Guten Abend und herzlich willkommen zum 315. Luther Abendgebet am Mittwoch, den 3. Juli 2024. Zeit für Gedanken, Musik und Gebet inmitten von Dankbarkeit und auch Sorgen des Alltags und der Welt

BILD: Arth am See

Und so sammeln wir uns auch heute Abend:

im Namen Gottes, der uns wie ein Vater und eine Mutter in Liebe umfängt,

im Namen Jesu Christi, der uns trägt und segnet,

und im Namen des Heiligen Geistes, der uns verbindet zwischen Himmel und Erde.

Amen.

 Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt:  Gott bleibt, unser Gebet bleibt.

 Diese Woche begleitet uns ein biblischer Spruch aus dem Epheserbrief: “Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.” Epheser 2,8

Ich gehe in die Stille

Lege mein Gepäck ab

Und schweige

Und wenn ich zurückkomm

Bin ich verwandelt

(nach Doris Bewernitz)

 

MUSIK: Ennio Morricone «Gabriel`s Oboe»

https://www.youtube.com/watch?v=2WJhax7Jmxs

 In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt:

Gott bleibt, unser Gebet bleibt.

Immer Mittwoch abends um 21.00 Uhr, am Sonntag um 10.00 Uhr.

 SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze und denke an den Frieden, den Gott mir schenken will

Ich lasse mich vom Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes und seinen Heiligen Geist zu öffnen.

 GEBET

Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).
Allein,
und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,
durch Deinen Geist, mit Schwestern und Brüdern, mit Freundinnen und Weggefährten.
Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von zuhause dabei.
verbunden, um diese Andacht zu feiern.
Wir kommen mit allen schönen Erlebnissen, Begegnungen und Gefühlen dieser Tage. 
Mit Sorgen, mit Leid und Erschrecken

über die Auswirkungen der Klimaerwärmung, Kriege und Ungerechtigkeiten dieser Welt.

Wir kommen auch mit Dank für so viele kleine und grosse Dinge, die uns erfreuen und guttun,

mit Staunen über die so selbstverständlich funktionieren Sachen in unserem Leben.
Wir machen uns bewusst, du Gott, bist da.

Amen.

 LIED: wir singen oder lauschen: «Gott ist gegenwärtig»

https://www.youtube.com/watch?v=dbwhWCMo0ZY

GEDANKEN: «Der Punkt» Peter Reynolds

 Liebe Gemeinde,

 die junge Ina sitzt vor dem leeren Zeichenblatt. Nichts fällt ihr ein und Malen kann sie sowieso nicht. Sie fühlt sich klein und unfähig und wütend.

 Mit dieser Szene beginnt das Bilderbuch «Der Punkt» von Peter Reynolds. Es ist eine Geschichte für Kinder, die, wie so oft, Erwachsenen sehr guttut.

Viele von uns kennen Situationen im Leben, wo man das Gefühl hat, überfordert zu sein. So viel muss getan werden, oder Dinge, die man nicht wirklich kann. Oder gar nicht tun will, es kommt einem zu kompliziert vor. Dennoch wird es von einem erwartet. Das macht einen gereizt und wütend, aber auch hilflos.

 Nina sitzt vor ihrem Zeichenblatt und will es leer abgeben. Ihre Kunstlehrerin besteht aber auf etwas Gemaltem, egal was. Wütend nimmt Ina den Stift und knallt ihn mit voller Wucht auf das Papier. Ein kleiner Punkt entsteht. Diese Zeichnung gibt sie der Lehrerin.

Die Lehrerin studiert den Punkt, gibt Ina dann das Blatt ganz ruhig zurück und sagt «Jetzt schreib deinen Namen drunter». Das macht Ina, weil sie sich denkt, zumindest schreiben kann sie gut.

Als sie eine Woche später in den Kunstunterricht kommt, staunt Ina. Ihre Zeichnung, ihr Punkt hängt in einem schönen, verschnörkelten goldenen Rahmen über dem Tisch der Lehrerin.

Nun ist Inas Ehrgeiz geweckt. «Pah, ich kann noch einen besseren Punkt malen». Sie macht sich an die Arbeit, mal Punkte in unterschiedlichen Farben, grosse und kleine. Sie entdeckt wie Farben sich mischen lassen, sie experimentiert. Sie macht sogar einen Punkt, ohne einen Punkt zu malen. Einfach, indem sie das Blatt drumherum anmalt und in der Mitte den weissen Punkt entstehen lässt.

Bei der Kunstausstellung in der Schule ein paar Wochen später sorgten Inas Punkte für viel Aufsehen.

Die Lehrerin hat es geschafft. Sie hat Ina Selbstbewusstsein gegeben. Jetzt muss Ina nicht mehr denken, dass sie das sowieso nicht kann. Das mag ich an dieser Geschichte sehr.

Ich werde an all die Menschen in meinem Leben erinnert, die, so wie Inas Lehrerin, auch mich unterstützt haben und gefördert. Menschen, die mir Selbstbewusstsein und Anerkennung gegeben haben und die sogar in scheinbar ausweglosen Situationen an mich geglaubt haben. Vielleicht erinnern Sie sich, erinnert Ihr euch heute Abend auch an solche Menschen in eurem Leben.

Ich glaube fest daran, dass Gott uns solche Menschen im Leben an die Seite stellt. Denn Gott ist es, der unsere Kräfte und Fähigkeiten kennt, auch jene, die noch gar nicht entdeckt sind. Gott glaubt an uns. Er möchte uns Mut machen, unsere Talente zu nutzen. Es ist Gott, der uns für unendlich wertvoll hält, auch wenn wir uns selbst oft gar nicht so sehen.

