uten Abend und herzlich willkommen zum 289. Luther Abendgebet am 20. Dezember. Die Adventzeit neigt sich dem Ende zu. In 4 Tagen bereits ist Heiligabend und wir feiern mit der gesamten Christenheit auf Erden die Geburt unseres Retters Jesus Christus.

 

BILD Advent 6 (Quelle: www.gemeindebrief.de)

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So wollen wir uns heute Abend Zeit nehmen still zu werden, hinhören auf das, was unser Herz und unsere Gedanken bewegt. Zeit für Gebet, Geschichten des Advents, Zeit für Weihnachtsmusik aus aller Welt, Zeit für Bitten und Danken.

 

Wir sammeln uns

im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes

die uns verbinden zwischen Himmel und Erde.

Amen.

 

In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt:  Gott bleibt, unser Gebet bleibt.

 

MUSIK: Veni, veni Emmanuel – ein aus dem Mittelalter stammendes Advent- und Weihnachtslied.

https://www.youtube.com/watch?v=gGhCcddI2iY

 

Komm, komm, Immanuel!
Befreie das gefangene Israel,
das in der Verbannung wehklagt,
beraubt um Gottes Sohn.
Freue dich, freue dich; Immanuel
wird für dich, Israel, geboren werden.

 

Komm, o Spross des Jesse!
Aus des Feindes Klauen
führe die Deinen heraus,
aus der Tiefe der Unterwelt,
aus dem Abgrund der Hölle.
Freue dich …

 

Komm, komm, o Morgenstern!
Tröste uns, indem du kommst.
Vertreibe die Nebel der Nacht
und die schreckliche Finsternis des Todes!
Freue dich …

 

Komm, Schlüssel Davids!
Schließe auf die himmlischen Reiche.
Mach sicher den Weg nach oben
und verschließe die Wege nach unten!
Freue dich …

 

In allem, was in dieser Welt und in unserem persönlichen Leben geschieht und sich wandelt: Gott bleibt, unser Gebet bleibt.

Mittwoch abends um 21.00 Uhr, am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN.

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze (am Adventkranz).

Ich lasse mich vom Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes und seinen Heiligen Geist zu öffnen.

 

GEBET

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist, mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von zuhause dabei.

verbunden, um diese Andacht zu feiern.

Wir kommen mit allen Erlebnissen, Begegnungen und Gefühlen dieser Tage. Mit Leid und Trauer, mit Erschrecken über die Folgen der Klimaerwärmung, der Kriege und der Ungerechtigkeiten dieser Welt, mit Freude und Dank.

Wir machen uns bewusst, du Gott, bist da.

Amen.

 

Gebet: Gott, du öffnest den Himmel.

Wir heben den Kopf.

Wir sehen dir entgegen.

Wir brauchen deine Hilfe.

Komm, in unsere Welt.

Das bitten wir durch Jesus Christus,

der mit dir und dem heiligen Geist

lebt und lebendig macht von Ewigkeit zu Ewigkeit.

 

BILD: Gebet 15 Zentrum Verkündigung der EKHN, www.liturgischer-wegweiser.de

MUSIK Chor des Kings Collage «Hark! The Heralds Angel Sing!»

https://www.youtube.com/watch?v=9Bwn0k0k8xI

 

Deutsche Übersetzung

Höret! Des Heroldes Engel singen
Ruhm und Ehre dem neugeborenen König
Frieden auf Erden und milde Gnade
Gott und Sünder sich versöhnen

Voller Freude mögen sich all unsere Völker erheben
Schließt Euch dem Himmelstriumph an
Mit den Himmlischen Heerscharen sollt ihr verkünden
Christ ist geboren in Bethlehem
Höret! Des Heroldes Engel singen
Ruhm und Ehre dem neugeborenen König

Christus durch höchsten Himmel geehrt
Christus, immerwährender Herr
Sei es noch so spät, harre aus, Er wird kommen
Entsprungen einer Jungfrau Leib
Fleisch geworden nach Gottes Ebenbild
Gegrüßet sei die inkarnierte Gottheit
Voll Freude zu verweilen als Mensch unter Menschen
Jesus, unser Emmanuel
Höret! Des Heroldes Engel singen
Ruhm und Ehre dem neugeborenen König

