Guten Abend und herzlich willkommen zum 380. Luther Abendgebet am Mittwoch, den 22. Oktober. Zeit für schöne Musik, Gebet und Besinnung. Besonders aber heute: Zeit für Dankbarkeit, Dank für die Ernte und alles Gute, was wir im Leben haben.

Und so sammeln wir uns

im Namen Gottes, des Gebers des Lebens und der Ernte,

im Namen Jesu Christi, der uns Weg und Weggefährte ist,
und im Namen der Heiligen Geistkraft, die uns durchweht und belebt.
Amen.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde geschaffen hat.

 Ich zünde eine Kerze an, in Dankbarkeit, in Vertrauen, in Hoffnung.

In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt:  Gott bleibt, unser Gebet bleibt.

 Wir befinden uns in der Woche vor dem Erntedankfest in unserer Martin Luther Kirche. Begleiten will uns der Spruch aus dem Psalm 145,15

„Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit“

 MUSIK: Schütz «Aller Augen warten auf dich Herre»

 https://www.youtube.com/watch?v=dEA9omWTWTQ

BILD: Erntedank Gemeindebrief.de

GEBET

Gott, du schenkst uns so viel! Wir danken dir.
Für Äpfel, Birnen, Bananen und Trauben,
für alles, was süß und saftig ist, sagen wir: Danke, guter Gott.
Für Kartoffeln und Zucchini, für Tomate und Karotte,

für Salat und Kräuter,
für alles, das würzig schmeckt und uns gesund erhält,
sagen wir: Danke, guter Gott.
Für das Brot, für Müsli, Cornflakes, Milch und Joghurt,
für alles, was uns täglich satt macht, sagen wir: Danke.

Für Eis, Pizza, Spaghetti und Pfannkuchen,
für alle unsere Lieblingsspeisen und Getränke sagen wir: Danke.

Für Bauern und Gärtnerinnen,
für Marktfrauen und Gemüsehändler,
für alle, die dort arbeiten, wo Lebensmittel hergestellt,

verarbeitet oder verpackt werden,

sagen wir: Danke.

Für die Bienen und alle Insekten,

die dazu beitragen,

dass eine bunte Vielfalt von Pflanzen wächst, sagen wir: Danke.

Für alle Menschen, die Tiere pflegen

und die Vielfalt der Pflanzen schützen, sagen wir: Danke.

Für alle Liebe und Wertschätzung und Achtung die wir bekommen,

für alle Menschen, die uns freundlich begleiten,

für alles Gute und Schöne in unserem Leben

und auch für das Normale und Alltägliche,

sagen wir Danke.

Für alle Menschen in allen Ländern der Erde bitten wir:
Gib ihnen, was sie zum Leben brauchen.
Schenke ihnen und uns täglich einen Grund zur Freude und Dankbarkeit.

Amen

 MUSIK: Matthias Claudius „Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn“

Wir hören den Jugend-Bachchor aus meiner früheren Gemeinde in Kronstadt.

Mitsingen Gesangbuch Nr. 508

https://www.youtube.com/watch?v=exNNJUY_r4Q

GEDANKEN

Zu den ältesten nachgewiesenen Festen der Menschheit gehören Erntedankfeste.

Menschen haben nämlich die Erfahrung gemacht, dass bei aller Arbeit, allem Fleiss und aller Mühe der Segen Gottes hinzukommen muss, damit etwas gelingt. Eigene Leistung und göttliches Tun bringt Frucht.

Und so ist das Erntedankfest bis heute fest im Kalender. Über Jahrhunderte war es eines der wichtigsten Feste des Christentums. Ein Tag, an welchem wir bewusst auf das sehen sollen und Gott danken, was uns zum Leben Gutes und Wertvolles von Gott geschenkt wurde.

BILD: Martin Luther Kirche am Erntedanksonntag

 Ich habe das Erntedankfest in der Kirche sehr gerne. Wenn vorne, vor dem Altar, alles besonders geschmückt ist. Es gibt eine Auswahl von all dem zu bestaunen, was in Garten und Feld wächst. Wenn ich die Erntegaben mit all dem Obst und Gemüse hier in der Kirche sehe, freue ich mich. Es ist anders, als wenn ich die Vielfalt der Lebensmittel im Supermarkt bestaune. Mir fällt nicht nur ein, was es alles zu essen gibt, was ich lange nicht gegessen habe oder was ich gerne esse. Meine Gedanken ziehen viel weitere Kreise.

Zuerst denke ich daran, wo das alles herkommt – vom Feld hinter dem nächsten Dorf, vom Gemüsebauern, aus dem Garten oder gar aus einem weit entfernten Land?

Aber bald denke ich weiter: Was hat es wohl alles gebraucht, damit das wachsen konnte?

