Luther-Gebet für Mittwoch, 2. Februar 2022:

Herzlich willkommen zu unserem (192.) Abendgebet,

an dem besonderen Datum 2.2.2022.

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Diese Zeit und auch die Gottesdienste sind immer noch anders,

nach bestimmten Regeln. Aber: Gott bleibt.

Mittwoch abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.             

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze und schaue nochmal auf den Weihnachtsstern.

Ich lasse mich vom Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes und seinen Heiligen Geist zu öffnen.

 

GEBET                                                                                        

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

verbunden, um diese Andacht zu feiern.

Wir kommen mit allen Erlebnissen, Begegnungen und Gefühlen dieser Tage.

Wir machen uns bewusst, Gott ist da.

 

Wochenspruch zum Letzten Sonntag nach Epiphanias:

„Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit scheint über dir.“ (Jesaja 60, 2)

Lied: „Mache dich auf und werde licht“

https://www.youtube.com/watch?v=SRi0VUe21ig

Es ist ein Hoffnungsfest: „Mariä Lichtmess“. Gerade in diesem Jahr brauchen wir erneut “Lichtblicke” so dringend.

Das Fest, das am 2. Februar im Volksmund als “Lichtmess” gefeiert wird, heisst offiziell “Darstellung des Herrn”.

Es geht auf eine jüdische Tradition aus dem 3. Mose 12,1-8 zurück: Eltern bringen nach Geburt eines Kindes, 40 Tage bei einem Jungen,

80 nach der Geburt eines Mädchens, im Tempel von Jerusalem ein Reinigungsopfer dar.

Daher rührt auch die alte Bezeichnung: „Reinigung (lat. Purificatio) Mariens“.

Rechnet man vom 25. Dezember, so fällt dieser Tag dann auf den 2. Februar.

Auch der jüdische Junge Jesus wurde also vor Gott „dargestellt“.

Daraus ergibt sich die für heute im evang.-luth. Liturgiekalender verwendete Bezeichnung: „Fest der Darstellung/Darbringung des Herrn im Tempel“.

Im Neuen Testament wird im Lukasevangelium (Lk 2,22-39) von der Begegnung der heiligen Familie mit dem „greisen Simeon“ und der Prophetin Hanna am Tempel in Jerusalem berichtet. Simeon nimmt dabei das Kind in seine Arme und stimmt seinen Lobgesang an: „[…] meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das alle Menschen erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel“.

Dieser Gesang („nunc dimittis“) wird noch immer im liturgischen Nachtgebet gesungen.

Fest der Lichter

Die Lichtfeier dazu ist bereits im 4. Jahrhundert in Jerusalem bezeugt. Ab dem 7. Jahrhundert wurde in Rom eine Lichterprozession durchgeführt. An diesem Tage wurden traditionell die Kerzen für den Hausgebrauch gesegnet. Kerzen wurden dazu in die Kirche gebracht, das sogenannte “Kerzenopfer”. Sie werden im darauffolgenden Jahr im Gottesdienst verwendet. Aus der Tradition der Kerzensegnungen in Kombination mit der “Reinigung Mariens” entstand der Name “Maria Lichtmess”.

Nach alter Tradition wird auch das Hellerwerden, das Anbrechen der längeren Tage gefeiert.

Früher gab es im Winter oft grossen Hunger und Arbeitslosigkeit. Die brennenden Kerzen zu Lichtmess waren damals und sind auch heute noch ein Symbol der Hoffnung für Jesus als „Licht der Völker“ und „Licht der Welt“.

Im alten Volksglauben besitzen die „Lichtmess-Kerzen“ eine besondere Fürbittkraft in schwierigen Situationen. Zu Lichtmess, ähnlich wie bei unserem „Letzten Sonntag nach Epiphanias“, endet offiziell die Weihnachtszeit. Noch heute bleiben in vielen Kirchen und Häusern Krippe und Weihnachtsbaum oder auch Sterne bis zu diesem Tag stehen.

Lied: „Sing halleluja to the light oft he world“

https://www.youtube.com/watch?v=21ZLfNi8EfA

Gott, Du machst die Welt hell mit Deinem Licht.
Segne (Kreuzzeichen) diese Kerzen, die wir zu Deinem Lob entzünden.
Und führe uns zu jenem Licht, das nie erlöschen wird.
Darum bitten wir Dich durch Christus im Heiligen Geist.

