LUTHER GEBET für SAMSTAG, den 7. November 2020

Herzlich willkommen zu unserem Abendgebet am Samstag.

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

der Quelle des Lebens, die uns gibt, was wir zum Leben brauchen.

Im Namen Jesu Christi, der Liebe, die uns vom Tod zum Leben bringt.

Im Namen des Heiligen Geistes, der uns durch dunkle Tage zum Licht führt.

 Amen

 

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

 

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

 

Der Tag endet Gott, es wird still,
und ich blicke zurück:
Vieles war gut, manches schwierig.
Sollte ich zufrieden sein?
Oder klagen?
Gott, du weißt, was mich beschäftigt.
Lass es auch in mir still werden.
Sammle mich, damit ich weise werde
und Ruhe finde in dir.

 

Wir LAUSCHEN «He`s got the whole world in his hands” (Er halt die ganze Welt in seiner Hand)

https://www.youtube.com/watch?v=MWpwCE94L3w

 

MEDITAION: Von Gott geführt

 Liebe Gemeinde, der Monatsspruch für November lautet «Gott spricht: Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten» (Jeremia 31,9)

Dieses Versprechen Gottes geht mir die ganze Woche schon nach, gibt mir Halt und Trost. Immer wieder sage ich mir: Gott will uns trösten und er will uns leiten! Darauf können wir uns verlassen. Er leitet uns.

Aber wie leitet Gott? Wie führt er uns?

Eigentlich sagt man ja im Volksmund: «Probieren geht über Studieren». Und ich komme damit recht gut durch. Dicke Bedienungsanleitungen zu studieren ist nicht ganz so mein Ding. Mit meinem Verstand und meiner Intuition komme ich nach meiner bisherigen Erfahrung recht weit. Zum Glück.

Wenn es um den Alltag geht, so organisiere ich gern alles. Anders geht es gar nicht Beruf, Familien, Kinder, Hausaufgaben, Haushalt unter einen Hut zu bringen. Dennoch merke ich, manchmal kommt, trotz hervorragender Organisation, alles anders. Und besonders in dieser Pandemiezeit kommt jeden Tag fast alles anders. Jetzt halte ich immer wieder an, schaue mich um, überlege, wie es weiter geht, welches der nächste richtige Schritt ist. Und mein Weg entsteht, indem ich ihn gehe.

«Gott spricht: Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten» (Jeremia 31,9)

In einem jüdischen Weisheitsbuch gibt es einen wunderbaren Satz: „Der Mensch wird des Weges geführt, den er wählt.“ Es ist eigentlich ein Paradox. Entweder ich werde geführt, oder ich kann selbst wählen. Beides geht nicht. Sagt mir mein logischer Verstand. Aber mein Leben spricht eine andere Sprache: Gerade, wenn etwas nicht so gelaufen ist, wie ich’s gewünscht und geplant hatte, hat sich schon manchmal etwas anderes ergeben, auf das ich sonst nie gekommen wäre. Zum Beispiel Pfarrerin zu werden, und eben nicht Chemie zu studieren, was ich es als Jugendliche mal gewollt hatte. Heute denke ich, es hat gestimmt so. Und bin dankbar für meinen Weg.

Ich weiß nicht, welche Pläne Gott für mein Leben hat. Oder für das Leben anderer Menschen. Oder für unsere Welt. Aber ich glaube, dass er uns mit unserem Suchen und Planen nicht allein lässt. Auch jetzt nicht, in dieser schwierigen Zeit. Ich vertraue darauf, dass er uns führt, wenn wir eigene Pläne machen. Wenn wir Schritt für Schritt einen Weg suchen, der uns durch diese beklemmende Unsicherheit hindurchführt. Wenn wir unsere Kräfte bündeln. Wenn wir die Jungen verstehen mit ihrer Sehnsucht nach unbeschwertem Leben, und die Alten schützen mit ihrer fragilen Gesundheit. Kein leichter Weg, den die Verantwortlichen und wir alle miteinander da finden und gemeinsam gehen müssen. Kein leichter. Aber ein geführter.

«Gott spricht: Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten» (Jeremia 31,9)

Amen

 

FÜRBITTE

Gott erfülle mich mit deiner Liebe

und wecke in mir Vertrauen in Deine Führung.

Sende mir deinen Geist und dein Licht.

Mach hell meine Wege und klar meine Augen,

damit sie den Weg sehen,

den Du mit mir gehen willst.

Wir bringen vor dich unsere Trauer, unsere Sorge, unser Mitgefühl
für die Opfer der islamistischen Terrorakte und ihre Angehörigen,
für die bedrohten Synagogen und in Kirchen in Europa,
für die an Covid19-Erkrankten und ihre Familien,
für die, denen die Pandemie die Lebensgrundlage bedroht,
für die Menschen in den so gespaltenen Vereinigten Staaten von Amerika,
für die, die Angst haben um die Demokratie in unserem Land.

Barmherziger Gott,

Vieles bewegt uns heute. Freude und Sorge und Angst bringen wir dir.

Unser Leben und alle die wir von Herzen lieben.

STILLE

 VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Empfangt den Segen Gottes, heute aus dem 5. Buch Mose 31,6:

«Seid mutig und stark!
Habt keine Angst, und lasst euch nicht von ihnen einschüchtern!
Der Herr, euer Gott, geht mit euch.
Er hält immer zu euch und lässt euch nicht im Stich!»

Geht gesegnet in die Nacht. Bleibt zuversichtlich. Gott ist da.

Amen

 Wir LAUSCHEN: J.S.Bach „Befiehl du deine Wege“ 

https://www.youtube.com/watch?v=rB06Rkq3sjo