Zum Beispiel das richtige Samenkorn. Es musste an der passenden Stelle in die Erde gelegt werden. Zur rechten Zeit. Vorher war das Feld vorzubereiten. Vielleicht musste Unkraut entfernt werden. Der Bauer hatte viel zu tun. Und dann musste das Wetter passen – nicht zu warm und nicht zu kalt, Regen immer zur rechten Zeit und kein Hagel. Insekten mussten beim Bestäuben helfen.

Und schon ist Wachsen und Reifwerden und Ernten nicht mehr einfach selbstverständlich. Es ist geheimnisvoll und großartig. Ich staune: Wie wir jeden Tag satt werden, wie es so viele gute Sachen zum Genießen gibt, das ist einfach ein Wunder. – Ein Wunder von Gott!

 Was wächst, wächst nicht nur auf den Feldern.
Es wächst auch in uns – das Vertrauen, die Dankbarkeit, die Liebe.
So lasst uns die Ernte dieses Tages mitnehmen:
ein dankbares Herz, offene Augen für das Gute
und Hände, die teilen, was sie empfangen haben.
Gott, der Schöpfer und Geber allen Lebens,
segne unser Tun und Lassen, heute und alle Tage.

Amen

 MUSIK: Thanksgiving Song

https://www.youtube.com/watch?v=488HEflx2ao

 

GEBET

Gott, du sorgst für uns wie eine gute Mutter
und ein guter Vater.
Du ernährst Leib und Seele.
Du füllst uns mit Lebenskraft.
Wir danken dir für alle Gaben,
mit denen du uns in diesem Jahr beschenkt hast.

So viel haben wir empfangen, so viel Selbstverständliches, was gar nicht selbstverständlich ist,

so viel Erarbeitetes und Erkämpftes, was gelungen ist,

so viel Sorge, Angst und auch Leiden, das wir tragen und ertragen konnten,

so viel Liebe, Familie, Freundschaft, Aufmerksamkeit, Normalität.

Es ist auf unseren Feldern gewachsen und wir danken dir in der Stille.

 Persönliche STILLE

 Wir danken dir, dass du uns gesegnet hast.

Schenke uns ein dankbares und zufriedenes Herz.

 Wir bitten dich:

Für alle, die zu viel mitschleppen, was sie nicht zum Leben brauchen können.

Für die Landwirte, deren harte Arbeit immer weniger Lohn bringt.

Für alle, die im Streit leben und keinen Tisch finden, an dem sie sich zusammensetzen können.

Wir tragen die Verantwortung für deine Gaben, Gott.
Aus dieser Verantwortung heraus bitten wir dich für die Tiere und die Pflanzen,
das Wasser und die Erde.
Hilf uns, sie zu bewahren und zu teilen.

 Wir bitten dich um Brot für die Welt.
Gib allen Menschen, was sie zum Leben brauchen.
Hier ganz in unserer Nähe bis zum anderen Ende der Welt.
Zuspruch und Hilfe,

feste Speise und frisches Wasser,
Medizin und süße Überraschungen,
Bildung und Selbstbestimmung,
Familie, Freunde und Grundrechte,

Gerechtigkeit und Frieden.

 „Ausgang und Eingang, Anfang und Ende,
liegen bei dir, Gott, füll du uns die Hände.“

 Vaterunser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name;

dein Reich komme;

dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern;

und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit

Amen.

 BILD: Feld Gemeindebrief.de

SEGEN

Empfangt den Segen Gottes

Gott segne dich,
wenn du säst, arbeitest und hoffst,
wenn du erntest und dankst.
Er lasse dich spüren,
dass jedes Korn, das wächst,
aus seiner Liebe kommt.
Er nähre deine Seele mit seiner Güte
und schenke dir offene Augen
für das Gute, das dich umgibt.
So begleite dich Gott –
Schöpfer, Geber des Lebens und der Ernte 
heute und alle Tage.
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Bleiben wir zuversichtlich. Gott ist da.

VERABSCHIEDUNG:

Herzliche Einladung zu diesen Feiern und Anlässen:

  • Sonntag, Oktober, zum Erntedankgottesdienst mit Abendmahl um 10.00 Uhr mit Pfr Risel und den Konfirmanden in die Martin Luther Kirche. Gerne können Sie Erntegaben für unseren Altar mitbringen. Im Anschluss sind alle zum Kirchenkaffee eingeladen.
  • Am Oktober von 12.00-14.00 Uhr ist das Forum «Gemeinsam älter werden» am Hauptbahnhof Zürich zu einer spannenden Führung unterwegs. Wir haben noch 4 freie Plätze. Eigenbeitrag 10. Chf.

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Wir danken allen, die mit unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft, und wir wünschen noch eine schöne, behütete und friedliche Herbstzeit!

Herzliche Grüsse nach nah und fern!

Marion Werner mit Thomas Risel

 MUSIK Singt ein Danklied (Rendez grâce au Seigneur) · Taizé ·

https://www.youtube.com/watch?v=CHtYWXhzAMw