Herzlich willkommen zum 405. Luther-Abendgebet am Mittwoch, 15. April 2026
Wir sind in der Osterzeit. Zeit der Auferstehung, des neuen Lebens im Frühling – mit der Hoffnung, dass Gott in unser Leben kommt und immer wieder neue Anfänge schenkt.
Dazu hören wir heute Geschichten und Lieder eines deutschen Sängers, der genau das auch erlebt hat in über 40 Jahren seines Künstlerlebens.
Wir wollen darin auch uns selbst nachspüren, und andere sehen und verstehen.
Ich zünde eine Kerze an, für das Licht, für den Frieden, für Vertrauen, für die Hoffnung.
So sammeln wir uns heute Abend:
im Namen Gottes, der uns wie ein Vater und eine Mutter in Liebe umfängt,
im Namen Jesu Christi, dem Herrn und Bruder, der uns im Leiden trägt und hilft,
und im Namen der Heiligen Geistkraft, die uns verbindet zwischen Himmel und Erde.
Amen.
Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt: Gott bleibt, unser Gebet bleibt.

Wochenspruch-Bild
„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus,
der uns nach seiner grossen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“ | 1. Petr 1,3
Wiedergeboren: so etwas hat ein deutscher Sänger und Schauspieler in den vielen Jahrzehnten seiner Musikkarriere auch erlebt, schmerzlich, und dann doch wieder voller Kraft.
Er hat eine markante, ungewöhnliche Stimme und damit einen neuen Stil kreiert für Rock- und Popmusik in deutscher Sprache: „Zeit dass sich was dreht“, „Flugzeuge im Bauch“, „Männer“, „Bochum“, der Song über seine Heimatstadt. International bekannt wurde er auch bei dem Spielfilm „Das Boot“:

Foto: Grönemeyer in „Das Boot“ 1981
Herbert Arthur Wiglev Clamor Grönemeyer, deutscher Musiker, Musikproduzent, Sänger, Komponist, Texter und Schauspieler
wurde am 12. April 1956 in Göttingen geboren, hatte also gerade vor 3 Tagen seinen 70. Geburtstag.
In seinen Jugendjahren gab es kaum eine Strassenecke, kaum einen Jugendclub im Ruhrgebiet, wo er nicht gesungen hätte.
Später, als er bekannter wurde, auch als Schauspieler, hat er eine Ära geprägt, die noch heute anhält.
Tausende pilgern auch heute noch zu seinen Konzerten, im letzten Sommer war er zu Gast bei dem Schaffhauser Rockfestival „Stars in town“. Am 7. Juni 2026 in Zürich.
Der musikalische Durchbruch gelang ihm 1984 mit seinem fünften Album „4630 Bochum“, die Stadt, wo er aufgewachsen ist. Sein Vater war Bergbauingenieur.
„Ich glaube an Gott. Ich bin calvinistisch-protestantisch erzogen worden“, sagte er vor einem Konzert in Stuttgart. Als Heranwachsender singt er auch im Kirchenchor, was ihn sehr prägte.
Seine Lieder, wie beispielsweise „Stück vom Himmel“, reflektieren Schicksal, Leben und Trost, wobei er das „Stück vom Himmel“ als Platz Gottes interpretiert.
Er äusserte zudem die Hoffnung, dass sich die Menschheit in eine Richtung entwickelt, die das „21. Jahrhundert als das Jahrhundert der Mitmenschlichkeit“ prägt.
Musik: Jocelyn B. Smith – Ein Stück vom Himmel (Musik/Text Herbert Grönemeyer)
https://www.youtube.com/watch?v=eNnCo7FHNl0
In den späten 1970er-Jahren lernt Grönemeyer die Schauspielerin Anna Henkel kennen. Sie werden ein Paar und heiraten 1993.
1998 trifft ihn ein doppelter Schicksalsschlag: Innerhalb weniger Tage sterben seine Frau Anna und sein Bruder Wilhelm, beide an Krebs. Dieser fast gleichzeitige Verlust stürzt ihn in eine tiefe Krise. Er zieht sich zurück und geht mit seinen Kindern nach London. „Papa, singst Du jetzt nicht mehr?“, fragt ihn seine 9-jährige Tochter dann. So öffnet sich Grönemeyer dort schliesslich musikalisch neu.
Sein Album Mensch (2002) wird das zweitmeistverkaufte Musikalbum aller Zeiten in Deutschland. Und ein emotional tiefes Werk. Begriffe wie Hoffnung, Mitgefühl, Vertrauen oder Vergebung durchziehen die Texte – Werte, die in der christlichen Tradition zentrale Rollen spielen und hier an persönliche Erfahrung gebunden sind.
Grönemeyers Texte spenden Trost, er benennt das Leiden und das Lindern, er lässt sich erschüttern und berichtet, wie es ihm geht, wenn ihm selbst der Boden unter den Füssen wegbricht. Ein Künstler, der nicht nur singt, sondern mitdenkt, mitleidet und mitfühlt.
