Herzlich willkommen zu unserem (155.) Luther-Gebet am Abend vor dem Trinitatis Sonntag/ dem Dreifaltigkeitstag.

 

Begrüssen möchte ich Sie und Euch alle mit einem Wort des Schweizer Theologen und Dichter Kurt Marti:

 

Ehe wir dich suchten Gott,
warst du da.
Bevor wir dich „Vater“ riefen,
hast du uns als Mutter umsorgt.
Beugten wir die Knie vor dir, dem Herrn,
kamst du als Bruder entgegen.
Beschworen wir deine Brüderlichkeit,
erging die Antwort schwesterlich.
Immer bist du es,
der vorher war;
allwärts bist du es,
der begegnet.

Amen

 

Möge Gott jedem und jeder von uns so begegnen, wie wir es gerade nötig haben.

 

Gottesdienste sind immer noch anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.             

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

verbunden, um diese Andacht zu feiern.

Wir kommen mit dem, was uns ausmacht,

allen Erlebnissen, Begegnungen und Gefühlen.

Wir machen uns bewusst, dass Christus lebt

Und an unserer Seite steht.

 

Ewiger Gott

Der Tag klingt aus und wir vertrauen uns dir an.
In der Stille die einen,

mit Worten die anderen.

Danke, dass du uns kennst,

auf unser Herz achtest

und auf unser Gebet hörst.

 

Ewiger Gott

Mein Tag ist nun zu Ende.

Ich möchte zur Ruhe kommen und Schlaf finden.

So viel ist noch in mir wach lässt sich nicht beruhigen.

So viel ist nicht fertig geworden und muss liegen bleiben.

Hilf mir, dass ich loslasse, was mich beschäftigt,

dass versinkt, was mich bedrückt,

dass ich aufatme,

vielleicht sogar lächle

und dass ich Ruhe finde in dir.

Amen

 

Wir LAUSCHEN: «Brunn allen Heils» – ein Lied, das wir immer im Gottesdienst zum Dreifaltigkeitsfest singen. So auch morgen.

https://www.youtube.com/watch?v=UDYV-WD5_No

 

Liebe Gemeinde, 

„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ – mit diesen Worten werden unsere Gottesdienste eröffnet. „im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“: mit dieser Formel wird in allen christlichen Kirchen die Taufe gespendet.

Es ist eine Formel, die uns allen sehr vertraut ist. Eine Formel, die uns am Anfang des Gottesdienstes sagt, wir feiern den Gottesdienst, weil Gott selbst uns eingeladen hat und versprochen unter uns zu sein: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“, sagt das Matthäusevangelium (18,20). Und wenn wir ein Kind im „Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ taufen, tun wir, was Jesus uns geboten hat und dürfen gewiss sein, dieses Kind gehört von nun an zum dreieinigen Gott – und nichts und niemand kann das je wieder rückgängig machen.

 

Diese Formel, stellt Gott als dreieinigen Gott in den Mittelpunkt, als schöpfenden Vater, erlösenden Sohn und belebenden Geist.

Wieso hat die Kirche jedoch ausgerechnet diese denkerisch so schwierige Formel ausgesucht? Wieso ist sie so wichtig, dass sie gleich an zwei so prominenten Stellen eingesetzt wird: am Beginn des Christenlebens bei der Taufe und am Beginn des Gottesdienstes?

 

„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ – diese Worte finden sie quer über die drei Farbfelder des Bildes, das ich heute Abend mitgebracht habe. Dabei ist es so, dass jedem Namen ein Farbfeld zugeordnet ist: Dem Vater das erste, gelbe Feld, dem Sohn das zweite, rötliche Feld und dem Heiligen Geist das dritte, bläuliche Feld.

Franz Sattler, einem österreichischer Fotograf, hat mit diesem abstrakten Sinnbild im Jahr 2011 an der Ausstellung  „1+1+1=1 Trinität“ teilgenommen.

