LUTHER GEBET für Aschermittwoch, den 17. Februar 2021

Herzlich willkommen zu unserem Abendgebet in der Wochenmitte.

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Gottesdienste sind anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.             

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                        

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

 

„Mit Aschermittwoch ist alles vorbei.“ – eine Zeit der Einkehr, Klärung und Stille kann auf die ausgelassene Fastnachtszeit folgen.

Heute wollen wir zu Beginn nochmal eine ausgelassene Musik hören. Da geht es nicht um Karneval und Feiern mit Umzug und Verkleidung, sondern um ein fröhliches, im wahrsten Sinne des Wortes bewegendes Lob Gottes. Darauf hat uns Lena Kawele hingewiesen, die in unserer Gemeinde zu einem Praktikum war. Ein Gospel aus Afrika mit der sambischen Anwältin und Sängerin Esther Chungu. Ihre Musik ist erlösend, sie möchte Hoffnung und Liebe bringen und macht Musik, weil sie Erfüllung darin findet, durch ihre Texte Menschen zu helfen. Ihre Vision ist es, die Welt positiv durch ihre Musik zu beeinflussen und als jemand in Erinnerung zu bleiben, der sein Talent und seinen Einfluss dazu genutzt hat, eine bessere Sicht auf Gottes Liebe zu eröffnen.

In der folgenden Video-Aufnahme singt und tanzt sie das Lied „Cikangabwe“, das bedeutet so viel wie „der Unbesiegbare“. Es geht darum, wie gut und gross Gott ist und was er Gutes getan hat. „Er liebt mich und kümmert sich um mich so sehr, dass ich es nicht erklären kann.“ „Gott, du ebnest den Weg“ „sieh, wie der Herr gut zu mir war.“ „Er ist für mich gestorben und für mich auferstanden.“

Musik: Esther Chungu, Cikangabwe

https://youtu.be/koWvyXIWrqs

 

„Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was

geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.“ (Lukas 18,31)

„Mit dem Aschermittwoch ist alles vorbei“ – doch der Abgesang auf das närrische Treiben (das in diesem Jahr nur verbotenerweise in Einsiedeln zu erleben war) markiert für Christen zugleich einen neuen Anfang: am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit – auch österliche Busse-Zeit genannt. Die einen begeben sich in den Wochen bis Ostern auf einen Frühlingssehnsuchtsweg (Frühjahrsputz, erste Gartenbestellung), andere nutzen diese Zeit mit Fastenaktionen wie „Sieben Wochen ohne“, um Gutes für Körper und Seele zu tun.
Mit dem Aschermittwoch heute beginnt die „Feier der Vierzig Tage“. Die Bezeichnung Aschermittwoch kommt von dem Brauch, an diesem Tag im Gottesdienst die Asche der verbrannten Palmzweige des Vorjahres zu weihen und die Gläubigen mit einem Kreuz aus dieser Asche zu bezeichnen. Die Aschenweihe und der Empfang des Aschenkreuzes gehören zu den heilswirksamen Zeichen, den Sakramentalien.

Die vierzigtägige Passionszeit – die sechs Passionssonntage davon ausgenommen – knüpft an biblische Erzählungen besonderer Zeiten der Versuchung und intensiver Gottesbegegnung an: 40 Tage fastete Jesus in der Wüste (Matthäus 4,2), 40 Jahre dauerte die Wüstenwanderung des Volkes Israel (2. Mose 16,35),

40 Tage begegnete Mose Gott auf dem Sinai (2.Mose 24,18), 40 Tage wanderte Elia zum Berg Horeb (1. Könige 19,8), 40 Tage nach Ostern war Himmelfahrt (Apostelgeschichte 1,3).

40 Tage, „7 Wochen ohne“: so heisst eine ökumenische Fastenaktion seit 1983.

Früher war das ganze Kirchenjahr durchgetaktet nach Tagen und Wochen des Fastens und es gab genaue Speisevorschriften für diese Zeiten. Etwa im Mittelalter waren gutes Essen und Musik, der Spass an Spiel, Tanz und am Feiern nur erlaubt nach Fristen und Geboten. So ging es mehr und mehr darum, beim Fasten nur nichts falsch zu machen. Und andersherum Gott zu gefallen – oder dem Papst, dem Pfarrer oder auch dem Nachbarn. Enthaltsamkeit schien ein Mittel, den Himmel milde zu stimmen. 

