Herzlich willkommen zum 291. Luther Abendgebet am 3. Januar, dem ersten im neuen Jahr 2024.

Allen ein gutes, gesegnetes, gesundes und friedliches neues A.D. 2024!

Wir sind am Anfang des Jahres, Neubeginn, alles so wie bisher, was verändert sich, wer verändert sich? Zeit der Lichter in den wieder heller werdenden Tagen, neben allen aktuellen Sorgen um den Frieden, den Zusammenhalt und das weltweite Klima.

Zeit auch für Dank und innere Einkehr, mit Musik, Geschichten und Gebet zum neuen Jahr. Ich zünde eine Kerze an, ein Licht im neuen Jahr, in Vertrauen, in Hoffnung.

So sammeln wir uns heute Abend:

im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes

die uns verbinden zwischen Himmel und Erde.

Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Neujahrsgebet: „alles legen wir in deine guten hände“

die träume und die ängste

die verheißungen und die gefahren

die feste und den alltag

die ruhe und die arbeit

die gesundheit und die krankheit

die freude und das leid

das geplante und das ungewollte

das machbare und das unerträgliche

den glauben und die unbegreiflichkeit

die geliebten und die ungeliebten

das licht und das dunkel

und bitten dich von herzen

begleite und auf allen wegen

und lege in alles deine endlose liebe

Michael Lehmler

 

In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben im neuen Jahr geschieht und sich wandelt:  Gott bleibt, unser Gebet bleibt.

Heute mit der Botschaft der ersten Woche des Jahres aus Hebräer 13,8:

Bild: „„Jesus Christus gestern, heute und derselbe auch in Ewigkeit.“

„Gehen wir weiter in und mit der Spur Gottes durch die Zeit“, so sagte es Abt Urban Federer im Kloster Einsiedeln im Grusswort zum neuen Jahr in der Silvesternacht.

Musik zum neuen Jahr aus der Bach-Kantate BWV 190 Chor 1: „Singt dem Herrn ein neues Lied“

https://www.youtube.com/watch?v=mb02aM5CGzE

Jahreslosung 2024 I:

„Ihr Christen habt in eurer Obhut ein Dokument mit genug Kraft in sich, die Welt

auf den Kopf zu stellen, dieser kriegszerrissenen Welt Frieden zu bringen. Aber ihr

geht damit um, als ob es bloß ein Stück guter Literatur wäre…“

Das sagte Mahatma Gandhi, der indische Freiheitskämpfer und Pazifist, über die Bibel.

Und er hat recht. Die biblischen Gedanken zu Frieden, Gerechtigkeit und

Nächstenliebe – sie tragen eine Kraft in sich, die man manchmal erst auf den zweiten

Blick bemerkt. Zum Beispiel auch die Jahreslosung, das Motto für das gerade

begonnene 2024: „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“ (1. Kor. 16,14)

Ein Satz des Apostels Paulus: er verabschiedet sich damit in einem seiner Briefe an seine frühchristliche Gemeinde in Korinth. Die erste von ihm gegründete Gemeinde auf europäischem Boden, man könnte auch sagen: seine erste Liebe. Alles, was dort getan wird, was dort gestritten wird: es bewegt und berührt und kümmert ihn auf ganz besondere Weise, und darum schreibt er auch: „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“

Ein liebevoller, ermahnender und auch krasser Auftrag. Wie soll das denn bitte gehen, fragt man unwillkürlich. Aber der Satz ist weniger gefühlig als man denkt. Es geht darum, wie wir zusammenleben. Wir Menschen miteinander. Und wir mit Gott und er mit uns. Und wir mit uns selbst auch.

Liebe ist in diesem Sinne keine Emotion, sondern eine Lebenshaltung, die sich aus Gottes Liebe speist und aus der sich Worte und Taten ergeben.

Eine Lebenshaltung, die der zerrissenen Welt und auch uns selbst nur gut tun kann.

Alles geschehe in der Liebe. Ein schönes Vorzeichen für das neue Jahr. „Love ist he message, and the message is love. Liebe ist die Botschaft, und die Botschaft ist Liebe“, so singt es Arthur Baker wunderbar einfach.

