Herzlich willkommen zum 394. Luther-Abendgebet am Mittwoch, 28. Januar 2026. Der erste Monat des Jahres neigt sich dem Ende zu und mit ihm schliessen wir auch den liturgischen Weihnachtskreis ab. Heute Abend nehmen wir uns Zeit für Gedanken, Gebet, Stille, Musik und Segen. Begleiten werden uns dabei Bilder des Lilu Lichterfestivals aus Luzern

BILD: Blumen Glas

 Wir halten inne, kommen zur Ruhe.

In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt: 

Gott bleibt, unser Gebet bleibt

 So sammeln wir uns heute Abend:

im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Denn unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

Amen

 GEBET

Gott, ich danke dir
für die hellen Momente in meinem Leben.
Ich denke an die Zeiten,
in denen ich Liebe erfahre und Herzenswärme spüre.
Wenn ich auf einmal klarer sehe,
welchen Weg ich gehen kann.
Manchmal bekomme ich eine Ahnung davon,
dass die Welt nicht einfach nur Welt ist.
Sie ist durchlässig für dein himmlisches Licht.
Gott, in dieser Woche
da möchte ich solche hellen Momente zählen,
damit ich an den dunklen Tagen nicht vergesse:
Es gibt Licht.
Ich bitte dich:
Mach dieses Abendgebet zu einer hellen Stunde für uns!
Amen
Quelle: Zentrum Verkündigung der EKHN, www.liturgischer-wegweiser.de

BILD: Sonnenblume

MUSIK Gott ist gegenwärtig. Instrumental

https://www.youtube.com/watch?v=36D_H5aODis

 Gedanken: Exnovation – Das Befreiende des Weglassens

Liebe Gemeinde, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,

vor kurzem hatten wir im Kirchenvorstand einen Strategietag. Wir haben uns über die Zukunft der Gemeinde Gedanken gemacht, die Welt und die Gesellschaft von heute angesehen und uns gefragt, was die Gemeinde in den nächsten 10 und 20 Jahren braucht.

Es war ein intensiver, guter Tag, voller kreativer Ideen und neuer Perspektiven.

Dabei sind wir auf ein Wort gestoßen, das uns sofort angesprochen hat – vielleicht gerade, weil es so ungewohnt ist:

Exnovation.

Wir kannten alle das Wort Innovation – etwas Neues schaffen, etwas Neues beginnen. Aber Exnovation war neu für uns.

Exnovation bedeutet einfach gesagt «alte Zöpfe abschneiden»

Sich trennen von Dingen, die einmal gut waren – nun aber nicht mehr tragen, nicht mehr gebraucht werden, überholt sind.

Exnovation heisst: Loslassen, Verabschieden, Platz schaffen für Neues.

Exnovation ist befreiend.

 Für eine Gemeinde kann das heißen: Manche Formen, Angebote oder Strukturen haben uns lange begleitet. Sie hatten ihre Zeit, sie waren wertvoll. Aber vielleicht merken wir: Es kostet viel Kraft – und erreicht kaum noch Menschen.

Exnovation bedeutet dann nicht: Wir geben auf.

Sondern: Wir vertrauen darauf, dass Gott uns auch im Loslassen führt.

Nicht alles muss für immer bleiben, nur weil es einmal gut war.

 Exnovation kann auch für das persönliche Leben gut und befreiend sein: Manchmal tragen wir Gewohnheiten, Erwartungen oder Sorgen mit uns herum, die schwer geworden sind. Darüber hinaus häufen sich oft auch in Ecken, Kellern und Dachböden viele Dinge, die wir nicht mehr brauchen.

Exnovation fragt: Was darf ich loslassen? Was verabschieden?

 Jesus sagt: „Niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche.“ (Markus 2,22)

Und Paulus schreibt: „Vergesst, was hinter euch liegt, und streckt euch aus nach dem, was vor euch liegt.“ (Philipper 3,13)

Vielleicht ist Exnovation ein Wort, das uns hilft zu fragen:

Was darf gehen, damit Raum entsteht für das, was Gott neu schenken will?

