Herzlich willkommen zu unserem Luther Abendgebet am Mittwoch

 

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

der Quelle des Lebens, die uns gibt, was wir zum Leben brauchen.

Im Namen Jesu Christi, der Liebe, die uns vom Tod zum Leben bringt.

Im Namen des Heiligen Geistes, der uns durch dunkle Tage zum Licht führt.

Amen

 

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

 

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

Amen

 

Wir beten das Nachtgebet der Kirche (Komplet)

«Bevor des Tages Licht vergeht,
oh Herr der Welt, hör dies Gebet:
Behüte uns in dieser Nacht
Durch Deine große Güt und Macht.

 

Hüllt Schlaf die müden Glieder ein,
lass uns in Dir geborgen sein
und mach am Morgen uns bereit
zum Lobe Deiner Herrlichkeit.

Dank Dir, o Vater reich an Macht,
der über uns voll Güte wacht
und mit dem Sohn und Heilgen Geist
des Lebens Fülle uns verheißt».
Amen.

 

Wir LAUSCHEN «Ich liege und schlafe ganz in Frieden»

https://www.youtube.com/watch?v=lWoYN9q6lDA

 

 

MEDITAITON: Dein Wille geschehe! (Bild)

 

Liebe Gemeinde

Haben Sie Humor beim Wetter? Wir können ja mal die Probe machen. Stellen Sie sich vor, nachher hieße es im Wetterbericht: «Es wird Sauwetter geben, Regen und vor allem Schnee, wahrscheinlich bis Ostern».  Und dann würde der Wetterbericht noch eins draufsetzen und sagen: „Und das ist gut so.“ Hätten Sie Humor, sich nicht zu ärgern, könnten Sie „Sauwetter“ sogar gut finden? Gerade jetzt wo wir uns alle an der Sonne so freuen und die Sonnenstrahlen so geniessen?

 

Die Grundwasserfachleute wünschen sich „Sauwetter“, stand in einer Zeitung. „In den nächsten Wochen entscheidet sich, ob im Hochsommer das Wasser wieder knapp wird. Das Grundwasser ist an mancher Stelle gut aufgefüllt, aber an anderen Orten auf einem historischen Tiefstand. Wir brauchen noch viel Schnee. Wenn der Schnee nämlich schmilzt, kann das Wasser tief in den Boden eindringen.“ Sauwetter bis Ostern war sein Wunsch.

 

Wenn er recht hat: Müssten wir das alle wünschen, denn kein Wasser im Hochsommer, das kann niemand wollen. Aber Sauwetter hält man nicht so gern aus. Dafür braucht man neben Humor auch gute Nerven und Weitblick. Anscheinend können Wünsche, die vielleicht gut wären fürs Ganze, sich mit meinen persönlichen Wünschen beißen.

 

Mir ist klar geworden, was für dieses Wetterbeispiel gilt, gilt ganz oft.

Vielleicht ist das etwas, was wir begreifen müssen. Nicht jeder Wunsch, den man hat, ist gut für alle und darum echt wünschenswert. Meine eigenen Wünsche und Interessen können kurzsichtig und egoistisch sein. Und der Allgemeinheit und der Erde im Ganzen schaden. Das hieße: Wenn individuelle Wünsche in Erfüllung gehen und so viele Einzelne glücklich sind, das macht noch lange kein gutes und glückliches Leben für alle. Und fürs Ganze.

 

Christenmenschen wissen das eigentlich. Man spürt das beim Beten. Jeder Mensch kann erst mal für das beten, was ihm persönlich am Herzen liegt. Für sich, für seine Lieben.

 

Aber im Vaterunser gibt es dann auch diese Bitte, mit der man eigene Wünsche relativiert und zähmt. „Vater unser im Himmel“ beten Christenmenschen: „Dein Reich komme, Dein Wille geschehe.“ Also nicht: „lieber Gott, mach meinen Willen zu Deinem“, sondern andersrum. Wenn ich das Vaterunser bete, übe ich das Vertrauen, dass ein guter Vater im Himmel ein bisschen mehr Weitblick hat als ich.

Und ich bete auch, weil ich hoffe, dass nicht bloß die Mächtigen auf der Erde ihren Willen durchsetzen können. Sondern dass Gottes Atem länger ist. Und Gott Gerechtigkeit und das Wohl aller im Blick hat. Auch das Wohl seiner Erde. Vielleicht „denkt“ Gott sich ja was, wenn es mal „Sauwetter“ gibt. Und ich, ich kann dann um gute Nerven und Weitsicht beten.

Amen

 

FÜRBITTE

 

 Gott, es gibt vieles, das ich nicht weiss.

Es gibt vieles, das ich nicht durchschaue.

Es gibt vieles, das ich nicht in der Hand habe.

 

Wenn ich mich ohnmächtig fühle,

will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen,

dass ich nicht das Ganze bewältigen muss,

sondern das tun kann, was mein Part ist.

 

Wenn ich verunsichert bin,

will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen,

dass ich nicht alleine bin

und dass unsere Weisheit gemeinsam reicher ist.  

 

Wenn ich Angst habe,

will ich einmal tief durchatmen

und darauf vertrauen, Gott,

dass ich nicht aus deiner Nähe herausfalle,

sondern dass dein Geist mir nahe ist.

 

Was ich weiss, ist:

Mein Leben und meine Liebe und meine Würde reichen so viel weiter als das,

 was ich leisten oder tun kann.

Was ich sehen kann, ist:

nach jedem Winter kommt der Frühling und neues Leben wächst.

Was ich kann,

ist tief durchatmen und dieser Welt dann und wann Liebe geben,

die sie so dringend braucht.

 

Gott, hilf mir, in aller Gebrochenheit auch für andere sorgen zu können.

Lass mich Vorsicht walten lassen.

Stärke mein Vertrauen.

 

In der Stille bringen wir vor dich, was uns persönlich wichtig ist.

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Empfangt den Segen Gottes:

Der Herr segne und behüte dich,

der Herr lasse sein Angesicht über die leuchten und sei dir gnädig,

der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.

 

Geht zuversichtlich in die Nacht, denn Gott ist da.

Amen

 

Wir LAUSCHEN: «Ich lieg und schlaf ganz mit Frieden»

https://www.youtube.com/watch?v=ePTyfL-7d1Q