Für Gott steht unser Lebensbild in einem goldenen Rahmen. Es ist wunderbar zu wissen, dass wir von Gott so geschätzt und gewürdigt werden.

Das macht Lust auch andere Menschen zu unterstützen. Und so geht unsere Geschichte weiter.

Während der Ausstellung entdeckt Ina einen Jungen, der sie anstarrt. «Du bist eine wirklich tolle Künstlerin. Ich wünschte, ich könnte auch so malen», sagt er. «Ich wette das kannst du» antwortet Ina. «Ich? Nein, ich kann das nicht. Ich kann noch nicht mal einen gerade Strich mit dem Lineal machen».

Ina lächelte. Sie gab dem Jungen ein leeres Blatt Papier «Zeig es mir». Der Bleistift des Jungen zitterte, als er seinen Strich zog.

Ina schaute sich die Schlangenlinie des Jungen an. Dann sagte sie: «Schreib deinen Namen drunter».

 So ein schöner Schluss. Ina sonnt sich nicht im Lob der andern. Sie sagt nicht: «Ach ich bin so toll! Schaut was ich geschafft habe!»

Nein, sie geht und unterstützt den kleinen Jungen so, wie sie unterstützt worden ist. So wie die Lehrerin ihr Selbstbewusstsein und Anerkennung geschenkt hat, so schenkt Ina das nun weiter.

 Ich bin mir sicher, als Jesus uns das «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst» aufgetragen hat, dachte er auch daran. Sich gegenseitig stärken, sicher ermutigen, sich gegenseitig Selbstbewusstsein und Anerkennung schenken. Amen

 LIED: Singt Gott unserm Herrn, singt ihm neue Lieder

https://www.youtube.com/watch?v=-vMEGIZbjtw

 

FÜRBITTEN
Du Kraft Christi, wohne in uns.
Du Gnade Gottes hilf uns.

 Du Kraft Christi,
werde mächtig in den Schwachen.
Sie hungern,
sie stehen vor Mauern,
sie verbergen sich in Schutzräumen.
Sie weinen und klagen,
sie verlieren ihre Hoffnung,
sie haben Angst. 
Du Kraft Christi,
schütze die Schwachen,
erbarme dich.

 Du Kraft Christi,
mahne die Starken.
Sie entscheiden über Krieg und Frieden.
Sie berechnen den Wert der anderen. 
Sie bestimmen, was wichtig ist.
Sie irren.
Sie missbrauchen die Verletzlichen.
Sie übergehen die Liebe.
Du Kraft Christ,
berühre ihre Herzen, 
erbarme dich.

 Du Gnade Gottes,
wisch die Tränen ab aus den Augen 
der Kranken,
der Gedemütigten,
der Trauernden.
Sie hoffen.
Sie sehnen sich nach Gerechtigkeit.
Sie wünschen sich Trost.
Du Gnade Gottes,
tröste die Unglücklichen, 
erbarme dich.

 Du Gnade Gottes,
steh deiner Schöpfung bei 
inmitten 
von Fluten,
von brennenden Wäldern, 
von Hitze.
Deine Schöpfung leidet.
Du Gnade Gottes,
rette deine Geschöpfe, 
erbarme dich.

Du Kraft Christi,
du Gnade Gottes,
auf dich hofft deine Gemeinde.
Sei in unserer Mitte,
spricht zu uns,
begleite uns,
segne unsere Kinder 
und alle, die zu uns gehören.
Sei an unserer Seite,
heute und morgen und alle Tage dieses Sommers.

(Gebet von Katharina Wiefel-Jenner)

 STILLE für persönliche Anliegen

 VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Möge der Sonnenschein Dein Herz erleuchten.

Möge der Wind Deinen Geist beleben.

Mögen die Lasten des Tages somit leichter auf Dir liegen.

Mögen Zeichen des Himmels an der Strasse Deines Lebens sein,

die Dir sagen, dass Du auf dem richtigen Wege bist.

Mögest Du Kraft haben, zum Ändern, zum Bleiben, zum Neuwerden.

 So segne Dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Er gebe Dir seinen Frieden. Amen. 

 Bleibt zuversichtlich, denn Gott ist da

 MITTEILUNGEN:

Herzlich laden wir ein

Am Donnerstag, dem 3. Juli, um 14.00 Uhr zum Forum «Gemeinsam älter werden». Vortrag von Pfrin Hanna Kandal «Interreligiöser Frauendialog zwischen Islam und Christentum». Wenn möglich, bitten wir um Anmeldung im Sekretariat.

Am Sonntag, den 7. Juli, um 10.00 Uhr zum Gottesdienst für alle Generationen mit Tauferinnerung und Feriensegen. Taufkerzen können mitgebracht werden.

Am Sonntag, 15. September 2024, findet der BELK-Gemeindetag in Bern statt. Nähere Informationen sind im Gemeindebrief oder der Internetseite zu finden. Anmeldungen bitte bis am 15. Juli ans Sekretariat der Luther-Kirche Zürich.

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Wir danken allen, die mit unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft, und wir wünschen allen eine schöne und behütete Sommerzeit weiterhin!

Bleiben wir zuversichtlich. Gott ist da.

Herzliche Grüsse nach nah und fern!

Marion Werner mit Thomas Risel

 KANON: Wir singen zusammen, oder lauschen: Herr bleibe bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneigt. 

https://www.youtube.com/watch?v=bPEffgbsTU8