LUTHER GEBET für Mittwoch, den 24. Februar 2021

Herzlich willkommen zu unserem Abendgebet in der Wochenmitte.

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Gottesdienste sind anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.             

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Psalm 31

2 HERR, auf dich traue ich, / lass mich nimmermehr zuschanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit!

3 Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!

4 Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen.

5 Du wollest mich aus dem Netze ziehen, / das sie mir heimlich stellten; denn du bist meine Stärke.

6 In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott.

8 Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, dass du mein Elend ansiehst und kennst die Not meiner Seele 9 und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellst meine Füße auf weiten Raum.

10 HERR, sei mir gnädig, denn mir ist angst! Mein Auge ist trübe geworden vor Gram, matt meine Seele und mein Leib.

15 Ich aber, HERR, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott!

16 Meine Zeit steht in deinen Händen.

17 Lass leuchten dein Antlitz über deinem Knecht; hilf mir durch deine Güte!

20 Wie groß ist deine Güte, HERR, die du bewahrt hast denen, die dich fürchten, und erweisest vor den Menschen denen, die auf dich trauen!

25 Seid getrost und unverzagt alle, die ihr des HERRN harret!

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017

 

Musik: Virtueller Chor „Herr, deine Güte reicht soweit der Himmel ist“

Text: nach Psalm 36,6 – Musik: August Eduard Grell

https://www.youtube.com/watch?v=xZ4AmQLg9MA

 

Wie viele Stunden verbringen wir eigentlich vor dem Bildschirm, in diesen Zeiten? Laptop, Smartphone, TV…..ich habe den Eindruck: Das Homeoffice hat uns zu dem gemacht, vor dem uns unsere Eltern immer gewarnt haben – zu Stubenhockern und Dauerglotzern. Eine Videokonferenz folgt bei manchen der anderen, und spätestens nach dem dritten digitalen Meeting schmerzt der Nacken, die Füsse sind eingeschlafen, und die Augen brennen. Im Beruf zuhause, Schülerinnen und Schüler, Studierende, Eltern, fast alle sind davon betroffen.

Und die Kombination aus Zuhause Bleiben und Videokonferenz oder Bildschirmarbeit hat noch eine weitere Nebenwirkung: die Welt schrumpft zusammen – und sie verflacht im wahrsten Sinne des Wortes. Langsam verschwindet die dritte Dimension aus meinem Leben, der Blick in die Tiefe geht verloren. Ich sehe in meiner Wohnung nur wenige Meter weit bis zur nächsten Wand oder eben die 40 Zentimeter bis zum Bildschirm. Und der Blick durch das Fenster auf die Nachbarhäuser oder den kleinen Garten ist auch nicht wirklich ein Ersatz.

Den Blick gen Himmel schweifen lassen

Bilder Bergpanorama Davos 2021

Mir fehlen so manches Mal die grossen Räume, das Gefühl von Weite. Ich habe das neulich gemerkt. Da bin ich spontan durch das Prättigau nach Davos gefahren, oben dann am Weissfluhjoch und dem Gipfel der weite Blick tat den Augen gut und der Seele.

Und mir fiel ein Bibelwort ein, aus dem 31. Psalm: „Gott, du stellst meine Füsse auf weiten Raum.“ Ich kann ja jetzt einmal hinzufügen: Du stellst unsere Augen auf weiten Raum. Manches da unten im Tal wird dann weniger bedeutsam, anderes wird wichtiger.

Wir brauchen diese weiten Räume, damit unser Blick nicht eintrübt, damit unsere Enge uns nicht ängstigt. Unsere Augen sind nicht gemacht nur für die kleinen Kacheln auf dem Computer oder für den Blick an die Wohnzimmerdecke. Sie sind auch gemacht für den weiten Raum. Vielleicht finden wir den in diesen Tagen am Seeufer, in den Bergen oder auch in einer offenen Kirche. Nehmen wir uns einen Moment Zeit dafür – das tut den Augen gut und der Seele auch.

Greifensee ZH

Fürbitten:

Gott, deine Güte reicht bis an den Himmel und deine Wahrheit reicht bis zu den Wolken.

Du Gott des Lebens, wirst uns ins Weite führen.

Viele Fragen bewegen uns. Wir suchen nach Antworten, damit das Leben auch in dieser Zeit gelingen kann. Schenke uns den Blick der Hoffnung, der Weite, des Himmels.

Wir kommen zu Dir im Gebet aus einer Welt mit Dunkelheiten, Ungewissheiten.

Doch Jesus Christus spricht: „Ich bin das Licht der Welt.“

Wir bitten dich, unser Gott, mach unsere Finsternisse hell und unsere Enge weit.

Erleuchte unsere Herzen und unseren Verstand mit dem Licht deiner Gegenwart, mit dem Blick in den Himmel.

Manchmal wissen wir nicht aus noch ein. Stimmungen schwanken. Wir brauchen Orientierung und einen weiten Blick. Wir brauchen dein Wort.

Ja, dein Wort ist unsres Fusses Leuchte und ein Licht auf unseren Wegen.

 

Es gibt schwierige Wegstrecken – steinig, wenig Perspektiven.

Es kommt uns vor, als hätten wir manchmal wenig Halt. Wie lange noch, wie halten wir durch in dieser Zeit?

Und dann hören wir: Er wird deinen Fuss nicht gleiten lassen und der dich behütet, schläft nicht.

Ja, Gott, wir bitten dich: schaffe unseren Schritten weiten Raum. Richte unseren Weg aus zu Dir und gib uns Kraft, ihn zu gehen, im Miteinander, in Fürsorge, in Frieden mit uns und mit anderen Menschen.

Getragen von Deinem Wort. Erfüllt von Deiner Hoffnung und, belebt durch Dein Weggeleit.

 

Wir denken heute besonders an:

……………………………….. Wir nennen Namen von Menschen, an die wir denken.

STILLE

GEMEINSAM:

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Gott, „Du stellst unsere Füsse auf weiten Raum“:

Gott, segne uns und behüte uns.

Gott, lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Gott, erhebe dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden.

Amen.

 

Musik: „Mögen sich die Wege“

https://www.youtube.com/watch?v=NwxrU34xmB8