Herzlich willkommen zu unserem (169.) Abendgebet in der Wochenmitte.

 Wir sammeln uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

«Unsere Hilfe steht im Namen Gottes, der Himmel und Erde gemacht hat, der ewig Treue hält und nicht fahren lässt das Werk seiner Hände» (Psalm 124,8)

Amen

 Gottesdienste sind anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.             

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes und seinen Heiligen Geist zu öffnen.

GEBET                                                                                 Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

verbunden, um diese Andacht zu feiern.

Wir kommen mit dem, was uns ausmacht,

mit allen Erlebnissen, Begegnungen und Gefühlen in der Wochenmitte.

Wir machen uns bewusst, dass du Gott an unserer Seite stehst.


Herr, mein Gott,
ich dan­ke dir, dass du die­sen Tag zu En­de ge­bracht hast.
Ich dan­ke dir, dass du Leib und See­le zur Ru­he kom­men lässt.
Dei­ne Hand war über mir und hat mich be­hü­tet und be­wahrt.
Ver­gib al­len Klein­glau­ben und al­les Un­recht die­ses Ta­ges
und hilf, dass ich al­len ver­ge­be, die mir Un­recht ge­tan ha­ben.
Lass mich in Frie­den un­ter dei­nem Schutz schla­fen
und be­wah­re mich vor den An­fech­tun­gen der Fins­ter­nis.
Ich be­feh­le dir die Mei­nen, ich be­feh­le dir die­ses Haus,
ich be­feh­le dir mei­nen Leib und mei­ne See­le.
Gott, dein hei­li­ger Na­me sei ge­lobt. Amen.
Die­trich Bon­ho­ef­fer

 Wir LAUSCHEN: «Von allen Seiten umgibst du mich Gott. Psalm 139»

https://www.youtube.com/watch?v=Hl75s074wuU

 

 NACHGEDACHT – Emojis, Emoticons, Smileys

 Liebe Gemeinde,

 wer kennt sie nicht, die Smileys, Emojis und Emoticons. Diese kleinen bunten Bildchen auf dem Handy, die wir in den Text der  WhatsApp Nachrichten oder auch SMS einfügen und die dem, was wir schreiben noch einmal ein anderes Gewicht geben. Das kann ein Augenzwinkern sein, ein Herzchen, oder auch mal ein heruntergezogener Mundwinkel, wenn uns etwas gar nicht gefällt. Seit dem Siegeszug der Smartphones sind sie auch bei uns massenhaft verbreitet.

 Bereits im 19. Jahrhundert gab es im Zeitungsdruck typographische Spielereien mit Gesichtern. Ludwig Wittgenstein schrieb dazu, dass durch einfach gezeichnete Gesichtsausdrücke flexiblere und vielgestaltigere Beschreibungen als nur durch Adjektive möglich seien.

Den ersten Smiley zeichnete der amerikanischen Werbegrafiker Harvey Ball. Er malte im Dezember 1963 zwei Punkte und einen gebogenen Strich in einen Kreis auf ein gelbes Blatt Papier. Balls Auftraggeber war die Versicherungsgesellschaft State Mutual Life Assurance Cos. of America, die mit den Anstecknadeln das Betriebsklima heben wollte. Ball erhielt für den Entwurf 45 Dollar. Das Zeichen wurde rechtlich nicht gesichert, gewann jedoch schnell an Bekanntheit. Inzwischen gibt es viele verschiedene Varianten davon, um Gefühle auszudrücken.

 Einen Schritt weiter gehen die Emojis. Emojis sind Bilder und Piktogramme, die zwar auf den Smileys aufbauen, Mimik und Gestik aber viel genauer darstellen können. Außerdem lassen sich auch Objekte, Lebensmittel, Aktivitäten und vieles mehr als Emoji abbilden. Der Schritt vom Strichgesicht zum Bild wurde zuerst in Japan vollzogen. Von hier stammt auch der Begriff, der sich aus einem „e“ für Bild und „moji“ für Schriftzeichen zusammensetzt. Die große Vielfalt der Emojis ermöglicht eine ausdrucksstärkere und vor allem vielseitigere digitale Kommunikation.

 Die beliebten Zeichen haben auch einen Weg in die biblischen Texte gefunden. Inzwischen ist eine neue Variante der Heiligen Schrift auf dem Markt: Die „Emoji Bibel“. Ein australischer Übersetzer startete sein Vorhaben in sozialen Netzwerken. Auf Twitter und Facebook postete er Bibelverse mit den in Internet-Chats so beliebten Smiley-Symbolen. Mittlerweile ist die gesamte Ausgabe für kleines Geld als eBook erhältlich. Das Motto des Autors: „Ich möchte, dass Ihr lächelt, wenn Ihr die Bibel lest.“

Im Wesentlichen ersetzt der Autor einzelne Worte durch die bunten kleinen Bildchen. Für Gott steht etwa der Smiley mit Heiligenschein; wenn etwas in der Bibel als „gut“ bezeichnet wird, kommt der bekannte „Daumen nach oben“ – und Sonne, Mond oder Sterne sind ja eh in den Emojis enthalten. Ein selbst geschriebenes Programm erleichterte ihm die „Übersetzung“. Darin werden 80 Emojis mit 200 gängigen Wörtern verbunden. Unter der Adresse http://www.bibleemoji.com können sich Internet-Nutzer Bibelverse selbst ihre Lieblingsverse übersetzen lassen.

