Luther-Gebet für Mittwoch, 18. August 2021:

Herzlich willkommen zu unserem (168.) Abendgebet, in der Wochenmitte.

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Gottesdienste sind anders.

Gott bleibt.

Mittwoch abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes und seinen Heiligen Geist zu öffnen.

GEBET

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

verbunden, um diese Andacht zu feiern.

Wir kommen mit allen Erlebnissen, Begegnungen und Gefühlen in der Wochenmitte.

Wir machen uns bewusst, Gott ist da.

 

«Welchen Nutzen hätte der Mensch, wenn er die ganze Welt gewönne und verlöre sich selbst oder nähme Schaden an sich selbst?»          (Lukas 9,25. Lehrtext des Tages für den 18. August 2021)

 

Musik: Taizé – Laudate Omnes Gentes

https://www.youtube.com/watch?v=xoMEMQQ35dU

 

Gipfelkreuze

Der Großglockner, höchster Berg der österreichischen Alpen, fast 4.000 Meter hoch, die Einheimischen nennen ihn den „König“. Die Rigi ist fast so etwas wie ein Schweizer Pendant, als „Königin der Berge“.

Im Juli 1800 erhält dieser majestätische Berg Grossglockner seine „Krone“. Damals stellt Fürstbischof Salm eine Großexpedition für die Erstbesteigung zusammen. Botaniker, Landvermesser, Geologen und einige Geistliche. Insgesamt 62 Teilnehmer. Hinzu kommen 16 Lastpferde. Sie bringen Stahlelemente für ein fast vier Meter hohes Kreuz hinauf in eisige Höhen. Am 28. Juli 1800 wird es vollbracht: Vier Bergsteiger erreichen mit ihrem Pfarrer den bis dahin kahlen Gipfel. Am Tag darauf wird das Kreuz errichtet. Ein Teilnehmer der Expedition notiert: „Fürst Salm hat nun den Kopf des ‚Königs‘ mit dem Kreuze des sterbenden Erlösers skizziert, was ihm gebührt.“

Gipfelkreuz gelten also auch als Sinnbild des Erlösers.

Solche Geschichten ereignen sich im 19. Jahrhundert auf vielen Bergen in den Alpenländern. Damals erlebt der Alpinismus seine erste grosse Blüte. Erst vor kurzem wurde in Zermatt an die erste Frau erinnert, die das Matterhorn bestiegen hat. Am 22. Juli 1871 erreichte ein entsprechendes Telegramm aus Zermatt die Zeitungsredaktion des „Journal de Genève“. Die Britin Lucy Walker (1836-1916) hatte es geschafft: und das in einem langen Flanellrock, wie es sich für eine viktorianische Dame gehörte. Damit ist ihr ein Glanzstück des Frauenalpinismus gelungen, nur sechs Jahre nachdem der Brite Edward Whymper als erster Mensch auf dem Berg gestanden hat. Die Nachricht verbreitet sich in Kürze in Europa und Übersee.

Die Tradition der Gipfelkreuze beginnt schon früher. Die ersten stammen aus dem 13. Jahrhundert und einige stehen schon mehr als 700 Jahre an ihrem Platz. Oft einfache Konstruktionen aus Holz, markierten sie zunächst die Grenzen zwischen den Almen und Bauernschaften. Ausserdem sollten sie – als Sinnbild des Erlösers – Unheil abwehren und die Bergbewohner schützen, vor Blitz, Sturm und Lawinen. Diese religiöse Ehrfurcht spielte auch im Alpinismus des 19. Jahrhunderts eine Rolle, hinzu kam wissenschaftliche Neugier. Viele Gipfelkreuze werden mit Messinstrumenten ausgestattet, um Wetterdaten zu sammeln.

Eine weitere grosse Zeit haben die Gipfelkreuze nach dem Ersten Weltkrieg. Seilschaften errichteten sie zum Gedenken an die gefallenen Kameraden, gegen den Irrsinn von Granaten und Kanonen. Heute dürften es bis zu viertausend Gipfelkreuze im Alpenraum geben.

Gipfelkreuz Rigi

Berge gelten und galten als „Wohnung“ der Götter

„Es gibt viele Wege zu Gott, einer führt über die Berge.“ Diese Worte spiegeln das spirituelle, religiöse Gefühl, das Menschen seit Jahrtausenden beim Anblick der Berggipfel erleben. Wohl deshalb haben antike Kulturen die Berge als Wohnung der Götter gesehen. Auch in der Bibel spielen sie eine besondere Rolle: Jesus zeigt sich den Jüngerinnen und Jüngern in seiner göttlichen Natur auf dem Tabor (Mt 17,1-13;), Mose empfängt auf dem Gipfel des Sinai die Zehn Gebote aus Gottes Hand.

