Herzlich willkommen zu unserem (180.) Abendgebet, in der Mitte der Woche.

Heute, am 10. November, erinnern wir uns an Martin Luther, der am 10 November 1483 in Eisleben geboren wurde.

Luthers Gedanken, Lieder und Gebete werden uns heute Abend begleiten.

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Diese Zeit und auch die Gottesdienste sind immer noch anders.

Gott bleibt.

Mittwoch abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.             

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes und seinen Heiligen Geist zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

verbunden, um diese Andacht zu feiern.

Wir kommen mit allen Erlebnissen, Begegnungen und Gefühlen in der Wochenmitte.

Wir machen uns bewusst, Gott ist da.

 

Luthers Abendsegen

„Des Abends, wenn du zu Bett gehst, kannst du dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:

Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist! Amen

Darauf kniend oder stehend das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen:

Ich danke dir, mein himmlischer Vater,

durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn,

daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast,

und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde,

wo ich Unrecht getan habe,

und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten.

Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände.

Dein heiliger Engel sei mit mir,

daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Amen

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

 

Wir LAUSCHEN „Erhalt uns Herr bei deinem Wort“ – Text und Melodie stammen von Martin Luther. Hier in der Fassung von D. Buxtehude

 

https://www.youtube.com/watch?v=sPOEglIyjVw

 

MEDITATION – VON DER FREIHEIT EINES CHRISTENMENSCHEN

 

Aus Gal. 5, 1ff.:

„Zur Freiheit hat uns Christus befreit!

Denn wir warten im Geist durch den Glauben auf die Gerechtigkeit, auf die wir hoffen.

In Christus Jesus gilt der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.“

Märchenzelt, Spielleute, Handwerker: Eisleben feierte am letzten Wochenende mit einem Mittelaltermarkt Martin Luthers Geburtstag. Der Reformator, Sohn von Hans und Margarete Luder, wurde am 10. November 1483 in Eisleben geboren. In der Stadt, wo er dann auch 1546 starb. Heute ist also Martinstag, Teil I. Morgen ist dann der Tag des Heiligen Martin, nach Martin von Tours. Luther wurde am 11. November ebenfalls in Eisleben getauft und darum nach dem Heiligen des Tages, Martin genannt.

Luthers Eltern

Martin Luther verfasste wohl über 100 Schriften, darunter Streitschriften, Thesenpapiere und Bibelübersetzungen. Die berühmte „Weimarer Lutherausgabe“ umfasst 120 Bände.

In einer seiner ersten und wohl auch bedeutendsten Schriften ging es um ein Thema, was heute wieder sehr viel diskutiert wird, wenn auch aus anderen Gründen und Zusammenhängen heraus: die Freiheit.

„Von der Freyheith eines Christenmenschen“ (lateinisch: „De libertate christiana“)

Eine seiner wichtigsten Schriften hat Martin Luther ihr gewidmet: Der Freiheit eines Christenmenschen. Luther denkt gründlich und tiefsinnig über die christliche Freiheit nach: Wie ist das mit der Freiheit als Christ? Von nichts und niemand ist er/sie abhängig, weil er/sie einzig an Gott hängt?

Erleben wir uns nicht gleichzeitig als abhängig von allen, von anderen Menschen und den Dingen? Denn Martin Luther weiss: Die christliche Freiheit ist keine Phantasiewelt, und sie steht auch nicht allein da, ohne Bezug auf etwas. Aber: Wie geht das dann zusammen: die Freiheit, die der Glaube schenkt, und das Leben mit seinen Zwängen und Abhängigkeiten?

