mein Fehlen.
Du allein siehst ob dieser Tag Frucht gebracht hat.
Du kannst meine Mühe segnen.

Gott, ich kann dir viel geben zum Dank für diesen Tag,
und ich nehme den kommenden aus deiner Hand.
Ich danke dir in dieser Abendstunde,
dass du mich heute behütet hast.
Behüte alle, denen ich heute begegnet bin, zuhaus, unterwegs, real und virtuell, in Gedanken,
gib das Licht deiner Liebe allen, die ich liebhabe,
und allen, deren Last ich mit trage.

Ich denke heute besonders an……

Dein bin ich, Dein sind wir
im Licht der Sterne und des Mondes, und im Dunkel der Nacht,

im Licht der Sonne am neuen Tag,
in deinem Frieden.

nach Jörg Zink

Wir beten gemeinsam:

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten) auch gesprochen in Audio-Datei anbei

Gott segne uns und behüte uns
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns Frieden
Amen.

 

Gebet 1. April 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort für mein Abendgebet und zünde eine KERZE an.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Noch 12 Tage trennen uns von Ostern.

Geplant hatten wir für heute eigentlich eine Passionsandacht in unserer schönen Martin Luther Kirche.

Nun ist alles anders Gott.

Wir müssen Distanz halten.

Trotz allem lädst du uns ein in dieser Zeit ein Stück des Passionsweges mit dir zu gehen.

So wollen wir heute auf das Kreuz sehen.

Es ist uns so vertraut,

dass wir es manchmal gar nicht mehr wahrnehmen.

Und manchmal begegnet es uns so unerwartet,

so versteckt,

dass wir es fast übersehen.

Wir schauen heute auf an Kreuz am Weg. Es ist nur aus einer bestimmten Perspektive zu entdecken.

Foto: Gerd Ulmer

Wir SINGEN oder lauschen «Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken. Gesangbuch Nr. 91. Str. 1.4.5

https://www.youtube.com/watch?v=xFEDpdHWOA0

1.Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken,
mich in das Meer der Liebe zu versenken,
die dich bewog, von aller Schuld des Bösen
uns zu erlösen.

  1. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen;
    Gott ist die Lieb und lässt die Welt erlösen.
    Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken
    am Kreuz erblicken.
  1. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden
    ein Ärgernis und eine Torheit werden:
    so sei’s doch mir, trotz allen frechen Spottes,
    die Weisheit Gottes.

BIBLISCHES Votum: Und Jesus rief zu sich das Volk samt seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben behalten will, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um das Evangeliums willen, der wird es behalten. (Markus 8,34-35)

MEDITATION

Vier hellgraue Betonplatten auf unserem Bild. Sie sind ordentlich verlegt worden. Soweit scheint alles in Ordnung.

Und trotzdem bahnt sich da Gras und Unkraut den Weg zwischen den Platten. So ist das eben. Bei aller Mühe, es ist eben nichts vollkommen. Dieses Pflaster nicht, die Welt nicht. Auch unser Leben nicht.

Und doch tragen wir die Vorstellung von einem perfekten, zumindest einem heilen Leben in uns. Und wer von uns hat nicht schon auf andere Menschen gesehen und gedacht: Wäre ich nur so cool wie der! Könnte ich so selbstbewusst auftreten wie sie! Hätte ich seine Gesundheit! Oder hätte ich ihr Geld! Ja dann, dann würde es mir richtig gut gehen.

Ob wir unser Leben erfüllt oder nicht empfinden, ist eine Sache der Perspektive. Auf dem harten Beton des Lebensweges sind schon manche Wünsche zerschellt. Durststrecken bleiben nicht aus. Schweres, Hartes trifft auch mich.

Auf unserem Bild ergibt das Unkraut zwischen den säuberlich verlegten Platten ein Kreuz. Man sieht es nur aus einer bestimmten Perspektive. Es ist ein lebendiges Kreuz. Neues Leben spriesst im Grün der Hoffnung und streckt sich zum Licht.

Aus schweren Zeiten können neue Möglichkeiten wachsen. Wenn wir unsere Comfort Zone verlassen – so wie wir das jetzt, während der Krise tun, dann sehen wir die Welt, das Leben und auch unser Leben aus einer anderen Perspektive. Und dann… dann kann sich Neues zeigen und Hoffnungsvolles wachsen.

«Es gibt erfülltes Leben trotz unerfüllter Wünsche», sagte einst Dietrich Bonhoeffer.

So wünsche ich es euch allen und ich wünsche es mir, dass sich für jeden und jede von uns in dieser Zeit der Krise eine neue Perspektive auftut und wir in unserem Leben Dinge entdecken oder neu wahrnehmen, die wertvoll und bereichernd sind.   Amen

GEBET:

Barmherziger Gott,

Jesus, dein Sohn, hat Leiden, Not und Tod auf sich genommen.

Durch ihn bitten wir:

Für Menschen, die auf der Flucht und ohne Obdach sind. Für Menschen, die Gewalt leiden. Für Menschen, denen das Nötigste fehlt.

Herr, erbarme dich

Für Menschen, die krank sind an Leib uns Seele. Heute besonders für Menschen, die mit dem Corona Virus kämpfen.

Für Menschen, die sterben und alle, die um ihre Verstorbenen trauern

Herr, erbarme dich.

Für Menschen, die Entscheidungen treffen in Politik und Wirtschaft. Für Ärzte, Kranschwester und Pflegepersonal. Für alle, die auf unterschiedliche Weise helfen, die Krise zu bewältigen.

Herr, erbarme dich.  

Wir bringen vor dich Gott, was uns auf dem Herz liegt.

Sorgen …..

und Dankbarkeit….

Heile unsere Angst.

Schütze unsere Lieben.

Stärke unser Vertrauen in dich.

Christus, wenn wir in Frieden beieinander wohnen,

Gebeugte stärken und die Schachen schonen,

dann erfüllen wir deinen letzten Willen

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten) 

Gott sei bei dir wie die Luft, die du atmest.

Gott sei bei dir wie das Brot, das dich stärkt.

Gott sei bei dir wie das Wasser, das dich erfrischt und rein hält.

Gott sei bei dir wie das Haus, das dich schützt.

Gott sei bei dir wie die Sonne, die den Tag hell macht.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

GEBET für Dienstag, 31. März 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort für mein Abendgebet und zünde eine KERZE an.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Wir verabschieden uns heute abend von einem in jeder Hinsicht sehr bemerkenswerten Monat März 2020.

Haben wir Anfang des Monats geahnt, was auf uns zukommen wird?

Haben wir ganz andere Pläne gehabt? Skifahren. Schule. Arbeit. Und vieles mehr….

Vor Corona galt: Wir planten, also waren wir.

Jetzt herrschen Unklarheit, Ungewissheit und manchmal auch Langeweile.

Ein Gedanke hilft: In dieser liebenswerten Hilflosigkeit sind wir alle vereint.

Planung gibt uns Menschen das Gefühl, unser Leben in der Hand zu haben, es zu beherrschen und zu gestalten. Vorsprung durch Kalkulation.

Wir planten, also waren wir.

Das ist jetzt alles anders. Und wir stehen davor und wissen nicht wie es weitergeht.

Wann werden wir wieder Gemeinschaft erleben mit denen, von denen wir jetzt getrennt sind?

Wann können wir wieder reisen, feiern, uns begegnen?

Wir versuchen wirklich, das Beste daraus zu machen.

Wir warten.

Wir bleiben zuhause und retten so Leben. Das Leben anderer und unser eigenes. So gut es geht.

Guter Gott, wir danken Dir für alle Gemeinschaft, die wir trotzdem erfahren. In Nähe und Distanz. In täglicher Hilfe und Unterstützung.

DU bist und bleibst uns nah.

Bibelwort: aus Jeremia 29

7 Suchet der Stadt Bestes, und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s euch auch wohl….. 10 Ich will mein gnädiges Wort an euch erfüllen, dass ich euch wieder an diesen Ort bringe.

11 Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR:

Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.

12 Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erhören.

13 Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, 14 so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR, und will eure Gefangenschaft wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten…

Lied: Meine Zeit steht in deinen Händen  (Text und Melodie: Peter Strauch)

https://www.golyr.de/kirchenlieder/songtext-meine-zeit-steht-520606.html

(auf „Abspielen“ klicken)

Refrain: Meine Zeit steht in deinen Händen.
Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.
Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.
Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir. 