Emojis werden nicht anstatt Sprache, sondern ergänzend verwendet. Sie machen Spaß – sie sind bunt, es sind Bilder und sie sprechen einfach an. Dabei sind die Smileys nicht nur Spielerei, sondern haben eine Funktion: Sie ersetzen Gesichtsausdruck, Gestik oder Tonfall, was eben bei schriftlichen Dialogen wegfällt. Damit machen sie unsere Kommunikation ganzheitlicher.

Immer wenn wir miteinander kommunizieren, tauschen wir nicht nur Informationen aus, sondern es geht auch um die Gefühle, die wir damit verbinden, um die Art und Weise, wie wir Sachverhalten wahrnehmen, wie wir die Welt und die Wirklichkeit deuten. Und diese Gefühle, diese Emotions, diese Emojis sind sehr wichtig im Leben. Sie zeigen, wie wir das Leben erfahren und wahrnehmen.

Die Pandemie hat uns sehr deutlich gezeigt, dass wir Menschen den ganzheitlichen Kontakt zueinander brauchen. Informationen, Nachrichten, das Wissen umeinander ist gut. Aber wir wollen Menschen auch sehen und vor allem spüren. Und Emojis helfen uns in der schriftlichen Kommunikation dabei.

Eigentlich könnte man auch über Gott sagen: Gott spricht Emoji. Dazu braucht man nicht die moderne oben erwähnte Übersetzung. Nimmt man das Wort Gottes an uns Menschen ernst, so schwingt darin immer die Liebe und Freundlichkeit Gottes mit. In allem was er sagt und tut.

Wenn ich das sage, so ist mir bewusst, dass wenn wir heute die Nachrichten sehen oder bereits gesehen haben, die gesamte Welt als Krisenherd erscheint, in dem wir das mächtige Wirken Gottes vermissen. Dennoch ist Gott da. Das ist Gottes Zusage und Versprechen. Im Alltäglichen, im Kleinen, in unserem normalen Leben und Mitten in der Dunkelheit hinterlässt er die Spuren seiner Gegenwart und ist uns nahe. Das ist die weihnachtliche Botschaft, die auch im Sommer ihre Gültigkeit hat.

Gott spricht Emoji. Die Sprache der Liebe. Diese Sprache der göttlichen Liebe und Freundlichkeit möge euch begegnen auf allen euren Wegen. In Menschen, die mit euch gehen. Und in dem tragenden Glauben, dass Gott da ist. Ganz nah bei dir.

 

Wir LAUSCHEN: «Ich weiss, der Herr hilft mir. Psalm 121»

https://www.youtube.com/watch?v=Hl75s074wuU

 

FÜRBITTE

Jesus Christus,
Wort des lebendigen Gottes.
Du hast Worte zum Leben.
Sprich heute,
denn wir sind sprachlos geworden.

Uns fehlen die Worte,
wenn wir an die Menschen in Afghanistan denken,
wenn wir an das Versagen der Mächtigen denken,
wenn wir an unser Versagen denken.
Sprich,
dir trauen wir.
Dir legen wir unsere Hoffnung ans Herz
für die Frauen und Kinder in Afghanistan,
für die Menschen auf der Flucht,
für die, deren Angst wir kaum ermessen können.
Sprich und schenke neues Leben.
Kyrie eleison – Christe eleison – Kyrie eleison.

Uns fehlen die Worte,
wenn wir an die Verwüstungen durch den Klimawandel denken,
wenn wir an die Untätigkeit der politisch Handelnden denken,
wenn wir an unsere Verstrickung denken.
Sprich,
dir trauen wir.
Vor dir breiten wir unsere Ängste aus
um die Zukunft unserer Kinder,
vor der Macht der Zerstörer,
vor der Schwäche der Menschen guten Willens.
Sprich und schenke neues Leben.
Kyrie eleison – Christe eleison – Kyrie eleison.

Uns fehlen die Worte,
wenn wir an die Not der Kranken denken,
wenn wir an die Gefahr der Ansteckung für die Kinder denken,
wenn wir uns vor der endlosen Dauer der Pandemie fürchten.
Sprich,
dir trauen wir.
Du nimmst die Kranken unter deinen Schutz,
du bist ein Freund für unsere Kinder,
du bist unser Trost und unsere Zuversicht.
Sprich und schenke neues Leben.
Kyrie eleison – Christe eleison – Kyrie eleison.

Jesus Christus,
du Wort des lebendigen Gottes.
Du heilst, du befreist, du tröstest.
Sprich zu deiner Gemeinde,
zu uns und zu allen, für die wir dich bitten.
Heute, morgen, alle Tage.

 

In Gedanken, Worten und Gefühlen bringen wir vor dich was unser Herz bewegt,

unseren Dank,

unsere Erleichterung,

unsere Bitte,

unsere Sorgen,

unsere Ängste,

unsere Lieben,

uns selbst.

 

STILLE

 

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN

Empfangt den Segen Gottes:

«Der Herr segne und behüte dich,

der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden».

Geht zuversichtlich in die Nacht, denn Gott ist da.

 

Wir LAUSCHEN «Wer bei dir Schutz sucht – Psalm 91»

https://www.youtube.com/watch?v=lKoFIRPb8oA