Luther-Gebet für Mittwoch, 9. März 2022:

Herzlich willkommen zu unserem (197.) Abendgebet.

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

Diese Zeit und auch die Gottesdienste sind immer noch anders,

und nun ist weiterhin Krieg in Europa. Gott bleibt, unser Gebet bleibt, jetzt erst recht.

Mittwoch abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.             

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN.

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze und denke an den Frieden um mich und in der Welt.

Ich lasse mich vom Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes und seinen Heiligen Geist zu öffnen.

GEBET       

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

verbunden, um diese Andacht zu feiern.

Wir kommen mit allen Erlebnissen, Begegnungen und Gefühlen dieser Tage. Mit dem Leid und der Ohnmacht, unter denen viele zur Zeit stehen. Wir machen uns bewusst, Gott ist da.

Glockengeläut in der Schweiz Mittwoch 9.3.2022 10 Uhr

«Die Schweizer Bischofskonferenz, die evangelisch-reformierte Kirche Schweiz und die christkatholische Kirche der Schweiz sind bestürzt über das Leid, das die Menschen im Krieg in der Ukraine erleiden müssen“.

Landesweit wurden deshalb heute am 9. März von 10.00 Uhr bis 10.03 Uhr als Protest gegen den Krieg und für den Frieden in der Ukraine die Kirchenglocken geläutet.

Das Geläut soll zum Gebet und Innehalten einladen und ist «ein Zeichen der Verbundenheit und Solidarität mit allen Aktionen, die dem Frieden, der Nothilfe vor Ort und der Aufnahme von Geflüchteten dienen». Die drei Schweizer Landeskirchen verurteilen den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, der auch den Frieden in Europa bedrohe. «Wir fordern den russischen Präsidenten auf, die Kriegshandlungen sofort zu stoppen und weiteres Leiden zu verhindern.»

Protest und Handeln werden getragen durch das persönliche Gebet sowie gemeinsame Friedensgebete und Friedensgottesdienste.

Aus dem Predigttext für den 13. März 2022: Römer-Brief Kap. 5, Verse 4-5:

„Wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, 4 Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, 5 Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden.“

Musik: Barbara Pravi „Priere de soi“

Die französische Sängerin und Chansonnière Barbara Pravi veröffentlichte zum Internationalen Frauentag ein gesungenes Gebet:

Gib, gib, gib mir Kraft

Du, dessen Waffen die Liebe, das Licht und die Freude sind.

Ich mache dir Platz an diesem Tag der Not

https://www.youtube.com/watch?v=jFAuPFCVp3g

Gott liebt die Hoffenden (nach einem Text von Michael Becker)

1

Was macht uns Hoffnung? Der Mensch. Es ist der Mensch, der uns Angst machen kann – und der uns Hoffnung machen kann. Jeder Mensch kann sich entscheiden, wer er oder sie sein möchte.

Ein kleiner Kreis von Machtmenschen in Russland versetzt die Welt in Angst und Schrecken, lässt ein demokratisches Land überfallen, bombardiert es und tötet Frauen, Männer, Kinder. Der Tod russischer Soldaten wird von diesen Befehlshabern in Kauf genommen. Vieles wird der Bevölkerung Russlands verschwiegen oder in eine andere Sprache verpackt. Überfall und Bruch des Völkerrechts heißen dann „Friedensmission“.

Diese Menschen machen uns Angst – vermutlich, weil sie selber grosse Angst haben um ihre Macht, die sie so lieben; bis zum Missbrauch.

Foto:

Gerard Depardieu, französischer Schauspieler und russischer Statsbürger, fordert den Waffenstillstand in der Ukraine

2

Aber dann sind da auch viele Menschen, die Hoffnung machen:

– die weltweit für Frieden Demonstrierenden; darunter gerade auch die Menschen in Russland, die sich nicht blenden lassen und Gefängnisstrafen riskieren.

– die vielen Helferinnen und Helfer bei uns und in den Nachbarländern der Ukraine, die Flüchtlinge betreuen. Flüchtende dürfen den öffentlichen Verkehr in vielen Ländern kostenlos nutzen.

– alle, die mit ihrer Geldspende helfen.

– und schliesslich viele prominente Einzelne, die sich hörbar zu Wort melden. Darunter ist auch Evgeny Lebedev, ein reicher britischer und russischer Staatsbürger. Er schreibt auf der ersten Seite einer britischen Zeitung an Herrn Putin:

„Als russischer Bürger bitte ich Sie, die Russen davon abzuhalten, ihre ukrainischen Schwestern und Brüder zu ermorden. Als britischer Staatsbürger bitte ich Sie, Europa vor einem Krieg zu bewahren. Als russischer Patriot bitte ich Sie zu verhindern, dass junge russische Soldaten sinnlos sterben. Als Weltbürger bitte ich Sie, die Welt vor der Vernichtung zu bewahren.

Foto: Evgeny Lebedev

3

Hoffnung in Worte gefasst. Eine Hoffnung, die aus der Verzweiflung kommt, was ein paar russische Machtmenschen anrichten können.

Die Hoffnung solcher Menschen zielt direkt ins Innere der russischen Führung.