Sorgen quälen und werden mir zu groß.
Mutlos frag ich: Was wird Morgen sein?
Doch du liebst mich, du lässt mich nicht los.
Vater, du wirst bei mir sein.

Refr.: Meine Zeit steht …..

Hast und Eile, Zeitnot und Betrieb
nehmen mich gefangen, jagen mich.
Herr ich rufe: Komm und mach mich frei!
Führe du mich Schritt für Schritt.

Refr.: Meine Zeit steht …..

Es gibt Tage die bleiben ohne Sinn.
hilflos seh ich wie die Zeit verrinnt.
Stunden, Tage, Jahre gehen hin,
und ich frag, wo sie geblieben sind.

Refr.: Meine Zeit steht …..

Fürbitten:

Guter, ewiger Gott,

Pläne, Ziele, Wünsche, Vorhaben. Sehnsucht, alles ist anders seit diesem Monat März 2020. Wir legen Dir alles in Deine Hände:

das was war, das was ist und das was kommen wird. Im neuen Monat April 2020. Für die kommenden Wochen.

Vielleicht erinnern wir uns später, wenn wir wieder Pläne machen, ab und zu an diese Zeit… Mit DIR, Gott.

Guter ewiger Gott,

wir danken Dir für alles was wir an Schönem erlebt haben.

Für alles was gelungen ist, erfolgreich war, wo Frieden war und ist in unseren Häusern und Wohnungen, an den Orten wo wir arbeiten und leben, essen und schlafen, wo wir unsere Zeit verbracht haben und verbringen.

Wir danken auch für alle, die für uns da sind, sichtbar und unsichtbar, in Geschäften und medizinischer Hilfe und Versorgung, in Labors und draussen, in Schulen und Behörden und in anderen Häusern. Und für die neben mir.

Guter ewiger Gott,

wir bitten Dich: schütze die Kranken in dieser Zeit, segne die, die für sie da sind,

wir beten für……..

Heile unsere Angst und stärke unser Vertrauen auf Dich, dass Du unsere Zeit in Deinen Händen hältst, heute, morgen und in Ewigkeit.

Wir beten gemeinsam:

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten) 

Gott sei bei dir wie die Luft, die du atmest.

Gott sei bei dir wie das Brot, das dich stärkt.

Gott sei bei dir wie das Wasser, das dich erfrischt und rein hält.

Gott sei bei dir wie das Haus, das dich schützt.

Gott sei bei dir wie die Sonne, die den Tag hell macht.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

GEBET für Montag, den 30. März 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort für mein Abendgebet und zünde eine KERZE an.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

«Herr, du hast uns geschaffen,

und unser Herz ist unruhig, bis es Ruhe findet in dir.

Dein ist das Licht des Tages.

Dein ist das Dunkel der Nacht.

Das Leben ist dein und der Tod.

Ich selbst bin dein und bete dich an.

Lass mich ruhen in Frieden,

segne den kommenden Tag

und lass mich erwachen, dich zu rühmen.»

Amen. (Kirchenvater Augustinus, 4. Jahrhundert)

Gott ich danke dir, dass wir am Abend zusammenkommen können,

um gemeinsam zu beten.

Danke für die Gemeinschaft, die wir erleben dürfen,

obwohl wir doch örtlich getrennt sind.

Danke, dass wir durch Internet & Technologie miteinander verbunden sind

und im Geiste eins sein können.

Du bist jetzt bei uns Gott.

Jesus hat uns versprochen:

„Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen,

da bin ich mitten unter ihnen.“

(in Matthäus 18.20)

Es tut gut zu wissen, dass du bei uns bist Gott.

Wir brauchen dich.

Wir SINGEN oder LAUSCHEN «Gott ist gegenwärtig» Gott ist gegenwärtig (SdH-Chor & Michael Schlierf)

Zwei Wochen nun dauert der Ausnahmezustand an.

Zum Teil haben wir uns an das Zuhausesein gewöhnter Gott.

Wir staunen und freuen uns über die Hilfsbereitschaft der Menschen

Über Mitmenschlichkeit die so kreativ und fantasievoll ist.

Wir wollen zusammenhalten, Regeln befolgen und auch diese Krise überstehen.

Und dann… dann sehen wir die Nachrichten.

Sie erschlagen und erdrücken uns

Sie machen uns Angst und wir fragen uns,

wird es bei uns auch so schlimm werden?

Wir haben Mitleid mit den Kranken, mit den Sterbenden,

mit jenen Menschen, die ihre Lieben verlieren und

sich gar nicht verabschieden können.

Wir sind dankbar für alle, die in Krankenhäusern bis zur Erschöpfung arbeiten

Wir vergessen auch nicht auf die Menschen,

die auf der Flucht sind und in den Lagern.

Wir bitten dich: Herr erbarme dich!

Wir beten heute Abend für alle Menschen, die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die Angst haben vor einer Infektion,
für alle, die sich nicht frei bewegen können,

für alle Familien, die ihre Kinder zuhause unterrichten müssen,

für alle die in ihren Wohnungen einsam sind,
für die Ärztinnen und Pfleger, die sich um die Kranken kümmern,
für die Forschenden, die nach Schutz und Heilmitteln suchen,

für alle, die dafür sorgen, dass Infrastrukturen funktionieren,

dass Regale aufgefüllt werden, dass wir das bekommen, was wir zum Leben brauchen,

für alle, die jetzt finanziell unter den besonderen Notstandmassnahmen leiden.
dass Gott unserer Welt in dieser Krise seinen Segen erhalte.

STILLE

Allmächtiger Gott, du bist uns Zuflucht und Stärke,
viele Generationen vor uns haben dich als mächtig erfahren,
als Helfer in allen Nöten.
Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind,
und stärke in uns den Glauben, dass du dich um jede und jeden von uns sorgst.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Gott, in den Lichtblicken meiner Hoffnung,
in den Schatten meiner Angst,
in den Enttäuschungen meines Lebens
und in meinem Vertrauen auf das Kommende
sei mit mir, segne mich und behüte mich,
meinen Leib und Seele

meine Lieben und alles lege ich in deine Hände.
Dein heiliger Engel sei mit mir,

dass der böse Feind keine Macht an mir finde.

Amen.

 

Sonntag JUDIKA in Corona-Zeiten 29. März 2020

Der Sonntag „Judika“ hat seinen Namen in vorreformatorischer Zeit erhalten, da der lateinische Psalm mit den Worten „Iudica me“ beginnt. Am 2. Sonntag vor Ostern beginnt die eigentliche Passionszeit. Wir begeben uns mit Texten und Liedern auf die Spur Jesu Christi.

Lied: Gott des Himmels und der Erden (EG 445,1–3+5)

https://www.youtube.com/watch?v=PjvCNMAlE8U

Es ist Sonntag.

Wir sind hier, allein, in der Gemeinschaft wie es jetzt geht,

aber mit vielen verbunden

um Gottesdienst zu feiern.

Wir kommen mit dem, was uns ausmacht.

Mit Freude und Glück im Herzen.

Aber auch mit Last auf der Seele.

Wir machen uns bewusst, was Christus für uns getan hat.

Wir lassen uns anregen davon, was Gott für uns will.

So feiern wir im Namen des dreieinigen Gottes,

Des Vaters und Schöpfers des Himmels und der Erde,

Des Sohnes, Jesus Christus, unseres Bruders und Vorbildes für unseren Glauben,

Des Heiligen Geistes, der Mutmacher und Wegweiser, Bestärker und Tröster ist.

Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn – der Himmel und Erde gemacht hat.

Wir beten den Psalm dieses Sonntags:

Psalm 43 (EG 724)

1 Schaffe mir Recht, Gott, / und führe meine Sache wider das treulose Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten!

2 Denn du bist der Gott meiner Stärke: Warum hast du mich verstoßen? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt?

3 Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung,

4 dass ich hineingehe zum Altar Gottes, / zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.

5 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

Der Wochenpsalm beginnt mit einem Ausruf: „Iudica me!“, „Schaffe mir Recht!“ Gottes Stärke wird angerufen, angesichts der Erfahrung des Verlassen-Seins und der Ohnmacht. Gott möge sein Licht und seine Wahrheit senden, damit der/die Betende zu Gottes Wohnung und Altar gelange. Der letzte Vers wechselt die Perspektive, und so fragt der/die Betende nicht mehr Gott um Hilfe, sondern nunmehr sich selbst: „Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir?“ Nur um sogleich sich selbst wieder aufzufordern, auf Gott zu vertrauen und ihm für seine Hilfe zu danken.

