Luther-Gebet Mittwoch 12. Mai 2021:

Herzlich willkommen zu unserem (150.) Abendgebet, in der Wochenmitte am Abend vor Christi Himmelfahrt, Auffahrt.

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Gottesdienste sind anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.             

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

verbunden, um diese Andacht zu feiern.

Wir kommen mit dem, was uns ausmacht, allen Erlebnissen, Begegnungen und Gefühlen in der Wochenmitte.

Wir machen uns bewusst, dass Christus lebt, auch durch andere Menschen, und wie Gott an unserer Seite steht.

 

 

Neutestamentliches Wort für Christi Himmelfahrt:

(Joh. 12,32):Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“

Gott gebe uns erleuchtete Augen des Herzens und segne unser Beten, Hören und Singen.

 

Musik: Bach ‐ Cantata, BWV 128 “Auf Christi Himmelfahrt allein,” I Coro

Auf Christi Himmelfahrt allein

Ich meine Nachfahrt gründe

Und allen Zweifel, Angst und Pein

Hiermit stets überwinde;

Denn weil das Haupt im Himmel ist,

Wird seine Glieder Jesus Christ

Zu rechter Zeit nachholen.

https://www.youtube.com/watch?v=nyxaKmrdTjA

Bild: Beschirmte Strasse

Eine Strasse hat sich beschirmt. An den Leitungen sind Schirme angebracht worden. Dazu wurden auch Lampions aufgehängt. Ein hübsches Bild gibt das ab. Auch ein schönes Sinnbild: Wir sind beschirmt.

Himmel ist ein Sehnsuchtswort, einerseits. Dann erhoffen wir „Schutz und Schirm vor allem Argen“, wie es im alten Konfirmationssegen des Reformators Martin Bucer heisst. Der Himmel möge uns behüten vor dem, was die Erde uns antun kann.

Andererseits kann der Himmel aber auch bedrohlich wirken. Nicht nur wegen des Wetters. Auch wegen der Sorgen, wie Gott im Himmel wohl über uns denkt – und wie er an uns handeln wird. Schliesslich erhoffen sich Glaubende, was Jesus uns zugesagt hat (Joh. 12,32): „Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“ Wir hoffen, dass wir in den Himmel kommen – „Lieber Gott, mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm“, in das Reich, das Gott gehört; in den neuen Himmel und die neue Erde (Offb. Joh. 21,1).

Bild: Himmel Mond über dem Zürichberg

Himmel ist ein Sehnsuchtswort und ein Sehnsuchtsort. Das Wort Himmel ist angefüllt mit Hoffnungen, aber auch mit Ängsten. Man kann sich vor dem Himmel fürchten, wie man sich nach ihm sehnen kann.

Gott ist im Himmel, hören viele Kinder, wenn sie fragen, wo Gott ist. Wenn jemand gestorben ist, wird Kindern oft erzählt, der oder die Verstorbene sei im Himmel oder sei ein Stern am Himmel. Dann schaut man gerne nach oben und erinnert sich an Verstorbene oder sucht sich einen Stern, den man für Oma oder Opa hält. Himmel ist dann ein Wort für Unvorstellbares. Wir können uns nicht vorstellen, dass ein Mensch, der gestorben ist, einfach weg ist. Wir wünschen uns die Verstorbenen gut aufgehoben. Dafür steht das Wort Himmel; für die Ewigkeit.

Manche nutzen das Wort auch, wenn sie eigentlich Gott sagen wollen, aber das Wort „Gott“ nicht so recht über die Lippen bringen.

Man kann es so gut zusammenfassen: Wer Himmel sagt, meint eine Hoffnung, die über die Erde hinausgeht.

Bild: Himmel Wasserkirche an der Limmat

Vierzig Tage nach Ostern wird Jesus erhöht, in den Himmel aufgenommen. Gott setzt Jesus „zu seiner Rechten im Himmel“ (Eph. 1,20), heisst es im Neuen Testament an die, die sich nicht erklären können, warum Jesus erst lebt, dann stirbt, dann wieder unter seinen Freunden ist und schliesslich weg ist. Das ist auch nicht so einfach zu verstehen.

