LUTHER GEBET für SAMSTAG, den 21. November 2020

Herzlich willkommen zu unserem Abendgebet am Samstag.

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat. Amen

 

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

 

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

 

«Herr, du hast uns geschaffen,

und unser Herz ist unruhig, bis es Ruhe findet in dir.

Dein ist das Licht des Tages.

Dein ist das Dunkel der Nacht.

Das Leben ist dein und der Tod.

Ich selbst bin dein und bete dich an.

Lass mich ruhen in Frieden,

segne den kommenden Tag

und lass mich erwachen, dich zu rühmen.»

 (Kirchenvater Augustinus, 4. Jahrhundert)

 

Gott ich danke dir, dass wir am Abend zusammenkommen können,

um gemeinsam zu beten.

Danke für die Gemeinschaft, die wir erleben dürfen,

obwohl wir doch örtlich getrennt sind.

Danke, dass wir durch Internet & Technologie miteinander verbunden sind

und im Geiste eins sein können.

 

Du bist jetzt bei uns Gott.

Jesus hat uns versprochen:

„Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen,

da bin ich mitten unter ihnen.“

(in Matthäus 18.20)

Es tut gut zu wissen, dass du bei uns mir bist Gott.

Ich brauche dich. Wir brauchen dich.

Amen

Wir LAUSCHEN: J.S.Bach „Jesus bleibet meine Freunde“. Orgel: Axel.Johannes Korb

https://www.youtube.com/watch?v=qdkw7QLozss

 

MEDITAITON: Oma und Opa Tag

Liebe Gemeinde,

vor einigen Tagen war «Oma und Opa» – Tag. So stand es im Kalender.

Wussten Sie das es das gibt. Ich nicht. Es gibt bekanntere Ehrentage.

Dennoch, mir gefällt dieser Tag, denn ich finde Großeltern wunderbar, nicht nur für die Enkel, sondern auch für die Eltern. Welch ein Segen und ein Geschenk Oma oder Opa zu sein und Omas und Opas zu haben – auch adoptierte Omas und Opas.

Ich kenne viele engagierte Omas und Opas, die alles stehen und liegen lassen, wenn sie von der Familie gebraucht werden: Wegen Geburten, Umzügen oder Krankheiten. Oder sie kümmern sich jede Woche zu festen Zeiten. Und selbst wenn die Enkel schon größer sind, bleiben Omas und Opas wichtig. Sie haben nicht selten den besseren Draht zu den Teenies, weil sie nicht in die täglichen Diskussionen und Auseinandersetzungen eingebunden sind. Und auch die Enkel sind oft gegenüber den Großeltern geduldiger, als sie es bei den Eltern sind. Ihnen erzählen sie vielleicht Dinge, die sie den Eltern nicht erzählen würden und erklären ihnen ihre Welt. Und sie nehmen von den Großeltern auch manches an, weil sie spüren, dass sie es gut mit ihnen meinen. Die gewisse Distanz tut da gut, sie bringt Enkeln und Großeltern mehr Gelassenheit. Omas und Opas genießen die Zeit mit den Enkelkindern besonders dann, wenn sie für ihre eigenen Kindern nur wenig Zeit hatten.

Ich kenne einige Großeltern, die sich auch die Zeit nehmen, um den Enkeln von ihrem Glauben zu erzählen. Sie erzählen ihnen, was sie schon alles erlebt haben und wie Gott ihnen dabei geholfen hat. Oder sie gehen mit den Enkelkindern in die Kirche. Eine Frau hat mir einmal erzählt:

„Wenn ich bei meiner Oma war, hat sie mich sonntags in die Kirche mitgenommen. Ich habe auf ihrem Schoß gesessen und nebenher in ein kleines Heft gemalt. Und die Oma hatte immer eine kleine Tüte Gummibärchen für mich dabei. Ich habe die Stunde genossen, auch wenn ich nicht wirklich zugehört habe.“ Von einem Mann habe ich mal gehört: „Wenn ich beim Opa war, hat er mir abends aus der Kinderbibel vorgelesen. Die Geschichten kenne ich bis heute.“

