Guten Abend und herzlich willkommen zum 379. Luther Abendgebet am Mittwoch, den 15. Oktober. Zeit für schöne Musik, Gebet und Besinnung.
Und so sammeln wir uns auch heute Abend:
im Namen Gottes, der uns in seiner Liebe birgt wie in einem wärmenden Mantel,
im Namen Jesu Christi, der uns Weg und Weggefährte ist,
und im Namen der Heiligen Geistkraft, die uns durchweht und belebt.
Amen.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde geschaffen hat.
In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt: Gott bleibt, unser Gebet bleibt.

BILD: Herbst Sägel 1
Ich zünde eine Kerze an, in Dankbarkeit, in Vertrauen, in Hoffnung.
Ich sehe mir ihr warmes und ruhiges Licht an.
Gott wartet auf mich.
Ich kann zu ihm kommen.
Ich kann ihm alles bringen und sagen, was mich bewegt.
Alle Gefühle, alle Freude, alle Dankbarkeit,
Alle Sorge,
Alle Last,
Alle Verzweiflung manchmal über das Leben und die Welt.
Danke Gott.
Ich kann einfach da sein.
Bei dir.
Jetzt muss ich mich um nichts mehr kümmern.
Du kümmerst dich
um mich, um meine Lieben, um die verrückte Welt da draussen.
Ich will hierbleiben,
bei dir
so lange bis ich wieder bereit bin für das Leben
für die Nacht
für den Morgen
für den neuen Tag
Amen
MUSIK: Wir singen «Bleib bei mir Herr, der Abend bricht herein»
https://www.youtube.com/watch?v=6jifqtP9iik
GEDANKEN:
Liebe Gemeinde,
Anfang des Monats fand in Frankfurt am Main die SIBOS Messe statt. Das ist eine der weltweit führenden Fachmessen und Konferenzen für die Finanzbranche. Die digitalen Zukunftstrends standen im Fokus. Viel wurde über die Künstliche Intelligenz diskutiert, über ihre Möglichkeiten, Herausforderungen und Gefahren. IBM stellte einen Quantencomputer vor. Diese neuartige Technologie kann Daten parallel verarbeiten und berechnen und ist um ein Vielfaches schneller als die Supercomputer, die wir bisher hatten. Vorgestellt wurden auch Programme, die menschliche Emotionen lesen und sie farblich sichtbar machen. All das äusserst spannend und auch erschreckend.

BILD: IBM Quantum Computer
Der Zukunftsforscher Gerd Leonhard hat auf der Konferenz über die Chancen und Gefahren der KI gesprochen. Er sagte: wir stehen an einem Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte, der tiefgreifender ist, als es die industrielle Revolution war.
Wir haben die Wahl zwischen einem «digitalen Himmel» und einer «technologischen Hölle». Wenn KI gut eingesetzt wird, kann sie helfen, grosse Probleme zu lösen – Krankheiten, Hunger, Klimakrise. Wenn die KI aber ohne Werte und Regeln wächst, kann sie gefährlich werden: Dann entscheiden vielleicht Maschinen oder einzelne Konzerne über Menschen.
So ruft Leonhard zu neuen Massstäben auf: Nicht mehr Gewinn, Macht und Wachstum sollen im Mittelpunkt stehen, sondern Mensch, Sinn, Gerechtigkeit und das Leben auf unserem Planeten.
Leonhard erinnert und warnt: KI ist ein Werkzeug und kein Bewusstsein. Sie soll uns unterstützen und nicht ersetzen. Wenn wir aber das Denken und Entscheiden zu sehr an Maschinen abgeben, weil es leichter ist und kommoder, verlernen wir vielleicht, selbst zu unterscheiden, was gut ist und was wahr.
Darum ist die jetzige Aufgabe der Menschheit zusammenzuarbeiten statt gegeneinander handeln: Werte bewahren und bewusst gestalten, was Zukunft heisst.
Leonhard sagt: wir sollen ArchitektInnen der Zukunft sein und nicht ZuschauerInnen.