Gegrüßet seist Du, himmelsgeborener Friedensprinz
Gegrüßet seist Du, Sohn der Rechtschafftenheit
Licht und Leben sei allem, das Er bringt
Aufgestiegen mit Heilung durch seinen Flügelschlag
Sanft legt er seinen Ruhm beiseite
Geboren, dass der Mensch nie stürbe
Geboren, ihnen Wiedergeburt zu schenken
Höret! Des Heroldes Engel singen
Ruhm und Ehre dem neugeborenen König

 

GESCHICHTEN des Advents aus dem Kalender «Der Andere Advent 2023)

 

«Das Angepampfte Herz»  – Mariana Leky

 

Heute eskortiere ich mein fünfjähriges Patenkind zu seinen Grosselter, wir fahren mit dem Zug von Berlin nach Cottbus. Wie jedes Kind stellt auch Ben gern unvermittelt grosse Fragen, und als wir in der Schlage vor der Bahnhofsbäckerei stehen, die eigentlich keine Schlange ist, sondern ein unübersichtlicher Pulk, fragt mich Ben: «Wie fangen eigentlich Kriege an?»

Ich bin mit der Backwarenauslage befasst und sage ungenau: «Kriege fangen an, wenn Leute in Streit geraten». Ben nickt. Eine der Verkäuferinnen hinter der Theke schaut mich und fragt: «Was darf es sein?»

«Die beiden bitte», sag ich und deute auf irgendwas mit Käse, und dann sagt ein Mann, von dem ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiss, dass ihn der Himmel oder sonst etwas Imposantes schickt, ziemlich laut: «Moment! Entschuldigen Sie mal».

Ich drehe mich um. Der Mann steht schräg hinter mir und funkelt mich an: «Was glauben Sie eigentlich, wer Sie sind?», fragt er. «Dass Sie die Stirn besitzen, sich hier einfach vorzudrängeln?»

«Ich habe mich nicht vorgedrängelt», sage ich, «ich habe Sie nicht gesehen. Entschuldigung.»

Der Mann will das offenbar nicht hören, denn er legt sofort nach: «Finden Sie, dass Sie ein gutes Vorbild für Ihren Sohn sind, wenn Sie sich einfach so vordrängeln?» «Das ist nicht mein Sohn, das ist mein Patenkind», sage ich, als täte das irgendwas zur Sache, und der Mann sagt: «Sie sind wirklich kein gutes Vorbild», dann schweigt er, und ich schweige auch.

Manche Leute können, wenn sie angepampt werden, sofort auf das Schlagfertigste zurückpampen, und Minuten später ist die ganze Motzerei vergessen.

An mir fliesst derartige Pampe leider nicht ab. Wann immer mich jemand nebenbei und zu Unrecht beschimpft – entnervte Kassierer, maulende Busfahrer, wütende Bäckereikunden – , klebt das an mir wie Pech, und jedes Mal suche ich noch lang und mit empört wummerdem Herzen nach einer schlafertigen Antwort, für die es längst zu spät ist.

Die schöne Kehrseite der Medaille ist: auch beiläufige Freundlichkeiten bleiben an mir kleben. Als ich letztens telefonisch ein Taxi bestellte und die Frau in der Taxizentrale sagte: «Sie haben eine schöne Stimme», dachte ich noch Stunden später versonnen daran zurück.

Das geht nicht nur mir so. Vor ein paar Tagen bot ich einer klapprigen Dame an, ihr die Einkaufstüten ein Weilchen zu tragen, und hinterher sah sie mich an, als hätte ich ihr nicht ihre Tüten die Strasse runter, sondern sie selbst durchs Leben getragen. Nebenbei ausgeteilte Freundlichkeiten können sehr nachhaltig sein. Nebenbei ausgeteiltes Gemotze leider auch.

 

Ben und ich gehen zum Bahnsteig. «Was ist denn ein Vorbild?», fragt Ben, weil auch er neben seinem Käsebrötchen noch den Mann aus der Bäckerei mit sich herumträgt, den ganzen Mann samt seinem Gemotze. «Ein Vorbild ist jemand, der Sachen gut macht, so, dass man denkt: So will ich das auch mal machen», sage ich. «Schmeckt`s?»

Ben nickt. Dann zeigt er hinter mich und flüstert erschrocken: «Schau mal. Da.» Wir stehen im Gleisabschnitt B, und im Gleisabschnitt D steht unser wütender Mann aus der Bäckerei.

