Herzlich willkommen zu unserem Abendgebet am Mittwoch

 

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes

Amen

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

Amen

 

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

 

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

Amen

 

Gott, der du die Zeit in Händen hast:
Mit dir beschließe ich diesen Tag.
Ich danke dir für alles, was mich gefreut und gestärkt hat.
Ich bitte dich: Nimm mir ab, was mich belastet.
Ich befehle dir alle an, mit denen ich in Liebe und Sorge verbunden bin.
Halte uns in deiner Hand, in Zeit und Ewigkeit.
Amen.

 

Wir LAUSCHEN die Arie «Ich habe genug» – J.S. Bach

https://www.youtube.com/watch?v=d1T9pjw2v_c

 

 

MEDITATION: Lichtermess

Lichtmess“ wird der gestrige zweite Februar genannt. Nicht nur in kirchlichen Kalendern kann man das lesen, sondern auch in vielen anderen. Denn an diesem Tag endete die Winterpause der Bauern, und in vielen Betrieben gab es einen Wechsel der Angestellten. In den katholischen Gottesdienst werden die Kerzen geweiht, die man in der Kirche das Jahr über benötigt, aber auch Kerzen, die die Leute mitbringen, um sie zu Hause beim Gebet anzuzünden. Von daher und weil man auch eine Prozession mit brennenden Kerzen hält, erklärt sich der Name „Lichtmess“.

Dieses Fest hat aber auch noch zwei weitere Namen: Mariä Reinigung und Darstellung Jesu im Tempel.

Mariä Reinigung – Die Bezeichnung des seit dem 7. Jahrhundert nachweisbaren Festes zielt auf die Verhaltensvorschriften für Wöchnerinnen, die in der Bibel im 12. Kapitel des 3. Buchs Mose festgehalten sind. Nach dem biblischen Gesetz des Mose gilt die Frau nach der Geburt eines Knaben 40 Tage (Lev 12,2–4) und nach der Geburt eines Mädchens 80 Tage (Lev 12,5) als unrein. Zur Zeit des Tempelkultes hatte sie nach diesen Tagen als Reinigungsopfer einem Priester ein Schaf und eine Taube zu übergeben, bei finanziellen Schwierigkeiten ersatzweise zwei Turteltauben oder andere Tauben (Lev 12,8).

Hinzu kommt, dass der erstgeborene Sohn in Erinnerung an die Pessach-Nacht als Eigentum Gottes angesehen wurde (Ex 13,2.15 EU) und  daher im Tempel Gott übergeben werden musste, also «dargestellt» werden musste. Gemäss Gesetz durften die Eltern den Sohn durch ein Geldopfer (Num 18,16) auslösen – was im traditionellen Judentum bis heute praktiziert wird.  – von hier der Name «Darstellung Jesu im Tempel»

Die Lutherischen Bachgemeinden feierten das Fest Mariä Reinigung mit Betonung der Darstellung Jesu im Tempel – das lässt sich an der Kantate «Ich habe genug», welche J.S. Bach zum 2. Februar 1727 komponiert hat gut beobachten. Wir hörten die Eingangsarie am Anfang unseres Abendgebets.

Luther hatte dieses Marienfest im evangelischen Kalender behalten, da es einen biblischen Bezug hat. Im Lukasevangelium, im 2. Kapitel wird berichtet, wie Josef und Maria, nach den 40 Reinigungstagen in den Tempel kommen. Hier treffen sie zwei Menschen: Simeon und die 84jährige Prophetin Hanna. Von Simeon wird geschrieben – und genau darauf greift die Kantate in ihrer Eingangsarie zurück: „und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der Heilige Geist war in ihm“. Gott hatte Simeon versprochen, er würde nicht sterben, bevor er den Heiland gesehen hat. Nun ist Simenon ein alter Mann. Vom Geist getrieben kommt Simeon in den Tempel, nimmt Jesus auf seine Arme und sagt den berühmten Satz „ HERR, nun lässt du deinen Diener in Frieden sterben, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitest hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volkes Israel.“ Während Simeon zu Maria und Josef spricht und sie segnet, kommt auch Hanna, die alte Prophetin hinzu. Sie sieht das Kind und beginnt den im Tempel Anwesenden von der Erlösung zu predigen.

Simeon und die Prophetin Hanna nehmen Jesus als das «Licht für die Völker» und den von Gott gesandten «Trost» wahr, so wie das im Alten Testament beim Propheten Jesaja vorausgesagt worden war.

