Herzlich willkommen zum 407. Luther-Abendgebet am Mittwoch, 20. Mai 2026

Wir sind in der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten. Zeit der Auferstehung, des neuen Lebens im Frühling – Zeit des Himmels und des Geistes – mit der Hoffnung, dass Gott in unser Leben kommt und immer wieder neue Anfänge schenkt.

Dazu hören wir heute eine reale Geschichte vom Geist des Miteinanders und Musik zum Lobpreis Gottes und uns zur Freude.

Ich zünde eine Kerze an, für das Licht, für den Frieden, für Vertrauen, für die Hoffnung.

So sammeln wir uns heute Abend:

im Namen Gottes, der uns wie ein Vater und eine Mutter in Liebe umfängt,

im Namen Jesu Christi, dem Herrn und Bruder, der uns im Leiden trägt und hilft,

und im Namen der Heiligen Geistkraft, die uns verbindet zwischen Himmel und Erde.

Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt:  Gott bleibt, unser Gebet bleibt.

WochenspruchEs soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. Sach 4,6.“ | 1. Petr 1,3

Die Liebe ist ausgegossen
baut ihr Nest in unserem Herzen
immer tiefer gehen ihre Wurzeln

Der Heilige Geist 
der weht wo er will 
er ist kein Orkan
kein Sturm der zerstört 
er will nicht mit Gewalt oder Macht sein Ziel erreichen 

Die Liebe Gottes ist ausgegossen
in uns  

Halleluja!

Lied: In Dir ist Freude

Nils Landgren / trombone & vocals und Capella de la Torre, Jeanette Köhn / Sopran, Knabenchor Hannover Jörg Breiding / Dirigent

https://www.youtube.com/watch?v=A6phx6qDkxQ&t=157s

 

Vom Geist des Miteinanders (nach einer Geschichte von Michael Becker)

1

Sie wollte es nicht länger mit ansehen. Seit Jahrzehnten wohnt sie in der Kleinstadt und beobachtet viele ältere Menschen, die oft allein sind. Mal sitzen sie allein in Cafés, sie kaufen allein ein oder sitzen auf Parkbänken; auch dort oft allein. Das wollte sie nicht länger sehen. Und sie erfand ein „Speed-Dating“ für über 65-jährige, also ein schnelles Kennenlernen bei kurzen Gesprächen.

Sie lud ein in ein Café. Es kamen beim ersten Mal zehn Personen, beim nächsten Mal schon 25. Männer und Frauen sassen sich dort wechselweise gegenüber und hatten jeweils sechs Minuten Zeit, einander ein wenig kennenzulernen. Der Raum war voller Gespräche. Am Ende des Kennenlernens konnte man Wünsche hinterlegen. Es geht um Kino- oder Konzertbesuche, um Gesellschaftsspiele, um gemeinsame Ausflüge. Alle, die sich geäussert haben, waren zufrieden. Eine Frau und ein Mann erzählten sogar, dass sie es als Paar versuchen wollen.

2

Die junge Frau, die das für die Kleinstadt entdeckt hat, hat etwas Wertvolles belebt: einen Geist des Miteinanders. Niemand soll, so hoffte sie, einsame Nachmittage oder Abende verbringen müssen. Alle sollen zumindest wissen, wen sie anrufen könnten zu einem Plausch oder einer Verabredung. So ungewöhnlich die Idee des Speed-Datings für Ältere ist, so gut wurde sie angenommen. Es ist eine Tatsache, dass sich immer mehr Menschen – aus unterschiedlichen Gründen – allein fühlen. Und das gar nicht wollen. Hier wurde Abhilfe geschaffen durch einen „Geist des Miteianders“

Bild: Pfingstgeist-Strahlen

3

So dürfen wir Pfingsten auch verstehen; das dritte grosse christliche Fest. Es ist ein Fest des Miteinanders. Niemand wird verloren gegeben; jeder und jede wird gesucht in einer christlichen Gemeinde. Man soll wissen, an wen man sich wenden kann, wenn man Hilfe braucht. Es gibt einen Geist der Verständigung und des Miteinanders.