Der Psalmbeter sagt: „ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, woher kommt mir Hilfe?“

 

Musik: „Hebe Deine Augen zu den Bergen“ von Felix Mendelssohn, aus „Ellias“.

https://www.youtube.com/watch?v=Gd4T11VNcxM

 

Heute sind unsere Berge auch ein warnendes Zeichen, vor allem die Gletscher hier und weltweit.

Seit der letzten Woche liegt er auf dem Tisch, und er enthält eigentlich keine großen Überraschungen – der Sachstandsbericht Klima des Weltklimarates (IPCC) bestätigt und bringt klar zur Sprache, was wir geahnt haben. Die Erde muss auf die Intensivstation, lautet das Fazit.

Welche Katastrophen, Großschadensereignisse oder markante Veränderungen in unserer direkten Umgebung waren bereits auffällig zuletzt! Wir sind alle Zeuginnen und Zeugen, einige sogar hautnah.

Der Klimawandel hat seine eigene Dynamik, höre ich und denke dabei an ein Bild. Wenn irgendwo ein Schmetterling mit den Flügeln schlägt, kann woanders ein Tornado entstehen. Das ist der sogenannte ‚Schmetterlingseffekt‘ mit seiner nicht linearen Dynamik, heisst dazu im Lexikon.

Ein einfacher, kluger Satz von James Yorke, dem Erfinder der Chaostheorie, lautet: „Man muss bereit sein, seine Pläne zu ändern“.

Um der Erderwärmung entgegenzuwirken, braucht es „Umkehr und neuen Lebenssinn“.

Ändern heisst nun, eine andere Richtung geben, in Bewegung bleiben und sich im Innersten bewegen lassen, aufstehen und losgehen. Zwei Worte aus der Bibel dazu kommen vielleicht etwas altmodisch daher und stecken doch voller Leben: Sie heissen „Busse und Demut“. Das hat nichts mit Strafe zu tun, sondern mit Umkehr und neuem Lebenssinn. Darauf liegen Gottes Segen und seine Verheissung, Kraft und Mut auf dem Weg zu bekommen. Es ist an der Zeit zu Demut, Busse und Umkehr. Vielleicht können gerade hier auch die Gipfelkreuze ein Zeichen dafür sein.

(Nach Gedanken von Christine Oberlin © Kirche im NDR)

 

Musik: Oceans (Hillsong)

https://www.youtube.com/watch?v=6GGFb6LcX3U

 

FÜRBITTENGEBET
Du, Gott, bist reich an Barmherzigkeit.
Du liebst diese Erde und alles was Du geschaffen hast.
Du siehst unsere Sorgen und Ängste.
Du verlässt uns nicht,
darum bitten wir dich:
Erbarme dich.

Die Wälder brennen,
in der Hitze verdorren die Ernten.
Fluten reissen alles mit sich. Erdbeben erschüttern Länder.
Wer helfen kann, ist erschöpft.
Hilf du, Gott der Barmherzigkeit.
Erbarme dich.

Menschen fliehen vor dem Krieg und grausamen Herrschern.
Hunger wird zur Waffe gegen die Schwächsten.
Wer Wege aus dem Elend weiß, wird verleumdet.
Hilf du, Gott der Barmherzigkeit.
Erbarme dich.

Wir sehnen uns nach Hoffnung und Zukunft
für unsere Kinder,
für die Kranken,
für die Trauernden,
für die Ratlosen und Verzweifelten.

Wir sehnen uns nach Hoffnung und Zukunft für alle,

die guten Willens sind,
die sich dem Hass verweigern,
die sich dem Bösen in den Weg stellen,
die dich suchen.
Wir sehnen uns nach Hoffnung,
nach deiner Liebe,
nach deinem Wort,
nach deiner Barmherzigkeit.
Du, Gott, bist reich an Barmherzigkeit.
Du liebst diese Erde und alles was Du geschaffen hast.
Bleib mit deiner Barmherzigkeit und Liebe
in unserer Mitte, in unserem Leben und in unserer Welt
durch Jesus Christus,
deinen Sohn und unseren Herrn und Bruder.

https://www.youtube.com/watch?v=hMiBsSVznnk&list=RDS6-UneKFn2I&index=37

Taizè: Our Father

 

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Möge Gott uns segnen im Zeichen des Regenbogens, den er in die Wolken gesetzt hat:

im Rot der flammenden Liebe; im Orange der kindlichen Freude;

im Gelb der wärmenden Sonne, im Grün aufkeimenden Lebens;

im Blau des weiten Himmels; im Violett von Trost und Überwindung.

Möge Gott unser aller gedenken in seinem Bund mit der Erde.

🌈