Man kann sich mit Recht fragen, ob solche alten Traditionen mit uns heute noch etwas zu tun haben.

Ich denke sie sind mit ihrer Erinnerung wichtig und auch wohltuend für unser Leben.

„Endlich kommt Licht in das Dunkel“, sagen wir, wenn sich in einer schwierigen Sache ein Durchbruch, eine Wende abzeichnet. Genau diese Wirkung wird dieses das Jesuskind haben. Das verkünden Simeon und Hanna im Jerusalemer Tempel. Er wird die Wende bringen. Überall auf der Erde können die Menschen nun hoffen. Das Dunkel, das sie erleben, wird weichen. Das Licht dieses Kindes wird es vertreiben.

Ist das wahr? – können wir heute fragen. Angesichts der Probleme, die diese Welt beherrschen, kommen Zweifel auf. Trotzdem machen wir auch immer wieder die Erfahrung, dass eine dunkle Situation gewichen ist; eine Krise, bewältigt werden konnte; nach einer Krankheit die Genesung folgt; in Verzweiflung plötzlich Hilfe da ist; ein Streit, nach einem schmerzlichen jedoch klärenden Prozess, beendet werden konnte.

Ich kann deshalb gut nachvollziehen, wie tröstlich und bestärkend es ist, wenn Menschen in einer Kirche ein Licht anzünden – persönlich oder eben am Altar. Das gilt auch für die Kerzen, die wir zuhause anzünden.

Dieses Ritual des Entzündens der Kerze tut auch uns Menschen der Postmoderne gut. Die Kerzen mit ihrem Licht stehen für die Hoffnung, dass Gott Licht in die dunklen Seiten meiner Welt bringt. Und sie sind Zeichen für Jesus, das Licht, das Gott hat aufstrahlen lassen in dieser Welt und das nicht mehr erlischt.

Amen

 

FÜRBITTE

Für die Musik, die wir heute hören,

für die Worte, die uns berühren, danken wir dir.

Und bitten darum, stärke unseren Glauben,

so dass wir dich in Tat und Leben bezeugen können,

Wir bitten dich: HERR ERHÖRE UNS

 

Herr wir bitten für Politiker und Wirtschaftler,

dass sie all die unvorstellbare Not, nicht vergessen,

in der so viele Menschen noch leben müssen.

Schenke Weisheit für richtige Entscheidungen.

Lass sie Frieden stiften unter den Völkern und Nationen.

Wir bitten dich: HERR ERHÖRE UNS

 

Für alle, die allein sind, krank und der Pflege und Hilfe bedürfen.

Lass sie Menschen finden, die sich ihrer annehmen.

Wir bitten dich für alle, die von Schmerz,

Trübsal und dunklen Gedanken belastet sind.

Für alle, denen das Leben schwerfällt:

Sende ihnen Licht und Wärme.

Schenke uns aufmerksame Augen und hilfreiche Hände.

Wir bitten dich: HERR ERHÖRE UNS

 

Für die Christenheit auf Erden bitten wir, dass sie hilft,

den Kontakt zwischen Gott und Menschen

und zwischen den Menschen untereinander aufrecht zu erhalten.

Dass wir uns für Versöhnung und Frieden einsetzen.

Wir bitten dich: HERR ERHÖRE UNS

 

Für alle die wir lieben, die uns nahestehen und für uns von Bedeutung sind

bitten wir:  Schenke Liebe und Geduld füreinander,

gib Verstehen zwischen Jung und Alt.

Leite und bewahre.

Wir bitten dich: HERR ERHÖRE UNS

 

Für uns, die wir vor Dir stehen.

Lass uns unter deinem Schutz durchs Leben gehen.

Öffne unsere Augen für dich und die Welt.

Schenk uns Freude und baue Du unsere Zukunft.

Wir bitten dich: HERR ERHÖRE UNS

 

 

 

In der STILLE bringen vor dich was unser Herz bewegt,

 

STILLE

 

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Empfangt den Segen Gottes:

Der Herr segne und behüte dich,

der Herr lasse sein Angesicht über die leuchten und sei dir gnädig,

der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.

 

Geht zuversichtlich in die Nacht, denn Gott ist da.

Amen

 

Wir LAUSCHEN die gesamte Kantate «Ich habe genug» BWV 82 von J.S.Bach

https://www.youtube.com/watch?v=XopQG0Gjgmo