Luther-Gebet für Mittwoch 28.4.2021:

 

Herzlich willkommen zu unserem (146.) Abendgebet, in der Wochenmitte.

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Gottesdienste sind anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.             

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

verbunden, um diese Andacht zu feiern.

Wir kommen mit dem, was uns ausmacht, allen Erlebnissen, Begegnungen und Gefühlen in der Wochenmitte.

Wir machen uns bewusst, dass Christus lebt, auch durch andere Menschen, und wie Gott an unserer Seite steht.

Neutestamentliches Wort für Mittwoch, 28. April 2021:

Seid euch bewusst, dass die Langmut unseres Herrn eure Rettung bedeutet.
2. Petrus 3,15

 

Musik/Lied: „Gott gab uns Atem“ von und mit Fritz Baltruweit

https://www.youtube.com/watch?v=MZVFn8pQ64I

 

Wir sind mitten in der Woche des Sonntags Jubilate, das ist im Kirchenjahr DER Sonntag der Neuschöpfung:

die Erinnerung an die erste Schöpfungsgeschichte, der Jubel über die Auferstehung als neuer Schöpfung, die Hoffnung auf den verheißenen neuen Himmel und die neue Erde.

Wie nah ist uns dies alles in diesem Frühling, alles wächst, grünt und blüht neu auf. Wunderbar, oder wie ein Wunder, alle Jahre wieder neu. Wie sehr haben wir das ganz besonders vor einem Jahr wahrgenommen, und dieses Jahr wohl auch! Zum Sonnenschein dieser Tage kommt nun der nötige Regen dazu. Die Erde atmet auf, und wir auch.

Es ist auch schon lang genug mit diesen Einschränkungen, nicht planen können, wenig Vorfreude, ständig aufpassen, sich zurückziehen, mit diesen Einsamkeiten und fast dieser Ohnmacht. So viel Geduld, langsam reicht es doch…wie sehr spricht uns das Wort des Neuen Testaments für den heutigen Mittwoch auch aus dem Herzen: „Seid euch bewusst, dass die Langmut unseres Herrn eure Rettung bedeutet.“

Hören und schauen wir nochmal genauer hin, das ist nämlich sehr aktuell und spannend: Gottes Langmut und Geduld bedeuten unsere Rettung.

Der Verfasser des 2. Petrus-Briefes schreibt das an die frühen Christen, die ständig damit rechneten, dass Christus wieder auf die Erde kommt. Dass die Welt mit grossen Erschütterungen untergeht und dass Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schafft. Das ist dann erstmal ausgeblieben.

Manche Christen meinen, diese Corona-Pandemie sei jetzt wieder so eine Zeit, kurz vorm Untergang, und Corona werde ja bereits in der Offenbarung, im letzten Buch der Bibel erwähnt. Und dass wir uns nur noch durch ein klares Bekenntnis zu Christus retten können.

ICH glaube, da liegt eine grosse und mitunter gefährliche Verwechslung vor. Wer rettet? Wir sollten uns nicht an Gottes Stelle setzen, er allein weiss was kommen wird und er allein ist Richter über diese Welt. Und zu dieser Pandemie, ist das Gottes Prüfung? Wie denken wir da von Gott? Ja, zur Pandemie, da können wir selbst einiges dagegen tun. Zunächst jetzt immer noch mit Langmut und Geduld.

Bild „Steine der Geduld“

Im ersten Petrus-Brief lesen die ersten Christen und auch wir heute, dass wir die Zeit nutzen sollten für ein Leben in Frieden. Gott ist langmütig, das Ende ist noch längst nicht da. Ja klar, wir hadern so manches Mal auch mit Gott, weil unser Warten und unser Sehnen nach einem besseren Leben anders scheint als seine Geduld. Gott scheint des öfteren andere Zeitpläne und -Vorstellungen zu haben als wir. Das ist manchmal wirklich schwer. Aber: Gott ist langmütig. Und geduldig, auch mit uns.

In dem alten Wort Langmut schwingt eine andere Bedeutung mit hinein, eben der Mut, lange auszuhalten. Damit ist das Wort aus dem Griechischen des NT auch passend übersetzt. Langmut ist nicht nur Gelassenheit nach dem Motto „abwarten und Tee trinken“. Wer langmütig ist, wartet zwar, aber nicht gleichgültig, sondern er und sie tun es aktiv und aufmerksam. Und im Dienst an den Nächsten.

Gott ist langmütig. Davon können wir uns durchaus etwas abschauen. Gerade jetzt braucht unsere Zeit auch langmütige Menschen, die nicht den Kopf in den Sand stecken, die trotz allem noch Ruhe ausstrahlen und zugleich aufmerksam sind. Aufmerksam, was brauche nicht nur ich, sondern was braucht diese Gesellschaft, was brauchen andere?! Liebe ist langmütig und freundlich, heisst es an anderer Stelle bei Paulus.

Die Langmut Gottes wird unsere Rettung, wird unsere Freude, wird unser Leben sein. Nicht weniger dürfen wir hoffen und vertrauen.

 

Musik: Take That: „Patience“

https://www.youtube.com/watch?v=VQ4ziRhLGCE

 

Fürbitten

Ewiger Gott,

du atmest mit uns, mit langem Mut,

du liebst und wir leben,

du bist die Quelle.

Dir vertrauen wir uns an.

 

Du machst neu,

wo Altes enden muss.

Wir bitten dich für alle,

die aufbrechen und nach einem neuen Miteinander suchen.

Wir bitten dich für alle,

die in ihrem Alltag dem Frieden und der Gesundheit dienen.

Wir bitten dich für alle,

die für andere einstehen und sie schützen.

Du bist das Leben –

erbarme dich.

 

Ewiger Gott,

du gibst Leben,

wo der Tod regieren will.

Wir bitten dich für alle,

die trauern und ohne Hoffnung sind.

Wir bitten dich für alle,

die mit dem Tod ringen und voller Schmerzen sind.

Wir bitten dich für alle, die verzweifelt sind

und deren Klagen verstummen.

Du bist das Leben –

Erbarme dich.

 

Ewiger Gott,

du begeisterst und weist uns ins Weite, mit langem Mut.

Wir bitten dich für alle,

die nach dir Ausschau halten,

die sich an dir festhalten und

die auf dein Wort hören.

Wir bitten dich für deine Gemeinde –

für alle, die in dir bleiben wollen

und auch für die, die in Zweifel und Angst leben.

Wir bitten dich für unsere Kinder und

für alle, die zu uns gehören.

Dir vertrauen wir uns in der Stille an………………

 

Du bist das Leben –

du atmest mit uns, langmütig und freundlich,

du liebst und wir leben,

du bist die Quelle.

Dir vertrauen wir uns an

durch Jesus Christus, auferstanden von den Toten,

damit wir bei dir leben.

Amen.

GEMEINSAM:

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

SEGEN

Du mein Gott,
Deine Geduld möchte ich haben.
Sie ist es, die uns Menschen leben lässt.

Gott schenke uns Geduld mit unserer Ungeduld,
dass wir nicht an uns verzweifeln.

Gott segne uns mit Geduld mit unseren Mitmenschen,
und bewahre uns vor schnellen Urteilen.

Gott lasse uns geduldig sein mit dem,
was uns zu schaffen macht.

Gott, Deine Geduld und Langmut möchte ich haben wie das tägliche Brot,
So segne und behüte Du uns als der allmächtige und fürsorgliche Gott,

Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.

 

Musik Klavier instrumental: Lukas Linder „Geduld“

https://www.youtube.com/watch?v=WfB_t1xNuaI