Freiheit – das ist klar – hiess vor 500 Jahren etwas Anderes als heute. Eine feudale Gesellschaft mit oben und unten, Fürsten der Welt und der Kirche, Oberherren, eine Gesellschaft, in der die Rolle des Einzelnen mit der Geburt schon festgelegt ist, so eine Gesellschaft kann Freiheit nur in sehr engen Grenzen verstehen. Das Leben von Männern und Frauen, von Adeligen und Bauern war zu Luthers Zeiten mit der Geburt vorgezeichnet. Erst ganz langsam wurde es möglich, durch persönliches Geschick sozial aufzusteigen. Sich frei zu machen. Die meisten Menschen lebten wie ihre Vorfahren und deren Vorfahren und deren Vorfahren. In dieser reglementierten Welt ist es schon fast unerhört, revolutionär, dass Martin Luther schreibt: „Ein Christenmensch ist ein freier Mensch und niemandem untertan.“ Nur Gott und seinem Gewissen verpflichtet, das er an Gott gebunden hat.

Wenn wir heute von Freiheit reden, verstehen wir diese ganz anders. Ganz anders als zu Luthers Zeiten. Auch anders hier in Mitteleuropa als in weiten Teilen dieser Welt. Unsere Gesellschaft ist prinzipiell durchlässig, auch Frauen steht die Welt so offen wie Männern. Im Vergleich zu anderen Zeiten und anderen Ländern der Erde ist bei uns wenig von vornherein festgelegt, jede und jeder kann sich selbst erfinden. Ob ich mein Leben in einer bestimmten Weise leben möchte oder anders, ist zunächst einmal meine ganz persönliche Angelegenheit. Niemand darf einen anderen Menschen zwingen: die Familie nicht, die Religion nicht.

Natürlich gibt es Grenzen. Die Sicherheit, die oft im Widerstreit mit der Freiheit steht und vor allem, der Respekt vor der Würde des anderen Menschen. Freiheit immer auch als Freiheit des anderen! Das steht sogar in der Schweizer Verfassungspräambel: „im Willen, in gegenseitiger Rücksichtnahme und Achtung ihre Vielfalt in der Einheit zu leben, im Bewusstsein der gemeinsamen Errungenschaften und der Verantwortung gegenüber den künftigen Generationen, gewiss, dass frei nur ist, wer seine Freiheit gebraucht, und dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen“.

Weil die Freiheit für uns so selbstverständlich geworden ist, ist ihr etwas abhandengekommen: Das Ausrufezeichen, das Paulus hinter seinen Gedanken gesetzt hat. Die enorme Kraft. Die Sehnsucht, die in diesem Wort steckt. Freiheit!

Wenn Freiheit heute eine Bedeutung haben soll, dann doch so, dass sie im Leben spürbar ist. („wer seine Freiheit gebraucht“)

Freiheit mit existenziellem und mit geistlichem Tiefgang. Dann wird aus dem Wort wieder eine Verheissung: „Zur Freiheit hat euch Christus befreit“. Liebe ist das Mass der Freiheit.

Freiheit beschäftigt sehr viele Menschen gerade in hohem Mass. Wie sehr soll oder muss der Staat das Leben regulieren, ja bis ins persönlichste Leben hinein! Was bedeutet da Freiheit? Wonach beurteilen wir das?

Die Liebe ist das Mass der Freiheit. Es ist Zeichen der Liebe Gottes, dass er in Christus Mensch wurde, um die Freiheit zu schenken. Seiner Liebe gewiss, lässt es sich frei leben. Die grosse Freiheit in Christus, von der Paulus spricht, hat die Kraft, das ganze Leben zu durchdringen.

Und dort, wo ein Mensch aus Glauben frei ist, bestimmt immer die Liebe Reden und tun. Oder, um es mit Martin Luther zu sagen: „Ein Christenmensch ist ein Knecht aller Dinge und jedermann untertan. Ein Christenmensch ist ein freier Mensch und niemandem untertan.“

So ist das mit der Freiheit, zu der uns Christus befreit. Freiheit von – und Freiheit zu.