 

Ich nehme Ben und den Koffer an der Hand. «Komm, Patenkind», sage ich, «wir gehen jetzt noch mal zu dem hin.» «Lieber nicht», sagt Ben, vermutlich, weil er einen Krieg fürchtet. «Mach dir keine Sorgen», sage ich, «Das wird gut», obwohl ich zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht ahne, dass es tatsächlich gut wird, sehr gut sogar. Zu diesem Zeitpunkt kann es durchaus noch sein, dass wir erneut mich Pech begossen werden, dass der Mann noch einen Zahn zulegt, dass er herumhüpft wie ein Rumpelstilzchen, wie ein zu Unrecht angepamptes Herz.

«Na gut», sagt Ben schliesslich, und wir gehen hin. Wie gehen hin, weil mich der Mann an meine Vorbildfunktion erinnert hat. Wir gehen hin, weil ich dem Mann seine Unfreundlichkeit nicht durchgehen lassen, weil ich seiner Erzählung dazwischenfunken will, einer grossmäuligen Erzählung, die behauptet, dass er umgeben ist von einer sich ständig vordrängelnden Welt. Wir gehen, weil ich heute Nach nicht in die Dunkelheit starren und Sätze denken will, die mit «Hätte ich doch» oder «Wäre ich doch» anfangen.

Ich will mir das ersparen und dem Mann auch, denn vielleicht würde, wenn wir nicht hingehen, auch der Mann heute Nacht in die Dunkelheit starren und denken: «Wäre ich heute an der Bahnhofsbäckerei doch nicht so gemein gewesen.» Und genau darum geht es doch, denke ich, als wir uns Gleisabschnitt D nähern: Tage so zu gestalten, dass man hinterher nicht in die Dunkelheit starren muss, umstellt von vorwurfsvollen Konjunktiven.

 

Der Mann sieht nicht gewaltbereit aus. Er sieht aus, als sässe im sein Gemotze in der Kehle wie Sodbrennen. Als wir plötzlich vor ihm stehen, lächelt er uns überrascht an. Ich lächle nicht zurück: «Was ist noch sagen wollte», fange ich an, «ich habe mich wirklich nicht vorgedrängelt. Ich habe Sie nicht gesehen. Sie haben mich zu Unrecht beschimpft!»

«Das stimmt», sagt der Mann, er sagt es erleichtert, und mir wird klar, dass wir tatsächlich auch ihn vor dem nächtlichen Starren bewahrt haben. «Entschuldigung», sagt er, «ich war eigentlich wegen etwas ganz anderem verärgert. Es tut mir leid, dass ich das an Ihnen ausgelassen habe.» Und dann schütteln wir uns die Hände, ziemlich lange, wie zwei Staatsmänner für die Kamera, und die Kamera ist dem Fall Ben. Er schaut von einem zum anderen, als hätten wir soeben einen Krieg verhindert.

«Auf Wiedersehen», sagen wir schliesslich alle drei, und auf dem Rückweg in unseren Gleisabschnitt kommen Ben und ich uns seltsam schwer vor, auf gute Weise sehr schwer, schwer wie der einfahrende Regionalzug.

 

MUSIK «O ce veste minunata/Welch wunderbare Kunde» – altes rumänisches Weihnachtslied. Chor – Madrigal

https://www.youtube.com/watch?v=WzlIFBmg1Ws

 

Oh, was für wunderbare Neuigkeiten

In Viflaim zeigt es sich

Der Himmel leuchtete, die Engel kamen

Auf einem sauberen Strahl

Josef geht mit Maria nach

Viflaim zur Registrierung

In einer kleinen Halle in der Nähe dieser Stadt

Der Messias war geboren

Die Zeit für ihre Geburt ist gekommen

Sein neuer heiliger Sohn auf Erden

Um uns zu retten.

Jesus der große Hirte,

Hirte wie kein anderer

Wir preisen ihn und beten ihn an

Mit starkem Glauben

 

«Zusammenfreude» – von Inken Christiansen»

Das kleine Heft liegt in einer Kiste mit alten Schulsachen, die er endlich vom Dachboden ins Altpapier bringen will. Mehr als dreissig Jahre lang hat er es nicht in der Hand gehabt. Den Tiger auf dem Umschlag würde er jetzt wohl nicht mehr wählen. Damals fand er das Design schön. Kraftvoll und ästhetisch. So wie all die Gedanken, die er darin notiert hat. Ungeordnet. Einfach hintereinander weg. Alles, was ihm so richtig guttat, egal, wie nebensächlich es sein mochte.

