Luther Gebet Mittwoch 4. November 2020

Luther Gebet Mittwoch 4. November 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Wir wollen uns zum Gebet sammeln.    

UNS BEREIT MACHEN

Wir wollen zur Ruhe kommen, ein Licht anzünden, das uns hilft,

uns für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                      

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

Amen.

Abendgebet

Unser Abendgebet steige auf zu dir, Herr,
und es senke sich auf uns herab dein Erbarmen.
Dein ist der Tag, und dein ist die Nacht.
Lass, wenn des Tages Schein vergeht,
das Licht deiner Wahrheit uns leuchten.
Geleite uns zur Ruhe der Nacht
und vollende dein Werk an uns in Ewigkeit.

Lied/Musik:

Sefora Nelson – Lege deine Sorgen nieder

https://www.youtube.com/watch?v=qhMjqDhT26k&feature=youtu.be

Wohin mit unseren Gefühlen, wohin mit unserer Traurigkeit, unserem Erschüttern, unseren Sorgen, ja wohin mit unserer Wut, Enttäuschung, Ärger?

Lege deine Sorgen nieder, wunderbar gesungenes Lied von Sefora Nelson: Klavier, Stimme, Text, sehr einfühlsam, sehr empathisch, sehr beruhigend…und doch sind sie mir im Kopf, die Gedanken und Gefühle dieses Tages, dieser Tage:

Attentate Nizza, Paris, Wien, Dresden.

Gewalt in den USA, Unsicherheiten bei den Präsidentschaftswahlen, ein zerteiltes, gespaltenes tief zerstrittenes Land.

Corona, 17.000 Neuinfektionen in unserem Land. Berichte aus Spitälern, Erzählungen von Freunden, Bekannten, die Betroffenheit rückt immer näher; ja auch Gott sei Dank mehr ruhige Verläufe, weniger schwere Erkrankungen, aber dennoch Angst, Vorsicht, Abstand, ja auch Vereinsamung. Und Stress. Immer wieder neue Nachrichten, kaum etwas kann man planen, oder vieles muss man umdenken.

Und dann die Gedanken, wie wird es im Advent, Weihnachten, das ist nicht mehr weit!?

Wohin mit all den Gefühlen, die in uns brodeln? In den Herbstwind schreien? In Kissen boxen, einen ausgiebigen Spaziergang oder Dauerlauf machen?

Gefühle, zumal negative wie Wut und Ärger, Enttäuschung, sie sind da, oft wirken sie fast zerstörerisch, vor allem wenn sie kein Ventil haben.

Haben wir gelernt mit solchen Gefühlen umzugehen?

Steven Taylor ist Professor für klinische Psychologie an der University of British Columbia und Autor des Buches „The Psychology of Pandemics“. Er rät uns scheinbar ganz einfache Dinge:

„Es ist wichtig, realistisch zu bleiben. Bei den meisten Menschen verläuft die Covid-19-Erkrankung mild. Und man kann sich schützen, wenn man sich an die paar einfachen Regeln hält…. Neue und angstauslösende Situationen aktivieren unser Bindungssystem: gerade in Zeiten wie diesen müssen wir mit Menschen auch sprechen und Kontakt haben. Das nimmt Ängste…. Da nimmt man jetzt besser das Telefon oder den Computer und telefoniert zum Beispiel mit Video. Aber ein kleiner Plausch mit ausreichend Distanz auf dem Weg in den Supermarkt wird ja auch möglich sein. Nutzen Sie diese Gelegenheiten bewusst. Lächeln Sie den Menschen, denen Sie begegnen, aus der Distanz zu. (in Klammern: das geht auch durch die Maske!) Lächeln aktiviert Hirnareale, die für Ihr Wohlbefinden sorgen und vermittelt ein Gefühl von Solidarität. So hilft es ja auch zu wissen, dass man Dinge wie die Distanzierung nicht nur für sich selbst tut, sondern auch für die Gemeinschaft.

Wenn Nachrichten, Medien oder soziale Medien Sie ganz persönlich stressen, legen Sie das Smartphone auch mal weg. Gönnen Sie sich Zeit ohne.“

Und dann singt Sefora Nelson auch davon, Sorgen abzulegen.

Sie bezieht sich dabei auf Bibel-Worte wie „All eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch!“ aus dem 1. Petrus-Brief.

Das ist leicht und gut sagen, „leg einfach alles nieder“. Bei dem was uns hier alles beschäftigt, ängstigt, ohnmächtig, sorgenvoll oder auch wütend macht.

Aber 1) ist das nicht auch eine wunderbare Möglichkeit: gib mindestens ein paar Deiner Sorgen und heftigen Gefühle mal ab, vielleicht hast du ein Kreuz zuhause wo Du es ablegen kannst oder einen anderen geeigneten Platz, wo es symbolisch liegen bleibt.

Und 2) Er sorgt für euch. Glauben wir das wirklich, so ist das trotz allem ein Stück befreiend.

„Kurz sollst Du beten, aber heftig“, sagte Martin Luther einmal.

Er rechnete zumindest auch mit einem Zuhörer auf der anderen Seite, einem der das verträgt und der vieles ja auch zum Guten wenden kann.

GEBET

Herr Jesus Christus,
wir bringen Dir diesen Tag zurück
mit allem, was er gebracht hat,
mit allem, was uns bewegt hat.

Wir danken Dir, dass wir wissen

trotz allem, in allem
um den Raum Deiner Liebe
in allen Situationen unseres Lebens,
wenn wir noch klagen
und unzufrieden sind mit unserem Leben.

Du verstehst unsere Gedanken,
unsere Nöte und Anfechtungen.
Du stillst unser Fragen.

Wir bringen Dir die Menschen,
die Dich nicht kennen und lieben,
die nicht an Deine Liebe glauben.
Und wir bringen Dir, an die wir besonders denken…

die Trauernden und Erschreckten von Wien,

Wir bringen Dir die Menschen in den USA, alle Verantwortlichen und Verantwortungsbewussten,

Wir danken Dir,

dass Du da bist,
dass Du in der Nacht denen hilfst,
die Dich zu den Menschen tragen,
die Dir dienen an Kranken- und Sterbebetten,
in den Häusern des Vergnügens
und des Elends,
auf den Straßen und Gassen der Städte.
Herr, erbarme Dich ihrer!
Erbarme Dich unser!

Hanna Hümmer, Lass leuchten mir Dein Angesicht,
© Christusbruderschaft Selbitz, Buch- & Kunstverlag, 1995

Alles was wir noch persönlich auf dem Herzen tragen, nennen wir Dir in einem Moment der Stille…:

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 *SEGEN* (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

So sei behütet und bewahrt und gesegnet –

im Namen des Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Lied/Musik: Meine Zeit steht in deinen Händen

https://www.youtube.com/watch?v=E49-Mox84S8