LUTHER GEBET für SAMSTAG, den 14. November 2020

Herzlich willkommen zu unserem Abendgebet am Samstag.

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat. Amen

 

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

 

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

 

Unser Abendgebet steige auf zu dir, Herr,
und es senke sich auf uns herab dein Erbarmen.
Dein ist der Tag, und dein ist die Nacht.
Lass, wenn des Tages Schein vergeht,
das Licht deiner Wahrheit uns leuchten.
Geleite uns zur Ruhe der Nacht
und vollende dein Werk an uns in Ewigkeit.

 

Wir LAUSCHEN: Martin Buchholz «Ich zünde eine Kerze an»

https://www.youtube.com/watch?v=DP_90vWFOLQ

 

Zünde eine Kerze an,

dein Licht der Hoffnung,

heute soll es leuchten für die Welt.

Zünde eine Kerze an,

dein Lebenszeichen,

seht, wie unser Licht die Nacht erhellt.

 

Es leuchtet für die Menschen, die wir lieben

und für alle, die gerad‘ einsam sind.

Es leuchtet für Gebete, die wir flüstern,

für den Funken Mut, der in uns glimmt.

Es leuchtet für die Menschen, die uns helfen

Für die Ärztin und die Pflegerin,

Es leuchtet für den Trost, den wir jetzt brauchen,

Für den Abschied und den Neubeginn.

 

Es leuchtet für die Welt an allen Orten,

Meiland, Sao Paolo und Madrid,

Es leuchtet für die Kraft, die uns verbindet

Für den liebevollen nächsten Schritt

 

Zünde eine Kerze an,

dein Licht der Hoffnung,

heute soll es leuchten für die Welt.

Zünde eine Kerze an,

dein Lebenszeichen,

seht, wie unser Licht die Nacht erhellt.

 

MEDITATION: Wie wird im Himmel entschieden?

 

Liebe Gemeinde,

letzte Woche frage mich eine Frau, die gerade jemanden durch Covid 19 innerhalb einer Woche verloren hat: «Wie wird im Himmel darüber entschieden wer nun stirbt oder wer keine Symptome hat? Manche merken die Viruserkrankung gar nicht und andere rafft es plötzlich dahin. Wie wird das im Himmel entschieden?»

Ja…. Wie wird das im Himmel entschieden? Wie wird entschieden wer, wann und vor allem wie jemand stirbt: durch Covid 19, durch einen Unfall, durch Krebs, im Kindesalter, oder alt und lebenssatt?

Wir wissen es nicht. Ich weiss es nicht. Es gibt Fragen, auf die wir die Antwort nicht kennen. Vieles können wir in unserem Leben organisieren, wir sind sehr selbstständig in unserem Tun. Hier aber stossen wir an Grenzen. Wir haben unsere Geburt und unseren Tod nicht in der Hand – meistens zumindest nicht. Und hier erleben wir das Covid 19 Virus auch besonders heimtückisch, weil keiner wissen kann, wie er oder sie darauf reagiert.

Wie fragil das Leben doch ist, das macht uns diese Zeit besonders klar.

 

Mich tröstet es zu wissen, dass für uns Christen der Tod nicht ein Untergang, sondern ein Übergang ist. Mit dem Tod gehe ich nicht auf ein Ende aller Dinge und aller Beziehungen zu, sondern mit dem Tod gehe ich nach Hause. Zurück zu meinem Schöpfer, dessen Willen mich einst ins Leben gerufen hat. Wie genau es dort aussehen wird, das wissen wir nicht. Was wir aber wissen, das reicht, um uns zu trösten und Hoffnung zu schenken. Im Himmel erwartet uns Frieden in seiner vollkommensten und heilsamsten Art und Weise. Im Himmel erwartet uns Barmherzigkeit, das hat uns Christus versprochen. Im Himmel, so lehrt uns die Offenbarung des Johannes, wird Gott alle Tränen von unseren Augen abwischen, Leid, Sorge, Stress, Angst, Schmerz und Geschrei werden der Vergangenheit angehören. Und Gott wird alles in Allem sein. Das zu wissen ist tröstlich und tut uns gut.

 

Nun weiss ich aber, es gehört für viele von uns zu unseren grössten Ängsten einen lieben Menschen zu verlieren oder eine schwere Krankheit zu bekommen. Zurück zu bleiben mit der Trauer unter der Haut, mit dem Gefühl für immer jemanden zu vermissen.

Tod und schwere Krankheiten, aber auch andere Katastrophen verändern das Leben in einschneidender Weise und wir werden vorher nicht gefragt, ob wir dafür parat sind, ob wir jemanden loslassen wollen, ob wir gerade Zeit für Leid und Schmerz und Katastrophen haben. Das alles kommt einfach. Ganz plötzlich kann es sich ereignen.

Christus am Kreuz erinnert uns daran, dass es ein Leben ohne schwere Zeiten nicht gibt. Und wenn ich nach 20 Jahren im Pfarramt etwas aus meiner Seelsorge-Erfahrung sagen kann, dann dies: jeder von uns hat sein Kreuz zu tragen. Jede und jeder hat seine Leidensgeschichte. Wir vertrauen das nicht jedem an. Wir haben gelernt ein freundliches Gesicht aufzusetzen, in den sozialen Medien täuschen unsere Fotos darüber hinweg, wie es uns manchmal wirklich geht. Aber jeder von uns hat seine Lasten zu tragen. Als Christen wissen wir und wir erleben es auch immer wieder: wir tragen unsere Last nicht allein. Gott ist für uns da. Gott ist für mich da.

Auf all ihren Seiten erzählt die Bibel von Gottes Fürsorge für uns. Er trägt uns, er tröstet, er leitet, er stärkt, er schenkt uns neue Perspektiven und Möglichkeiten. Der 23. Psalm, der Psalm, der wohl über die Jahrhunderte am öftesten gebetet worden ist, nimmt genau diese Erfahrung auf: im dunklen Tal sind wir nicht allein und wir gehen auch nicht verloren. Mit Gott finden wir zurück ins Licht. Bonhoeffer schrieb einst: «Jesus Christus allein weiss, wo der Weg hingeht. Wir aber wissen, dass es ganz gewiss ein über alle Massen barmherziger Weg sein wird». Wir sind getragen, trotz allem. Amen

 

GEBET

1 Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.

3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

 5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

 

Barmherziger Gott,

Vieles bewegt uns heute. Freude und Sorge und Angst bringen wir dir.

Unser Leben und alle die wir von Herzen lieben.

 

STILLE

 

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Empfangt den Segen Gottes:

 

Dass dein Herz zur Ruhe kommt,

wenn der Tag sich neigt,

dass dein Herz zur Ruhe kommt

und barmherzig schweigt.

Dafür beten wir: «Friede sei mir dir!»

 

Dass die Sorge, die dich quält,

fort geht in der Nacht;

und dein Herz die Schäfchen zählt,

die Gott selbst bewacht.

Dafür beten wir: «Friede sei mit dir!»

 

Dass du, wenn der Tag anbricht,

unbeschwert erwachst.

Dich mit neuer Zuversicht, an die Arbeit machst.

Dafür beten wir: «Friede sei mir dir!»

 

So segne und behüte euch, Gott. Amen.

 

Wir LAUSCHEN: Martin Buchholz und Diana König: «Friede sei mit dir»

https://www.youtube.com/watch?v=s88oiQeF9c0