(nach Julia Heyde de Lopez)

Musik/Lied: „Love ist he message“

Arthur Baker & The Backbeat Disciples

https://www.youtube.com/watch?v=V1mxMHK1SgI

Liedtext-Auszug:

Überall auf der Welt weinen Menschen,
Sie finden nichts, was sie glauben können.
Sie setzen so viel Vertrauen in Menschen, die lügen,
Sie sind so leicht zu täuschen.
Es ist kein Geheimnis, du kennst die befreienden Worte,
Offen sichtbar für die ganze Welt.
Wenn du diese Botschaft bei dir hast,
Gibt es keinen Grund mehr, sie zu verbergen.
Du musst sie geben, um zu empfangen.

Refr.: Die Botschaft ist Liebe.
Liebe ist die Botschaft, und die Botschaft ist Liebe.
Von den Straßen in die Berge zum Himmel,
Sag es allen,
Sag jedem, wovon du träumst.
Sag ihnen, Liebe ist die Botschaft, und die Botschaft ist Liebe.

Tief in jedem Herzen gibt es eine Antwort.
Was braucht es, um sie wahrzumachen?
Selbst eine Seele hinter einer Mauer von Verwirrung
Kann dir immer noch sagen, was du fühlst.

Warum muss es das Bild sein
Von etwas, das brennt in der Nacht,
Um uns hungern zu lassen am Tag?
Es ist kein Geheimnis,
Es braucht nur genug Liebe, um es geschehen zu lassen.
Ein jeder kennt den Weg.

Refr.
Hörst du nicht die Melodie?
Es muss die Erde sein, die sich dreht.
Wir werden herausfinden, worum es in der Welt geht.
Refr.

Jahreslosung II

Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe“ – bevor wir nun denken: „oh, noch eines dieser hocherwartungsvollen christlichen Gebote“, kann das in den Alltag übersetzt nicht auch einfach mal etwas grosses oder kleines Überraschendes sein?

“Manchmal bezahle ich Essensrechnungen von Menschen an Nachbartischen und verlasse dann das Restaurant, bevor sie es vom Kellner erfahren.” Das schreibt jemand in einem Social-Media-Post. Egal ob das wahr ist oder nicht – die Geschichte regt die Fantasie an. Wie mögen die Menschen am Nachbartisch reagieren, wenn sie vom Kellner erfahren, dass ihre Rechnung schon beglichen wurde? Überrascht? Dankbar?

Der Schreiber verrät in seinem Text auch, warum er unerkannt eine Freude macht. “Ich tue es, weil es mich glücklich macht.” Der anonyme Dienst für andere sei für ihn der Schlüssel zu einem mehr glücklichen Leben.

Und das geht natürlich auch ohne, dass man jemandem gleich eine ganze Rechnung bezahlt. Einen Cappuccino für bedürftige Menschen im Voraus bezahlen, eine Blume an der Migros-Kasse hinterlassen, ein Dankeschön-Kärtli an die Tramfahrerin, einen guten Morgen in die übervolle Arztpraxis hineinrufen, eine Kerze entzünden für jemanden und das Foto davon verschicken, den liegengebliebenen Abwasch doch noch am Abend erledigen, es gibt so viele alltägliche Gelegenheiten, erkannt oder unerkannt Gutes zu tun.

Jesu Worte von der Nächstenliebe, man solle den Nächsten so lieben, wie sich selbst: es gibt genug Situationen, da kommen tatsächlich beide Seiten zu ihrem Glück. Der Schenkende und die Beschenkte. Ohne Gegenleistung. Dafür gibt es viele Beispiele, mehr oder weniger bekannt. Als „Wunder von Braunschweig“ wird eine Serie zahlreicher anonymer Bargeld-Spenden in Braunschweig an soziale und karitative Einrichtungen sowie unverschuldet in Not geratene Einzelpersonen bezeichnet, die im November 2011 begann. Auslöser für die Spenden waren verschiedene Artikel der Braunschweiger Zeitung, da den meisten Geldbeträgen, jeweils in einem weissen Briefumschlag, aktuelle Zeitungsausschnitte beilagen zur Situation der Spendenempfänger.

Die Spenden, meist in 500-Euro-Scheinen, gingen bei vielen sozialen, kirchlichen, kulturellen und weiteren Stellen in Braunschweig ein. Und sie fanden Nachahmer, bis heute.