BILD ANFANG

 Wenn man das Bild anschaut, dann kann man sich zunächst nur wundern, wie einfach es aufgebaut ist: Drei farbige Flächen und die trinitarische Formen darüber geschrieben. Sollte das Geheimnis der Trinität dann doch so einfach aufzuschlüsseln sein? Die Dreieinigkeit Gottes ist ja für uns im besten Fall etwas Geheimnisvolles und Unergründliches – ein göttliches Wesen und drei Seinsweisen. Im schlimmsten Fall ist die Dreieinigkeit etwas, was man einfach nicht verstehen kann und darum entweder hinnimmt oder eben ablehnt.

 

In langsamen Schritten wollen wir uns mit Hilfe des Bildes dem dreieinigen Gott nähern und ihn zu uns sprechen lassen.

Alle Welt besteht aus Farben. In der Natur gibt es aber nirgendwo ganz reine Farben. Kein reines Rot, Blau, Gelb, sondern immer nur gemischte Farben: Sonnenblumengelb, Zitronengelb, Himmelblau, Stahlblau, Tomatenrot, Flieder, Waldgrün, Grasgrün…und viele Farbtöne mehr.

 Der Künstler Franz Sattler hat sich hier für die drei Farbtöne der bunten Druckerpatrone entschieden: Yellow, Magenta und Cyan. Mit Hilfe dieser Farbtöne, werden alle bunten Bilder und Dokumente ausgedruckt.  

Die Farbe Yellow – hat der Künstler Gott, dem Vater, zugeordnet. In der kunstgeschichtlichen Tradition steht die Farbe Gelb eigentlich für Gold, und damit für die Ewigkeit Gottes, für das Göttliche

Die Farbe Magenta hat der Künstler mit Gott, dem Sohn, verbunden. Wenn wir Magenta als Purpur verstehen, dann deutet diese Farbe sowohl auf das Blutvergiessen Jesu am Kreuz als auch auf die königliche Würde Jesu hin. Denn die aus vielen Purpurschnecken gewonnene kostbare Farbe Purpur war in den früheren Zeiten allein Königen vorbehalten.

Die Farbe Cyan hat der Künstler mit Gott, dem Heiligen Geist assoziiert. Als Farbübergang von Blau zu Grün symbolisiert Cyan sowohl den Wunsch nach einer Verbindung mit dem blauen Himmel als auch die „grüne“ Hoffnung auf Unsterblichkeit.

Wie mit nur drei Farben alles gedruckt werden kann und daher in jedem Druckerzeugnis drei Farben in unterschiedlichen Mischverhältnissen vorhanden sind, so mischt sich auch der dreieinige Gott in unsere Welt und in unsern Glauben ein. Man könnte sagen, die Welt und unser Leben, die Wirklichkeit selber ist trinitarisch gefärbt. In allen Farben Gott.

Gott, der Vater, der Schöpfer, hat in seiner Schöpfung Spuren hinterlassen. Darum können wir die Schöpfung auch als einen Hinweis auf den Schöpfer verstehen. Die Schönheit und Grösse der Schöpfung aber auch ihre Ordnung, ihre Gesetze, die wir mit Neugierde erforschen dürfen, soll uns zur Erkenntnis der Grösse und Herrlichkeit Gottes führen.

Gott, der Sohn, ist in Jesus Christus Mensch geworden. Er ist für uns am Kreuz gestorben zur Vergebung unsere Sünden. Wo er sich in unser Leben einmischt, da werden wir zwar zur Erkenntnis unserer Sünde und Unwürdigkeit vor Gott geführt, aber da erfahren wir auch die Gnade und Barmherzigkeit Gottes. Da erfahren wir Befreiung und Entlastung.