Liebe Gemeinde, in der Bibel habe ich keine Großeltern-Enkel-Geschichten gefunden. Das liegt vielleicht daran, dass die Leute früher nicht so alt wurden, als dass sie noch Zeit mit Enkeln hätten verbringen können. Doch es gibt eine kurze Notiz in einem Brief an einen Mann namens Timotheus. Da steht: „Dein Glaube ist genauso aufrichtig wie der Glaube deiner Mutter Eunike und deiner Großmutter Lois.“ Ich stelle mir vor, dass dieser Timotheus auch manches über Jesus von seiner Oma gelernt hat. Wie gut, wenn Menschen über Generationen hinweg so viel Gutes mitbekommen!

Und so möchte ich heute Abend einladen an Omas und Opas zu denken, sich zu erinnern, für sie zu danken und zu beten.

 

FÜRBITTE

Im 2. Buch Mose 34,21 heisst es: «An sechs Tagen sollst du arbeiten, am siebte Tag aber sollst du ruhen. Auch beim Pflügen und Ernten sollst du ruhen».

Der Vers ist aus dem Bundesschluss Gottes mit dem Volk Israel – mitten in der elenden Zeit der Wüstenwanderung – niemand wusste, wann das Elend in der Wüste einmal zu Ende gehen würde nach der Flucht aus Ägypten.

Was gab den Menschen Kraft, das auszuhalten? Das war Gottvertrauen, Gemeinschaft und Tradition, also Bewährtes weiter zu leben, all das gab ihnen Kraft.

 

Darum beten wir:

Unser Gott,

es ist leicht dir in guten Tagen zu danken,

aber lass uns dich nicht nur im Guten finden,

das du uns schenkst.

In der Fülle der lieben Menschen um uns

und in der Fülle unserer Vorratskammern.

Lass uns dich mit dem Herzen auch

In all den schweren Tagen und in all den Herausforderungen finden.

Lass uns deinen Trost in die Welt und zu den Menschen tragen:

Gottverstrauen, Gemeinschaft und die gute Tradition unseres Glaubens.

 

Lass uns ehrlich sein und verstehen,

dass unter uns Menschen Ungerechtigkeit, Krieg und auch Krankheit

nie enden werden in dieser Welt.  

 

Aber dein Licht ist heller als alle Dunkelheit und strahlt darüber.

Nichts kann es löschen.

 

Hilf uns und unserer Gemeinde,

dass wir dieses Licht glaubwürdig verkündigen.

Hilf, dass es in die Herzen der Menschen findet

zu verunsicherten Kindern,

zu dünnhäutigen und so oft schon aggressiv handelnden Erwachsenen,

die es kaum noch aushalten,

zu einsamen Senioren und zu Kranken und Sterbenden.

 

Wir bitten dich auch für unser neues Gemeindehaus.

Für alle Entscheidungen getroffen werden,

alle Verträge die Geschlossen werden,

für die Sicherheit auf unserer Baustelle

und auf allen Baustellen.

Nimm du das ganze Unterfangen in deine Hand.

 

Barmherziger Gott,

Vieles bewegt uns heute. Freude und Sorge und Angst bringen wir dir.

Unser Leben und alle die wir von Herzen lieben. Besonders denken wir heute an Opas und Omas.

 

STILLE

 

Dass du all unsere Gebete erhörst, dafür danken wir dir

 

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Empfangt den Segen Gottes:

Gott, in den Lichtblicken meiner Hoffnung,
in den Schatten meiner Angst,
in den Enttäuschungen meines Lebens
und in meinem Vertrauen auf das Kommende
sei mit mir, segne mich und behüte mich,
meinen Leib und Seele

meine Lieben und alles lege ich in deine Hände.
Dein heiliger Engel sei mit mir,

dass der böse Feind keine Macht an mir finde.

Amen.

Wir LAUSCHEN: J.S. Bach «Air». Es spielt Johnathan Scott an der Orgel der Universität Manchester

https://www.youtube.com/watch?v=PyMz0w2UC9s