Herzlich willkommen zu unserem (187.) Luther-Abendgebet,

heute, am 29. Dezember, 2 Tage vor Sylvester.

 

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

Gott ist uns nahe – immer und überall,

im Namen Jesu Christi – so sind wir geliebt,

und im Namen des Heiligen Geistes,

so sind wir verbunden als Schwestern und Brüder.

 

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,

Der Himmel und Erde gemacht hat

Amen.

 

Diese Zeit und auch die Gottesdienste sind immer noch anders.

Folgen vielfach nach bestimmten Regeln. Aber: Gott bleibt.

Mittwoch abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze, vielleicht nochmal die Kerzen am Weihnachtsbaum.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes und seinen Heiligen Geist zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

verbunden, um diese Andacht zu feiern.

Wir kommen mit allen Erlebnissen, Begegnungen und Gefühlen am Ende dieses Jahres.

Wir machen uns bewusst, du bist da Gott.

Du hast uns getragen durch die Höhen und Tiefen dieses Jahrs.

Du hast uns trotz Allem fröhliche und dankbare Stunden geschenkt,

voller Lachen und Liebe und Unbeschwertheit.

Daran wollen wir uns heute erinnern.

Und dich darum bitten,

voller Zuversicht in das neue Jahr gehen zu dürfen.

Denn du bist da Gott.

Amen

 

Wir LAUSCHEN die Arie von JS Bach “Vergnügte Ruh! Beliebte Seelenlust!» BWV 170

Es singt der Kontratenor Jakub Józef Orliński

https://www.youtube.com/watch?v=f9W40e0VO98

 

Liebe Gemeinde,

die Tage zwischen den Jahren schätze ich sehr. Vielleicht geht es Euch auch so. Wenn Weihnachten vorbei ist, aber der Glanz der Heiligen Nacht einen immer noch berührt und umhüllt. Wenn wir die Ruhe der Stillen Nacht erleben können und endlich ausruhen. Wenn das neue Jahr mit seinen Plänen und seinem emsigen Tun noch nicht in den Alltag geflossen ist.

Es ist eine besondere Zeit. Vergnügte Ruh! Beliebte Seelenlust hörten wir gerade von Bach.

Die wunderbare Arie fängt diese Zeit zwischen den Jahren gut ein. Und ich hoffe es für Euch alle und wünsche es Euch, dass Ihr wohltuende Stunden für Herz und Seele erleben dürft.

 

Vielleicht nehmt Ihr in diesen Tagen auch den Kalender des letzten Jahres zur Hand und blättert darin, erinnert Euch, was alles gewesen ist. Oder Ihr seht die Fotos des Jahres 2021. Einige von uns haben auch ein Tagebuch, das Vergangenes wachruft.

Gerne möchte ich uns allen heute Abend einen Gedanken und eine kleine Aufgabe mit auf den Weg geben, den ich in meiner Predigt am Heiligen Abend erwähnt habe.

Seht Euch die Bilder an, die Ihr in diesem Jahr gemacht habt. Sucht für jeden Monat ein Foto, das für einen positiven Moment steht. Es können Augenblicke des Glücks und der Freude sein. Aber auch Momente der Bewahrung oder Bilder, die dafür stehen, dass Ihr euch in schweren Zeiten durchgetragen gefühlt habt.

Ich habe Euch mein Bild des Monats November geschickt. Ein Blick durch die Distel auf die wärmende Herbstsonne. Als Corona wieder in meine Familie Einzug gefunden hat, tröstete mich dieses Foto. Es erinnerte mich daran, dass ich «durch die Distel» hindurch das Licht suchen soll, das immer noch für mich da ist. Und so war es auch.

Sucht eure Bilder und Erinnerungen. Ihr werdet sehen, es tut sehr gut, die vielen guten und schönen Erinnerungen in diesem herausfordernden und oft auch schwierigen Pandemie-Jahr Revue passieren zu lassen. Und es wird euer Herz erfüllen mit Freude und Dankbarkeit. Und wenn möglich, dann teilt diese Augenblicke mit euren Lieben.

Solche Erinnerungen helfen uns mit Zuversicht in das neue Jahr zu gehen. Sie zeigen uns nämlich, dass wir getragen worden sind in den Höhen und Tiefen des Alltags. Sie erinnern uns daran: Ja. Gott ist bei mir gewesen. Und er wird es auch weiterhin tun.

 

Wir LAUSCHEN oder SINGEN  „Von guten Mächten“, Siegfried Fietz

https://www.youtube.com/watch?v=aN7dGz6NH5M

 

Gioconda Belli hat ein Gedicht geschrieben, das den Titel «Die neue Zeit» trägt.

«Ich nenne mich glücklich, denn ich bin ein Teil einer neuen Zeit
Denn ich habe erkannt, wie wichtig es ist, dass ich lebe,
dass du lebst, dass alle wir leben,
dass meine Hand sich mit anderen Händen verschränkt,
mein Lied sich vereint mit anderen Liedern.