Und:

Der allmächtige Gott schenke dir Gesundheit und Heil. Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Der Gläubige antwortet mit Amen.

Am 2. Februar wird auch oft dieser “Blasius-Segen” erteilt. Der Heilige Blasius ist einer der 14 Nothelfer, sein Gedenktag wird am 3. Februar, also am Tag nach Lichtmess gefeiert. In der Kirche hält der Priester oder der Diakon bei der Spendung des Blasiussegens dem Gläubigen zwei gekreuzte brennende Kerzen in Höhe des Halses vor. Er soll vor Halskrankheiten schützen.

Bild: Blasius-Kerzensegen

Gegen Halsschmerzen. Vom Symbol her zumindest denke ich: wie passend heute!

Alles andere bleibt dem persönlichen Glauben überlassen. Martin Luther meinte, es gibt nur 1 Zeichen des Heils, und das ist Jesus Christus selbst. Von den unzähligen Heiligen und ihrer Verehrung und dass sie für uns etwas tun im Himmel: davon wollte Luther nichts mehr wissen.

Aber dass sie durchaus Vorbilder im Glauben und Leben bleiben, das war auch Luther durchaus wichtig.

Und der Segen, den sie bedeuteten und den sie weitergaben, der bleibt auch wichtig.

Segen, das ist und bleibt etwas Unmittelbares, Unverfügbares, wie der Theologe Fulbert Steffensky einmal schrieb:
„Der Segen ist der Ort, an dem wir werden, weil wir angesehen werden. Die Schönheit, die Kraft, die Lebensstärke und die Ganzheit garantieren wir uns nicht selbst. (…) Es leuchtet ein anderes Antlitz über das eigene.“

Gebet zu Lichtmess und Epiphanias:

Gott in Jesus Christus, Licht der Welt,

sei du mein, sei du unser Licht und Heil weiter durch dieses Jahr 2022.
Jetzt, wo die Tage wieder länger werden, lass es auch in uns und um uns herum heller, wärmer, zuversichtlicher, freundlicher und lebendiger werden.
Sei du unser Licht, wenn Ängste, Sorgen, Probleme, auch Streit und Unfrieden uns bedrängen – damit es nie ganz dunkel oder aussichtslos ist.
Lass uns auch für andere wie ein Licht sein, anderen Mut machen, beistehen, trösten, aufhorchen, aufatmen lassen und sie zum Strahlen bringen.
Lass uns nie vergessen, dass dein Himmel über uns allen offen ist –

schenke uns immer wieder himmlische Momente und lass uns in allem geborgen sein in deinem Licht und Frieden.
Behüte uns an Leib und Seele, bewahre uns und lass uns selbst gut auf der Hut sein.
 

Beatme uns immer wieder mit deinem Heiligen und Heilenden Geist und
hilf uns, ein- und aus- und durch- und aufzuatmen und für eine gute Atmosphäre
statt für dicke Luft zu sorgen.  

Segne mich, uns, alle, die einen festen Platz in meinem Herzen haben und
auch alle, mit denen ich mich gerade schwer tue –

Und segne deine ganze Erde, die Frieden und Bewahrung braucht.
+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
 

Vater unser im Himmel geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.   Amen.

 

Dietrich Bonhoeffer hat die Alltagserfahrungen und die religiöse Suche der Menschen im Segen miteinander verschränkt:
„Wer aber selbst gesegnet wird, der kann nicht mehr anders,
als diesen Segen weitergeben, ja, er muss dort, wo er ist, ein Segen sein.
Nur aus dem Unmöglichen kann die Welt erneuert werden.
Dies Unmögliche ist der Segen Gottes.“

 

SEGEN:

Gott schenke dir Gesundheit und Heil.

Er segne dich durch Christus, unsern Herrn und Bruder und Licht der Welt.

Gottes Geist leuchte dir mit seinem Licht und Heil,

wärme und schütze dich an Leib und Seele.

Amen.

Musik: aus dem Oratorium “Paulus” von Felix Mendelssohn, 5 min. der Chor „Mache dich auf und werde licht“.

Helmuth Rilling, Stuttgart Gächinger Kantorei

https://www.youtube.com/watch?v=fgj0B5dFtbc

 

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Wir wünschen allen eine gesegnete und bewahrte Zeit im Jahr 2022!

Bleiben wir zuversichtlich, Gott ist da.

Herzliche Grüsse nach nah und fern,

Thomas Risel mit Marion Werner