Guten Abend und herzliche willkommen zum 396 Luther Abendgebet am 11. Februar 2026.

Zeit zum Innehalten mit Musik, Gebet, Gedanken und Stille. Als Gast ist heute unser Gemeindemitglied Cornelia von Dewitz dabei. Sie wird uns einige ihrer Gedanken mit auf den Weg geben und auch einige ihrer Landart Bilder, die sie auf Spaziergängen in der der Natur gestaltet.

 Und so sammeln wir uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Amen

In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt: 

Gott bleibt, unser Gebet bleibt.

BILD: Landart Cornelia von Dewitz 1

 GEBET

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).
Allein,
und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,
durch Deinen Geist mit Schwestern und Brüdern,
mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von zuhause dabei,
verbunden, um diese Andacht zu feiern.

Wir kommen mit allen Erlebnissen, Begegnungen und Gefühlen dieser Tage:
mit Leid und Trauer,
mit Erschrecken über die Folgen der Klimaveränderung,

Kriege und der Ungerechtigkeiten dieser Welt,
mit persönlichen Sorgen und Ängsten
und mit Gedanken, die wir uns machen.

Wir kommen auch mit Freude und Dank:
für so viel Kleines und Grosses in unserem Alltag und Leben,
für so vieles, was nicht selbstverständlich ist.

Wir machen uns bewusst: Du, Gott, bist da.

Amen.

 MUSIK Wir kommen zur Ruhe mit dem Taizé-Lied «Bleibet hier und wachet mit mir»

https://www.youtube.com/watch?v=5QN9xJEyu7s&list=RD5QN9xJEyu7s&start_radio=1

 

MEDIATION:

Marion Werner:

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,

Im Alten Testament, im Buch Prediger Kapitel 3, das eine alte Ansammlung von Weisheiten ist, stehen diese Worte:

1 Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: 2 Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit;

pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; 

3 heilen hat seine Zeit; bauen hat seine Zeit; 

4 weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit;

klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; 

7 schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; 

8 lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit;

Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit». – soweit der Prediger. 

Man könnten diese Aufzählung noch weiterführen:

Es gibt Zeiten des Aufbrechens – und Zeiten des Wartens.
Zeiten, in denen wir uns stark fühlen – und Zeiten, in denen wir zögern.

Cornelia von Dewitz hat genau über diesen inneren Moment nachgedacht,

als sie ein Bild betrachtete, in welchem ein Pferd an einen Plastikstuhl angebunden wurde.

Hören wir ihre Gedanken:  

BILD: Pferd und Stuhl

Cornelia von Dewitz: Mein erster Gedanke beim Anblick des Bildes:
Oft sind die Dinge, die mich zurückhalten, viel kleiner, als sie sich anfühlen.
Je länger ich etwas vor mir herschiebe, desto grösser wird der innere Widerstand.

Die Aufgabe wächst im Kopf, nicht in der Realität.
Sobald ich anfange, passiert fast immer das Gleiche:
Am Ende denke ich: War doch gar nicht so aufwendig.
Und wundere mich über mich selbst.

Dann kam ein zweiter Gedanke dazu.
Wenn das Pferd merken würde, dass es nur an einen leichten Plastikstuhl angebunden ist, und einfach loslaufen würde, müsste es den Stuhl hinter sich herziehen.
Wäre das wirklich klug?

Es könnte stolpern, sich verheddern, sich vielleicht sogar verletzen.
Und voll gesattelt einfach losmarschieren, ohne Ziel – auch nicht ideal.

Vielleicht ist das Pferd also bewusst im Wartemodus.
Manchmal ist Warten keine Schwäche, sondern eine Entscheidung.
Geduld kann genauso eine Stärke sein wie Tatendrang.

Es geht nicht immer ums Losreissen.
Sondern um den richtigen Moment.

Das Lied «You Say» von Lauren Daigle greift genau diesen inneren Spannungsraum auf: zwischen Selbstzweifeln, die grösser werden, je länger wir warten –
und einer Stimme, die uns zuspricht, dass wir getragen sind und uns nicht kleiner machen müssen, als wir sind.

 Zentrale Liedaussagen (sinngemäss auf Deutsch)

Wenn ich denke, ich genüge nicht,
sagst du: Ich bin geliebt.

Wenn ich mich schwach fühle,
sagst du: Ich bin stark.

Wenn ich den Halt verliere,
sagst du: Ich werde gehalten.

Ich entscheide mich, eher dem zu glauben,
was mir von Gott zugesagt ist,
als dem, was mich entmutigt.

Amen

MUSIK: «You Say» von Lauren Daigle

https://www.youtube.com/watch?v=sIaT8Jl2zpI

 FÜRBITTE

Ewiges Wort,
du begeisternde Kraft,
du Liebe, die trägt,
du bleibende Gegenwart
in unseren Herzen und in dieser Welt –

Wir bitten dich:

Mache deine Kirche 
zu einem Ort des Hörens, 
zu einem Ort, an dem die Worte 
über den Tag hinausweisen,
retten und heilen. 
Bestärke in der Welt die Kräfte,
die sich für die Wahrheit begeistern, 
die dem Frieden dienen,
die die Gerechtigkeit lieben,
die sich dem Hass verweigern,
die die Schwächeren schützen, 
retten und heilen. 
Umhülle mit Liebe
die, die vor Schmerzen weinen,
die mit Angst der kommenden Nacht entgegensehen,
die sich vor dem morgigen Tag fürchten,
die hungern,
die von Waffen bedroht werden,
die, die um geliebtes Leben trauern.
In deiner Liebe
rette sie, heile sie.

Dein Wort sagt uns: «Von allen Seiten um gibst du mich

Und hältst deine Hand über mir»

Lass uns erkennten wie du uns begleitest

Und trägst.

Bleib bei uns und höre uns –

In der Stille bringen wir vor dich, was uns auf dem Herzen liegt

 VATERUNSER

im Himmel geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  

Amen.

BILD: Landart Cornelia von Dewitz 2

SEGEN

Empfangt den Segen Gottes

Der Herr segne und behüte dich,

der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig,

der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

Bleibt zuversichtlich, denn Gott ist da.

Amen

 MITTEILUNGEN

Herzliche Einladung am Sonntag, den 15. Februar zu einem Gottesdienst für die Liebe mit Pfarrer Risel um 10.00 Uhr in die Martin Luther Kirche.

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Wir danken allen, die mit unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft und wünsche eine gute und behütete Woche.

Bleiben wir zuversichtlich. Gott ist da.

 Herzliche Grüsse nach nah und fern!

Marion Werner und Thomas Risel

 MUSIK: «Behüte mich Gott, ich vertraue dir»

https://www.youtube.com/watch?v=S6-UneKFn2I&list=RDS6-UneKFn2I&start_radio=1