Auch Einzelpersonen wurden bedacht, so beispielsweise eine alte Frau, die Opfer von Trickdieben geworden war, und ein Junge, der seit einem Schwimmunfall schwerbehindert ist. „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“ 1 Jahr lang. Es steht dieses Jahr sogar ein Tag mehr dafür zur Verfügung.

Ich bin jetzt schon neugierig, was ihr erlebt habt dann, am Ende des Jahres.

Bild: Jahreslosung „in Liebe geschehen“

Gebet für das erste Halbjahr:

Guter Gott, ein neues Jahr liegt vor uns. Wir wissen nicht, was

auf uns zukommt, wissen aber, dass du es mit uns gehst. Jeden

Monat des Jahres vertrauen wir nun dir an und bitten, dass wir

ihn in deinem Licht gehen können.

Ruf » Kyrie eleison, Gott erbarme dich.“

Januar

Der Januar ist der Monat des Anfangs.

Wir bitten um Segen für alles, was wir beginnen, und um das Vertrauen in den Weg, den Gott uns führt.

In den Februar fällt der Fasching / Karneval. Wird er dieses Jahr wieder anders sein als gewohnt?

Wir bitten um den Blick für das Gute, Positive in der Welt, um Optimismus und Vertrauen und auch um die Gabe, einmal

über uns selbst lachen zu können.

Ruf » Kyrie eleison, Gott erbarme dich.“

 

In den März fällt die Zeit der Vorbereitung auf Ostern.

Wir bitten um eine Lebenshaltung der Umkehr, dass es uns gelingt, aus vergangenen guten und schlechten Erfahrungen zu lernen und in die Tiefe zu wachsen.

Ruf » Kyrie eleison, Gott erbarme dich.“

 

Ende März/Anfang April ist die Osterzeit.

Wir bitten um offene Augen und Ohren für die Zeichen von Erneuerung in unserem Leben und in unserer Umgebung.

Wir sind dankbar für einen Gott, der auch im Leiden mit uns geht und letztendlich alles zum Guten wendet.

Ruf » Kyrie eleison, Gott erbarme dich.“

 

Im Mai erblüht die Natur.

Wir sind dankbar für die Vielfalt und die Schönheit der Schöpfung. Unsere Bitte ist, dass die Menschen alles tun, diese Vielfalt und Schönheit zu erhalten. Auch wir wollen dazu beitragen.

 

Im Juni erreicht das Jahr seinen Höhe- und Wendepunkt.

Wir schauen auf Höhe- und Wendepunkte in unserem Leben, überlegen, was sie bedeuten, danken für die Menschen, die uns begleitet haben und gehen mit

Zuversicht unseren weiteren Lebensweg.

Ruf » Kyrie eleison, Gott erbarme dich.“

 

Vaterunser:… geheiligt werde dein Name;

dein Reich komme;

dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern;

und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN

GOTT segne euch das neue Jahr.
Er gehe euren Vorhaben voran
und führe euch in seinem Reich.

Sie treffe euer Herz mit seinem Wort
und bewahre euch vor Unheil und Missmut.
Er fülle eure Häuser, Gemeinschaften und Familien

und diese WELT
mit seinem Frieden

+ im Namen des Vaters,
und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
Amen.

Verabschiedung:

Herzliche Einladung zum Abendmahls-Gottesdienst am Sonntag, 7. Januar, 10 Uhr in der Martin-Luther-Kirche Zürich mit Pfarrerin Marion SWerner und unserem Kirchenmusiker Christian Gautschi. Anschliessend Beisammensein zum Kirchenkaffee.

Hinweisen möchte wir auch jetzt schon zur festlichen „Lichterkirche“ für alle Generationen am Sonntag darauf, 14.1. 10 Uhr mit anschl. Neujahrsempfang des Kirchenvorstands und viel Musik.

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Wir danken allen, die mit unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft auch im neuen Jahr, und wünschen noch einen guten, behüteten Jahresanfang 2024!

Bleiben wir zuversichtlich. Gott ist und bleibt da.

Herzliche Grüsse nach nah und fern!

Thomas Risel und Marion Werner

 

Musik: “Verleih uns Frieden gnädiglich” Felix Mendelssohn Bartholdy WoO 5

Thomanerchor und Gewandhausorchester Leipzig Leitung: Gotthold Schwarz

https://www.youtube.com/watch?v=t6zQWebmgmU