Herzlich willkommen zum 399. Luther-Abendgebet am Mittwoch, 4. Februar 2026

Wir sind in der zweiten Woche der Passionszeit.

Diese Zeit lädt uns ein, still zu werden.
Einen Moment stehen zu bleiben.
Nach innen zu hören.

Passionszeit ist eine Einladung,
vielleicht kleine Dinge anders zu machen.
vielleicht auf etwas zu verzichten.
Achtsamer zu leben.

Sie schenkt uns die Hoffnung,
dass Gott Raum findet in unserem Alltag. 

BILD: 7 Wochen ohne

 Ich zünde eine Kerze an, für das Licht, für den Frieden, für Vertrauen, für die Hoffnung.

 So sammeln wir uns heute Abend:

im Namen Gottes, der uns wie ein Vater und eine Mutter in Liebe umfängt,

im Namen Jesu Christi, dem Herrn und Bruder, der uns im Leiden trägt und hilft,

und im Namen der Heiligen Geistkraft, die uns verbindet zwischen Himmel und Erde.

Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt:  Gott bleibt, unser Gebet bleibt.

MUSIK zum Mitsingen: Holz auf Jesu Schultern

https://www.youtube.com/watch?v=ul0esfqPPoM&list=RDul0esfqPPoM&start_radio=1

 PSALM 31,1-9

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen. 

2 HERR, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit! 

3 Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends!

Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest! 

4 Denn du bist mein Fels und meine Burg,

und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen.

6 In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott.

8 Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, dass du mein Elend ansiehst und kennst die Not meiner Seele und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes;

9 du stellst meine Füße auf weiten Raum.
Psalm 31,1–9 aus der Lutherbibel von 2017

 Wir hören PSALM 31 vorgelesen von Rainer Unglaub

https://www.youtube.com/watch?v=57qdsaQBHpU

Reihe: Mit Gefühl -7 Wochen ohne Härte. 

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,

in unserer Reihe «Mit Gefühl – 7 Wochen ohne Härte» wollen wir heute Gefühle wahrnehmen und mit Bildern beschreiben. In dem wunderschönen Psalm 31, den wir eben gehört haben, begegneten uns sehr viele Bilder und Gefühle. 

Die Bilder, die in den Psalmen Gefühle beschreiben, verstärken die Art, wie wir Gefühle wahrnehmen und erleben. Wenn jemand nicht einfach sagt, ich fühle mich vergessen, sondern „Ich bin vergessen wie ein Toter“ (Vers 13), dann klingt das besonders dramatisch. Aus „Ich fühle mich nutzlos und kaputt“ wird „Ich bin wie ein zerbrochenes Gefäß“ (ebenfalls Vers 13). Diese Bilder rühren in uns noch mehr an als präzise benannte Gefühle.

Das gilt auch für bildstarke angenehme Gefühle: „Du bist mein Fels und meine Burg“ (Vers 4). Wer das hört, fühlt sich selbst gleich stark und beschützend und möchte vielleicht gleich lächelnd erwidern: „Ja, du kannst dich auf mich verlassen. Ich passe auf dich auf. Bei mir kann dir nichts passieren.“ Ich bin mir sicher, dass die Autorin oder der Autor dieses Psalms auf genau diese Reaktion hoffte. Schließlich ist der Psalm ein Gebet an Gott, und wenn ich Gott sage: „Ich vertraue dir“, dann möchte ich gern hören oder spüren, dass Gott antwortet: „Das kannst du auch!“

BILD: Weite «Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte Gott, dass du mein Elend ansiehst und kennst die Not meiner Seele und du stellst meine Füße auf weiten Raum» (Psalm31,8-9).

 

Diesen so schönen Worten aus dem Psalm 31 «Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte Gott, dass du mein Elend ansiehst und kennst die Not meiner Seele und du stellst meine Füße auf weiten Raum» folgen unmittelbar trübe Gefühle. Die Stimmung schlägt plötzlich um. Da heisst es: «HERR, sei mir gnädig, denn mir ist angst! Mein Auge ist trübe geworden vor Gram, matt ist meine Seele und mein Leib» (Vers 10). Das ist eine Beschreibung, die über blosse Angst hinausgeht. Die Augen sind trübe vor lauter Leid und lassen kaum noch Licht hinein. So werden selbst die Seele und der ganze Körper matt. Spannend ist, dass in der Gedankenwelt des Alten Testamentes die Augen tatsächlich als das Einfallstor zum Ich gelten. Was durch sie hereinkommt, hat einen direkten Einfluss auf die ganze Person, auf Leib und Seele. Das Trübe, das durch die Augen kommt, trübt die ganze Seele.

 Sieben Wochen mit Gefühl. Das soll in dieser Woche der Passionszeit bedeuten: Erlauben Sie sich, Ihre Gefühle wahrzunehmen, in all ihrer Vielfalt. Versuchen Sie ihre Gefühle wahrzunehmen und sie zu beschreiben. Es ist etwas anders, ob man einfach etwas fühlt, oder ob man sich diesem Gefühl nähert, indem man ihm einen Namen gibt (Ich fühle z.B. Freude oder Zorn) oder – besonders spannend- ob man damit ein Bild verbindet, so wie das der Psalm tut. Z.B. «ich fühle mich geborgen, wie in den Armen meiner Mutter».