Um dem Tag der Himmelfahrt, Auffahrt Christi, der Erhöhung Christi dann noch einen Sinn abzugewinnen, hat man ihn vor einiger Zeit zum Vatertag erklärt. Das ist geistreich. Gott Vater handelt an diesem Tag an seinem Sohn. Das immerhin passt zum Vatertag. Aber Himmelfahrt bedeutet noch mehr als nur das Handeln des Vaters. Es beantwortet die Machtfrage in der Welt.

Wer hat die Macht? Das wollen Menschen wissen. Haben die die Macht, die auf Gott pfeiffen und leben, als gäbe es ihn nicht? Oder hat Gott die Macht über Himmel und Erde?

Die erste Antwort gab Gott am Ostermorgen. Er zeigt seine Macht über den Tod. Die zweite Antwort gibt er an Himmelfahrt. Er gibt Jesus die Macht zu seiner Rechten. Gott sagt: Ich habe die Macht über Himmel und Erde. Mein Sohn ist eingesetzt über „alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft“ (Eph. 1,21). Ganz gleich, wie gross etwas ist oder wirkt oder sich gibt – ich, Gott, bin grösser.

Wir können das nur glauben, indem wir es annehmen; indem wir Gott die Macht zugestehen. Wir können das nur glauben, indem wir Gott die Macht einräumen, und indem wir uns nicht mächtiger machen, als wir sind.

Glauben heisst, Gott Macht zu geben. Glauben heisst, uns nicht grösser zu machen, als wir sind. Das kann uns enorm entlasten! So sagte es Jesus: Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Das ist nicht das Ende aller Zweifel. Aber ist eine Haltung im Leben, die uns guttut und helfen wird.

(mit Gedanken von Michael Becker)

Bild: Himmel am Zürichsee

Fürbitten

Gott, wo du bist, reisst der Himmel auf!
Du bist weit entfernt und doch so nah.
Du bist es, der Himmel und Erde verbindet.
Unsere Augen können dich nicht erblicken
und unsere Finger dich nicht ertasten.
Wir bitten für alle, die deshalb traurig sind
und von ihren Zweifeln geplagt.
Nimm Wohnung in verzagten Herzen!

Jesus Christus, wir schauen zu dir,
der du im Himmel thronst und doch unter uns wohnst.
Wir strecken uns dem Himmel entgegen,
unsere Augen blicken mit Hoffnung auf dich.
Wir möchten frei sein von unserer Schuld,
und von allem, was uns nur nach unten zieht.
Wir möchten beflügelt zu dir hinaufschauen und alle Erdenlast loslassen.
Jesus Christus,
gib uns Vertrauen, dass wir dem Himmel gehören, wenn wir hier leben und Leben ermöglichen, trotz aller Schwere, die uns umfängt.
Mach unsere Herzen weit und unsere Seelen offen.

Gott, Heiliger Geist, wo du bist, reißt der Himmel auf!
Du bist weit entfernt und doch so nah.
Du bist es, der Himmel und Erde verbindet.
Wir lassen oft unsere Augen einfach geschlossen,
erblicken dich so nicht im Antlitz unserer Mitmenschen.
Wir strecken oft die Hände nicht aus –
Hände, die zu deinen werden können.
Wir bitten dich für uns alle, die wir traurig sind
und von Zweifeln geplagt:
Lass deinen Himmel leuchten

für Frieden und Gerechtigkeit in Israel und Palästina,

für Gesundheit allen, die erkrankt sind und für die, die für andere sorgen überall. 

und unter uns –

Entzünde in uns Dein Feuer des Glaubens, des Friedens für uns und für unsere Mitwelt, deine Schöpfung, hier und jetzt und bei dir für immer.

In der Stille kommen wir zu Dir mit unseren persönlichen Anliegen….

 

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 *SEGEN* (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Geht in die Nacht und den Feiertag Christi Himmelfahrt mit der Kraft der Güte und des Friedens aus Gottes Segen:

„Er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens,

damit ihr erkennt,

zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid

und wie reich die für euch bestimmte Herrlichkeit ist.“ (Eph. 1)

Sein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit.

 

Musik: Gabriellas Song „Wie im Himmel“

https://www.youtube.com/watch?v=u2Vr1ODCUag

„AS IT IS IN HEAVEN“  (OT: Så som i himmelen, 2004) by Kay Pollak