Herzlich willkommen zum 416. Luther-Abendgebet am Mittwoch, 15. Juli 2026
Wir sind in der Zeit des Hochsommers – Zeit der Hitze und Wärme, des Lichts, aber auch des Schattens: zwischen Fussball-WM, Ferienbeginn und zugleich Erschrecken über die schrecklichen Folgen der Kriege in Iran, Israel und der Ukraine – mit der Hoffnung, dass Gott Licht und Schatten mitträgt.
Darüber hören und beten wir heute in Text und Musik.
So sammeln wir uns:
im Namen Gottes, der uns wie ein Vater und eine Mutter in Liebe umfängt,
im Namen Jesu Christi, dem Herrn und Bruder, der uns im Leiden trägt und hilft,
und im Namen der Heiligen Geistkraft, die uns verbindet zwischen Himmel und Erde.
Amen.
Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt: Gott bleibt, unser Gebet bleibt.
Ich zünde eine Kerze an, für den Frieden, für die Hoffnung:

(Wochenspruch-Bild Epheser 2,19)
Wochenspruch für nächsten Sonntag, Tag des Fussball-WM-Finals:
„So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.“ (Epheser-Brief 2,19)
Fussball-WM: Beten für den Sieg?
FIFA-Regeln verbieten vieles, aber keine Gebete. In Sachen Religion schreiben die Disziplinarregeln des Weltverbands nur zwei Dinge vor:
*Die Würde eines Menschen darf nicht aufgrund seiner Religion verletzt werden. (Mindestens zehn Spiele Sperre stehen als Strafe bei Verstössen im Raum.)
*Andererseits ist es verboten, „mit Gesten, Worten, Gegenständen oder sonstigen Mitteln“ unangemessene Botschaften zu übermitteln, was „ausdrücklich“ auch für religiöse Themen gilt.
Ein Gebet gehört jedoch nicht zu den „unangemessenen Botschaften“.
Betende Fussballer sind nichts Ungewöhnliches mehr, und die Religionsfreiheit gilt auch im Fussball. Die deutschen Nationalspieler Antonio Rüdiger und Felix Nmecha oder der Schweizer Ruben Vargas und viele andere beten als gläubiger Muslim bzw. Christen häufig im Rahmen der Spiele. Dass sich Spieler bei Einwechslungen oder nach Toren bekreuzigen, ist im Profifussball Normalität wie der Blick nach oben. Einige haben sogar die Bibel in der Kabine.
Aber wofür beten sie?
Der liebe Gott mag sicherlich Fussball, aber für einen Sieg zu beten, ist nicht das, worum es geht. Beten hilft. Oft auch dem Betenden. Der Vorteil: es gibt keine Beschränkungen. Jeder und jede kann das so lang und inbrünstig oder auch so unvollkommen beten wie er/sie möchte. Natürlich nur im gewissen Rahmen auf einem Fussballfeld.
Das Gebet kann Kraft schenken, den Blick auf das Wesentliche lenken und es kann Gemeinschaft stiften. Wie es auf dem Foto von der WM jetzt zu sehen ist, kann es sogar Gegner vereinen. Über den Ausgang eines Spiels entscheidet es natürlich nicht.
Wer beim Sport betet, sucht nicht in erster Linie den Erfolg, sondern Gottes Nähe, Orientierung, Vertrauen und Gesundheit – unabhängig davon, wie das Spiel am Ende ausgeht.

Bild: Fussball Gebet WM 2026
Glauben und Tun: Fussball-Care
Christiano Ronaldo
Als jüngster unter vier Geschwistern, aufgewachsen in bescheidenen Verhältnissen auf der Insel Madeira, erlebte er den frühen Tod seines alkoholkranken Vaters mit.
Aufgestiegen durch intensives Training und grosses Talent, mittlerweile Abermillionen an Verdienst, Steuerhinterziehung, Sonny boy, neueste Frisuren, einer der besten Fussballer aller Zeiten: das gehört zu ihm. Und genauso aber gehört zu ihm die Erinnerung an seine Herkunft, ein grosses Herz:
CR7=Cristiano Ronaldo gehört zu den wohltätigsten Spendern der Welt. Seit 2013 ist er Botschafter der Kinderschutzorganisation «Save the children». Weltweit und auch in seiner Heimat Portugal. Motivation für sein soziales Engagement erfährt Cristiano Ronaldo durch seinen christlichen Glauben als Katholik.
Er erzählte einmal selbst: «Als ich hörte, dass eines von sieben Kindern auf der Welt Tag für Tag hungrig ins Bett geht, sprang ich auf und wollte mich sofort engagieren. Mein Vater hat mir immer gesagt: ‹Wenn du anderen hilfst, wird Gott dir das Doppelte zurückgeben›».