Suchen Sie sich einen Moment, an dem Sie ein wenig Zeit für sich selbst haben, für ihre Empfindungen und vielleicht auch zum Schreiben. Spüren Sie in sich hinein- welche Gefühle entdecken sie gerade in Ihrem Herzen? Versuchen Sie sie zu benennen. Und dann, wenn möglich, beschreiben Sie dieses Gefühl mit einem Bild. Gerne können Sie sich das auch aufschreiben und irgendwo ablegen, so dass Sie das diese Woche über sehen. Und vielleicht verändert sich das Bild auch im Laufe der Tage.

Ich wünsche Ihnen viel Freude dabei.

 MUSIK: «Du stellst meine Füsse auf weiten Raum» Andreas Volz

https://www.youtube.com/watch?v=p8c6Vj6cSv0&list=RDp8c6Vj6cSv0&start_radio=1

Fürbitten:

Gnädiger Gott,
diesen Tag habe ich heute Morgen aus Deiner Hand empfangen,
in Deine Hand lege ich ihn dankbar zurück.
Du hast meine Wege begleitet und mich behütet.

Ich bitte Dich, vergib, wo ich schuldig geworden bin:
an meinen Mitmenschen, an der Umwelt, an mir und an Dir.
Hilf mir verzeihen, wo andere mir Unrecht getan haben.

Bewahre in meinem Herzen die freudigen und unbeschwerten Momente des Tages,
dass ich von ihnen zehren kann an Tagen, an denen ich solche Erinnerungen brauche.

Sei bei allen Menschen, die mir lieb und wichtig sind,
bei denen, die Dich im Moment besonders brauchen,
in allen Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt.
Und schenk mir und Deiner Welt morgen einen neuen Tag.

BILD: Gebet Frieden

 Friedensgebet der Evangelischen Kirche in Deutschland:

Gott, Quelle des Lebens und der Gerechtigkeit,

in Zeiten von Krieg und Gewalt wenden wir uns an Dich.

Wir sehen mit großer Sorge die aktuellen Kriegshandlungen im Nahen Osten, die Menschenleben bedrohen, Städte erschüttern und Angst über Familien und Gemeinschaften bringen.

Wir beten für alle, die durch Bomben, Raketen und militärische Operationen in Furcht leben.

Für die Frauen, Männer und Kinder, deren Alltag sich in einen Albtraum verwandelt hat.

Für die Familien, die um ihre Liebsten bangen und trauern.

Herr, du bist der Gott des Friedens.

Schenke denen, die regieren, weise Herzen und den Mut zur Deeskalation.

Führe Politiker, Diplomaten und Vermittler in Gesprächen und Entscheidungen, damit Wege des Dialogs, der Verständigung und der Versöhnung gefunden werden.

Lass Gewalt nicht weiter eskalieren, sondern brich Kreise der Rache und des Hasses.

Wir beten für alle, die im Einsatz sind, um Leben zu retten:

Sanitäter, Ärzte, Seelsorger und freiwillige Helfer;

sei du ihr Schutz und ihre Stärke.

Gib uns die Kraft, nicht in Gleichgültigkeit zu verharren,

sondern in Verantwortung füreinander zu stehen,

füreinander zu beten und miteinander zu arbeiten für eine Welt,

in der Waffen schweigen und Frieden wächst.

 

Gemeinsam beten wir:

Vaterunser im Himmel…

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

VERABSCHIEDUNG

Herzliche Einladung.

– zum Weltgebetstag (aus Nigeria) am Donnerstag, 5. März ab 14 Uhr im Gemeindehaus. Pfrin Werner feiert mit uns die Andacht nach der Liturgie aus Nigeria, Bilder und Informationen zum Land werden den Nachmittag ergänzen. Wir bitten um Anmeldung im Sekretariat.

-Zur Bachkantate in die Augustinerkirche am Samstag um 12.15 Uhr. «Was Gott tut, das ist wohlgetan» BWV 100. Theologische Erläuterung Pfrin. Werner

-zum Bachkantaten-Gottesdienst mit Abendmahl in die Augustinerkirche am Sonntag um 10.00 Uhr mit Pfr. Simpson und Pfrin Werner  

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Wir danken allen, die mit unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft, und wir wünschen sonnenreiche gesegnete Tage.

Bleiben wir zuversichtlich. Gott ist da.

Herzliche Grüsse nach nah und fern!

Pfarrerin Marion Werner mit Pfarrer Thomas Risel

 

SEGEN (Weltgebetstag 2004)

Göttliche Kraft stärke deinen Rücken,
so dass du aufrecht stehen kannst, wo man dich beugen will.

Göttliche Zärtlichkeit bewahre deine Schultern,
so dass die Lasten, die du trägst, dich nicht niederdrücken.

Göttliche Weisheit bewege deinen Nacken,
so dass du deinen Kopf frei heben und ihn dorthin neigen kannst,
wo deine Zuneigung vonnöten ist.

Göttliche Zuversicht erfülle deine Stimme,
so dass du sie erheben kannst, laut und klar.

Göttliche Kraft stärke deine Füsse,
so dass du auftreten kannst, fest und sicher.

Göttliche Sorgfalt behüte deine Hände,
so dass du berühren kannst, sanft und bestimmt.

Göttlicher Segen sei mit Dir!

Amen.

 

MUSIK:   Psalm 31 – Father, Into Your Hands – Francesca LaRosa

https://www.youtube.com/watch?v=kN1dWnv56Eg&list=RDkN1dWnv56Eg&start_radio=1