Herzlich willkommen zu unserem Luther Abendgebet am Mittwoch

 

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

der Quelle des Lebens, die uns gibt, was wir zum Leben brauchen.

Im Namen Jesu Christi, der Liebe, die uns vom Tod zum Leben bringt.

Im Namen des Heiligen Geistes, der uns durch dunkle Tage zum Licht führt.

Amen

 

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

 

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET 

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Verbunden, um diese Andacht zu feiern.

Wir kommen mit dem, was uns ausmacht.

Mit Freude im Herzen.

Aber auch mit Last auf der Seele.

Wir machen uns bewusst, was Christus für uns getan hat.

Wir lassen uns anregen davon, was Gott für uns will.

 

Herr, mein Gott, ich danke dir,

dass du diesen Tag zu Ende gebracht hast.
Ich danke dir,
dass du Leib und Seele zur Ruhe kommen ließest.
Deine Hand war über mir und hat mich behütet und bewahrt.
Vergib allen Kleinglauben und alles Unrecht dieses Tages
und hilf, dass ich allen vergebe, die mir unrecht getan haben.
Lass mich in Frieden unter deinem Schutz schlafen
und bewahre mich vor den Anfechtungen der Finsternis.
Ich befehle dir meinen Leib und meine Seele.
Gott, dein heiliger Name sei gelobt.

Amen (Dietrich Bonhoeffer)

 

 

Wir SINGEN oder LAUSCHEN «Wir wollen alle fröhlich sein, in dieser österlichen Zeit»

https://www.youtube.com/watch?v=6m5XYVqEP1w

 

  1. Wir wollen alle fröhlich sein

in dieser österlichen Zeit;

denn unser Heil hat Gott bereit’.

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,

gelobt sei Christus, Marien Sohn.

  1. Es ist erstanden Jesus Christ,

der an dem Kreuz gestorben ist,

dem sei Lob, Ehr zu aller Frist.

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,

gelobt sei Christus, Marien Sohn

  1. Des freu sich alle Christenheit

und lobe die Dreifaltigkeit

von nun an bis in Ewigkeit.

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,

gelobt sei Christus, Marien Sohn

 

MEDITATION: Auferstehung Mitten im Alltag

 

Liebe Gemeinde,

der Ostersonntag liegt nun drei Tage bereits hinter uns. Die Osterfreude, soll uns Christen aber im Alltag begleiten. Darüber was das heisst «Auferstehung im Alltag zu erleben» will ich heute mit Ihnen und Euch nachdenken.

 

Die Ostergeschichte von Tod und Auferstehung Jesu, die wir jedes Jahr hören, ist keine naturwissenschaftliche Wahrheit, die anhand von nachprüfbaren Fakten als wahr oder falsch bewiesen werden kann. Und für unsere Vernunft wird diese Geschichte schwierig, nicht bei der Erzählung vom Tod Jesu, sondern der Auferstehung. Weil die Auferstehung etwas erzählt, was es so in unserer Welt nicht gibt. Etwas, was unsere Vernunft nicht nachprüfen kann um es als wahr anzunehmen.

 

Dennoch berührt diese Ostergeschichte uns, denn sie verweist auf eine Wahrheit des Mensch-Seins, sie verweist auf eine Erfahrung, die uns Menschen hier und heute betrifft.

 

Wenn man Menschen fragt, woran sie glauben und warum, dann erzählen sie meistens Geschichten.

Ich möchte hier drei Geschichten aufnehmen, die Sabrina Müller, die Geschäftsleiterin des Institutes für Kirchenentwicklung in Zürich, in Interviews erzählt wurden.

Niklas, 21-jährig: «Das Krasse in der Zeit war, dass ich halt nicht wusste, wie es mit mir weitergeht. Ob ich die Krankheit überleben werde oder ob ich mit Behinderung später weiterleben werde. Ich konnte in den drei Wochen auch nicht sprechen und hab dann nach drei Wochen, als ich dann wieder angefangen habe zu laufen, gemerkt: Okay, das war jetzt bestimmt ein Schutzenge, der dich da irgendwie rausgeholt hat aus der Situation. Der wollte, das du lebst».

