Herzlich willkommen zu unserem (158.) Abendgebet in der Wochenmitte.

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Gottesdienste sind immer noch anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.             

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

verbunden, um diese Andacht zu feiern.

Wir kommen mit dem, was uns ausmacht,

allen Erlebnissen, Begegnungen und Gefühlen.

Wir machen uns bewusst, dass Christus lebt,

und jetzt ganz nahe bei uns ist.

Amen

 

Psalm 66,20: «Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft, noch seine Güte von mir wendet»

Kolosserbrief 4,2: «Haltet fest am Gebet, wachen Sinnes und voller Dankbarkeit!»

 

Gebet von Frére Roger, Taizé: «Lebendiger Gott, unser Gebet mag unbeholfen sein, aber wir suchen dich voll Vertrauen. Und dein Erbarmen bahnt sich einen Weg durch unsere Unschlüssigkeit, ja unseren Zweifel». Amen

 

Wir LAUSCHEN das Taizé Lied: «Jesus erinnere dich meiner, wenn du in deinem Reich bist».

https://www.youtube.com/watch?v=fZpACGMr4lY

 

Liebe Gemeinde,

nach den langen kalten uns nassen Monaten geniessen wir nun alle die Sonne, besonders die lauen Sommerabende, die schönen Sonnenuntergänge oder auch Sonnenaufgänge.

Passend dazu habe ich uns eine alte jüdische Weisheitsgeschichte mitgebracht, gesammelt von Martin Buber, dem österreich-israelischen jüdischen Religionsphilosoph.

 

Ein alter Rabbi fragte einst seine Schüler, wie man die Stunde bestimmt, in der die Nacht endet und der Tag beginnt. „Ist es, wenn man von weitem einen Hund von einem Schaf unterscheiden kann?“, fragte einer seiner Schüler. „Nein“, sagte der Rabbi. „ist es, wenn man einen Apfelbaum von einer Birke unterscheiden kann?“, fragte ein anderer. „Nein“, sagte der Rabbi. „Aber wann ist es dann?“, fragten die Schüler. „Es ist dann, wenn du in das Gesicht irgendeines Menschen blicken kannst und darin deine Schwester oder deinen Bruder siehst. Bis dahin ist die Nacht noch bei uns.“

 

Im Gesicht des Anderen eine Schwester oder einen Bruder sehen – Für Martin Buber war die Begegnung auf Augenhöhe, das respektvolle Gespräch auf Augenhöhe, für das Miteinander der Menschen von zentraler Bedeutung. Und so heisst es dann auch in meinem Lieblingsspruch von Martin Buber: «Alles wirkliche Leben ist Begegnung».

 

Reale Begegnungen fliessen nun nach vielen Monaten der Distanz wieder in unser Leben ein und sie tun uns gut. Am See sitzen, Kaffee trinken oder auch ein Apéro nehmen, miteinander im Gespräch sein, das Gesicht des anderen zu sehen. Wir freuen uns daran und unser Herz geht dabei auf.

Dank der regelmässigen Tests in der Schule, dürfen meine Kinder nun nach Wochen wieder ohne Maske in die Schule gehen. Auf meine Frage hin, wie das so sei ohne Maske, sagten sie mir, alle hätten so viel gelacht. Nun im Gespräch fanden wir dann heraus, dass die Schüler tatsächlich nicht mehr gelacht haben als sonst, aber das lachende Gesicht war nun nach so vielen Wochen wieder sichtbar.

Es macht so viel aus, wenn wir das Gesicht unseres Gegenübers sehen und lesen können. Und ein Lächeln berührt unser Herz und richtet uns auf.

 

 Im Leben brauchen wir den Kontakt und die Gemeinschaft mit anderen Menschen. Wir brauchen die ganzheitliche Begegnung mit den anderen Menschen. Die Möglichkeit des Telefons und auch die digitalen Medien haben uns in der Zeit der Pandemie sehr geholfen den Kontakt aufrecht zu erhalten. Es ist nicht auszudenken, wie wir uns als Gemeinde nicht nur aus den Augen, sondern auch aus dem Sinn verloren hätten, ohne die digitalen Medien. In unserer Kirchengemeinde leben wir ja nicht um den Kirchturm herum, sondern sind in 14 Kantonen verstreut.

So seltsam es auch klingt: wir sind durch diese Krise näher zusammengerückt und das gemeinsame Leiden – wenn auch mit sehr unterschiedlichen Konsequenzen für jeden von uns – und die Verunsicherung in allen Lebensbereichen haben uns stark miteinander verbunden. Ich habe neu gelernt, dass man im Leiden und in schweren Zeiten viel ehr vernetzt ist und verbunden miteinander, viel mehr Anteil nimmt aneinander, sich viel mehr im Gebet miteinander verbindet als in normalen Zeiten.  

Gleichzeitig haben wir in den vergangenen Monaten wohl so stark wie nie erlebt, dass wir Begegnungen mit Menschen brauchen, die ganzheitlich sind, also nicht körperlos. Wir brauchen es, Menschen nicht nur zu hören oder zu sehen, sondern auch zu spüren.

 

Es ist für uns wichtig und gut, die gemachten Erfahrungen in die Zukunft mitzunehmen. Bewusster Menschen begegnen, Familienmitgliedern oder auch Freunden – diese kostbare Zeit nicht wieder verschieben, weil man ja arbeiten oder andere wichtige Dinge erledigen muss und Stress hat.

Aber auch weiterhin bewusster die Begegnung mit Gott pflegen, denn sie trägt und hält uns.

Das wünsche ich uns allen. Amen

 

Wir LAUSCHEN eine Pachelbel Serenade, wer mag, kann die schönen Bilder dazu ansehen und zur Abendruhe finden

https://www.youtube.com/watch?v=BNVzNftY22g

 

GEBET und FÜRBITTE

Gnädiger Gott,
diesen Tag habe ich heute Morgen aus Deiner Hand empfangen,
in Deine Hand lege ich ihn dankbar zurück.
Du hast meine Wege begleitet und mich behütet.

 

Ich bitte Dich, vergib, wo ich schuldig geworden bin:
an meinen Mitmenschen, an der Umwelt, an mir und an Dir.
Hilf mir verzeihen, wo andere mir Unrecht getan haben.

 

Bewahre in meinem Herzen die freudigen und unbeschwerten Momente des Tages,
dass ich von ihnen zehren kann an Tagen, an denen ich solche Erinnerungen brauche.

 

Sei bei allen Menschen, die mir lieb und wichtig sind,
bei denen, die Dich im Moment besonders brauchen,
in allen Krisengebieten dieser Welt.

Bevor ich einschlafe, Gott,

umhülle mich mit deinem Frieden, wie mit einer weichen Decke.

Und schenke deiner Welt und auch mir morgen einen neuen Tag.

In Gedanken, Worten und Gefühlen bringen vor dich was unser Herz bewegt,

unseren Dank,

unsere Erleichterung,

unsere Bitte,

unsere Sorgen,

unsere Ängste,

unsere Lieben,

uns selbst.

 

STILLE

 

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Empfangt den Segen Gottes

 

Geht in Frieden und glaubt fest,
dass Gott euch bei eurem Namen gerufen hat.
Geht in Frieden und entdeckt, wie schön es ist,
Gottes Liebe weiterzugeben.
Geht in Frieden, denn Gott ist bei euch
mit seinem Trost und mit seiner Liebe.

Amen

 

Wir LAUSCHEN am heutigen lauen Sommerabend noch Ella Fitzgerald & Louis Armstrong – Summertime

https://www.youtube.com/watch?v=lnXLVTi_m_M