Luther Gebet Mittwoch 25. November 2020

Luther Gebet Mittwoch 25. November 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Wir wollen uns zum Gebet sammeln.    

UNS BEREIT MACHEN

Wir wollen zur Ruhe kommen, ein Licht anzünden, das uns hilft,

uns für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                          

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

Amen.

 

„Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheissung, in denen Gerechtigkeit wohnt.“

(aus der Lesung am Ewigkeitssonntag 2. Petrus 3, 13)

 

Musik/Lied: Von guten Mächten wunderbar geborgen (für Chor und Orchester)

https://www.youtube.com/watch?v=3C8v9icR6yA

 

 

„Von guten Mächten treu und still umgeben

behütet und getröstet wunderbar,

so will ich diese Tage mit euch leben

und mit euch gehen in ein neues Jahr.“

Dietrich Bonhoeffer schrieb diese Gedichtzeilen aus der Haft heraus an seine Verlobte. Es war der Jahreswechsel vor 74 Jahren.

Am vergangenen Sonntag wurde das danach komponierte Lied in vielen Kirchen gesungen, oder zumindest gespielt.

„Mit euch gehen in ein neues Jahr“: wir sind wieder angelangt in der Zeit „zwischen den Jahren“.

Nicht nach dem Jahreskalender, aber nach dem christlichen Kalender.

Wir sehen natürlich überall schon die Weihnachtsvorboten… Überall wird dekoriert, verwandelt, geschmückt. Manchmal auch schon sehr hektisch geht es da zu Werke, viele in der Stadt bereiten sich auf das grosse Weihnachtsgeschäft vor. „Weihnachten beginnt bei Coop“ oder „himmlisches Festtagsessen jetzt schon kaufen“ heisst es da…

Aber da gibt es noch diese kleine Zeit davor…die heisst Advent, und davor nun noch diese besondere stille Woche. „Zwischen den Jahren“ nenne ich sie gerne.

Die letzte Woche des Kirchenjahres geht vom Ewigkeits- oder auch Totensonntag bis zum 1. Advent.

Es ist die Zeit, in der wir Kartons aus dem Keller oder dem Schrank irgendwo holen, Lichterketten und die kleinen Engelsfiguren oder den Fensterschmuck sichten, etwas putzen, etwas neu oder wieder probieren: was geht noch, was sieht noch schön aus, was nehme ich diese Jahr zur Deko in meiner Wohnung, meinem Haus…

Zu diesem Kramen nach den Äusserlichkeiten gehört für mich aber auch das Innere, meine eigene Seele, mein eigenes zur Ruhe kommen dazu. In diesem Jahr besonders?

Zwischen den Jahren: am Sonntag haben wir all der Menschen gedacht, die in diesen vergangenen 12 Monaten verstorben sind, von denen wir Abschied nehmen mussten, manchmal auch unter Tränen und Schmerzen. 18 Namen wurden verlesen und für jede und jeden und auch für Ungenannte eine Kerze entzündet.

Und am kommenden Sonntag nun die erste Adventskerze.

Zwischen den Jahren: in den kommenden Tagen will ich auch überlegen, was bedeutet mir die kommende Zeit, wie will ich sie erleben, in diesem Jahr sicher nochmal ganz anders als sonst?! Vielleicht etwas weniger Trubel, weniger buntes Treiben in den Städten. Zur Ruhe kommen? Zu mir selbst kommen? Für andere da sein?

Zwischen den Jahren, das ist eine gute Gelegenheit zu schauen: was ist mir wirklich wichtig im Leben.

Von guten Mächten treu und still umgeben behütet und getröstet wunderbar,

so will ich diese Tage mit euch leben, und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Ich wünsche Dir und mir und Ihnen allen eine gute, gesunde und gesegnete Zeit zwischen den Jahren.

 

Psalm 126 mit Fürbitten:

Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden.

Gott schenke und bewahre uns die Träume einer besseren, heilen, friedlichen und gerechten Welt, die Du für uns bereithältst.

2 Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein. Da wird man sagen unter den Völkern: Der HERR hat Großes an ihnen getan!

3 Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.

Gott, wir brauchen das Lachen, die Fröhlichkeit, und Dein Lob in aller Welt.

Bewahre uns und unser Leben und das Leben deiner ganzen Schöpfung.

Schenke Kraft und Geduld all denen, die sich für das Leben deiner Schöpfung einsetzen, für Heil und Gesundheit an Leib und Seele, für Menschen, Tiere, Pflanzen und alles was lebt!

4 HERR, bringe zurück unsre Gefangenen, wie du die Bäche wiederbringst im Südland.

5 Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.

Gott, in Dir sind wir frei zu glauben, zu vertrauen, zu lieben. Lass uns dies weitergeben im Leben, an die neben und den hinter uns.

Sammle unsere Tränen und verwandle sie in Deinen Segen, den Segen der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

6 Sie gehen hin und weinen und tragen guten Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.

Gott, achte das Kleine, das was wächst, was neu wird in uns und in unserem Miteinander, auch im Advent, wenn DU kommst: zu uns.

Sei bei uns, behüte uns, segne uns und lass uns ein Segen sein.

Alles was wir auf dem Herzen haben, nennen wir Dir in einem Moment der Stille:

………………………………

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

 *SEGEN* (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Geht in die Nacht und den neuen Tag mit der Kraft der Güte und des Friedens aus Gottes Segen:

Sei behütet und bewahrt und gesegnet –

im Namen des Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

„Alsdann flugs und fröhlich geschlafen.“ (Martin Luther)

 

Zum Abschluss noch für die, die mögen, 10 min Musik:

Der erste Satz aus dem „Deutschen Requiem“ von Johannes Brahms:

  1. Selig sind, die da Leid tragen

Arnold Schönberg Chor, Wiener Philharmoniker- Nikolaus Harnoncourt

https://www.youtube.com/watch?v=olaZ2AOOfdg

 

TEXT:   Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden. (Matthäus 5, 4)

Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen, und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben. (aus Psalm 126)