Herzlich willkommen zum 392. Luther-Abendgebet am Mittwoch, 14. Januar 2026

Wir sind noch in der Weihnachtszeit unterwegs, und doch bereits mit vielen anderen Dingen beschäftigt: Alltag, Erschrecken über Geschehnisse bei uns und in der Welt. Aber auch Dankbarkeit und Freude über kleine und grosse Dinge des Lebens.

 

 Ich zünde eine Kerze an, setze mich vor sie und betrachte sie:

Ich nehme das Licht in mich hinein

Ich lasse das Licht in mir leuchten

In meinem Kopf

In meinem Herzen

In meinem Bauch

In allen meinen Gliedern

Ich trage das Licht in die Welt hinaus

Dass es den Menschen leuchte!

 So sammeln wir uns heute Abend:

im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Denn unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

Amen

In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben im neuen Jahr geschieht und sich wandelt:  Gott bleibt, unser Gebet bleibt.

Aus Asien stammt folgender kurzer Text:

Ich sagte zu dem Engel, der an der Pforte des neuen Jahres stand: Gib mir Licht, damit ich sicheren Fusses der Ungewissheit entgegengehen kann!

Aber er antwortete: Gehe nur hin in die Dunkelheit und lege deine Hand in die Hand Gottes! Das ist besser als ein Licht und sicherer als ein bekannter Weg».

 MUSIK «Libelle» Josef Strauss 

https://www.youtube.com/watch?v=N70TLdxSKSg

Gedanken: Es gibt auch Quokkas

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,

Am Sonntag hatten wir im Gottesdienst Besuch von einem lutherischen Pfarrer aus Australien.
Gern blieb er auch beim Kirchenkaffee. Denn auch zu Hause in Australien sammelt sich die lutherische Gemeinde nach dem Gottesdienst zum Kirchenkaffee – um sich auszutauschen, Gemeinschaft zu erleben und natürlich begleitet von einem guten Kaffee.

Im Gespräch erzählte er, dass viele Europäer, wenn sie hören, dass er aus Australien kommt, oft sagen: „Uhhh, Australien – das Land der Krokodile, der giftigen Schlangen und Spinnen.“

Für seine Reise in diesem Jahr hatte er sich darauf vorbereitet. Immer wenn dieser Satz kommt, sagt er: „Es gibt auch Quokkas.“
Dann zeigt er auf seinem Handy ein Foto dieser süßen, freundlichen Tiere.
Wenn er das tut, kippt die Stimmung der Gesprächspartner – denn alle mögen diese niedlichen Tiere. Und genauso war es auch am Sonntag bei uns hier in Zürich.

Ich muss gestehen: Seine Art, mit diesem Vorurteil umzugehen, hat mir sehr gefallen.
Er hat sich nicht gerechtfertigt.
Er hat nicht diskutiert oder erklärt.
Er hat den negativen Aussagen einfach ein liebliches Bild entgegengesetzt und damit gezeigt:
Es gibt auch das Andere. Das Schöne. Das Liebliche.

Dieses Jahr hat in der Welt – und auch bei uns – mit sehr mühsamen Ereignissen und Nachrichten begonnen. Manche Stimme fragte nach dem Warum. Andere erinnerten daran, dass vielleicht das Ende der Welt bevorstehe.

Als ich mir das Bild des Quokkas ansah, dachte ich: Ja, es gibt das Schwere und das Böse in der Welt. Es ist belastend. Es erdrückt manchmal, nimmt die Leichtigkeit des Lebens und macht sehr, sehr müde. Aber es gibt auch die Quokkas.

Es gibt immer noch das Schöne und Gute, das Erfreuliche.
Und Gott ist auch noch da.

Wir dürfen – und wir sollen – uns das Schöne und Erfreuliche, das immer auch da ist, nicht durch belastende Worte und Bilder ausreden lassen.

„Es gibt auch Quokkas“, sagt der australische Kollege – und zeigt sein liebliches Bild.

Paulus sagt im Römerbrief:
„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (Röm 12,21)

Ja, es gibt das Böse, das Bedrohliche, das Dunkle in der Welt. Und es drängt sich oft in den Vordergrund. Aber das ist nicht die ganze Wahrheit. Es gibt auch Gott.
Es gibt auch das Schöne, das Gute und das Erfreuliche. Manchmal fehlt uns nur der Blick dafür.

Darum möchte ich uns heute Mut machen, immer wieder auch unsere eigenen „Quokkas“ zu zeigen: unsere guten Erlebnisse zu teilen, freundliche Worte zu finden, ein Lächeln zu schenken,
Güte und Freude sichtbar werden zu lassen.

Die Sorgen der Welt müssen wir nicht erklären.
Aber wir dürfen bewusst das Liebenswerte sichtbar machen,
das Gute benennen,
das Freundliche zeigen
und die Hoffnung nicht verschweigen.

Im Philipperbrief heißt es:
„Was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert ist – darauf seid bedacht.“ (Phil 4,8)

Amen 

LIED: Ins Wasser fällt ein Stein

https://www.youtube.com/watch?v=94mivbWnArg&list=RD94mivbWnArg&start_radio=1

 

Fürbitte (Brigitte Reinard)

Gepriesen bist du, Gott,

Schöpferische Kraft,

Unausdenkbare Liebe

Belebende Geistkraft

Jetzt und allezeit

Und von Ewigkeit zu Ewigkeit

 Du leidest an unseren Wunden,

an dem, was uns kränkt

und an den Kränkungen,

die wir einander zufügen,

du leidest an unseren Widersprüchen,

die in uns zerren

und die wir dir entgegenbringen,

du bist so fern, Gott,

vertrieben durch Gewalt und Lüge,

und du bist so nahe,

wenn Tränen und Zorn in uns hochsteigen.

Du, immer anders als unsere Bilder von dir:

Erbarme dich unser und gib uns genügend Ruhe,

um uns vor dir zu öffnen.

 Und was unser Herz noch bewegt, das bringen wir dir….

 Vaterunser geheiligt werde dein Name;

dein Reich komme;

dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern;

und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (Carola Moosbach)

Segne uns, Du Licht des Lebens,

Sternenglanz der Dunkelheit.

Web uns ein in Deine Träume,

hüll uns in dein Hoffnungskleid,

Gottesduft, verströme Dich,

Deine Spuren stärken mich.

Segne uns, Du Macht des Lebens,

stärker als der Tod bist Du.

Lass uns Deine Nähe spüren,

Dein «Trotz-allem» sprich uns zu.

Gotteslicht verteile Dich,

Deine Spuren leiten mich.

So segne dich Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen

Bleibt zuversichtlich, denn Gott ist da.

 Verabschiedung:

Herzliche Einladung für Sonntag, 10.00 Uhr ins Grossmünster Zürich ökumenischen Gottesdienst mit Pfr. Risel, Pfr. Walti u.a.

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Bleibt gesund, bewahrt, fürsorglich und trotz allem hoffnungsvoll.

Herzliche Grüsse nach nah und fern!

Marion Werner mit Thomas Risel

 

Zum AUSKLANG: Josef Strauss «An der schönen blauen Donau».

https://www.youtube.com/watch?v=iJ7qgOzmzjA