Herzlich willkommen zu unserem Luther Gebet am Abend vor Palmsonntag

 

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Gottesdienste sind anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Verbunden, um diese Andacht zu feiern.

Wir kommen mit dem, was uns ausmacht.

Mit Freude im Herzen.

Aber auch mit Last auf der Seele.

Wir machen uns bewusst, was Christus für uns getan hat.

Wir lassen uns anregen davon, was Gott für uns will.

Amen

 

Wir LASCHEN und beten in Gedanken mit: Barbara Streisand «Avinu Malkeinu»  Das Gebet des Versöhnungstages Yom Kippur

https://www.youtube.com/watch?v=4rjYV9NUy40

 

Unser Vater, unser König, erhöre unsere Stimme,
Unser Vater, unser König, wir haben gesündigt vor dir!
Unser Vater, unser König,

hab Mitleid mit uns und unseren Säuglingen und unseren Kleinkindern.
Unser Vater, unser König,

 lass zu Ende gehen Pest und Schwert und Hungersnot über uns.
Unser Vater, unser König,

lass zu Ende gehen alle Unterdrückung und Verderben über uns.
Unser Vater, unser König, schreib uns ein ins Buch guten Lebens.
Unser Vater, unser König, erneuere über uns ein gutes Jahr.

 

Bild Sederabend

 

Liebe Gemeinde,

«Avinu Malkeinu schema coleinu» (Unser Vater, unser König, erhöre unsere Stimme).

Heute Abend beginnt im Judentum das achttägige Pessach Fest.

Der heutige Abend trägt den Namen Sederabend. Im Hebräischen bedeutet Seder, Ordnung. Diese Ordnung bezieht sich auf den Ablauf der religiösen Zeremonie des Abends. Man erzählt bei diesem Familienereignis über den Auszug der jüdischen Ahnen aus der ägyptischen Sklaverei in die Freiheit, man verzehrt symbolische Speisen und singt traditionelle Lieder.

 

Für uns Christen ist dieser Abend ebenfalls wichtig, weil Jesus mit seinen Jüngern den Sederabend gefeiert hat, als er zum letzten Mal vor der Gefangennahme und Kreuzigung mit ihnen zusammen war. Das ungesäuerte Brot und der Wein, die an diesem besonderen Abend gegessen und getrunken werden, begleitet von Segen und Gebet, hat Jesus damals umgedeutet. Von der Erinnerung an den Auszug aus Ägypten kommend, hat er auf die Zukunft gesehen und das Abendmahl eingesetzt. Das Abendmahl begleitet uns Christen. Es ist unsere Wegzehrung auf der Wanderschaft durch das Leben. Denn im Abendmahl feiern wir unsere Gemeinschaft mit Gott und untereinander. 

Rabbi Joel Berger aus Stuttgart sagt zu dem heutigen Sederabend: «In diesem Jahr kündigt der Seder eine Neuordnung an, um dem Chaos der Pandemie, die uns umgibt zu entkommen. Es ist für uns ein neuer Aspekt, dass wir Dank sagen für Vieles, das so oft für selbstverständlich gehalten wurde. Wir werden gewahr, wie sehr wir unsere Lieben schätzen und schützen, und auch unsere Beziehung zum Allmächtigen festigen wollen. Gerade in der Zeit der Dunkelheit und Angst.

Der Pessach ist auch eine Zeit der Gastfreundschaft. Es ist allzu schmerzlich, dass diese alte Tradition drastisch oder ganz und gar eingeschränkt sein wird, weil sich die meisten von uns in der Isolation befinden müssen. Denn die Erhaltung und der Schutz des Lebens haben Vorrang.

Wir müssen nachdenken, wie wir nach der Beendigung dieser Seuche uns individuell und auch gemeinschaftlich für diejenigen einsetzen können, deren Einsamkeit und Isolation, wir bisher vielleicht nicht wahrgenommen haben.

An diesem Abend sprechen wir: „…, dass wir uns in jeder Generation so sehen sollen, als ob wir selbst Ägypten verlassen hätten.“ Es ist eine Herausforderung über uns selbst hinaus zu blicken, uns nicht als Individuen zu identifizieren, sondern als Gemeinschaft, einen Teil der historischen Erfahrung unseres Volkes.

