Herzlich willkommen zum 395. Luther-Abendgebet am Mittwoch, 4. Februar 2026
Das Kalenderjahr 2026 schreitet weiter voran, ebenso unser Luther-Gebet. Ein in vielerlei Hinsicht bemerkenswerter und nicht immer leichter erster Monat des Jahres ist vergangen. Wir schauen zurück und nach vorn, wir denken aneinander, wir nehmen Anteil.
Wir nehmen uns Zeit für eine Kerze, schöne Musik, Gebet und Segen.
Wir halten inne, kommen zur Ruhe.
In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt:
Gott bleibt, unser Gebet bleibt.

Bilder: Winterblüten
Gütiger Gott,
der erste Monat des Jahres liegt hinter uns.
Das Jahr geht weiter…
Wir bitten dich:
Dein Licht scheine über uns.
Deine Liebe umgebe uns.
Dein heller Schein leite uns. Amen.
Musik: Wie schön leuchtet der Morgenstern, (Text&Melodie: Philipp Nicolai 1556-1608)
Vocal Concert Dresden
https://www.youtube.com/watch?v=hXtDf-0vbsQ
„Diesem Anfang wohnt kein Zauber inne, aber er ist geschafft: der erste und bislang schlimmste Monat des Jahres, Januar 2026 ist vorbei. Januar, adé! Der römische Gott Janus, das ist der mit den zwei Gesichtern, hat dem Monat seinen Namen gegeben.“
So programmatisch begann Pfarrer Benedikt Welter am letzten Samstagabend das deutsche „Wort zum Sonntag“ im ARD-Fernsehen.
Ja, es waren mindestens 2 Gesichter, wenn nicht noch viel mehr, an diesem Januar-Jahresanfangsmonat.
Es begann mit dem furchtbaren Ereignis der Brandkatstrophe von Crans Montana, das uns auch heute noch beschäftigt. So viele sind noch in den Spitälern, manche im künstlichen Koma und wissen gar nichts über ihre verstorbenen oder lebenden Kollegen und Freunde, Freundinnen.
Der Krieg in der Ukraine wird seitens der Russischen Regierung und Militär brutaler denn je fortgeführt, so viele Menschen sind in einem eiskalten Winter ohne Strom oder Heizung, ständig Bombenalarm und Drohnengeschosse, Verletzte und Sterbende. Ich kann und will mich nicht daran gewöhnen.
Der Staatschef einer westlichen Grossmacht benimmt sich völlig daneben gegenüber vielen seiner Zuhörenden, bei seinen Gastgebern in den Schweizer Bergen und gegenüber Bewohnern der grössten Insel der Welt, die er „ein Stück Eis“ nennt.
Man könnte noch mehr aufzählen, wie es uns ergangen ist im ersten Monat des Jahres. Da gibt es ernsthafte Erkrankungen bei Freunden, da rollt die Grippewelle.
Die Frage ist, wie können wir damit umgehen, was gibt uns Kraft, was trägt uns durch diese Zeiten?!