Vielleicht probieren Sie es mal aus.

Amen.

BILD: Exnovation

 

MUSIK: Vertraut den neuen Wegen

https://www.youtube.com/watch?v=renyfMVU6yY&list=RDrenyfMVU6yY&start_radio=1

 

GEBET (VLKD)

Ewiger Gott,

aus deinen Händen empfangen wir

unseren Atem,

unsere Zeit,

unser Leben.

Aus deinen Händen empfangen wir

unsere Liebsten,

unser Lachen,

unsere Liebe.

 

In deine Hände legen wir diesen Tag und die Hälfte der Woche zurück

mit allem,

was uns den Atem nahm,

was unsere Tage verdunkelte,

was uns am Leben verzweifeln ließ.

In deine Hände legen wir diesen Tag und die Hälfte der Woche zurück

mit allem,

was uns hoffen ließ,

was uns lachen machte,

was unsere Liebe bestärkte.

Komm, Herr, segne uns.

 

In deine Hände legen wir die Trauer in dieser Welt –

die Trauer um die im Krieg Getöteten,

die Trauer um die unter egoistischen Herrschern Leidenden,

die Trauer um die Kranken und von Schmerz geplagten,

die Trauer um die, denen das Leben unerträglich wurde,

die Trauer um unsere Verstorbenen.

Wisch ab die Tränen.

Erbarme dich.

 

In deine Hände legen wir dir die Angst dieser Welt –

die Angst um die Schöpfung,

die Angst vor Kälte und Schnee, Hitze und Trockenheit,

die Angst vor unberechenbaren Tyrannen,

vor Krieg und Gewalt,

vor tödlichen Krankheiten,

die Angst um unsere Kinder.

Komm, du Trost der ganzen Welt.

Erbarme dich.

 

In deine Hände legen wir die Menschen,

die uns eine Last sind,

die uns bedrohen,

die an uns schuldig wurden,

an denen wir schuldig wurden.

Heile schlimmen Schaden und verzeih.

Erbarme dich.

 

Aus deinen Händen nehmen wir die Hoffnung für diese Welt –

die Hoffnung auf Frieden,

die Hoffnung auf Wärme und Licht,

die Hoffnung auf Brot für die Hungernden,

auf Sicherheit für die Geflüchteten,

auf ein Zuhause für die ohne Obdach,

die Hoffnung auf Glück für unsere Kinder.

Segne Lachen und Weinen.

Erbarme dich.

 

Wir bringen zu dir

unseren Dank,

unser Leben,

unser Glück.

Du schaust uns an

und wir beten dich an.

 

Und was unser Herz noch bewegt, das bringen wir dir….

 

Vaterunser geheiligt werde dein Name;

dein Reich komme;

dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern;

und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN

Der Herr segne und behüte dich,

Der Herr lasse sein Angesicht über die leuchten und sei dir gnädig,

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir seinen Frieden

 Amen

Bleibt zuversichtlich, denn Gott ist da.

BILD: Kapellbrücke

 

Verabschiedung:

Herzliche Einladung für Sonntag, 10.00 Uhr, zum Abendmahlsgottesdienst mit Pfr. Risel in der Martin Luther Kirche. Musikalische Begleitung durch den Skandinavischen Chor «Nota Bene» 

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Bleibt gesund, bewahrt, fürsorglich und trotz allem hoffnungsvoll.

Herzliche Grüsse nach nah und fern!

Marion Werner mit Thomas Risel

 

Zum AUSKLANG: Blessing New Zeeland – Der Segen der Kirchen von Neu Zeeland für die Welt.

https://www.youtube.com/watch?v=eZQPifs2kjo&list=RDeZQPifs2kjo&start_radio=1