Luther-Gebet für Mittwoch 14. Juli 2021:

Herzlich willkommen zu unserem (163.) Abendgebet, in der Wochenmitte.

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Gottesdienste sind anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.             

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes und seinen Heiligen Geist zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

verbunden, um diese Andacht zu feiern.

Wir kommen mit allen Erlebnissen, Begegnungen und Gefühlen in der Wochenmitte.

Wir machen uns bewusst, wie Gott an unserer Seite steht.

Denn:

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen;

du bist mein! (Jesaja 43,1).

So spricht Gott zu Jesaja. So spricht Gott zu seinem Volk. Und so spricht Gott zu jedem/r von uns. Wir gehören zu ihm. Fürchte dich nicht. . . Das Wort für diese Woche des 6. Sonntag nach Trinitatis, und ein Leitspruch für unser Leben. Bei der Taufe Dir zugesprochen.

Musik: „Ich bin getauft auf deinen Namen“

Text: Johann Jakob Rambach (* 1693 † 1735). Melodie: Johann Balthasar König (* 1691 † 1758)

https://www.youtube.com/watch?v=406LV81DJbs

 

Manchmal werde ich gefragt, was ist eigentlich der christliche Glaube, was macht es für Dich aus, wie kannst Du ihn kurz beschreiben? So als Mensch, nicht als Pfarrer. Da denke ich zum einen, ein Pfarrer ist auch Mensch:-)  Und dann, bevor ich über eigene Worte als Antwort nachdenke, die möglichst viel in wenigen Sätzen sagen, da denke ich an den Psalm dieser Woche, Psalm 139. Da steht alles drin, was für mich Glaube, Vertrauen, Leben im christlichen Glauben ausmacht.

Ein tiefes Vertrauen, manchmal hart erschüttert im Leben und doch immer wieder da. Worte, die ich mir nicht selber sagen kann, die ich aber immer wieder neu auf mich wirken lassen kann, und sie beginnen so:

„HERR, du erforschest mich und kennest mich. 2 Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.

3 Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.

4 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht alles wüsstest.

5 Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

6 Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.

7 Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht? 8 Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.

9 Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, 10 so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.

11 Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein –,

12 so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.“

 

Als meine Tochter noch klein war, mit 5-6 Jahren etwa, da stellte sie mir immer wieder eine Frage. „Papa, wo war ich eigentlich, als ich noch nicht geboren war, also jetzt nicht im Bauch von Mama, so wie ein kleines Gummibärchen, sondern noch davor? Wo war ich da, war ich da auch schon da?“

Wie schwer waren diese Gedanken zu verstehen für sie, für uns, eine zu wunderbare und zu hohe Erkenntnis.

Und die beste und einzige Antwort, die ich geben konnte, waren Verse dieses Psalms 139.

„15 Es war dir mein Gebein nicht verborgen, / da ich im Verborgenen gemacht wurde,

16 Deine Augen sahen mich, da ich noch nicht bereitet war…“

Du warst und bist ein Gedanke Gottes. Ein genialer noch dazu…

Jürgen Werth hat das so eindrücklich vertont, das hören wir nun als gesungenen Psalm:

Musik: „Vergiss es nie“

https://www.youtube.com/watch?v=5ns_QCuSmXI

 

Gott hat mich wunderbar gemacht, haben wir das wirklich schon für uns erfasst? So wie ich bin, wie Du bist. Du musst nicht erst werden, Du bist es schon.

In seinem Buch des Lebens sind alle unsere Tage aufgeschrieben.

Mehr kann man nicht sagen zu Gott und zu uns.

Klosterkirche Lippoldsberg
Buch des Lebens in der Gebetskapelle

ZEIT

EWIGKEIT

„13 Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe.

14 Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.

15 Es war dir mein Gebein nicht verborgen, / da ich im Verborgenen gemacht wurde, da ich gebildet wurde unten in der Erde.

16 Deine Augen sahen mich, da ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war.

17 Aber wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß!

18 Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand: Wenn ich aufwache, bin ich noch immer bei dir.

23 Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine. 24 Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.“

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017

 

Fürbitten:

Guter Gott, lass uns Worte finden, die die Not der Welt und die Sorgen der Menschen aussprechen:

Du kommst denen entgegen, die suchen und fragen, die zweifeln und nicht weiterwissen. Sei bei denen, die zweifeln, ob es mit ihnen gut weitergeht und ob diese Welt in deinen Händen ruht.

Gott, Du bist oft verborgen und nicht fassbar für unsere Sinne; und doch bist Du da, wie die Luft, die uns umgibt. Sei Wegbegleiter denen, die im Dunkeln gehen, die sich auf Erden allein durchkämpfen. Sei Du Halt, wenn alles andere schwankt.

Gott, Du begegnest Mose und später Deinen Jüngern auf einem Berg. Sei bei denen, die in diesen Wochen Berge besteigen oder dich angesichts der Unermesslichkeit des Meeres in ihren Ferien ahnen.

Schenke den Reisenden einen sicheren Weg, ein staunendes Herz und eine heile Heimkehr.

Sei bei allen die krank, einsam, verzweifelt sind, die sich nach Liebe und Geborgenheit sehnen.

Gott, längst ist das Taufwasser auf unserer Haut getrocknet.

Sei uns immer wieder neu die Quelle des Lebens, öffne unsere Augen, schenke uns klare und gute Gedanken und die Kraft, deine Zeuginnen und Zeugen zu sein – mit unserem Leben.

In der Stille nennen wir Dir, was uns am Herzen liegt….

STILLE

 

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name;

dein Reich komme;

dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern;

und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Segen

So geh nun deinen Weg in diese Nacht, den neuen Tag, diesen Sommer.
Gott begleite dich.
Er wecke dich am frühen Morgen,
und begleite dich durch den Tag.
Er gehe mit dir in den Abend,
und lasse dich auch im Schlaf nicht allein.
Er bestaune mit dir die Wunder der Welt.
Er lache mit dir in glücklichen Zeiten,
und sei dein Trost auf traurigen Wegen.
Er freue sich über deine Erfolge,
ermuntere dich, wenn du mutlos bist,
warne dich, wenn du falsche Wege gehst.
Gott gebe dir Raum und lasse dir Zeit.
Er sei dir ein Zeichen aus der Ewigkeit.
So geh deinen Weg. Nicht allein.

Gott ist da: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.

Musik: Johann Sebastian Bach: „Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz“ BWV 136: Chorus I: „Erforsche mich, Gott,“

https://www.youtube.com/watch?v=Lbtelh99484