LUTHER GEBET für SAMSTAG, den 5. Dezember 2020

Herzlich willkommen zu unserem Abendgebet am Samstag.

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat. Amen

Bild Adventkranz

 

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

Amen

Meistens wird Gott ganz leise Mensch,

die Engel singen nicht

die Könige gehen vorbei

die Hirten bleiben bei ihren Herden

meistens wird Gott ganz leise Mensch,

von der Öffentlichkeit unbemerkt

von den Menschen nicht zur Kenntnis genommen

in einer kleinen Zweizimmerwohnung

in einem Asylantenwohnheim

in einem Krankenzimmer in nächtlicher Verzweiflung

in der Stunde der Einsamkeit

in der Freude an Gedichten

meistens wird Gott ganz leise Mensch,

wenn Menschen zu Menschen werden!

                                                                          Andrea Schwarz       

Wir LAUSCHEN: Es kommt ein Schiff geladen

 https://www.youtube.com/watch?v=csJ1-tmH_7M

MEDITAITON: Im Dunkeln das Licht

Bild Polarlichter  

Liebe Gemeinde,

letzte Woche stand in dem Kalender «Der Andere Advent» ein wunderschönes Abendgebet. Beides, das Gebet und das dazu gehörige Bild sind mit nachgegangen.

Das Nachtgebet, wir werden es heute noch miteinander beten, hat eine wunderbare Sprache. Sie ist so beweglich wie das Licht am Himmel das im Hintergrund zu sehen ist. Pulsierende grüne Bänder aus Licht, darunter ein Zelt im tiefen Schnee, von innen hell erleuchtet.

Sehr gern würde ich einmal das Polarlicht selber sehen. Dafür müsste ich allerdings an den Polarkreis reisen und im Winter, wenn die Sonne dort wochen- oder monatelang gar nicht mehr aufgeht. Nach den Kriterien «dunkel» und «kalt» wähle ich normalerweise meine Reiseziele nicht aus. Zwei Wochen sollte man sich dort aufhalten, um sicherzugehen, dass man auch wirklich ein Polarlicht zu sehen bekommt. Auf jeden Fall, so habe ich mir sagen lassen, muss man sich sehr warm anziehen. Unsere normalen Ski- und Winterkleider langen da nicht aus. Aber einmal unter diesem bewegten grün leuchtenden Himmel zu stehen, da würde ich Kälte und Dunkelheit in Kauf nehmen. Allerdings sicher nicht im Zelt.

Polarlichter sind aus Sonnenwind gemacht, sehr vereinfacht gesagt. Teilchen der Sonne sind zwei bis drei Tage unterwegs, bis sie auf die Erdatmosphäre treffen und dort das Leuchten erzeugen. Ich finde es eine tröstliche Vorstellung, dass und wie sich die Sonnte unter Aufbietung aller physikalischen Möglichkeiten bemüht, etwas von ihrem Leuchten noch in das tiefste Dunkel zu bringen.

Ich sehe auf unser Bild und mir wird klar, man muss in die Dunkelheit reisen, um dieses wunderbare Licht zu sehen. Vielleicht müssen wir manchmal wirklich dahin, in die Dunkelheit unserer Sorgen und Ängste, um ein Licht zu sehen, um das Licht neu schätzen zu lernen, um zu erkennen, wie wertvoll viele Dinge, besonders viele selbstverständliche Dinge in unserem Leben dann doch sind. Normalerweise redet man Mitten im Dezember davon, wie man bloss all die Familientreffen überstehen soll, auf die man gar keine Lust hat. Man seufzt, weil man ja hier und dort noch zu einem Weihnachtessen gehen muss, man ist ja so müde am Ende des Jahres. Man ist gestresst. Und dieses Jahr, dieses Jahr kämpfen wir um das Zusammensein mit unseren Liebsten, mit der Familie, auch wenn einige Mitglieder der Familie etwas eigenartig sind. Vielleicht muss man manchmal in die Dunkelheit reisen, um das Licht zu sehen und zu schätzen.

Das Nachtgebet für heute stammt von Giannina Wedde, einer christlichen Mystikerin. Sie begleitet Menschen auf spirituellen Wegen. Und das sind nicht nur Wege im Licht, sondern manchmal auch Wege in die eigene Dunkelheit aus Sorge und Angst. Sie schreibt «für eine Nacht nur gib den Sternen, was dich sorgt». Gib deine Sorgen ab, denn du kannst jetzt nichts mehr tun. Lass die Nacht kommen, dich bedecken. Aber sei gewiss eine «namenlose Liebe» umgibt dich. Das Wort Gott wird nicht ausgesprochen, im Wissen, dass es Menschen gibt, die damit Mühe haben. Dennoch ist das Vertrauen da, dass wir umhüllt sind von göttlicher Nähe. Und dass noch im tiefsten Dunkel Teilchen aus Sonnenwind ankommen.

Amen.

GEBET

Leg deine Ängste nieder.

Für eine Nacht und gib den Sternen, was dich sorgt.

Es kehrt die Ruhe wieder,

denn alle Dinge, die wir halten, sind geborgt.

Du darfst die Augen schliessen, du darfst vergessen, was dich eben noch gebeugt.

Das Blau der Nacht lass fliessen,

das eine namenlose Liebe treu bezeugt.

Du bist von ihr umgeben,

lass nun den Dingen ihren Lauf und schlafe ein.

Du bist beschenkt mit Leben.

Ein jeder Morgen locht dich zärtlich, Licht zu sein.

(Giannina Wedde)

Barmherziger Gott, der du uns unsichtbar umhüllst,

dir gebe ich mein Leben und mich selbst…

Stille

Alles was mich bewegt, Freude und Sorge und Angst.

Stille

In deine Hand lege meine Liebsten. Alle die mir wertvoll sind.

Stille

In deine Hand lege ich alle, die leiden und jene, die sich um sie kümmern.

Stille

In deine Hände lege ich die Menschen, das Weltgeschehen, die Natur, das Klima, die Kriege… die grossen Sorgen dieser Welt.

Stille

Für diese Nacht lege ich alles ab in deiner Hand.

Auch mich selbst. Ich lasse den Dingen ihren Lauf.

Lass mich in Frieden schlafen, Gott.

Und morgen, wecke mich zärtlich und locke mich, ein Licht zu sein.

 

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Empfangt den Segen Gottes:

Der Herr segne euch im Advent;
er schenke eurer Seele Ruhe,
um sich auf ihn auszurichten.

Er lasse den Tau des Himmels auf euch herabkommen,
damit sich euer müder Glaube erfrische.

Er schenke euch die Geduld für sein Kommen,
auf dass ihr sehen werdet, wer er ist:
Immanuel – Gott mit uns.

So segne und behüte euch der dreieinige Gott
+ Vater, Sohn und Heiliger Geist
Amen.

Wir LAUSCHEN «Nun kommt der Heiden Heiland»

https://www.youtube.com/watch?v=P4Y-e4HQczs