LUTHER GEBET am MITTWOCH, den 23. September 2020

Herzlich willkommen zu unserem Abendgebet am Mittwoch.

Wir sammeln uns um Namen Gottes, des Vater, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat,
der Bund und Treue hält ewiglich
und der nicht preisgibt das Werk seiner Hände.

Amen

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

 

Bleibe bei uns Herr,

denn es will Nacht werden.

Der Tag hat sich geneigt.

Umkleide uns auf unseren Wegen

mit dem Abendmantel deiner Gnade.

Schenke uns goldene Momente

wenn wir auf glattem Kopfsteinpflaster unsere Heimwege antreten.

Öffne uns am neuen Morgen

die Augen für dein Heil.

Und wenn es möglich ist,

vergönne uns

aus der Schatzkammer deiner Güte

einen Funken Augenblicksglück

für unser müdes Herz.

Amen

(aus Siegfried Eck «Gott in den Ohren liegen»)

 

Wir LAUSCHEN «Gott ist gegenwärtig» – Es spielen: Joan Croker & Michael Gundlach

https://www.youtube.com/watch?v=Xws60E-dsqM

 

MEDITATION «RBG – Ein Leben für Gerechtigkeit»

 Liebe Gemeinde,

letzten Freitag verstarb die amerikanische Juristin und Vorkämpferin für Gerechtigkeit Ruth Bader Ginsburg (RBG). Im Jahr 1933 kam sie als Kind jüdischer Einwanderer nach Russland. Ehrgeizig und klug, brachte sie es so weit, dass sie 1956 ihr Jura-Studium in Harvard als eine von nur neun Frauen unter 500 Männern beginnen konnte. Während eines Abendessens, zu dem der Dekan alle Studentinnen ihres Jahrgangs eingeladen hatte, stellte er ihnen die diskriminierende Frage, wie sie es rechtfertigen könnten, den Platz eines Mannes einzunehmen.

Ruth Bader Ginsburg lässt sich davon nicht beeindrucken. Im Gegenteil sie wird eine ausserordentlich gute Studentin und setzt sich später als Juristin mit Klugheit, Ausdauer und Hartnäckigkeit für Gerechtigkeit und vor allem Gleichberechtigung ein. Bereits 1971 schrieb sie als Anwältin ihre erste Klageschrift in einem Verfahren vor dem Obersten Gericht, in dem es um die gleiche Fähigkeit von Frauen und Männern zur Verwaltung von Vermögen ging.

Im Juni 1993 wird sie zur Richterin am Supreme Court ernannt. Der Senat bestätigte ihre Nominierung mit 96 zu 3 Stimmen. Damit war sie erst die zweite Frau in diesem Amt.

Ginsburg ist es zu verdanken, dass Frauen in den USA bei einer Schwangerschaft nicht mehr gekündigt werden kann, dass sie Zugang zu den Militärakademien und besseren Schutz vor häuslicher Gewalt haben und Kinder auch als Alleinstehende adoptieren können

Als Richterin am Supreme Court war sie an wichtigen Entscheidungen gegen Diskriminierung beteiligt, wie etwa zum Abtreibungsrecht oder zu Rechten Homosexueller.

Leiten liess sich Ginsburg vom obersten republikanischen Prinzip, und zwar der Gleichheit aller Staatsbürger. Übersetzt man dieses moralische Ideal ins Soziologische, erhält man eine Regel der Arbeitsteilung: die Normalität des Rollentauschs. Jeder Bürger ist grundsätzlich, im Rahmen seiner Fähigkeiten und Anstrengungen, für jedes Amt und jede Stellung geeignet. Es gibt für das Recht keine ererbten oder sonstwie angeborenen Qualitäten von Personen, die eine Vorzugsbehandlung rechtfertigen könnten. Ruth Bader Ginsburg hat dafür gesorgt, dass dieser Grundsatz auch bei der Gleichbehandlung von Männern und Frauen beachtet wird. Dadurch war sie und ist sie auch heute noch weltweit eine Inspiration.

Im Galaterbrief 3,28 schreibt Paulus «Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau. Denn ihr seid alle eins in Christus Jesus.» Paulus zählt hier Unterschiede betreffend Herkunft und Frömmigkeitsstil, im sozialen Status und im Geschlecht auf. Diese Gegensatzpaare haben in den ersten Christengemeinden zu teilweise massiven Spannungen geführt. Wenn Paulus schreibt, diese Gegensatzpaare seien „alle eins in Christus Jesus“, so löscht er damit die Unterschiede nicht aus. Sie bestehen nach wie vor, aber sie verlieren angesichts der Erlösungstat von Jesus ihre dominierende Bedeutung. Zu den Grundaussagen des Neuen Testamentes gehört der Gedanke, dass Menschen vor Gott gleich wert sind und von ihm durch Christus gleich geliebt. Deswegen können Männer und Frauen mit ihren unterschiedlichen Begabungen gleichberechtigt, partnerschaftlich und ergänzend zusammenarbeiten.

Amen

 

FÜRBITTE

Ewiger gütiger Gott,

wir danken dir, dass wir leben, auch in nicht einfachen Zeiten,

und dass wir uns öffnen können zu dir hin,

zum Himmel.

Wir bitten dich:

Gib uns ein hörendes Herz, dass wir verstehen was jetzt gut ist:

für uns selbst und für die die mit uns leben, in der Familie, in unseren Gemeinschaften, in denen wir leben, in unserer Gemeinde, in unserem Land, in unserer Welt.

Lass unsere Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung,

sodass wir prüfen können, was das Beste sei.

Schenke diese Einsicht auch denen, die regieren,

die Verantwortung tragen und Entscheidungen treffen müssen.

 Stärke alle die, die für uns sorgen: in Medizin und Forschung,

in Wissenschaft und Pflege, in Wirtschaft und Handel.

Segne die, die trauern und traurig sind, die sich einsam fühlen, die nicht weiter wissen,

mit der Kraft Deines Wortes und Deiner Liebe, auch durch uns.

 Schütze und bewahre uns durch diese Zeit,

durch alle Generationen und unser Miteinander hindurch.

 

Was uns noch auf dem Herzen liegt, bringen wir in der Stille vor dich

 

STILLE

 

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Empfangt den Segen Gottes:

Gottes Liebe wärme dich,

Gottes Güte wirke in dir.

Gottes Kraft beschütze dich.

Gottes Friede umgebe dich in dieser Nacht und jeden Morgen neu.

Amen

 

Wir LAUSCHEN «Amazing Grace» Es spielen: Joan Croker & Michael Gundlach

https://www.youtube.com/watch?v=k4tmFMxmxjU