Hoffende Menschen können das Zusammenleben von Staaten zum Frieden hin verwandeln.

Selig sind, die Hoffnung machen. Selig sind die Friedensstifter.

Gewalt bringt Verderben, Hoffnung bringt Leben. Selig sind und selig machen die Menschen, die anderen unter die Arme greifen und sie aufbauen.

Gott liebt die Hoffenden.

Fürbitten

Gott,
aus Bedrängnis rufen wir zu Dir, in Nöten, in Ängsten.
Wo bist Du?
Es ist Krieg in Europa, die Welt ist im Aufruhr.
Wir bitten Dich:
Stopp den Krieg, die Gewalt, die Waffen.
Wir rufen zu Dir:

Ach bleib mit Deiner Gnade
bei uns, Herr Jesu Christ,
dass uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List.

Gott,
in Mühen rufen wir zu Dir, im Wachen und im Fasten.
Aus der Passion.
Menschen fliehen, lassen alles zurück.
Wir bitten Dich:
Hilf ihnen. Öffne Herzen, Türen, Wege.
Wir rufen zu Dir:

Ach bleib mit Deinem Worte
bei uns, Erlöser wert,
dass uns sei hier und dorte Dein Güt´ und Heil beschert.

Gott,
aus Sehnsucht rufen wir zu Dir nach Waffen,
Waffen der Gerechtigkeit und der Versöhnung.
Gib Frieden, bitte, und das jetzt.
Wir bitten Dich:
Vertreib die Versucher und Verführer, die bösen Gerüchte.
Dass Wahrheit, Klarheit und Liebe Politik machen.
Wir rufen zu Dir:

Ach bleib mit Deinem Schutze,
bei uns, du starker Held,
dass uns der Feind nicht trutze noch fäll die böse Welt.

Gott,
wir stehen gemeinsam vor Dir.
Hilf den Sterbenden. Hilf beim Leben.
Wir bitten Dich:
Für die Traurigen und die Kranken,
die Armen und die alles verlieren.
Sei Du da, heute und immer.
Wir rufen zu Dir:

Ach bleib mit deiner Treue
bei uns, mein Herr und Gott;
Beständigkeit verleihe,
hilf uns aus aller Not.

Vater unser im Himmel geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.   Amen.

„Nur aus dem Unmöglichen kann die Welt erneuert werden.
Dies Unmögliche ist der Segen Gottes.“ (Dietrich Bonhoeffer)

SEGEN:

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft,

bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

So segne und behüte uns der Gott des Friedens, Vater Sohn und Heiliger Geist.

Amen.

VOCES8: This Is My Song, a song of peace (Finlandia) –  Jean Sibelius arr. Blake Morgan

https://www.youtube.com/watch?v=eXooDIWVRZs

Vv1&2 by Lloyd Stone, v.3 Blake Morgan

This is my song, O God of all the nations,

A song of peace for lands afar and mine.

This is my home, the country where my heart is,

Here are my hopes, my dreams, my holy shrine.

But other hearts in other lands are beating,

With hopes and dreams as true and high as mine.

My country’s skies are bluer than the ocean,

And sunlight beams on cloverleaf and pine.

But other lands have sunlight too, and clover,

And skies are everywhere as blue as mine.

*This is my song, O God of all the nations,

A song of peace for their land and for mine.

So let us raise this melody together,

Beneath the stars that guide us through the night;

If we choose love, each storm we’ll learn to weather,

Until true peace and harmony we find,

This is our song, a hymn we raise together;

A dream of peace, uniting humankind.

Dies ist mein Lied, o Gott aller Völker,

Ein Lied des Friedens für ferne und meine Länder.

Dies ist meine Heimat, das Land, wo mein Herz ist,

Hier sind meine Hoffnungen, meine Träume, mein heiliges Heiligtum.

Doch andere Herzen in anderen Ländern schlagen,

Mit Hoffnungen und Träumen, so wahr und hoch wie die meinen.

Der Himmel über meinem Land ist blauer als der Ozean,

Und das Sonnenlicht scheint auf Kleeblatt und Kiefer.

Aber andere Länder haben auch Sonnenlicht und Klee,

Und der Himmel ist überall so blau wie der meine.

*Das ist mein Lied, o Gott aller Völker,

Ein Lied des Friedens für ihr Land und für das meine.

So lasst uns gemeinsam diese Melodie anstimmen,

unter den Sternen, die uns durch die Nacht leiten;

Wenn wir die Liebe wählen, werden wir lernen, jeden Sturm zu überstehen,

bis wir wahren Frieden und Harmonie finden,

Dies ist unser Lied, eine Hymne, die wir gemeinsam anstimmen;

Ein Traum vom Frieden, der die Menschheit vereint.

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Wir wünschen allen eine bewahrte Woche!

Bleiben wir trotz allem zuversichtlich, Gott ist da.

Herzliche Grüsse nach nah und fern,

Thomas Risel mit Marion Werner

Fotos: Internet: EKD-Friedenstaube, Gerard Depardieu, Evgeny Lebedev.

Audio: Glocken gegen den Krieg, Zürich Wollishofen 9.3.2022