 

Denn meine Aufgabe ist, hab ich erkannt, Schöpferin zu sein,
Gestalterin meiner Zeit, die unsere Zeit ist,
ich will auf die Straßen gehen, aufs Land,
in die Villen und in die Hütten,
will die Trägen aufrütteln und die Tagediebe
und die, die das Leben verfluchen und die schlechten Geschäfte
und die, die vor Zahlenreihen die Sonne nicht mehr erblicken,
die Ungläubigen, die Verzweifelten, solche, die die Hoffnung verloren haben,
solche, die lachen und singen und mit Zuversicht sprechen,
ich will sie alle ins Morgenlicht tragen,
damit sie das Leben erkennen, wie es dahinzieht
schmerzhaft, herausfordernd, schön,
das Leben, das uns erwartet nach jedem Sonnenuntergang»

 

Ich mag dieses Gedicht sehr. Es fängt mit Blick auf die Zukunft das auf, was wir in diesen 20 Monaten Pandemie gelernt haben: wir haben erkannt, wie wichtig es ist «dass ich lebe, das du lebst, dass alle wir leben, dass meine Hand sich mit anderen Händen verschränkt, mein Lied sich vereint mit anderen Liedern“ schreibt sie. Das ist wirklich passiert im vergangenen Jahr, mit uns allen. Wir sind alle Teil einer neuen Zeit. Es wird nie wieder so sein wie vorher.
Und irgendwann, vielleicht im neuen Jahr, wird es den einen Tag geben, an dem es so weit ist, an dem wir uns wieder ohne Zögern umarmen können oder auch nur die Hand schütteln. Wo wir von Herzen miteinander singen, nicht in die Maske hinein, sondern frei.

Und so ist mein einziger Vorsatz für 2022: diesen Tag nicht zu verpassen. Und ich will ganz genau hinsehen und „das Leben erkennen, wie es dahinzieht, schmerzhaft, herausfordernd, schön. das Leben, das uns erwartet nach jedem Sonnenuntergang “.

 

Wir LAUSCHEN die fröhliche und zuversichtliche Arie aus G.F. Handels Messias: «O du, die Wonne verkündet in Zion mach‘ dich auf»

https://www.youtube.com/watch?v=iCpZC1E6Xl4&list=RDGMEM8h-ASY4B42jYeBhBnqb3-w&index=6

 

FÜRBITTE

Du Ewiger,
dieses Jahr endet.
Wir halten es dir hin.
Nimm es in deine Ewigkeit zurück.
Wir geben dir die Tage zurück,
in denen wir uns gefreut haben:
Die Tage des Gelingens,
des Aufbruchs und Neuanfangs,
die Tage, in denen Kranke geheilt erwachten,
die Hoffnung zurückkehrte,
die Verlorenen aufatmeten,
die Tage, in denen sich Gegner versöhnten,
Friedensworte gesprochen wurden
und Friedenstaten gelangen.
Die Tage, an denen Kinder geboren wurden,
an denen wir einander vertrauten,
an denen die Liebe stärker war als der Tod.
Sie waren unser Glück,
bewahre sie für uns auf,
du Ewiger.

Wir geben dir die Tage zurück,
an denen wir in Angst waren:
Die Tage der Trauer,
der Ratlosigkeit und Verzweiflung,
die Tage, an denen wir unsere Lieben betrauert haben,
der Tod gewütet hat,
der Trost hohl wurde,
die Tage, an denen die Waffen aus den Arsenalen geholt wurden,
Krieg drohte und die Gewaltherrscher ihre Gegner einkerkerten,
an denen die Starken die Schwachen bedrängten,
die Tage, an denen der Hass tödlich wurde,
und die Wut blind machte,
die Tage, an denen Wasserfluten alles mit sich rissen,
Feuer wüteten
und Kinder verhungerten.
Die Tage, an denen wir an dir zweifelten,
du Ewiger,
an denen wir auf dich gewartet haben,
an denen wir zurückgewiesen wurden
und dich vergeblich anriefen.
Sie waren voller Finsternis,
verwandele sie in neues Leben,
du Ewiger.

Wir halten dir die Tage und Wochen hin.
Wir halten dir unsere Lasten und unseren Jubel hin.
Du warst in allen Stunden da,
du bist uns treu gewesen,
du bist das Licht, nach dem wir Ausschau halten,
du bist der Friede, aus dem wir leben.
Wir danken dir für dieses Jahr.
Bleibe bei uns und allen,
die uns nahe sind im Neuen,
durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Bruder und Herrn

 

In Gedanken, Worten und Gefühlen bringen wir vor dich was unser Herz bewegt,

unseren Dank,

unsere Erleichterung,

unsere Bitte,

unsere Sorgen,

unsere Ängste,

unsere Lieben,

uns selbst.

 

STILLE

 

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN

Empfangt den Segen Gottes:

 

Gott sei dir nahe, in allem, was dir begegnet.

Er umarme dich in Freude und Traurigkeit und lasse aus beidem Gutes wachsen.

Er schenke dir ein offenes Herz für sein Wort und alle die dich brauchen.

So segne und behüte dich der allmächtige Gott,

Vater. Sohn und Heiliger Geist.

Bleibt zuversichtlich, bewahrt und gesund. Gott ist da

 

 

Herzlichen Dank für das gemeinsame Unterwegssein mit unseren Abendgebeten und besonders für die positiven Rückmeldungen, die wir erhalten und die uns darin bestärken das Luther-Gebet weiterzuführen.

 

Wir laden zum Neujahrsgottesdienst in der Kirche Unterstrass ein, am 1. Januar 17.00 Uhr. Es ist ein Gottesdienst ohne Zertifikat, gehalten von Pfrin. Regine Lagarde.

 

Allen wünschen wir ein Neues Jahr mit Lichtblicken im Herzen, Wärme und Zuversicht in Reichweite. Bleibt behütet und gesegnet in all eurem Tun und Erleben.

 

Wir LAUSCHEN oder singen mit JS Bach «Jauchzet frohlocket»

https://www.youtube.com/watch?v=DlwcZT1XVss