LUTHER GEBET für SAMSTAG, den 12. September 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

Ich öffne mich für dich Gott.

Erfülle mich mit deiner Gegenwart.

Man sagt: «Menschen, die aus Hoffnung leben, sehen weiter.

Menschen, die aus der Liebe leben, sehen tiefer.

Menschen, die aus dem Glauben leben, sehen alles in einem anderen Licht» (Lothar Zernetti)

So lass in mir wohnen Gott, Glaube, Liebe und Hoffnung,

damit ich die Welt und mein Leben in deinem Licht sehen kann.

Amen.

Wir LAUSCHEN: Fritz Mader, der Leiter des Gospelchores, der seit vielen Jahren in unserer Luther-Gemeinde singt, ist Teil einer acapella Gruppe. Heute Abend hören wir 2 Stücke seiner Band INVIVAS

Stevie Wonder Medley (Live Acapella Cover): https://www.youtube.com/watch?v=Foqtlq60z18

MEDITATIONIch muss mich ändern, nicht den anderen.

Heute möchte ich Ihnen einen Text eines Kollegen aus Tübingen vorlesen, Thomas Steiger: «Lange habe ich gedacht: Ich muss meine Mutter erziehen. Sie dahin bewegen, dass sie sich verändert, und wir uns dann weniger in die Haare kriegen. Gerade so wie sie das immer und immer wieder mit mir versucht hat, auch als ich schon längst erwachsen und aus dem Haus war. Dass wir uns gestritten haben und in vielem nicht einer Meinung waren, fand ich in Ordnung. Aber es war auch anstrengend. Zumal es für mich um etwas Grundlegendes dabei ging: Wie bin ich in den Augen meiner Mutter ein guter Sohn? Diese Frage stand immer im Raum. Und ich habe sie zu beantworten versucht, indem ich meiner Mutter die Frage verbieten wollte. Das klingt vielleicht paradox, aber ich hab mir gedacht: Wenn sie mich erziehen will, dann versuch ich das umgekehrt genauso. Wenn sie einen anderen aus mir machen will, dann hab ich das gleiche Recht. Nur hat das natürlich nicht funktioniert. Im Gegenteil: Je mehr wir uns so ineinander verkantet hatten, desto schwieriger wurde unser Miteinander.

Heute ist das Gott sei Dank anders. Und ich weiß auch wieso. Wir haben es aufgegeben, den anderen zu dem Sohn, der Mutter machen zu wollen, die wir uns vorgestellt/gewünscht hatten. Wir „basteln“ nicht mehr am anderen herum, sondern haben akzeptiert, dass es da auch Verhaltensweisen und Charaktermerkmale gibt, die sich nicht ändern werden, auch wenn sie uns (nach wie vor) nicht gefallen. Ich denke, wir haben im Laufe der Jahre verstanden: Wenn wir nicht aneinandergeraten wollen, dann müssen wir etwas bei uns selbst ändern. Zum Beispiel, wie wir auf eine Sache reagieren, die uns immer geärgert hat. Meistens geht es ohnehin nicht um Weltbewegendes. Meine Mutter zum Beispiel braucht viel Sicherheit, sonst wird sie unruhig und macht alle um sie herum verrückt. Ihr dieses Gefühl von Sicherheit nicht zu geben, hat immer nur zum Gegenteil geführt: Noch mehr Aufregung! Also zeige ich ihr unter allen Umständen, dass sie sich auf mich verlassen kann. Das ist meistens ganz einfach. Es erfordert von mir nur eine kleine Änderung in meinem Verhalten und schon geht es besser. Ohne dass ich mich dabei verbiegen oder mein „Ich“ aufgeben müsste».

 

GEBET

Jesus Christus,
wenn du keine Hoffnung gibst,
wo sollen wir sie dann suchen?
Wenn du nicht vorbeikommst,
nach wem sollen wir sonst Ausschau halten?

Komm, Jesus Christus, sprich zu denen,
die sich nach Hoffnung verzehren.
Verwandele mit deiner Gegenwart die Orte ohne Trost:
Moria,
die ungezählten Lager, in denen Flüchtlinge zu überleben versuchen,
die Foltergefängnisse der Diktatoren,
die Hütten der Verarmten und Hungernden.
Komm und kehre dort ein,
wo unser Trost nicht ankommt.
Kyrie eleison.

Komm, Jesus Christus, sprich zu denen,
deren Schmerzen nicht enden.
Heile durch deine Gegenwart die Leidenden:
die Kranken, denen unsere Medizin nicht hilft,
die Infizierten und alle, die sie pflegen,
die Einsamen und die Trauernden.
Komm und kehre dort ein,
wo wir nicht heilen können.
Kyrie eleison.

Komm, Jesus Christus, sprich zu denen,
die in dieser Welt Einfluss haben.
Bekehre durch deine Gegenwart alle,
die sich ihrer Macht sicher sind:
die Herrscher,
die, die über Waffen verfügen,
diejenigen, die über andere urteilen
und die, auf deren Meinung gehört wird.
Komm und kehre dort ein,
wo unser Glaube keine Rolle spielt.
Kyrie eleison.

Komm, Jesus Christus,
und kehre in den Häusern der Kleinen ein,
bei denen, die dir vertrauen und auf dich hoffen,
Komm, Jesus Christus,
in unsere Häuser.
Sprich zu deiner Gemeinde –
hier und überall,
heute und alle Zeit.

Was uns persönlich wichtig ist, unser Leben und die Menschen, die wir lieben, bringen vor dich in der Stille:

STILLE

All das, für das ich jetzt gerade keine Worte finde, lege ich in das Gebet, das Jesus selbst und gelehrt hat.

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Herr segne und behüte dich

Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.

Amen

Wir LAUSCHEN Invivas: Disney Medley (Acapella):

https://www.youtube.com/watch?v=ai6oxERe3gU