Herzlich willkommen zu unserem Abendgebet am Samstag.

 «Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell» Jesaja 9,1

Mit diesen Worten des Propheten Jesaja begrüsse ich Sie am Abend vor dem ersten Advent.

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

Morgen ist Advent und wir sehen ein Licht. Hell und funkelnd.
Durch die Dunkelheit des Novembers hindurch kommt es zu uns.

Wir warten, denn darin sind wir dieses Jahr schon geübt.
Wir warten auf den Dezember und auf alles, was er bringen mag.
Und wir warten erstmal ab, was passiert und erwarten lieber nicht zu viel.
Und zugleich erwarten wir Großes.
Und wir können es kaum erwarten.

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,

dass der König der Ehre einziehe!  Psalm 24,7

Gott kommt.
Mitten hinein in unsere Welt, in unseren Alltag.
Und wir machen die Tore auf und unsere Herzen weit.

Wir warten an vielen Orten. Verstreut und verbunden.
Und wir feiern in seinem Namen.
Amen

Wir SINGEN «Macht hoch die Tür»

https://www.youtube.com/watch?v=e2NA6hHVTSw

MEDITAITON

Liebe Gemeinde,

morgen feiern wir den 1. Advent. Die Adventszeit ist immer schon eine besondere Zeit gewesen, Lichterglanz und Vorfreude auf Weihnachten prägen sie, Kerzen, Adventskranz, Lieder, Gerüche, Stollen, Plätzchen und Gebäck. Heimlichtuerei, weil man ja Geschenke parat machen will.

Wenn ich heute aus meinem Fenster sehe, dann zieht die Dunkelheit durch die Strassen,

Nebel umhüllt die Häuser und auch die Kälte des nahenden Winters. Fünf Jungs laufen mit Glocken und Hirtenhemden durch die Strassen. Ganz tapfer, denn der grosse Klausenumzug fällt dieses Jahr aus.

Zwei Nachbarn haben bereits Dekorationen angebracht.

Nur zögerlich schmückt man dieses Jahr sein Haus.

Die Adventsstimmung will nicht so recht aufkommen.

Es fehlen das Miteinander, die Konzerte, das gemeinsame Bummeln über die Weihnachtsmärkte und die heisse Tasse Punsch oder Glühwein, an der man sich die Hände wärmt. In Zürich fehlt der strahlende Tannenbaum am Hauptbahnhof. Es fehlen die Besuche, die Weihnachtsessen.

Und dadurch fehlt Gemütlichkeit.

Die Stimmung ist bedrückt, dass merkt man mit jedem Atemzug, den man einatmet.

 

Dennoch, heute am Abend vor dem 1. Advent möchte ich euch alle dazu einladen und dazu aufrufen in dieser Zeit nicht Trübsal zu blasen und nicht dauernd auf das zu sehen, was dieses Jahr nicht möglich ist.

Das was wirklich wichtig ist im Advent und zu Weihnachten: Das Kommen Gottes in die Welt, die Nähe Gottes die wir feiern – das hat sich nicht geändert. Diese frohe Botschaft bleibt gleich und fröhlich und tröstend. Auch unter Corona-Bedingungen.

Jede Kerze, die trotzdem brennt, jedes Lichterkette, die trotzdem leuchtet, jede Dekoration die trotzdem hängt, jedes Weihnachtskeks, das wir trotzdem backen, jedes Lied, das wir alleine anstimmen, im Wissen, dass andere es zuhause auch tun, singt davon, dass Gott in unsere Dunkelheit und Sorge kommt. Er lässt uns nicht allein mit dem Elend dieser Welt.

Der Duft von Lebkuchen, Stollen und Punsch, die wunderbar würzigen Geschmacksrichtungen dieser Zeit, sie erinnern uns an das alte biblische Wort «Sehet und schecket, wie freundlich Gott ist».

«Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell» Jesaja 9,1

 

«Der Kampf ums Fest – ist Weihnachten noch zu retten?“ titelte Spiegel online in der vergangenen Woche. Wie absurd, denke ich, die beiden Worte in einem Satz: Kampf und Weihnachten. Sicher, ich verstehe den Gedanken dahinter, sich jetzt zu beschränken, damit man dann im grösseren Freundes- und Familienkreis Weihnachten feiern kann.

 

ABER  … Weihnachten muss nicht gerettet werden, vielmehr ist es so, das Weihnachten uns rettet. In diesem Jahr erleben wir, was Warten und Hoffen wirklich bedeutet. Sehnsüchtig warten wir auf den Impfstoff und hoffen, dass es damit ein bisschen wie früher wird.

Warten und hoffen lernen wir in dieser Zeit ganz neu.

Vielleicht ist dies der erste „echte“ Advent, den wir erleben.

Eine Zeit, in der wir warten lernen und hoffen.

Weihnachten aber, müssen wir nicht retten, Weihnachten rettet uns.

Amen

 

 

Wir SINGEN «Tochter Zion»

https://www.youtube.com/watch?v=y-R81n9PWZE

 

GEBET

Gott, Licht der Welt, nah und fern.
Hier sind wir. An vielen Orten, in vielen Häusern.
Unter deinem Himmel.
Wir warten auf dich und sehen in das Dunkel der Welt.

 

In deine Hände legen wir:
Unsere Angst und unsere Sorgen.
Unsere Fragen und alle Ungewissheit.
Unseren Jubel und all unsere Hoffnung.

 

Lass dein Licht leuchten.
An allen Orten, in allen Häusern.
Unter deinem Himmel.

 

Wir denken vor dir an alle, die wir lieb haben. Was tun sie gerade?

 

Stille.

 

Wir denken an all die Orte, die dich brauchen: die Boote, die Krankenhäuser, die Flüchtlingslager, die stillen Kämmerlein …

 

Stille.

 

Und wir denken an deine Liebe, dein Leuchten.

Wir stellen uns und die ganze Erde in dein Licht.

 

Wir beten, wie du es uns gezeigt hast:

 

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

 

 

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Empfangt den Segen Gottes:

Der Herr segne und behüte dich,

der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig,

der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.

 

Geht zuversichtlich in die Nacht, den Gott ist da.

Amen