Herzlich willkommen zum 420. Luther-Abendgebet am Mittwoch, 12. August 2026

Wir sind noch im Hochsommer – Zeit der Wärme, des Lichts, und auch des Schattens: zwischen Ferien, Entspannung, Ruhe, und zugleich Erschrecken über die Hitzewochen, die schrecklichen Kriegs- und Gewaltwirren in Israel, Ukraine, Libanon, Sudan – mit der Hoffnung, dass Gott Licht und Schatten mitträgt.

Heute erwartet uns ein besonderes Himmelsspektakel.

Darüber hören und beten wir heute in Texten und Musik.

So sammeln wir uns:

im Namen Gottes, der uns wie ein Vater und eine Mutter in Liebe umfängt,

im Namen Jesu Christi, dem Herrn und Bruder, der uns im Leiden trägt und hilft,

und im Namen der Heiligen Geistkraft, die uns verbindet zwischen Himmel und Erde.

Amen.

In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt:  Gott bleibt, unser Gebet bleibt.

Ich zünde eine Kerze an, für den Frieden, für die Hoffnung:

 

Bild: Sonnenuntergang am Zürisee

Psalm 8

EWIGER,

wie machtvoll ist dein Name in allen Landen,

der du deine Hoheit über den Himmel gebreitet hast.

3 Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge

hast du eine Macht geschaffen gegen alle, die dich bedrängen,

auf dass Feindschaft und Rache verstummen.

4 Wenn ich deinen Himmel sehe, das Werk deiner Finger,

den Mond und die Sterne, die du hingesetzt hast:

5 Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst,

und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

6 Du hast ihn wenig geringer gemacht als Gott,

mit Würde und Glanz hast du ihn gekrönt.

7 Du lässt sie walten über die Werke deiner Hände,

alles hast du unter ihre Füsse gelegt:

8 Schafe und Rinder, sie alle,

dazu auch die Tiere des Feldes,

9 die Vögel des Himmels und die Fische im Meer,

was da die Pfade der Meere durchzieht.

10 EWIGER, unser Herr,

wie machtvoll ist dein Name in allen Landen.

(Aus Zürcher Bibel und Bibel in gerechter Sprache)

 

Musik: Christine Champion, Psalm 8 NIV – Eden Scripture Song

https://www.youtube.com/watch?v=GZiVqMLf_h8

 

Wünsch dir was…. Schönes!

Heute am 12. August gibt es gleich zwei besondere kosmische Ereignisse zu bestaunen: eine fast vollständige Sonnenfinsternis am Tag, und viele Sternschnuppen in der Nacht.

Die totale Sonnenfinsternis spielt sich grösstenteils über Grönland, Island und Spanien sowie dem Nordpolarmeer und dem nördlichen Atlantik ab.

Ab 19 Uhr schiebt/schob sich der Mond allmählich von rechts unten vor die Sonne. Etwa um 20.20 Uhr erreicht das Ereignis seinen Höhepunkt: 90 Prozent der Sonne sind verdeckt, und sie ist nur noch als schmale Sichel zu sehen. Der Himmel ist dann so dunkel wie während der Abenddämmerung. Gegen 21 Uhr ist alles wieder vorbei – die Sonne ist dann aber bereits hinter dem Horizont verschwunden.

Besonders gut kann man sie von einem Hügel oder Berg aus beobachten. Richtung Nordwesten muss man einen möglichst tiefen und unverstellten Horizont haben.

(Das Bundesamt für Gesundheit weist aber darauf hin, dass eine gewöhnliche Sonnenbrille nicht ausreicht. Man muss eine spezielle Schutzbrille verwenden, weil sonst die Netzhaut Schaden nehmen kann.)

Auf die nächste Sonnenfinsternis mit so starker Verdunkelung müssen wir in Zentraleuropa bis ins Jahr 2081 warten, am 3. September, eine totale Sonnenfinsternis.

 

Bild: Sonnenfinsternis

Ausserdem gibt es in dieser Nacht noch ein weiteres Himmelsspektakel: in der Nacht vom 12. auf den 13. August sind viele Sternschnuppen zu sehen.

«Die Erde kreuzt dann jeweils eine riesige Wolke aus winzigen Partikeln, die ein Komet namens Swift-Tuttle in unserem Sonnensystem hinterlassen hat», das erklärt im aktuellen Migros-Magazin der Astronom Markus Griesser. Er hatte die Sternwarte Eschenberg bei Winterthur aufgebaut. «Die Kometentrümmer, von denen jedes nur etwa so gross wie ein Sandkorn ist, treffen mit einem irrwitzigen Tempo von etwa 216 000 Kilometern pro Stunde auf unsere Atmosphäre. Dabei lösen sie elektrische Entladungen aus, die wir als Leuchtspuren am Nachthimmel sehen. Aber über den ganzen Himmel verteilt, leuchten sie oft nur für den Bruchteil einer Sekunde.

Am besten legt man sich im Freien flach auf den Rücken; so kann man die ganze Himmelskuppel im Blick behalten. Wichtig ist, dass man einen dunklen Ort mit möglichst wenig ‚Lichtverschmutzung‘ wählt, also ohne den Widerschein von Strassenlampen und anderen hellen Lichtern.

