Luther-Gebet für Mittwoch 14.4.2021:

 

Herzlich willkommen zu unserem 142. Abendgebet, in der Wochenmitte.

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Gottesdienste sind anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.             

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

verbunden, um diese Andacht zu feiern.

Wir kommen mit dem, was uns ausmacht, allen Erlebnissen, Begegnungen und Gefühlen in der Wochenmitte.

Wir machen uns bewusst, dass Christus lebt, auch durch andere Menschen, und wie Gott an unserer Seite steht.

 

 

Bibelworte für Mittwoch 14. April 2021:

Der HERR hatte sie fröhlich gemacht.   Esra 6,22

Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.

Lukas 10,20

Ein Name wird nun im Himmel dazu geschrieben:

„Hans Küng war ein mutiger und engagierter Denker. Die Welt war sein Zuhause, und wir waren privilegiert, ihn zu unseren Landsleuten zu zählen. Sein Wirken im Dienste des Friedens und des interreligiösen Dialogs wird weiterhin grossen Einfluss haben.“

So der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin am 7.4.2021

(Hans Küng était un penseur courageux et engagé. Le monde était sa maison, et nous avions le privilège de le compter parmi nos compatriotes. Son œuvre au service de la paix et du dialogue interreligieux continuera de bénéficier d’un grand écho.)

Hans Küng, römisch-katholischer Pfarrer und Theologie-Professor, starb am 6. April in Tübingen. Er wurde geboren am 19. März 1928 in Sursee, Kanton Luzern. Der Trauergottesdienst in der Tübinger St. Johanneskirche ist übermorgen, am Freitag um 12.30 Uhr.  Küng wird dann auf dem Tübinger Stadtfriedhof bestattet, neben seinem Freund Walter Jens, und unweit des Kupferbaus, wo er Tausende Studenten begeistert hat.

Bereits in seinen Memoiren entwarf Küng das Musikprogramm für seine Trauerfeier: «Er wünscht sich erst die Klavierbearbeitung des Bach-Chorals ‘Jesu bleibet meine Freude’ in einer Aufnahme mit dem todkranken Dinu Lipatti (1917–1950). Dann das Adagio aus Mozarts Klarinettenkonzert. Schliesslich, nach einem Gebet, noch den dritten, schnellen Mozart-Satz, zum Zeichen dafür, dass für alle Zurückbleibenden das Leben weitergeht’. Zum Schluss sollen alle gemeinsam ‘Nun danket alle Gott’ singen.»

Musik:

Klavierbearbeitung des Bach-Chorals ‘Jesu bleibet meine Freude’ BWV 147; Dinu Lipatti.

https://www.youtube.com/watch?v=BcOyojBU3hs

Hans Küng wurde in Sursee als Sohn eines Schuhhändlers geboren. Er besuchte Schulen in Sursee und Luzern, die Matura erfolgte 1948 in Luzern. Dann studierte er Philosophie und Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom.

(Am 10. Oktober) 1954 wurde Hans Küng zum Diözesanpriester für das Bistum Basel geweiht. Er widmete sich an der Hofkirche Luzern der praktischen Seelsorge. 1960 folgte ein Ruf als Professor für Fundamentaltheologie an die Katholisch-Theologische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen. Küng war damals erst 32 Jahre alt und entwickelte ein Reformprogramm, das die Abschaffung des Zölibats, die Gleichberechtigung der Frau und eine weit reichende Ökumene zum Ziel hatte.

Bis 1980 war er Professor für Dogmatik und Ökumenische Theologie und Direktor des Instituts für Ökumenische Forschung in Tübingen.

Schon 1957 wurde über Küng im Vatikan eine Akte angelegt. 1968 wurde er von der vatikanischen Glaubenskongregation zu Gesprächen eingeladen, die es dann nie wirklich gegeben hat. 1971 wurde ein Lehrverfahren wegen seines Buches „Unfehlbar? – Eine Anfrage“ eröffnet. 1979 stellte ein Erlass der Glaubenskongregation gravierende Abweichungen Küngs von der katholischen Lehre fest, was einen Verbleib im theologischen Lehramt unmöglich machte. Die Deutsche Bischofskonferenz entzog Küng im Dezember 1979 die kirchliche Lehrerlaubnis (Missio canonica). Diese Zeit beschrieb er als die vier schlimmsten Monate seines Lebens. Durch zwei Briefe des Papst Franziskus in den letzten Jahren sah er sich jedoch informell rehabilitiert.

Seine Theologie war auf ein gemeinsames Verständnis mit allen Konfessionen und auch mit anderen Religionen gerichtet, darin war er sehr modern und zukunftsweisend bis heute. 1990 sprach er auf dem World Economic Forum in Davos zur Frage „Warum brauchen wir globale ethische Standards, um zu überleben?“. Im selben Jahr erschien das Buch Projekt Weltethos. Küng war Initiator und bis 2013 Präsident der Stiftung Weltethos. „Kein Friede auf der Welt ohne den Frieden der Religionen“, das war seine Grundthese.

