LUTHER GEBET für MITTWOCH, den 16. September 2020

Herzlich willkommen zu unserem Abendgebet am Mittwoch.

Wir sammeln uns um Namen Gottes, des Vater, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat,
der Bund und Treue hält ewiglich
und der nicht preisgibt das Werk seiner Hände.

Amen

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

Bevor des Tages Licht vergeht,
o Herr der Welt, hör dies Gebet:
Behüte uns in dieser Nacht
durch deine große Güt´und Macht.

Hüllt Schlaf die müden Glieder ein,
laß uns bei dir geborgen sein
und mach am Morgen uns bereit
zum Lobe deiner Herrlichkeit.

Dank dir, o Vater, reich an Macht,
der über uns voll Güte wacht
und mit dem Sohn und Heil´gen Geist
des Lebens Fülle uns verheißt.

Amen

Heute möchte ich Sie zu einem Bach Abend einladen. Um innerlich ruhig zu werden LAUSCHEN wir Yo-Yo Ma – Bach: Cello Suite No. 1 in G Major, Prélude (Official Video)

https://www.youtube.com/watch?v=1prweT95Mo0


MEDITATION zur Bachkantate BWV 17 «Wer Dank opfert, der preist mich»

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,

letzten Samstag konnten wir nach langer Zeit wieder das Bach Collegium Zürich live erleben. Aufgeführt wurde die Kantate für den 14. Sonntag nach Trinitatis «Wer Dank opfert, der preist mich». Heute Abend lade ich Sie ein, sich mit mir zu dieser Kantate Gedanken zu machen und sich dann an der Musik zu erfreuen.

Erstmals erklang diese Kantate am 22. September 1726 in Leipzig. Ausgerichtet am Thema und auch am Evangelium des Sonntags werden wir eingeladen über Dankbarkeit und Dank Gott gegenüber nachzudenken. Der Vers aus dem Psalm 50, der von dem unbekannten Dichter an den Anfang der Kantate gestellt wird, weist auf die Dankesschuld des Menschen für die von Gott geschenkten Wohltaten hin. Bach unterstreicht diesen Gedanken, indem er den Anfang der Kantate musikalisch eindrucksvoll gestaltet «Wer Dank opfert, der preist mich, und das ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes». Wir werden aufgefordert Gott zu danken. Nicht weil Gott diesen Dank nötig hätte, sondern weil Gott danken uns hilft an Leib und Seele heil und gesund zu werden.

Der erste Teil der Kantate besingt die weltumspannende Güte Gottes. Wir werden aufgefordert, um uns zu sehen, die Natur in ihrer Schönheit wahrzunehmen und dahinter die weltumspannende Güte Gottes zu erkennen. Es ist kein Zufall, dass alles in der Natur ineinandergreift, seinen Sinn und seine Ordnung hat. Wunderbar singt der Alt: «Es muss die ganze Welt ein stummer Zeuge werden/ von Gottes hoher Majestät/ Luft, Wasser, Firmament und Erden … Ihn preist die Natur mit ungezählten Gaben».

Die folgende Sopranarie bekräftigt das mit den Worten: «Wüsst ich gleich sonst nicht, wie herrlich gross du bist, so könnt ich es gar leicht aus deinen Werken sehen. Wie sollte man dich mit Dank davor nicht stetig preisen

Die Mitte der Kantate erinnert an die Geschichte von der Heilung der 10 Aussätzigen Männer im Lukasevangelium. 10 todgeweihte, von Aussatz befallene Männer, die am Rande der Gesellschaft leben, werden von Jesus geheilt. Einer allein kommt jedoch zu Jesus zurück und dankt ihm. Von diesem Evangeliumstext ausgehend, weist der zweite Teil der Kantate auf die Pflicht des Christen hin Gott zu danken.

In der darauffolgenden Tenorarie klingt das Dankgebet des geheilten Samariters nach, – für Bach nicht nur des Samariters, sondern jedes Menschen, der von einer schweren Krankheit wieder gesund geworden ist.  «Welch Übermass an Güte, schenkst du mir! Doch was gibt mein Gemüt dir dafür? Herr, ich weiss sonst nichts zu bringen, als das Lob zu singen». Musikalisch sind in dieser Arie die wichtigsten Worte durch ausgedehnte Koloraturen hervorgehoben: «Dank» und «Lob» werden betont. Dank ist die Aufgabe des Menschen und durch Lob und Singen kann der Dank unter anderem zum Ausdruck gebracht werden.  

Das Bass Rezitativ geht noch einen Schritt weiter und zählt auf, was wir mit «frohem Munde» an Geschenken Gottes im Leben geniessen dürfen: «Leib, Leben, und Verstand, Gesundheit, Kraft und Sinn … Lieb, Fried, Gerechtigkeit und Freud in deinem Geist» Währen wir die Musik Bachs hören, werden wir eingeladen, diese Liste mir Dingen aus unserem eigenen Leben zu vervollständigen und Gott dafür zu danken. Dazu lade ich Sie nun alle ein.

 Wir LAUSCHEN die Kantate JS Bach : «Wer Dank opfert»

https://www.youtube.com/watch?v=yob1mrDKNwg

 

GEBET

Wenn wir beten, Gott im Himmel,
ist es, als stiegen wir auf einer Leiter hinauf zu dir.
Wort für Wort, Stufe um Stufe.
Wir möchten uns lösen von dem, was uns bindet und niederzieht.
Wir möchten uns erheben und deinen Frieden sehen.
Doch wir steigen auf der Glaubensleiter mit einem Gepäck empor.
Wir nehmen die Gedanken an all diejenigen mit,
die deinen Frieden auch ersehnen:
die Kinder, Frauen und Männer,
die Gewalt erleiden,
die nach Gerechtigkeit hungern,
die einen sicheren Ort suchen.
Wir nehmen die Gedanken an all diejenigen mit,
die deiner Nähe bedürfen:
die Kinder, Frauen und Männer,
die aus ihrer Einsamkeit ausbrechen wollen,
die eine Richtung für ihr Leben suchen,
denen alles zu viel ist.
Wir nehmen die Gedanken an all deine Geschöpfe mit,
deren Dasein kostbar und bedroht ist:
die Menschen, Tiere, Pflanzen – ja, auch die Landschaften.
Mit schwerem Gepäck steigen wir auf zu dir, Gott im Himmel.
Deshalb bitten wir dich,
komm uns entgegen,
mach dich auf aus deiner fernen Höhe
und begib dich herab zu deiner Menschheit,
deiner Schöpfung.
Das ist unser Gebet, der Traum unseres Glaubens,
dass du zu uns kommst, bei uns bist, uns begleitest,
behütest und uns stark machst, die Aufgaben unseres Lebens anzunehmen,
Schritt für Schritt.
Wir steigen auf zu dir, Gott im Himmel.
Komm zu uns aus deiner fernen Höhe.
Dann wird diese Erde ein heiliger Ort des Friedens.

In der Stille bringen wir vor dich, was uns persönlich wichtig ist: unseren Dank, unser Leben, unsere Freunden und unsere Sorgen, alle die Menschen die wir lieben…

STILLE

All das, für das ich jetzt gerade keine Worte finde, lege ich in das Gebet, das Jesus selbst und gelehrt hat.

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Herr segne und behüte dich

Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.

Amen