Herzlich willkommen zum 390. Luther-Abendgebet am Mittwoch, 31. Dezember, Silvester 2025
Dies ist die letzte Nacht des (Kalender) -Jahres. Wir sind noch in der Weihnachtszeit unterwegs mit den vielen schönen Lichtern und Christbäumen, und diese Tage auch mit Gedanken über das zu Ende gehende Jahr. Mit Dank und Sorge, in Gemeinschaft oder auch ganz allein:
Herzlich willkommen zu einem kurzen Luther-Gebet am Ende des Jahres, am Beginn vor etwas Neuem.
Wir nehmen uns Zeit für eine Kerze, schöne Musik, Gebet und Segen.
Wir halten inne, kommen zur Ruhe.
In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt: Gott bleibt, unser Gebet bleibt.

Bild: Herrnhuter Weihnachtsstern Martin-Luther-Kirche Zürich
„Guten Rutsch ins neue Jahr“, diesen Kurzsatz hören und sagen wir an vielen Orten und Gelegenheiten in diesen Tagen, und meinen es natürlich nicht wörtlich: dass man womöglich bei Schnee- oder Eisglätte ausrutscht und hinfällt, das wünscht man niemandem. Um so schöner, wenn wir die wahre Herkunft und Bedeutung dieses kurzen Satzes kennen:
Und dafür gibt es ja zwei Erklärungsversuche: zum einen durch die übertragene Bedeutung des Verbs rutschen als „reisen“ und das Substantiv „der Rutsch“ für „das Reisen“ oder „eine Fahrt“. Im Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm finden sich auch die Verwendungen des Wortes mit „da rutsch’ ich fort“ und „sonntag rutscht man auf das Land“ (Johann Wolfgang von Goethe) sowie die Wendung „ich wird‘ nächstens bei Dir angerutscht kommen“.
Die andere Erklärung besagt: Rutsch hat gar nichts mit rutschen zu tun, sondern mit „rosch“, dem hebräischen Wort für das Jahr. Der Silvestergruß „Guten Rutsch“ sei eine andere Verwendung des hebräischen ראש השנה טוב Rosch ha schana tov, wörtlich „einen guten Kopf (Anfang) des Jahres“. Die Bedeutung kann also auch vom jiddischen „a git Rosch“ (guter Anfang/Kopf) kommen, vermischt mit der Bedeutung „Reise“. So bedeutet der Glückwunsch, gut und sanft ins neue Jahr hinüberzugleiten, ein Wunsch für einen reibungslosen Übergang. Nur klingt das nicht so schön J
Der schönste Wunsch für das als Jahr stand in der biblischen Losung für das Jah 2025: „Prüft alles und das Gute behaltet.“ (1.Thessalonicher-Brief 5,21).


Der schönste Wunsch für das neue Jahr steht im Wort Gottes für das Jahr, die Jahreslosung 2026: „Gott spricht, Sieht, ich mache alles neu!“ (Buch der Offenbarung 21,5) und im Segen Gottes:
Musik: The Blessing/ HA BRACHA הברכה – Joshua Aaron
https://www.youtube.com/watch?v=kzqrWae5lK4
Yevarechecha Adonai, VeYishmerecha
יְבָרֶכְךָ יהוה, וְיִשְׁמְרֶךָ
The LORD bless you and keep you
Der Herr segne Dich und behüte Dich
Ya’er Adonai Panav Eleycha ViChuneka
יָאֵר יהוה פָּנָיו אֵלֶיךָ, וִיחֻנֶּךָּ
Make His face shine upon you and be gracious to you
Der Herr lassen sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig
Yisa Adonai Panav Eleycha, VeYasem Lecha Shalom
יִשָּׂא יהוה פָּנָיו אֵלֶיךָ, וְיָשֵׂם לְךָ שָׁלוֹם
The LORD turn His face toward you and give you peace
Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe Dir Frieden.
Es war letztlich Martin Luther, der diesen Segen empfahl und im evangelischen Gottesdienst etablierte. Das stellte eine Beziehung her zwischen dem Schlusssegen der Messe und dem Abschied Jesu Christi von seinen Jüngern bei seiner Himmelfahrt.
„Auf diese Weise hat es, glaube ich, auch Christus gehalten, als er in den Himmel aufstieg und seine Jünger segnete.“ (Martin Luther, Formula missae, 1523).
Als Martin Luther den Segen 1525 in den evangelischen Gottesdienst einführte, übernahmen ihn auch Ulrich Zwingli und Johannes Calvin.
Fürbitten (nach Christian Lehnert, VELKD)
Von Jahr zu Jahr, von Tag zu Tag
und immer von einem Anfang zu einem Ende
reichen unsere Gedanken,
du aber, Gott, bist höher als alle unsere Gedanken.
So legen wir an diesem Abend in deine Hände, was war:
unser Jahr mit seinen Wechselfällen und seinem Reichtum,
seinem Glück und seinem Leid,
seinem Gelingen und Versagen,
seiner Arbeit und seiner Ruhe,
seiner Liebe und seiner Einsamkeit.
Wir werden still vor dir:
Wir legen wir an diesem Abend
uns selbst und alle unsere Zeit in deine Hände.
Du weißt, was du für uns bereit hältst im neuen Jahr.
Wir wissen, dass du es bist, der uns entgegenkommt in allem,
was geschehen wird.
So werden wir still und bringen
unsere Wünsche, unsere Sorgen und unsere Hoffnungen
vor dich:
Inmitten einer gebrochenen Welt,
den Hilferufen der Elenden,
den Klagen der Opfer von Gewalt und Terror,
inmitten der Verstummten und zum Schweigen gebrachten,
inmitten der falschen Stimmen,
die die täuschen und verführen wollen,
werden wir still vor dir, ewiger Gott:
Von Jahr zu Jahr, von Tag zu Tag,
reichen unsere Gedanken,
du aber bist höher als alle unsere Gedanken.
Du bist die Ewigkeit und bist im Augenblick
unsere ganze Hoffnung und all unser Halt.
Wir bergen uns in dir
und beten, wie Christus uns gelehrt hat:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
]
VERABSCHIEDUNG
Herzliche Einladung in die Martin-Luther-Kirche Zürich zum
Neujahrs-Gottesdienst am 1.1.um 16 Uhr,
und zum Gottesdienst mit Abendmahl am 4.1., 10 Uhr zur Jahreslosung 2026.
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Wir danken allen, die mit unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft, und wir wünschen allen einen behüteten Übergang ins neue Jahr 2026 mit lichtvollen Gedanken, Begegnungen und Erlebnissen.
Bleiben wir zuversichtlich. Gott ist da.
Herzliche Grüsse nach nah und fern!
Pfarrer Thomas Risel mit Pfarrerin Marion Werner
Segen
Gott segne Dich und behüte Dich
Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe Dir Frieden.
Musik: Von guten Mächten