Vor der UN-Vollversammlung 2001 sprach er als Gastredner die folgenden Worte: „Die Globalisierung braucht ein globales Ethos … als Grundlage und Hilfe für die Menschen, für die Zivilgesellschaft. Wir setzen unsere Zukunftsvision als eine realistische Hoffnungsvision: Die Religionen und Kulturen der Welt, im Zusammenspiel mit allen Menschen guten Willens verwirklichen die folgenden Einsichten: Kein Friede unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen. Kein Friede unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen. … Kein Überleben unseres Globus in Frieden und Gerechtigkeit ohne ein neues Paradigma internationaler Beziehungen auf der Grundlage globaler ethischer Standards.“

Er vertrat auch ein sehr modernes Gottesverständnis:

„Gott in dieser Welt und diese Welt in Gott. Gott als die diesseitig-jenseitige, wirklichste Wirklichkeit im Herzen der Dinge, im Menschen und in der Menschheitsgeschichte.

Gott ist der nahe-ferne, weltlich-unweltliche Gott, der gerade als der Tragende, Haltende, Geleitende uns in allem Leben und Bewegen, Scheitern und Fallen schon immer gegenwärtig ist und uns umfängt.

Die Pfarrei St. Georg in Sursee gedachte heute am Mittwoch um 10 Uhr Hans Küng. «Fünf Minuten lang läuten die Glocken. Sursee verliert seinen einzigen Ehrenbürger», Aus Hans Küngs Schriften schimmert viel Liebe zu seiner Heimat in Sursee durch. Wenig Respekt vor Obrigkeiten hatte der Eidgenosse ebenso im Blut wie die Liebe zur Schweizer Demokratie.

Der Surseer Gemeindeleiter wollte noch vor kurzem von Hans Küng wissen, welche Herzensangelegenheit ihn umtreibe. «Er gab mir den Satz auf den Weg: ‹Höre auf Jesus.› Das, was Jesus uns im Evangelium sagt, ist unser Auftrag.».

Musik: „Nun danket alle Gott“ Dresdner Kreuzchor

https://www.youtube.com/watch?v=nDVyysCj2eE

Gebet

Gott, Quelle des Lebens,
du überwindest den Tod
und wir leben.
Wir bitten dich für alle,
die gegen die Mächte des Todes in dieser Welt ankämpfen.
Wir bitten dich für die Träumer,
für die Gewaltlosen, Friedensstifter wie Hans Küng,
für die Mahner und Propheten.
Ihren Worten verschaffe Gehör,
ihren Hoffnungen gib du Bestand,
ihrer Liebe gib du die Kraft.
Du überwindest den Tod und bist das Leben.

Auferstandener Herr,
den kein Grab mehr hält,
den keine Zeit mehr begrenzt,
in dir wird das Unmögliche wahr.

Können wir glauben, auch wenn wir nicht sehen?
Für alle, die in sich selbst gefangen sind
und nur dem Kreis ihrer eigenen Möglichkeiten trauen,
bitten wir dich:
Auferstandener Herr, erbarme dich unser.

Können wir glauben, auch wenn wir nicht sehen?
Für alle, die in der Enge der Welt nach dir fragen,
die dich suchen wie die Luft zum Atmen,
die sich sehnen nach der Freiheit der Kinder Gottes,
bitten wir dich:
Auferstandener Herr, erbarme dich unser.

Können wir glauben, auch wenn wir nicht sehen?
Für alle, denen keine Hoffnung bleibt,
die in Bedrängnis verstummen,
die auf Heilung oder Hilfe angewiesen sind, und für die, die für sie sorgen
bitten wir dich:
Auferstandener Herr, erbarme dich unser.

Können wir glauben, auch wenn wir nicht sehen?
Für alle, die sich selbst verloren haben
in der untergründigen Gewalt von Ideologien,
die Andersdenkende verachten,
die blind geworden sind für die Weite und Würde
und Widersprüchlichkeit allen Lebens,
bitten wir dich:
Auferstandener Herr, erbarme dich unser.

Können wir glauben, auch wenn wir nicht sehen?
Für alle Ausgenutzten,
für alle, die nur noch funktionieren,
für alle, deren Lebensentwürfe zerbrochen sind,
bitten wir dich:
Auferstandener Herr,
erbarme dich unser.

Auferstandener Herr,
in dir wird das Undenkbare wahr:
Der Tod ist zur Tür ins Leben geworden.
Wir können dieses Geheimnis nicht begreifen,
aber wir wollen im Glauben darin heimisch werden
als deine Kinder.
Dir vertrauen wir uns an in Zeit und Ewigkeit.

GEMEINSAM:

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN:

Gott der Vater im Himmel hat Jesus von den Toten auferweckt und uns die Fülle des Lebens geschenkt. Er nehme von uns, was tötet, und setze die Kraft österlichen Lebens frei.

Der Auferstandene ist den Frauen erschienen. Er zeige sich auch heute und überrasche uns mit seiner Nähe.

Der Heilige Geist hat die Menschen mit Begeisterung erfüllt. Er schenke uns Freude, die auf andere übergeht, und Worte, die aufrichten und heilen.

So segne uns der allmächtige und barmherzige Gott: der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

 

Musik: Mozart, Klarinettenkonzert A-Dur 3. Satz Rondo Allegro; KV 622  

https://www.youtube.com/watch?v=h_vzcVde2QI