„Die echten August-Sternschnuppen tauchen im Nordosten auf und flitzen in allen Richtungen über den Nachthimmel. Weil sie ihren Ursprung scheinbar im Sternbild Perseus haben, nennt man sie auch Perseiden.»

Im Idealfall sind während der ganzen Nacht bis zu 500 Sternschnuppen zu sehen.

Bild: Perseiden (Modell)

Psalm 8

Die Verse aus Psalm 8, die Sonnenfinsternis und die Perseiden-Sternschnuppen zeigen uns einmal mehr die tiefe Schönheit und Weite der Schöpfung.

Das Weltall ist unvorstellbar gross. Milliarden Galaxien zeigen eine unendliche Weite.

Sie erinnern uns daran, wie klein der Mensch im grossen Weltall ist, und wie viel Würde und Liebe Gott uns dennoch schenkt.

Die Erde ist unser kostbares Zuhause. Sie bietet die richtigen Bedingungen für das Leben. Der Schöpfungs-Psalm 8 erinnert uns daran, wie Gott das Unendliche mit dem Nahsein verbindet. Er hält die Sterne und hört doch die Gedanken der Menschen.

Und er hat uns eine grosse Verantwortung gegeben, für das Bebauen und Bewahren dieser Erde, inmitten eines unendlichen Weltalls.

Ein heisser Sommertag liegt wieder hinter uns. Die Nacht ist fast hereingebrochen. Vielleicht liege ich einfach auf der Liege oder mit dem Rücken im Gras auf dem noch warmen Boden. Nach und nach erscheint ein sternklarer Nachthimmel.

Eine tiefe Ehrfurcht vor dem gewaltigen Schöpferwerk Gottes erfüllt mich und lässt mich staunen.

Vielleicht erging es dem Psalmbeter des 8. Psalm ähnlich, als er betete:

„EWIGER,

wie machtvoll ist dein Name in allen Landen,

der du deine Hoheit über den Himmel gebreitet hast.

4 Wenn ich deinen Himmel sehe, das Werk deiner Finger,

den Mond und die Sterne, die du hingesetzt hast:

5 Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst,

und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?“

Ich kann staunen und danken und beten.

Fürbitten:

Gott, Ewiger, Schöpfer:

Wir staunen über die Schönheit dieser Erde und das Leuchten am Nachthimmel.

Wir danken dir für das Wunder des Lebens, für den Rhythmus von Tag und Nacht, von Sonne und Schatten.

Gott, wir bitten dich:

Öffne unsere Augen für die leisen und grossen Wunder.

Bewahre uns davor, blind zu werden für die Einzigartigkeit unseres blauen Planeten.

Wir sehen unsere Kleinheit im Angesicht des unendlichen Weltalls und spüren doch deine zugewandte Liebe, dass du an uns denkst.

Gott, wir bitten dich:

Schenke den Menschen Achtung und Sorgsamkeit.

Nimm allen Hochmut und gib uns die Weisheit zurück, als achtsame Hütende und Bewahrende deiner Schöpfung zu leben

Wir blicken auf die Menschen in Not, auf Dunkelheit und Krisen in unserer Welt, wo das Licht der Hoffnung oft verweht wie eine Sternschnuppe.

Gott, wir bitten dich:

Sei du das Licht für alle, die im Schatten leben. Lass dein Erbarmen spürbar werden bei den Kranken, den Traurigen und denen, die den Boden unter den Füssen verlieren

Wir danken dir für die Gemeinschaft, die uns trägt,

und für die Hoffnungszeichen, die du uns mitten in den Alltag schenkst.

Gott, wir bitten dich:

Segne unser Tun und Ruhen und lass uns Botinnen und Boten deines Friedens sein – heute und in den kommenden Nächten des Staunens.

Mit noch vielen anderen Bitten in unseren Herzen sprechen wir nun das eine Gebet Jesu:

Vaterunser im Himmel…

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

VERABSCHIEDUNG

Herzliche Einladung:

– am Sonntag, 16. August, zum Abendmahls-Gottesdienst um 10 Uhr in der Martin-Luther-Kirche Zürich, mit Kirchenmusiker Christian Gautschi und Pfarrer Thomas Risel.

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Wir danken allen, die mit unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft, in über 400 Ausgaben Luther-Gebet, wir wünschen gesegnete Sommertage mit Platz im Schatten.

Bleiben wir zuversichtlich. Denn Gott ist da.

Herzliche Grüsse nach nah und fern!

Pfarrer Thomas Risel mit Pfarrerin Marion Werner

SEGEN

Möge das schwindende Licht der Sonne dich lehren,

die leisen Pausen des Lebens anzunehmen.

Möge das Leuchten der Sternschnuppen deine Hoffnung wecken,

wenn das Dunkel dich umgibt.

Der Schöpfer segne deinen Blick für die Wunder dieser Erde.

Er gebe deinen Schritten Halt auf dem Boden und deinem Leben Flügel, um den Himmel zu bestaunen.

Wie grossartig ist dieses Werden, wie tief ist der Frieden Gottes:

Möge dieser Frieden in diesen Stunden über der Welt und Deinem Leben liegen.

So segne, behüte und bewahre dich Gott,

Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Amen.

 

Musik: Heinrich Schütz (SWV 27): „Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist Dein Name (Psalm 8) · The Choir of Trinity College, Cambridge

https://www.youtube.com/watch?v=g-vKFmHj3pQ

 

Fotos: Privat und Wikipedia