LUTHER GEBET für MITTWOCH, den 6. Januar 2021

Herzlich willkommen zu unserem Luther Gebet am 6. Januar.

Begrüssen möchte ich Sie heute am Dreikönigstag, der im evangelischen Kalender «Epiphanias» heisst, mit einem Wort aus dem 1. Johannes 2,8:

«Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint schon»

Amen

 

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

 

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

Amen

 

Gott,

behutsam und leise nimmst du fort

die Dämmerung von der Erde,

sprichst an jedem Tage neu dein Wort:

Es werde, es werde, es werde!

Es werde Licht an diesem Tag,

erscheinen wird was noch verborgen,

in Farben bunt das Leben malt.

Es werde Licht für Menschen in jedem Land.

Halt über uns deine segnende Hand.

Amen

 

Wir LAUSCHEN oder SINGEN «Der Morgenstern ist aufgedrungen»

https://www.youtube.com/watch?v=m7_-gT6AB9w

 

Der Morgenstern, Gesangbuch Nr. 69

 

1.Der Morgenstern ist aufgedrungen,

er leucht’ daher zu dieser Stunde

hoch über Berg und tiefe Tal,

vor Freud singt uns der lieben Engel Schar.

 

  1. »Wacht auf«, singt uns der Wächter Stimme

vor Freuden auf der hohen Zinne:

»Wacht auf zu dieser Freudenzeit!

Der Bräut’gam kommt, nun machet euch bereit!«

 

  1. Christus im Himmel wohl bedachte,

wie er uns reich und selig machte

und wieder brächt ins Paradies,

darum er Gottes Himmel gar verließ.

 

  1. O heilger Morgenstern, wir preisen

dich heute hoch mit frohen Weisen;

du leuchtest vielen nah und fern,

so leucht auch uns, Herr Christ, du Morgenstern!

 

 

MEDITATION:

Liebe Gemeinde,

heute las ich einen Satz, der mir sehr gut gefallen hat: «Märchen sind mehr als nur wahr, nicht deshalb, weil sie uns sagen, dass es Drachen gibt, sondern weil sie uns sagen, dass man Drachen besiegen kann».

Der Wahrheitsgehalt von guten Geschichten liegt nicht darin, dass man sie wissenschaftlich beweisen kann, sondern in dem, was sie uns als Motivation, als Weisheit, als Orientierung und nicht zuletzt als Sinnhaftigkeit für das Leben weitergeben.

Gute Geschichten sind Geschichten, die uns im Leben weiterbringen und die den Sinn des Lebens tragen.

 

So eine Geschichte ist auch jene von den drei Königen, oder den drei Weisen, wie sie noch genannt werden, oder den Sterndeutern aus dem Morgenland. Sie machen sich auf den Weg, erzählt uns das Matthäusevangelium. Sie folgen dem Stern von Bethlehem, landen irrtümlicherweise erst bei dem König Herodes, um sich dann vom himmlischen Stern neu orientieren zu lassen und schliesslich in dem Kind in der Krippe den Herrn, den König der Welt, den von Gott gesandten Erlöser zu entdecken.  

Diese Geschichte lesen wir heute, am 6. Januar in unseren Gottesdiensten und Andachten.

Im evangelischen Kalender heisst der heutige Tag Epiphanias.

Epiphanie bedeutet: etwas wird in unserer Welt sichtbar, was vorher verborgen war.

Diese alte Geschichte von den Weisen aus dem Morgenland redet von der Sehnsucht nach Lebenssinn und nach heilem, vollkommenem Leben. Sie erzählt von der Sehnsucht nach einem Gott, der auf der Erde zu finden ist und der diese Sehnsucht hier auf Erden erfüllen kann.