Wir lesen/hören das Evangelium dieses Sonntags:

Markus 10,35–45:

Vom Herrschen und vom Dienen

35 Da gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen zu ihm: Meister, wir wollen, dass du für uns tust, was wir dich bitten werden. 36 Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich für euch tue?

37 Sie sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit.

38 Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde?

39 Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde; 40 zu sitzen aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken, das zu geben steht mir nicht zu, sondern das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist.

41 Und als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes.

42 Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. 43 Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; 44 und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. 45 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.

 

Das Evangelium ist in der Lutherbibel treffend mit „Vom Herrschen und Dienen“ überschrieben. Die beiden Söhne des Zebedäus möchten eine besondere Stellung zur Rechten und zur Linken Jesu einnehmen. Sie werden aber von Jesus daran erinnert, dass es nicht um Macht und Stellung innerhalb einer Gemeinschaft geht, sondern um das Dienen. Hier tritt die Gemeinschaft der Glaubenden in den Blick, die daran erinnert wird, in die Nachfolge zu treten. Und das bedeutet auch, eine Haltung des Dienens einzunehmen. Glaube geht nicht ohne den Blick auf das, was der andere braucht.

 

Lied: Wo Menschen sich vergessen

https://www.youtube.com/watch?v=83XUXB05-NI

Fürbittengebet

Vater im Himmel,

Du bist die Hoffnung der Bedrängten.

Sieh freundlich auf Deine Gemeinde und auf uns,

bewahre sie und uns in der Zeit und leite sie in die Ewigkeit.

Gütiger Gott und Vater,

Du hast Deinen Sohn leiden und sterben lassen, um uns zu erretten.

Lass uns sein Leben bedenken und allezeit in Deiner Liebe bleiben,

die Du in ihm gezeigt hast.

Dein Weg zu uns, Gott, ist Jesu Weg –

ein Weg durch die Ungerechtigkeiten

und das Leiden dieser Welt hindurch.

Hilf uns auf diesem Weg, wenn er auch unser Leben kreuzt;

stärke uns, ihn zu gehen

im Heiligen Geist.

Wir nennen Dir heute besonders auch Menschen aus unserer Gemeinde, die an disem Virus erkrankt sind, sorge um sie, stärke sie, schütze sie und die, die zu ihnen gehören.

Wir beten auch für…. (ausgesprochen oder still: unsere Anliegen, Menschen an die wir denken…)

Danke, dass Du uns hörst und uns in Gemeinschaft verbunden sein lässt!

Mit den Worten Deines Sohnes beten wir gemeinsam…

Vaterunser

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

SEGEN

(eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Gott segne uns und behüte uns

Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns

und sei uns gnädig

Gott erhebe sein Angesicht auf uns

und schenke uns Frieden.                     Amen.

IRISCHER SEGEN Anhaltinische Philharmonie Dessau

 

 

 

GEBET für Samstag, 28. März 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort für mein Abendgebet und zünde eine KERZE an.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Diesen Tag habe ich von dir empfangen Gott.
Ich gebe ihn dir zurück mit allem, was heute gewesen ist.

Ich gehe in Gedanken still den Tag noch einmal entlang:
welche Menschen sind mir heute begegnet, und wie bin ich ihnen begegnet?

Stille
Was hat mich heute gefreut?………
Stille

Worüber habe ich mich geärgert? …………………
Stille

Was habe ich versäumt? ……………………….
Stille

Was belastet mich noch? …………………..
Stille

Wovor habe ich Angst? ……………………………….
Stille

Gott, du kennst meine Gedanken.
Ich bringe sie alle in meinem Dank und in meiner Bitte vor dich.
Und wo ich schuldig geworden bin in Gedanken, Worten und Taten,

bitte ich dich: Vergib du mir, Gott.
Wandle in Segen, was heute hinter mir liegt.

Amen.

 

Wir LAUSCHEN : «Teile das Meer» Christoph Zehendner https://www.youtube.com/watch?v=zdHznVcW02g&list=RDzdHznVcW02g&start_radio=1

 

BIBLISCHES Votum aus Psalm 31

2 HERR, auf dich traue ich, /

lass mich nimmermehr zuschanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit!

3 Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends!

Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!

4 Denn du bist mein Fels und meine Burg,

und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen.

6 In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott. 10 HERR, sei mir gnädig, denn mir ist angst! Mein Auge ist trübe geworden vor Gram, matt meine Seele und mein Leib.

15 Ich aber, HERR, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott!

16 Meine Zeit steht in deinen Händen.

25 Seid getrost und unverzagt alle, die ihr des HERRN harret!         

 

Wir SINGEN: Taizé – Behüte mich Gott

Taizé – Behüte mich Gott

Music: http://www.taize.fr/spip.php?page=cha

Behüte mich Gott, ich vertraue dir. Du zeigst mir den Weg zum Leben.

Bei dir ist Freude, Freude in Fülle!

GEBET:

Gott, ich habe nicht erwartet, dass mir See und Wellen so viel Kraft geben.

Ich habe nicht erwartet,

dass die Frühlingssonne so guttut!

Ich habe nicht erwartet,

dass ich mich so darauf freue,

meine Mutter wieder in die Arme zu nehmen.

Ich habe nicht erwartet,

dass ich mit meinem Nachbarn

von Garten zu Garten singe!

Ich habe nicht erwartet,

dass das Glück in so vielen Kleinigkeiten steckt!

Ich habe nicht erwartet,

Gott so dankbar für diesen «kleinen» Reichtum zu sein.

 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Gott, in den Lichtblicken meiner Hoffnung,
in den Schatten meiner Angst,
in den Enttäuschungen meines Lebens
und in meinem Vertrauen auf das Kommende
sei mit mir, segne mich und behüte mich,
meinen Leib und Seele

meine Lieben und alles lege ich in deine Hände.
Dein heiliger Engel sei mit mir,

dass der böse Feind keine Macht an mir finde.

Amen.

 

 

GEBET für Freitag, den 27. März 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort für mein Abendgebet und zünde eine KERZE an.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Aus der Tageslosung nach Jeremia 17, 9:

Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen? Ich, der HERR, kann das Herz ergründen.

GEBET:

Gott, ja unser Herz ist verzagt in diesen Tagen:

ein winzig kleiner, aber gefährlicher Virus regiert all unser Leben, unseren Alltag allein oder in Gemeinschaft, home office für den Beruf oder mit den Kindern, zuhause sein müssen aber damit das eigene Leben bewahren und andere schützen, wie lange noch?

Wie lange schaffen wir das noch? Wie halten wir das durch, wie halten wir das aus – Gott, wie kann man da nicht verzagt sein?!

Gott, ja unser Herz ist auch trotzig in diesen Tagen:

wir wissen nur dass es alles noch ungewiss bleibt,

wir sehen uns nach Freiheit, nach denen, die wir nicht sehen können, nicht sehen dürfen.

Gott wie kann man da nicht trotzig werden?!

Gott, wir sind aber auch dankbar für das grosse Herz

von so vielen die helfen, die Tag für Tag da sind damit wir leben, ja überleben,

in Arztpraxen und Spitälern und Labors, in Lebensmittelgeschäften und bei der Polizei, in Behörden und Büros,

dankbar für die, die all das Grosse tun, spenden, Musik machen füreinander,  Nachbarschaftshilfe, gegenseitiges Mut machen, –

Gott, danke für dieses Herz!

Gott,

Du kennst uns und unser Herz, unsere Wünsche, unsere Versäumnisse, unsere Mühen.

Du schenkst Leben, Du bist da, wo wir füreinander da sind.

Du weisst um uns, und das ist gut so, Du weisst um alles was wir erhoffen, was wir fühlen, –

Gott, danke für Dein Herz für uns!

Besonders bitten wir Dich heute um Dein Herz für…….:

Danke, Du hörst uns und schenkst uns Dein Herz. AMEN.