 

Tobi, 23-jährig: «Ich bin bei meinen Grosseltern aufgewachsen. Und ja, als ich in der Pubertät war, ist es relativ kompliziert geworden, mit Alkohol und allem Möglichen. Als dann das Ganze völlig eskaliert ist, ist dann an diesem Tag auch die Polizei zu uns gekommen. Ich hatte mich eingeschlossen und wusste nicht, wie weiter. Die einzige Person, die mir eingefallen ist, um sie anzurufen, war mein Pfarrer aus dem Konflager. Und er ist dann aus einem Meeting direkt gekommen, um mir zu helfen. Ja, es war relativ schwer für mich, weil ich das Gefühl hatte, ich bin mega allein auf dieser Welt. Und niemand kann mir helfen, bis der Pfarrer kam. Ich habe dann halt erwartet, dass er auch wüten auf mich ist, aber das Gegenteil war der Fall. Und mein Gefühl war, wie im Regen, in dem ich hocke, geht die Sonne auf – ich bin doch nicht so allein».

 

 

Sabine, 21-järig: «Ich bin einfach morgens aufgewacht und wusste, das will ich jetzt machen. Und das nach Wochen von im Bett rumliegen, schlechte Laune haben, fand ich irgendwie sehr, als ob mir Gott so einen Schuss in die richtige Richtung gegeben hat. Gott hat mich auf den richtigen Weg gebracht, als ich nicht mehr wusste, was ich jetzt eigentlich mit meinem Leben anfangen soll.»

 

Liebe Gemeinde, die Ostergeschichte ist nicht naturwissenschaftlich nachprüfbar, dennoch nimmt sie eine Wahrheit und eine Erfahrung unseres Lebens auf. Und zwar da, wo aus Krankheit wieder Leben entsteht, wie bei Niklas. Wo sich trotz Orientierungslosigkeit neue Perspektiven bilden, wie bei Sabine. Dort, wo Menschen einander viel mitfühlender begegnen als erwartet und dadurch die Einsamkeit durchbrochen wird, wie bei Tobi. In diesen vielen kleinen Situationen des Alltags, wird Ostern für uns erlebbar. Darin wird die Auferstehung zu einer für uns persönlich erfahrbaren Wirklichkeit. Darin wird der auferstandene Sohn Gottes zu einer Realität in unserem eigenen Leben und wir erleben Ostern Mitten im Alltag.

 

Zu Schluss möchte ich Ihnen und Euch gern noch mein Lieblingsgedicht vorlesen: «Auferstehung» von Luise Maria Kaschnitz.

 

Auferstehung (Luise Maria Kaschnitz)

Manchmal stehen wir auf
Stehen wir zur Auferstehung auf
Mitten am Tage
Mit unserem lebendigen Haar
Mit unserer atmenden Haut.

Nur das Gewohnte ist um uns.
Keine Fata Morgana von Palmen
Mit weidenden Löwen
Und sanften Wölfen.
Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken
Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus.
Und dennoch leicht
Und dennoch unverwundbar
Geordnet in geheimnisvolle Ordnung
Vorweggenommen in ein Haus aus Licht.

 

Möge Gott uns das immer neu erleben lassen!

 

Amen

 

FÜRBITTE

Gott, der uns nahe ist, wo immer wir dich anrufen,

dich bitten wir in dieser weltweiten Corona-Pandemie,

die sich nun so lange schon hinzieht und uns Mühe macht:

Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.

Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.

Bitte, tröste alle, die jetzt trauern.

Schenke den Forschern und Ärzten Weisheit und Energie;

allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft und Widerstandsfähigkeit in dieser extremen Belastung;

den Politikern, Mitarbeitern der Gesundheitsämter und allen, die Verantwortung für andere tragen, Klugheit und Besonnenheit.

Wir beten für alle, die in Panik sind,

für alle, die von Angst überwältigt sind,

um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.

Wir beten für alle, die großen, materiellen Schaden haben oder befürchten.

Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen,

sich einsam fühlen, niemanden umarmen können.

Berühre Du ihre Herzen mit Deiner Sanftheit.

Und wir beten, dass diese Epidemie abschwillt,

dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann.

Gott, mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.

Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist;

dass wir irgendwann sterben werden

und nicht alles kontrollieren können;

dass du allein ewig bist;

dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.

Mach uns dankbar für so Vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.

Wir vertrauen Dir. (Johannes Hartl)

 

In der STILLE bringen wir vor dich,

was uns persönlich noch auf dem Herzen liegt.

 

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Empfangt den Segen Gottes

 

Der Herr segne und behüte dich

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden

 

Geht zuversichtlich in die Nacht und in den kommenden Tag,

denn Gott ist da.

Amen

 

Wir LAUSCHEN oder SINGEN JS Bach: «Jesu bleibet meine Freude»

https://www.youtube.com/watch?v=v-dnD77HkZc