Bild: Bild des Monats Januar 2026, SRF Meteo
Wochenspruch Letzter Sonntag n. Epiphanias:
„Über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ (Jesaja 60,2b)
Gott verleiht Dir eine Würde, seine Herrlichkeit geht auf über Dir.
Dieser Vers (aus Jesaja 60,2) ist eine Verheissung der Hoffnung und des göttlichen Lichts, inmitten von Hoffnungslosigkeit, Ungerechtigkeit und Dunkelheit, die unsere Welt bedecken. Gottes Gegenwart, Herrlichkeit und Gerechtigkeit strahlen persönlich über den Glaubenden auf.
Der Text stammt aus einer Passage, die die Wiederherstellung Jerusalems und eine Vision der Hoffnung beschreibt. Die Herrlichkeit Gottes (=Kabod) wird als sein Glanz, seine spürbare Gegenwart verstanden, die das Leben der Menschen hell macht.
Ein Zuspruch, dass Gottes Licht und Herrlichkeit in einer dunklen Welt persönlich erfahren werden können. Ein Zuspruch, der Hoffnung und Orientierung bringt. Und uns Mut macht, auf unser Leben mit den Augen Gottes zu schauen. Nutzen wir unseren Glauben, indem wir auch aussprechen, was uns bewegt, was uns ängstigt, was uns lähmt. Denn unser Glaube ist wie ein Geschenk, das wir auspacken und nutzen können.
„Kurz sollt ihr beten, aber heftig“, so macht uns Martin Luther ganz praktisch Mut. Unsere Anliegen, unsere Sorgen bei Gott abladen: das bedeutet nicht, dass gleich alles gelöst ist. Aber es kann bedeuten, dass ich besser damit umgehen kann.
Ich habe seine Zusage: sein Licht scheint auch auf unseren weiteren Wegen dieses Jahres.
Musik: Tom Walker & Red Hot Chilli Pipers – Leave A Light On
„Wenn du deinen Weg (aus den Augen) verloren hast…werde ich das Licht anlassen“
https://www.youtube.com/watch?v=Mfd1izwEd9E
FÜRBITTEN
Christus, das Licht der Welt.
Du bist unsre Hoffnung und unsre Freude.
Lass immer mehr Menschen dein Licht aufgehen.
Leuchte denen, die sehnsüchtig warten.
Christus, das Licht der Welt.
Du lässt dein Licht denen leuchten,
deren Leben verdunkelt ist
durch Krankheit und Sorgen,
durch Verfolgung und Leid,
durch Hass und Gewalt.
Christus, das Licht der Welt.
Du gibst Klarheit den Frauen und Männern, die verantwortlich sind,
entscheiden und leiten im Kleinen und Grossen unserer Welt und Kirche,
in Politik und in der Wirtschaft,
dass sie ihre Kraft und Planungen einsetzen zum Wohl der Menschen.
Christus, das Licht der Welt.
Du machst unseren Weg hell,
dass wir die Richtung erkennen in dein Land,
wo Gerechtigkeit und Friede sich küssen,
kein Leid noch Geschrei uns schrecken,
wo sich die Angst in Weite,
die Unruhe in Stille verwandelt.
Schau auf uns und auf alle, für die wir beten und erfülle unsere Bitten nach deinem Willen:
Vaterunser im Himmel…
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
VERABSCHIEDUNG
Herzliche Einladung
-in die Martin-Luther-Kirche Zürich zum Abendmahls-Gottesdienst am Sonntag, 8.2.um 10 Uhr,
-und schon jetzt zum Gottesdienst „für die Liebe“ mit Einladung zur persönlichen Segnung von Menschen die sich lieben: am Sonntag 15.2. ebenfalls 10 Uhr Martin-Luther-Kirche.
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Wir danken allen, die mit unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft, und wir wünschen weiterhin ein gesegnetes Jahr 2026.
Bleiben wir zuversichtlich. Gott ist da.
Herzliche Grüsse nach nah und fern!
Pfarrer Thomas Risel mit Pfarrerin Marion Werner
Segen
Das Jahr führt uns weiter, es bleibt uns das Licht,
wir hören die Worte: Fürchtet euch nicht!
So segne Dich und leuchte Dir auf Deinem Weg:
Gott der Schöpfer des Lichts,
Christus das Licht der Welt,
der Heilige Geist, Licht Gottes in Dir.
Amen.

Christus, Morgenstern: Martin-Luther-Kirche Zürich
Musik: J.S. Bach – Cantata BWV 1 – Wie schön leuchtet der Morgenstern – 1. Chorus
Chor und Orchester der J. S. Bachstiftung St. Gallen
https://www.youtube.com/watch?v=gBfHemeJTfg&list=RDgBfHemeJTfg&start_radio=1