Das authentische Zeugnis hiervon ist das Lied „Der Weg“ (2002), eine persönliche Ballade zur Verarbeitung des Todes seiner Frau Anna Henkel. Der Song thematisiert den Schmerz des Verlusts, die Leere und die Verarbeitung der Trauer, während er gleichzeitig die gemeinsame Zeit würdigt.
Musik: „Der Weg“, Herbert Grönemeyer
https://www.youtube.com/watch?v=vhmve4JS1t4
Fürbitten:
Du Auferstandener,
Jesus Christus,
Wir danken dir für das Leben mit dir.
Du bist in unserer Mitte,
du überwindest den Zweifel,
du berührst die Traurigen und
bringst Frieden.
Komm und verwandele die Welt.
Du Auferstandener,
die Kriege gehen ohne Unterbrechung weiter,
Tausende sterben täglich.
In den blühenden Feldern liegen Mienen und
die Waffen schweigen nicht.
Du Lebendiger,
Wir bitten dich: Komm und verwandele die Welt.
Du Auferstandener,
die Hoffnung schliesst sich ein wie deine Jünger nach Ostern.
Die Probleme dieser Tage scheinen unlösbar zu sein und
die Verantwortlichen sind überfordert. Mahner wie der Papst werden verhöhnt.
Du Lebendiger,
Wir bitten dich: Komm und verwandele die Welt.
Du Auferstandener,
die Natur blüht, trotzdem leidet die Schöpfung.
Wale verirren sich und niemand kann helfen.
Die Gletscher schmelzen und wir schauen zu.
Du Lebendiger,
Wir bitten dich: Komm und verwandele die Welt.
Du Auferstandener,
Du tröstest die Trauernden und schenkst den Kranken Zuversicht.
Deine Kirche lebt.
Deine Gläubigen vertrauen dir und dein Wort berührt die Suchenden.
Für Deine Gemeinde auf dieser Welt, für unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden bitten wir.
Deine Lieben verbinde uns mit dir und miteinander,
du Lebendiger.
Wir bitten dich heute und alle Tage: Komm und verwandele die Welt.
Bild: Obstblütenhimmel
Vaterunser im Himmel…
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
VERABSCHIEDUNG
Herzliche Einladung:
-in die Martin-Luther-Kirche Zürich zum Predigt-Gottesdienst am Sonntag 19.4., 10 Uhr, mit der Prädikantin und unserer früheren Präsidentin Dr. Elke Breitenfeldt
-zum Abendmahlsgottesdienst am Sonntag darauf 26.4. 10 Uhr mit Pfarrer Thomas Risel.
Das Luther-Gebet macht 1 Woche Pause während unserer Reise mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden zu den Lutherstätten nach Ostdeutschland.
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Wir danken allen, die mit unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft, in über 400 Ausgaben Luther-Gebet, wir wünschen noch eine gesegnete Oster- und Frühjahrszeit.
Bleiben wir zuversichtlich. Denn Gott ist da.
Herzliche Grüsse nach nah und fern!
Pfarrer Thomas Risel mit Pfarrerin Marion Werner
SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)
Gott, der Christus in den Himmel aufgenommen hat,
gewähre uns die Fülle seines Segens:
Gott segne uns mit einem Blumenstrauss:
Er gebe ein Vergissmeinnicht für die Vergessenen
eine Schlüsselblume für die Heimatlosen
einen Feuerdorn für die Mutlosen.
Gott segne uns
Er gebe uns ein Tausendschönchen für die Verliebten
eine Goldrute für die Wegsucher,
einen Klatschmohn für die Künstler
ein Immergrün für die Umweltschützer
ein Zittergras für die Mächtigen
eine Pusteblume für die Sicheren
Gott segne uns
Er gebe uns eine Nelke für die Friedfertigen
einen Glücksklee für die Kinder der Welt
ein Jelängerjelieber für uns.
So segne uns der gute und der treue Gott,
+der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.
„Mensch“ von Herbert Grönemeyer (2002) ist eine tiefgründige Verarbeitung der Trauer um den Tod seiner Frau Anna und seines Bruders,
in einer Hymne auf das Leben und die Fehlbarkeit des Menschen.
Der Songtext verbindet Verlust mit trotzigem Optimismus, der Würdigung zwischenmenschlicher Stärke, Mitgefühl und der Akzeptanz, dass Schwäche zum Leben dazugehört.
Musik: Herbert Grönemeyer „Mensch“
„Der Mensch heisst Mensch, weil er erinnert, weil er kämpft/
Und weil er hofft und liebt/Weil er mitfühlt und vergibt/
Und weil er lacht/Und weil er lebt/ Du fehlst“.
https://www.youtube.com/watch?v=HfOFAkjMmN4
Bilder: wikipedia und EKHN und privat