Mit der Reformation wurden diese strengen Regeln infrage gestellt. Martin Luther und Ulrich Zwingli lehnten die Vorstellung ab, dass Verzicht und Askese als gute Werke vor der Hölle bewahren. Nicht als religiöse Pflicht, empfiehlt Luther das Fasten „als eine feine äusserliche Zucht“ – aber nicht als Weg zum Heil.

Wer in der Fastenzeit auf etwas verzichtet, darf nach protestantischem Verständnis selbst entscheiden, was ihm gut tut.

 

Heute bedeutet Fasten im religiösen Sinne, Gott gegenüber eine fragende Haltung einzunehmen und zu hören, was er zu sagen hat. Im Verzicht der Fastenzeit spüren wir, dass wir es nicht immer allein und selber am besten wissen, was gut für uns ist.

Probehalber etwas anders zu machen – auch wenn es schwer fällt – kann die Entdeckung mit sich bringen, dass es anders besser sein könnte.

So kann das Fasten ein jährlicher kleiner Entwurf sein: Was wäre wenn? Was wäre, wenn ich jeden Tag eine neue Begegnung wagen würde, wenn ich vorwärts schauen würde, statt zurück?

Wir machen etwas anders als sonst und bringen damit gewohnte Ordnungen durcheinander. Ruhig und wach hören wir uns selber wieder – und Gott. Diese Zeit im Kirchenjahr lebt auf Veränderung und Erneuerung hin.

Manchmal ist es nur ein kleiner Schritt zur Seite und es zeigt sich auf einmal etwas anderes, Unerwartetes, lange Übersehenes. Dann leuchtet vom Ende der Fastenzeit her Ostern auf, die Auferstehung, das Leben nach dem Tod.

In den Zeiten der Corona-Pandemie haben wir Verzicht mehrfach und manche mehr als genug erlebt. Wenn Menschen in Seniorenheimen und Spitälern nicht besucht werden durften, wenn sich die Türen für Freunde nicht öffneten, wenn neue Schutz- und Spielregeln unseren Alltag bestimmen.

Das Fastenmotto 2021 heisst:„Spielraum – Sieben Wochen ohne Blockaden“. Und es meint auch: wie kann ich innerhalb von akzeptierten Grenzen trotzdem grosszügig und vertrauensvoll leben?

Es geht darum, nicht zu negativ auf diese Zeit zu blicken, sondern auch Kraft zu schöpfen und neue Orientierung im Leben zu finden.

 

Lied und Gebet: Meine engen Grenzen

https://www.youtube.com/watch?v=4-NI5DsfjOc

 

Fürbitten:

Gott, deine Güte reicht bis an den Himmel und deine Wahrheit reicht bis zu den Wolken. Gott, du hilfst Menschen und Tieren. Im Schatten deiner Flügel finden sie Schutz.

Von dem Bach, der zu deiner Freude strömt, gibst du ihnen reichlich zu trinken. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens.In deinem Licht sehen wir das Licht.(nach Ps 36)

STILLE

Jesus Christus, Licht der Welt.

Verwandele meine engen Grenzen. Verwandle meine inneren Blockaden.

Schenke mir stattdessen Himmelsweite und Spielräume in meinem Herzen.

Denn du bist die Auferstehung und das Leben.

 

Gott, höre unsere Gedanken und Worte.

Lass sie weiterwirken. Gib deinen Segen dazu.

Du, Jesus, stehst vor dem Vater und bittest für mich, für uns, für alle Menschen, für Gottes Welt. Alles ist bei dir gut aufgehoben. Bei dir, in deinem Beten.

Wir denken heute besonders an:

……………………………….. Wir nennen Namen von Menschen, an die wir denken. STILLE

GEMEINSAM:

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Gott spricht: „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein!“

Gott, du kennst uns bei unseren Namen. Schenke uns deinen Segen:

Gott, segne uns und behüte uns.

Gott, lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Gott, erhebe dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden.

Amen.