Wir singen oder lauschen: (EG 487)

1. Abend ward, bald kommt die Nacht,
schlafen geht die Welt;
denn sie weiß, es ist die Wacht
über ihr bestellt.

2. Einer wacht und trägt allein
ihre Müh und Plag,
der lässt keinen einsam sein,
weder Nacht noch Tag.

 3. Jesu Christ, mein Hort und Halt,
dein gedenk ich nun,
tu mit Bitten dir Gewalt:
Bleib bei meinem Ruh’n.

4. Wenn dein Aug‘ ob meinem wacht,
wenn dein Trost mir frommt,
weiß ich, dass auf gute Nacht
guter Morgen kommt.

https://www.youtube.com/watch?v=ycSZL8MVFyA

https://www.ouvirmusica.com.br/volkslieder/734559/

Dich rufen wir an und beten gemeinsam:

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

 

SEGEN

(eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Gott segne uns und behüte uns

Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns

und sei uns gnädig

Gott erhebe sein Angesicht auf uns

und schenke uns Frieden

Amen.

 

 

 

GEBET für Donnerstag, den 26. März 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort für mein Abendgebet und zünde eine KERZE an.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Unser Abendgebet steige auf zu dir, Herr,
und es senke sich auf uns herab dein Erbarmen.
Dein ist der Tag, und dein ist die Nacht.
Lass, wenn des Tages Schein vergeht,
das Licht deiner Wahrheit uns leuchten.
Geleite uns zur Ruhe der Nacht
und vollende dein Werk an uns in Ewigkeit.

Wir SINGEN oder lauschen
https://www.youtube.com/watch?v=5QN9xJEyu7s

«Bleibet hier und wachet mit mir! Wachet und betet! Wachet und betet!»

Heute Abend wollen wir dir danken Gott.

Danke dafür, dass wir auf verschiedenen elektronischen Kanäle Worte des Glaubens, Zeichen der Hoffnung und Liebe vernehmen. Sie tun uns gut und zeigen uns, dass wir zwar physisch getrennt, aber geistlich verbunden sind.

In diesen Tagen voller Ungewissheit bitten wir dich: stärke uns für all das, was uns gerade fordert:

das Alleinsein,

das Zusammensein auf engem Raum mit der Familie,

der Beruf,

das Geschäft,

die politischen Entscheidungen.

Schick uns Deinen Geist der Kraft, der Liebe und Besonnenheit.

Unser Gebet gilt allen Menschen,

die ihre Lieben nicht besuchen können, zuhause, im Ausland, im Spital oder Pflegezentrum.

Lass sie Wege finden, ihre Verbundenheit anders als durch ihre Anwesenheit auszudrücken. Schenk ihnen Vertrauen in die Betreuungspersonen und Seelsorgenden und deren Dienst vor Ort. Und nimm ihre Lieben unter Deinen Schutz.

Es gibt viele Menschen, die in dieser gesundheitlichen und wirtschaftlichen Krise nicht auf ein funktionierendes Gesundheitssystem und einen unterstützenden Staat zurückgreifen können. Wir bitten für all die Menschen, die dieser Krise ungeschützt ausgeliefert sind. Ihr Elend macht uns sprach- und hilflos. Wir legen sie Dir ans Herz und wollen in der eigenen Not die Solidarität mit ihnen nicht vergessen. Unser Gebet verbindet sich mit ihnen.

Halte in deiner sanften Umarmung alle fest, die gestorben sind und die
heute sterben werden.  Heute denken wir besonders an unsere Schwester im Glauben Emma Kreuzer, die gestern Abend eingeschlafen ist. Wir danken dir, dass sie viele Jahre gerne mit uns unterwegs gewesen ist in der Gemeinde und bitten dich, lass sie Frieden finden und Seligkeit in deinem ewigen Reich. Tröste ihre Lieben und stärke sie in der Hoffnung, dass du Lebende und Tote in deiner Hand hältst.

Biblisches Votum: «Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein!» Jesaja 43,1

 

Wir SINGEN oder lauschen
Taizé – Bleibet hier

 
 

Taizé – Bleibet hier

«Bleibet hier und wachet mit mir! Wachet und betet! Wachet und betet!»

Trotz allem wollen wir das Danken nicht vergessen. Es ist eine Kraft, die uns herausreisst aus der Angst- und Schockstarre und uns dem zuwendet, was uns stark macht.

Gott, wir danken für jedes Lächeln, das uns aufmuntert, für jede Hilfestellung, die uns entgegenkommt, für die grosse Welle der Solidarität, die durch unsere Gesellschaft geht.

Wir danken Dir für alle Menschen, die sich mit Kreativität und riesigem Engagement einsetzen, damit wir die Krise bewältigen können. In all dem sehen und erfahren wir:

Du Gott, lässt uns nicht allein.

Wir beten gemeinsam:

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

SEGEN
(eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)
Gott segne uns und behüte uns
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns Frieden
Amen.

 

GEBET für Mittwoch, den 25. März 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

 

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort für mein Abendgebet und zünde eine KERZE an.

 

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

 

Zum Wochen-Psalm 84:

2 Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR der Heerscharen!

3 Es sehnt sich, ja, es schmachtet meine Seele nach den Vorhöfen des HERRN, mein Herz und mein Leib sie jauchzen dem lebendigen Gott entgegen.

4 Auch der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für sich, wo sie ihre Jungen hingelegt hat – deine Altäre, HERR der Heerscharen, mein  König und mein Gott!

5 Glücklich sind, die in deinem Haus wohnen. Stets werden sie dich loben.

6 Glücklich ist der Mensch, dessen Stärke in dir ist, in dessen Herz gebahnte Wege sind!

7 Sie gehen durch das Tränental und machen es zu einem Quellort.  Ja, mit Segnungen bedeckt es der Frühregen.

8 Sie gehen von Kraft zu Kraft. Sie erscheinen vor Gott in Zion.

 

Wir singen: „Da wohnt ein Sehen tief in uns“

https://www.youtube.com/watch?v=VJ9u0JLPaDk

Meditation:

Unser Haus ist wie unser Körper. Es wächst in der Sonne und schläft in der Stille der Nacht und ist nicht ohne Träume. Stellt euch einfach vor: Verlasst eure Häuser und baut aus euren Träumen ein Zelt inmitten der Wüste des Alltags. Träumt unser Haus noch? Verlässt es träumend die Stadt, hin zu Gottes Hainen und Hügeln? Oh, dass wir doch wanderten zu den Hainen und Hügeln Gottes! Dass die fruchtbaren Täler unsere Wege wären und die grünen Pfade unsere Strassen; dass wir einander suchten in den Weinbergen Gottes mit dem Geruch der Erde an unseren Kleidern. Doch der Alltag hat uns in den engen Pferch der Sachzwänge gesperrt. Der Alltag, der in Viruszeiten als Gast unser Haus betritt und dann zum Mieter wird. Er wiegt uns in den Schlaf der Geschäftigkeit, um an unseren Betten des Funktionierens zu stehen. Er treibt mit unseren gesunden Sinnen seinen Spott.  Er deckt sie zu wie ein Sandsturm, voll von feinen Körnern der Erwartungen unserer Gemeinden, Schulen, Arbeitsstellen und Familien. Sie legen uns lahm, wie Sand im Getriebe. Wie wird dies zur Oase, zum blühenden Garten? Dass es grünt und sprosst, dass verborgene und totgeglaubte Keime und Samen des Lebens aufblühen und sich entfalten können, farbenfroh und lebensfroh? Dass Quellen sich bilden, mit weichen, dunkelgrünen Mooskissen und klarem Wasser, das zum Trinken einlädt? Den Lebensdurst zu stillen, den trockenen Gaumen enttäuschter Hoffnungen und bitteren Erfahrungen zu netzen? Und den schalen Geschmack der eigenen Schwäche wegzuspülen. (nach Frank Hermann)

 

GEBET:

Gott,

unsere Häuser und Wohnungen sind jetzt mehr als sonst bewohnt. Erzwungen. Ein winzig kleiner aber mächtiger Virus bekommt Macht über unser Leben, unsere Welt. Beeinflusst alles bei uns, in uns.

Wir bitten Dich:

Lass unsere Häuser und Wohnungen in allem ein Ort des Friedens bleiben, der Geborgenheit, des Zusammenseins.

Ein Ort wo auch Du wohnst. Da wo wir gute Gemeinschaft haben. Da wo wir lachen können, allem zum Trotz. Da wo wir kochen, essen, Schulaufgaben und berufliche Aufgaben machen, wo wir uns einsam und verlassen fühlen: da sei Du da. Stärke und stütze uns.