Und: «Es reicht auch, wenn nur Gott mich kennt», sagte der frühere Profi von Real Madrid einmal. Nach einem Gewinn der Championsleague mit Real Madrid überwies er seine gesamte Siegprämie von 600’000 Euro einem wohltätigen Zweck. Er setzt sich auch für Blutspenden unter Jugendlichen ein, trägt auch deshalb kein Tattoo, weil er selbst regelmässiger Blutspender ist.
Ein weiteres Beispiel ist der Engländer Jude Bellingham:
Der erst 22-jährige Fussballprofi engagiert sich stark im sozialen Bereich und unterstützt bereits seit seinem 15. Lebensjahr die Wohltätigkeitsorganisation „Mustard Seed Project“. Dieses Projekt bietet im kenianischen Mombasa über 360 Kindern ab 3 Jahren eine hochwertige Schulbildung und ein tägliches Ernährungsprogram. Bellingham hat massgeblich dazu beigetragen, eine Schule und neue Klassenzimmer zu finanzieren und für die Kinder Laptops sowie Sportausrüstung gesammelt.
Wer betet, denkt und handelt auch für andere. In Gott sind und werden wir Schwestern und Brüder. Brothers in Arms.
Musik: Dire Straits – Brothers In Arms
https://www.youtube.com/watch?v=jhdFe3evXpk&list=RDjhdFe3evXpk&start_radio=1
Der englische Ausdruck „Brothers in arms“ bedeutet wörtlich übersetzt „Waffenbrüder“. Im übertragenen Sinn steht der Begriff für eine sehr enge, lebenslange Kameradschaft, die durch gemeinsame, oft gefährliche oder extreme Erfahrungen – wie etwa im Militär, im Sport oder bei schweren Lebenskrisen – entstanden ist.
Bekannt wurde der Begriff auch durch den Antikriegssong der britischen Band Dire Straits aus dem Jahr 1985. Das Lied setzt sich kritisch mit der Sinnlosigkeit des Krieges auseinander und vermittelt die Botschaft, dass auch Gegner „Brüder/Geschwister im Geiste“ sind.
Gebet zur Fussball-WM 2026 und zum Sommer
Guter Gott,
wir danken dir für die Freude am Spiel,
für Teamgeist, Fairness und Gemeinschaft,
für Begegnungen über Grenzen hinweg, beim Sport und in allem Leben
Begleite alle, die bei der Fussball-WM 2026 mitspielen, mitfiebern, arbeiten oder feiern.
Schenke Respekt auf und neben dem Platz,
Schutz vor Hass und Gewalt
und einen wachen Blick für die Würde jedes Menschen.
Lass uns die Begeisterung teilen, ohne blind zu werden für das, was kritisch ist.
Hilf uns, Missstände zu benennen, fair miteinander umzugehen
und Brücken zu bauen, wo Menschen getrennt sind.
Wir bringen dir die Freude und zugleich unsere Sorge um diese Welt. in politisch angespannten Zeiten statt, auch in den USA
Bewahre alle, die reisen, spielen, arbeiten und feiern.
Schütze Menschen vor Ausgrenzung, Gewalt und Einschüchterung.
Segne alle Fans, Spieler, Teams, Helfenden und Gastgeber.
Und lass diese Weltmeisterschaft dort stark sein, wo sie Menschen verbindet.
Schenke den Verantwortlichen Einsicht, den Sicherheitskräften Augenmass,
und allen offene Herzen, damit sichtbar wird, was Frieden stiftet. Amen.
Mit noch vielen anderen Bitten in unseren Herzen sprechen wir nun das eine Gebet Jesu:
Vaterunser im Himmel…
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
VERABSCHIEDUNG
Herzliche Einladung:
– am Sonntag, 19. Juli, 10 Uhr zum Abendmahls-Gottesdienst inder Martin-Luther-Kirche Zürich mit anschl. Kaffee.
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Wir danken allen, die mit unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft, in über 400 Ausgaben Luther-Gebet, wir wünschen noch eine gesegnete und etwas angenehmere Sommerzeit.
Bleiben wir zuversichtlich. Denn Gott ist da.
Herzliche Grüsse nach nah und fern!
Pfarrer Thomas Risel mit Pfarrerin Marion Werner
SEGEN
Gott segne dich:
Er lasse deine Füsse tanzen.
Er gebe deinen Armen Stärke.
Er öffne deine Hände
und gebe ihnen Kraft und Zärtlichkeit, um zu helfen.
Er beschenke deine Ohren mit bezaubernden Melodien.
Er lasse deine Augen lächeln.
Er verwöhne deine Nase mit wunderbaren Gerüchen.
Er fülle dein Herz mit Freude und deinen Mund mit Gesang.
So segne dich Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.
Musik: The Lord bless you and keep you – John Rutter, The Cambridge Singers, City of London Sinfonia
https://www.youtube.com/watch?v=QcYzO8Y4PH0
Fotos: SRF; EKD