Die Frauen und Männer um Jesus waren nach seiner Himmelfahrt am Boden zerstört. Aber der Heilige Geist weckte sie auf – zu einem Geist des Miteinanders. Zuerst kümmerten sie sich um sich selbst und bauten einander gegenseitig auf. Dann predigten sie anderen und entdeckten das diakonische Tun für Menschen, die sich selbst nicht mehr helfen konnten. Gottesdienst ist Wort und Tat, Hören und Handeln. So entstand ein bewundernswerter Geist des Miteinanders, der die christlichen Kirchen bis heute auszeichnet. Aus einer kleinen christlichen Gemeinde in Jerusalem, Antiochia, Philippi., Korinth und Rom wurden weltumspannende Gemeinschaften.

Sie hören Gottes Wort und bauen Menschen auf mit dem Geist des Miteinanders. Gott hilft allen, die ihn darum bitten.

Videofilm: ECCLESIAE – wie konnte aus einer kleinen jüdischen Bewegung eine Weltreligion werden? Forschungsprojekt ECCLESIAE an den Universitäten Bern und Bonn.

https://www.youtube.com/watch?v=0–XJRVto2w

Fürbitten:

Komm, Heiliger Geist,
komm mit deinen Gaben.
Komm 
und erneuere diese Welt.

Komm, Heiliger Geist,
komm mit deinem Frieden.
in die Kriegsorte dieser Welt.
Komm zu denen,
die andere bedrohen.
die mit Waffen kämpfen und 
zu denen,
die die Waffen schweigen lassen wollen.  
Komm zu allen,
die miteinander im Streit leben.
Komm mit deinem Frieden
und erneuere diese Welt.

Komm, Heiliger Geist,
komm mit deiner Freundlichkeit.
Komm zu denen, 
mit denen wir unser Leben teilen
und die zu uns gehören.
Komm zu denen, 
die abgewiesen und verachtet werden.
Zu denen,
die einsam sind,
die niemandem mehr vertrauen.
Komm mit deiner Freundlichkeit
und erneuere diese Welt.

Komm, Heiliger Geist,
komm mit der Wahrheit.
Komm zu denen,
die die Wunder der Schöpfung erforschen.
Komm zu denen, 
die Macht haben.
Zu denen,
die anderen die Freiheit nehmen.
Komm mit der Wahrheit
und erneuere diese Welt.

Komm, Heiliger Geist,
komm mit deiner heilenden Kraft.
Komm zu denen,
die trauern,
die auf Hilfe angewiesen sind,
die sich überfordern und erschöpft sind.
Zu deiner leidenden und ausgebeuteten Schöpfung.
Komm mit deiner heilenden Kraft.
und erneuere diese Welt.

Komm, Heiliger Geist,
komm mit deiner Kraft,
die Einheit und Verständigung schafft,
in diese Welt, in unsere Häuser,
zu deiner Kirche.
Versöhne und heile,
wecke den Glauben.
Komm, Heiliger Geist,
und erneuere diese Welt –
heute und alle Tage. Amen.

Bild: Pfingstrose

Vaterunser im Himmel…

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

VERABSCHIEDUNG

Herzliche Einladung:

-in die Martin-Luther-Kirche Zürich zum Konfirmations-Gottesdienst am Pfingstsonntag 24. Mai, 10 Uhr, mit Abendmahl, Pfarrerin Marion Werner und Pfarrer Thomas Risel.

Am Tag vorher, Pfingstsamstag erklingt die festliche Bach-Kantate „Erschallet ihr Lieder“ BWV 172 in der Augustinerkirche Zürich mit dem Bach-Collegium Zürich unter Leitung von Bernhard Hunziker sowie einer theolog. Einführung mit Pfarrerin Marion Werner.

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Wir danken allen, die mit unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft, in über 400 Ausgaben Luther-Gebet, wir wünschen noch eine gesegnete Pfingst- und Frühjahrszeit.

Bleiben wir zuversichtlich. Denn Gottes Geist ist da.

 Herzliche Grüsse nach nah und fern!

Pfarrer Thomas Risel mit Pfarrerin Marion Werner

 

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

So segne uns der gute und der treue Gott,

+der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

 

Zum Abschluss hören wir den ersten Chor der Bach-Kantate zum Pfingstfest „Erschallet ihr Lieder“, wie er am kommenden Samstag in der Augustinerkirche Zürich zu hören sein wird:

Musik: J. S. Bach BWV 172 Erschallet, ihr Lieder, erklinget, ihr Saiten! I. Chorus

Academy Baroque Soloists John Butt – Dirigent

https://www.youtube.com/watch?v=t29zj_VibTk