Schenke denen die krank sind, Häuser der Hilfe.

Baue denen, die es brauchen, Mauern des Schutzes.

Lass die, die sich einsam fühlen, dennoch Fenster der Gemeinschaft sehen und denen, die getrennt sind, sich auch aufeinander freuen könne wie die Sonne am Morgen.

Einmal werden unsere Häuser und Wohnungen wieder so sein wie vorher, oder mehr noch mit einem Gefühl von zuhause, das nicht erzwungen und notwendig ist, sondern frei und schön.

Das lass uns nicht aus den Augen verlieren, Gott.

 

Besonders bitten wir Dich heute…….:

Besonders denken wir vor Dir heute an…:

……………………………….

 

Dich rufen wir an und beten gemeinsam:

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

 

SEGEN

(eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Gott segne uns und behüte uns

Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns

und sei uns gnädig

Gott erhebe sein Angesicht auf uns

und schenke uns Frieden

Amen.

 

Wer mag, hört noch den Choral aus dem Deutschen Requiem von Johannes Brahms: „Wie lieblich sind deine Wohnungen“

https://www.youtube.com/watch?v=KZQbYacFwhk

 

 

GEBET für Dienstag, den 24. März 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort für mein Abendgebet und zünde eine KERZE an.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Aus PSALM 34
Kommt, wir verkünden gemeinsam, wie groß der Herr ist!
Lasst uns miteinander seinen Namen rühmen!
Als es mir schlecht ging, rief ich zum Herrn.
Er hörte mich und befreite mich aus aller Not.
Der Engel des Herrn lässt sich bei denen nieder,
die in Ehrfurcht vor Gott leben,
er umgibt sie mit seinem Schutz und rettet sie.
Erfahrt es selbst und seht mit eigenen Augen,
dass der Herr gütig ist!
Glücklich zu preisen ist, wer bei ihm Zuflucht sucht. Amen.

Wir SINGEN oder lauschen Herr, bleib bei mir

 
  
 
 

Herr, bleib bei mir

  1. Bleib bei mir, Herr! Der Abend bricht herein.
    Es kommt die Nacht, die Finsternis fällt ein.
    Wo fänd ich Trost, wärst du mein Gott nicht hier?
    Hilf dem, der hilflos ist: Herr, bleib bei mir!2. Wie bald verebbt der Tag, das Leben weicht,
    die Lust verglimmt, der Erdenruhm verbleicht;
    umringt von Fall und Wandel leben wir.
    Unwandelbar bist du: Herr, bleib bei mir!

3. Ich brauch zu jeder Stund dein Nahesein,
denn des Versuchers Macht brichst du allein.
Wer hilft mir sonst, wenn ich den Halt verlier?
In Licht und Dunkelheit, Herr, bleib bei mir!

4. Von deiner Hand geführt, fürcht ich kein Leid,
kein Unglück, keiner Trübsal Bitterkeit.
Was ist der Tod, bist du mir Schild und Zier?
Den Stachel nimmst du ihm: Herr, bleib bei mir!

5. Halt mir dein Kreuz vor, wenn mein Auge bricht;
im Todesdunkel bleibe du mein Licht.
Es tagt, die Schatten fliehn, ich geh zu dir.
Im Leben und im Tod, Herr, bleib bei mir!

FÜRBITTE

Jetzt, mein Gott, täten Engel gut.
An unserer Seite und um uns herum.
Denn wir brauchen Mut.
Und Phantasie.
Und Zuversicht.
Darum: Sende deine Engel.

Zu den Kranken vor allem.

In der STILLE denken wir an sie

Und zu den Besorgten.
In der STILLE denken wir an sie

Sende deine Engel zu denen,
die anderen zu Engeln werden:
Ärztinnen und Pfleger,
Rettungskräfte und Arzthelferinnen,
alle, die nicht müde werden, anderen beizustehen.
In der STILLE denken wir an sie

Sende deine Engel zu den Verantwortlichen
in Gesundheitsämtern und Einrichtungen,
in Politik und Wirtschaft.
In der STILLE denken wir an sie

Jetzt, mein Gott, tun uns die Engel gut.
Du hast sie schon geschickt.
Sie sind ja da, um uns herum.
Hilf uns zu sehen, was trägt.
Was uns am Boden hält und mit dem Himmel verbindet,
mit dir, mein Gott.
Denn das ist’s, was hilft und tröstet.
Jetzt und in Ewigkeit. Amen.

Vaterunser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

SEGEN (eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)
Gott segne uns und behüte uns
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns Frieden
Amen.

 

 

GEBET für Montag, den 23. März. 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

 

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort für mein Abendgebet und zünde eine KERZE an.

 

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

 

Montag, eine neue Woche. Arbeit, Essen, Einkauf, zusammen sein, alles anders, ganz anders als sonst. Täglich, stündlich dringen neue Krisen-Informationen in unsere Häuser und Herzen: Das löst Sorge aus und Angst, Mitgefühl und Solidarität, Ohnmacht und neue Ideen.

Und dann: Frühling, Sonne, kalter Wind und wunderschöne Knospen, Blüten, Krokusse, Narzissen, Forsythien, die Natur geht ihren Lauf.

Unsere Kinder, wir sind zu Hause, unsere Gemeinde, unsere Freundinnen und Freunde……….,

viele fern und doch auch nah, ältere und gefährdete Menschen allein, unsere Gottesdienste, alles öffentliche Leben ausgesetzt.

Was uns nicht daran hindert, gemeinsam zu beten, zu klagen und zu hoffen und uns liebevoll im Blick zu behalten.

 

Biblischer Impuls:

All eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. (1. Petrus 5, 7)

 

Jesus Christus spricht: Kommt her zur mir, all ihr Mühseligen und Beladenen: Ich will euch erquicken.                 (Matthäus 28,11)

 

Wir SINGEN: Taizé – Bless the Lord

Music: Jacques Berthier

 
 

Bless the Lord, my soul, and bless God’s holy name.
Bless the Lord, my soul, who leads me into life.

Preise den Herrn, meine Seele, und preise seinen heiligen Namen.

Preise den Herrn, meine Seele, er führt mich in das Leben

 

 

Fürbittengebet (nach evangelisches-brevier.de):

Jesus Christus, du rufst uns zu dir. Aus dir können wir alles empfangen. Du bist unsere

Hoffnung. Du bist voller Gnade und Wahrheit für alle, die sich nach dir ausstrecken.

Dich rufen wir an.

Herr erbarme Dich.

 

Christus Jesus, du bist unser Leben. Du warst treu und bist bis in den Tod gegangen. Du bist die Quelle geworden von allem Trost. Du bist für uns Weg und Wahrheit und Leben. Und

Auferstehung ist ganz in dir. Du bist unsere Versöhnung und unser Friede. Dich rufen

wir an.

Herr erbarme Dich.

 

Jesus Christus: Mühselig mit unserer Last und beladen mit Ängsten kommen wir zu dir.

Du bist das Heil derer, die auf dich warten. Du bleibst die Hoffnung aller, die in dir

sterben und leben. Du bringst Erfüllung für jede und jeden, die es mit dir wagen. Dich rufen wir an.

Herr erbarme Dich.

 

Stehe allen bei, die sich jetzt in Gefahr befinden, die bedrängt sind oder Not leiden. Umsorge die Kranken.

Gewähre deinen Schutz den Schwachen, den Einsamen und Verlassenen.

Schau auf jene, die keine Helfer haben.

Schau auf uns. Dich rufen wir an und beten gemeinsam:

Herr erbarme Dich.

 

Alles was uns persönlich bewegt, Kinder Eltern, Jugendliche, Erwachsene, in vielen Generationen getrennt und doch verbunden, das sagen wir Dir jetzt, still oder ausgesprochen, wir denken an….:

 

 

 

Dich rufen wir an und beten gemeinsam:

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

 

SEGEN

(eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Gott segne uns und behüte uns

Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns

und sei uns gnädig

Gott erhebe sein Angesicht auf uns

und schenke uns Frieden

Amen.

GEBET für Sonntag, den 22. März. 2020

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort für mein Gebet am Sonntag und zünde eine KERZE an.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Gott der Heilung und der Hoffnung,

der heutige Sonntag trägt den Namen «Laetare», das heisst «Freuet euch!»