BILD: Gerd Leonhard (Wikipedia)
Gott hat uns Menschen Verstand und Kreativität geschenkt, damit wir das Leben gestalten und nicht zerstören. Schon im Schöpfungsauftrag heisst es: «Macht euch die Erde untertan» (1 Mose 2,15) – nicht im Sinn von Ausbeutung, sondern im Sinn von Verantwortung und Pflege. Auch KI und Technik gehören heute zu dieser Aufgabe. Wir sollen sie mit Mass und Weisheit nutzen, damit sie dem Leben dienen.
Wir können nicht so tun, als gäbe es die KI nicht. Sie zu ignorieren und einfach machen zu lassen, wäre das Schlimmste. Es ist also unsere Aufgabe, die KI und ihre Möglichkeiten kennenzulernen, sie sinnvoll einzusetzen und ihr Werte und gute Regeln mit auf den Weg zu geben. Wir als Pilot und sie als Co-Pilot.
So können wir auch in einer digitalen Welt «Salz der Erde» und «Licht der Welt» sein – Menschen, die Menschlichkeit bewahren.
Möge Gott uns das schenken.
Amen
MUSIK: Wir singen oder lauschen: Ins Wasser fällt ein Stein
https://www.youtube.com/watch?v=mcKtl_HdAu0
FÜRBITTE
Es gibt Zeiten, da bist du uns ganz nah Gott.
Dann fühlen wir uns geborgen, beflügelt.
Dann wissen wir: Du bist da.
Und es gibt Zeiten, da wissen wir nicht, ob es dich gibt.
Dann fällt uns das Beten schwer.
Dann fühlen wir uns unsicher und allein.
Hin- und hergerissen – so sind wir.
Halte du uns fest.
Gib uns Gewissheit.
Das bitten wir in Jesu Namen.
Wir bitten heute für den Umgang mit den digitalen Medien,
sie sind uns eine Hilfe und eine Herausforderung.
Wir danken dir für alles,
was durch Technik und künstliche Intelligenz
zum Guten dienen kann:
für Nähe über weite Entfernungen,
für Wissen, das geteilt wird,
für Hilfe, die Menschen entlastet.
Wir bitten dich aber auch:
bewahre uns vor dem Missbrauch dieser Kräfte.
Vor Worten, die verletzen,
vor Bildern, die täuschen,
vor Mächten, die manipulieren.
Schenke uns wache Augen,
ein mitfühlendes Herz
und den Mut, Grenzen zu setzen,
wo Wahrheit und Würde bedroht sind.
Lass uns verantwortungsvoll und liebevoll umgehen
mit allem, was wir erfinden und nutzen –
damit unsere digitale Welt ein Ort des Friedens bleibt,
und dein Geist auch dort zu Hause ist,
wo Menschen sich vernetzen und austauschen.
Darum bitten wir dich, Gott,
in Jesu Namen
Und wir beten für die,
die uns persönlich nahe sind in unseren Familien und Freundeskreisen;
für alle, die wir in unseren Herzen tragen
und für die wir deinen Schutz und deinen Segen erbitten.
In der Stille nennen wir dir ihre Namen. (Stille)
Schenke uns dein Licht und deinen Frieden.
Vater unser im Himmel
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
SEGEN
Gott segne dich,
dass dein Herz ruhig bleibt
inmitten der vielen Stimmen dieser Welt.
Er schenke dir ein waches Gespür
für das Gute im Netz der Möglichkeiten,
und die Kraft, dem Dunklen zu widerstehen.
Sein Geist begleite dich,
wenn du suchst, teilst, gestaltest –
damit deine Worte Licht bringen,
und dein Tun Leben weckt.
So umhülle dich Gottes Segen,
leise und stark,
heute und alle Tage.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
Amen.
MITTEILUNGEN:
Herzlich laden wir für Sonntag um 10.00 Uhr zum Gottesdienst mit unserem Prädikanten Andreas Müller Crepon ein. Im Anschluss sind alle zum Kirchenkaffee eingeladen. Wir wünschen uns allen ein gesegnetes Miteinander.
Am 23. Oktober von 12.00-14.00 Uhr ist das Forum «Gemeinsam älter werden» am Hauptbahnhof Zürich zu einer spannenden Führung. Alle Interessierten sind dazu eingeladen und können sich im Sekretariat melden. Eigenbeitrag 10. Chf.
___________________________________-
Wir danken allen, die mit uns unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft.
Bleiben wir zuversichtlich, denn Gott ist da.
Herzliche Grüsse nach nah und fern.
Marion Werner mit Thomas Risel
Zum AUSKLANG: