Guten Abend und herzlich willkommen zum 290. Luther Abendgebet am 31. Dezember, dem letzten Tag des Jahres 2023. Gemeinsam wollen wir uns an das Jahr erinnern, die schönen, unbeschwerten, aber auch sorgevollen Zeiten Revue passieren lassen und die vergangenen Monate in Gottes Hand zurücklegen. Und natürlich bitten wir auch um Segen und Geleit für das kommende Jahr 2024.

 Wir sammeln uns

Im Namen Gottes, in dessen Hand die Zeit und unser Leben geborgen sind

Im Namen Jesu Christi, der uns versprochen hat: «Ich bin bei euch alle Tage, bis ans Ende dieser Welt»

Und im Namen des Heiligen Geistes, der Kraft und Energie Gottes die uns umhüllt und erfüllt.

Amen

 In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt:  Gott bleibt, unser Gebet bleibt.

 BILD: Gebet 16 (Evangelische Kirche Hessen-Nassau)

 Gebet: Das Fest geht zu Ende, Gott.
Wie gut, dass du bleibst.
Bevor alle alten Gedanken und Worte wieder nach uns greifen,
lass die neuen in uns bleiben.

Die neuen Worte von deiner Nähe,
von Ehre und vom Frieden auf Erden.
Wir brauchen diese Worte immer wieder.
Heute und morgen.
Wir leben davon, dass du bleibst und mit uns redest.
Jetzt.
Wir bitten dich durch Jesus.

Amen
(Zentrum Verkündigung der EKHN, www.liturgischer-wegweiser.de )

 

Musik: „Lied: „Meine Zeit steht in deinen Händen“

https://m.youtube.com/watch?v=k2c1X8BAcNo

 

Refrain: Meine Zeit steht in deinen Händen.
Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.
Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.
Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.

  1. Sorgen quälen und werden mir zu groß.
    Mutlos frag ich: Was wird Morgen sein?
    Doch du liebst mich, du lässt mich nicht los.
    Vater, du wirst bei mir sein.
  2. Hast und Eile, Zeitnot und Betrieb
    nehmen mich gefangen, jagen mich.
    Herr ich rufe: Komm und mach mich frei!
    Führe du mich Schritt für Schritt.
  3. Es gibt Tage die scheinen ohne Sinn.
    Hilflos seh ich wie die Zeit verrinnt.
    Stunden, Tage, Jahre gehen hin,
    und ich frag, wo sie geblieben sind.

Text & Melodie: Peter Strauch
© 1981 SCM Hänssler, Holzgerlingen

JAHRESRÜCKBLICK

Nun lade ich Sie und Euch zu einem persönlichen Jahresrückblick ein. Ich habe uns einige Fragen aufgeschrieben. Ich empfehle die Fragen zuerst durchzulesen, dann die Musik abzuspielen und zum Klang des Klaviers Erinnerungen hochkommen zu lassen. Wenn eine Frage nicht zu Ihnen passt, lassen Sie sie einfach ziehen und gehen Sie ihren eigenen Gedanken vor Gott nach.

Wer mag, kann auch Bleistift und Papier zur Hand nehmen und Wichtiges aufschreiben.

Ich werde still und stelle mich ganz in die Gegenwart Gottes. Ich atme bewusst einige Male tief ein und aus, lasse den Atem strömen und spüre, wie ich ruhig werde.

Ich erinnere mich an das vergangene Jahr.

 Wofür bin ich dankbar?

Was waren die Höhepunkte?

Welchen Menschen bin ich begegnet?
Wer war mir nahe, wem war ich nahe?
Was ist mir gut gelungen?
Wo gibt es Scherben und Schmerzvolles?

Was hat mir gefehlt?

Was bin ich schuldig geblieben?

Welche Orte habe ich besucht?
Was habe ich gelernt?
Was hat sich verändert?
Wofür bin ich dankbar?
Was lasse ich zurück?
Wo kann ich Gottes Spuren in meinem Leben erkennen?

Was wünsche ich mir im kommenden Jahr?
Worauf freue ich mich?
Was ängstigt mich, wer/was kann mir helfen?

Gott, ich sehe auf die vergangenen Monate. Mein Lebensjahr ist ein bunter Strauss voller Erinnerungen. Einige nehme ich so gern mit und andere haften schwer an mir. Heute ist das Jahr zu Ende. Ich lege es in deine Hand zurück, denn du gabst mir meine Lebenszeit. Ich danke dir dafür, dass du mich an unbeschwerten Tagen begleitet und an schweren Tagen getragen hast. Ich danke dir auch für die vielen normalen Tage, auch wenn sie oft hektisch waren. Denn Normalität gibt meinem Leben Rhythmus und Halt. Und das brauche ich. Amen

 MUSIK: Yiruma: The River Flows In You  

https://www.youtube.com/watch?v=fiBvOKmuWKg

 

PREDIGER 3,1-15

Zum Jahresende möchte ich uns einen wunderschönen und von Weisheit erfüllten Text vorlesen. Buch Prediger oder Kohelet Kapitel 3

  1. Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:

2 Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit;

3 töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit;

4 weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit;

5 Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit;

6 suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; 7 zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; 8 lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.

9 Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon.

10 Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen.

11 Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.

12 Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben.

13 Denn ein jeder Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.

14 Ich merkte, dass alles, was Gott tut, das besteht für ewig; man kann nichts dazutun noch wegtun. Das alles tut Gott, dass man sich vor ihm fürchten soll.

15 Was geschieht, das ist schon längst gewesen, und was sein wird, ist auch schon längst gewesen; und Gott holt wieder hervor, was vergangen ist.

 BILD: Brunnen Brücke

 Liebe Gemeinde,

alles hat seine Zeit: Geboren werden und sterben, lachen und tanzen und weinen und klagen.  Streit und Frieden. Da wo geweint und geklagt wird, wird man auch wieder lachen und fröhlich sein. Das Immer gibt es nicht. Das Leben ist wie ein Pendel, dauernd in Bewegung.

Am Ende eines Jahres lese ich diese Zeilen und denke: wie wahr! Das Jahr reihte ein Kapitel an das andere. Lebensabschnitte kamen und gingen und die Zeit floss einfach weiter. Ein Anfang und ein Ende haben schwere, aber auch glückliche Zeiten. Das Leben ist eben not the same procedure as every year.

Und ich erinnere mich, dass ich zu Weihnachten Familien von der Kanzel aus gesehen habe, deren Jahr traurig und leidvoll begonnen hat, die jetzt wieder glücklich sind, weil das Blatt sich gewendet hat. Ich sah auch solche, die jetzt leiden und dachte mir, auch hier wird der dunkle Weg einmal ein Ende haben. Und auch mein Lebensjahr reihte sorgevolle und wunderschöne Zeiten aneinander.

 Wieso das Leben diese Wege geht, das verstehen wir nicht immer, meint Kohelet, der Gemeindeprediger aus Jerusalem vor 2300 Jahren. «Für alles auf der Welt hat Gott schon vorher die rechte Zeit bestimmt. In das Herz des Menschen hat er den Wunsch gelegt, nach dem zu fragen, was ewig ist. Aber der Mensch kann Gottes Werke nie voll und ganz begreifen.»

Nein, wir werden die Wege Gottes und die manchmal verworrenen Wege des Lebens nie alle begreifen. Aber Gott hat uns die Ewigkeit ins Herz gelegt und mit ihr die Ahnung, das Vertrauen, das Wissen, dass Gott alles in der Hand hält. Und wenn Gott alles in der Hand hat, dann ist nichts umsonst, auch Leiden nicht, auch Weinen nicht. Dann ist nichts verloren und auch nichts sinnlos. Alles hat in Gottes Hand seinen Platz. Auch wir. Auch ich.

Die Schlussfolgerung des Predigers ist folgende:

12 Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben.

13 Denn ein jeder Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.

 So wünsche ich es uns, dass wir getrost mit Vertrauen in das neue Jahr gehen, denn Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Amen

 LIED: Siegfried Fietz: Von guten Mächten treu und still umgeben

https://www.youtube.com/watch?v=aN7dGz6NH5M

 GEBET

 Treuer Gott, ein neues Jahr liegt vor mir.
Neues Land.
Wohin werden meine Schritte mich führen?
Was wird mir begegnen?
Dir sage ich, was mir durch den Kopf geht.
In der Stille.