Aber Einheit muss nicht physisch gemeint sein. Sie kann auch durch Trennung erreicht werden – indem wir unsere Individualität fördern und uns auf unsere Möglichkeiten konzentrieren, wie wir unsere Welt ein klein wenig verbessern können»

 

Aus dem GEBET des Sederabends:

 

Gott, Du bist die Quelle des Lebens und aller Dinge
Für dich singen wir
Du nährst die Welt mit Güte und erhältst sie in Gnade
Wir finden dich im Staub und in der Leere des Raums
Wir schmecken dich in der Nahrung, die wir essen, und sehen dich in den
Gesichtern unserer Freunde
Du stärkst unsere Freude mit einer Liebe, die niemals endet

Wir segnen Dich, du Quelle des Lebens; so werden wir selbst gesegnet.

 

Gott, Du bist die Quelle des Lebens und aller Dinge
Für dich singen wir
Wir danken dir für den Regen, der den fruchtbaren Boden wässert
Und für alle Pflanzen und Tiere, von denen deine Welt voll ist
Wir füllen unsere Becher bis zum Überfließen aus dem Strom deiner Liebe
Wir graben unsere Wurzeln in deine Erde und sehen, wie unsere Zweige wachsen

Wir segnen Dich, du Quelle des Lebens; so werden wir selbst gesegnet.

 

Gott, Du bist die Quelle des Lebens und aller Dinge
Für dich singen wir
Und selbst wenn wir meinen, mit allem am Ende zu sein
So bist du in uns und läßt uns hoffen
Du bist gut. Das wird unseren Weg erhellen
Du bist da. Wir können gehen, auch ins Unbekannte.

Wir segnen Dich, du Quelle des Lebens; so werden wir selbst gesegnet

 

In Gedanken, Bildern, Worten und Gefühlen bringen vor dich was unser Herz bewegt,

unseren Dank,

unsere Erleichterung,

unsere Bitte,

unsere Sorgen,

unsere Ängste,

unsere Lieben,

uns selbst.

 

STILLE

 

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Empfangt den Segen Gottes

 

Der Herr segne und behüte dich

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden

 

Geht zuversichtlich in die Nacht und in den kommenden Tag,

denn Gott ist da.

Amen

 

Wir LAUSCHEN Shulem: Jerusalem aus Gold

https://www.youtube.com/watch?v=niTWPbC8gXo

 

Jerusalem aus Gold

Die Luft der Berge ist klar wie Wein,

Und der Duft der Pinien

schwebt auf dem Abendhauch.

und mit ihm, der Klang der Glocken.

 

Und im Schlummer von Baum und Stein, gefangen in ihrem Traum;

liegt die vereinsamte Stadt

und in ihrem Herzen eine Mauer.

 

Jerusalem aus Gold

und aus Kupfer und aus Licht,

lass mich doch, für all deine Lieder, die Geige sein.

 

Wie vertrocknet die Brunnen sind,

wie leer der Marktplatz.

Keiner, der den Tempelberg besucht, in der alten Stadt.

 

Und in den Höhlen der Felsen, heulen die Winde.

Und es gibt keinen, der hinabstiege zum Toten Meer, auf der Strasse nach Jericho.

 

Jerusalem aus Gold

und aus Kupfer und aus Licht,

lass mich doch, für all deine Lieder, die Geige sein.

 

Aber als ich heute kam, um für Dich zu singen,

und Dir Kronen zu binden,

da bin ich doch das geringste all Deiner Kinder, der letzte dem es zustünde, Dich zu besingen.

 

Brennt doch Dein Name auf den Lippen, wie ein Kuss der Serafim:

Wenn ich Dein vergäße – Jeruschalajim, Du ganz und gar Goldene.

 

Jerusalem aus Gold

und aus Kupfer und aus Licht,

lass mich doch, für all deine Lieder, die Geige sein.

 

Ja, wir sind zurückgekehrt,

zu den Brunnen, zum Markt und Deinen Plätzen.

Der Klang des Schofars hallt über dem Berg, dort in der Altstadt.

 

Und in den Höhlen am Felsen scheinen Tausende von Sonnen.

Lass uns wieder hinabsteigen zum Toten Meer, über die Straße nach Jericho.

 

Jerusalem aus Gold

und aus Kupfer und aus Licht,

lass mich doch, für all deine Lieder, die Geige sein.