 

Ich finde es schön, dass wir diese Geschichte von dem Licht Christi immer etliche Tage nach Weihnachten hören, immer dann, wenn die ersten Tannenbäume bereits entsorgt worden sind, die ersten Schul- und Arbeitstage begonnen haben. Heute, wenn das Licht und der Glanz von Weihnachten in Strassen und Häusern wieder dem Alltag weicht, erinnert die Geschichte von den drei Sterndeutern aus dem Morgenland an das Licht Gottes das in der Welt bleibt und geht mit uns in den Alltag zurück.

Die Geschichte fordert uns auf in den Himmel zu sehen, da wo die Sterne sind, die uns sagen: Gott will dich führen und leiten. Das tröstet mich.

Die Geschichte erinnert uns daran, dass Gott barmherzig ist. Die drei Sterndeuter gehen zuerst, trotz des Sterns, an den falschen Ort, in den Palast des Herodes. Sie meinten, sie wüssten es besser und müssen sich dann neu orientieren. Gott beweist viel Fehlertoleranz und Barmherzigkeit. Er führt die drei klugen Männer trotz Umwegen ans Ziel, zur Krippe und zu seinem Sohn. Das ist mir sehr sympathisch!

Die Geschichte schickt uns Mitten in unserem Alltag des Jahres 2021 auf die Suche nach Gott in den kleinen Dingen des Lebens, auf die Suche nach den Gottesfunken, die hier und dort aufblitzen. Nachdem sie Gott begegnet sind in Bethlehem, gehen die drei Weisen zurück in ihren Alltag. Verändert hat sich ihre Welt und ihr Zuhause und die Menschen dort nicht. Verändert hat sich der Blick der drei Männer: Sie erkennen nun Gott in den kleinen Dingen, sie sehen Gottesfunken hier und dort aufblitzen. Das gibt mir für das neue Jahr Mut und Hoffnung.

Amen

 

GEBET

Gott.

Wir sind verbunden.

Als Menschen mit Menschen.

Als Glaubende miteinander.

Als Glaubende und Menschen mit Dir.

 

Wir bringen Dir unsere Gedanken, unser Danken und unser Sorgen.

Heute.

 

Stille

 

Wir denken an alle, die wir lieben.

Was tun sie wohl gerade

 

Stille.

 

Wir denken an alle, die in diesen Zeiten noch einsamer sind.

 

Stille.

 

Wir denken an alle Kranken.

Und an alle Kranken in Krankenhäusern, die keinen Besuch haben können.

 

Stille.

 

Wir denken an alle, die helfen.

Sie setzen sich und ihre Kraft und ihre Gaben ein füreinander.

 

Stille.

 

Wir denken an alle die Entscheidungen treffen, im Grossen und Kleinen.

Lass die Frieden und Gerechtigkeit im Blick haben.

Lass sie barmherzig sein.

 

Stille

 

Wir bitten für unsere Gemeinde,

für unser Miteiandern und Füreinander

für die Sicherheit auf unserer Baustelle und auf allen Baustellen.

 

Stille

 

Wir bitten dich für unseren Planeten,

lehre uns einen neuen Umgang mit Mensch und Natur

Schenke uns dafür eine tiefe Sehnsucht ins Herz.

 

Stille

 

Wir bitten dich, hilf uns aus dieser Pandemiezeit Gutes zu lernen

 

Gott.

Wir sind Deine Menschen.

Wir sind miteinander verbunden.

Atmen die Luft Deiner Schöpfung.

Beten zu Dir in allem, was ist.

 

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Herr segne und behüte dich,

der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig,

der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.

Amen

 

Wenn Sie mögen am heutigen Abend…

So LAUSCHEN wir gemeinsam: Christoph GraupnerCantata – «Merk auf, mein Herz» GWV 1111/44 am Epiphanias zu musizieren. Christoph Gaupner (13.1.1683-10.5.1760) war ein deutscher Barock Komponist, der zur gleichen Zeit gelebt hat und wirksam war, wie Johannes Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann und Georg Friedrich Händel.

https://www.youtube.com/watch?v=Ov_4C017Q3w