Stille

 Gott du sagst mir: Sei getrost und unverzagt.
Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht,
denn ich, der Herr, dein Gott, bin mit dir
in allem, was du tun wirst. (Jos 1,9)

 Gott, du machst mir Mut.
Ich nehme dieses neue Jahr unter die Füße.
Ich gehe los.
Sei du da, wenn meine Schritte tastend sind.
Bleibe bei mir, wenn ich mich verliere.
Halte mich, wenn die Weite mich taumeln lässt.

 Gott, du nimmst dich deiner Menschenkinder an.
Wir sind in Gedanken bei allen,
die das neue Jahr voller Erwartungen und freudig begrüßen werden.
Die Pläne schmieden und Träume hegen.
Die hoffen und wagen.

Wir bitten dich: Nimm dich ihrer an.

 Wir sind in Gedanken bei allen,
die nur zögerlich nach vorn schauen.
Die fürchten, was sie erwartet.
Die zaudern und zögern.
Denen das alles zu neu, zu unbekannt, zu offen ist.

Wir bitten dich: Nimm dich ihrer an.

 Wir denken an alle,
die auch am Beginn dieses neuen Jahres
ihrer Not und ihrem Elend nicht entkommen sind,
die keine Perspektive sehen.
Verzweifelte. Vom Leben Gebeugte.
An der Welt Zerbrochene.

Wir bitten dich: Nimm dich ihrer an.

 Wir sind in Gedanken bei denen,
die wir an unserer Seite wissen,
wenn wir in dieses neue Jahr gehen,
und bei denen, die wir vermissen.

Wir bitten dich: Nimm dich ihrer an.

Mit Jesu Worten beten wir, laut oder leise:

Vater unser im Himmel

…geheiligt werde dein Name;
dein Reich komme;
dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern;
und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

 Der Herr behüte Dich,

er behüte deine Seele,

er behüte deinen Ausgang und Eingang

bis in Ewigkeit.

Amen.

 Bleibt zuversichtlich, dann Gott ist da.

 BILD: Feuerwerk Luzern 2023

 MITTEILUNGEN

 Herzliche Einladung zu den besonderen Gottesdiensten am Anfang des Jahres in der Martin-Luther-Kirche Zürich:

Neujahrstag 1. Januar um 17.00 Uhr  – Gottesdienst mit Pfr Klaus Neugeboren

Am 7. Januar um 10.00 Uhr Abendmahlsgottesdienst mit Pfrin. Marion Werner

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Wir danken allen, die mitbeten, mit unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft und wünschen allen ein gesundes, von Gott gesegnetes und behütetes Jahr 2024, mit täglich (mindestens) einem Grund zur Freude und Dankbarkeit.

Herzliche Grüsse nach nah und fern,

Marion Werner und Thomas Risel

 

MUSIK: ABBA: Happy New Year

https://www.youtube.com/watch?v=3Uo0JAUWijM

 

HAPPY NEW YEAR LYRICS ÜBERSETZUNG

1) Kein Sekt mehr da
Und das Feuerwerk ist zu Ende.
Wir stehen hier, du und ich
Fühlen uns verloren und sind traurig.

2) Die Party ist vorbei
Und der Morgen scheint so grau zu sein
Ganz anders als gestern
Jetzt ist Zeit für uns, zu sagen

3) Glückliches Neues Jahr
Glückliches Neues Jahr
Mögen wir uns alle dann und wann
Eine Welt vorstellen
Wo jeder Nachbar ein Freund ist

4) Glückliches Neues Jahr
Glückliches Neues Jahr
Mögen wir alle die Hoffnung haben
Und unseren Willen, es zu versuchen
Sonst könnten wir uns gleich hinlegen und sterben

5) Manchmal sehe ich
Wie die schöne neue Welt bei uns ankommt
Und ich sehe, wie sie gedeiht
Auf den Trümmern unserer Vergangenheit

6) Oh ja, der Mensch ist verrückt
Und glaubt, ihm werde es gut gehen
Dabei schleppt er sich auf tönernen Füßen daher
Weiß nie, dass er auf einem Irrweg ist
Und geht trotzdem weiter

(Refrain Vers 3+4)

7) Es scheint mir
Dass die Träume, die wir vorher hatten
Alle verschwunden sind
Nichts mehr als Konfetti, das auf dem Boden liegt

8) Ein Jahrzehnt geht zu Ende.
Wer kann ahnen
Was in den nächsten zehn Jahren passieren wird?
Was erwartet uns Ende 89

(Refrain Vers 3+4)