Wem die Liebe Gottes vertraut ist, wer sie erfährt und zulässt im eigenen Leben, der/die ist wirklich frei. Diese Freiheit in Liebe macht stark, die Dinge des Lebens zu gestalten. „Der Glaube, der durch die Liebe tätig ist“, sagt Paulus. Das bedeutet auch: der Respekt vor der Würde und auch der Gesundheit des anderen Menschen weiss auch immer von der Freiheit als einer Freiheit des anderen!

Amen

Wir LAUSCHEN: „Ein feste Burg ist unser Gott“ – Text und Melodie von Martin Luther. Hier in einer virtuellen Chorfassung entstanden aus der Partnerschaft zwischen der Jugend des Evangelisches Dekanates Hof (D) und des Northern District der Lutherischen Kirche in Malaysia (LCM), die seit einigen Jahren mit einer Partnerschaft verbunden sind. Jede Sängerin und jeder Sänger hat sich einzeln zuhause aufgenommen. Daraus wurde von einem Team in Malaysia dieses Video zusammengeschnitten. Mit dem Luther Choral „Ein feste Burg ist unsere Gott“ wird nicht nur ein Verbindung zwischen den jungen Menschen aus beiden sehr weit entfernten Ländern hergestellt. Genauso knüpft dieser an die gemeinsamen Glaubenswurzeln und das reformatorische Erbe Martin Luthers an

 

https://www.youtube.com/watch?v=S6P-laGopXI

 

 

FÜRBITTE- Gebet für den Martinstag 11.11.2021

 

Guter Gott,
du willst, dass allen Menschen geholfen wird.
Wir bitten dich für alle,
die nicht genügend zum Leben haben.
Wir bitten dich für die Armen.
Wir bitten dich für die Menschen,
die auf der Straße leben,
die frieren,
die hungrig sind,
die betteln.
Martin hat mit ihnen geteilt.
Er hat deine Liebe zu den Armen gezeigt.
Viele Menschen wie Martin braucht die Welt.
Mach auch uns zu solchen Menschen.
Erbarme dich.

 

Guter Gott,
du willst, dass deiner Schöpfung geholfen wird.
Wir bitten dich für diese Erde,
die unter dem Klimawandel leidet.
Wir bitten dich für deine Geschöpfe.
Wir bitten dich für die Tiere,
die nach Nahrung suchen,
die uns Nahrung geben,
die vom Aussterben bedroht sind,
die mit uns zusammenleben.
Martin hat bei ihnen Schutz gefunden.
Er hat deine Liebe zu allen Geschöpfen gezeigt.
Viele Menschen wie Martin braucht die Welt.
Mach auch uns zu solchen Menschen.
Erbarme dich.

 

Guter Gott,
du willst, dass wir deinem Sohn Jesus Christus nachfolgen.
Martin zeigt uns, wie er Jesus gefolgt ist.
Wir danken dir für Martin.
Viele Menschen wie Martin braucht die Welt.
Mach auch uns zu solchen Menschen.
Erbarme dich.

 

In Gedanken, Worten und Gefühlen bringen wir vor dich was unser Herz bewegt,

unseren Dank,

unsere Erleichterung,

unsere Bitte,

unsere Sorgen,

unsere Ängste,

unsere Lieben,

uns selbst.

 

STILLE

 

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN

Empfangt den Segen Gottes:

 

Gott sei dir nahe, in allem, was dir begegnet.

Er umarme dich in Freude und Traurigkeit und lasse aus beidem Gutes wachsen.

Er schenke dir ein offenes Herz für sein Wort und alle die dich brauchen.

So segne und behüte dich der allmächtige Gott,

Vater. Sohn und Heiliger Geist.

 

Bleibt zuversichtlich, bewahrt und gesund. Gott ist da

 

Wir LAUSCHEN oder SINGEN  «Verleih uns Frieden gnädiglich» Text und Melodie von Martin Luther

https://www.youtube.com/watch?v=pPJtxYEyYTQ