  • Sprung über den Stadtgraben geschafft.
  • Da Schlagzeugintro von «Smell Like Teen Spirit»
  • Zwei Mark gefunden und Cola gekauft
  • Schnee essen
  • Während Physik ans Meer denken.

 

Seitenweise hat er geschrieben. Jetzt liest er sich fest. Diese ganze aufbewahrte Lebenslust! Er legt das Heft auf den Küchentisch. Als er es einige Tage später ins Regal stellen will, bemerkt er neue Einträge in drei verschiedenen Schriften:

  • Papas schiefes Summen beim Abwaschen
  • Käse mit Himbeermarmelade
  • Der letzte Streifen Lich, bevor die Sonne untergeht
  • Dass jemand «Fahr vorsichtig» zu dir sagt
  • Mandarinengeruch
  • Nicht aufgegeben haben.

 

Er liest es und schreibt hinzu: «Zusammenfreude».

 

MUSIK: O Tannenbaum!

https://www.youtube.com/watch?v=PamrmrVB5Mo

 

FÜRBITTE

Herr Jesus Christus,
Dir vertrauen wir uns an.

Danke für die Freude dieser Tage.
Danke für alle Liebe, die wir teilen dürfen;
für alle Vertrautheit und Verbundenheit;
für alle Menschen, die uns am Herzen liegen
und denen wir am Herzen liegen.
Wir bitten um deinen Segen für sie,
um deinen Segen für alle, die wir lieben,
und ganz besonders für unsere Kinder.
Umgib sie mit deinem Schutz

und bewahre sie vor allem, was ihnen schaden will.

Wir bitten um dein Licht für alle,
in deren Leben es gerade dunkel ist.
Für die, die niemanden beschenken können
und denen niemand etwas schenken wird,
für die, deren Wohnungen kalt sind;
für alle, die heute hungrig bleiben;
für alle, die kein Zuhause haben.
Wir bitten um dein Licht für alle,
deren Leben überschattet ist von Angst;
von Gewalt; von Depression; von Sucht.
Wir bitten um dein Licht für alle,
die den Tod vor Augen haben und für die,
die bei ihnen sind.

Wir bitten um deinen Frieden für die Welt.
Wir denken besonders an das Heilige Land;
an die Ukraine; an Syrien und an alle Länder, die von Krieg überschattet sind.
Wir bitten für alle Fachleute in der Entwicklungsarbeit und alle,
die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen.
Stärke sie. Und bewahre alle,
die um ihres Glaubens willen verfolgt werden.

Erbarme dich Herr!

In der Stille bringen wir unsere persönlichen Bitten vor dich …

 

Du bist nahe.
Verwandle und heile uns, Herr.

Lass uns erkennen, dass wir getragen sind.

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN

Empfangt den Segen Gottes:

Der Herr segne und behüte dich.

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

 

Bleibt zuversichtlich, denn Gott ist da.

Amen

 

BILD: Paul Hey: Stern von Bethlehem – Werkstatt Liturgie

MITTEILUNGEN

 

Herzliche Einladung zu den besonderen Gottesdiensten zu Weihnachten und Neujahr in der Martin-Luther-Kirche Zürich:

 

Heiligabend 24. Dezember  

  • Weihnachtsgottesdient für Familien mit Krippenspiel um 16 Uhr;         
  • Christvesper –um 18.00 Uhr.

Erster Weihnachtstag – Christfest, 25. Dezember, um 10 Uhr, kein Kirchenkaffee.

Am Mittwoch, den 27. Dezember gönnt sich unser Luthergebet eine Ruhepause

Silvester – Sonntag, den 31. Dezember, um 21.00 Uhr wir das Luthergebet digital zum Jahresabschluss

Montag, 1. JanuarNeujahrstag – Gottesdienst um 17.00 Uhr mit Pfr. Klaus Neugeboren

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Wir danken allen, die mitbeten, mit unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft und wünschen allen eine bewahrte Zeit in diesen Weihnachtstagen, Licht und Dankbarkeit!

Bleiben wir zuversichtlich. Gott ist da.

Herzliche Grüsse nach nah und fern,

Thomas Risel und Marion Werner

MUSIK Sinfonia des Weihnachtsoratoriums von JS Bach

https://www.youtube.com/watch?v=LJl03ZdEpw=