Darum wollen wir heute gemeinsam Kraft tanken, indem wir unsere Aufmerksamkeit auf das richten, was unser Herz erfreut.

Gott unser Schöpfer, der alle Sterne bei ihrem Namen ruft,

der die Glühwürmchen zum Tanzen und die Berge zum Frohlocken bringt.

Wir halten inne in Dankbarkeit für die Schönheit, die uns immer umgibt und für das Versprechen, dass das Leben weiter geht.

Pflanze eine Hoffnung in unsere Herzen, die dem Coronavirus widersteht.  (Jeffry Myers)

In der STILLE denken wir an das Frühlingserwachen, Farben, Gerüche, Laute, Sonnenlicht auf unserer Haut.

Gott, du willst, dass wir nicht aufhören sollen uns zu freuen auch in dieser Zeit,

die sich manchmal so erdrückend anfühlt.

Dein Licht geht auf und leuchtet in unser Dunkel hinein.

Wir singen: Gott gab und Atem:

https://www.youtube.com/watch?v=DEDd1KYHu3Q

BIBLISCHES Votum: Wir hören die Worte für den heutigen Sonntag bei Jesaja im 66 Kapitel

10 Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt!

Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid.

11 Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an ihrer vollen Mutterbrust.

12 Denn so spricht der HERR: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Da werdet ihr saugen, auf dem Arm wird man euch tragen und auf den Knien euch liebkosen.

13 Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden. 14 Ihr werdet’s sehen und euer Herz wird sich freuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras.

Eine Predigt von Pfarrerin Kathrin Oxen zu diesem Text  unten am Ende dieser Andacht.

GEBET

Gott, Umgib mich, so wie du alles umgibst.

Du schaffst neues Leben.

Aus der Mitte des Dunkels wachse ich ins Licht.

Dunkel oder Licht:

Du bist bei mir.

Ich freue mich, Gott.

Ich bitte für
alle, die ich lieb habe,

denke an sie.

Ich wünsche ihnen…

Ich denke an alle Kranken.

Und an alle Kranken in Krankenhäusern,
die keinen Besuch haben können.

Sei ihnen nah…

Ich denke an alle, die helfen.

Sie setzen sich und ihre Kraft und ihre Gaben ein füreinander.

Lass sie gesund bleiben.         

Ich denke an alle, die in dieser Krise

finanziell und existenziell Schaden nehmen.

Schenke ihnen Hilfe zur rechten Zeit

Stelle ihre Füsse wieder auf weiten Raum

Ich denke an/ ich bitte für…      

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

SEGEN
(eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)
Gott segne uns und behüte uns
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns Frieden
Amen.

Wir hören: «Sein Licht» von Christoph Zehendner

https://www.youtube.com/watch?v=blpCiKAesik

In Gottes Schürze weinen

Predigt zu Jesaja 66, 10-14 zum Sonntag Lätare, 22. März 2020

Pfarrerin Kathrin Oxen, Berlin

 

Jesaja 66: Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt!

Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid.

Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes;

denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an ihrer vollen Mutterbrust.

Denn so spricht der HERR: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom

und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach.

Da werdet ihr saugen, auf dem Arm wird man euch tragen und auf den Knien euch liebkosen.

Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden.

Ihr werdet’s sehen und euer Herz wird sich freuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras.

Dann wird man erkennen die Hand des HERRN an seinen Knechte und den Zorn an seinen Feinden.

Apfelstücke in Plastikdosen, Kekse, Trinkflaschen, Feuchttücher – sie haben alles dabei. Auf einem der groben Tische am Rand des Spielplatzes am Wald liegen sogar bunte Servietten. Die Kinder spielen, ein bisschen mehr allein als miteinander, so, wie sie es ihnen gesagt haben. Die Sonne scheint. Und wenn man die Augen zusammenkneift, könnte dies hier ein beliebiger erster schöner Frühlingstag sein.

Doch die Mütter am Rand des Spielplatzes haben heute Morgen nicht nur ihre Kinder geweckt, Brotdosen gefüllt und die Kinder dorthin gebracht, wo man Kinder eben so hinbringt. Sie waren heute auch schon die Lehrerin. Sie waren der Caterer. Sie waren die Erzieherin. Sie gehen einmal am Tag raus mit den Kindern. Und ja, es sind natürlich auch Väter auf dem Spielplatz. Aber an Apfelstücke haben sie meistens nicht auch noch gedacht. Das waren die Mütter. Es gibt sogar einen Begriff dafür, mental load, die Last des „An-alles-und-an-alle-Denkens“, die die Mütter tragen, auch in ganz normalen Zeiten.

Sie sind Mütter und viele von ihnen sind auch noch Töchter. Sie stehen neben der Rutsche, unsichtbar beladen mit ihrer mental load und denken an ihre Kinder und wie es morgen und in der nächsten Woche wohl läuft und an ihre eigenen Mütter und Väter und daran, dass sie sie jetzt lieber nicht sehen sollten. Oder sie im Heim nun gar nicht mehr besuchen können. Und wie lange das alles dauern wird. Sie lassen sich nichts anmerken, vor allem gegenüber den Kindern nicht. Aber wenn sie sich begegnen, dann erkennen sie einander gleich. In den Augen ist sie zu sehen, die heimliche Sorge um die, die einem anvertraut sind. Die Sorge um die, die man liebt. Der Preis, den man für die Fähigkeit bezahlt, lieben zu können.

Hier auf diesem Spielplatz, zwischen heruntergefallenen Apfelstücken mit Kiefernnadeln dran und „Wie macht ihr das denn jetzt“-Gesprächen in eineinhalb Meter Abstand, ist diese heimliche Sorge noch klein. Auch im März 2020 zu Beginn der Corona-Krise in Deutschland. Sie steht in keinem Verhältnis zu den Sorgen der Mütter anderswo auf der Welt, wo an Apfelstücke und Spielplätze nicht zu denken ist. Wo es nicht um Hausaufgaben ausdrucken und einmal rausgehen am Tag geht, sondern es kein Dach über dem Kopf gibt, geschweige denn eine Schule. Von der Not dieser Mütter und ihrer Kinder sind wir weit entfernt.

Oder soll man sagen: Waren wir weit entfernt? Wenn etwas bleibt von dieser Zeit, von dieser Krise und ihren Sorgen, dann wünschte ich mir, es wäre dies: Ein Gefühl für die Not der anderen. Besonders für die Not der Mütter und ihre Kinder.

Denn etwas wird bleiben von dieser Krise und ihren Sorgen. Und das heißt auch: Sie wird vorbei gehen. Einmal wird sie Vergangenheit sein statt bedrängender Gegenwart. Jetzt sind wir unruhig, weil niemand sagen kann, wie lange es dauern wird, bis wir uns wieder freuen können über unsere Stadt, über unser Dorf, über das Leben in den Straßen, die Kinder mit ihren bunten Ranzen auf dem Weg zur Schule, den Takt der Bahn, wir alle unterwegs mit unseren Kalendern, Terminen, Verabredungen, Plänen, der ganzen mental load, über die alle seufzen und die jeder sich jetzt schon zurückwünscht. Wir nennen es Alltag. Aber es ist unser Leben. Wir möchten es zurück. Und wir werden es zurückbekommen. Und dann wird die Freude groß sein.

Freuet euch mit Jerusalem, wo jetzt auch niemand mehr hinfahren darf, freuet euch mit Berlin, mit Zürich in der Schweiz, freuet euch mit Bergamo in Italien. Freuet euch mit diesen und mit all den anderen Orten, über die wir jetzt so traurig sind. Denn das alles wird Vergangenheit werden. Wir werden es sehen und unser Herz wird sich freuen und unser Gebein soll grünen wie Gras. (Jes 66, 14). Einmal werden wir traurig gewesen sein.

Und was machen wir bis dahin? Was machen die Mütter auf dem Spielplatz und die Väter und die vielen anderen, die jetzt stark sein müssen für andere und ihre eigenen Sorgen nicht zeigen dürfen, zuerst die Ärztinnen und Ärzte, die Schwestern und Pfleger, all die Menschen, die systemrelevante Berufe haben und große Verantwortung und viel mehr tragen als die ganz normale mental load?

Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet, sagt Gott. Denn ich weiß, was los ist. Ich erkenne es doch in euren Augen. Eure Sorge ist meine Sorge, schon immer gewesen. Es ist die heimliche Sorge, von der man versucht, sie sich nicht anmerken zu lassen. Der Preis, den man für die Fähigkeit bezahlt, lieben zu können. Diesen Preis muss jeder zahlen.

Auch ich, GOTT. Denn ich habe euch gemacht. Ihr seid meine Kinder.

Und wenn es so ist, wie es jetzt gerade ist, in Zeiten der Krise und der Sorgen, wenn ihr stark sein müsst für andere oder auch nur für euch selbst, dann bin ich da. Kommt zu mir, sagt Gott, kommt so, wie man nur zu seiner Mutter kommen kann. Lehnt euch bei mir an. Und wenn es sein muss, weint ein bisschen in meine Schürze. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.

Amen

Anmerkung:

Der Preis, den man für die Fähigkeit bezahlt, lieben zu können, ist ein Zitat aus Marlen Haushofer, Die Wand.

Gebet für Samstag 21.3.2020:

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

 Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 Ich wähle mir einen guten Ort für mein Abendgebet und zünde eine KERZE an.

GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

In diesen Tagen scheint es, als gerate die Welt immer mehr aus den Fugen:

Flugzeuge stehen am Boden, Fabriken stehen still, Menschen bleiben zuhause.

Nur noch das Nötigste können wir einkaufen.

Ein Virus macht sich breit

und mit ihm weniger Konsum und sauberere Luft.

Eigentlich das, was wir immer angestrebt haben zur Bewahrung der Schöpfung.

Aber so haben wir uns das nicht vorgestellt:

Leergeräumte Regale in Supermärkten, Menschen in Schutzanzügen,

isolierte Dörfer und Städte.

Sterbende ohne Begleitung, Beerdigungen ohne Angehörige,

Menschen, die verzweifeln, weil sie ohne Einkommen dastehen.

Ein Virus macht sich breit und mit ihm die Angst.

Gott,

wir bitten dich für alle, die infiziert sind und unter Quarantäne stehen:

Hilf ihnen, Ruhe zu bewahren und die Zeit durchzustehen.

Wir bitten dich für alle, die am Corona-Virus erkrankt sind und um ihr Leben kämpfen:

Sei bei ihnen – was immer auch geschehe.

Wir bitten dich für alle, die liebe Menschen durch das Corona-Virus verloren haben:

Sei mit ihnen in ihrem Schmerz und ihrer Trauer.

Wir bitten dich für das medizinische Personal:

Gib ihnen Kraft und Ausdauer für ihren Einsatz.

Wir bitten dich für alle, die das Virus mit Hochdruck erforschen

und nach Medikamenten und Impfstoffen suchen:

Lass ihre Arbeit von Erfolg gekrönt sein.

Wir bitten dich für die Verantwortlichen in der Politik und in den Krisenstäben:

Schenke ihnen Besonnenheit und Weitsicht,

aber auch Verständnis für die Ängste und Sorgen der Menschen.

Und wir bitten dich für uns:

Hilf uns, einen kühlen Kopf zu bewahren. Schenke uns Gelassenheit.

Und lass uns darauf vertrauen, dass du – Schöpfer von Himmel und Erde –

nicht zugrunde gehen lässt, was du erschaffen hast.

Amen.

Impuls aus der Bibel:

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat

und nicht fahren lässt das Werk seiner Hände.  Psalm 124,8; 138,8.

Pfrn. Aline Kellenberger, ergänzt durch Bettina Lichtler

 

Lied: „Da wohnt ein Sehnen tief in uns“

https://www.youtube.com/watch?v=VJ9u0JLPaDk

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

SEGEN

(eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Gott segne uns und behüte uns

Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns

und sei uns gnädig

Gott erhebe sein Angesicht auf uns

und schenke uns Frieden

Amen.

 

Gebet für Freitag 20.3.2020:

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

 Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 Ich wähle mir einen guten Ort für mein Abendgebet und zünde eine KERZE an.

 GEBET

Gott, ich bin hier (wir sind hier)

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Gott,

wie schön wäre es gewesen heute, mit Freunden zusammen zu sitzen,

bei einem Kaffee in der Sonne die Woche ausklingen zu lassen.

Wie schön wäre es gewesen heute mein Enkelkind in die Arme zu schliessen.

Wie schön wäre es gewesen heute mit meinen Kollegen abmachen zu können.

Wie schön wäre es gewesen,

hätte ich meine alten Eltern morgen zur Geburtstagsfeier einladen können.

Ich vermisse sie.

Gott, wir sind aufgerufen aufeinander zu achten, indem wir uns voneinander fernhalten.

Wir halten uns daran und trotzdem…, trotzdem vermissen wir einander.

Wir brauchen die Gemeinschaft, das Gespräch, das gemeinsame Lachen, das Zusammensein.

Es ist nicht einfach für uns.

Gott, wir leben Mitten in der Fastenzeit.

Fast vergisst man das angesichts der Virus – Krise.

Die Fastenzeit ruft uns auf zu verzichten,

damit wir in uns gehen und uns neu ausrichten.

Dieses Jahr fasten wir mit Distanz zueinander.

Hilf, dass sie uns daran erinnert, welch grosses Geschenk wir mit den Menschen in unserem Leben haben, die uns lieb und wert sind.

In der STILLE nennen wir vor dir ihre Namen und bitten dich, segne und behüte sie.

Gott, hilf, dass wir erinnert werden, welch grosses Geschenk die Normalität ist und normaler Alltag. Lass uns das nicht vergessen, wenn die Krise überstanden ist.

In der STILLE erinnern wir uns an Kleinigkeiten unseres Alltags, die uns heute fehlen.

Gott wir bitten dich heute aber auch für die Paare und Familien,

die nun tagein und tagaus mit ihren Freuden und Ängsten in ihren Wohnungen zusammenleben.

Für die Organisation von Home-Office und Schule-Zuhause.

Den Rhythmus zu finden ist nicht immer einfach.

Schenke Geduld miteinander und Verständnis füreinander.

Und Segen für die grosse Herausforderung.

In der STILLE bringen wir bekannte Familien vor dich.

Gott, es ist gut zu wissen, dass die Fastenzeit ein Ende hat,

dass dunkle Täler wieder ins Licht führen,

dass diese Krise auch mal ein Ende haben wird.

Besonders aber, dass du uns begleitest.

Amen

BIBLISCHES Votum: Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis ans Ende dieser Welt. (Matthäus 28,20)

Wir SINGEN: Taizé – Bless the Lord

 
  
 
 

Taizé – Bless the Lord

Music: Jacques Berthier Lyrics: Bless the Lord, my soul, and bless God’s holy name. Bless the Lord, my soul, who…

Bless the Lord, my soul, and bless God’s holy name.
Bless the Lord, my soul, who leads me into life.

Preise den Herrn, meine Seele, und preise seinen heiligen Namen.

Preise den Herrn, meine Seele, er führt mich in das Leben

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

SEGEN
(eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)
Gott segne uns und behüte uns
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns Frieden
Amen.

 

 

Gebet für Donnerstag 19.3.2020:

Gottesdienste fallen aus.   Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort für mein Abendgebet und zünde eine KERZE an.

GEBET (Lutherischer Weltbund Genf, in mehreren Sprachen, eine Brücke über die Welt)

 Fürbittgebet angesichts der Verbreitung von COVID-19


O Gott, unser Heiler, zeige dein Erbarmen für die ganze
Menschheitsfamilie, die in Unruhe und mit Krankheit und Angst belastet
ist. Höre unser Rufen, o Gott,
Erhöre unser Gebet.

Hilf uns während sich der Coronavirus weltweit ausbreitet, heile
diejenigen, die krank sind, unterstütze und schütze ihre Familien und
Freunde vor einer Ansteckung. Höre unser Rufen, o Gott,
Erhöre unser Gebet.

Schenke uns Deinen Geist der Liebe und Selbstverantwortung, damit wir
gemeinsam das Coronavirus bekämpfen können. Höre unser
Rufen, o Gott,
Erhöre unser Gebet.


Lass uns wachsam, achtsam und proaktiv bei der Ausrottung aller
Krankheiten sein, Malaria, Dengue, HIV und Aids und anderer [kann laut
oder schweigend genannt werden
] …, die Leid verursachen und oft zum
Tod vieler Menschen führen. Höre unser Rufen, o Gott,
Erhöre unser Gebet.