Gott, der Heilige Geist, führt zur Vollendung unseres Glaubens. Er ruft uns in die Gemeinschaft der Glaubenden, in seine Kirche. Er ist die Kraft Gottes in unserm Leben, die uns verwandelt und uns zu neuen Menschen macht; Er macht uns unseres Glaubens gewiss und begabt uns mit Liebe, Freude und Frieden.

 

Vater, Sohn und Heiliger Geist – drei Seinsweisen Gottes, drei Gesichter des einen Gottes mit je eigener Färbung. Und jede dieser Farben ist nötig. Jede dieser Farben bringt uns Gott näher, lässt ihn uns erkennen als den nahen und liebenden Gott.

 

Wo nur eine oder zwei Farben sich in den Vordergrund drängen würde;

wenn wir nur die Schöpfungskraft Gottes sehen,

oder wenn wir nur Jesus, der uns Gott nah brachte,

oder den belebenden Heiligen Geist bevorzugen,

da wird das Bild von Gott schief,

es bekommt einen eigenartigen Farbstich.

Das kennen Sie, wenn eine Farbpatrone leer ist und der Ausdruck unansehnlich wird.

 

Wer immer nur auf seinem Glaubensstandpunkt beharrt,

dem täte die Weite des Schöpfungsglaubens gut.

Umgekehrt: Wer Gott in aller Welt am Wirken sieht,

muss auch wissen, dass sich an Jesus Christus die Geister scheiden.

Für wen der Glaube vor allem Bewegung ist,

muss womöglich feststellen, dass Glauben nicht ganz

ohne feste Formen und Verbindlichkeiten im Leben gelebt werden kann.

Und umgekehrt:

Wer sich allein auf die Formen des Glaubens stützt, braucht auch einmal den frischen Wind der heiligen Geistkraft.

 

Wenn es die dreifaltige Farbenvielfalt nicht gäbe, wäre auch unser Bild von Gott ziemlich eintönig.

Unser Glaube und unser Leben spiegelt die Farbenvielfalt Gottes wider.

Das Bild mit den drei Farben kann uns die Augen öffnen und ein Licht werfen auf die dynamische Lebendigkeit unseres Lebens

und auf die farbenfrohe Gesellschaft Gottes.

In diesem Sinn wünschen ich Ihnen und Euch allen einen farbenprächtigen Trinitatissonntag.

Amen

 

Wir LAUSCHEN einen Kanon von Pachelbel … mit geschlossenen Augen…. Oder wer mag, kann die schönen Bilder dazu ansehen.

https://www.youtube.com/watch?v=NlprozGcs80

 

FÜRBITTE

Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist,

du gibst den Müden Kraft und Stärke genug denen,

die am Ende sind und nicht mehr weiter wissen.

Wir danken dir und hoffen auf dich,

der du uns gerufen hast aus der Finsternis zum Licht

und zur Erkenntnis deiner Herrlichkeit.

Wir bitten dich: sei unser Helfer und nimm dich unser an.

Die Bedrängten unter uns errette,

der Bedrückten erbarme dich,

die Gefallenen richte auf,

den schuldig Gewordenen schenke Vergebung,

den Bittenden erscheine zur Hilfe,

 die Kranken stärke,

 die Sterbenden erfülle mit Hoffnung.

Gott, des Friedens, lass Frieden werden dort,

wo Hass, Unterdrückung, Terror und Krieg herrschen.

In Gedanken, Worten und Gefühlen bringen vor dich was unser Herz bewegt,

unseren Dank,

unsere Erleichterung,

unsere Bitte,

unsere Sorgen,

unsere Ängste,

unsere Lieben,

uns selbst.

 

STILLE

 

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Empfangt den Segen Gottes

 

Geht in Frieden und glaubt fest,
dass Gott euch bei eurem Namen gerufen hat.
Geht in Frieden und entdeckt, wie schön es ist,
Gottes Liebe weiterzugeben.
Geht in Frieden, denn Gott ist bei euch
mit seinem Trost und mit seiner Liebe.

Amen