Heile unsere Selbstbezogenheit und Gleichgültigkeit, die uns nur dann
beunruhigt, wenn das Virus uns bedroht, öffne Wege jenseits von
Zaghaftigkeit und Angst, wodurch wir unsere Nächsten allzu leicht
ignorieren. Höre unser Rufen, o Gott,
Erhöre unser Gebet.

Stärke und ermutige diejenigen, die im öffentlichen Gesundheitswesen
und im medizinischen Bereich tätig sind: Pflegekräfte,
Krankenpflegepersonal, Betreuende, Ärztinnen und Ärzte, alle, die sich für die
Bedürfnisse der Kranken und ihrer Familien einsetzen. Höre unser Rufen,
o Gott,
Erhöre unser Gebet.

Inspiriere alle Forschenden, die an der Entwicklung eines Impfstoffs
arbeiten, gib ihnen Erkenntnisse und Hoffnung. Höre unser Rufen, o Gott,
Erhöre unser Gebet.

Unterstütze alle Arbeitnehmenden und Geschäftsleute, die aufgrund von
Schließungen, Quarantänen, geschlossenen Grenzen und anderen
Einschränkungen in ihrem Lebensunterhalt gefährdet sind … schütze und
bewahre alle, die reisen müssen. Höre unser Rufen, o Gott,
Erhöre unser Gebet.

Leite die führenden Politikerinnen und Politiker der Nationen, dass sie die
Wahrheit sagen, die Verbreitung von Fehlinformationen unterbinden und
gerecht handeln, damit die ganze Menschheit Heilung erfahre. Höre unser
Rufen, o Gott,
Erhöre unser Gebet.

Heile unsere Welt, heile unsere Körper, stärke unsere Herzen und unseren
Geist und gib uns inmitten des Aufruhrs Hoffnung und Frieden. Höre
unser Rufen, o Gott,
Erhöre unser Gebet.

Halte in deiner sanften Umarmung alle fest, die gestorben sind und die
heute sterben werden. Tröste ihre Lieben in ihrer Verzweiflung. Höre unser
Rufen, o Gott,                                                                Erhöre unser Gebet.

Gedenke in deiner Liebe der Schwestern und Brüder, der gesamten
Menschheit und deiner ganzen Schöpfung.
Amen!

Biblisches Votum:

Der HERR wandte sich Israel wieder zu um seines Bundes willen mit Abraham, Isaak und Jakob und wollte sie nicht verderben, und er verwarf sie auch nicht von seinem Angesicht.  (Tageslosung 19.3.2020 aus 2.Könige-Buch 13,23) 

Wir SINGEN: «Bewahre uns Gott, behüte uns Gott» (Evang. Gesangbuch Nr. 171)

https://www.youtube.com/watch?v=2Hc9Eu19VZc

Wir beten gemeinsam:

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

SEGEN
(eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)
Gott segne uns und behüte uns
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns Frieden
Amen.

Mittwoch, 18. März 2020:

Gottesdienste fallen aus.    Gott fällt nicht aus.

Jeden Abend um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln. Am Sonntag um 10.00 Uhr.

Ich wähle mir einen guten Ort für mein Abendgebet und zünde eine KERZE an.

GEBET

Gott, ich bin hier / wir sind hier.

Allein

Und doch durch deinen Geist miteinander verbunden.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

In diesen Tagen scheint es,

als gerate die Welt immer mehr aus den Fugen:

Bilder von leergeräumten Regalen in Supermärkten,

von Menschen in Schutzanzügen,

von isolierten Dörfern und Städten machen die Runde.

Ein Virus macht sich breit und mit ihm die Angst.

Gott

Wir bitten dich für alle, die infiziert sind

und unter Quarantäne stehen:

Hilf ihnen, Ruhe zu bewahren und die Zeit durchzustehen.

Wir bitten dich für alle, die am Corona-Virus erkrankt sind

und um ihr Leben kämpfen:

Sei bei ihnen – was immer auch geschehe.

Wir bitten dich für alle, die liebe Menschen

durch das Corona-Virus verloren haben:

Sei mit ihnen in ihrem Schmerz und ihrer Trauer.

Wir bitten dich für das medizinische Personal:

Gib ihnen Kraft und Ausdauer für ihren Einsatz.

Wir bitten dich für alle, die das Virus mit Hochdruck erforschen

und nach Medikamenten und Impfstoffen suchen:

Lass ihre Arbeit von Erfolg gekrönt sein.

Wir bitten dich für die Verantwortlichen

in der Politik und in den Krisenstäben:

Schenke ihnen Besonnenheit und Weitsicht,

aber auch Verständnis für die Ängste und Sorgen der Menschen.

Und wir bitten dich für uns:

Hilf uns, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Schenke uns Gelassenheit und ein grosses Herz.

Und lass uns darauf vertrauen, dass du –

Von Urzeiten her – deine Hand über uns hältst.

In der STILLE bringen wir Menschen vor dich, die unserem Herzen nahe sind….

Behüte uns und segne uns. Amen

Biblisches Votum: Psalm 139,4: Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir».

Wir SINGEN: «Meine Hoffnung und meine Freude»

https://www.youtube.com/watch?v=9MNGLWHEHt4

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

SEGEN
(eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)
Gott segne uns und behüte uns
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns Frieden
Amen.

Pfarrerin Dr. Marion Werner

 

Diakonie

In unserer Gemeinde gibt es einen aktiven Besuchsdienst, der vom Pfarrer und dem Diakoniekreis der Gemeinde verantwortet wird. Die Mitglieder treffen sich zweimal im Jahr und bereiten dann die anstehenden Hausbesuche vor, die meist im Zusammenhang mit einem Geburtstag geplant werden. Wenn auch Sie besucht werden möchten, so wenden Sie sich bitte an das Pfarramt.

Taufe 

Durch die Taufe wird ein Mensch zum Christ. Die Taufe ist neben dem Heiligen Abendmahl das zweite Sakrament der evangelisch–lutherischen Kirche. Die Taufe ist durch Jesus Christus begründet und eingesetzt worden. In unserer Kirche kann jeder Mensch getauft werden, wenn er diesen Wunsch zum Ausdruck bringt. Voraussetzung für die Taufe bei noch nicht religionsmündigen Kindern ist der Wille der Eltern.

Die Eltern bestimmen in der Regel die Paten. Das Amt des Paten aber verleiht bei der Taufe die Kirche. Das Patenamt kann deshalb nur von einer Person übernommen werden, die einer christlichen Kirche angehört.

Durch die Taufe in unserer Kirche wird der Getaufte ein Christ mit evangelisch-lutherischem Bekenntnis. Die Taufe verliert aus der Sicht Gottes und der Kirche niemals ihre Gültigkeit.

In unserer Gemeinde ist es möglich, jeweils an einem festgelegten Sonntag im Monat Taufen im Gottesdienst zu feiern.

Konfirmation

In unserer Gemeinde werden Konfirmandenkurse angeboten, die in der Regel im September eines Jahres beginnen und mit der Feier der Konfirmation zu Pfingsten enden.

Im Rahmen des Konfirmandenkurses gehen die Jugendlichen auf eine Entdeckungsreise in Sachen Glauben und Kirche. Die Kurse sind mit vielen Aktivitäten verbunden. Ausflüge, Gottesdienste und eine Studienreise gehören zum festen Bestandteil des Kurses.

Mit der Konfirmation bestätigen die Jugendlichen ihre Taufe und bekennen sich zum christlichen Glauben. Mit der Konfirmation sind sie religionsmündig und dürfen von nun auch Paten sein.

Trauung

In unserer Gemeinde können Paare ihre geschlossene Ehe unter den Segen Gottes stellen und einen speziellen Traugottesdienst feiern. Ökumenische Hochzeiten sind dabei in unserer Gemeinde sehr häufig

Beerdigung

Mit einer gottesdienstlichen Trauerfeier auf einem Friedhof oder in der Kirche begleitet unsere Gemeinde ihre Mitglieder zur letzten Ruhe und bietet den trauernden Angehörigen Trost und Beistand an. Am Ewigkeitssonntag wird im Gottesdienst all derer aus der Gemeinde gedacht, die im vergangenen Kirchenjahr verstorben sind.